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  1. #26

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    Hallo Udo,

    Danke für den kurzweiligen und interessanten Bericht. Auch hinsichtlich des Schreibens hast Du Talent! Schon mal daran gedacht, ein Buch herauszubringen?

    Auch wenn man auf die in deinem Laufbericht verarbeiteten Erlebnisse voll verzichten kann: Es hätte durchaus schlimmer kommen können. Ein Sportkollege war letztes Jahr beim Belastungs-EKG, wobei von den zahlreichen Parametern nur ein Wert etwas aus der Norm war. Zur Abklärung wurde (wie bei Dir) eine Herzkatheteruntersuchung gemacht, mit dem Ergebnis: Herzkranzgefäße massiv "verstopft", Bipass-Operation am nächsten Tag (mehrere Bipässe aus Beinen und Armen entnommen) und die entsprechende langwierige Reha. Positiv: Komplette Gesundung. Dem Vernehmen nach hat er "Glück" gehabt, da der Gesundungsverlauf nach einem Infarkt (den er ja nicht hatte, war allerdings nur eine Frage der Zeit) deutlich langwieriger verläuft. Da zeigt sich, dass ein regelmäßiger Gesundheitscheck durchaus wichtig sein kann.

    LG Bonno

  2. #27
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    Zitat Zitat von Bonno Beitrag anzeigen
    Danke für den kurzweiligen und interessanten Bericht. Auch hinsichtlich des Schreibens hast Du Talent! Schon mal daran gedacht, ein Buch herauszubringen?
    Hallo Bonno,

    über die Jahre, da ich Laufberichte schreibe und veröffentlichte, las und hörte ich dieses Ansinnen häufiger. Tatsächlich machte ich mir zuweilen Gedanken darüber, wie so ein Buch "beschaffen" sein sollte. Wovon sollte es handeln? Was beschreiben? Für Fiktionales fehlen mir vor allem Fantasie und Kunstverstand. Ich lebe zu intensiv und schnörkellos im Realen. Was ich berichte muss geschehen sein. Zumindest meiner subjektiven Erinnerung nach tatsächlich genau so stattgefunden haben. Dann kann ich es darstellen, verarbeiten, darüber reflektieren. Und genau darin besteht das Problem: Was könnte ich also anderes schreiben als das, was ich schon zu "Papier" gebracht habe: Laufberichte!? - Natürlich könnte ich aus zeitlicher Distanz beispielsweise über mein wichtigstes Lauferlebnis, den Spartathlon, eine "Wieder-Erzählung" wagen. Vielleicht mit dem Schwergewicht auf der Frage, wie mich dieser läuferische Gewaltakt (der sich übrigens gestern wiederholte) veränderte - was er zweifellos tat. Aber wozu? Ehrlich gesagt spüre ich nicht ausreichend Antrieb für dergleichen. Ein- oder zweimal unternahm ich sogar ernsthaft den Versuch meine läuferischen Memoiren zu verfassen. Dachte mir das Buch zusammengesetzt aus "meinen sportlichen Anfängen", "wie ich spätberufen zum ersten Marathon fand", dazu Beigaben von "was mich antreibt" oder "mir sonst noch an Weisheiten einfällt", das alles als Rahmenhandlung zu gekürzten, immer wieder eingeschobenen Versionen meiner wichtigsten/schönsten Laufberichte. Gestoppt wurde dieses "Projekt" jeweils vor allem von zwei Umständen: Erstens verbrauche ich die meiste der zum Schreiben verfügbaren Zeit für aktuelle Laufberichte. Da bleibt dann zu wenig Zeit für anderes Schrifttum übrig. Darüber hinaus und sicher entscheidend: Was sollte an meinem läuferischen Lebensweg ausreichend kurios, besonders, exemplarisch oder aufregend sein, um Leser damit zu "belästigen"? Mit anderen Worten: Ich konnte mich dem Gefühl wachsender Selbstbeweihräucherung irgendwann nicht mehr erwehren.

    Wer darin einen Widerspruch sieht, weil ich immerhin eine Internetseite betreibe, mich dort rat- und plangebend betätige, vor allem hunderte Laufberichte veröffentlichte, übersieht, wie die Seite entstand: Als reine Spielwiese, um meine Kenntnisse der Programmiersprachen rund um Webseiten zu verbessern. Damit hörte ich irgendwann, auf dem Wissensstand eines Web-Dinosauriers auf, das Verfertigen von Laufberichten blieb. Weil ich diese Texte von jeher zuvorderst für mich selbst schrieb. Um mir die Geschehnisse und Eindrücke rund um einen Marathon oder Ultra besser einzuprägen. Was mir übrigens gut gelingt. Tatsächlich habe ich heute noch zu jedem meiner 300 Marathons und Ultras einen "zusammenfassenden Eindruck" und vielfach auch eine Fülle von Details parat.

    Also: Ich schriebe gerne ein Buch, mir fehlt nur leider der Antrieb, die Zeit und das Außergewöhnliche, das zu beschreiben sich lohnte.

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  3. #28
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    Zitat Zitat von Bonno Beitrag anzeigen
    Auch wenn man auf die in deinem Laufbericht verarbeiteten Erlebnisse voll verzichten kann: Es hätte durchaus schlimmer kommen können. Ein Sportkollege war letztes Jahr beim Belastungs-EKG, wobei von den zahlreichen Parametern nur ein Wert etwas aus der Norm war. Zur Abklärung wurde (wie bei Dir) eine Herzkatheteruntersuchung gemacht, mit dem Ergebnis: Herzkranzgefäße massiv "verstopft", Bipass-Operation am nächsten Tag (mehrere Bipässe aus Beinen und Armen entnommen) und die entsprechende langwierige Reha. Positiv: Komplette Gesundung. Dem Vernehmen nach hat er "Glück" gehabt, da der Gesundungsverlauf nach einem Infarkt (den er ja nicht hatte, war allerdings nur eine Frage der Zeit) deutlich langwieriger verläuft. Da zeigt sich, dass ein regelmäßiger Gesundheitscheck durchaus wichtig sein kann.
    Es kann immer schlimmer kommen. Gerade deshalb habe ich mein weniger gravierendes Infarktgeschehen massiv öffentlich gemacht. Wie "schlimm" es tatsächlich kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist auch der Umstand, ob es tatsächlich zu einem kompletten koronararteriellen Verschluss kommt und an welcher Stelle. Ein solcher Verschluss führt zum Absterben von Muskelgewebe im Herzen und damit zu einer dauerhaften Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Ein "subtotaler" Verschluss wie bei mir hat diese Folgen nicht. Und so musste ich mir vom Kardiologen sagen lassen: "Sie sind nicht herzkrank!" Explizit so hat er das ausgedrückt und ich guckte erstmal etwas verdutzt aus der Wäsche. Bis ich seinen Nachsätzen entnahm, dass meine Gefäße eben nicht "normal" aussehen und dort das Problem angesiedelt ist. Tatsächlich hatte ich ja nur während des Infarktes und NUR wenn ich versuchte meinem Herz Leistung abzufordern, also wenn ich joggte, Beschwerden. Natürlich auch während es Eingriffes. Doch danach spürte ich ABSOLUT NICHTS MEHR von einer irgendwie gearteten Beklemmung oder Leistungsblockade - jedenfalls nicht aus der Herzgegend.

    Zum Thema "wie schlimm es kommen kann" gehört aber auch die Zeit nach dem Infarkt und hier in meinem Fall vor allem, welche Nebenwirkungen die Medikamente entfalten. Die sind erheblich. So erheblich, dass ich nur für begrenzte Zeit bereit bin sie zu akzeptieren. Mittel- und langfristig werde ich auf eine weitere Reduzierung der Dosis drängen.

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  4. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    Bernd79 (26.09.2021)

  5. #29
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    Hallo Udo,

    zuerst möchte ich dir weiterhin eine gute Genesung wünschen und hoffe, dass du bald die für dich richtige medikamentöse Einstellung zusammen mit deinen Ärzten findest.

    Ich muß zugeben, dass ich deinen wieder mal sehr langen Bericht in 2 Etappen gelesen habe. Letztlich ist dies aber ein Kompliment für deinen Schreibstil. Egal wie lang sie sind, ich muß deine Berichte immer ohne etwas auszulassen bis zum Ende lesen.

    Auch wenn ich schnell gemerkt habe, dass es bei dir diesmal um eine sehr ernsthafte Angelegenheit ging, mußte ich aufgrund der Art deiner detailreichen aber fesselnden Beschreibungen zwischendurch immer wieder schmunzeln.

    Ich habe wegen eines eigenen gesundheitlichen Problemes (Muskelfaserriß) bis vorgestern einschließlich mißglückter Wiedereinstiegsversuche eine mehrmonatige Laufpause hinter mir und hatte zwischenzeitlich die Lust verloren irgendwas zum Thema Laufen zu lesen. Erst nachdem mein neuer Versuch ohne Beschwerden von der entsprechenden Region endete und ich wieder hoffen konnte, dass ich doch weiterhin werde Laufen können, habe ich mal wieder auf deine Seite geschaut.

    Ich muß nun meine Kondition wieder von Grund auf aufbauen (1/2 km Laufen, 1/2 km Gehen, insgesamt 6 km beim 1. Mal!).

    Wie sieht es bei dir aus? Läufst du schon wieder? Wenn ja, in welchem Umfang?

    Im Vergleich zu dir bin ich nur ein Gelegenheitsläufer. Trotzdem hoffe ich, dass mir dieser für mich sehr wesentliche Lebensinhalt noch einige Jahre erhalten bleibt, auch wenn ich schon 69 bin (okay mein rechtes Hüftgelenk ist erst 2 Jahre alt), seit über 20 Jahren wegen Bluthochdruck Medikamente einnehmen muß und auch beim Cholesterin knapp davor stehe. Ich durfte dir schon 3 x bei einem Lauf kurz begegnen und hoffe sehr, dass ich dich mal wieder bei einem Wettbewerb sehen kann.


    Bis dahin alles Gute vom lauf_opa!
    2018 gelaufen:
    08.04. Obermain-Marathon 4:07:19
    08./09.06. Biel 100km 12:50:55
    Aus gesundheitlichen Gründen (Hüft-OP, Leistenbruch-OP) seitdem leider keine längeren Läufe mehr.

  6. #30
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    Hallo lauf_opa,

    meinen Bericht habe ich bewusst auch mit den zum Lachen reizenden Momenten dekoriert, die das Ganze aus meiner Sicht begleitete. Wenngleich einem das Lachen womöglich rasch im Halse stecken bleibt, weil das vordergründig Lustige letztlich vor einem Hintergrund ungelöster Probleme der Krankenhausrealität geschah und tagtäglich geschieht.

    Es schmerzt von einem zu Lesen, der Laufen will und damit gesundheitliche Probleme hat, wenn man selber Läufer ist. Umso mehr, wenn man denjenigen persönlich kennt, auch wenn sich dieses "Kennen" in kurzen Begegnungen bei Wettkämpfen erschöpft. Ich hoffe, dass es dir zunehmend gelingen wird deine Schwierigkeiten zu überwinden!

    Da du danach fragst: Nach zuletzt neuerlicher Reduzierung meiner Medikamente, qualitativ wie quantitativ, läuft es nun besser. Nicht gut, aber besser. Ich konnte am Sonntag 27 km durchstehen, auch wenn mir danach sämtliche Gräten im Leib heftig die Leviten lasen. Jedenfalls nähren die letzten Läufe meine Zuversicht noch in diesem Jahr einen weiteren Marathon laufen zu können. Und wenn nicht, dann eben erst im nächsten Jahr.

    Vielen Dank für deine Wünsche und wir sehen uns - bestimmt!

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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