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  1. #1
    Avatar von U_d_o
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    Standard Bist du Läufer?

    Gedanken zum Laufsport - Teil 3 der „Corona-Edition“: Bist du Läufer?

    Ich unternehme den Versuch mein Versprechen einzulösen und (vor allem mir selbst) Klarheit darüber zu verschaffen, was einen Läufer ausmacht. Gerade in den zurückliegenden Wochen, da meine sonst "leeren" Laufstrecken zunehmend von anderen genutzt wurden, kam mir die Frage oft in den Sinn. Vielfach ausgelöst von Äußerlichkeiten, die mir einreden wollten, dass es sich bei diesen "Leuten" um keine "echten" Läufer handeln könne. Was also ist ein Läufer? Meine Überlegungen dazu findet ihr wie immer hier.

    Gruß an alle

    Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  2. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    Bantonio (07.05.2020), klnonni (07.05.2020)

  3. #2

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    Hallo Udo
    in Sachen laufen halte ich es wie der Gitarrist David Gilmour: "I go on doing what I have to do!"

    Alles Gute dir, sollte es klappen, was ich Euch von Herzen wünsche, kann ich mich bald wieder auf echte Wettkampflaufberichte von dir freuen...
    Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  4. #3
    Avatar von Wiedehopf
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Meine Überlegungen dazu findet ihr wie immer hier.
    Wäre vermutlich gut den entsprechenden Artikel und nicht die Hauptseite zu verlinken...

    Eine Definition, die ich mal gelesen habe und der ich wohl zustimme, besagt, dass man ab 5km & <=30 Minuten am Stück ein Läufer ist. Bis dahin ist es nämlich mindestens einen Monat Knechterei...

    Grüße

  5. #4
    Avatar von Mike1783
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    Wieder sehr schön und sehr unterhaltsam geschrieben, danke Udo!

    Beim Zitat von Johan Bingham ("The Pinguin") musste ich irgendwie sogleich an Michael Edwards ("Eddie the Eagle") denken. Der hat zwar (meines Wissens) nie gesagt: Ich bin ein Adler (Skispringer), weil ich sage, dass ich einer bin. Sowas hätte aber mMn durchaus auch von ihm kommen können.

    Ich weiß noch wie die Moderatoren bei der Fernsehübertragung immer ihr Hoffnung zum Ausdruck brachten, dass der mit Weitsichtigkeit und daher super dicken Brillengläsern springende Eddie heil landen möge, besonders bei Schneetreiben, drehenden Winden, oder anderweitig schwierigen Wetterbedingungen. Herr Edwards hat es aber - ohne jede Unterstützung durch den nationalen Skiverband - bis zum Olympiateilnehmer gebracht. "Einfach", bzw. vor allem, weil er an sich und seinen Traum seit Kindertagen (der Olympiateilnahme für sein Land) geglaubt hat.
    …und natürlich auch weil die Regularien und Sicherheitsbestimmungen zu dieser Zeit noch einiges mehr möglich gemacht haben als heutzutage, für (wage-)mutige Menschen, mit Visionen (nicht nur im Skispringen).

    Damals haben viele Konkurrenten Herrn Edwards - mit seinen ja durchaus ehrenwerten, sportlichen Ambitionen - nicht wirklich ernst genommen. Man könnte also sagen, als Sportler, Skispringer nicht erst genommen. Auch hier könnte man - mindestens im Nachgang - fragen, mit welchem Recht eigentlich und was macht einen Skispringer eigentlich aus? Ähnlicher Fall: Die Jamaikanische Bobmannschaft 1988… .


    LG, der Mike
    Die Kunst ist es, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird.
    Winston Churchill

  6. #5
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Was Eddie angeht, Respekt sollte unter Sportlern immer vorhanden sein. Und ich denke der war auch bei seinen "Konkurrenten" vorhanden. Aber Ernst nehmen im Sinne von "Sieg streitig machen"? Na ja da war die Furcht sicher nicht so groß. Das muss man schon unterscheiden. Ich respektiere jeden der sich an die Startlinie stellt, aber sicher sehe ich nicht jeden als ernsthafte Konkurrenz im Kampf um die vorderen Plätze. Ebenso respektiere ich jeden der die Laufschuhe anzieht und losrennt, dennoch geht es mir wie Udo. Man schaut unwillkürlich auf die Klamotten, auf den Laufstil etc. und zieht dann die imaginäre Stereotypenschublade auf. Was soll's? Ich bin immer der Lacher wenn's ums LaufAbc geht, denn ich bin so gelenkig wie ein Stock. Passt schon.

  7. #6

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    Die Frage "Bist Du Läufer?" habe ich in den letzten Tagen und Wochen natürlich - in Gedanken - auch immer mal wieder gestellt. Bin selbst vermutlich auch keiner, wenn es nach den Kriterien mancher anderer hier geht, schon weil ich nicht mindestens dreimal pro Woche laufe. (Dafür mache ich derzeit z.B. einen Body-Workout-Kurs via Zoom. Wat et all jibt ...) Nein, die Überlegung, ob die Menschen, die ich da bei meinem Lauf gerade laufen sehe, das auch sonst regelmäßig machen, kommt fast automatisch.

    Und aus meiner Sicht sind Leute, die "der Not gehorchend" laufen, keine Läufer. Die laufen derzeit, um einigermaßen fit zu bleiben, werden aber, sobald sich die Möglichkeit bietet, damit aufhören und statt dessen wieder ins Fitnessstudio oder zum Sportverein gehen - vielleicht sogar mit dem Gedanken, dass diese blöde Lauferei nun ein Ende hat. Wenn einer von denen aber auf den Geschmack gekommen ist ("hmm, könnt' ich vielleicht öfter mal machen") und das auch umsetzt, dann haben wir einen neuen Läufer. Wenn sie dann mal an einem Lauftraining teilnimmt, vielleicht eine Laufanalyse macht, sich (wenn das wieder möglich ist) zu einem Lauf anmeldet, dann bleibt sie vermutlich auch Läuferin. An bestimmten Distanzen oder Zeiten würd' ich das nicht festmachen ...

  8. #7
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ich würde das auch auf einen sehr kurzen Nenner bringen: Ein Läufer ist der, der Freude am Laufen hat. Das soll auch niemanden abwerten, der sich zum Laufen zwingt, aus welchen Gründen auch immer.

    Gruss Tommi

  9. #8
    Avatar von Bantonio
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    Wenn ich andere Leute beim Laufen sehe, mache ich mir auch oft Gedanken wie "Warum läuft er/sie?" "Wie häufig/weit/schnell...?"
    Außerdem schaue ich gerne was die Leute tragen, insbesondere auf die Schuhe. Gar nicht so selten denke ich mir "Boah, mir wäre vieeeel zu heiß in dem Outfit".

    Aber ob jemand Läufer ist, ist in erster Linie vom Selbstbild der Person abhängig. Ich finde, das kann man nur für sich selbst definieren. Wer sagt: "Ich bin Läufer", der ist es auch, egal ob es irgendwelchen subjektiven Kriterien entspricht. Ich würde niemals widersprechen, auch wenn meine Empfindung womöglich eine andere ist.

    In dem Sinne finde ich die Aussage von vinchris sehr passend. Wer aktuell nur läuft, weil er seinen Bewegungsdrang nicht auf die bevorzugte Art ausleben kann, wird sich selbst auch anders sehen, zB so in der Art: "Ich bin eigentlich Fussballer, aber ich laufe aktuell um mich fit zu halten."

  10. #9
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von Hauptmieter Beitrag anzeigen
    in Sachen laufen halte ich es wie der Gitarrist David Gilmour: "I go on doing what I have to do!"
    Hallo Cornelius,

    wie du weißt - und auch schon vielfach in meinen Texten gelesen hast - halte ich das genauso. Und doch habe ich immer schon gespürt, dass es "etwas" geben muss, das mich zum Läufer macht. Diese Empfindung wurde mit den Jahren immer stärker, und das nicht etwa deshalb, weil ich all diese Jahre gelaufen bin. Nicht die stete Wiederholung hat mich das klarer spüren lassen, sondern die Tatsache des wachsenden Widerstandes. Will heißen: Es wird immer schwerer mich jenen Läufen zuzuwenden, die mir am meisten bedeuten - Marathon und weiter. Laufeinheiten ohne Kampf gegen innere Widerstände, seien es Restermüdung oder das Zwicken im Gebein, erlebe ich nur noch höchst selten. Und doch kann ich nicht Abstand davon nehmen. All die Zwecke und Gründe, die ich über die Jahre mit häufigem und langem Laufen verfolgte, scheinen mir nebensächlich zu sein. Vieles von dem, was ich laufe oder wie ich laufe, ist weder gesund, noch bringt es mich Menschen näher und schon gar nicht macht es überwiegend Spaß. Oft laufe ich in der Abwesenheit von alledem. Und doch laufe ich lange und oft und ganz sicher nicht aus Gewohnheit.

    Ich habe darüber nachgedacht, warum ich das tue. Was gibt es mir. Was für ein Sinn steckt dahinter. Dieser "Sinn" ist das eigentliche Motiv, das ich verfolge und dieser Sinn macht mich zum Läufer. Ich bin sicher, dass ich ohne diesen "inneren Wert", den das Laufen unzweifelhaft hat, nun damit aufhören würde. Oder mich auf viel kürzere, rein der "Erbauung" und dem gesundheitlichen Mehrwert dienende Läufe beschränkte. Ich habe viele Jahre immer mal wieder darüber nachgedacht, ohne "es" fassen zu können. Seit einiger Zeit lese ich zum Thema und nun bin ich ganz nah dran ...

    Nur noch nicht nah genug, um es verständlich in Worte zu fassen ...

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  11. #10

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    Hallo Udo
    als Kind bekam ich von meinem Vater immer ein Eis, wenn ich zum Lauftreff mitging. Mein Vater hatte starkes Asthma, was er komplett loswurde, als er mit dem Marathonlaufen begann. Als Student war ich "Jogger", joggte ab und an durch die Landschaft. Bei einer Fortbildung in Köln war zeitgleich der Marathon dort, das wollte ich auch. Nach dem OK meiner Frau meldete ich mich zum Kandelmarathon an. Ich lief im Fitnessstudio 5 mal pro Woche 50 Minuten, in den letzten 8 Wochen vor dem Marathon lief ich am Wochenende mal 1,5, 2, 2,5 und 14 Tage vor dem Marathon 3 Stunden am Stück. Dann machte ich 14 Tage nichts, man soll ja ausruhen und lief den Marathon in 4:05 Stunden. Am letzten Kilometer sagte ich mir "du bist ein Vollidiot, du wolltest ja unbedingt Marathon laufen, das machst du nieeeee wieder". Im Ziel dann "geil, das machst du wieder".
    Dann sah ich beim Karlsruher Nachtlauf die Ultras staren, ich lief Marathon dort. ich kapierte es in dem Moment noch nicht, aber ab da wollte ich auch. Ja, laufen ist Ausgleich für mein anstrengendes Berufsleben. Wenn ich nicht direkt nach der Arbeit laufe, brauche ich genauso lang, bis ich wieder gut drauf bin wie wenn ich laufe. Aber gerade bei den langen Distanzen geht es mir so, da fühle ich mich so lebendig wie sonst fast nie in meinem Leben. Für mich hat das lange Laufen etwas Spirituelles, es ist wie eine tiefe Meditation, es macht mich ganz und erfüllt mich. Deswegen laufe ich...

    Liebe Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  12. #11
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von JoelH Beitrag anzeigen
    Was soll's? Ich bin immer der Lacher wenn's ums LaufAbc geht, denn ich bin so gelenkig wie ein Stock. Passt schon.
    Hallo JoelH,

    da sind wir schon zwei, die gelenkig sind wie ein Stock

    Zum Glück - und bin ich mir in dieser Hinsicht gottlob gaaaanz sicher - stellt der Laufstil kein Kriterium beim Küren eines Läufers dar. Wäre es so, ich müsste mich augenblicklich aus diesem Forum verabschieden ...

    Gruß Udo
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  13. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    JoelH (25.05.2020)

  14. #12
    "Der Mantel ist alt - nur die Löcher sind neu" (unb. Sprichwort) Avatar von schauläufer
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    Zitat Zitat von Hauptmieter Beitrag anzeigen
    Hallo Udo
    als Kind bekam ich von meinem Vater immer ein Eis, wenn ich zum Lauftreff mitging. Mein Vater hatte starkes Asthma, was er komplett loswurde, als er mit dem Marathonlaufen begann. Als Student war ich "Jogger", joggte ab und an durch die Landschaft. Bei einer Fortbildung in Köln war zeitgleich der Marathon dort, das wollte ich auch. Nach dem OK meiner Frau meldete ich mich zum Kandelmarathon an. Ich lief im Fitnessstudio 5 mal pro Woche 50 Minuten, in den letzten 8 Wochen vor dem Marathon lief ich am Wochenende mal 1,5, 2, 2,5 und 14 Tage vor dem Marathon 3 Stunden am Stück. Dann machte ich 14 Tage nichts, man soll ja ausruhen und lief den Marathon in 4:05 Stunden. Am letzten Kilometer sagte ich mir "du bist ein Vollidiot, du wolltest ja unbedingt Marathon laufen, das machst du nieeeee wieder". Im Ziel dann "geil, das machst du wieder".
    Dann sah ich beim Karlsruher Nachtlauf die Ultras staren, ich lief Marathon dort. ich kapierte es in dem Moment noch nicht, aber ab da wollte ich auch. Ja, laufen ist Ausgleich für mein anstrengendes Berufsleben. Wenn ich nicht direkt nach der Arbeit laufe, brauche ich genauso lang, bis ich wieder gut drauf bin wie wenn ich laufe. Aber gerade bei den langen Distanzen geht es mir so, da fühle ich mich so lebendig wie sonst fast nie in meinem Leben. Für mich hat das lange Laufen etwas Spirituelles, es ist wie eine tiefe Meditation, es macht mich ganz und erfüllt mich. Deswegen laufe ich...

    Liebe Grüße
    Cornelius
    Wie ähnlich ich doch ticke.
    Genauso ergeht es auch mir.
    Mein 1.Wettkampf (ohne rechte Vorbereitung) war zwar nur ein Halbmarathon und nicht gleich der ganze wie bei dir. Aber ich hatte auch nur das Ziel, dass 1-mal im Leben dem, vom eigenen Nachwuchs unsportlich titulierter Papa zeigen, das ich auch was drauf habe. Und im Ziel war ich dann plötzlich Läufer. Und dachte schon daran den ganzen Laufen zu wollen, was 5 Monate später auch passieren mußte (auch mit leichten Hindernissen wie zu spät starten und verlaufen, aber dafür einem umso lesenswerterer 1. Laufbericht in diesem Forum).
    Das lange Laufen wird zwar mühevoller, denn ja auch ich werde älter. Aber wenn ich mal im rollen bin bekomme ich so ein Gefühl des Verlassens von Zeit und Raum um endlos lange Strecken zu überwinden. Das dadurch erlebte inspiriert mich im Alltag Lösungen zu finden für Situationen die mich herausfordern. Da geht es mir aber wie beim Laufen. Ich will das am Stück zu Ende bringen. Deshalb wohl bin ich weder mental noch körperlich auf Etappenläufe eingestellt. Ich merke das immer wieder, wenn ich läppische 3-fach Decker am Wochende machen soll. Unvorstellbar nacheinander Distanzen von 40 oder gar 50 km zu laufen. Das wird nix mehr bei mir. So gerne ich mal einen Etappenlauf in meine Vita gepackt hätte - vor Jahren spuckte mir da immer mal wieder der Transalpine durch den Kopf. Aber da bleibt er auch
    M 3:10:47, HM 1:28:04, 10 km 00:40:05, 24 h:176,1 km, 12 h:102,729 km, 6 h:66,524 km, 100 Meilen 20:30:08, 100 km 09:29:33, 50 km 4:19:10, Mt. Everest Treppenmarathon 8848m 19:08:23, Vertical Marathon 13:57:03, Spartathlon 35:29:34,
    25.01. Rodgau 50 km 05:00:07
    08.02. Brocken Challenge 80 km 10:48:00
    16.02. Indoor Marathon Pfohren 03:43:13
    01.03. Neckarufer Marathon 3:56:07

    18.07. Night 52
    02.08. Schwarzwald Trophy 50 km
    09.08. APU Sonthofen

    27.08. Grüntal Ultra
    30.08. RAG Harfüßler Trail
    04.09. Bieler See XXL
    06.09. APU Sonthofen

    11.10. 24 h Lauf Leingarten
    16.10. 48 h Lauf Brugg Schweiz
    2021
    10.04. PUM, Piesberg Ultramarathon 62,2 km
    14.08. 100 Meilen Berlin

  15. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von schauläufer:

    Hauptmieter (25.05.2020)

  16. #13

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    Ganz ohne Wertung!
    Für mich ist jemand ein Läufer, der regelmäßig läuft.
    Jogger sind für mich die, die sozusagen nur nach Lust, Laune und Wetter laufen, mal 1x die Woche, mal 1x im Monat.

    Läufer zu sein oder sich als Läufer zu fühlen hat etwas mit der Einstellung zum Laufsport zu tun in meinen Augen.
    Kann ein Läufer mehrere Tage nicht laufen, dann vermisst er i. d. Regel das Laufen, auch dreht sich vieles im Leben eines Läufers um diesen Sport, auch ganz ohne Wettkampf z. B. neue Schuhe, Laufuhr etc.
    Grüße Guido
    renntatze.de

  17. #14

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    Witzig übrigens: Der "Spiegel" hat ein Interview mit Gina Lückenkemper veröffentlicht - und nein, sie ist keine Läuferin.

    SPIEGEL: Sehen Sie sich als Läuferin?
    Lückenkemper: Ich sehe mich als Sprinterin.
    SPIEGEL: Wo ist der Unterschied?
    Lückenkemper: Das eine ist halt richtig schnell. Und das andere ist schneller als gehen.

    (Sie erklärt das dann natürlich noch ...)

  18. #15
    Avatar von Catch-22
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    Zitat Zitat von Renntatze Beitrag anzeigen
    Jogger sind für mich die, die sozusagen nur nach Lust, Laune und Wetter laufen, mal 1x die Woche, mal 1x im Monat.
    Ich bin Jogger. Immer nach Lust, Laune und Wetter... also 1 x am Tag

  19. #16
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Zitat Zitat von vinchris Beitrag anzeigen
    SPIEGEL: Sehen Sie sich als Läuferin?
    Lückenkemper: Ich sehe mich als Sprinterin.
    Vollkommen richtig.

    Sprinter sind ja auch keine Läufer. Hast du einem Sprinter mal beim Training zugeschaut? Die rennen 200m, dann liegen sie erst mal 10 Min. auf der Wiese. Und wenn du nach einer Stunde 10km abgespult hast mit deinen Intervallen, sind die noch nicht mal bei 1000m.
    Aktuelle Wunschliste: Enda Iten, Skechers GOrun Razor 3 Hyper

  20. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von JoelH:

    klnonni (26.05.2020), vinchris (26.05.2020)

  21. #17
    Avatar von U_d_o
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    Gefällt mir mächtig wie ihr euch hier um einen Begriff müht, der, so ich ihn packen will, mir immer wieder aus den Händen flutscht wie ein nasses Stück Seife ...
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  22. #18
    Avatar von Mike1783
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    Cool ...dann bemühe auch ich mich mal weiter...

    Vor Jahren habe ich mal folgendes in einem Buch gelesen (… könnte in: "Läuft Ihr Mann auch?" gewesen sein, ich weiß das leider nicht mehr soooo genau…).

    Also in diesem - oder einem ähnlichen Buch Rund ums Laufen - hieß es da irgendwo:

    "Woran erkennt man einen Läufer?"

    Antwort an dieser Stelle/ in diesem (Urlaub d.Red.) Zusammenhang:

    "Spätestes 10 Km vor der vermuteten Ankunft am Urlaubsort schaut ein(e) LäuferIn intensiv in allen Richtungen aus dem Fenster, immer auf der Suche nach einer möglichst, bzw. nach DER, attraktivste(n) Laufstrecke vor Ort."

    Okay, kann die GPS-Generation hier ( … also die, die am liebsten schon jede Laufstrecke vorher zuhause am PC plant, inklusive genauer Hm-Berechnung … ), vielleicht nicht mehr so gaaanz nachvollziehen … "old school"- LäuferInnen wie ich mussten und müssen hier sicherlich schmunzeln und zustimmend nicken … .

    Ja, genau so ist es, so war es und so wird es auch - für alle Zeiten - immer auch bleiben!

    Überhaupt: Bin ich früher - traditionell - also d.h. wann immer das so ging - genau 4 Wochen vor dem Berlin-Marathon mit meiner (Ex-)Frau für zwei Wochen auf irgendeine griechische Insel - offiziell - "in den Urlaub geflogen", so war das aber eigentlich - d.h. inoffiziell - mein sehnlichst erwünschtes und erhofftes - IMMER extrem intensives - 14 Tage Trainingslager, vor MEINEM Laufhöhepunkt des Jahres, viele, viele Jahre lang….in MEINER Stadt!

    Für mich gab es zu dieser Zeit (… und gibt es eigentlich bis heute …) nix schöneres, als im absoluten Hochsommer spätestens um 6 Uhr - jeden Tag!!! - 14 Tage lang - erst einmal - mindestens - eine Stunde möglichst ununterbrochen, mit x Serpentinen - in Griechenland - NUR bergan zu rennen! Dabei möglichst in mindestens jeder zweiten Serpentine mit einem immer berauschenderen Blick auf das glitzernde, blaue Meer belohnt zu werden, über dem langsam, bzw. fast im Gleichklang, ach, was sage ich: In einer wahrhaftigen Symbiose mit meinem Lauf Bergan, die Sonne immer höher und höher steigt.
    Am Wendepunkt dann kurz inne zu haltern (möglichst in einem kleinen Dorf, direkt an einer munter vor sich hin sprudelnden Bergquelle erst einmal den Kopf/ ganzen Körper etwas abkühlen, dann trinken, trinken, trinken und beim abschließenden Rundumblick vor dem Bergablauf mit allem was geht/ Vmax das Gefühl zu haben, schöner KANN das Leben nicht sein … !

    Im Regelfall konnte ich das Ganze dann noch so ca. 5 bis 7 Mal auch am Nachmittag genauso genießen und wiederholen, wenn meine Ex-Frau lieber wieder einmal einen reinen "Hotelanlagentag" einlegen wollte … .

    Genau so unverständlich wie mich die Nachtschwärmer, besser: diese "bis-in-den-frühen-Morgen-Säufer" aus ihren dann - gerade so - halbwegs offenen, völlig verquollene Augen unverständlich anschauten, wenn ich in Höhe ihrer Balkons bei ihrer "ersten Zigarette" auf dem Rückweg wieder vorbei kam, so unverständlich schaute ich sie an … wie kann man nur DAS ALLES - SO - an sich vorbei ziehen lassen …

    Ich bin bei diesen Touren, diesen Läufen, immer wieder durch Bergdörfer (auch verlassene Bergdörfer) gekommen, die zu dieser Zeit sicher kaum mal einer dieser "all inklusiv" Touristen aus solchen Hotelanlagen gesehen hast.

    Eindrücke und auch zwischenmenschliche Begegnungen und Erlebnisse, die mich bis heute nachhaltig geprägt haben… .

    Aktuell vermisse ich diese, gerade auch diese gaaanz frühen Griechenlandläufe, (... also die zur Sonnenaufgangszeiten ... ) sehr… .
    Denn aktuell fliegen meine (neue) Frau und ich NUN immer nach Griechenland u.a. damit ich - im Idealfall - mittendrin, manchmal (also wenn es sich urlaubsplanerisch nicht anders machen lässt) auch am Anfang oder ganz am Ende, an einen ziiiiiemlich langen Ultralauf teilzunehmen kann ... .
    Dadurch sind nun aber weitere, längere Läufe in der jetzigen Urlaubszeit sehr limitiert , einfach und NUR aus Regenerationsgründen… .

    ...und DAS ist das einzig Gute im Moment für mich, bei der Vorstellung diese extra langen Ultraläufe irgendwann, d.h. vermutlich in den nächsten 10-15 Jahren nicht mehr machen zu können. Denn dann geht’s "back to the roots", was meine Griechenland-Laufleidenschaft betrifft… .

    Wer ist ein Läufer? Einer, der sich ein Leben ohne Laufen nicht vorstellen will, nicht vorstellen kann! Der immer irgendwie, irgendwo laufen will, laufen MUSS! ...spätestens nach ein paar Tagen … (….wenn nicht eine Verletzung daran hindert…).

    Lg, der Mike (...Ausdauerläufer seit 1981...)
    Zuletzt überarbeitet von Mike1783 (Gestern um 20:33 Uhr)
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  23. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Mike1783:

    klnonni (Heute)

  24. #19
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ach wie schön haste das geschrieben Mike

    Gruss Tommi

  25. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    Mike1783 (Gestern)

  26. #20
    Avatar von Mike1783
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    Danke Tommi!

    ...hab dich am Wochenende im Barnimer Land vermisst ... hab da eigentlich mindestens mit einem Kurzbesuch von dir nebst Gattin - bei dem ja zumeist auch mehr regionalen UltraFamilientreffen - gerechnet... , wenn nicht gar als Helfer an einem VP (so wie schon einmal beim Finowkanallauf...)

    LG, der Mike
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  27. #21
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ganz ursprünglich wollte ich auch mit helfen. Stellte sich aber schnell heraus, dass das Wochenende familiär verplant war. Dann kam zwar die Terminverlegung. Aber derzeit ist Schatzi noch von ihrer Schulter-OP am genesen und da hätte sie eh nicht mithelfen können und wollte ich sie auch nicht das ganze WE allein lassen.

    Gruss Tommi

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