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  1. #51
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von Jolly Jumper Beitrag anzeigen
    Ein Orthopäde machte einmal die treffende Aussage:
    Ich verstehe nicht, warum die Leute, die Beschwerden mit dem Bewegungsapparat haben, weil sie sich nicht bewegen, meinen, die Beschwerden könnten wieder weggehen, indem sie sich noch weniger bewegen....
    Hallo JJ,

    zu dem Orthopäden würde ich niemand schicken. Das für den Fall, dass er nicht einfach nur einen schlauen Spruch zum Zwecke der Effekthascherei absondern wollte, sondern den Zusammenhang tatsächlich nicht nachvollziehen kann. Dann versteht der vielleicht den Körper seiner Patienten, aber nicht den Menschen an sich. Was für einen Arzt nicht unbedingt eine Empfehlung ist ...

    Es beginnt schon damit, dass die wenigsten Menschen sich des Zusammenhangs zwischen Wohlbefinden und Bewegung wirklich bewusst sind. Dass sie das vielleicht sogar mehrfach anders erlebt haben. Dass sich zu bewegen für sie nur Anstrengung oder gar enttäuschendes Erleben bedeutet und nichts, was Spaß macht. Nur ein Beispiel und wirklich nicht repräsentativ, nur um zu zeigen, wie es "laufen" kann: Aus heutiger Sicht hätte ich es gut gefunden, wenn meine Eltern mich dazu ermutigt hätten in einem Verein Sport zu treiben. Wobei es mutmaßlich gleichgültig gewesen wäre, wohin sie mich geschickt hätten. Egal, ob zum Fußball, Handball, Leichtathletik, etc. Die Idee hatten sie auch. Nur leider, leider wollten sie, dass ich den einzigen Sport treibe, zu dem ich infolge Körperbau und fehlender Geschmeidigkeit am allerwenigsten tauge: Sie schickten mich in einen Turnverein. Das war schlichtweg der nackte Horror. Ich brachte da gar nichts zustande, tat mir auch mehrmals weh. Also habe ich das nach kurzer Zeit abgebrochen und damit war das Thema "Sport" für meine Eltern durch ... "Unser Sohn hat keine Lust Sport zu treiben ..." Das war eine andere Zeit damals, außer Bücherlesen und Fernsehen gab's keine Ablenkung, die einen zur Unbeweglichkeit hätte verleiten können. Für mich nicht genug. Weswegen ich auch ohne organisierten Sport den Spaß am Draußen- und Aktivsein nicht verlor. Seit etlichen Jahren allerdings ist die Wahrscheinlichkeit in der Schiene der Nichtbewegung zu enden für Heranwachsende riesengroß und sie wächst weiter. Das ist das eine.

    Das andere ist, dass den Menschen nicht erklärt wird, warum es wichtig ist sich zu bewegen sich auch körperlich anzustrengen. Also lassen sie's oft aus Bequemlichkeit sein. Wiewohl ein schlanker Körper nicht zwingend Bewegung voraussetzt. Jeder kennt schlanke Menschen, die keinen Sport treiben und auch sonst nicht sonderlich körperlich aktiv sind. Wenn dann Beschwerden auftreten, gleich welcher Art, ist es Aufgabe des behandelnden Arztes aufzuklären und den Betreffenden zur Bewegung aufzufordern. Wobei es einfach nicht reicht sich auf Formeln zu beschränken: "Sie müssen sich mehr bewegen!" - Da muss ein konkreter Handlungsauftrag her. Eine Verordnung. Der Doc kann sich beim Verordnen von Pillen auch nicht darauf beschränken zu sagen "Davon müssen sie welche einnehmen!" - Er legt exakt die Dosis fest.

    Es ist vor allem Aufgabe des Arztes dem Patienten klar zu machen, dass er sich trotz Beschwerden bewegen soll, so nichts Akutes dagegen steht. Ihm zu versichern, dass das die Heilung nicht verhindert, das Leiden gar verschlimmert, sondern mittel- bis langfristig hilft. Ihm darüber hinaus klarzumachen, dass das keine "Verordnung" für ein paar Wochen ist - bis es "wieder gut ist" - sondern lebenslange Aktivität über das Abklingen der Beschwerden hinaus gefordert ist. Bei bestehenden Beschwerden wird jeder Patient instinktiv versuchen die schmerzenden Partien zu schonen. Der Arzt muss ihm versichern, dass es richtig sein kann trotz Zipperlein den Sessel zu verlassen und zu gehen, laufen, was immer.

    Schlussendlich auch noch das: Wenn Menschen im Alter rasch abbauen, dann nicht zuletzt, weil sie in eine Abwärtsspirale geraten: Sich bewegen tut weh - irgendwo, irgendwas ... also bewege ich mich weniger ... dadurch werde ich inaktiver, unbeweglicher, auf jedwede Art weniger leistungsfähig ... und wenn ich wieder versuche mich zu bewegen, tut es aller Voraussicht nach noch mehr weh. Also lasse ich es sein, denn ich bin alt, das ist der natürliche Lauf der Welt ... Nicht alle, vielleicht nicht mal viele, reagieren auf körperliche Einschränkungen wie die steinalte Frau, die mir über Jahre immer wieder begegnete. Immer dann, wenn ich mein Lauftraining von zu Hause auf in eine bestimmte Richtung begann, wo sich am Ende unseres Dorfes noch ein asphaltierter Radweg ein paar hundert Meter bis zum Fluss hinzieht. Die alte Frau schob einen Rollator vor sich her. Mühsam, langsam, aber sie war bei jedem Wetter unterwegs. Wie oft habe ich ihr parallel zum Gruß innerlich applaudiert. Frenetisch applaudiert. Kurz davor hatte ich noch innerlich gejammert: Scheißwetter, warum tue ich mir das jetzt an ... Ihrer ansichtig geworden packte mich Demut und meine Schritte wurden leichter. Sie wird mir immer Vorbild sein, mich nicht hängen zu lassen, egal wie schwer mein Körper es mir dereinst machen wird in Bewegung zu bleiben!

    An die Adresse jenes Orthopäden und vieler anderer: Statt wohlfeiler Sprüche sollten jene, die es besser wissen und ausreichend Autorität besitzen - wodurch auch immer - versuchen, den Menschen Klarheit über die Natur ihres Körpers zu geben, was der braucht, um möglichst lange gesund zu bleiben.

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  2. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    Kerkermeister (20.01.2020), RunningPotatoe (20.01.2020)

  3. #52
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    An die Adresse jenes Orthopäden und vieler anderer: Statt wohlfeiler Sprüche sollten jene, die es besser wissen und ausreichend Autorität besitzen - wodurch auch immer - versuchen, den Menschen Klarheit über die Natur ihres Körpers zu geben, was der braucht, um möglichst lange gesund zu bleiben.
    Ich glaube du liegst hier komplett daneben. Ich verstehe den Spruch so, dass die Leute erst gar nicht zum Orthopäden gehen, sondern einfach noch konsequenter daheim bleiben. Eben weil alles andere weh tut. Und das macht es eben noch schlimmer. Sie holen sich keine Hilfe, sondern meinen aus sich heraus, dass nichts tun die Sache besser macht. Dem ist aber nicht so. Wer sich nicht bewegt, verliert eben diese Fähigkeit, wie du ja selbst anmerkst. Doch die Leute vermuten - abstruserweise - genau das Gegenteil.

  4. #53
    Avatar von Jolly Jumper
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    Lieber Udo,

    meist bin ich völlig deiner Meinung, dieses Mal sehe ich es etwas anders.

    Dieser Satz entsprang der Verzweiflung des Orthopäden, der damit mitnichten meinte, alle Menschen wären so. Und ich kann ihn verstehen, denn ich arbeite in der gleichen Branche und entgegen dem, wie du oder viele andere hier ticken, gibt es viele Leute, denen erklärst du alles mehrfach, gibst ihnen jede Hilfe an die Hand, leitest sie an mit Physiotherapie, Ernährungsberatung und vielem mehr, erklärst ihnen, dass es Schmerz und Schmerz gibt und es ändert in den Köpfen leider nichts. Ich bin wirklich ein Menschenliebhaber und pädagogisch nicht unfähig, aber manchmal könnte man die Wände hoch gehen. In unserer Ausbildung hatten wir gelernt, wenn der Patient seine Übungen nicht macht, sind wir schuld. Wir haben ihn nicht gut angeleitet, nicht gut genug motiviert, nicht plausibel machen können, warum das wichtig ist. Ich bin als junge Physiotherapeutin frustriert gewesen. Irgendwann habe ich mal zu einem gesagt, es wäre mir egal, ob er seine Übungen mache, ich hätte davon schließlich keine Schmerzen, sondern er. Bei manchen hat auch diese Aussage geholfen, mich hat es ein Stück befreit. Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht möchte, dass die Patienten bei mir an der Türe die Verantwortung für sich abgeben. Ich arbeite gerne und wirklich bis heute mit großer Begeisterung und Leidenschaft mit den Menschen, aber die Betonung liegt auf MIT.


    Aber es ist trotzdem so, es gibt einen nicht unerheblichen Prozentsatz, die WOLLEN ihre Komfortzone nicht verlassen. Die hätten gerne, dass ein anderer oder eine Pille die Schmerzen wegmacht und sie nichts ändern müssen. Das gibt es auch bei übermotivierten, ihren Körper überstrapazierenden Sportlern, aber öfter bei den sogenannten Couchpotatoes. Die sitzen den ganzen Tag im Büro, dann im Auto, danach am Esstisch und zuletzt auf dem Sofa und sind völlig überzeugt, sie können daran nichts ändern. Die bekommen Rückenschmerzen und bewegen sich dann -trotz Aufklärung- erst recht nicht mehr.

    Und zum Aufrütteln kann man diesen Spruch ruhig -mit einer Prise Humor versehen- mal anbringen.

  5. Folgenden 4 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Jolly Jumper:

    blende8 (22.01.2020), DerC (27.01.2020), JoelH (21.01.2020), klnonni (21.01.2020)

  6. #54

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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    zu dem Orthopäden würde ich niemand schicken. Das für den Fall, dass er nicht einfach nur einen schlauen Spruch zum Zwecke der Effekthascherei absondern wollte, sondern den Zusammenhang tatsächlich nicht nachvollziehen kann. Dann versteht der vielleicht den Körper seiner Patienten, aber nicht den Menschen an sich. Was für einen Arzt nicht unbedingt eine Empfehlung ist ...
    Schlimmer finde ich eigentlich, wenn der Arzt die Erwartungshaltung des Patienten erfüllt und Schmerzmittel und Einlagen statt Bewegung und Physiotherapie verordnet. Das hilft zwar gegen die akuten Beschwerden, löst aber das eigentliche Problem nicht. Wahrscheinlich ist der Patient zufrieden. Wahrscheinlich sucht er die Praxis noch häufiger auf.

  7. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Run4Cake:

    JoelH (21.01.2020), klnonni (21.01.2020), ruca (21.01.2020)

  8. #55
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Das andere ist, dass den Menschen nicht erklärt wird, warum es wichtig ist sich zu bewegen sich auch körperlich anzustrengen. Also lassen sie's oft aus Bequemlichkeit sein.
    Was mich so entsetzt ist die Tatsache, dass eine Gesellschaft (eigentlich alle übersättigten Gesellschaften) es schaffen kann, binnen ein, zwei Generationen alles so vollständig zu verlernen, was in Sachen Gesundheit mal Allgemeinwissen war: Bewegung im Alltag statt Daddeln und eSports, ausgewogene Ernährung statt Convenience/Fast Food, Hausmittel statt Chemie beim Schnupfen etc.

    Sicher müssten mindestens alle Ärzte ihre Patienten über solch grundlegende Dinge aufklären, aber wenn jemand erst mit Arthrose zum Arzt kommt, ist es ja längst zu spät. Und wir haben (in dieser Hinsicht "leider") freie Arztwahl. Wenn ein Arzt mir mehr oder weniger diplomatisch mitteilt "Kriegen Sie mal Ihren Arsch hoch, bewegen sich und specken erstmal 15 kg ab", dann kann jeder, der's nicht hören will, einfach zum nächsten Arzt gehen, der nicht so rumzickt, sondern wortlos den Rezeptblock zückt. Und letzterer Arzt wird auch noch von den Krankenkassen belohnt, weil er in kürzerer Zeit das gleiche (knappe) Honorar einstreichen und so mehr Patienten durchschleusen kann.

    Was lehren unsere Schulen eigentlich im Biologieunterricht? Ach ja, da hört man heutzutage ja gar nicht mehr hin, weil das ja Schule ist und man gerade keinen Bock hat. Oder weil die entscheidenden Unterrichtsstunden gerade ausfallen, weil der Lehrer zur Fortbildung muss. Was lehren Eltern ihre Kinder eigentlich, wenn sie sie schon ab dem Säuglingsalter ständig mit irgendwelchen zuckerhaltigen Snacks ruhigstellen - Tee, Kekse, Cola, Eis. Und mittags schnell, schnell die Tiefkühlpizza auf den Tisch. Für was ist eigentlich das Internet gut? Wirklich nur für Schminktipps und eCasinos?

  9. #56

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    Und was kommt dabei raus? Ach herrje...

  10. #57
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Was mich so entsetzt ist die Tatsache, dass eine Gesellschaft (eigentlich alle übersättigten Gesellschaften) es schaffen kann, binnen ein, zwei Generationen alles so vollständig zu verlernen, was in Sachen Gesundheit mal Allgemeinwissen war: Bewegung im Alltag statt Daddeln und eSports, ausgewogene Ernährung statt Convenience/Fast Food, Hausmittel statt Chemie beim Schnupfen etc.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  11. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von bones:

    Caia (22.01.2020), JoelH (21.01.2020), Jolly Jumper (21.01.2020)

  12. #58
    Avatar von klnonni
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Was mich so entsetzt ist die Tatsache, dass eine Gesellschaft (eigentlich alle übersättigten Gesellschaften) es schaffen kann, binnen ein, zwei Generationen alles so vollständig zu verlernen, was in Sachen Gesundheit mal Allgemeinwissen war:
    Theoretisch weiß es die Bevölkerung ja.
    Aber das Problem ist die Umsetzung - wie immer harkt es da bei der Umsetzung der Theorie in die Praxis.

    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Sicher müssten mindestens alle Ärzte ihre Patienten über solch grundlegende Dinge aufklären, aber ..... freie Arztwahl. Wenn ein Arzt mir mehr oder weniger diplomatisch mitteilt "Kriegen Sie mal Ihren Arsch hoch, bewegen sich und specken erstmal 15 kg ab", dann kann jeder, der's nicht hören will, einfach zum nächsten Arzt gehen, der nicht so rumzickt, sondern wortlos den Rezeptblock zückt. Und letzterer Arzt wird auch noch von den Krankenkassen belohnt, weil er in kürzerer Zeit das gleiche (knappe) Honorar einstreichen und so mehr Patienten durchschleusen kann.
    +1

    Hier seh ich das größte Problem
    Nicht die gesunde Lebensweise wird belohnt sondern sondern alles andere.

    Die Krankenkasse zahlen und belohnen auch noch die zigste Raucher- und Alkoholentwöhnung.
    Es ist kein Problem mit Adipositas, Rauchen, Saufen und Erkrankungen durch Bewegungsmangel alle 2 Jahren eine Kur zu bekommen.
    Drogen Gebrauch wird gesellschaftlich gebilligt und bedeutet für die Betroffenen bei Straffälligkeit Straffmilderung und bei Erkrankungen Versicherungsschutz.

    Aber was ist mit den gesund Lebenden?
    Eine Kur wegen Stress? "Sie haben ja ihren Sport"
    Gesundheitsbonus bei den Krankenkassen aufgrund meines Sports? Sehr eingeschränkte Möglichkeiten

    Hinzu kommt noch die falsche Rücksichtsnahme.
    Bei uns hier in der Gemeinde sind Wohnheime für betreutes Wohnen im Alter.
    Bisher sind die alten Leute immer so gut wie es ebend ging mehrmals am Tag zum Markt gelaufen haben eine Kleinigkeit eingekauft und dort ein schwätzchen gehalten.Alle waren sie glücklich.
    Die Alten hatten ihr Anreiz zur Bewegung und deren Betreuer freuten sich über deren Aktivität.
    Ohne das eine zusätzliche Bushaltestellen gefordert wurden, hat man nun in der Nähe zu den Wohnheimen aus Steuergelder Bushaltestellen gebaut, damit die Alten nicht mehr soweit laufen müssen. War sehr nett gemeint.

    Ergebnis war, die Bushaltestellen wurden sofort beliebte Zustiegsstellen für die Kinder und Jugendlichen die nicht mehr zum Markt und Bahnhof laufen wollten.
    Erst später begannen auch die Alten Leute den Bus zu benutzen.
    Jetzt 3 Jahre später höre ich von den Betreuern, die Mobilität und die gesundheitliche Verfassung der busfahrenden Alten hat dramatisch abgenommen und sie bedauern den Bau der Bushaltestelle.

    Die Politik hat also im guten Glauben den Menschen ein Gefallen zu tun Bushaltestellen gebaut die keiner gefordert hat (vielleicht war es auch eine EU-Verordnung?) und damit junge und alte Menschen verführt den bequemen und ungesunden Weg zu nehmen.

    Und wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann findet man ganz viele eigentlich überflüssige öffentliche Entscheidungen die eigentlich nur die Bequemlichkeit der Massen nutzen und nicht dem Gesundheitssystem.

    Wo wir wieder beim Thema wären..
    ja, 30 Minuten am Tag können sinnvoll sein - je nach der Zielsetzung.

  13. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von klnonni:

    JoelH (21.01.2020), RunningPotatoe (21.01.2020)

  14. #59
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Ach, der Punkt ist doch einfach auch die Fähigkeit des Ausblendens. "Ich weiß das ich zu dick bin", ist doch ein Spruch der alles versinnbildlicht!

    Es ist ja nicht so, dass die Leute es nicht wissen, es ist die Bequemlichkeit die sie daran hindert etwas dagegen zu tun! Am liebsten wird die fehlende Zeit vorgeschoben. Dazu wird dann eine vermeintliche Zwangsläufigkeit konstruiert und das Gewissen ist befriedigt.

    Z.B. "muss" man nach dem Heimkommen natürlich zunächst zu Abend essen. Danach kann man logischerweise zwei Stunden keinen Sport machen und dann ist auch schon dunkel draußen, da kann man nicht mehr laufen gehen. Und schon hat man sich selbst beruhigt damit, dass man einfach keine Zeit hat.

    Dass man auch zuerst im hellen laufen kann um danach zu essen und sich dabei die 2 Stunden Wartezeit aufs Dunkel werden spart. Na ja, darauf "muss" man nicht kommen, wenn man nicht will

  15. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von JoelH:

    Jolly Jumper (21.01.2020), klnonni (21.01.2020), RunningPotatoe (21.01.2020)

  16. #60
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Nachdem ich hier so fleißig mitgeschimpft habe, jetzt aber mal der Griff an die eigene Nase.

    Ich war mein Leben lang zu fett (zumindest während längerer Laufpausen), hatte schon lange Bluthochdruck, kümmerte mich aber erst drum, als es weh tat (Gicht im Fuß, die auch erst Jahre nach dem ersten Anfall diagnostiziert wurde). Die Unwissenheitsausrede zieht bei mir leider überhaupt nicht, da meine Eltern schon vor meiner Geburt dazu kamen, sehr gesundheitsbewusst zu leben. Das was sie uns Kindern damals "predigten" (das war vielleicht ihr einziger Fehler), was gesund ist und was nicht, wurde damals noch ungläubig kopfschüttelnd abgetan ("Kein Fleisch? Aber da muss man doch sterben!"), heute aber als die neuesten Errungenschaften der Medizin gefeiert. Ich kann also nicht abstreiten, von Anfang an (fast) alles gewusst zu haben und entfernte mich doch so weit von all dem. Erst seit sich in den letzten 5 bis 7 Jahren bei mir die Diagnosen von irreversiblen Sachen häufen, bin ich aufgewacht und entdecke mein Gesundheitsbewusstsein. Reichlich spät, aber bekehrte Sünder sind ja bekanntlich die schärfsten Prediger...

  17. #61
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    Zitat Zitat von Jolly Jumper Beitrag anzeigen
    Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht möchte, dass die Patienten bei mir an der Türe die Verantwortung für sich abgeben. Ich arbeite gerne und wirklich bis heute mit großer Begeisterung und Leidenschaft mit den Menschen, aber die Betonung liegt auf MIT.

    Aber es ist trotzdem so, es gibt einen nicht unerheblichen Prozentsatz, die WOLLEN ihre Komfortzone nicht verlassen. Die hätten gerne, dass ein anderer oder eine Pille die Schmerzen wegmacht und sie nichts ändern müssen.

    Und zum Aufrütteln kann man diesen Spruch ruhig -mit einer Prise Humor versehen- mal anbringen.
    Hallo JJ,

    da sind wir im Prinzip ganz nah beieinander. Durch die vielen Gespräche mit meinem Physio weiß ich, dass helfende, heilende Hände durchaus irgendwann an ihre mentale, emotionale Grenze stoßen, ab der sie sich dann vom Schicksal ihrer "Kundschaft" distanzieren. Entweder weil zu intensives Mitleiden einen einfach runterzieht, zumal bei der Masse der Patienten. Oder, so wie du es ausführst, weil sie keine Bereitschaft sehen für den eigenen Körper Verantwortung zu übernehmen und ihr Verhalten zu ändern. Meine Einstellung zu diesen Menschen habe ich per "Saunaerlebnis" klar zum Ausdruck gebracht.

    Auf der anderen Seite habe ich am eigenen Leib und vielen Schilderungen von anderen Patienten erfahren, dass gerade Orthopäden wenig tun, was über die unmittelbare Beschäftigung mit Beschwerden hinausgeht. Ich meine damit nicht deren latente Neigung die Beschwerden von Läufern nicht ernst zu nehmen und mit der simplen Therapie "weniger laufen oder gar nicht mehr laufen, dann tut's auch nicht mehr weh" nach Hause zu schicken. Für mich habe ich dieses Problem gottlob mit Arztwechseln gelöst. Bis ich irgendwann sogar (m-) einen Sportarzt fand, der meinem Körper und seinen "Reaktionen" beinahe mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt widmet als ich selbst.

    Es wird gerne auf Sprüche reduziert. Klar sind die lustig. Und klar: Darin steckt auch viel Wahrheit. Nur ist es eben so, das Sprüche betroffene Menschen vor den Kopf stoßen. Menschen, die man stattdessen an die Hand nehmen müsste. Zudem ist es so, dass ein Spruch um die Prägnanz und des Effektes willen die Wahrheit verkürzt und nicht immer vollständig wiedergibt. Beispiel, das man im Zusammenhang mit Ausdauersport oft liest oder hört: "Wenn ich etwas wirklich will, dann schaffe ich es auch!" - Ich brauche sicher nicht zu erläutern, dass dieser Sinnspruch wahr und bockfalsch zur selben Zeit ist. Dass er Ergänzungen bräuchte, um vollends wahr zu werden. Etwa die, dass das Vorhaben "realistisch" sein muss.

    Das gilt auch für Texte im Forum. Damit der Aussage eines Textes die Mehrheit zustimmen kann, müsste er mit noch mehr Erläuterungen und Motiven verfasst werden, als tatsächlich dastehen.

    Und ich finde, meine (längeren) Texte sind auch in ihrer bisherigen Weitschweifigkeit schon ziemlich fordernd für kurzatmige Leser

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  18. #62
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Was mich so entsetzt ist die Tatsache, dass eine Gesellschaft (eigentlich alle übersättigten Gesellschaften) es schaffen kann, binnen ein, zwei Generationen alles so vollständig zu verlernen, was in Sachen Gesundheit mal Allgemeinwissen war: Bewegung im Alltag statt Daddeln und eSports, ausgewogene Ernährung statt Convenience/Fast Food, Hausmittel statt Chemie beim Schnupfen etc.
    Hallo RP,

    da stellst du eine Behauptung auf, die mit meinem Erleben der letzten vier, fünf Dekaden und historischen Tatsachen nicht in Einklang steht.

    Wie war's vor einer Generation, also vor 20 Jahren? Oder, um einen etwaigen Unterschied deutlich zu machen, wie war's vor zwei Generationen, vor 40 Jahren, also in den Sechzigern, Siebzigern ... Haben die Menschen sich damals mehr bewegt? - Ja haben sie. Aber warum? Sie haben sich nicht mehr bewegt, weil sie im Bewusstsein lebten, dass das erforderlich ist. Sie haben sich mehr bewegt, weil sie mussten, weil sie weniger Hilfen hatten, um ihren Alltag zu bestreiten. Und sie haben sich mehr bewegt, weil es weniger Medien gab, die sie an einem Ort fesselten oder festnagelten. Vor allem gab es keine Computer für jedermann. Die Entwicklung dessen, was wir heute als Smartphone in Händen halten, setzte gerade zu jener Zeit ein. Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger wurde der PC "erfunden".

    Dass es das Problem der menschlichen Ignoranz im Hinblick auf das Notwendige für den eigenen Körper und den Unwillen körperlich mehr zu tun als zum Bestreiten des Lebensunterhalts nötig ist auch damals schon gab, kann man z.B. an der Trimm-dich-Welle erkennen, die in den Siebzigern einsetzte bzw. propagiert wurde. Ich erinnere mich noch sehr genau an diese Zeit, an "Trimmi" die lustige, gezeichnete Figur, die vielfach und in vielen Sportarten mit Slogans zu Aktivitäten aufforderte, wie "Trimm dich, lauf doch mal wieder" oder "Trimm dich schwimm doch mal wieder". Es war auch die Zeit, in der man begann Trimm-dich-Pfade zu bauen. Und warum? Weil zunehmende Fettleibigkeit die Rate der Zivilisationskrankheiten auf ein bis dahin nicht gekanntes Maß geschraubt hatte. Vermutlich "Peanuts" im Vergleich zu den heutigen Problemen, aber alarmierend genug, um Gesundheitspolitiker aufzuscheuchen und Kampagnen zu beginnen.

    Wie es dazu kam, kann sich jeder unschwer erklären. Krieg und Not lagen nur eine bzw. zwei weitere Generationen weit zurück. Unterdessen gab es wieder alles im Überfluss. Schaut man noch weiter zurück, wird man erkennen, dass die Rate übergewichtiger Menschen immer weiter zurückgeht. Doch es hat sie immer gegeben, in jeder Kultur. Aber eben nur in jenen Schichten der jeweiligen Bevölkerung, die es sich leisten konnten, sich wenig zu bewegen, sich bedienen zu lassen und/oder im Übermaß zu konsumieren. Schon darin wird deutlich, dass der Mensch immer derselbe war. Dass seine Fähigkeit zur Einsicht in eigenes Fehlverhalten und dessen Konsequenzen sehr begrenzt ist.

    Heute haben wir eine auf extreme Weise ungute Situation, was die so genannte "Volksgesundheit" angeht. Einerseits sind Myriaden von Technikern damit befasst immer mehr zu ersinnen, was uns Handlungen abnimmt. Inzwischen sogar das Denken. Setz dich in ein kürzlich gebautes Auto, bediene dich all seiner Möglichkeiten und du kannst einige Hirnpartien beim Autofahren in Rente schicken. Ist das gut? - Nur teilweise, ohne mich jetzt in Beispielen verlieren zu wollen. Weiter: Viele Menschen arbeiten 2020 Jahre nach Christus am Computer oder sonstwie "stationär". Bewegungsnotwendigkeit? Morgens hin, abends heim, mittags in die Kantine, zwischendrin aufs Klo. Dass das nicht reicht, wissen vielleicht viele. Die dem Menschen schon immer innewohnende Bequemlichkeit verhindert dennoch eine Reaktion. Bis es anfängt wehzutun. Häufig zunächst im Rücken ...

    Zu jeder Zeit haben die Menschen genau das getan, wozu sie Lust hatten und was ihnen die Umstände erlaubten bzw. wozu sie die Umstände zwangen. Verlernt hat die Gesellschaft in diesem Sinne gar nichts. Sie stellt nur das, was zum Überleben scheinbar nicht nötig ist, ein, weil es unbequem ist. Und damit habe ich von den Verlockungen die heutige Medien bieten und von der vielen Zeit, die sie fressen, wenn man sich ihrer nicht erwehrt noch gar nicht geredet. Wenn ich von mir - von Udo dem Läufer - ausgehe, liege ich schon im Ansatz falsch. Ich treibe nicht Sport, weil es gesund ist, sondern weil es mir Spaß macht. Und Wettkämpfe bestreite ich, weil mein verdammter Ehrgeiz den Spaß in manchmal enervierender Weise marmoriert. Damit ich diesen Spaß und diesen Ehrgeiz weiter ausleben kann, muss ich mich in ganz bestimmter Weise verhalten: Viel laufen und meinen Körper mit Krafttraining und ein paar anderen ungeliebten Praktiken ergänzend "schinden". Ich bin dazu aus mir heraus motiviert. Viele Menschen sind aus sich heraus in keiner Weise zu Bewegung allgemein oder Sport speziell motiviert. Weder heute noch früher.

    Früher war nichts besser, am allerwenigsten der Mensch. Früher war es nur anders.

    Gruß Udo
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  19. #63
    Avatar von klnonni
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen

    Früher war nichts besser, am allerwenigsten der Mensch. Früher war es nur anders.
    Früher war es anders und im vielen nicht besser.
    Der "Mensch" ist letztlich immer ein "Produkt" seiner Zeit. Er wächst in seiner Epoche hinein, wird von den vorherschenden Verhältnissen geprägt.

    Ich bin 1971 geboren und habe die "Trimm Dich Bewegung" die vier Wellen von 1970 bis 1986 und einer 5. Vereinskampange bis 1994 übers Land schwappte und vom Deutschen Sportbund organisiert wurde miterlebt.
    Ja, es gab damals bereits ein Problem mit Übergewicht und die Herzkreislauferkrankungen aufgrund unseres Wohlstandes war der Grund für die Kampagne.

    Alles richtig - soweit.

    Aber wenn man mal genauer hin sieht gab es ein entscheidenden Unterschied.
    Die Zunahme des Übergewichtes betraf in erster Linie Erwachsene.
    Bei Kindern konnte man zwar auch schon eine Zunahme beobachten, dies war jedoch nicht die Regel.

    Ich kann aus eigenem erleben sagen, dass es zu meiner Kindheit üblich war die meiste Freizeit draussen, auf der Strasse, dem Stadtpark oder auf dem Spielplatz zu verbringen. Selbst bei gewöhnlichem Regenwetter wurden wir von den Erwachsenen raus geschickt.
    Der häufigste Satz den man als Kind damals zuhören bekam: "Der Junge muss mehr an die frische Luft".

    Sicher war der "Rausschmiss" von uns Kindern häufig bloß dem Umstand geschuldet, dass es mehr Geschwisterkinder bei geringerem Wohnraum gab und unsere Eltern froh waren wenn wir uns nicht in der Wohnung stritten und sie nach einem Arbeitstag von 9 und mehr Stunden auch mal in Ruhe den Haushalt schmeissen konnten.

    Aber wie sieht es heute oftmals aus?
    Mehr als ein Geschwisterkind ist selten und es überwiegt die 1 Kind-Familie in zum Glück relative großen Wohnungen.
    Die geringe Kinderzahl hat für Familien natürlich Vorteile.
    Es bleibt mehr Haushaltsgeld für die Bedürfnisse der Kinder übrig.
    Das Kind hat eine größere Aufmerksamkeit von den Eltern.
    Die Eltern arbeiten weniger als früher und haben mehr Zeit und Muße für gemeinsame Zeit mit ihren Kindern.

    Welche Auswirkungen diese Entwicklung in der Gesellschaft hat, seh ich im Umfeld meiner Kinder.
    Die Kinder werden vor Fürsorge um ihre Selbstständigkeit und ihren Erfahrungen gebracht.

    Kinder werden mit dem Auto die 500m von der Wohnung zur Schule gefahren.
    Nachmittags werden die Kinder ebenfalls mit dem Auto zum Sportplatz gefahren, der nur wenige Gehminuten von Zuhause entfernt liegt.
    Sobald es anhaltend regnet, häufen sich in der WhattsApp-Gruppe die Anfragen ob das Training ausfallen würde, die Kinder könnten nass werden und sich erkälten.
    Im Herbst wenn die Temperaturen unter 10°C fallen gibt es die ersten besorgten Anfragen von Eltern ab wann den die Hallensaison beginnen würde...

    Ich könnte noch viele Beispiel bringen wie die Kinder heutzutage lernen unangenehmes zu meiden auch wenn dies als letzte Konsequenz ein weniger an Bewegung bedeutet.
    Und wenn ein Kind nicht gelernt hat bei Wind und Wetter drausen zu toben, dann wird alternativ die heutigen Medien zum Zeitvertreib genutzt.

    Allein die Schuld den Medien zu geben finde ich falsch.
    Meine Kinder besitzen auch eine Spielkonsole, Smartphone und Fernseher.
    Aber ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern wann die Playstadion das letzte mal benutzt wurde.

    In der Hinsicht, war früher - wenn auch der Epoche geschuldet - doch einiges besser.
    Kinder sind früher mehr angehalten worden ihren Bewegungsdrang auszuleben beziehungsweise bekamen die Gelegenheit dazu es selbstständig zu tun.
    Aus Bewegungsarmen Kindern werden leider auch bewegungsarme Erwachsene.

  20. #64
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    Hallo Udo,

    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    da stellst du eine Behauptung auf, die mit meinem Erleben der letzten vier, fünf Dekaden und historischen Tatsachen nicht in Einklang steht.
    in einem Punkt hast du mich in der Tat beim unsauberen Gedankenschluss erwischt.

    Ich bleibe zwar dabei, früher waren die allgemeinen Lebensumstände weniger gesundheitsfeindlich als heute. Nahrung im ungesunden Überfluss, erst recht dekadente, industriell bis zur Unkenntlichkeit verarbeitete, gab es nur für einige wenige. Mehr Bewegung gab es automatisch schon dadurch, dass Autos weniger verbreitet waren und Zweitwagen schon gleich gar nicht.

    Mein impliziter Schluss aber, dass diese zumindest in der Tendenz gesünderen Umstände einem besserem Wissen um die Zusammenhänge entsprängen, war allerdings Quatsch. Früher lebte man vor allem deshalb gesünder, weil es die heutige Dekadenz in den Läden nicht zu kaufen gab bzw. weil Otto Normalverbraucher sie sich nicht leisten konnte. Weil das einzige Auto der Familie, wenn es denn eines gab, vom alleinigen Brötchenverdiener für die Fahrt zur Arbeit belegt war. Der Porsche Cayenne für den Transport der Kids zur Schule um die Ecke oder zum Daddeln beim Kumpel war schlichtweg noch nicht erfunden.

    Trotzdem gab es auch mehr Wissen um gesundheitliche Zusammenhänge. Wenn man sich erkältet hatte, hatten unsere Omas immer ein Hausmittelchen parat. Kein Mensch kam damals auf die Idee, wegen eines Schnupfens zum Arzt oder Apotheker zu rennen. Kann ja sein, dass die Hausmittel auch nicht besser gewirkt haben als die heutigen Wirkstoffbomben der Pharmaindustrie. Schlechter aber jedenfalls auch nicht, wie ja selbst die Schulmedizin inzwischen zugibt.


    P.S.: Ich glaube, der obige Einwurf von bones bringt das Dilemma recht gut auf den Punkt:
    Zitat Zitat von bones Beitrag anzeigen
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  21. #65

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    Zitat Zitat von Iconianer Beitrag anzeigen
    Da ich im Fitnesscenter Krafttraining und Ausdauertraining und ich meinen Fokus auf Muskelaufbau lege, möchte meinen Trainingsplan kompakter gestalten, um zum Einen meine Kalorienbilanz zu erhöhen und zum Anderen die komplette Trainingsdauer zu reduzieren.

    Wenn du dir keinen Kopf machen willst: Einfach zum Cooldown 20-30 min locker (!) laufen. (Faustregel: Kraft vor Ausdauer)
    Wo du nämlich eher aufpassen musst, ist wie du dein Kraft- mit dem Ausdauertraining zusammen bringst. Dazu kannst du dir mal dieses Video ansehen
    https://www.youtube.com/watch?v=i5qaWdMDd30

    Achso , sei vorsichtig mit Allgemeinplätzen wie "Und bei einem 10-Minuten-Lauf fallen zwei „nutzlose“ Minuten halt stärker ins Gewicht als bei 30 oder 40 Minuten. Außerdem ermüden mit län*ge*rer Laufdauer die langsamen Muskelfasern. Die schnellen Muskelfasern springen ihnen bei und „lernen“ so, aerob zu arbeiten. "
    Wenn du nämlich Krafttraining machst, dann sind deine Muskelfasern nämlich schon längst ermüdet. Beim Pumpen trainierst du ja die Fasern gezielt bis zur Ermüdung.

    Wenn du was für deine schnellen Fasern tun willst, dann gehst du auch nicht gemütlich Laufen (das Joggen schnell macht halte ich für ein Gerücht), sondern du nimmst eine Eisen in die Hand. Richtig kombiniert mit explosiven Bewegungen macht Eisen nicht nur stark, sondern auch schnell. https://www.youtube.com/watch?v=gxqiwQOoLGw
    Zuletzt überarbeitet von Angstbremser (21.01.2020 um 16:01 Uhr)

  22. #66
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    Dr. Marquardt, den ich als Sportarzt wirklich sehr hoch achte und für einen der kompetentesten halte, hat vor kurzem mal gepostet:

    Sportliche Menschen sind nicht verrückt, sie leben nur artgerecht.

    Wie gerne hätte ich den Spruch auf einem Poster in meinem Arztzimmer in der Ortho-Reha, wo die meisten Patienten mit mehr und richtiger Bewegung (und viele auch weniger Gewicht) nicht oder nur weniger stark hätten.

  23. #67
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Was mich so entsetzt ist die Tatsache, dass eine Gesellschaft (eigentlich alle übersättigten Gesellschaften) es schaffen kann, binnen ein, zwei Generationen alles so vollständig zu verlernen, was in Sachen Gesundheit mal Allgemeinwissen war: Bewegung im Alltag statt Daddeln und eSports, ausgewogene Ernährung statt Convenience/Fast Food, Hausmittel statt Chemie beim Schnupfen etc.
    Früher war alles besser? Nicht, wenn man die alten Bücher aus den siebzigern noch im Regal stehen hat.
    Ernst van Aaken=> das van Aacken Lauflehrbuch
    Kenneth H. Cooper=> Bewegungstraining (Originaltitel: Aerobics)
    James F. Fixx=> Das komplette Buch vom Laufen
    Was haben sie alle in ihren Büchern geschimpft über die bewegungsfaule Bevölkerung der Industireländer in den sechziger und siebziger Jahren.

    Einige Sachen ändern sich halt nie. Beziehungsweise jeder braucht sein Feindbild.
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  24. #68
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von Santander Beitrag anzeigen
    Früher war alles besser? Nicht, wenn man die alten Bücher aus den siebzigern noch im Regal stehen hat.
    Früher wurde zumindest nicht soviel Papier für Bücher über Ernährung, Sport, geistige und körperliche Gesundheit etc. verbraucht. Wenn die Leute heutzutage die alle lesen haben sie natürlich keine Zeit mehr, die unzähligen Ratschläge auch zu befolgen.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  25. #69
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von klnonni Beitrag anzeigen
    In der Hinsicht, war früher - wenn auch der Epoche geschuldet - doch einiges besser.
    Kinder sind früher mehr angehalten worden ihren Bewegungsdrang auszuleben beziehungsweise bekamen die Gelegenheit dazu es selbstständig zu tun.
    Aus Bewegungsarmen Kindern werden leider auch bewegungsarme Erwachsene.
    Hallo klnonni,

    du stellst das für dich fest, hast es sicher so beobachtet. Aber kannst du das auch belegen? Ich frage dich das nicht provokativ, sondern schlicht deshalb, weil meine Beobachtung der deinen widerspricht. Und zwar vollkommen. Niemand hat mich oder einen meiner Freunde aufgefordert nach draußen zu gehen. Ganz im Gegenteil. Ich bekam sogar manchmal Ärger deswegen, weil ich meine Hausaufgaben vernachlässigte. Ich erfand sogar eine Methode straffrei zu bleiben: Mathe-Aufgaben in Windeseile hinschreiben und mit einem Fantasieergebnis versehen. Fertig in 5 min, leider kein Lerneffekt aber scheißegal, war zum Glück nicht blöd und schon gar nicht in Mathe. Strafbewehrt in Heim und Schule war nur das leere Blatt aber nicht die falsche Antwort. Und um mich zu beaufsichtigen, respektive den Blödsinn nachzurechnen, dazu hatte meine Mutter keine Zeit. Wir - die Kinder des Viertels - trafen uns draußen, um zu spielen und Abenteuer im nahen Wald zu erleben. Was mich davon hätte abhalten können, waren Bücher und Fernsehen. Ersteres hatte nicht den Reiz für mich, den es heute hat. Und Letzteres stand erst ab dem Spätnachmittag zur Verfügung. Es gab das Erste, das Zweite und sonst nix. Und die Sendungen begannen eben erst am Spätnachmittag. Außerdem fand ich draußen meine Erfüllung. Zusammen mit Freunden. Im Sommer auch beim Baden im Winter beim Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Weiher. Alles was interessant war, spielte sich außerhalb der eigenen Wohnung ab. Drinnen gab es nichts, was mich fesselte. Wir fanden uns sogar in Gruppen zusammen, um zu spielen. 10, 15 Kinder und mehr in verschiedenem Alter waren keine Seltenheit.

    Wenn es etwas gab, zu dem wir angehalten wurden - und auch das nur in dem Maße wie die Eltern Zeit und Kraft dazu hatten -, dann die Hausaufgaben zu machen, das Zimmer aufzuräumen und im Übrigen die anderen familiären und vor allem beruflichen Abläufe nicht zu stören. Das zeigte sich immer dann, wenn wir draußen über die Stränge schlugen. So lange wir gingen, zur vereinbarten Zeit wiederkamen und niemand Klage führte, waren wir frei. Erst wenn etwas vorfiel, wurde "reguliert".

    So habe ich meine Kindheit und Jugend, grob zwischen 1958 und 1972 erlebt. Da war niemand, der irgendwen angehalten hätte seinen Bewegungsdrang auszuleben. Das taten wir einfach so. Wir, die wir ihn hatten. Andere nicht, weil sie ihn nicht hatten, den Bewegungsdrang. Auch damals gab es unter meinen Schulkameraden schon beleibte Kinder. Nur viel weniger als heute. Es ist nicht richtig, dass es nur dicke Erwachsene gab. Die uns hätten anhalten können oder sollen zu Bewegung, hatten dazu keine Zeit und ganz sicher auch nicht den Gedanken, das so etwas nötig sein könnte.

    Über die vielen Stressoren und Verführer, die heute Menschen, insbesondere Kinder zu Fehlverhalten animieren könnte man Bücher schreiben. Unsere Zeit ist, wie sie ist, weil immer mehr ersonnen wird, das unsere Aufmerksamkeit fordert. Dass Eltern sich heute so mimosenhaft geben und wie ein Helikopter über ihren Kindern kreisen hat Ursachen, von denen wir auch die meisten benennen könnten, wenn wir nur lange genug darüber nachdächten. Das fängt doch schon damit an, dass viele Eltern eine Scheißangst haben ihrem Kind könnte auf dem Schulweg jemand zu nahe treten. Ich bin davon überzeugt, dass die Gefahr nicht größer ist als früher. Aber das Thema ist eben zur Zeit in aller Munde ... usw., usw., usw. Das alles ist nicht gut. Aber das war es früher auch nicht. Schon gar nicht besser. Es war anders. Eine andere Zeit mit anderen Herausforderungen. Nicht vergleichbar mit denen des 21. Jahrhunderts

    Gruß Udo
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  26. #70
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von Vögelchen Beitrag anzeigen
    Sportliche Menschen sind nicht verrückt, sie leben nur artgerecht.
    Das haben vor Marquardt schon einige andere erkannt. Es klingt nur etwas schräg von "artgerechem Leben" zu sprechen. Allzu leicht könnte sich jemand auf den Schlips getreten fühlen und mehr politische Korrektheit anmahnen. Weil diese Formulierung nunmal vorwiegend im Zusammenhang mit Tieren und der Forderung nach deren "artgerechten Haltung" benutzt wird.

    Aber es stimmt: Bei Hunden spricht man von "Qualzuchten", wenn Rassen geschaffen werden, die ihrer süßen, kurzen Schnauze wegen kaum noch atmen können. Und man verdammt die Halter von Hunden und auch Nutztieren, wenn sie die Tiere unter Bedingungen halten, die krank machen. Physisch oder psychisch. Dabei ist die übelste Qualzucht, das kränkeste aller "Tiere", das mit einem hohen Prozentsatz krankmachend, die der Art nicht gerecht werdend "gehalten" wird - genauer: sich selber so hält -, der Mensch!

    Gruß Udo
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  27. #71
    Avatar von Vögelchen
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    Ich mag den Begriff der "Artgerechten Haltung des Menschen" irgendwie, gerade weil er etwas provokant ist und die Parallele zur Tierwelt bzw Natur zieht, denn es wird der Blickwinkel geweitet in dem Sinne: warum tut man sich als Mensch etwas an (viele, nicht alle), das man Tieren nicht zumuten dürfte?

  28. #72
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Zitat Zitat von JoelH Beitrag anzeigen
    Es ist ja nicht so, dass die Leute es nicht wissen, es ist die Bequemlichkeit die sie daran hindert etwas dagegen zu tun! Am liebsten wird die fehlende Zeit vorgeschoben. Dazu wird dann eine vermeintliche Zwangsläufigkeit konstruiert und das Gewissen ist befriedigt.
    Noch schlimmer. Sport ist gefährlich, nix tun ist viel gesünder.

    Ich habe da so einen "Lieblingskollegen". Bei jeder Gelegenheit fragt er mich, ob ich noch laufe und erzählt mir, wie gefährlich und ungesund das wäre.
    Heute hat er erhöht, als ich bei ca. 4° mit dem Fahrrad bei der Arbeit ankam. Das sei doch bei der Kälte bestimmt gesundheitsschädlich.

    Achja, der Typ wiegt schätzungsweise deutlich nördlich von 150kg, humpelt durch die Gegend und als er mich heute früh ansprach, wer er in seiner Raucherpause - um kurz nach 7, bei frühestmöglichem Arbeitsbeginn um 6:30 Uhr. Weit vorn liegt er nur in der Disziplin "Krankheitstage".

    Mein Lauftagebuch "Ausgerechnet ich laufe"
    PBs: 10k: 44:27 (3/18), HM: 1:37:59 (9/18), M: 3:30:35 (04/19)
    Ultra: 72,3km in 7:28h (12/19), 110km in 24h (6/19)


  29. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von ruca:

    klnonni (21.01.2020)

  30. #73
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von klnonni Beitrag anzeigen
    Aus Bewegungsarmen Kindern werden leider auch bewegungsarme Erwachsene.
    Ist es nicht eher umgekehrt? Menschen, die in ihrer Jugend exzessiv (Leistungs-) Sport getrieben haben, sind im späteren Leben oft übergewichtig.
    Prominente Beispiele, die mir so spontan einfallen: Diego Maradonna, Jan Ulrich, Boris Becker, Magic Johnson, Mike Tyson.
    Ich gebe immer 100 %, außer beim Blutspenden

  31. #74
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von Vögelchen Beitrag anzeigen
    Ich mag den Begriff der "Artgerechten Haltung des Menschen" irgendwie, gerade weil er etwas provokant ist und die Parallele zur Tierwelt bzw Natur zieht, denn es wird der Blickwinkel geweitet in dem Sinne: warum tut man sich als Mensch etwas an (viele, nicht alle), das man Tieren nicht zumuten dürfte?
    Vorbild Natur: Tiere machen keinen Sport.
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  32. #75
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    Weit vorn liegt er nur in der Disziplin "Krankheitstage".
    Ganz dünnes Eis, siehe dieses Unterforum "Gesundheit & Medizin".
    Ich gebe immer 100 %, außer beim Blutspenden

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