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  1. #1

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    Standard Pfeifferisches Drüsenfieber

    Liebe Foris

    Ich dachte, ich meld mich mal wieder. Da ich seit bald einem Jahr an Pfeifferischem Drüsenfieber, resp. an seinen Nachwirkungen leide, ist bei mir läufertechnisch nicht viel los gewesen. April 2019 bin ich erkrankt und da mein Hausarzt die Erkrankung lange nicht erkannt hat, und dann, als er Bescheid wusste, nicht richtig ernst genommen hat (Sie sind ja ein gesunder, junger Mann) und ich in der Folge auch nicht die nötige Schonung an den Tag legte (Ende Mai lief ich noch einen 6km WK in 3:37), zog sich die ganze Sache unnötig in die Länge. Bis im November bin ich mit erstaunlicher Regelmässigkeit einmal pro Monat krank gewesen und eigentlich dauermüde

    Naja, ich möchte nicht zuviel dazu schreiben. Das aus sportlicher Sicht Interessante ist, wie sich die Krankheit auf meine sportliche Leistung ausgewirkt hat. Zum einen fehlt es mir seither deutlich an Maximalkraft und Explosivität, ich bin merklich langsamer geworden, von z.B. 400m in 60 bin ich Meilen entfernt. Die Muskeln wollen/können einfach nicht mehr alles geben. Zum anderen kommt bei körperlicher Anstrengung ganz plötzlich der Punkt, wo gar nichts mehr geht. Wirklich auffällig war das beim WK im letzten Mai, bei welchem ich den letzten KM mit Müh und Not zu Ende brachte, obwohl doch sonst der Schlussspurt meine absolute Stärke war. Es macht einfach alles zu, auch Intervaltraining machte unter diesen Umständen keinen Sinn... Die Rennradeinheiten im Sommer waren auch mehr ein Zeitvertreib denn ernsthafte Ausdauerpflege

    Wie auch immer, seit dem Winter geht es mir wieder ein bisschen besser. Zwar gibt es immer noch Tage, an welchen ich mich schwach und müde fühle, doch bin ich schon länger nicht mehr krank gewesen und auch sportlich wieder aktiver. Die letzte Woche ging ich wieder laufen, vier mal insgesamt, zwei mal nur kurz, da ich plötzlich urmüde wurde, aber immerhin. Heute dann 60min hügelig, und als nach 35min plötzlich meine alte Forerunner 210 den Satelliten fand, gabs noch 5 km in 4:40, was auch gut ging. Also ich bin wieder guten Mutes

    Hat von euch jemand Erfahrung mit dem Pfeifferischen Drüsenfieber und ein paar Tipps für mich, wie ich meinen weiteren Genesungsverlauf sinnvoll unterstützen könnte? Von Chinesischer, Homöopathischer und Schulischer Medizin hab ich vieles, aber bisher alles ohne Erfolg, ausprobiert. Besten Dank euch und bleibt gesund.

  2. #2
    Avatar von harriersand
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    Ich kann dir nur raten: Schonung, Schonung, Schonung! Ich arbeite seit langem in einer Selbsthilfeorganisation zum Chronic Fatigue Syndrom, habe mehrere 1000 Informationsgespräche für Ratsuchende geführt, und auf die Frage, "wie hat es denn bei Ihnen angefangen?" kam zu etwa 70% die Antwort: mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber.
    Ganz langsam machen, nicht versuchen, alte Leistungen abzurufen, alles meiden, was den Körper zusätzlich belastet, um die Selbstheilungskräfte zu stärken. Wirklich, lass alles Anstrengende erstmal bleiben, der Körper braucht alle Energie, die Krankheit zu bekämpfen.

  3. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von harriersand:

    DrProf (02.12.2020), Pappou (03.04.2020), RunSim (03.04.2020)

  4. #3

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    Ich habe mal zwei Sportler betreut, die an Pfeifferischem Drüsenfieber erkrankt sind (ein junges verliebtes Päarchen ).
    Ab Feststellung der Erkrankung wurde vom Arzt sofort ein absolutes Sportverbot (also auch noch nichtmal irgendwas locker) für mindestens 4 Monate verordnet.
    Anschließend ein Test (Bluttest?) zur Feststellung, ob der Erreger noch im Körper ist. Wenn ja, weiterhin Sportverbot. Wenn nein, gaaaaanz langsam wieder anfangen.
    Bei beiden wurde es sehr schnell nach Entstehen festgestellt und (wahrscheinlich auch daher) lief es für beide zum Glück sehr glimpflich ab.

    Ich bin kein Mediziner, aber wenn es so wie bei dir "verschleppt" wurde und der Arzt nur unzureichend darauf reagiert hat, würde ich folgendes machen:
    1. Arzt wechseln (ggf zu jemanden gehen, der auch Sportler betreut)
    2. Harriersand´s Ratschläge befolgen, sie scheint sich da sehr gut auszukennen. Auf keinen Fall versuchen "alte Leistungen" sofort zu erreichen. Bevor du nicht wieder bei einem neuen Arzt warst, würde ich kein Sport machen, also wenn ich du wäre

    Drücke dir fest die Daumen, dass es bei dir gesundheitlich wieder aufwärts geht. und dann kommt das mit dem Sport von alleine

  5. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunSim:

    Pappou (03.04.2020)

  6. #4

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    Besten Dank euch zwei für die schnellen und klaren Antworten.

    @RunSim: Schön, dass du noch hier im Forum anzutreffen bist Wie läufts denn auf der Bahn?
    @Harriersand: Danke für den Erfahrungsbericht. Ich werde mir den Rat sehr zu Herzen nehmen.
    Bei mir lief von Anfang an viel schief. Ich arbeitete damals in einer Stelle, die körperlich sehr anspruchsvoll war (Holzschlag, Renaturierungsarbeiten usw.). Mein Hausarzt hatte wohl das Gefühl, dass ich mich vor der Arbeit drücken will, und gab mir die Zeugnisse nur je für 3-4 Tage, danach musste ich wieder vorstellig werden. Das ging so etwa zwei Wochen lang, bis dann endlich ein anderer Arzt aus der Praxis auf die Idee kam, mich auf Epstein Barr zu testen. Danach erhielt ich 2 Wochen arbeitsfrei, noch einen letzten Test und es hiess, ich könne weiterarbeiten. 2 Wochen später noch ein Ultraschall der Milz und das war auch einigermassen ok und man sagte mir, ich könne wieder normal Sport machen.
    In und nach dem Sommer habe ich relativ wenig Sport gemacht (auch, weil ich zZ in Athen wohne) und habe bemerkt, dass noch nicht alles normal ist. Ich spüre den Herzschlag einfach immer sehr fest (nicht, dass er besonders schnell wäre, er ist einfach sehr stark zu spüren, auch wenn ich ruhig bin). Daneben halt diese Müdigkeit und der Schwindel. Ich habe in Athen mal noch einen Arzt besucht, aber der konnte auch nichts weiter feststellen. Jetzt, da ich im Moment in der CH bin, würde ich eigentlich gerne noch ein paar Tests machen, aber wegen Corona kaum möglich.

    Dann war es das also mit meinem kurzen Laufintermezzo Geh ich halt mehr Spazieren

  7. #5
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Diese fiesen Viren. Nicht nur Corona ist Mist

    "Ganz tragisch war auch die Erkrankung an Pfeifferschen Drüsenfieber des Doppel-Olympiasiegers über 1500 m und Weltrekordler über 800 m Sebastian Coe. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere erwischte ihn diese Infektion und er musste lange aussetzen, versuchte dann über einen längeren Zeitraum wieder an alte Leistungen anzuknüpfen, was aber nicht gelang. Seine Laufkarriere war damit beendet."

    https://www.greif.de/nl-pfeiffersche...er-praxis.html
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  8. #6

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    Auf der Bahn geht nix, alle gesperrt^^
    Aber prinzipiell alles gut, bei mir ist es, wenn, dann Meckern auf (hohem) Niveau.

    Bei dir ist da wohl wirklich gewaltig was schief gelaufen. Wie gesagt, bei meinen Sportlern sind die Ärzte ganz anders vorgegangen.
    Lass dir Zeit und komm gut wieder auf dei Beine!

  9. #7

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    Zitat Zitat von bones Beitrag anzeigen
    Diese fiesen Viren. Nicht nur Corona ist Mist

    "Ganz tragisch war auch die Erkrankung an Pfeifferschen Drüsenfieber des Doppel-Olympiasiegers über 1500 m und Weltrekordler über 800 m Sebastian Coe. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere erwischte ihn diese Infektion und er musste lange aussetzen, versuchte dann über einen längeren Zeitraum wieder an alte Leistungen anzuknüpfen, was aber nicht gelang. Seine Laufkarriere war damit beendet."

    https://www.greif.de/nl-pfeiffersche...er-praxis.html
    Ja, der Links liest sich gar nicht ermunternd.
    Obwohl ich ja zum Glück gar nie auf diesem Level war

  10. #8

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    Hallo zusammen, ich dachte, ich melde mich mal wieder. Habe mich die letzten Monaten ein bisschen ausgeklinkt, um nicht von den Lauf- und Erfolgsberichten hier im Forum neuen Ansporn zu erhalten und mich zu unüberlegten Trainingseinheiten hinreissen zu lassen

    Nach meinem kurzen Intermezzo hier im Forum Anfangs April und den mahnenden Worten habe ich mich für fast drei Monate geschont, wenig unternommen (Corona sei Dank), kein Stress, regelmässig geschlafen, kaum Sport. Im Juni habe ich mich wieder genügend fit gefühlt um erneut mit Lauftraining anzufangen. Die langsamen Einheiten gingen auch ohne Probleme, als ich allerdings nach den erfolgreichen LL eine 'schnelle' Einheit einschieben wollte (6x400 in 78s) führte dies wieder zu den bekannten Symptomen (Herzklopfen, Müdigkeit, Krankheitssymptome usw.). Ich entschloss mich also, das Laufen wieder ganz sein zu lassen, habe mich von Juli bis November wieder geschont, nur gemächliche Radausfahrten, ehrgeizfreies Schwimmen im Meer, gemütliches Wandern. Zur Zeit bin zwar körperlich sehr aktiv, dh ich arbeite viel auf dem Feld, wohne in einem Haus mitten in der Natur, dh schleppe Wasser und hacke Holz usw, aber nichts von alldem hat mich in meinem Genesungsverlauf zurückgeworfen, im Gegenteil, ich fühle mich von Tag zu Tag gesünder . Nun hat mich vor einer Woche die Lust auf Laufen derart überkommen, dass ich endlich wieder meine Laufschuhe geschnürt habe. Die ersten beiden Einheiten waren ohne Uhr, jeweils etwa 4-5km, dann vor ein paar Tagen 4km mit 120Hm in 18min und gestern 6km mit 200Hm in 29:20. Ich war echt überrascht, wie gut das Laufen noch immer ging, die Einheiten fühlten sich nicht anstrengend an und mein Körper reagierte positiv. Nun hat mich leider schon wieder der Ehrgeiz gepackt. Am liebsten würde ich gleich morgen mein erstes Intervalltraining absolvieren, aber bin nach den gemachten Erfahrungen natürlich vorsichtig.

    Allerdings bin ich mir ein bisschen unschlüssig, welches denn nun die beste Vorgehensweise ist. Weiter einfach in gemütlichem Tempo laufen oder demnächst mal ein schnellere Einheit einschieben um zu sehen, wie der Körper reagiert und ggf. wieder ganz mit dem Lauftraining aufzuhören, sollte mein Körper noch nicht so weit sein? Die eigentliche Frage ist ja, wann der Zeitpunkt gekommen ist, wo ich wieder gefahrlos trainieren kann. mMn dann, sobald die Tempoeinheiten keine Symptome mehr evozieren - vorher scheint mir auch gemässigtes Training nicht klug und ich lasse das Lauftraining lieber ganz sein, wie bisher gehandhabt.
    Aber um das herauszufinden, muss ich ja eben so eine schnelle Einheit absolvieren. Oder wie seht ihr das?

  11. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Pappou:

    DrProf (02.12.2020)

  12. #9
    Avatar von DrProf
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    Standard

    Kopf hoch, es läuft bald wieder.

    Ich mit "meinem" Gym hab die Arschkarte

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