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  1. #1
    Avatar von Finake
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    Standard Das Gespür für die Pace

    Hallo

    Da die SuFu bei mir nichts brauchbares rausgespuckt hat: Mich würde mal die Meinung bezüglich dem Gefühl/Gespür für die Pace von Leuten intressieren, die schon länger Laufen. Wenn ich teilweise Themen mitlese, wo diskutiert wird, ob jetzt 3k Wettkampftempo +5 oder +12 Sekunden effizient sind, denke ich mir: Also so genau treffe ich die Pace nicht. Ich gehe davon aus, dass das zum einen mit Erfahrung zu tun hat. Irgendwann kennt man gewisse Tempi und kann dann auch auf Sekunden varrieren.

    Ich war noch nie an einem WK. Habe mir aber sagen lassen, dass es teilweise Leute gibt, die spezifische Paces laufen, wo man sich orientieren kann. Je nach Höhenprofil des Laufes stelle ich mir das auch noch schwierig vor, eine gewisse Pace zu halten.

    Wie war das bei euch über die Jahre? Gibts Leute die schon sehr lange/viel Laufen und trotzdem Mühe haben eine genaue Pace zu laufen? Ist es möglich über mehrere KM nur nach Gefühl eine Pace (Sagen wir mal zwischen 3-6 min/km) auf 2 Sekunden genau zu laufen?

  2. #2
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Standard

    Bei mir ist es so:

    Wettkampf und Training fühlen sich komplett unterschiedlich an. Was im Training noch eine anstrengende Pace ist, fühlt sich im Wettkampf zu locker an - und man merkt erst zu spät, dass es zu schnell ist. Ist halt eine Mischung aus Adrenalin und gutem Tapering vor dem Wettkampf.

    Ich musste im Wettkampf lernen, ich weiß inzwischen, wie sich die ersten KM der unterschiedlichen Distanzen bei mir im Wettkampf anfühlen müssen, damit es passt.

    Von "wie soll ich das Tempo überhapt 3km halten?" (5k) über "hart mit minimaler Luft nach oben" (10k) und "irgendwas zwischen locker und angestrengt" (HM) über zu "Bremsen, Bremsen, Bremsen" (M) bis hin zu "extrem lockerer Trainingslauf" (Ultra).

    Das ist mein wichtigster Gradmesser. Wenn ich einen guten Tag habe, passt das auch zur geplanten Pace.

    Mein Lauftagebuch "Ausgerechnet ich laufe"
    PBs: 10k: 44:27 (3/18), HM: 1:37:59 (9/18), M: 3:30:35 (04/19)
    Ultra: 72,3km in 7:28h (12/19), 110km in 24h (6/19)


  3. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von ruca:

    Finake (30.04.2021), Rolli (30.04.2021), Spiridon08 (30.04.2021)

  4. #3
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Als ich noch Bahnen zur Verfügung hatte und da sehr viel in meiner 10k Pace unterwegs war, da brauchte ich in der Tat kaum noch eine Uhr. Einfach auf die ersten 200m geeicht und dann das Tempo gehalten. Man lernt die Belastung kennen, weniger die Pace.

    Aber das verlernt man auch wieder. Aktuell habe ich, auch durch fehlende Wettkämpfe kein Gefühl mehr dafür. Weil die entsprechende Belastung so selten geworden ist.

    Das ist eh der Punkt. Man schätzt ja nicht die Pace ein, sondern spürt die Belastung und verbindet diese mit einem Pacebegriff.
    Über mich

  5. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von JoelH:

    bones (30.04.2021), Finake (30.04.2021)

  6. #4

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    Ich schau nach wie vor auf die Uhr um die Pace zu kontrollieren, da es einfach durch Tagesform, Witterung, Wind etc doch schon schwanken kann.
    Also natürlich bekommst mit der Zeit ein Gefühl, ob das jetzt ne 4,00 oder 4,20 ist.
    Aber speziell wenn ich mir vornehme, heute mal piano und nicht unter 5,30 brauch ich schon noch die Uhr, um nicht zu schnell zu werden.
    Bei Intervallen, z.b. 12x400 oder so, reicht eigentlich die Kontrolle von den ersten 1-2 Durchgängen(da ich da noch zum Überziehen neige), dann passts.
    Trainings-PBs:
    400m - 1,08
    1000m - 3,21
    5km - 19,18
    10km - 40,44
    HM - 1:33,48
    30km - 2:28,46
    Irgendwann Lauf ich vielleicht mal einen Wettkampf

  7. #5
    Es ist nichts scheißer als Platz vier. Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von Finake Beitrag anzeigen
    Gibts Leute die schon sehr lange/viel Laufen und trotzdem Mühe haben eine genaue Pace zu laufen?
    Ja .

    Um bei mir da ein wenig nachzubessern, laufe ich gelegentlich auf einer 400-m-Bahn mit der Möglichkeit, alle 100 m zu justieren.

    In der "freien" Wildbahn nutze ich GPS. Hier, bei der durchschnittlichen Bebauung ist die Fehlerquote immer gleich, der tatsächliche km ist auf der Uhr 1020 m lang.

    Bei einem Wettkampf in der Großstadt richte ich mich nach den km-Markierungen. Da ist mein Tempogefühl dann doch "ausreichend" um zu merken, wenn ein Spaßvogel nächtens ein Schild bsw. 100 m versetzt hat. Der nächste "km" rückt das dann wieder ins Lot.

    Knippi

  8. #6
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von Finake Beitrag anzeigen
    Wie war das bei euch über die Jahre? Gibts Leute die schon sehr lange/viel Laufen und trotzdem Mühe haben eine genaue Pace zu laufen? Ist es möglich über mehrere KM nur nach Gefühl eine Pace (Sagen wir mal zwischen 3-6 min/km) auf 2 Sekunden genau zu laufen?
    Bei der Sendung "Wetten, daß...." (lange ist es her) war mal ein Kandidat, der wollte ohne Uhr nur nach Gefühl mehrere Kilometer auf der Bahn ganz gleichmäßig abspulen. Das ist völlig in die Hose gegangen.

    Intervalle sollte man gleichmäßig laufen. Also nicht mit Schlussspurt, wenn man unterwegs zu langsam war bzw. umgekehrt. Ich bin 1.000 Meter Intervalle gerne nach Gefühl ohne auf die Uhr zu schauen gelaufen. Countdown z.B. auf 4 Min. einstellen, starten und schauen, wo man gelandet ist, wenn das Signal kommt. Ab dem 2.Lauf habe ich das Tempo meist relativ genau getroffen. Man bekommt schon ein Belastungsgefühl.

    Im Wettkampf wird man ohne Uhr nicht gleichmäßig laufen können. Und auch nicht unbedingt wollen. Ist aber alles eine Sache der Erfahrung.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  9. #7
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    Bei mir ist es so:

    Wettkampf und Training fühlen sich komplett unterschiedlich an. Was im Training noch eine anstrengende Pace ist, fühlt sich im Wettkampf zu locker an - und man merkt erst zu spät, dass es zu schnell ist. Ist halt eine Mischung aus Adrenalin und gutem Tapering vor dem Wettkampf.

    Ich musste im Wettkampf lernen, ich weiß inzwischen, wie sich die ersten KM der unterschiedlichen Distanzen bei mir im Wettkampf anfühlen müssen, damit es passt.

    Von "wie soll ich das Tempo überhapt 3km halten?" (5k) über "hart mit minimaler Luft nach oben" (10k) und "irgendwas zwischen locker und angestrengt" (HM) über zu "Bremsen, Bremsen, Bremsen" (M) bis hin zu "extrem lockerer Trainingslauf" (Ultra).

    Das ist mein wichtigster Gradmesser. Wenn ich einen guten Tag habe, passt das auch zur geplanten Pace.
    So sehe ich das auch.
    Ich finde auch Intervalle im Wettkampftempo als Tempogefühl-Training ist etwas irreführend. Ich kenne kaum Leute die sehr konstant, auf die 1-2s/km genau, das Tempo im Wettkampf laufen können. Am Anfang ist es immer zu schnell. Auch danach ist das Tempo von der Gruppe oder Strecke abhängig.

    Die logische Schlussfolgerung ist als immer etwas breiter, also im Bereich +/- 5-10s/km, das Wettkampftempo zu trainieren.
    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." AE.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  10. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Rolli:

    JoelH (30.04.2021), ruca (30.04.2021)

  11. #8
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Letztlich ist ja auch im Wettkampf nicht die Pace entscheidend, sondern die Frage ob du die Belastung auf die Distanz bringen kannst. Das ist der springende Punkt. Es hilft ja nix wenn du zwar weißt, dass du genau deine geplante Pace läufst, dann aber schon nach 9 Kilometern der Tank leer ist, das Rennen aber 10 km lang ist.

    Wie Bones schon sagt, die wenigsten sind Kipchoge mit Laserbeampacer, nur ohne Laserbeam

    Des Weiteren, aber das ist sicher nicht allgemein gültig aber bei mir oft so, habe ich bei km 6-8 immer einen Hänger. Da bricht mir oft die Pace etwas weg, danach geht es meist wieder.

    Deshalb finde ich es auch ungeheuer schwierig lange Tempoläufe auf dem Laufband zu machen. Da dieses stoisch stundenlang genau gleich läuft. Aber ich eher in Wellen, wenn auch mit langer Amplitude, aber das Band lässt dich keine Sekunde rausnehmen, das ist extrem fordernd. Und m.E. auch nicht wirklich menschlich.
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  12. #9
    Avatar von Spiridon08
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    Zitat Zitat von Finake Beitrag anzeigen

    Wenn ich teilweise Themen mitlese, wo diskutiert wird, ob jetzt 3k Wettkampftempo +5 oder +12 Sekunden effizient sind, denke ich mir: Also so genau treffe ich die Pace nicht. Ich gehe davon aus, dass das zum einen mit Erfahrung zu tun hat. Irgendwann kennt man gewisse Tempi und kann dann auch auf Sekunden varrieren.
    Das ist genau der Punkt. Als erfahrener Läufer kann man sicherlich nicht in allen Tempobereichen die Pace "fühlen", aber sehr gut in den Bereichen, wo man eben mehrheitlich unterwegs ist. Sprich: Es würde mir nicht schwer fallen, jemanden ohne Uhr in "meinem" Geschwindigkeitsbereich zu pacen (je nach Distanz, Art der Trainingseinheit oder Wettkampf hat man - zumindest temporär - für sich typische Geschwindigkeiten, die man allzu gut kennt). In einem mir viel zu schnellen oder zu langsamen Tempo fiele mir das aber schon eher schwer.
    10km: 36:16 (CPC Loop den Haag 2020)
    HM: 1:20:52 (Route du Vin 2019, Remich)
    M: 2:56:50 (Bienwaldmarathon 2019)

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