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    Standard Marathon-Debüt beim Dresden-Marathon am 21.10.2018

    Für alle Interessierten habe ich einen Bericht zu meinem Marathon-Debüt geschrieben – solange meine Eindrücke noch frisch sind. Der Lauf hat eine lange Vorgeschichte. Wen die nicht interessiert, kann direkt zur Schilderung des Laufs springen.


    Vorgeschichte


    Ernsthaft zu laufen, d.h. regelmäßig und in nennenswerten Umfängen, begann ich erst im Juli 2015. Der Anlass war meine Vorbereitung auf eine Besteigung des Aconcagua, die ich für Februar 2016 geplant hatte. Mehr Ausdauer als bis dahin würde ich für das Vorhaben sehr gut gebrauchen können.
    Auf mehr als 359 km brachte ich es 2015 allerdings nicht.


    2016
    Nach meiner Rückkehr aus Argentinien brauchte ich ein neues Ziel. Was könnte das sein, wenn man fast den kompletten Jahresurlaub bereits Anfang März verbraucht hat? Du könntest auf einen Marathon hintrainieren - so meine Idee. Allerdings benötigte ich nach dem Aconcagua erst mal 3 Wochen, um aus meiner Erschöpfung herauszufinden. Mein Neueinstieg ins Lauftraining fiel daher erst auf die 4. Märzwoche. Als Zwischenziel hatte ich mir den Halbmarathon beim Rennsteiglauf auserkoren, den ich mehr schlecht als recht hinter mich brachte. Als kleines Souvenir nahm ich auch einen grippalen Infekt mit: 2 Wochen Zwangspause. Zwei Wochen später wieder ein grippaler Infekt. Im Sommer war dann mein Training unterbrochen von Hochtouren in den Alpen und Klettern in der Fränkischen Schweiz. Das bedeutete natürlich immer Laufpause.
    In der 2. Augustwoche begann ich dann etwas blauäugig meine unmittelbare Marathonvorbereitung. Für mein Debüt hatte ich mir den Dresden-Marathon am 23.10.2016 ausgesucht. Mein Trainingsplan war der vom allseits bekannten Forums-Udo mit der Zielzeit sub4:00 - aus heutiger Sicht zu ambitioniert.
    Nach der 5. Woche brach ich das Training dann ab, weil mir dämmerte, dass meine Grundlagenausdauer für ein Marathontraining nicht ausreichte. Meine Performance wurde mit jeder Woche schlechter, besonders spürbar bei den langen Läufen. Ich war offensichtlich nicht in der Lage, mich vom Training ausreichend zu erholen, um das nächste Training mit Nutzen absolvieren zu können. Statt dessen trainierte ich mich in den Keller.
    Die 500km Trainingsumfang im Jahr 2016 vor Beginn des Trainingsplans waren etwas dürftig.


    2017
    Im Winter 2016/17 blieb ich endlich mal über längere Zeit ohne Infekt. Von Ende November bis Anfang März konnte ich ohne Pause laufen. Ohne Plan, einfach Kilometer schrubben. Im Schnitt waren das fast 50km pro Woche. Das war für mich ein riesiger Fortschritt und das spürte ich unmittelbar körperlich.
    Also schmiedete ich erneut Pläne für einen Marathon. Diesmal sollte es der Marathon Anfang Mai in Mainz sein. Mein Leistungsniveau war so verbessert, dass ich mein Training an Udos Trainingsplan für sub3:45 ausrichtete.


    Leider wurde auch diesmal nichts aus einem Marathon. Am 12. März 2017 erwischte mich der nächste grippale Infekt. Diesmal so schlimm, dass ich erst nach zwei Monaten wieder mit dem Laufen begann. Es fühlte sich an wie ein Neuanfang.
    Sechs Wochen später - ich hatte mich gerade wieder zurückgearbeitet - der nächste Infekt. Wieder zwei Wochen Pause. Ich begann wieder mit dem Training, da mein Infekt nicht auskuriert war, holte der mich wieder ein. Um meinen Urlaub nicht zu gefährden, nun mit vier Wochen Pause. Ich wurde gerade rechtzeitig gesund, um die geplanten Hochtouren in den Alpen mitzugehen. Zum Abschluss gönnte ich mir dann noch den Mont Blanc.
    Für einen Marathon war das Jahr 2017 aber gelaufen. Es reichte dann nur noch für meinen ersten Halbmarathon unter 1:50.


    2018
    Das Jahr fing nicht positiv an, da ich wieder einen Monat Laufpause wegen eines Infektes hatte, den ich mir kurz vor Weihnachten eingehandelt hatte. Ende März kramte ich mir wieder Udos Trainingsplan für sub3:45 vor und arbeitete auf einen Marathon im Juni hin. Das Laufpensum vor Beginn des Trainingsplans war zwar etwas dünn (440km seit Wiedereinstieg), aber ich sagte mir: wer wagt, gewinnt.
    Letzten Endes habe ich im Juni dann aber gekniffen. Nicht nur, weil ich zwei Lange Läufe ausfallen lassen musste, sondern vor allem, weil ich mir beim Halbmarathon in Würzburg die Erfahrung abholte, was Hitze durch direkte Sonneneinstrahlung mit einem anrichten kann. Bei einem Marathon im Juni mit noch mehr Hitze konnte nichts Gutes herauskommen.
    Also legte ich eine Trainingspause ein und machte im Urlaub ein paar Hochtouren und ließ mich in den Dolomiten im Alpinklettern ausbilden. Der Juli stand unter dem Motto "mehr Tempoarbeit, weniger lange Läufe".


    Ins Marathon-Training stieg ich wieder im August ein. Plan war, entweder in Dresden oder in Frankfurt zu laufen - je nachdem, wo die Bedingungen zuerst taugen. Die Tatsache, dass man sich bei beiden Veranstaltungen kurz vor dem Lauf anmelden kann, war dafür perfekt. Erneut musste Udos Plan für sub 3:45 herhalten.
    Da ich ja seit Ende Januar fast ohne Unterbrechung laufen konnte, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich einen Marathon nicht unter 4 Stunden laufen können würde.


    Den Trainingsplan konnte ich annähernd einhalten.
    Allerdings kamen mir wieder Urlaubspläne in die Quere, durch die ich Trainingsläufe opfern musste.
    Eine Hochtourenwoche in den Walliser Alpen kostete mich zwei Läufe, darunter den Testwettkampf über 10km. Nicht weiter schlimm. Schlimmer war, dass ich nach den Touren doch mehr erschöpft war, als ich zuvor vermutet hatte.
    Der 32er in Woche 9, also einer der wichtigsten gegen Ende des Trainingsplans fiel wegen einer Hüttentour unter den Tisch.
    Um den Ausfall des Laufes etwas zu kompensieren, hatte ich die anderen Läufe mit 30+ im Trainingsplan etwas nach vorne gezogen.
    Das Resultat war, dass das Training nicht optimal auf den Wettkampftermin zugespitzt war. Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass ich im September besser in Form war, als im Oktober.
    Was mich aber besonders irritierte, war die Tatsache dass mir die langen Läufe immer recht schwer fielen. Ich lief die bis auf zwei Ausnahmen immer nüchtern, von daher war klar, dass es kein Spaziergang sein würde. Jedoch passierte es nicht, dass die langen Läufe kontinuierlich nach und nach leichter gingen. Statt dessen gab es ein Bergauf-Bergab.


    Während des Taperings in den letzten zwei Wochen trat bei mir auch nicht ein, wovon andere berichteten. Meine Läufe fielen mir nicht leichter oder wurden schneller.


    Mit dieser Erfahrung im Gepäck fragte ich mich nun natürlich, welches Ziel für mich im Wettkampf realistisch sein konnte.
    Mein erster Plan lautete, auf sub 3:50 zu laufen. Km 1-4 mit 5:40; km 5-17 mit 5:30; km 18-29 mit 5:25 und den Rest mit 5:19.
    Aus Angst davor, den Anfang zu vertrödeln und dafür am Ende nicht 5:19 laufen zu können, habe ich den Plan dann geändert auf Km 1-4 mit 5:40; den Rest mit 5:25.
    Schlussendlich habe ich das doch noch entschärft und so lautete mein Plan, auf 3:53 zu laufen mit km 1-4 in 5:45 und den Rest in 5:30.


    Je näher der Termin für den Dresden-Marathon rückte, desto intensiver studierte ich die verschiedenen Wetterprognosen.
    Schlussendlich einigte sich alle Welt auf 9-10 Grad zum Start und 12-13 Grad Maximaltemperatur. Ein klein bisschen frisch, aber trocken und sonnig. Es gab also keinen Grund, nicht an den Start zu gehen.
    Zumal in Dresden für mich die beste Unterstützung an der Strecke wäre. Meine Schwester und mein Neffe inklusive Familie hatten versprochen, an die Strecke zu kommen. Dadurch und durch die Streckenführung hatte ich die einmalige Gelegenheit, fast komplett mit Eigenverpflegung zu laufen, ohne alles schleppen zu müssen.


    Alea iacta est! Es soll Dresden werden!
    Ich reiste schon am Freitag an, um die Nachmeldung zum Lauf nicht am Sonnabend erledigen zu müssen. Den Sonnabend wollte ich zu chillen haben.
    Die 1. Nacht fand ich Asyl bei meinem Neffen und seiner Familie. Als ich bei der Ankunft erfuhr, dass beide Kinder krank sind, bekam ich leichte Panik. Nicht das - jetzt so kurz vor dem Lauf!
    Der Sonnabend verging wie im Fluge. Das Carboloading konnte ich abschließen, ohne das Gefühl zu haben, bei den täglich über 500g Kohlenhydrate platzen zu müssen.


    Bevor ich zu meiner Schwester für die 2. Nacht umzog, mixte ich meinem Neffen noch 2x200 ml Hydrogel aus dem Hause der Kipchoge-Verpflegers zurecht. Da ich beim Halbmarathon-Testwettkampf in Gera mit dem Zeug gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich den Stoff auch in Dresden nehmen.


    Bei meiner Schwester füllte ich dann noch einmal 4 Fläschchen ab, erklärte genau, wann und wo ich welche Flasche brauche und legte mich dann etwas hungrig schlafen.


    Wettkampftag


    Die Nacht war lang für ausreichend Schlaf, aber unruhig. Die Aufregung ...
    7:30 raus aus den Federn. 8:00 Uhr hatte ich meine zwei Honigbrötchen verschlungen.
    9 Uhr brachte mich meine Schwester zum S-Bahnhof und ich fuhr per S-Bahn zum Kongresszentrum. Unterwegs wollte ich die Startnummer am Shirt befestigen, doch finde ich sie nicht im Starter-Beutel. Schock! Noch einmal gewühlt ... Da ist sie ja! So was kann ich jetzt gar nicht gebrauchen!
    In der Tiefgarage des Kongresszentrums bei der Kleiderabgabe habe ich noch viel Zeit. Die will ich für einen Toilettengang nutzen, doch die Schlangen schrecken mich ab. Also umziehen und zurück zur Kleiderabgabe.
    Danach schaffe ich es doch noch in eine Toilettenkabine, aber überflüssigerweise. Du bist aufgeregt, sage ich mir.


    Auf dem Weg zum Start herrlicher Sonnenschein, angenehme Temperaturen. Mir kommt ein Lied in den Sinn:


    "Viva la vida igual que si fuera un sueño. - Lebe das Leben als wäre es ein Traum."
    Das wäre doch eine gute Überschrift für diesen Marathon. Du hast nichts zu verlieren, kannst nur gewinnen.
    Was mich jetzt zweifeln lässt, kann ich nach dem Lauf wissen. Also sieh es als Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln! Und genieße dieses erste Mal!


    Eine Minute vor dem Start stehe ich in der Startgasse - fast ganz hinten.
    4 Minuten nach dem Startschuss überlaufe auch ich die Startlinie. Piep! Piep! macht es an der Zeitmessung.


    Es lässt sich sehr langsam an. Ich mahne mich: Führe Dich nicht in Versuchung! Lass dich lieber bremsen, statt bei Überholmanövern Kraft zu verpulvern! Die ersten vier Kilometer muss ich nur mit 5:45 absolvieren. Und Kadenz hoch halten, locker laufen! Etwas zu schnell bin ich dann doch: 5:45; 5:41; 5:46; 5:40. Das ist vertretbar.
    Was mich jedoch irritiert, ist die Tatsache, dass mein Puls bei dem Tempo höher liegt als sonst. Im Schnitt bei 157 - normal wären 150 (75%). Nur Aufregung oder mehr? Auf alle Fälle ist die Jacke, mit der ich gestartet bin zu warm und ich ziehe sie aus.
    Km 5 beginnt und ab jetzt ist eine Pace von 5:30 angesagt. Das gelingt nicht, die mit mir laufenden Läufer lassen das einfach nicht zu. Ich unterlasse dennoch zu riskante Manöver und schwimme zumeist mit. Denn vor allem darf ich meine erste Verpflegung nicht verpassen. Die soll bei km 4,7 in der Louisenstraße Ecke Kamenzer Straße kommen. Und genau da steht die Familie meines Neffen. Ich gebe ihnen meine Jacke und schnappe mir die Flasche. Ich trinke, ohne abzubremsen und laufe an der Verpflegungsstelle bei km 5 einfach durch. Dennoch ist der Kilometer um 19 Sekunden zu langsam.
    Kurz danach hinter dem Alaunpark der größte Anstieg. Ich muss kein Tempo herausnehmen. Berge sind etwas anderes ...
    Mein Tempo pegelt sich nun auf ca. 5:30 ein, mein Puls noch etwas höher als gewohnt, aber das dürfte vom Anstieg kommen. Kurz nach km 7 verschwinde ich mit dem Läuferpulk im Tunnel zur Waldschlößchenbrücke. Vom unteren Ende des Tunnels dröhnen uns Samba-Rhythmen entgegen. Eine elektrisierende Atmosphäre. Es geht bergab und ich kann der Versuchung nicht widerstehen, im Tunnel Speed zu machen. Der Tunnel spuckt mich aus und es geht einen langen sanften Anstieg die Brücke hinauf. Kurz vor der Elbe macht meine Uhr Piep und sagt mir zum letzten Kilometer 5:12. Nur nicht übermütig werden!
    Auf dem Streckenabschnitt zum Großen Garten gelingt es mir, mein Tempo auf durchschnittlich 5:25 zu regulieren. Etwas schneller als der Plan vorsah, aber es läuft locker. Ich ziehe nun auch die Armlinge herunter, denn in der Sonne ist es warm genug für kurze Ärmel. Ich orientiere mich auf die linke Straßenseite - dort erwarte ich kurz vor dem Großen Garten meine Schwester mit dem nächsten Fläschchen. Ich erkenne sie schon von weitem und winke. Auch diese Übergabe klappt reibungslos und ich biege auf die Stübelallee ein.
    Als ich die Flasche geleert habe, bin ich auf den dichten Pulk um die Pacer für 3:59 aufgelaufen. So, liebe Freunde, wenn ich hinter Euch herlaufe, kann ich meinen Plan nicht umsetzen. Am besten nicht lange aufhalten und zügig vorbei laufen. Dadurch geht km 12 in 5:10 weg - mein schnellster Abschnitt im ganzen Rennen. Auf der Gegenseite des Großen Gartens dann bei km 13 tönt mir "Sympathy for the Devil" entgegen, live von einer Band gespielt. Oh, wie ist das Klasse! Das verführt wieder, das Tempo anzuziehen und nach zwei schnellen Kilometern in 5:20 muss ich mich etwas bremsen.
    Bei km 17 entfernt sich die Strecke wieder vom Großen Garten und an der Ecke in der Fetscherallee steht wie erwartet meine Schwester. Alles klappt wie am Schnürchen. Es läuft halt. Ich fange an zu rechnen. Gegenüber meiner Zeittabelle habe ich ja schon über eine Minute herausgelaufen, ohne es darauf angelegt zu haben. Wenn das so weitergeht, kann ich noch die 3:50 knacken.
    Die Halbmarathonis nähern sich ihrem Ziel und in der Pirnaischen Neustadt muntert ein Zuschauer sie auf "Ihr habt es gleich geschafft!" Ich rufe zurück "Ich habe noch eine Runde!" Allerdings, ich habe ja noch nicht einmal die Hälfte hinter mir. Die Terra incognita kommt für mich spätestens ab km 32.


    An der Augustusbrücke beginnt für mich die zweite Hälfte des Rennens. Von nun ab ist die Strecke deutlich leerer. Konnte ich bisher viele Habmarathonis überholen, werden die Überholungen nun seltener. Weniger Läufer heißt leider auch weniger Publikum. Da kommt es mir recht, dass km 22 beim Japanischen Palais naht. Schon von weitem stehe ich die Familie meines Neffen stehen. Ich erhalte mein nächtes Fläschchen und renne in der Kurve fast vor einen Baum, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich links oder rechts vorbeilaufen soll. Die Flasche ist diesmal schnell geleert, denn die nächste Verpflegung muss ich schon 4 km weiter nehmen an der offiziellen Verpflegungsstation nehmen. Das Gel dafür klebt an der Flasche, um das zu essen, brauche ich nur das "offizielle" Wasser. Bis dahin laufe ich den wunderschönen Radwanderweg an der Elbe entlang und überquere wieder die Waldschlößchenbrücke. Kurz vor deren Ende reiße ich das angewärmte Gel auf und drücke es in den Mund. Meine Güte, ist das zäh. Ich bleibe am Wasserstand bei km 26 stehen und trinke einen halb gefüllten Becher Wasser. Das reicht gerade so, um das Gel zu schlucken. Da ist das Hydrogel-Getränk deutlich besser.
    Trotz der kleinen Pause halte ich die Pace unter 5:30. Nun geht es auf der anderen Seite der Elbe Richtung Blasewitz und ab km 28 wieder zurück Richtung Altstadt.
    Innerhalb weniger Minuten bemerke ich am linken Knie ein ungutes Gefühl, das mir leider sehr bekannt ist. Das Iliotibialband beginnt, zu protestieren. So heftig hatte ich das schon seit 2012 nicht mehr. Damals war es auf einer Bergtour so schlimm, dass ich ohne Entlastung kaum einen Schritt machen konnte. Von daher wusste ich, dass das im schlimmsten Fall das Aus im Rennen bedeuten konnte.
    Da ich diese Baustelle kannte, hatte ich die vergangenen Tage auch besonders ausgiebig den linken Oberschenkel und den Schienbeinmuskel massiert und gedehnt. Das hatte mir bisher immer gereicht. Hatte ich zu wenig Prophylaxe betrieben? Oder war es gerade zuviel? War es ein Fehler, die Triggerpunkte zu dengeln? Wer weiß das schon.
    Bei km 29 bleibe ich stehen, um mein linkes Bein zu dehnen und zu massieren. Das ist meine einzige Chance, das Problem halbwegs einzudämmen. Läufer, die ich überholt hatte, sammeln mich wieder ein. Egal, ich darf es keinesfalls soweit kommen lassen, dass die Sehne zu stark gereizt wird und ich keinen Schritt mehr tun kann!
    Ich laufe wieder an und versuche meinen Schritt so zu ändern, dass die Belastung für mein linkes Bein geringer wird. Ich versuche, die Frequenz zu erhöhen und die Schrittlänge zu reduzieren. Den Fußheber etwas weniger zu beanspruchen, könnte auch eine gute Idee sein. Immerhind kann ich wieder laufen und ich überhole andere Läufer. Immerhin habe ich nur vier Sekunden verloren. Km 30 kann ich in 5:30 beenden. An der Wasserstelle bei km 30 und kurz vor km 31 behandele ich mein Bein erneut. Mein langsamster Kilometer mit 6:00. Das fühlt sich ganz übel an. So langsam gehen die Rechenspiele im Kopf los. Wie viel Zeit darf ich pro Kilometer liegen lassen, um die sub4 zu schaffen? Kilometer 32 geht immerhin in 5:31 über die Bühne. Keine Hammermann in Sicht, Energie habe ich en masse, aber mein Bein will nicht.
    Kurz vor dem Großen Garten steht an der linken Straßenseite wieder meine Schwester. Zu meiner großen Überraschung mit der gesamten Familie meines Neffen. Ich bleibe stehen und schildere ihnen mein Problem. Dabei massiere und dehne ich wieder mein Bein. Ich würde es am liebsten abhacken. Ich nehme mir mein nächstes Fläschchen und trabe wieder los. Die nächsten Kilometer lasse ich wieder jeweils ca. 15 Sekunden liegen. Ich passiere wieder die Liveband und diesmal ist meine Euphorie deutlich gebremst. Zu sehr bin ich damit beschäftigt, irgendwie so zu laufen, dass die Sehne nicht zu sehr gereizt wird. Immerhin gelingt mal ein Kilometer ohne Stop aber kurz danach ist wieder zweimal Zwangspause angesagt - zuletzt bei km 37,5.
    Bei km 38 stehen wieder meine größten Fans mit der letzten Flasche. Der 5-jährige Sohn meines Neffen reicht mir die Flasche. Ich würde ihn vor Freude am liebsten auf die Arme nehmen. Ich bin so gerührt, dass ich wahrscheinlich auch mit leeren Speichern den Lauf zu Ende gebracht hätte. Aber nein, immer noch kein Hammermann in Sicht. Und die Sehne lässt mich jetzt auch halbwegs in Ruhe. Ich muss nicht noch einmal anhalten und laufe die letzten drei Kilometer wieder deutlich unter 5:30 und sogar mit einem vorsichtigen Schlussspurt ins Ziel.

    Endzeit 3:51:26 (genau das war dann auch meine offizielle Zeit). Was will ich mehr? Schneller als geplant und das trotz der Probleme im letzten Drittel.
    Der Lauf ist in meinem Runalyze-Account zu sehen.
    Theoretisch wäre heute deutlich mehr drin gewesen. Ich fühle mich deutlich erholter als nach einem Nüchternlauf über 30km. Dazu passt auch mein durchschnittlicher Puls von 163 (81%). Das ist für mich die wertvollste Erkenntnis. Genau die Antwort auf die Frage, die mich vor dem Wettkampf so verunsichert hatte. Was kann ich gemessen an meinen Trainingsleistungen im Wettkampf laufen? Vor allem deshalb kann ich wirklich zufrieden sein. Außerdem: wenn ich heute mehr riskiert hätte, wäre mein linkes Bein deutlich früher beleidigt gewesen. Unterm Strich wäre dann auch kein besseres Ergebnis herausgekommen.
    Für mich heißt es nun zuerst, meine Baustelle am linken Bein zu beseitigen. Wenn das erledigt ist, kann ich einen Marathon dann auch mal richtig laufen. Immerhin weiß ich jetzt besser, wie das geht.
    Zuletzt überarbeitet von strongfighter (22.10.2018 um 19:55 Uhr)

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  2. Folgenden 7 Foris gefällt oben stehender Beitrag von strongfighter:

    Alcx (27.10.2018), Biene77 (22.10.2018), Catch-22 (24.10.2018), Isse (24.10.2018), Rauchzeichen (22.10.2018), ruca (22.10.2018), todmirror (23.10.2018)

  3. #2
    Avatar von Ladyinpink
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    Da hatten wir unser Marathon Debüt am gleichen Tag. Gratulation zu der großartigen Leistung und danke für den spannenden Bericht!

  4. #3

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    Danke für den tollen Bericht! Gratulation zu diesem Erfolg mit langem Anlauf mit all den Infekten und Deiner Ausdauer, die stärker war. Mein Debüt und bisher einziger Marathon war der Oberelbemarathon nach Dresden. Ein tolles Erlebnis.
    Angefangen: 17.9.2015, PB 5km: 19:06 (8.1.2017), 10 km: 39:39 (05.02.2017), HM: 1:26:54 (07.10.2018), M: 3:27:35 (30.4.2017) https://runalyze.com/shared/Jde/

  5. #4
    Avatar von strongfighter
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    Danke, Jens.
    Passenderweise ist gerade der nächste Infekt im Anmarsch. In der Nacht ging es los.
    Die Infekte sind tatsächlich mein größtes Handicap. Da ich Immunsuppressiva nehmen muss, bin ich sehr anfällig. Außerdem brauche ich in der Regel sehr lange bis ich auskuriert bin. Das wirft mich dann jedesmal weit zurück.
    Ich verschwinde besser wieder im Bett. Vielleicht kriege ich noch die Kurve.

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  6. #5
    Avatar von Isse
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    Eindrucksvoller, sehr schöner Bericht. Herzlichen Dank dafür.

    Ich hoffe, du konntest die Erkältung abwehren. Ich hatte eh schon arge Bedenken, wenn man bei fiebrigen Kindern einkehrt.

    Du hast schon tolle Erfahrungen mit dem Bergsteigen erleben dürfen. Am Mont Blanc waren wir selbst schon und wissen darum, welche Faszination von den Bergen ausgeht.

    Ich wünsche dir nun schnelle Genesung - für deine Erkältung und deine orthopädischen Befindlichkeiten - und dann sollte dein Debüt beim M nicht alleine stehen. Erhole dich nun erst einmal und dann schaust du, welche M-Veranstaltungen für dich in Frage kommen.
    Highlights bisher:
    2012: 100MC Brocken Berlin -
    22.12.2012 - Bergmarathon - insgesamt 1.570 hm und 42,195 km
    2013/2014/2015/2016/2017/2018: Majors in Boston, Berlin, New York und Chicago
    15.+16. Juni 2018 - 24 h Burginsellauf = 121,74 km






  7. #6
    Avatar von ruca
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    Zu Deiner grandiosen Leistung hatte ich Dir ja schon im Starterfaden gratuliert. Ich bin sehr gespannt, was da noch so kommt.

    Zitat Zitat von strongfighter Beitrag anzeigen
    Passenderweise ist gerade der nächste Infekt im Anmarsch. In der Nacht ging es los.
    Dir ganz gute Besserung. Bei mir kommen die Infekte auch gerne nach einem Marathon, nach 2 der 4 die ich bisher hatte, lag ich flach. Da ist das "Erkältungsfenster" halt sperrangelweit offen. Inzwischen weiß ich es und verkneife mir solche Aktionen, wie man nächsten Tag zur Muskelentspannung ins öffentliche Schwimmbad zu gehen, beim letzten hat das dann auch geklappt. Ansonsten hat das Laufen dafür gesorgt, dass ich weniger Erkältungen als zuvor habe und gleichzeitig arbeite ich sie deutlich schneller ab...

    PBs: 10k: 44:27 (3/18), HM: 1:37:59 (9/18), M: 3:37:53 (10/18)

  8. #7
    Avatar von strongfighter
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    Zitat Zitat von Isse Beitrag anzeigen
    Eindrucksvoller, sehr schöner Bericht. Herzlichen Dank dafür.

    Ich hoffe, du konntest die Erkältung abwehren. Ich hatte eh schon arge Bedenken, wenn man bei fiebrigen Kindern einkehrt.

    Du hast schon tolle Erfahrungen mit dem Bergsteigen erleben dürfen. Am Mont Blanc waren wir selbst schon und wissen darum, welche Faszination von den Bergen ausgeht.

    Ich wünsche dir nun schnelle Genesung - für deine Erkältung und deine orthopädischen Befindlichkeiten - und dann sollte dein Debüt beim M nicht alleine stehen. Erhole dich nun erst einmal und dann schaust du, welche M-Veranstaltungen für dich in Frage kommen.
    Vielen, vielen Dank. Leider hat mich die Erkältung wirklich erwischt. Momentan auf dem absteigenden Ast.
    Was die Bergsteigerei angeht - das werde ich immer mit mehr Leidenschaft betreiben als die Lauferei. Im Vergleich zum Laufen ist deutlich mehr Vielfalt dabei. Und ich muss gestehen, dass durch den Trainingsaufwand für den Marathon einiges auf der Strecke geblieben ist, was ich eigentlich für die Bergsteigerei hätte tun wollen. Andererseits hilft die bessere Fitness natürlich in den Bergen. Allerdings muss man nicht unbedingt Marathon laufen können. Davon war ich am Aconcagua weit, weit entfernt. Kannste hier nachlesen. Ich muss da zukünftig eine gesunde Balance finden.

    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    Zu Deiner grandiosen Leistung hatte ich Dir ja schon im Starterfaden gratuliert. Ich bin sehr gespannt, was da noch so kommt.

    Dir ganz gute Besserung. Bei mir kommen die Infekte auch gerne nach einem Marathon, nach 2 der 4 die ich bisher hatte, lag ich flach. Da ist das "Erkältungsfenster" halt sperrangelweit offen. Inzwischen weiß ich es und verkneife mir solche Aktionen, wie man nächsten Tag zur Muskelentspannung ins öffentliche Schwimmbad zu gehen, beim letzten hat das dann auch geklappt. Ansonsten hat das Laufen dafür gesorgt, dass ich weniger Erkältungen als zuvor habe und gleichzeitig arbeite ich sie deutlich schneller ab...
    Merci. Hätte ich geahnt, dass die Kinder meines Neffen krank sind, hätte ich alles etwas anders geplant. Ich gelte ja inzwischen als etwas paranoid, weil ich bei jedem Menschen mit Schnupfen das Weite suche. Mehr Vorsicht geht eigentlich nicht.

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  9. #8
    Avatar von Biene77
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    Hallo strongfighter,

    auch hier Gratulation zu deinem M und vor allem jetzt gute Besserung

    Was mich jetzt aber viel, viel mehr beindruckt hat als deine tolle Zeit beim 1. M war der verlinkte Bericht von dir

    Wahnsinn absoluter Respekt!
    Viele Grüße Biene






  10. #9
    Avatar von strongfighter
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    Vielen Dank, Biene. Hör bloß auf, ich kriege Fernweh. Ja ich brauche mal wieder eine größere Unternehmung ...
    Übrigens der Aconcagua nix weiter als Wandern in großer Höhe. Keine technische Schwierigkeiten. Die Fitness hast Du bereits. Fehlen "nur" noch ein paar Skills, die bei der großen Höhe und den extremen klimatischen Bedingungen unabdingbar sind.

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  11. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von strongfighter:

    Biene77 (24.10.2018)

  12. #10
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    Da meine Schwester in Paraguay lebt wäre es ja sogar fast ein Katzensprung bis dahin

    Mir reicht noch meine Hüttentour von vor 3 Wochen. War meine 2.und das Härteste was ich in 41 Jahren erlebt habe. Heilbronner Weg. Am 2. Tag von der Rappenseehütte zur Kemptnerhütte dachte ich, ich komme nicht mehr ans Ziel. Im Gasthaus habe ich dann erstmal einen Heulanfall bekommen so fertig war ich. Und Heute bin ich stolz und glücklich die Tour gemacht zu haben.
    Viele Grüße Biene






  13. #11
    Avatar von strongfighter
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    Zitat Zitat von Biene77 Beitrag anzeigen
    das Härteste was ich in 41 Jahren erlebt habe. Heilbronner Weg. Am 2. Tag von der Rappenseehütte zur Kemptnerhütte dachte ich, ich komme nicht mehr ans Ziel.
    Heilbronner Weg bin ich vor drei Jahren gegangen. Technisch wirklich schwerer als der Aconcagua.Aber von der Ausdauer her und sonst so natürlich nicht.

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  14. #12
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    Hallo strongfighter, herzlichen Glückwunsch zu deinem Marathondebüt in Dresden. Es freut mich, dass mein Marathontrainingsplan offenbar eine gute Grundlage für deine Vorbereitung war.

    Ansonsten erkenne ich da schon eine Parallele in unser beider Werdegang: Auch ich war vor meiner Zeit als Marathon- und Ultraläufer und übergangsweise auch noch zu Beginn auf den Bergen der Alpen und gewissermaßen weltweit unterwegs. Aus jener Zeit haben sich wunderbare Bilder in meinem Kopf eingebrannt. Nur muss man sich halt irgendwann entscheiden, worauf man den Schwerpunkt legt. Inzwischen ist das die Lauferei. In die Berge führt mich inzwischen mein Weg seltener und oft dann mit Laufschuhen an den Füßen, wenn ich Auf- und Abstieg weitgehend als Trail zu laufen versuche.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  15. #13
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    Vielen Dank, Udo. Mit deinem Trainingsplan bin ich sehr gut zurechtgekommen. Wäre es nicht mein erster Marathon mit all den Unwägbarkeiten gewesen, wäre die vom Trainingsplan vorgesehenen 3:44 durchaus drin gewesen.
    Die Bergsteigerei für das Laufen an den Nagel zu hängen, kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mir im Moment noch nicht einmal vorstellen, jedes Jahr eine komplette Marathon-Vorbereitung durchzuziehen - aus zeitlichen Gründen, aber auch, weil das meinem lädierten Hüftgelenk auf die Dauer nicht gut tut.

    Schon die vergangenen beiden Jahre habe ich im Training schon Abstriche machen müssen, weil ich irgendwie meine Bergtouren mit dem Trainingsplan koordinieren musste. Ich bin mir da immer noch nicht sicher, wie ich das am besten mache.
    Meine Theorie ist, dass ich eher mal einen langen Lauf zu Gunsten einer Hochtour ausfallen lassen kann. Und dass die beste Ergänzung dazu entweder ein Intervalltraining oder ein Tempodauerlauf ist. Ich kann mir vorstellen, dass eine Hochtour von 10 bis 12 Stunden für das Training ähnlich wie ein langer Lauf wirkt - nur auf noch niedrigerem aerobem Niveau. Was dabei aber vor allem nicht trainiert wird, ist die laufspezifische Muskulatur.
    Leider habe ich dazu im Netz keinerlei Empfehlungen gefunden. Von daher muss ich das wohl selbst ausprobieren.

    10 km: 48:00 (04/2018) | HM: 1:47:59 (05/2018); 09/2018 eigentlich sub 1:45, aber die Strecke war 1,2 km zu lang | M: 3:51:26 (10/2018)

  16. #14

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    Hallo Strongfighter,
    habe deinen Bericht erst jetzt gelesen. Danke fürs Mitnehmen, Gratulation zur Leistung. Jetzt hast du eine Hausnummer an der du dich beim nächsten Marathon orientieren kannst.
    Alles Gute weiterhin
    Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten
    08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30
    16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45
    Marathon 3:22.10
    HM 1:34:32
    10 KM 43:37

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