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  1. #26

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    RainS > ja, damit, damit sind wir in der Realität angekommen.

    Durch Rennrad+MTB kommen noch 89.370 KM hinzu.

    Wenn wir grad bei den Zahlenspielen sind, darf ich noch 390 Std. auf dem Laufband als Dessert dazu geben mit dem selben Tempo wie ich Outdoor laufe.

    Grüße vom Rudolf

  2. #27
    Avatar von RainS
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    Hallo,

    Kurze Frage: Wie haltet ihr es kurz vor einem Wettkampf mit der Eiweißzufuhr bzw. auch in einer Trainingsphase?

    Wenn ja, nehmt ihr besonderes Eiweißpulver (Protein) zu euch oder natürliches Eiweiß (Quark, Eier usw) oder esst ihr ganz normal?

    Vielen Dank für eure Antworten
    LG

    Rainer

    27.11.10 Essen Blumensaat HM 1:48:12 PB

  3. #28
    Es ist nichts scheißer als Platz vier. Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von RainS Beitrag anzeigen
    ganz normal


    Knippi

  4. #29
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von RainS Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich stelle mich mal kurz vor:
    Bin 71 Jahre alt und laufe 4 x die Woche ca. 34 km insgesamt.
    Habe ab und zu mal Probleme mit meinem Knie und achte sehr auf ein ausgewogenes Training.
    Mache 4 mal im Jahr einen Wettkampf zwischen 5 und 10 km.
    Habe mit 55 Jahren mit dem Laufen begonnen und bin schon Wettkämpfe vom Marathon bis 5 km gelaufen.

    Für einen Erfahrungsaustausch möchte ich folgende Fragen an die älteren Läufer stellen:

    Wieviel Tage die Woche trainiert ihr?
    Wie haltet ihr es mit der Regeneration?
    Habt ihr spezielle Trainingspläne für uns alte Läufer?

    Es wäre schön wenn wir uns hier austauschen würden denn ich habe im Netz nichts für uns Altersläufer gefunden.

    Vielen Dank für jeden Beitrag

    Rainer
    Hallo Rainer,

    ich bin erst 66 Jahre alt, habe also noch zu wenig Erfahrung für das dich interessierende Alterssegment. Deine Fragen kann ich dir dennoch beantworten, weil ich es auch in den kommenden Jahren in dieser Hinsicht nicht anders handhaben werde.

    Wochentage: Es gibt keine fixe Regelung, wie viele Wochentage ich trainiere. Das hängt von den Gegebenheiten ab. Etwa davon, ob ich am Wochenende zuvor einen Wettkampf hatte und wie hart der mich rangenommen hat. Bei mir ist das immer ein Marathon oder Ultra, weil ich keine anderen Wettkämpfe mehr bestreite (mangels Interesse). In wettkampffreien Zeiten bin regelmäßig vier- oder fünfmal pro Woche draußen. Ich gestatte mir dann durchaus auch mal auf Training zu verzichten, wenn das Wetter ziemlich hässlich ist ...

    Regeneration: Die ergibt sich doch aus den Tagen, an denen ich nicht laufe. Oder sie ergibt sich aus den wechselnden Trainingsinhalten. Das ist gleichfalls nicht allgemein fixierbar. Hinsichtlich der jährlichen Periodisierung habe ich mir aber angewöhnt meinem Körper eine ausreichende Phase des Wiederaufbaus/Neuaufbaus zu gönnen. Wenn einer Ultra läuft, heißt das vor allem: Für Wochen runter mit dem Umfang, Fokus auf kürzere, schnellere Einheiten. Diese "Refreshing-Phase" brauche ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, nötiger. Und sie wird länger.

    Spezielle Trainingspläne verwende ich keine. Ich habe aber mein Training "altersgemäß" angepasst. Intervalle laufe ich inzwischen mit längeren Pausen dazwischen, um ein Beispiel zu nennen, damit klar ist, was ich meine.

    Was du nicht erwähnst, ist die Tatsache, dass für ältere Läufer spezifisches Krafttraining immer wichtiger wird. Weil nur dadurch eine ausreichende körperliche Grundlage gewährleistet ist.

    Ich wünsche dir erfolgreiches und langes Training

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  5. #30
    Avatar von RainS
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    Hallo Udo,

    Danke für Deinen Beitrag.
    Das sind ja super Leistungen, die Du vollbringst. (Marathon, Ultra)
    Ich habe festgestellt, das mich längere Läufe sehr anstrengen.
    Vor 15 Jahren, also mit 55 bin ich auch Marathon und Halbmarathon in größerer Anzahl gelaufen.
    Jetzt sind gerade die längeren Trainingseinheiten, wie 30km Gift für meinen Körper.
    Wahrscheinlich findet man bei uns älteren Läufern jede Spezie wie Ultra Läufer und schnelle Läufer.
    Am WE habe ich einen M70 kennengelernt der die 10km in 4:25Min/km läuft, für mich unfassbar.

    Interessant für mich ist auch, was man zusätzlich noch für ein Krafttraining machen sollte.
    Ich habe mal damit angefangen und war so kaputt, das ich kaum noch das Lauftraining machen konnte.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und keep on running
    LG

    Rainer

    27.11.10 Essen Blumensaat HM 1:48:12 PB

  6. #31
    Avatar von Durchbeißerin
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    Ich habe mal damit angefangen und war so kaputt, das ich kaum noch das Lauftraining machen konnte.
    Der Einstieg ins Krafttraining fällt leichter, wenn man die Umfänge vorübergehend verringert. Beides gleichzeitig - weiterlaufen wie vor Krafttrainingsbeginn - und Muckis anschaffen führt dazu, dass die Belastung plötzlich so ansteigt, dass eine Meuterei droht

    einige Wochen vorrangig Kraft - bis zu 3 Mal die Woche - und reduziert laufen - dann wieder verstärkt laufen und 1 Mal die Woche Erhaltungstraining Kraft

  7. #32
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ergänzend zur Durchbeißerin: Auch das ungewohnte Krafttraining sollte man so beginnen, wie ein Laufanfänger mit dem Laufen. Also weniger Gewichte, höhere Umfänge und langsame, ordentliche Ausführung. Und zu Beginn auch die Sätze nicht bis zur Erschöpfung.

    Gruss Tommi

  8. #33
    Avatar von Durchbeißerin
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    Definiere Erschöpfung ich hatte anfangs gar keine Vorstellung davon, wie sich das im Krafttraining anfühlt. Schließlich geht meistens noch 1 Wiederholung, auch wenn man schon das Gefühl hat, dass nix mehr geht...

    kann man nur ausprobieren meiner Ansicht nach - wenn der Muskelkater verzögert kommt und 3 Tage alles zwickt und zwackt, war es zu viel

    und aufwärmen ist bei mir sehr wichtig - entweder zum Studio joggen oder mit dem Fahrrad hinfahrn, falls möglich vom Weg her oder dort aufwärmen

  9. #34
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Türlich ist aufwärmen sehr wichtig, wie man es beim Tempotraining auch machen sollte.

    Mit Erschöpfung meine ich, dass eben keine weitere Wiederholung mehr geht. Man beim Bankdrücken beispielsweise die Hantel nicht mehr hoch bekommt und Hilfe braucht. Kann man so auch bei allen anderen Übungen machen. Aber halt erst, wenn die Muskel schon ein paar Einheiten hinter sich haben. Sonst ist der Muskelkater brutaler als üblich.

    Gruss Tommi

  10. #35
    Avatar von RainS
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    Hallo,

    Danke für eure sehr interessanten Beiträge.
    Für mich, als alter Knochen sollte die Erhaltung und weniger der Muskelaufbau im Vordergrund stehen, so denke ich jedenfalls.
    Was und wo macht ihr denn eure Übungen, Muckibude oder zuhause mit Hausmitteln?
    LG

    Rainer

    27.11.10 Essen Blumensaat HM 1:48:12 PB

  11. #36
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ich gehe in die Muggibude. Zu Hause bekomme ich den Arsch nicht hoch, oder wenn ich mal was getan hab, dann locken die Ablenkungen und noch mehr der Schweinehund. Da ich es in der Regel nur ein mal die Woche schaffe, ist es bei mir auch nur marginaler Kraftzuwachs eher auch nur Krafterhalt. Aber Spaß machts, was die Hauptmotivation ist. Und dann, ja dann muss es in den Muskeln brennen Ich kann nicht anders

    Gruss Tommi

  12. #37
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von RainS Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Danke für eure sehr interessanten Beiträge.
    Für mich, als alter Knochen sollte die Erhaltung und weniger der Muskelaufbau im Vordergrund stehen, so denke ich jedenfalls.
    Was und wo macht ihr denn eure Übungen, Muckibude oder zuhause mit Hausmitteln?
    Ich mache draußen in der Umgebung Klimmzüge, Hangeln, Liegestütz, Kniebeuge, Sprünge, Barrenstütz, etc.
    Früher nannte man das Eigengewichtsübungen und es gab dafür Trimm-Dich-Pfade.
    Heute heißt das Calisthenics oder Street Workout und man geht in Calisthenics Parks oder auf Kinderspielplätze. (Klimmzugstange, Möglichkeit zum Hangeln (monkey bars), Barrenstütz (dips), etc.

    Lustiger Weise ist auch eine Art Szene entstanden, die mögliche Trainingsorte im Internet öffenlich macht. Für Hamburg wäre das zum Beispiel:
    https://calisthenics-parks.com/regions/311-de-hamburg
    https://www.radiohamburg.de/Fashion-...rks-in-Hamburg

    Der Vorteil ist: Das Training ist draußen und umsonst, die Übungen sind meiner Meinung nach effektiv und nicht allzu zeitraubend.
    Ich gebe immer 100 %, außer beim Blutspenden

  13. #38
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Santander. Mit Klimmzüge und Beugestütze hat man schon viele Muskelgruppen des Oberkörpers trainiert. Noch Liegestütze dazu, dann fehlt nicht mehr viel.

    Gruss Tommi

  14. #39
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von RainS Beitrag anzeigen
    Am WE habe ich einen M70 kennengelernt der die 10km in 4:25Min/km läuft, für mich unfassbar.

    Interessant für mich ist auch, was man zusätzlich noch für ein Krafttraining machen sollte.
    Ich habe mal damit angefangen und war so kaputt, das ich kaum noch das Lauftraining machen konnte.
    Hallo Rainer,

    was Altersleistungen angeht, ist für mich rein gar nichts mehr unfassbar. Dafür habe ich schon zu viele Opas (ich darf das sagen, bin ja selber einer) wie Wiesel durch die Gegend rennen sehen. Tatsache ist aber auch, dass das "Einzelschicksale" sind. Menschen, die das Glück haben/hatten, dass ihnen orthopädisch und auch sonst körperlich bis ins hohe Alter nichts Widriges widerfahren ist, das bleibende Defizite hinterließ - um mal im Allgemeinen zu bleiben. Menschen auch, die darüber hinaus eine ausgesprochene Laufbegabung besitzen. Alle anderen müssen sich mit Früchten bescheiden, die tiefer hängen. Was aber der Sache Laufen keinen Abbruch tut. Denn auch in fortgeschrittenem Alter kann man mit Training seine Leistung verbessern - relativ, zum "Altersstandard". Wovon ich auch überzeugt bin, ist, dass man 60+ durchaus noch Blessuren auskurieren kann und wieder lauffähig wird. Voraussetzung dafür ist ein Körper dessen Regenerations- und Reparaturfähigkeit mit über die Jahre unausgesetztem Training auf ansprechendem Niveau gehalten wurde.

    Was das Krafttraining anbelangt: Im Alter von 48 Jahren lief ich meinen ersten Marathon. Seitdem über 250 Marathons und Ultras. Alsbald - noch im Training zu meinem Debütmarathon in Berlin 2002 - verschlimmerte sich mein Rückenleiden. Was aber mit dem Laufen nichts zu tun hatte. Vor allem meine LWS ist eine ziemlich "wüste Gegend". Dass es nicht vom Laufen kommt, merkte ich vor allem daran, dass jede Laufeinheit die Schmerzen aufhob, sobald ich es in die Laufschuhe geschafft und die ersten höllischen 200 Meter überwunden hatte. Das habe ich damals auch von einem Arzt absichern lassen. Der meinte nur lapidar: Wenn ihr Körper ihnen durch akklingenden Schmerz signalisiert, dass das guttut, dann dürfen sie sich drauf verlassen! Im Verlauf der nächsten Jahre kam es jedoch immer wieder zu Attacken meines Rückens mit meist demselben Verlauf: Messer im Rücken! Ein paar Stunden, maximal Tage geht gar nix, Abklingen der Beschwerden in wellenförmigen Verlauf, nach einiger Zeit wieder Schmerzfreiheit. Vor etwa 10 Jahren begab ich mich (nicht nur wegen der LWS-Geschichte) in die Behandlung meines derzeitigen Sportarztes. Der Mann kann nicht zaubern. Aber er war selbst (Weltklasse-) Marathoni, weiß also auch von der Läuferseite her, wovon er redet, hat einen hohen medizinischen Erfahrungsschatz und ein tolles Gespür dafür, wo und wie ein Problem angepackt werden muss. Wichtig für einen (noch immer) ehrgeizigen Läufer wie mich, der sich gerne im Grenzbereich seines Körpers belastet und dabei auch immer wieder einmal die Grenze übertritt und sich verletzt. Er hat mich noch jedes mal wieder zum Laufen auf die Beine gebracht. Letzten Endes war es auch dieser Arzt, der mich in die Richtung Krafttraining schubste, die ich bis dahin nur sporadisch (also mehr oder weniger gar nicht) aufsuchte. Seit etwa acht, neun Jahren, genau weiß ich das selbst nicht mehr, knechte ich mich nun (im Grundsatz) zweimal pro Woche im Kraftraum. Im Grundsatz bedeutet, dass es natürlich immer wieder Hindernisse gibt, die mich davon abhalten. Im Schnitt werde ich zum Beispiel dieses Jahr auf etwa 1,4 Krafttrainings pro Woche kommen. Immerhin. Das halte ich für derzeit noch ausreichend, weil es mir nicht darum geht Kraft aufzubauen, sondern die vorhandene Muskulatur zu erhalten bzw. einsatzbereit zu halten.

    Dieses Krafttraining ergänze ich in bestimmten Bereichen (Oberschenkelvorder- und Rückseite, Waden, Achillessehnen) mit Dehnübungen. Kraft und Flexibilität sind Bestandteile der persönlichen Kondition, die am stärksten unter dem Alterungsprozess leiden. Ich habe in dieser Hinsicht einiges gelesen. Nach neueren Studien beginnt der Abbau der Muskulatur - insbesondere bei körperlich wenig aktiven Menschen - schon vor deren 30. (!) Lebensalter. Diese normale und keineswegs krankhafte Sarkopenie aufzuhalten - genau genommen: zu verzögern! - geht nur über lebenslanges Training. Gerade mit 60+ wird dieses Training dann im Hinblick aufs Laufen "existentiell" wichtig, will man nicht irgendwann in die Abwärtsspirale geraten: Muskelverlust -> Kraftverlust -> Mobilitätsverlust -> weniger Laufen -> noch mehr Verlust von Muskulatur, dann auch der zum Laufen entscheidenen -> Ende der Lauffähigkeit (früher oder später). Wenn ich von spezifischem Lauftraining für Läufer spreche, meine ich dezidiert NICHT die beim Laufen genutzte Muskulatur. Mir geht es vor allem um die unterstützenden Muskalpartien. Bekanntermaßen setzt zu laufen die aufrechte Haltung voraus. Die ist jedoch nur möglich, weil Bauch-, Rücken- und Hüftmuskulatur (Abduktoren) ihren Tonus halten können. Damit sind die wichtigsten Partien genannt, die ich trainiere. Darüber hinaus noch Adukktoren, Waden, Gesäßmuskulatur, Schulter- und Brustmuskeln, teilweise Armkraft. Sie alle sind an der Laufbewegung beteiligt. Wie sehr zum Beispiel die Arme wurde mir bewusst, als ich im Verlauf meines Ultratrainings und diverser Ultraläufe Schmerzen in einem Schultergelenk bekam. Durch eine entsprechende Übung, die das Schultergelenk in seiner vertikalten Beweglichkeit trainniert und eine weitere bekam ich das wieder weg. Restlos weg. Wie sehr die Arme durch einen Ultralauf beansprucht werden, merkte ich auch bei meinem ersten 100 km-Lauf in Biel 2007. Danach hatte ich nur in zwei Muskelpartien Muskelkater: In den beiden Bizeps!

    "Früher" machte mir das Krafttraining weniger aus. Ich konnte danach (auch davor) noch eine fordernde Laufeinheit einplanen. Diese Zeiten sind vorbei, da ich mit beim Krafttraining durchaus fordere. Danach geht dann allenfalls noch ein ruhiger (oft genug aber schlapper) Dauerlauf. Wann immer möglich halte ich deshalb die beiden Krafttrainingstage frei von Ausdauertraining. Ich möchte hinzufügen, dass ich nichts so sehr hasse, wie dieses mit ein paar Dehnübungen kombinierte Krafttraining. Dem unterziehe ich mich rein, weil es sein muss. Darüber hinaus besitzt es für mich nicht eine positive Komponente. Andere machen daraus für sich zum Beispiel einen "sozialen Kontakt". Ich sehe immer wieder Trainierende, die für mehr oder weniger lange Gespräche beieinander stehen. Was in Ordnung ist, für andere. Nicht für mich. Ich will mit dem "Mist" so rasch wie möglich durch sein, was selbst bei zügigem, pausenfreiem Training nicht unter etwa 1:15 Stunden geht. Und danach bin ich ziemlich platt und habe Hunger.

    Nach längeren Pausen, das sind meist Urlaube, muss ich natürlich einige Kilo weiter unten (Einstellung am Gerät, an meinem Bauch dann eher weiter oben) wieder einsteigen und mich zur letzten Einstellung "hocharbeiten". Ich habe nicht den Ehrgeiz immer mehr Gewicht aufzulegen oder die Wiederholungszahl zu erhöhen. Das derzeitigte Niveau versuche ich zu halten. Die damit erreichte Körperkraft reicht aus.

    Wenn du mit Krafttraining beginnst, sollte das natürlich moderat geschehen. Es ist dabei nicht zu vermeiden, dass man anfangs danach (wenigstens in unserem Alter) für anderes Training nicht mehr so gut taugt. Das muss aber auch nicht sein. Sich eine Stunde im Fitnessraum zu fordern kostet letzten Endes genauso viel Energie wie ein Lauftraining. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, man könne sinnvolles, erfolgreiches Krafttraining einfach so "en passant" erledigen. Darauf muss man sich mindestens genauso fokussieren, wie auf eine fordernde Laufeinheit.

    Es mag Menschen/Läufer geben, die sich ihre muskulären Voraussetzungen auch ohne Krafttraining über lange Zeit erhalten können. Wir sind alle unterschiedlich und ich kenne jede Menge Sonderbegabungen. Letzten Endes wird jedoch jeder Läufer in fortgeschrittenem Alter seine Laufleidenschaft umso besser ausüben können, je konditionierter seine muskulären Grundlagen sind. Wenn einer sagt "ich brauche das nicht, ich kann auch so noch ausreichend gut (schnell, wie auch immer) laufen, dann halte ich ihm entgegen: Wie gut könntest du erst laufen, wenn du deine muskulären Voraussetzungen stärken würdest!

    Ich habe übrigens auf meiner Laufseite zu diesem Thema ein "Aufsätzchen" veröffentlicht. Du findest es unter "Gedanken zum Laufsport", Titel: "In the year 2525 ...".

    Alles Gute für dich

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  15. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    kalue (09.12.2019), RainS (09.12.2019)

  16. #40
    Avatar von RainS
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Dafür habe ich schon zu viele Opas (ich darf das sagen, bin ja selber einer) wie Wiesel durch die Gegend rennen sehen. Tatsache ist aber auch, dass das "Einzelschicksale" sind. Menschen, die das Glück haben/hatten, dass ihnen orthopädisch und auch sonst körperlich bis ins hohe Alter nichts Widriges widerfahren ist.
    Gruß Udo
    Danke, Danke, Danke das sind alles sehr hilfreiche Tipps.
    Udo, so wie Du Dein LWS hast, hatte ich 2012 das böse Wort mit K.... wie das gleichnamige Sternzeichen.
    Das hat mich ordentlich zurückgeworfen aber ich bin wieder an meine alten Leistungsfähigkeit rangekommen.

    Die zusätzlichen Kraftübungen habe ich in der Vergangenheit stark vernachlässigt, eher nur bisschen Fahrrad gefahren und die übliche Gartenarbeit.
    Bei uns in der Nähe ist ein neuer "Trimm Dich Pfad" da werde ich mal langsam einsteigen und sehen wie es läuft.
    Dafür werde ich dann mein Lauftraining auf 3 Tage/woche verringern und an 2 freien Tagen "Trimm Dich" machen.
    Ich werde euch berichten wie es läuft.

    Ich habe mal gelesen (weiß nicht mehr wo) das folgende Regel gelten soll:

    1 x /Woche Training ist leichter Muskelabbau
    2 x/ Woche Training ist Muskelerhaltung
    3 x/ Woche Training ist leichter Muskelaufbau
    4 x/ Woche Training ist optimaler Muskelaufbau natürlich mit entsprechenden Ruhetagen.

    Was haltet ihr davon?
    LG

    Rainer

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  17. #41
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    Zitat Zitat von RainS Beitrag anzeigen
    1 x /Woche Training ist leichter Muskelabbau
    2 x/ Woche Training ist Muskelerhaltung
    3 x/ Woche Training ist leichter Muskelaufbau
    4 x/ Woche Training ist optimaler Muskelaufbau natürlich mit entsprechenden Ruhetagen.
    Hallo Rainer,

    das mag im Grundsatz stimmen. Gilt im übrigen auch für den Erwerb von Ausdauer. Was an der Formulierung allerdings so nicht stimmt, ist die Vokabel "optimal". Erstens gibt es im Zusammenhang mit "lebendem Gewebe" - also auch dem Menschen - kein optimales Vorgehen, weil niemand weiß, ob dies oder jenes, etwas mehr oder etwas weniger, tatsächlich die im Sinne des Zieles optimale Wirkung entfaltet. Man kann das nicht messen, infolgedessen auch nicht als optimal kennzeichnen. Darüber hinaus - ich wiederhole mich in dieser Hinsicht gerne, da ohnehin in diesem Forum nicht häufig genug - darf die Individualität nicht vernachlässigt werden. Manchen mag zum Niveauerhalt auch schon einmal trainieren genügen, andere, die rascher abbauen brauchen vielleicht drei Trainings. So wie du es beschrieben hast, bezeichnet es eher den "Durchschnittstyp", dem einige von uns entsprechen, aber eben nicht alle. Ein weiteres Kriterium besteht im Trainingszustand: Wenn einer mit muskulärem Training beginnt, wären 4 Trainingstage gut geeignet ihn alsbald in eine orthopädische Praxis zu verfrachten. Er sollte nicht nur mit niedrigen Gewichten beginnen, sondern nach jedem Training mindestens einen Ruhetag einhalten, was bei 4 Trainings pro Woche nun mal nicht möglich ist.

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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