Wie sich die Vorzeichen doch ändern können. Hatte ich nach dem Syltlauf erst meine Ironman-Teilnahme gecancelt, folgte sogleich auch die Ummeldung von der Marathonstrecke auf die Halbdistanz. Und nach Zieleinlauf muss ich mein persönliches Motto für den HM doch ändern: Von "Hauptsache lebend ankommen" in "Was wäre, wenn... ?"

Was wäre, wenn ich nach dem Syltlauf erstmal 2 Wochen Pause gemacht und danach noch ein bisschen vernünftig auf HM trainiert hätte, anstatt auf der 10km-Strecke Bestzeiten zu bolzen ?

Was wäre, wenn ich mir gestern nicht 6 Liter Wasser, Cola und Bier und heute vor dem Start noch mal 2 Liter Wasser reingekippt hätte ?

Was wäre, wenn ich aufgrund dieser sehr hervorragenden Hydrierung auf den ersten 5 Kilometern nicht gleich zweimal hätte pinkeln müssen ?

Was wäre, wenn ich bei Kilometer 7 nicht nen kleinen Klönschnack mit Mandy, Claudia und Bernd gehalten hätte?

Was wäre, wenn ich die ersten 10 Kilometer nicht verbummelt hätte ?

Dann wäre sicher eine bessere Zeit als 2:18 herausgekommen.

Das muss man sich mal vorstellen: In jedem 5 Kilometer-Abschnitt konnte ich zulegen, bin im Schnitt also schneller geworden als langsamer !!! Und der letzte KM war auch noch der schnellste. Und im Ziel war ich nicht mal wirklich kaputt.

Aber besser so als bereits nach 10 Kilometern spazieren zu gehen, so wie manch ein anderer Mitstreiter am heutigen Vormittag.