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    Avatar von U_d_o
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    Hallo Waldfee,

    ich kann gut verstehen, dass du nach dem Arztbesuch verwirrt bist. Denn immerhin läufst du vergleichsweise viel und fühlst dich - das entnehme ich deiner Darstellung - dabei pudelwohl. Ich möchte dir zunächst den Rat geben dich zu "befreien". Vor allem natürlich von der indiskutablen Einschätzung deines Arztes. Eine Zweitdiagnose/-meinung einzuholen ist in der Sache geboten - SEHR - fast aber noch mehr, um die nun auf deiner Seite regierenden Ängste zu befrieden und dich wieder auf die Schiene zu stellen!!! Darüber hinaus solltest du dich von übertriebenem "Altersdenken" befreien, das in Formulierungen wie "in meinem Alter" mehrfach deutlich wird. 46 Jahre sind - pardon - beinahe ein "jugendliches" Alter für Menschen, die Ausdauersport betreiben wollen. Ich weiß, wovon ich rede. Meinen ersten Marathon lief ich mit 48 und konnte meine Ausdauerleistungen danach noch über etwa 8 Jahre steigern. Erst danach (zweite Hälfte der Fünfziger, Anfang 60er) kam es zu einem spürbaren Leistungsabfall - nach und nach natürlich nur. Also: Mit 46 bist du für nichts zu alt, auch nicht "älter", am wenigsten fürs Laufen.

    Was nun deine Herzfrequenzwerte angeht, so sind die natürlich nicht berauschend. Ebenso wenig wie deine Laufleistungen. Ein Lauftempo von 7:30 bis über 8 min/km ist sehr langsam. Damit trainierst du vor allem den Fettsäurestoffwechsel. Wenn man dir dann - wie in einem Belastungs-EKG - höhere Intensitäten abverlangt, schnellt der Puls in die Höhe. Dass dich mehrere durchstiegene Stockwerke vom Atem und Puls her in den oberen Intensitätbereich drücken, stützt diese Aussage. Dadurch könnte bei unkritischen und unaufmerksamen Auswertern durchaus der Eindruck der Untrainiertheit entstehen. Versteh mich nicht falsch: Ich kritisiere nicht, dass du so langsam läufst. Du bist erst 12 Wochen im Training. Das ist eine Zeitspanne in der eine durchaus übergewichtige Läuferin, die sehr lange inaktiv war, kaum mehr erreichen kann. Und schneller kannst du nicht laufen, sonst schaffst du keine längere Strecke.

    Es wird nun - rein vom Training her betrachtet - in der nächsten Zeit darauf ankommen mehr Tempo - methodisch richtig natürlich - in deine Trainingsarbeit einzubauen.

    Was den Maximalpuls angeht: Den zu ermitteln ist schon bei einem austrainierten Läufer schwierig. Neben der physischen gibt es da auch noch die mentale Hemmung ans Limit zu gehen - rein aus Übungszwecken, ohne dass es auf etwas ankommt. Wie das bei dir gelaufen ist, ist natürlich überhaupt nicht aussagekräftig. Von den Intervall-Pulswerten auszugehen ist ein Weg. Ich hielte es jedoch für sinnvoller deinen Puls bei langsamen, dich nicht anstregenden Läufen zu nehmen, den mit 70 bis 75% vom Maximum anzusetzen und von da aus hochzurechnen. Zumindest sollte man diesen Wert dem von den Intervallen genommenen entgegenstellen und daraus zu einem Wert kommen.

    Fazit: Es gibt absolut keinen Grund nun Angst zu haben. Vor gar nichts. Die Aussagen deines Arztes erstaunen mich sehr. Ich kann sie mir nur so erklären, dass der Weißkittel vergrätzt war, weil du ihm und seinem Urteil gewissermaßen widersprochen hast. Du, ein Patient ohne medzinische Kenntnisse ... Hol dir fachlich versierten Rat bei einem renommierten Sportarzt. In Vereinen, vielleicht auch deinem (laufenden oder sonstwie sportelnden) Bekanntenkreis wird man dir sicher eine entsprechende Adresse geben können. Lass diese Felsbrocken, die seit dem Arztbesuch auf deiner Seele liegen, auf keinen Fall da liegen!!!

    Mach weiter, womit du begonnen hast, immerhin hat es dir gefallen und es tat dir gut. Nach dem nächsten Arztbesuch wirst du dann klar sehen

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  2. #27

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    Hallo,

    Ferndiagnosen kann natürlich hier niemand stellen - abklären ob was fehlt oder nicht kann nur der Doc. Es gibt aber gewisse Erfahrungswerte ab wann Trainingseffekte zu erwarten sind. Wie die anderen schon schrieben, nach 3 Monaten Training ist nicht viel zu erwarten. Beim Sportanfänger wird auch da der Puls noch durch die Decke gehen. Das bessert sich schon noch. Bei mir war es so, dass nach einem Jahr die Pulswerte nur noch langsam anstiegen, nach zwei Jahren war ich an dem Punkt, dass ich meinen Körper muskulär und in den Sehnen/Gelenken in Grund und Boden laufen konnte, ohne dabei aus der Puste zu kommen. Und das bringt mich auf einen Punkt, den ich dir mitgeben will:
    Gerade am Anfang ist Krafttraining enorm wichtig. Ich meine das "echte" Krafttraining mit Gewichten (Zum Einstieg reicht wahrscheinlich das Körpergewicht, aber man ist schnell an dem Punkt, dass man draufpacken muss). Wenn man als nicht mehr Jugendlicher praktisch bei 0 mit dem Sport anfängt, reicht es nicht, nur die Ausdauer zu verbessern, auch die Kraft (Maximalkraft und Kraftausdauer) muss systematisch* neu aufgebaut werden. Die Kraft im Rumpf zum Beispiel, kommt NICHT von selbst beim Laufen. Auch die hintere Oberschenkelmuskulatur wird durch's Langsamlaufen nur sehr eingeschränkt gestärkt. Beides sind aber Muskelgruppen, die durch einen sitzenden Lebensstil oft nur schwach entwickelt sind. Evtl. könnte es sich für dich deshalb lohnen zunächst (also über den Winter) auf zwei Laufeinheiten zu reduzieren und stattdessen eine (besser zwei) Einheit(en) Krafttraining ins Programm aufzunehmen. (Später dann nur eine TE Kraft) Der Vorteil: Muskeln machen dich stabil und lassen dich länger und schneller laufen. Außerdem sind es ja die Muskeln, die Energie verbraten, d.h. dein Energieumsatz steigt. D.h. du hast dann schon zwei Effekte, die dir helfen mehr Kalorien zu verbrauchen. Außerdem fällt dir mit mehr Wumms in den Beinen das Treppensteigen und das Radfahren leichter und du siehst beim nächsten Ergometertest besser aus.

    Nur Mut, bei meinem Neustart in den Sport war ich 48. Da geht noch was.
    Grüße
    RS

    *Systematisch = nicht einfach irgendwelche Übungen aus dem Internet nachturnen, sondern unter Anleitung trainieren.

  3. #28

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    Vielen lieben Dank für Deine Antwort! Das macht mir total Mut und spricht mir aus der Seele. Vor allem das mit dem "vergräzten Arzt" genauso kam es mir nämlich vor.

    Mittlerweile habe ich auch die "Anamneseerhebung zur weiteren kardiologischen Untersuchung" von meinem Kardiologen erhalten. Ich wusste nicht, ob ich mich vor Lachen kringeln oder den Arzt erwürgen sollte. Da steht allen Ernstes drauf, das ich unter "Dyspnoe" leide und jeden Tag 10 km laufe .

    Weder das Eine noch das Andere habe ich jemals gesagt, vielen Dank auch fürs Zuhören!

    Um den Felsbrocken, wie Du so schön sagst, zu beseitigen, habe ich jetzt einen Termin zum MRT. Fand der Herr Kardiologe übrigens ganz toll, dass ich bei der richtigen Krankenkasse versichert bin, die das bezahlt. Wollte unbedingt, dass ich das sicherheitshalber durchführen lasse. Vielleicht bekommt er ja Provision (oh - das nehme ich zurück, war zu bösartig).

    Der Termin ist nächste Woche. Hoffe, dass ich dann wieder frohen Mutes durch Wald und Wiesen "hüpfen" kann.

  4. #29

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    Vielen Dank für den Tipp! Das mit dem Krafttraining hab ich auch schon ein bisschen vermisst, das machen wir wahrscheinlich in dem Fortgeschrittenenkurs, an dem ich gerade nicht teilnehmen kann

    Aber ich hoffe, dass sich das nächste Woche nach der weiterführenden Untersuchung ändern wird, wenn ich - hoffentlich -, das ok habe, wieder richtig loszulegen!

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