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  1. #26
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Hallo liebes Kaffeekamel (was für ein genialer Nick!),

    ich habe mich - nach längerem Nachdenken und mit nicht unerheblichem Bedauern - entschieden, an dieser Stelle aus deinem Faden auszusteigen. Ohne jeden Groll, überhaupt nicht das übliche entnervte bis beleidigte "Ich bin hier raus". Sondern einfach nur, weil mir deine Denkweise allzu fremd ist und nach deinen weiteren Erläuterungen auch nicht näherkommen mag. Vielleicht ist sie das ja nur, weil du nicht alles erklären möchtest (z.B. die Sache mit dem Defibrillator), was aber selbstverständlich dein gutes Recht ist. Da möchte ich mit meiner beschränkten, subjektiven Sicht nicht weiter ständig dazwischen funken. Das hier ist schließlich dein Faden.

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele, kurzfristige wie langfristige wie lebenslange. Und das Wichtigste von allem: lebenslangen Spaß am Laufen und darüber hinaus!

  2. #27
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von Kaffeekamel Beitrag anzeigen
    Nein will ich nicht. Nachdem wir alle ja hier im Forum sind, weil wir auf die eine oder andere Art rennen, ist es auch voll ok für mich, wenn Du gern offene Türen einrennst. Nur wenn Du das eigentlich gar nicht so magst, hier nochmal der Hinweis, nein, darum geht's nicht. Es geht nicht um mein Training. Das so unregelmässig und unstrukturiert auch nicht ist, wie oben dargelegt. Es geht darum, dass ich mir sicher bin, für mich die Sicherheit habe, dass ich mir keinen Kopf machen muss, wenn ich (wann auch immer, warum auch immer) am Maximum meiner Leistungsfähigkeit rennen will. Weil ich es schon gemacht habe unter Laborbedingungen (mit Doktor, Defi und Antiarrhythmika daneben) und nix passiert ist. Das ist alles.
    Ganz liebe Grüsse und ich hoff, dass ich es jetzt endlich irgendwie verständlich gemacht hab - ich freu mich nämlich ehrlich über Antworten.
    Okay. Da du nichts über deine Vorgeschichte verraten möchtest und du wohl auch deinem Körper selbst nicht traust... wees ick och nicht weiter, wie ich dir helfen kann.

    Gruss Tommi

  3. #28

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    Ich bin heute lange gelaufen. Gut 16 km. Im "so könnte ich ewig laufen" Tempo von 6.50 (hügelig).
    Da hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Übers Laufen an sich und für sich. Übe mich und was ich damit will. Aber auch über dieses Forum und was ich hier will oder nicht will. Ich habe es nicht leicht genommen, dass da welche, die mich gar nicht kennen, mir gerne helfen wollen, und mir schrieben, auch ausführlich schrieben, und dann von mir im Dunkeln gelassen werden, worum es eigentlich geht. Obwohl ich selber ja gedacht habe, dass das verständlich ist was ich schreibe und genug Info.
    Ich weiss nicht, wie persönlich ich werden will hier, weil ich wenig einschätzen kann, ob das überhaupt von Belang ist für irgendwelche Menschen die hier lesen. Ist ja kein Psycho Forum, sondern ein Laufforum. Und dann dachte ich - vielleicht aber doch. Ich dachte daran, dass ich immer wieder gelesen habe, wie darüber debattiert wurde, wo Grenzen liegen. Was Grenzen sind. Es scheint also nicht das abwegigste Thema zu sein.
    Es könnte sein, dass meine Schilderung nur pathetisch und lächerlich wirkt und erst recht niemand was damit anfangen kann. Seis drum.
    Ich weiss also was über Grenzen. Ich bin mal fast gestorben. Nicht an einer Herzerkrankung, und es war insgesamt nichts was körperliche Folgeschäden hinterlassen hat. Es hat psychische Folgeschäden hinterlassen, auch wenn ich das um keinen Preis akzeptieren wollte. Lange Jahre jedes auftauchende Symptom nur weggesperrt habe. Mein Leben wollte, das ich ja behalten durfte, diesen kostbaren Schatz Leben einfach nur haben wollte, und nie mehr an diesen Moment erinnert werden wollte. Karriere machen wollte, eine Familie gründen wollte. Jahre in denen ich bis zur Erschöpfung funktioniert habe, die Alpträume, die Flashbacks ignoriert habe, bis ich dann doch depressiv wurde, ein blödes Medikament verordnet bekam, und eine Therapie gemacht habe. In der ich dann brav alles aufgearbeitet und mich nebenher "geschont" habe. Vieles ist dadurch auch aufgearbeitet, und ich habe endgültig genug vom Schonen.
    Aber eines ist geblieben, und es meldet sich immer wieder mal. Es taucht eben auch auf bei schnellen Intervallen. Es taucht auf beim Gedanken an einen Schlusssprint. Es ist da und ich kann es nicht leiden. Das Gefühl Mein Herz - mein Herz bleibt stehen.
    Ich würde gern erleben können dass mein Herz nicht stehen bleibt.
    An der Grenze, der richtigen Grenze, war es das einzige was ich gedacht habe. Das mein Herz stehen bleiben würde. Ich dachte, wenn ich das aufgearbeitet habe, dann kann ich damit umgehen, und es belastet mich nicht mehr. Aber was ich brauche ist die Exposition. Die echte Exposition in vivo.
    Mir ist klar, dass das jetzt mit Trainingsratschlägen rein gar nix mehr zu tun hat. Es auch möglich ist, mein Lauftraining einfach ohne diese Erfahrung fortzuführen. Es ist reichlich unerheblich, ob ich eine Minute früher im Ziel bin, und Intervalle müssen nicht an der Kotzgrenze gelaufen werden, ein bisschen plagen tuts auch für den Hobbybereich.
    Ich möchte gern das Gefühl haben, meinem Körper was abverlangen zu können. Das würde sich wie Freiheit anfühlen. Für mich. Ich weiss nicht was für andere der Benefit ist, wenn sie fühlen, dass sie ihre Grenzen ausloten - für mich ist es das, die Freiheit zu haben, es zu tun, und nicht von Angst und Erinnerung gelähmt zu werden.
    Liebe Grüsse und wenn das alles hier völlig unpassend ist, was ich auch verstehen könnte, dann löscht es einfach
    Das Kaffeekamel

  4. #29
    01.10.2025 Avatar von d'Oma joggt
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    Nö, du bist hier eine von erstaunlich/erschreckend Vielen, die AD nehmen/genommen haben. Wir haben alle was ganz Anderes und doch so viel Gemeinsames.
    Ich habe gelernt meinem Körper zu vertrauen und bin erstaunt wie er mir dies belohnt. Was er bereit ist zu leisten - bis an die Kotzgrenze. Zum Dank höre ich dann auch manchmal auf ihn.
    Zu deinem speziellen Problem - du wirst nie eine Gewissheit bekommen. Eine Laboruntersuchung hat andere Ergebnisse als der Grenzlauf im Freien.
    Laufband in einem klimatisiertem Gebäude und die Gewissheit dort Arzt und Defi - draußen Wetter in aller Vielfalt und kein Begleitfahrzeug miit Arzt und Defi.
    Du wirst immer die Angst behalten, nicht Arzt und Defi nehmen dir die Angst - nur du kannst sie dir nehmen.
    Du wärst mal fast gestorben - me too. Wenn auch aus anderen Gründen
    12.05.2007 / 12.05.2012 / 09.04.2013 / 27.05.2017
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  5. #30

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    Hallo und danke für Deine Antwort, ja, es ist häufig, auch wenn selten darüber geredet wird - ich tu es ja normalerweise auch nicht.
    Ich find es schön, dass Du Deinem Körper vertrauen kannst, dass es geht, sowas macht mir immer Mut.
    Zu dem "Laborproblem": alles in der Traumatherapie, die ich gemacht hab, war totale Laborbedingung. Geholfen hat es mir trotzdem. Also das wär nicht so das Thema. Wenn ich dann aber dahin wackel, mich ur überwinde (wie viel Geld ich bezahle und ob meine HFmax dann korrekt ist, ist mir auch eher wurscht), auf dieses Laufband steige, und dann ist Laufband-Laufen für mich so komisch, dass ich mich eh nicht besser ausbelaste als auf dem Fahradergometer, kann ichs sein lassen. Dann ist es Verschwendung.
    Vielleicht wäre es auch insgesamt eine bessere Idee, über die Zeit mehr Zuversicht zu sammeln im realen Läuferleben. Ich bin einfach ungeduldig, ich hasse es, mich eingeschränkt zu fühlen.
    Es hilft mir wie gesagt sehr, mich nicht allein zu fühlen, wenn ich mich hier gefühlt so "nackt" gemacht habe.
    Deswegen besonders herzlichen Dank für diesen Beitrag.
    Und viele liebe Grüsse

  6. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Kaffeekamel:

    d'Oma joggt (11.01.2020)

  7. #31
    01.10.2025 Avatar von d'Oma joggt
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    Evtl. kannst du dich draußen, kurz vor deiner Haustür, mit einem heftigen Endspurt, immer näher an deine gewünschte Grenze bringen?
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    BIG 25 Berlin 2015 HM 2:14:xx

  8. #32
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Jetzt verstehe ich dich besser Auch wenn dich jetzt hier "nackich gemacht" fühlst, du bist immer noch anonym und das ist dein gutes Recht. Manche geben sich bekannt, treffen sich auch mit anderen Usern, andere bleiben in der Anonymität des Netzes, das ist für ein Laufforum auch völlig egal.

    In deinem Fall revidiere ich meine Antwort. Wenn es dir hilft, dann such dir eine entsprechende Praxis oder sportmedizinische Einrichtung, bei der du den Test machen kannst. Wie ich schon erwähnte, die normale Leistungsdiagnostik ist nicht darauf ausgelegt, dass man sich bis zum Maximum ausbelastet, da sind auch keine lebensrettenden Geräte sofort greifbar, sitzt eventuell nur eine Sprechstundenhilfe dabei, wie bei mir beim Belastungs-EKG. Das müsstest du vorher genau klären und besprechen. Und es sollte schon aus zwei Gründen auf dem Laufband stattfinden. 1. Die Pumpe kommt auf dem Radel nicht ans Maximum, wenn man Läufer ist. Und 2. Für deinen Kopp wird es nicht dasselbe sein und du wirst nicht die Sicherheit bekommen, die du dir wünschst.

    Davon aber mal abgesehen, ich sehe das ganz genauso, wie die Omi. Ob du wirklich aus dem Labor die Sicherheit bekommst, wenn du dann draußen läufst, bezweifle ich.

    Man kann ganz gut, auch lebenslang, so laufen, ohne auch nur in die Nähe der maximalen Hf zu kommen. Mit submaximalem Training kann man sich durchaus steigern, nur eben nicht optimal. Das praktiziere ich seit vielen Jahren so und bin ganz glücklich damit

    Gruss Tommi

  9. #33

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    Zitat Zitat von d'Oma joggt Beitrag anzeigen
    kurz vor deiner Haustür
    … und dann nach Hause "in Sicherheit"... ich muss sagen dieses Bild gefällt mir gar nicht schlecht, ich werd das auf jeden Fall ausprobieren, vielen Dank für die Anregung!

  10. #34

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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    sitzt eventuell nur eine Sprechstundenhilfe dabei, wie bei mir beim Belastungs-EKG.

    Ja, danke auch für diesen Hinweis, das muss natürlich vorher geklärt sein.


    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Man kann ganz gut, auch lebenslang, so laufen, ohne auch nur in die Nähe der maximalen Hf zu kommen. Mit submaximalem Training kann man sich durchaus steigern, nur eben nicht optimal. Das praktiziere ich seit vielen Jahren so und bin ganz glücklich damit
    Machst Du das deswegen weil Du keine Lust auf "mehr" hast, oder weil es da Einschränkungen gibt? Also nur wenn Du antworten magst.
    Ich lauf ja schon ganz gern auch mal schnell. Ob ich die vielbeschworene "Kotzgrenze" mir Spass machen würde, glaub ich eh nicht so.
    Und notwendig ist es ganz bestimmt nicht, da hast Du sicher recht.
    Aber noch bin ich ja in einem Bereich, wo die Steigerung von ganz "von allein" passiert mit einfach dranbleiben. Wies mir geht, wenn dann mal einfach nichts mehr weitergeht, wird ich noch sehen.
    Ich würde gerne, bevor in meiner Laufgruppe im März das Intervalltraining wieder richtig losgeht, mehr Zutrauen in meinen Körper entwickelt haben. Das Geschreibe hier hat mich schon ein ordentliches Stück weitergebracht, merk ich.
    Und vielleicht wird ja auch der Lauf nächste Woche was beitragen. Jedenfalls freu ich mich drauf.

  11. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Kaffeekamel:

    d'Oma joggt (12.01.2020)

  12. #35

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    Wäh, heute wars zach.
    War nur müde, wollte eigentlich überhaupt gar nichts tun heute.
    Angesichts der beruflich überdicht gepackten nächsten Tage habe ich mich dann überreden können, das Haus zu verlassen, un dachte noch, vielleciht kommt ja dann die Enerige mit dem Laufen.
    Mitnichten.
    Strahlender Sonnenschein, kaum Wind, eigneltich alles super. Und ich schlurfe meine kurze Runde, die Idee, dafür dann eine wenig Tempo zu machen, liess sich so auch nicht umsetzen.
    Nach 5.5 km, mit einer enttäuschenden mittleren Geschwindigkeit von gerade mal 6.20 min/km, dann unter der heissen Dusche zumindest ein bisschen Wohlfühlgefühl.
    Morgen dann 12 h arbeiten, juhu, meine Tochter ist angefressen (obwohl sie ihre Babysitterin gern mag, wenn sie mich aber den ganzen Tag gar nicht sieht, versteh ich eh, dass sie das nicht begeistert). Ich bins auch.
    Das wird interessant werden in einer Woche. Vielleicht werde ich ja zumindest Vorletzte.
    Und, der Lichtblick: SO VIEL Potential für Verbesserung der Stimmung!

  13. #36
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von Kaffeekamel Beitrag anzeigen
    Machst Du das deswegen weil Du keine Lust auf "mehr" hast, oder weil es da Einschränkungen gibt? Also nur wenn Du antworten magst.
    Och, Lust hab ich schon. Hat mir früher viel Spaß gemacht, nen Tempolauf und am Ende nochmal kräftig angezogen. Oder im Stadion heftiges Intervalltraining. Leider sind die Zeiten der unendlich belastbaren Gräten vorbei. Ich merkte das in den vergangenen Jahren immer wieder, dass ich mir immer wieder was einhandelte, wenn ich es mit dem Tempo übertrieben habe. Zuletzt vor knapp 4 Jahren, erst der Hintern (Piriformis) und die Patellasehne war auch schon angeschlagen und hat mir dann erst einmal den Garaus gemacht. Das hat schon gedauert, mich da wieder heraus zu kämpfen und beschwerdefrei laufen zu können. Dann hatte ich in den vergangenen beiden Sommern jeweils ne Fuß-OP (wegen Hallux Rigidus die Zehengrundgelenke versteifen lassen) und bin nun im erneuten Neubeginn. Und wieder muss ich höllisch aufpassen, dass ich es nicht übertreibe. Und ich merke deutlich, wenn ich innem Training einmal das Tempo angezogen hab, da reicht bereits ein eher lockeres Fahrtspiel aus. Würde ich jetzt wieder richtiges Tempotraining veranstalten, hätte ich kaum noch die Zeit, die Auswirkungen auf meine Gräten mit Gegenmaßnahmen, wie ordentlicher Dehnung, Blackroll und eventuell Massagen, so zu bekämpfen, dass ich weiterhin verletzungsfrei bleibe. Und nicht nur zu wenig Zeit, ich war da schon immer etwas faul Darüber hinaus, meine letzte Bestzeit (Marathon 3:45) liegt bereits fast 5 Jahre zurück. Der Aufwand, diese noch zu verbessern, wäre so immens und eigentlich unmöglich zu stemmen. Wenn ich verletzungsfrei bleiben würde... Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Daher hab ich es geschafft, mich von jeglichem Leistungsgedanken in der Lauferei zu verabschieden und rigoros den Spaß- und Erlebnisfaktor in den Vordergrund zu schieben. Und den einen oder anderen Ultra werde ich auch ohne Tempotraining wieder schaffen

    Zitat Zitat von Kaffeekamel Beitrag anzeigen
    Ich lauf ja schon ganz gern auch mal schnell. Ob ich die vielbeschworene "Kotzgrenze" mir Spass machen würde, glaub ich eh nicht so.
    Man kann ja durchaus auch Tempotraining machen, eher kürzere Intervalle, die zwar richtig schnell sind, aber so flink wieder vorbei, dass das "System" gar nicht erst an die Grenze kommt. Auch das bringt schon etwas.

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  14. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    d'Oma joggt (13.01.2020), Durchbeißerin (18.01.2020), Kralle (13.01.2020)

  15. #37

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    Uff, eine mental sehr herausfordernde Woche geschafft.
    Dafür sehr wenig Training geschafft.
    Was ich dann wohl morgen schaffe? Hab gerade ein wenig Bauchweh. Heute Startnumer abgeholt. Es hat geschneit. Die anderen die mir begegnet sind, sahen so - einfach so schnell aus. Wobei ich ja weiss, dass ich dank Runden Kurs mit vielen Überholungen rechnen muss. Nach der Ergebnisliste vom letzten Jahr muss ich damit rechnen unter den Letzten zu sein. Aber das ist nicht so das Problem. Eher schon, dass ich gefühlt nichts "gut genug" gemacht habe in diesen Tagen, in jedem Bereich schien es immer nur zu wenig zu sein. Mich zieht das immer total runter, und ich muss immer sehr aufpassen nicht in einen "Minderwertigkeitsstrudel" zu geraten. Der mich genau nirgendswohin führt bzw. dorthin wo ich nie nie wieder hinwill.
    Genug gejammert.

    Danke Tommi für die lange Antwort, und Deine persönlichen Erfahrungen
    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Und wieder muss ich höllisch aufpassen, dass ich es nicht übertreibe. Und ich merke deutlich, wenn ich innem Training einmal das Tempo angezogen hab, da reicht bereits ein eher lockeres Fahrtspiel aus. Würde ich jetzt wieder richtiges Tempotraining veranstalten, hätte ich kaum noch die Zeit, die Auswirkungen auf meine Gräten mit Gegenmaßnahmen, wie ordentlicher Dehnung, Blackroll und eventuell Massagen, so zu bekämpfen, dass ich weiterhin verletzungsfrei bleibe.

    Da bin ich richtig dankbar, dass ich zumindest bis jetzt noch gar keine Probleme bekommen hab. Wobei ich schon auch vorsichtig bin. Wenn ich in den ersten Monaten nach Wiederbgeinn gemeint habe, meine Knie zu spüren, habe ich gleich reduziert bzw. nicht weiter gesteigert. Und auch sonst bin ich eindeutig weniger unbekümmert als in den grauen Vorzeiten als junge Erwachsene. Ich finde es aber sehr bewundernswert, wie Du nicht aufgibst, und Dich nicht entmutigen lässt von den Rückschlägen. Ich finde das eine ganz eigene Art von Selbstdisziplin.
    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Daher hab ich es geschafft, mich von jeglichem Leistungsgedanken in der Lauferei zu verabschieden und rigoros den Spaß- und Erlebnisfaktor in den Vordergrund zu schieben. Und den einen oder anderen Ultra werde ich auch ohne Tempotraining wieder schaffen
    Auch das finde ich echt cool. Ultra finde ich übrigens auch cool. Im Moment wird mir von der Vorstellung allerdings noch eher schwindelig. Aber mal schauen, wie das in Zukunft weiter wird. Die langen Läufe mag ich schon gern im Training. Und wenn sie immer länger werden täten mit der Zeit (das heisst wenn ich die Zeit dafür dann auch wirklich hätte) würd mir das wohl auch Spass machen.

    Heute hab ich mir nichts mehr vorgenommen. Der Haushalt soll bleiben wo er ist. Den Vortrag für nächste Woche bereit ich halt im letzten Moment vor. Zug hat eh WLAN. Heute ist zum Ausruhen und morgen ist für mich und fürs Laufen.

  16. #38

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    So, jetzt sitz ich also wieder auf dem Sofa.
    Heute in der Früh bin ich nach einer sehr unruhigen Nacht aufgewacht, in der tiefen Überzeugung, dass ich das nicht schaffen kann. Nämlich gar nicht. Ich konnte mir plötzlich aus heiterem Himmel nicht mehr vorstellen 14 km am Stück zu laufen. Egal in welcher Zeit (also ausser gehend, das hätte ich mir zugetraut). Ich wusste damit zwar gar nichts anzufangen, dachte aber erst mal nur - ok, ist ja schliesslich vor dem ersten Kaffee des Tages. nach dem ersten Kaffee wurde ich dann kurz panisch, und verstand mich immer weniger. Es war ja gar nicht als richtiger Wettkampf gedacht, es sollte ja eh nur ein Motivationslauf sein, um eben weiter im Training zu bleiben. Und trotzdem. Naja, aus dem Haus, hab ich mir geschworen, geh ich auf jeden Fall - und zwar MIT Startnummer. Auf dem Weg habe ich mir ungefähr hundert Mal vorgesagt, dass das bestmögliche Outcome darin besteht, es ins Ziel zu schaffen und unter den Letzten zu sein, während das schlechtestmögliche Outcome realistischerweise darin besteht, es ins Ziel zu schaffen und unter den letzten zu sein. Das Aufkehrwagerl kann man ja schiesslich mitzählen (in weiterer Folge, soviel sei vorweggenommen, habe ich nicht feststellen können ob es eins gab).
    Es war regnerisch, überall waren Lacken, und ich bin gleich mal in eine hineingelatscht, und das war sehr nass und sehr kalt. ABER es waren rundherum lauter gut gelaunte, fröhliche Menschen - die haben zwar zum Fürchten professionell ausgeschaut, aber das hat sie nicht dran gehindert, total freundlich zu sein, und mir zu helfen, wo ich mich nicht ausgekannt habe.
    Irgendwie habe ich mich dann überzeugt, dass ich doch wohl eineinhalb Stunden durchgehend rennen (bzw. latschen oder wie auch immer man das Tempo nennen soll) kann, und einfach gestartet. Ich wollte nach Gefühl laufen, und auf meine Uhr gar nicht schauen. Ausser am Anfang, weil ich dachte, überpacen ist heute eine besonders schlechte Idee. Die Uhr hat sich aber mit dem GPS Signal geplagt, war keine Hilfe, und nach km 3 habe ich gewusst - ich bin zu schnell los. Zu dem Zeitpunkt dachte ich nämlich, ich kann mich genauso gut jetzt gleich an den Wegrand setzen, das wird eh nie was.
    Stattdesen habe ich die Zähne zusammengebissen, mich eingebremst, und weitergemacht.
    Es wurde besser, und irgendwann dachte ich, dass ich das zumindest irgendwie vielleicht unter Umständen doch bis ins Ziel schaffen könnte.
    Die Runden waren für mich eigenltich gar nicht demotivierend, sondern sogar im Gegenteil. Wenn Du hier wieder vorbeikommst, ist schon so viel mehr geschafft, beim nächsten Mal hier kannst Du sicher sein, das Ziel erreichen zu können, das waren eigentlich alles positive Bilder, die ich hatte.
    Irgendwann sind ersten ganz schnellen dann in Höllentempo vorbei geflogen, auf einem Stück des Kurses konnte ich sie auch entgegenkommen sehen. Das war total beeindruckend und motivierend. Einfach so richtig schön zum Anschauen, wie elegant, wie ökonomisch, was für ein schöner Laufstil bei Vielen.
    Be Kilometer 12 hatte ich nur noch einen Gedanken: Lauf schneller verdammt! Dann ist es endlich vorbei. Im Ziel war ich dann nicht in der ursprünglich angepeilten Zeit von unter 86 min, sondern habe 87 gebraucht. Trotzdem bin ich zufrieden. Es war eine lange Laufpause mit dem Umzug, wochenlang gar nicht gelaufen, dann immer noch wenig, und trotzdem hält sich der Formverlust in Grenzen. Die Streckenlänge hat mich gefordert, aber mir auch klar gemacht, dass ein HM sicher keine Unmöglichkeit ist. Regelmässiges Training halt vorausgesetzt.
    Und mein Gefühl hat insgesamt nicht so schlecht funktioniert: die zwei Hälften waren fast gleich schnell, zwischendrin war ich einmal ein wenig langsamer, und am Anfang halt zu schnell, sonst sehr gleichmässiges Tempo
    In einem Monat ist der nächste aus der Serie dran. Bin schon sehr gespannt, wie es mir im Vergleich gehen wird.

  17. Folgenden 4 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Kaffeekamel:

    Catch-22 (19.01.2020), d'Oma joggt (19.01.2020), dicke_Wade (19.01.2020), FeldWaldWiese (19.01.2020)

  18. #39
    01.10.2025 Avatar von d'Oma joggt
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    Herzlichen Glückwunsch zu deinem: Start des Laufes, zu deinem Durchhalten und zu deinem Ankommen in einer guten Zeit
    12.05.2007 / 12.05.2012 / 09.04.2013 / 27.05.2017
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  19. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von d'Oma joggt:

    Kaffeekamel (19.01.2020)

  20. #40

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    OOOOOHHHHHH, DAAAAAANKE!!!!!!!!!!!!!!!!!

  21. #41

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    Ja, die tollen, sportlich aussehenden Menschen am Start können das Gefühl der eigenen Unsportlichkeit hervorragend verstärken . Da fragt man sich schnell, was man da eigentlich zu suchen hat...

    Du hast es dir bestens beantwortet: Du gehörst dazu!!!

    Herzlichen Glückwunsch zu erfolgreichen 14 KM .

  22. #42
    Avatar von Catch-22
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    Glückwunsch! Das war sicher beim Eisbärenlauf auf dem Prater, oder? Dann hast du noch 2 sehr schöne Läufe vor dir, wenn du die ganze Serie mit läufst

  23. #43
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Glückwunsch Kamel! Da hast du dir schön selbst bewiesen, was du drauf hast. Und darauf kannst du prima aufbauen

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

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