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Thema: Was jetzt?

  1. #51
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Einige sind nicht alle

    Und, auch wenn du das nicht verstehen kannst, mir tun solche Menschen leid.

    Gruss Tommi
    Hm... Danke für Dein Mitleid. Aber warum tut Dir Zielstrebigkeit leid?
    Das ist doch einfach andere Prioritätensetzung.

    Sind für Dich ALLE Olympiateilnehmer/Leistungssportler bemitleidenswert?
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  2. #52
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Zitat Zitat von *Frank* Beitrag anzeigen
    Bis auf die Verpflegungsstellen kannst du doch alles beeinflussen bzw. die Dinge sind unabhängig von der Distanz. Und über die Verpflegungsstellen informierst du dich vor dem Rennen. Falls dir Wasser, Iso, Cola, Bananen, Gels oder was es sonst noch gibt nicht ausreichen, gibt es bei den meisten Marathons die Möglichkeit, Eigenverpflegung zu hinterlegen.
    Du siehst aber schon den Unterschied zwischen, "Ich brauche gar keine Verpflegung" und "Ich muss mich um die Verpflegung kümmern"?
    Zitat Zitat von *Frank* Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, du redest über akute Verletzungen, die dich am Weiterlaufen hindern. Ich sehe da nicht unbedingt den ganz großen Unterschied. Es gibt Verletzungen durch schnelles Laufen und Verletzungen durch langes Laufen. Wenn du allerdings mit einer chronischen Verletzung in einen Wettkampf gehst, nun ja...
    Nein, ich spreche von der Dauer der Belastung. Ich sehe schon einen Unterschied ob der Körper ~8000 Schritte machen muss oder ~42000, je nach Schrittlänge. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit umzuknicken.
    Zitat Zitat von *Frank* Beitrag anzeigen
    Das hängt aus meiner Sicht in erster Linie von der Qualität der Vorbereitung ab, weniger von der Länge des Wettkampfs.
    Deiner Lockerheit ist beneidenswert.

  3. #53
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Hm... Danke für Dein Mitleid. Aber warum tut Dir Zielstrebigkeit leid?
    Das ist doch einfach andere Prioritätensetzung.

    Sind für Dich ALLE Olympiateilnehmer/Leistungssportler bemitleidenswert?
    Was hat Zielstrebigkeit damit zu tun, sich gleich als Versager zu fühlen. Du solltest endlich mal anfangen, Posts richtig und komplett zu lesen, ehe du schnellschießend antwortest.

    Auch der Ehrgeizigste Sportler kann einen scheiß Tag erwischen, im Wettkampf einen Fehler machen, widrige Umstände erwischen. Natürlich ärgert man sich dann ist enttäuscht. Ist man dann aber gleich ein Versager?

    Wie viele Olympiateilnehmer haben nur den zweiten, dritten oder gar den vierten Platz errungen. Alles Versager?

    Hab ich jetzt ausreichend erklärt, was ich im Sport als versagen bezeichnet?

    Und daher meine Wiederholung: Wer sich in solchen Fällen als Versager bezeichnet, der tut mir aufrichtig leid.

    Gruss Tommi

  4. #54
    Boston-Finisher Avatar von *Frank*
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    Ich sehe natürlich schon Unterschiede zwischen Marathon und einem halben oder einem 10er. Ich will auch niemandem einreden, ein Marathon sei einfach oder man müsse unbedingt Marathon laufen. Aber deiner Argumentation kann ich nicht folgen.

    Auch bei einem 10er oder HM brauchst du unter Umständen Verpflegung. Ich bin im letzten Jahr einen HM Anfang Oktober gelaufen. Das ist eine Strecke, die ich normalerweise ohne Trinken laufe. An dem Tag waren aber - ungewöhnlich für die Jahreszeit - 25 Grad und Sonne, also habe ich auch unterwegs Wasser zu mir genommen. Ich verstehe da nicht ganz dein Problem.

    Natürlich besteht immer Gefahr, dass man in ein Loch tritt und umknickt. Die Wahrscheinlichkeit bei zwei halben ist aber statistisch genau so hoch wie bei einem ganzen. Ja, die Ermüdung der Muskulatur ist größer am Ende eines M, aber dafür trainiere ich ja auch andere Umfänge und meine LL sind länger. Wenn ich im Training x-mal 35 km gelaufen bin, sind die zusätzlichen 7 km orthopädisch nicht wirklich eine große Herausforderung.

    Ich könnte nachvollziehen, wenn jemand sagt, er hat zu großen Respekt vor der Distanz oder er will den Trainingsaufwand nicht betreiben. Aber einen Unterschied bei der Wahrscheinlichkeit, sein Ziel zu erreichen, sehe ich bei den verschiedenen Distanzen nicht. Im Gegenteil, je älter man wird, desto schwieriger wird es, auf den Unterdistanzen seine Ziele zu erreichen.
    VG Frank

    5km - 19:38 (2009) ~ 10km - 40:02 (2011) ~ 15km - 61:07 (2010) ~ 10M - 67:37 (2009) ~ HM - 1:29:01 (2008) ~ M - 3:14:29 (2012)
    Nächster Wettkampf: TBD

  5. #55
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen

    Und daher meine Wiederholung: Wer sich in solchen Fällen als Versager bezeichnet, der tut mir aufrichtig leid.

    Gruss Tommi
    Ich glaube du interpretierst Versager in diesem Fall zu "umfassend". Nur weil man einmal versagt hat, ist man ja nicht gleich ein ewiger Versager, sondern eben nur an diesem Tag. Ziel verfehlt und versagt sind wohl synonym zu verwenden bergen aber die Gefahr unterschiedlich bewertet zu werden. Ihr bewertet den Begriff m.E. einfach unterschiedlich. Ich bin da im Prizip eher auf Rollis Interpretation angetan. Ich habe an dem Tag versagt mein Ziel zu erreichen! Allgemwin würde ich mich dafür trotzdem nicht als Versager titulieren lassen.

  6. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von JoelH:

    Durchbeißerin (07.06.2019)

  7. #56
    Es ist nichts scheißer als Platz vier. Avatar von hardlooper
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    Ich, als Linguistiker, würde meinen, dass versagen eine Untermenge von wahrsagen ist.

    Knippi

  8. #57
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ja Joel, das mag schon sein. Für mich ist versagen in etwa das größtmögliche Scheitern. Und aus diesem Kontext heraus meine ich, dass Menschen, die nicht mehr differenzieren können und jeden noch so kleinen Misserfolg gleich mit Versagen gleichsetzen, ziemlich viel an Lebensqualität einbüßen. Tun mir leid solche Menschen.

    Und wie ich schon schrub, zwischen 2 Minuten oder 15-30 Minuten verpasst oder gar einem DNF liegen für mich Welten.

    Und dann gibt's auch Unterschiede zwischen leistungsorientierten, ehrgeizigen und verbissenen Sportlern.

    Gruss Tommi

  9. #58
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von hardlooper Beitrag anzeigen
    Ich, als Linguistiker, würde meinen, dass versagen eine Untermenge von wahrsagen ist.
    Und ich als Politikbeobachter in der Leideform: So wie "Versprechen" sich nach der Wahl als Untermenge von "Versprecher" entpuppt?


  10. #59
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Auch der Ehrgeizigste Sportler kann einen scheiß Tag erwischen, im Wettkampf einen Fehler machen, widrige Umstände erwischen. Natürlich ärgert man sich dann ist enttäuscht. Ist man dann aber gleich ein Versager?

    Wie viele Olympiateilnehmer haben nur den zweiten, dritten oder gar den vierten Platz errungen. Alles Versager?

    Hab ich jetzt ausreichend erklärt, was ich im Sport als versagen bezeichnet?
    Ja. Aber Deine Interpretation von Versagen-Gefühl kann nur auf Dich bezogen werden. Jeder definiert das für sich selbst, wann er versagt hat. Man kann schon das Versagen-Gefühl entwickeln, wenn man mit Papierkugel den Papierkorb nicht getroffen hat. Ist eben individuell.

    Ich habe mich aber auf Dein Hinweis, dass 2 Minuten im Marathon nicht als Versagen zu werten ist. Für Dich nicht, aber andere, und hier würde ich Olympiateilnehmer als Beispiel sehen, sehen das andres.

    Übrigens, ich lese schon die Einträge, mich wundert aber nur wie manche eigene Werte auf andere übertragen wollen. Deswegen...
    Und daher meine Wiederholung: Wer sich in solchen Fällen als Versager bezeichnet, der tut mir aufrichtig leid.
    ... musst Dir nicht, weil das für mich nicht bemitleidenswert ist.

    Übrigens 2... ich habe schon wegen 2s, 2 Nächte nicht schlafen können, als ich taktisch DM-Titel verspielt habe. Bis jetzt meine ich, dass ich da versagt habe. Es muss Dir aber nicht leid tun.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  11. #60
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    Mir tut doch nicht das "Versagen" an sich leid.

    Und aus diesem Kontext heraus meine ich, dass Menschen, die nicht mehr differenzieren können und jeden noch so kleinen Misserfolg gleich mit Versagen gleichsetzen, ziemlich viel an Lebensqualität einbüßen. Tun mir leid solche Menschen.
    Was bitteschön hat ein verpatzten Olympiaerfolg, was hat dein verspielter DM-Titel mit kleinen Misserfolgen zu tun?

    Und noch einmal: Ließ genauer die Posts und vor allem komplett.

    Gruss Tommi

  12. #61
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ach ja,
    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Ja. Aber Deine Interpretation von Versagen-Gefühl kann nur auf Dich bezogen werden.
    Nichts anderes schrub ich, sie tun mir leid, niemand anderem, ausschließlich mir.

    Gruss Tommi

  13. #62
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Ich bitte Dich.
    Ich habe das doch erklärt. Die Beispiele beziehen sich auf die von Euch ins Spiel gebrachte Zeiten, was für eigene Versagengefühl irrelevant sind.

    Noch einmal: egal ob 2 Sekunden, 2 Minuten oder 2 Stunden im Marathon... es gibt Leute, die das Gefühl da, da oder da haben, dabei versagt zu haben. Egal was ich oder Du meinst.

    Edit: Antwort etwas zu spät... Du hast Deine Antwort jetzt relativiert.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  14. #63
    Avatar von Durchbeißerin
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    Was bitteschön hat ein verpatzten Olympiaerfolg, was hat dein verspielter DM-Titel mit kleinen Misserfolgen zu tun?
    Dass du den kleinen Misserfolg als klein bewertest... demjenigen, dem dieser Misserfolg widerfährt, ist sein persönliches Ziel jedoch ähnlich wichtig wie Rolli die DM...

    und so lange ihm/ihr das "widerfahren" ist und der eigene, aktive Anteil noch nicht geklärt ist, gibt es das Gefühl des Versagens - nach der Klärung wird es zum Misserfolg und im nächsten Schritt wird daraus gelernt und weitergearbeitet am Erfolg - oder das Ziel wird angepasst

    das mag man alles kurios finden, drollig oder versponnen - aber dann darf man AK-Sportler bzw. die ganze Hobbysparte gleich geschlossen zur Therapie schicken

    und dann komm ich und sag - hör mal, Hand aufs Herz, es ist doch eigentlich auch etwas grenzwertig, so lange durch die Pampa zu schnullern, bis gefühlt das Bein abfällt und sich deshalb hinterher gut zu fühlen

    ich hab riesigen Respekt vor Ultraläufer/innen und meine meiner Lieblingsseiten ist nicht umsonst Irunfar - aber scheitern und versagen gehört einfach dazu - sonst gibt es keine Entwicklungsmöglichkeiten...

  15. #64
    'Cause Stone Cold Said So Avatar von MikeStar
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    "Scheitern" und "Versagen" sind lediglich Definitionen. Die Maßstäbe hierzu legt erstmal jeder selbst für sich an. Es steht niemand anderem zu jemandem einen Versager zu nennen, es sei denn man hat gemeinschaftlich die Kriterien hierzu festgelegt.
    In der heutigen Zeit kommt es mir allerdings vor, dass es sich teilweise zum Volkssport entwickelt hat anderen versagen zu unterstellen, um vom eigenen Scheitern abzulenken bzw. um sich selbst aufzuwerten obwohl man nichts geleistet hat.

    Andererseits braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn man mit einer - im allgemeinen Kontext als bescheiden angesehenen - Leistung kokketiert und dann in anderen Fällen als Versager hingestellt zu werden.

    Jeder hat seine eigenen Prioritäten, aber man sollte auch akzeptieren, dass andere diese Prioritäten nicht teilen und "scheitern" daher anders bewerten. Man muss dann einfach selbstbewußt sein, diese Leute entweder zu akzeptieren oder zu ignorieren. (auch wenn man manche gerne eliminieren würde..)

    Scheitern (ich sage bewußt hier nicht versagen) sollte/könnte/müsste stets der Antrieb zur Reflektion und Optimierung der Herangehensweise sein. Fortschritt entsteht aus Rückschlägen.

    Es geht immer um den Kontext. Für einen Sportschützen ist ein Verfehlen des Ziels um 2 cm vielleicht nur ein kleiner Fehlschlag, nicht mal der Erwähnung wert. Bei einem Scharfschützen können 2cm "Versagen" den unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.
    ________________________________________ _____
    Esst mehr Käsetoast!

  16. #65
    Es ist nichts scheißer als Platz vier. Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von Durchbeißerin Beitrag anzeigen
    durch die Pampa zu schnullern
    Abgesehen mal vom Fachlichen - Rehspekt für diese Formulierung .

    Knippi

  17. #66
    Boston-Finisher Avatar von *Frank*
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    Denen, die sich als Versager fühlen, kann ich nur das Buch "Learned Optimism" von Martin Seligman ans Herz legen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen:

    Sich als Versager zu fühlen, ist äußerst ungesund. Wer sich dauerhaft als Versager fühlt und immer seine mangelnde Performance für das Verfehlen von Zielen verantwortlich macht, läuft Gefahr, depressiv zu werden. Das ist leider ein Trend in der heutigen Gesellschaft.

    Das soll nicht heißen, dass man nicht auch selbstkritisch sein oder aus den eigenen Fehlern lernen darf. Am Ende stecken dahinter aber eine Menge unbewusster Denkmuster, die sich auf fast alle Bereiche des Lebens übertragen. Leute, die sich ihre Niederlagen mit äußeren Umständen erklären (Wetter, Unruhe im Hotel, fehlende Zuschauer, der Gegner hat mehr Geld und bessere Trainingsmöglichkeiten usw.), leben im allgemeinen gesünder als die, die sich vorwerfen, versagt zu haben. Sie laufen auch weniger Gefahr, den Spaß am Leben zu verlieren oder unter Burnout zu leiden.

    Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit für die Leute, die in diese negativen Denkmuster verfallen, auch viel höher, dass sie am Ende tatsächlich "versagen" bzw. verlieren (selbsterfüllende Prophezeiung). Unbewusst nehmen das die Gegner sogar wahr und fühlen sich noch stärker (wenn man gegen die Zeit läuft, spielt letzteres natürlich eine untergeordnete Rolle).
    VG Frank

    5km - 19:38 (2009) ~ 10km - 40:02 (2011) ~ 15km - 61:07 (2010) ~ 10M - 67:37 (2009) ~ HM - 1:29:01 (2008) ~ M - 3:14:29 (2012)
    Nächster Wettkampf: TBD

  18. #67

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    Zitat Zitat von etienne.77 Beitrag anzeigen


    Daraufhin hab ich mir das Ziel gesetzt, 5 km unter 30 min zu laufen.

    Gesagt getan.
    Seitdem habe ich die Distanz also kontinuierlich erhöht und heute bin ich erstmals 5 km am Stück gelaufen.


    Ergebnis: 27:23 min.
    Ziel erreicht.

    Aber was jetzt? — wie auch bei meinen anderen Läufen davor, war ich danach weder sonderlich erschöpft, noch hat sich meine Zeit bzw. das Erreichen meines Zieles wie ein Erfolg angefühlt …
    ...
    Kennt ihr diese Situation oder dieses Gefühl?
    Ja, das Gefühl kenne ich. Nennt sich "falscher Film".

    Kurz und schmerzlos: Laufen scheint für Dich der falsche Sport zu sein. Such Dir etwas, bei dem Du Dir als Ziel setzten kannst auszuloten, was Du drauf hast, was Du/Dein Körper hergibt oder etwas was Deine Sinne beeindruckt. So wie Du schreibst gibt Dir das Laufen nichts. Das ist ok. Das wird auch nicht besser, wenn Du andere Zeitvorgaben bekommst.

    (PS: 27:23 min ist meiner Ansicht nach "altersgerecht" für einen Gelegenheitsjogger, der öfters auf dem Ergometer sitzt. Aber wie gesagt: Solange es nicht dein Ziel ist herauszufinden, wo deine Grenze ist, ist der ganze Sport für Dich nur eine Qual und eine Reihe von abgehakten Zeiten).

  19. #68
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    @Frank

    Wenn ich die Umstände verantwortlich mache, kann ich im Training kaum an den richtigen Stellschrauben drehen und mich auch nicht verbessern. Das macht doch erst recht depressiv - wenn man frohgemut immer wieder gegen denselben Pfosten rennt und die Beule an derselben Stelle immer größer und bunter wird...

    wenn man sich allerdings andauernd als Versager fühlt, stimmt der Verarbeitungsprozess nicht und das ganze Selbstbild hängt schief - aber das ist ein ganz anderes Thema aus meiner Sicht.

  20. #69
    Boston-Finisher Avatar von *Frank*
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    Ich schrieb ja:
    Zitat Zitat von *Frank* Beitrag anzeigen
    Das soll nicht heißen, dass man nicht auch selbstkritisch sein oder aus den eigenen Fehlern lernen darf.
    Es gilt auch nach wie vor: "Nobody is perfect".

    Das spielt sich auch mehr im Unterbewusstsein ab. Die Einstellung muss sein: eigentlich hätte ich das heute geschafft, wenn nicht dieses oder jenes passiert wäre. Falsch wäre: Ich schaffe das einfach nicht.

    Es geht nicht darum, sich selbst für das Ebenbild Gottes zu halten, sondern um Selbstvertrauen. Äußere Umstände können ja auch der falsche Trainingsplan oder Trainingsrückstand sein. Aber der Grund sollte niemals sein, dass ich mir die Sache gar nicht zutraue oder aufgebe und ich mich deshalb als Versager fühle.
    VG Frank

    5km - 19:38 (2009) ~ 10km - 40:02 (2011) ~ 15km - 61:07 (2010) ~ 10M - 67:37 (2009) ~ HM - 1:29:01 (2008) ~ M - 3:14:29 (2012)
    Nächster Wettkampf: TBD

  21. #70
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    Na ja - während dem Wettkampf ist die optimale Einstellung natürlich immer Bob Baumeister - jo - wir schaffen das...

  22. #71

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    2 Beiträge des Fragestellers, 68 Beiträge von anderen...Aber vielleicht hat er sich ja die Meinung der anderen zu Herzen genommen und sucht sich was anderes als Laufen und hat daher auch kein Interesse mehr an seiner eigenen Frage....

    Richard
    PB 5,2 km 20:36 (Gießener Firmenlauf 2019) 10 km 43:45 (Seligenstadt 2017) Halbmarathon 1:32:50 (Aschaffenburg 2017) Marathon 3:28:27 (Düsseldorf 2019)

  23. #72
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    Warum ist der Versager als Schimpfwort etabliert? Wikipedia nimmt es als Synonym für Minderleister. Als jemanden, der dauerhaft unterhalb seiner körperlichen und/oder psychischen Leistungsfähigkeit bleiben.

    Wenn dann jemand versagen nur als beliebiges Wort, gleichbedeutend mit Scheitern, einen Fehler machen etc. nimmt, dann muss die Diskussion aneinander vorbei gehen.

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  24. #73
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    Versager? Tja Mensch .

    Ich lade solche Kollegen, ja meistens sind es Kerle, zu unserem Lauftreff ein.
    Dann gibt es den Ratzefummel-Nackenstüber, anschließend "Gib mir Fünf" und dann war 's das.

    Frauen hätten es schwerer - die müssten einen derben Witz über ihre Figur aushalten.
    Zur Belohnung dürften sie dann den R-N ausführen mit anschließendem "GmF".

    Knippi (Anhänger der Selbstjustiz)

    NB
    Stimmt nicht, das ist eine Fiktion. Aber wenn, dann ......
    Zuletzt überarbeitet von hardlooper (07.06.2019 um 18:05 Uhr) Grund: NB

  25. #74
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    R-N + GmF

  26. #75
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    GmF = Grünkohl mit Fisch, aber R-N will ich mir auch nicht erschließen.
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    Von Zylv im Forum Foren-Archiv
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  4. Jetzt anmelden!
    Von Jennifer22 im Forum Foren-Archiv
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