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  1. #1
    Avatar von Kathey
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    Standard Seit 6 Monaten Schmerzen - keine Diagnose

    Hallo zusammen.
    Ich habe mich gerade angemeldet und hoffe, dass irgendwer einen Tipp hat was ich noch tun kann.
    Bin weiblich, 33 und bis letzten Sommer sehr regelmäßig gelaufen. Auch Halbmarathondistanzen und größere fordernde Wanderungen wir den Kilimandscharo etc.
    Wollte mich gerne bis in diesem Jahr zur Marathondistanz weiterentwickeln aber seit Juni /20 habe ich Schmerzen.

    Es fing mit einem Ziehen unter der linken Pobacke an und wurde dann immer schlimmer und zog sogar bis in die Wade.
    Bin dann zum Orthopäden und habe meine erste Physio verschrieben bekommen.
    Nichts gebracht.
    Der Orthopäde (gleichzeitig Osteopath) machte ein Röntgenbild und sagte das Becken wäre schief
    Vier Sitzungen zum einrenken (5 min jeweils 80 Euro) und keine Besserung.
    MRT vom Becken (Sehnenansätze) waren ohne Befund

    Bin zu einem anderen Orthopäden gegangen. Der lachte über mich und meinte ich solle nicht mehr laufen (hab ich zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr) Er hat mir dann Muskelrelaxer verschrieben die ich null vertragen habe und nach einigen Horrornächten abgesetzt habe.
    Er hat keinen Beckenschiefstand gesehen

    Nächste Station. Ein Osteopath. Er hat auch keinen Schiefstand E
    Erkennen können, hat an mir rumgerenkt und eine Druckpunktmassage gemacht. Keine Auswirkung

    Dann bin ich zu dem nächsten Orthopäden. Er hat mich zumindest ernst genommen und ein MRT vom Rücken und Bein verschrieben. Ohne Befund.
    Er verschrieb mir Physio und überwies mich zum Neurologen
    Zwischenzeitlich beschränkte sich der Schmerz nicht nur auf die Stelle bzw den großen Muskel, im Gesäß ging es auch los.

    Die Neurologe machte eine Nervenmessung und nahm Blut ab ohne Befund.

    Nach dem Befund war ich wieder beim Orthopäden der mir eine Kortison Spritze in den Muskelansatz und den Po gab. Ohne Wirkung

    Der Physiotherapeut versuchte es mit Druckpunktmassage, Strom und zeigte mir Ãœbungen die ich täglich mache. Ein Tens Gerät habe ich auch gekauft und behandele die Stellen

    Da sitze ich nun und weiß nicht mehr weiter.
    Laufen gehe ich gar nicht mehr und schlage mich täglich mit Schmerzen auch im Liegen auf der Couch ist es manchmal so schlimm dass ich ins Bett gehe um mich auf den Bauch legen zu können. Es ist wie ein Reißen...

    Was kann ich noch tun? Hat jemand eine Idee?
    Ich weiß nicht mehr weiter :(
    Zuletzt überarbeitet von Kathey (19.01.2021 um 15:02 Uhr)

  2. #2
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Ich würde dich gern auf das Piriformis-Syndrom (kannste googeln, gibs drölfzig Seiten dazu, auch hier im Forum) aufmerksam zu machen. Wurde das vom Orthopäden/Physio bereits ausgeschlossen? Da gibt es wenige Handgriffe, um die Diagnose zu stellen.

    Was für Übungen (Dehnung, Kräftigung) hast du bisher getan?

    Gruss Tommi


    Mein Tagebuch: https://forum.runnersworld.de/forum/...er-dicken-Wade

    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  3. #3
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Ich würde dich gern auf das Piriformis-Syndrom (kannste googeln, gibs drölfzig Seiten dazu, auch hier im Forum) aufmerksam zu machen. Wurde das vom Orthopäden/Physio bereits ausgeschlossen? Da gibt es wenige Handgriffe, um die Diagnose zu stellen.

    Was für Übungen (Dehnung, Kräftigung) hast du bisher getan?

    Gruss Tommi
    Jo, Musculus piriformis – auf deutsch birnenförmiger Muskel. Hierhier steht was dazu:

    https://www.apotheken-umschau.de/Isc...el-520131.html

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  4. #4
    Avatar von Bewapo
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    ...und 3 Orthopäden + 2 Osteopathen, ein Neurolge und ein Physiotherapeut sollten ein mögliches Piriformis-Syndrom nicht erkennen können?!

  5. #5
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von Bewapo Beitrag anzeigen
    ...und 3 Orthopäden + 2 Osteopathen, ein Neurolge und ein Physiotherapeut sollten ein mögliches Piriformis-Syndrom nicht erkennen können?!
    Das halte ich nicht für unmöglich, es sei die TE hat vergessen, es zu erwähnen. Ich bin damals auch erst durch ein Forum darauf gekommen.

    Gruss Tommi


    Mein Tagebuch: https://forum.runnersworld.de/forum/...er-dicken-Wade

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  6. #6
    Avatar von Bewapo
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    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Das halte ich nicht für unmöglich, es sei die TE hat es vergessen zu erwähnen. Ich bin damals auch erst durch ein Forum darauf gekommen.

    Gruss Tommi
    Vermutlich muss dann jetzt der legendäre Sportarzt die Kohlen für die Ärzteschaft aus dem Feuer holen! Scheinbar hab ich bislang Glück mit meinen Ärzten gehabt, die immer solange gesucht haben, bis auch die Ursache gefunden war!

    @Kathey: Vielleicht hilft hier auch eine Gang- bzw. Laufanalyse weiter, um ggf. Fehlbelastungen als Ursachen auszuschließen!

  7. #7
    Avatar von Kathey
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    Hallo.
    Danke erstmal.
    Der erste wollte nur an mir verdienen und den nicht vorhandenen Beckenschiefstand korrigieren. Ich war immer nur 5 min drin und er wusste beim nächsten Mal gar nicht mehr was ich gesagt hab.
    Der zweite hat gesagt, es wäre eine Überlastung durch das Laufen und ich soll das einfach sein lassen und Tabletten nehmen.
    Der Osteopath hat nichts in der Richtung gesagt. Nur Triggerpunkte gesucht
    Der dritte hat mir Physio verschrieben aber gemeint es könnten kleine Verletzungen sein die man im MRT nicht sieht.

    Pirformis wurde nicht erwähnt.

    Bin beim googlen mal drauf gestoßen, dachte aber das kann es nicht sein. Es fing ja unter dem Gesäß an und nicht drauf.
    Schau aber weiter danach und mache mich schlau

  8. #8
    Avatar von Bewapo
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    ....hier ist das Ganze - also "Piriformis-Syndrom" - ganz gut und umfangreich beschrieben: https://www.doktor-marquardt.de/expe...ormis-syndrom/
    Zuletzt überarbeitet von Bewapo (19.01.2021 um 16:33 Uhr)

  9. #9
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    Wie die Anatomie allgemein, ist auch die Piriformisseuche bei jedem eventuell anders. Ich beispielsweise hab keine Beeinträchtigung des Ischiasnervs. Bei mir schmerzt der Muskel selbst leicht und strahlt mitunter auf den Ansatz des Hämstrings am Sitzbein aus und öfter zieht es beim Laufen in den Muskel runter. Zufälligerweise war ich erst gestern beim Physio deswegen und er hat mit wenigen Griffen und Beinverrenkungen meine Vermutung bestätigt. Und ebenfalls, dass die Ursache ein schwacher Gluteus maximus sein kann. Den soll ich nun extra trainieren.

    Gruss Tommi

  10. #10
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von Bewapo Beitrag anzeigen
    ....hier ist das Ganze - also "Piriformis-Syndrom" - ganz gut und umfangreich beschrieben: https://www.doktor-marquardt.de/expe...ormis-syndrom/
    Sehr interessanter Artikel

  11. #11
    Avatar von U_d_o
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    Hallo Kathey,

    ich werde mich am Mutmaßen und Orakeln nicht beteiligen. Ich schaue mir stattdessen deinen bisherigen Ärzte-Therapeuten-Leidensweg an. Da finde ich Orthopäden und einen Neurologen aber niemanden, der auf die Erkennung und Behandlung von Leiden spezialisiert wäre, die durch gehäufte sportliche Aktivitäten entstanden sind. Wobei ich Letzteres natürlich unterstelle, also nicht sicher weiß. Wenn ich aber die Liste deiner Aktivitäten lese von viel Laufen über HM bis Kilimandscharo*, dann weiß ich, dass du dich körperlich viel belastet hast. Und dabei kann was schiefgehen, um es mal salopp zu formulieren. In dem Fall braucht man einen Arzt, der sich der Sache mit Ernst annimmt, den seine eigene Erfolglosigkeit, die man ihm mit neuerlichem oder gar mehrfachem weiteren Besuch dokumentiert, nicht ruhen lässt. Der so lange forscht und alle seine diagnostischen Möglichkeiten ausschöpft, zwischendurch auch mal ins Dunkle, Unerkannte, nur auf ärztliche Erfahrung bauend therapiert, bis er dem Übel ab- und dir geholfen hat.

    Ich kann nicht beurteilen, was die Orthopäden und der Neurologe "im Schilde führten". Fakt ist, dass sie keinen Erfolg hatten, dass sie folglich den wahren Grund für dein Leiden nicht erkannt haben. Offen gestanden wären Orthopäden für mich in diesen Dingen auch nicht die erste Wahl. Es sei denn, sie gäben durch den Zusatz "Sportarzt" zu erkennen, dass sie auch auf die Behandlung von sportbedingten Beschwerden/Erkrankungen spezialisiert sind. Um "Sportarzt" zu sein muss man keinen Facharzttitel erwerben, man hat aber eine entsprechende Zusatzausbildung und - nach ein paar Jahren - durch viele Patienten auch viel Erfahrung mit Sportblessuren.

    Sportärzte tendieren überdies dazu einen über sportspezifische Beschwerden klagenden Menschen vom ersten Moment bis hin zum erfolgreichen Abschluss einer Behandlung ernstzunehmen. Sie legen es zudem darauf an, den Patienten nicht nur schmerzfrei zu machen, sondern diese Schmerzfreiheit bei gleichzeitiger Erhaltung voller körperlicher Leistungsfähigkeit zu erreichen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Vielleicht habe ich das unverschämte Glück einen genialen Sportarzt gefunden zu haben, der mich noch immer kurieren konnte. Das glaube ich aber nicht. Was er hat ist Wissen, Erfahrung und den unbedingten Willen mich wieder fit zu machen, damit ich meiner selbstquälerischen Ultralauferei weiter nachgehen kann. Wenn ich ihm gegenüber sitze - der Mann ist Allgemeinarzt im sonstigen Ärzteleben und hat den Laden immer voll -, dann habe ich das Gefühl, dass er sich im gesamten Universum nur für meinen Fall interessiert, dass er seine Praxis nur deswegen jeden Tag öffnet, weil ich reingeschneit kommen könnte ...

    Ich möchte an dich appellieren nicht zu verzweifeln, stattdessen einen Ärzte-Neustart zu versuchen. Erkundige dich nach einem "guten" Sportarzt in deiner Umgebung. Du kannst zum Beispiel bei Sportvereinen nachfragen, vorzugsweise natürlich bei solchen mit Laufabteilung, von wem sich der Verein betreuen lässt, bzw. zu wem die meisten Aktiven gehen, wenn sie verletzt sind. Dann gehst du da hin. Und wenn er dir das Gefühl vermittelt - man spürt das! - "hier bin ich richtig", dann gehst du ihm mit vielfachen Besuchen so lange auf den Keks bis dir geholfen ist.

    Du bist 33 und hast möglicherweise noch 70 Jahre oder mehr (die Lebenserwartung steigt stetig) vor dir, in denen du wirst laufen können. In deinem Alter zu resignieren geht gar nicht. Raff dich auf und werde vorstellig.

    Alles Gute

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  12. #12
    Avatar von Kathey
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    Vielen Dank für die Dankanstöße.
    Mein letzter Versuch (die Korstisonspritze) war vor 10 Tagen.
    Ich musste es erstmal sacken lassen, dass es wieder nicht geholfen hat, bin jetzt aber (wie du siehst) auf der Suche nach Hilfe.
    Leider schlägt mir das alles mittlerweile auch auf die Psyche weil es sehr belastend ist ständig Schmerzen zu haben.
    Du hast aber Recht. Ich suche weiter...

  13. #13
    Avatar von Kathey
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    Also zur Dehnung mache ich die Übungen die mir der Physiotherapeut gezeigt hat.
    Hinstellen, ein Bein vor das andere stellen und Fuß hochziehen und dann mit der Hand so tief runter wie möglich, kurz halten, Beinwechsel

    Auf den Rücken legen. Ein Bein ausstrecken. Das andere anwinkeln und mit den Händen anziehen

    Außerdem rolle ich das Gesäß/ Bein mit dem Faszienball aus.

    Habe im Internet noch eine Übung gefunden die ich mache. Hinsetzen. Bein auf das Knie ablegen und dann nach vorn beugen und das Ganze zwei Minuten halten.

    Das Tens Gerät nutze ich morgens 20 min für den Po und abends 30 min für das Bein.

    Ich finde es sehr merkwürdig, dass es im Bein angefangen hat und erst zwei Monate später das Gesäß angefangen hat zu schmerzen. Da war ich schon gar nicht mehr laufen...

  14. #14
    Avatar von Kathey
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    Ich weiß, dass niemand hier Hellsehen kann aber wie steht ihr zu TENS und zu Triggerpunktbehandlungen?
    Ich bin mir gerade in Bezug auf die Faszienball Behandlung ziemlich unsicher. Ich "finde" mit dem Ball die schmerzenden Punkte gut aber ich weiß nicht bis zu welchem Punkt es schmerzen soll. Also soll man wirklich bis zum letzten ausreizen oder nur sanften Druck ausüben?
    Habe einen Termin bei einem Sportarzt gemacht..

  15. #15
    Avatar von Kathey
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    Ach und noch eine Frage.
    Würdet ihr trotz der Schmerzen mal wieder laufen? Der Physio meinte ich solle bald wieder anfangen aufzubauen.
    Meine schön antrainierten Muskeln sind mittlerweile weg und alle Hosen viel zu groß :(

  16. #16
    Avatar von Sackgesicht
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    Piriformis, ich bin da bei den anderen, ich kenne das auch, habe das aber mit Dehnübungen und der Faszienrolle gut in den Griff bekommen, vom Schmerz bin ich da ans Limit gegangen aber das als Pauschalratschlag verwenden zu wollen, so weit lehne ich mich nicht aus dem Fenster.

    Ich konnte in der ganzen Phase viele Übungen in Sachen Muskelaufbau beibehalten, musst aber umstellen. Laufen würde ich jedoch nur ohne oder mit moderaten Beschwerden, die auf die Laufpause basieren, gleiches mache ich im Moment auch, allerdings basierend auf einen Fußbruch. Die Unterscheidung, dass die Beschwerden durch die Laufpause verursacht sind und nicht durch die Verletzung bzw der Erkrankung halte ich prinzipiell für elementar

  17. #17
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Dehnen ist schon ganz gut, am besten mehrfach am Tag. Rollen auch.

    Das ist ne gute Frage, wie weit man in den Schmerz gehen soll Ich immer schon mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht. Am Montag der Physio nicht so weit, aber auch spürbar. Der hat dabei aber mein Bein mal nach hier, mal nach da verdreht und dabei in den Muskel gedrückt und massiert. Ich hab gestern mit dem SAM-Training begonnen. https://www.google.com/search?client...kwWGs5KIDA10:0

    Ich erwarte da jetzt keine raschen Erfolge und schau, wie das anschlägt. Spürbar ist bei mir allerdings: Speed killt. Je schneller ein Lauf, desto stärker die Nachwirkungen.

    Gruss Tommi

  18. #18
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von Kathey Beitrag anzeigen
    Habe einen Termin bei einem Sportarzt gemacht..


    Und den "belagerst" du so lange, bis er dich kuriert oder dir zumindest den richtigen Weg zur Schmerzfreiheit aufgezeigt hat.

    Alles Gute

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  19. #19
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    Zitat Zitat von Kathey Beitrag anzeigen
    Würdet ihr trotz der Schmerzen mal wieder laufen?
    Das ist eine Frage, die ich nicht mal mir selbst in jedem Fall ohne Zweifel beantworten konnte. Zumindest so lange du nicht weißt, welche Ursache der Schmerz hat ist es riskant. Denn normalerweise ist Schmerz eine Warnung des Körpers. Eine im Grunde gute Reaktion, weil das Unangenehme am Schmerz einen dazu veranlasst das Tun, das offensichtlich ungut fürs Gewebe ist, oder den Fehler, den man bei der Bewegung begeht, zu unterlassen. Der Schmerz soll einen daran hindern bleibende Schäden zu erleiden. Natürlich schmerzt es auch, wenn diese Schäden schon eingetreten sind.

    Es gibt wohl auch Schmerzen, gegen die man durchaus in gewissem Umfang anlaufen darf. Zum Beispiel Schmerzen, die nach Ausheilen einer Verletzung auftreten, wenn man die zuvor geschädigte Region wieder belastet. So lange sich dieser "Wiederanlaufschmerz" gut ertragen lässt, er nicht größer wird, im Gegenteil während eines Trainings geringer wird, oder wenigstens von Einheit zu Einheit schwindet, ist das nach meiner Erfahrung und Kenntnis okay.

    Es gibt auch so etwas wie ein "Schmerzgedächtnis" des Nervensystems. Ich habe das am eigenen Bewegungsapparat erlebt. 2008 zog ich mir eine Verletzung zu, irgendwas "Nervales", das genauer zu bestimmen kein Arzt geschafft hat. Auch mein Sportarzt, dem ich mich damals, aber erst 2009, wegen dieser gemeinen Sache erstmals vorstellte, konnte nicht exakt diagnostizieren, wo genau das Problem liegt. Aber hat die richtige Therapie angewendet, was mir letztlich wichtiger war als zu wissen "wo's hakt". Die Therapie bestand im Wesentlichen aus 6 Wochen strikter Laufpause. Der Mann ist unser Vereinsarzt, war selbst Weltklassemarathonläufer und wenn "so einer" mir Laufpause befiehlt, dann halte ich mich dran. Auch von anderen damals wissend, dass er Laufverrückte nur dann an die Kette legt, wenn das wirklich unumgänglich ist. Nach sechs Wochen Laufpause und ein paar begleitenden Maßnahmen (weiß heute nicht mehr was das war) begann ich vorsichtig wieder mit Lauftraining. Zu meinem Leidwesen stellte sich der Schmerz alsbald wieder ein. Viel schwächer als zuvor, aber leider verlässlich jedes Mal. Ich lief fast ein halbes Jahr als Rekonvaleszent durch die Gegend, immer mit diesem Schmerz. An forderndes Training verschwendete ich keinen Gedanken, joggte drei-, viermal pro Woche jeweils 10 km. Und joggte, und joggte ... Und dann, wirklich von einem Tag auf den anderen, von einem Training, bei dem es wie üblich schmerzte, bis zum nächsten Training war der Schmerz verschwunden. Wohlgemerkt nicht schwächer, sondern nicht mehr da! Gestern laufen mit Schmerz, in der immer gleichen nicht so heftigen Intensität wie über die vergangenen Monate und heute schmerzfrei. Nichts mehr! Ich behielt meinen Rhythmus noch eine Weile bei, lief viermal die Woche die 10 km, traute dem Frieden nicht. Doch der Schmerz war und blieb verschwunden.

    Dafür gibt es nur eine Erklärung: Schon Wochen zuvor war längst nicht mehr aktuell, nicht mehr geschädigt, wovor der Schmerz mich ursprünglich warnte. Doch jedes Mal, wenn ich die übliche Bewegung, das Programm "Laufen" ausführte, erinnerte sich das Nervensystem und löste den Schmerz aus - Schmerzgedächtnis! Es dauerte Wochen, um dieses Gedächtnis zu löschen, bis sich die Tatsache im nervalen System Geltung verschaffte, dass längst wieder alles in Ordnung ist.

    Schmerz ist also nicht gleich Schmerz. Und mit 67 Lebensjahren hätte ich wirklich nicht mehr viel Gelegenheit zum Laufen, wenn ich mich von jedem Schmerz, der da und dort auftritt, vom Laufen abhalten ließe. Aber ich kenne diesen Körper sehr genau, habe ihn Jahrzehnte studiert und glaube einschätzen zu können, wann ich einen Schmerz ignorieren, bzw. gegen ihn anlaufen darf.

    Hätte ich deine Leidensgeschichte hinter mir UND meine Erfahrung, ich würde so lange nicht laufen bis man mir ärztlicherseits sicher sagt "du hast das, dagegen hilft das und Laufen kannst du in dem oder dem Umfang gerne weiter."

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  20. #20

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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    ich würde so lange nicht laufen bis man mir ärztlicherseits sicher sagt "du hast das, dagegen hilft das und Laufen kannst du in dem oder dem Umfang gerne weiter."
    Ein Aufbautraining mit Empfehlung und unter Anleitung des Physio, so verstehe ich die Frage, würde ich da aber als gleichwertige Aussage einstufen. Wenn es nicht klappt und die Schmerzen wieder auftreten, muss er sich etwas Neues einfallen lassen.

  21. #21
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von Kathey Beitrag anzeigen
    Also zur Dehnung mache ich die Übungen die mir der Physiotherapeut gezeigt hat.
    Angenommen, es ist der Piriformis (Udo hat natürlich recht mit seinen Bedenken zu Spekulationen), dann ist Dehnen und da speziell auch die Übungen, die du nennst, sicher eine Möglichkeit. Entsprechende Übungen wurden auch mir von einem (sporterfahrenen) Physiotherapeuten gezeigt.

    Aber: die Ursache für Piriformisprobleme sind meist eine Überlastung dieses Muskels, entweder weil er selbst zu schwach ist oder weil andere Muskeln in seiner Umgebung zu schwach sind und der Piri deren Arbeit z.T. übernehmen muss und erst dadurch überlastet wird. Neben Dehnübungen und Triggerpunktbehandlungen ist daher die Kräftigung der gesamten Po-Region wichtig, z.B. durch Squats. Dränge darauf, dass du die für dich erforderlichen Übungen gezeigt bekommst und die saubere Ausführung derselben mehrfach überprüft wird.

    Zitat Zitat von Kathey Beitrag anzeigen
    Ich finde es sehr merkwürdig, dass es im Bein angefangen hat und erst zwei Monate später das Gesäß angefangen hat zu schmerzen. Da war ich schon gar nicht mehr laufen...
    Wieder angenommen, es sei der Piriformis - dann ist gar nichts mehr merkwürdig. Wenn der Muskel in der Überlastung anschwillt, dann kann er auf den Ischiasnerv drücken, der zwischen ihm und dem Beckenknochen hindurchläuft. Und wenn der Ischiasnerv irritiert wird, kann er all die verschiedenen Schmerzsignale aussenden, für die er normalerweise zuständig ist - also vom unteren Rücken über den Po bis runter in die Beine. Und diese Symptome können sehr unterschiedlich, d.h. individuell verschieden sein. Bei dem einen zwickt's hier, beim anderen dort. Beim dritten (s. Tommi) nirgends außer im Piriformis selbst, weil da dann der Ischias eben nicht (so stark) abgequetscht wird. Und weil der Ischias beteiligt sein kann, ist es auch wichtig, orthopädisch auszuschließen, dass er nicht anderweitig irritiert (z.B. von den Wirbeln abgedrückt) wird.

    Bei mir zwickte es damals im hinteren Oberschenkel, im Bereich des Ansatzes am Sitzbein und darunter. Hatte mir im Internet schon die perfekte Diagnose (irgendwas mit Hamstring) dafür zusammengeklickt - alles passte einfach zu perfekt. Der Physio ließ sich davon aber glücklicherweise nicht in die Irre leiten. Nach ein paar festen Griffen seinerseits und ein paar "Aua" meinerseits war der Piriformis als Haupttäter entlarvt.

    Deshalb auch mein Rat: gehe zu einem sporterfahrenen Arzt und bei Verschreibung von Physiotherapie auch zu einem sporterfahrenen Therapeuten und nerve die gehörig. Lass dich von wortkargen Gesellen nicht abspeisen, sondern frage genau nach, bis du alles verstanden hast. Viele Mediziner sind es nicht mehr gewöhnt, dass ihre Kunden verstehen wollen, was sie selbst tun können. Die meisten wollen ja nur die schnellen Pillen oder den Wunderheiler-Handgriff, der alles in Wohlgefallen auflöst.

    Viel Erfolg und gute Besserung.

  22. #22
    Avatar von Kathey
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    Vielen Dank für eure ausführlichen Nachrichten und dass ihr euch die Zeit dafür nehmt.
    Es ist ein gutes Gefühl wenn man nicht das Gefühl hat, dass man verrückt ist und sich die Schmerzen nur einbildet

  23. #23
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Neee, wir Läufer bilden uns keine Schmerzen ein, wäre ja auch blöd, wir wollen ja laufen Im Gegentum, oft sind wir Meister darin, Schmerzen zu verdrängen.

    Gruss Tommi

  24. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    klnonni (21.01.2021), RunningPotatoe (21.01.2021)

  25. #24
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von Run4Cake Beitrag anzeigen
    Ein Aufbautraining mit Empfehlung und unter Anleitung des Physio, so verstehe ich die Frage, würde ich da aber als gleichwertige Aussage einstufen. Wenn es nicht klappt und die Schmerzen wieder auftreten, muss er sich etwas Neues einfallen lassen.
    Eben nicht. Meine Aussage bezieht sich nicht auf ein Aufbautraining unter fachkundiger Anleitung. Das Wesentliche ist, dass ein Training trotz Schmerzen erst erfolgen sollte, wenn eine Diagnose gestellt und eine Behandlung eingeleitet wurde. Dafür sind Ärzte zuständig und keine Therapeuten.
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  26. #25
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Dafür sind Ärzte zuständig und keine Therapeuten.
    Da hast du im Prinzip Recht. Andererseits fassen Physiotherapeuten den Menschen in der Regel länger an, weil sie mehr Zeit haben. Mir ist es sogar schon passiert, dass meine damalige, gute!, Sportärztin zu einem neu aufgetretenem Problem sagte: "Sie haben doch noch Behandlungen? Kann der Physio sich das nicht mal anschauen?"

    Allein, dass die Ärzte bei Kathey nicht mal auf die Idee kamen, auf Piriformis zu untersuchen, finde ich bedenkenswert. Davon mal abgesehen, ja ein Ärztemarathon bis zur korrekten Diagnose, kann langfristig helfen. Nur ist es in unserer Zeit oft so, dass entsprechende Praxen für Neu-Patienten ewig lange Wartezeiten haben. Auch da ist ein Termin bei einem Physio, auch mal auf eigene Rechnung, die schnellere Alternative.

    Gruss Tommi

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