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  1. #1
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Standard Peters Plackerei

    Hallo zusammen,

    mein Name ist Peter, ich bin 41 Jahre alt, wohne in Berlin (noch in Steglitz) und bin ein Weltklasse-Supersportler.
    Hier im Forum bin ich genau richtig, denn ich bin der schnellste, beste, trainierteste und ausdauerndste Läufer in der gesamten Verwandtschaft & Bekanntschaft! Und wenn ich dann morgens aufwache, dauert es geschlagene 10 Sekunden, bis die Traumblase zerplatzt und mich die knallharte Realität wieder eingeholt hat

    Apropos knallharte Realität:
    mein bevorzugtes Bekleidungsfachgeschäft war viele Jahre lang die Zeltabteilung bei Globetrotter und glücklicherweise hat es irgendwann im Spätsommer 2007 das berühmte 'Klick' gegeben, um mir bewusst zu machen, dass mein seinerzeitiger BMI von über 50 seit langer Zeit immer weiter in Richtung "dreistellig" strebte.
    Mit einem Ausgangsgewicht von 160 kg fing ich mit der Radelei an und die darauf folgenden kalten Monate nutzte ich, um die Gehwege der Nachbarschaft walkenderweise unsicher zu machen. Ich war zwar nie ein Stöckchenschleifer, aber wanderte regelmässig meine abendlichen Runden und am Wochenende gerne auch mal Zwei. Im September 2009 startete ich dann bei einem Gewicht von 127 kg mit der Joggerei.

    Jetzt werdet Ihr sicherlich denken, dass sowas orthopädisch total unverantwortlich ist und sich vielleicht sogar wünschen, dass diese Zeilen schnellstmöglich wieder gelöscht werden, bevor sich ein anderer extrem übergewichtiger Leser mein Geschreibsel zum Beispiel nimmt und einfach auf 'Teufel komm raus' drauf losrennt.


    Zurecht! Aber was will ich denn dann überhaupt hier, ausser mich selbst zu beweihräuchern oder mir ein paar anerkennende Schulterklopfer einzufangen?
    In erster Linie möchte ich meine eigene, weitere Entwicklung dokumentieren, aber auch andere stark übergewichtige Anfänger motivieren und dabei (ganz wichtig!) natürlich gleichzeitig an die Eigenverantwortung appellieren!

    => Ich bin zwar recht langsam unterwegs, aber ich bin dennoch stolz auf jeden gelaufenen Kilometer.
    => Ich bin zwar dem Nikotin verfallen, aber ich habe trotzdem Spass daran.
    => Ich habe zwar einen aufmüpfigen Schweinehund, aber ich ignoriere ihn nicht.
    => Ich bin zwar immer noch sehr dick (aktuell 115 kg, BMI 36), aber ich werde weiter abnehmen und...
    => ... ich werde 2011, zum Geburtstag meiner Tochter, den Berliner Halbmarathon laufen. Genau!

    Ein kurzer Nachtrag zum Thema Eigenverantwortung: glücklicherweise benötigte ich bislang keinen Ernährungsberater, aber ohne kardiologische, radiologische und orthopädische Unterstützung ist sowas sicherlich fahrlässig, denn vor allem Sehnen, Knochen und Gelenke müssen langsam an diese Belastung herangeführt werden und dazu ist sehr viel Geduld erforderlich.
    Oder um es in Zahlen auszudrücken: bevor ich mit der Lauferei anfing, habe ich Körper & Kreislauf durch unzählige Rad- und Walkingkilometer stabilisiert. In den letzten 3 Jahren kamen so insgesamt etwa 13.000 Radel- und 3.700 Walking- und Joggingkilometer zusammen (ausführliche Dokumentationen in Form von Tagebüchern gibt es hier und hier).

    Und bevor Ihr jetzt auf mich einschlagt, werfe ich Euch in den folgenden Beiträgen noch ein paar 'Best of...' (aus den anderen Tagebüchern kopiert) meiner bisherigen, grandiosen Sport-Erfolge hin!
    Also, dass Buffet ist hiermit eröffnet....


    Viele Grüsse,
    Peter
    Zuletzt überarbeitet von Peter Pansen (18.09.2010 um 13:22 Uhr)
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

    .

  2. #2
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Der erste Sturz (04.06.2008)

    Gestern (Dienstag) nach Feierabend konnte ich noch ne gute Stunde Zeit rausschlagen und wollte einfach nur eine Hausrunde drehen.
    Weil es immer etwas lästig & aufwändig ist, dass Corratec für ne Stunde aus dem Keller zu schleppen und anschliessend wieder runter zu tragen, habe ich mich halt für das Stahlross entschieden, denn das steht einfach nur auf dem Hof und die drei Schlösser sind ja schnell aufgesperrt.
    Mit der Erinnerung an dem Spass vom Montag habe ich mich dazu entschlossen, ne abgekürzte Hausrunde mit Abstecher durch den Grunewald zu drehen, also ab darauf und los damit und über Südwestkorso, Lentzallee, Wilder Eber und Pücklerstrasse war ich dann auch schnell am Grunewaldrand.
    Bei meinen bisherigen Fahrten hatte ich dort mehrere nette trails ausfindig machen können und wollte auf einem dieser Pfade bis runter zum See, um von dort aus rechts Richtung Königsallee wieder den Wald zu verlassen.
    Nun ja, ich radel da halt so lang, vorne auf dem kleinsten Blatt und schalte nur hinten, um auch im Unterholz noch genügend Vortrieb zu erzeugen, bis mich plötzlich linksseitig, vom Gebüsch leicht verdeckt, eine ca. 50 Meter kurze, aber steile Abfahrt zur Benutzung einlädt.
    Geschätzer Steigungswinkel ca. 45 - 50°, eine feste und etwa 60 cm breite Spur, etwas vertrocknetes Unterholz, beidseitig ein paar Bäume, noch die ein oder andere Wurzel und nach unten hin flach auslaufend - also eigentlich der ideale Spassbringer
    Ok, ich habe dann das Radel oben abgelegt und bis erstmal zu Fuss ca. 2/3 runter. Bin zwar etwas ins rutschen gekommen, aber der Untergrund war schön griffig und auch unter dem weniger Laub schien alles in Ordnung zu sein.
    Also, wieder nach oben, ab aufs Rad, federnd in den Knien, Popo hinter dem Sattel und mit gezogenen Bremsen langsam runtergerollt. Da ich sowas schon häufiger gemacht habe (und vielleicht auch aus eigener Arroganz heraus) habe ich dann die Bremsen wieder früh aufgemacht, um etwas Tempo für nen kleinen Hüpfer über ne Wurzel zu bekommen, dann nur noch nen kurzen Haken, einen weiteren Hüpfer und schon wäre ich im Auslaufbereich.
    Naja, was soll ich sagen: der erste Hüpfer klappte problemlos, den Haken bekam ich auch noch gut hin und beim letzten Hüpfer-Versuch hat's mich dann voll gelegt
    Auf diesen letzten Metern ragte eine Wurzel ziemlich fies aus dem Boden heraus und ich hab sie einfach übersehen, bin mit der Vorderrad daran hängengeblieben und habe mich im hohen Bogen nach vorne überschlagen. Gelandet bin ich dann wohl irgendwie auf der Brust und linker Schulter (dem Farbverlauf nach), beide Unterarme und das rechte Bein haben nun ebenfalls noch mehr Farbe in mein Leben gebracht
    Soweit, so gut .. ich lag nun schön gemütlich dort rum, der Boden war zwar etwas staubig, aber weich & warm und ich wollte gerade meine Augen schliessen, als mich irgendein mittelgrosser Terrier-Wauzi von der Seite anbellte. Das dazugehörige Frauchen kam auch schon angerannt, nahm den Hund beiseite und schaute mich ganz erschrocken an. Sie meinte, dass sei ein heftiger Abflug gewesen und ob sie einen Arzt rufen solle. Ich wollte nun eigentlich etwas schlafen, verneinte aber ihre Frage und fragte im Gegenzug, ob sie zufällig ne Kamera hat mitlaufen lassen. Sie schaute mich völlig ungläubig an fragte nochmals, ob ich wirklich in Ordnung sei und sicher keinen Arzt bräuchte.
    Ich konnte sie überzeugen, dass ich in Ordnung war, sie ging weiter ihres Weges und ich machte mich auf den Heimweg.
    Das Fahrrad hat die Sache unbeschädigt überstanden, ich habe mir glücklicherweise nichts gebrochen und im Nachhinein bin ich froh, dass ich zwischendurch mal so nen glimpflich ausgegangenen Dämpfer erhalten habe.

    ---


    Die Wassertaufe (15.06.2008)

    Nachdem ja bereits gestern meine grosse Hausrunde quasi ins Wasser gefallen war, wollte ich eben den heutigen trockenen Nachmittag zu dieser Tour nutzen. Und um noch einen drauf zu setzen und die Streckenlänge etwas zu vergrössern, wollte ich nicht auf dem direkten Wege runter zum Grunewald, sondern über die Hauptstrassen (Schlossstrasse, Unter den Eichen, Potsdamer Chaussee) zum Wannsee und von dort aus Richtung Havelchaussee.
    Ich liess es ruhig angehen, habe versucht immer einen Gang kleiner und dafür mit höherer Frequenz zu fahren und dabei nicht übermässig zu powern. Nach ca. 4 km begann ein leichter Nieselregen, der mich aber nicht wirklich vom weiterfahren abhalten konnte. Als es dann stärker regnete wollte ich das machen, was alle (geschätzen) 1.500 anderen Radler auf meiner Strecke machten - sie belagerten die Bushaltehäuschen. Irgendwie ist es lustig mit anzusehen, wie sich 12 Radler(innen) diese überdachten 4 Quadrateter eines Bushaltestellenhäuschens teilen. Um auch noch Platz für mich zu bekommen hätte ich bei meiner Körperfülle ja mindestens 3 Kerle oder 4 Frauen in den Regen stellen müssen. Das kam natürlich nicht in Frage, aber ich bin ehrlich - der Gedanke daran war kurz da
    Ok, also habe ich mir den nächstgrösseren Allee-Baum gesucht und mich darunter platziert. Ich wollte mir gerade ne Zichte anstecken, als das schützende Blattwerk über meinem Haupt den von oben niederströmenden Wassermassen nachgab. Also fix ein paar Meter weiter und zwei eng beieinander stehende Bäume gesucht, die mich auch nochmal ca. 20 Sekunden halbwegs trocken hielten. OK, war halt nix. Da ich ja nun in Übung war, bin ich weiter, diesmal mit suchendem Blick nach einem hübschen Baumquartett in einem nahe gelegenen Waldstreifen. Dieses hatte ich auch sehr schnell gefunden, mein Radel & mich ins Trockene gebracht und kurze Zeit später brannte auch schon die Zichte. Während ich mir Gedanken machte, dass ich die Zigarette auf keinen Fall in diesem trockenen Unterholz fallen lassen darf, fiel mir auf, dass meine ca. 3 qm grosse Unterholz-Trockeninsel relativ schnell eine dunkle Verfärbung annahm. Ok, mein Blick nach oben bestätigte meinen Verdacht, denn einer dieser 1 Liter grossen Regentropfen landeten mitten auf meiner Stirn, um sich dann gemächlich über das ganze Gesicht zu verteilen. Die nächsten 5 Liter Tropfen landeten dann halt auf dem Kopf und mangels Behaarung liefen diese wie kleine Wasserfälle den Nacken entlang und meinen Rücken herunter. Die Sache mit der Zigarette hatte sich währenddessen auch schon von alleine erledigt, denn mindestens einer dieser 10 Liter grossen Tropfen liess die Glut erlischen und den Tabak klattschnass werden. "Ok", dachte ich mir, "dann rufst Du jetzt halt mal ein paar Leute an und lässt Dich abholen!" Ich wollte gerade mein Handy aus der Satteltasche kramen, als sich der nächste 20 Liter Tropfen auf meinem Sattel ausbreitete. "Dann eben nicht!", dachte ich mir, trank dann noch nen Schluck Wasser (Nein, nicht mit Kopf in den Nacken und den Mund weit geöffnet, sondern ganz regulär aus der Flasche!) und machte mich auf zur Weiterfahrt.
    Eigentlich glaubte ich ja, dass ich bereits bis auf die Knochen nass sei - jetzt weiss ich aber, wie sich ein Wasserretter fühlen muss, der komplett in Klamotten ins Wasser springt.
    Ich bin dann halt weitergefahren Richtung Wannsee, mittlerweile mit richtig viel Spass an der Sache, denn die Wege waren wunderbar leer und es war immer wieder ein wahrhafter Genuss, mitten durch die Pfützen zu fahren. Meine Schuhe saugten sich mit jeder Pfütze durch das aufspritzende Wasser erneut voll, die Handschuhe trieften und die ehemals weißen Sportsocken bildeten mit dem dunkelgrauen Schuh eine Farbeinheit.

    Als dann aber plötzlich auch noch Blitze zuckten und der Donner grollte wurde es für mich doch etwas komisch, so dass ich mich dann auf den kürzesten Weg über die Argentinische- und Clayallee in Richtung Heimat machte. Zuhause angekommen habe ich nur noch fix das Radel in den Keller gebracht und kaum in der Wohung drinne auf dem kürzesten Weg in Richtung Badewanne - komplett in Klamotten, versteht sich, dann die Waschmaschine steht direkt daneben und so konnte ich quasi "alles in einem Abwasch" erledigen

    Fazit:
    der ersten 2 Minuten der Wasserfahrt waren schei**e, aber danach hat es wahnsinnig viel Spass gemacht.


    ---


    Windschattenlutschen (05.07.2008)

    Gestern (Samstag) bin ich eine - hmmm, wie soll ich sagen - ziemlich "witzig-coole" Tour gefahren!
    Ich bin Nachmittags mit dem Corratec Richtung Grunewald gestartet, hatte knapp 3 Stunden Zeit zur Verfügung und mir im Groben meine grosse Hausrunde als Strecke vorgenommen.
    Auf dem Stück bis zum Hütten- und Kronprinzessinnenweg ist dann nicht viel passiert und ich habe einfach nur versucht, ein gleichmässiges Tempo knapp unter 30 km/h zu halten.
    Witzig wurde es dann auf dem ersten, leichten Abwärtsstück der Havelchaussee. Ca. 100 Meter vor der Kuppe zum Abwärtsstück hörte ich hinter mir so ein jaulend-heulendes Reifengeräusch langsam näher kommen; eben ein Geräusch, wie ich es von den MTB-Grobstollenreifen kenne. "Ok", dachte ich mir, "da kommt jetzt ein MTB und der kann Dich mal etwas ziehen." Ich wollte mich gerade hinter dem MTB einreihen, als plötzlich ein Renner neben mir erschien und direkt dahinter ein zweiter Rennen. Macht doch nichts, also hänge ich mich an die beiden Renner, lass mich von denen bis zum MTB ziehen und fahre dann im Windschatten weiter. Es dauerte nur ein paar Sekunden bis ich merkte, dass die beiden Renner am MTB-Hinterrad lutschten und keinerlei Anzeichen zum überholen machten. Mittlerweile war "unser" Quartett über die Kuppe drüber und die Drei vom mir traten weiterhin ordentlich in die Pedale. Ich machte mich klein, Oberkörper kurz über Lekner und Kniee zusammen und konnte immer noch problemlos folgen. Dann musste ich den ein oder anderen Tritt auslassen, um nicht zu schnell zu werden, hörte kurz danach ganz auf zu treten, richtete mich sogar wieder auf und rollte trotzdem an diesem in hoher Frequenz tretenden Trio vorbei. Was denkt ihr, welchen Gedanken ich dann plötzlich hatte?

    Genau - das ist das beste, praxisbezogene Beispiel von hoher Masse und Hangabtriebskraft. Also, bloss nicht noch mehr abnehmen, sondern mit allen Mitteln das aktuelle Gewicht halten!

    Naja, die Ernüchterung folgte dann wieder in der Ebene, als ich nach ca. 1 km abreissen lassen musste, denn deren Tempo konnte ich einfach nicht halten. Das tat aber meiner guten Laune keinen Abbruch, denn die beiden Renner lutschten immer noch an MTBs Hinterrad und alleine dieser Anblick war mehr als ein Schmunzeln wert
    Alleine ging es dann für mich weiter bis zur Fähre zur Insel Lindwerder, denn dort wollte ich wieder die notwendige Kraft für den folgenden Antsieg auf meinen Tourmalet sammeln.
    Dort muss gestern eine Feier gewesen sein, denn es waren wahnsinnig viele Leute versammelt und warteten auf die Überfahrt. Unter anderem stand dort auch ein Ford Transit und der Fahrer wies den Fährmann im besten Russendeutsch mit den Worten "Wirrr _ sint _ Musick" darauf hin, dass er wohl auch auf die Fähre wolle. Naja, jedenfalls winkte der Fährmann den Transitfahrer auf die Fähre, schloss hinter im die Schranke, löste die Seile und wollte gerade losmachen, als er feststellen musste, dass sein Fährkahn wohl hinten noch auf dem Grund aufsetze und er nicht mehr von der Stelle kam.
    Also wurden die vorne stehenden "Fusspassagiere" gebeten, eine Gasse zu bilden und der Transitfahrer angewiesen, mit Schwung ein paar Meter nach vorne zu fahren und dann ne Vollbremsung zu machen. Der Fahrer fragte 2x ungläubig nach, setzte sich dann aber wiederstandslos in seinen Transit, startete den Motor, fuhr mit quietschenden Reifen an und machte nach 2 Metern wieder ne Vollbremsung. Na, was glaubt ihr, was folgt jetzt?

    Richtig - durch den Ruck löste sich der Kahn vom Grund, der Fährmann konnte endlich losmachen und ansonsten passierte natürlich nichts!
    Aber glaubt mir, ich war nicht der Einzige, der schon das Fotohandy in der Hand hatte

    Alsbald ging es dann auch für mich weiter, nach 2 Kurven folgte der Anstieg und mein Vorhaben "nicht langsamer als 10 km/h" zu werden konnte ich sogar erfolgreich umsetzen. Oben angekommen bin ich dann ohne Pause weiter, nahm wieder meine demütig-windschnittige Haltung ein und erreichte bei der Abfahrt (ohne mitzutreten) respektable 54 km/h. Weil ich so gut in Schwung war habe ich dann den Abzweig Im Postfenn ausgelassen und bin weitergerollt bis zur Heerstrassenbrücke. Dort bin ich dann die Teppen hochgelaufen und über die Heerstrasse, Jaffestrasse und Eichkampstrasse bis zum S-Bahnhof Grunewald. Mir war aber noch nicht nach Heimweg und zudem lag ich noch sehr gut in der Zeit, so dass ich einfach nochmal über die Skater- und Radlerstrecke "Königsweg + Kronprinzessinnenweg" bis zur Ecke Havelchaussee geradelt bin. Dort habe ich dann nochmal eine kurze Pause eingelegt und sass gerade wieder im Sattel, um gemütlich meinen Heimweg anzutreten, als mich ein Trekker überholte. "Mmmh", dachte ich mir, "der kann Dich jetzt noch ein bissel ziehen" und hängte mich hinter ihn. Das bekam er zwar mit, schaute sich zwischendurch auch mal nach links hinten um, übersah mich (leicht rechts versetzt fahrend) wohl dabei und machte etwas ruhiger weiter. Vermutlich wegen seinem laut knarzenden Sattel bekam er nicht mit, dass ich immer noch hinter ihm war, denn als er zwischendurch mal den Tritt rausnahm und ich neben ihm rollte, schaute er etwas erschrocken drein und strampelte umso heftiger weiter. Kein Problem, so ne Einladung nehm ich doch gerne an. Das Spiel wiederholte sich einige Male: er schaute sich nach links hinten um, übersah mich, machte langsamer und ich rollte neben ihn
    Zwischendurch liess ich auch mal 10 oder 20 Meter Luft zwischen uns, aber ich blieb immer auf Tuchfühlung und muss ehrlichweise gestehen, dass ich von mir aus keinerlei Anstalten machte, mich auch mal vor ihn zu setzen und ihn mal mitzuziehen.
    Wir rollten also weiter vor uns hin, als von hinten ein weiterer Trekkerfahrer mit einer sehr schlanken MTBlerin im unmittelbaren Windschatten (5 - 10 cm) an uns vorbeizog. "Mein" Windschattenspender dachte sich wohl, dass er nun genug geleistet hätte und klemmte sich an das Hinterrad der MTBlerin .... ich blieb natürlich auch hinten dran
    Mittlerweile waren wir wieder kurz vor dem Hüttenweg und über diesen wollte ich eigentlich nach Hause, aber die Fahrt machte mir soviel Spass, dass ich einfach weiter dran geblieben bin und dem Trio vor mir auf den Königsweg gefolgt bin. Leider musste mein "alter Kumpel Trekkerfahrer" dann irgenwann abreissen lassen und ich überholte ihn mit einem dankenden Lächeln, blieb aber an den beiden anderen kleben.
    Nun ja, ich strample also so nichtsdenkend vor mich hin, versuche mich auch meine Atmung zu konzentrieren und zähle die Schweissstropfen, als ich von hinten ein rhythmisches Knarzen zügig näher kommen höre. "Geil", denke ich so, "mein Trekkerfahrer ist wieder da!"
    Aber hallo, nichts ist mit Trekkerfahrer. Da überholt mich doch glatt ein ca. 50 jähriger Kerl in Jeans und Sweatshirt auf nem Klapprad. Mein beide Windschattenspender vor mir waren scheinbar auch etwas überrascht, gingen dann aber sein Tempo mit und ich dagegen liess abreissen.
    Kurz darauf holte mich "mein Trekkerfahrer" auch wieder ein, blieb neben mir und bemerkte leicht verzweifelt-kopfschüttelnd (sinngemäss): "Das gibts doch gar nicht! Mit seinem Klapprad lässt der uns alle stehen!"
    Wir unterhielten uns noch kurz und an der Auerbacher Strasse trennten sich dann unsere Wege. Noch vor dem S-Bahnhof Grunewald traf ich dann wieder auf Trekker + MTBlerin, die nun ein deutlich ruhigeres Tempo fuhren. Ich blieb noch etwas hinten ihnen, habe sie an einer roten Ampel (Ecke Fontanestrasse / Königsallee / Hagenstrasse) ihres Weges ziehen lassen, um sie dann aber unerwartet auf der Rheinbabenallee wieder zu überholen
    Ich bin daraufhin meinen normalen Weg über Podbielski- und Schorlemerallee weiter nach Hause gefahren, stehe gerade so an einer roten Ampel am Breitenbachplatz rum, als die MTBlerin die Schildhornstrasse entlang Richtung Schlossstrasse an mir vorbeifährt. Ich wollte ja eigentlich noch hinterher, aber habe es dann gut sein lassen....
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  3. #3
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    Rad- und Walkingduathlon (01.10.2009)

    Da für den gestrigen Mittwochnachmittag vernünftiges Wetter gemeldet war, plante ich bereits am Vorabend, möglichst viel Zeit 'outdoor' zu verbringen und wollte eigentlich nochmal eine 100(plus x)Kilometer-Runde drehen.

    Aufgrund der auf der Waage immer noch abzulesenden 'Nachwirkungen' vom Sonntagsbuffet ging ich dann am Dienstagabend mit heftigstem Magenknurren zu Bett, träumte in der Nacht sogar von kiloschweren Riesenburgern in Kombination mit saftigsten Steaks, familiengrossen Pommesportionen und eimergrossen Salatschüsseln
    Folglich wachte ich natürlich auch mit Magenknurren auf, frühstückte zu der üblichen Cappu & Zichtenkombi entgegen jeglicher Gewohnheit zusätzlich ein einfaches, trockenes Brötchen und packte meine Radelklamotten zusammen.
    Schon beinahe auf dem Weg nach unten, um das Corratec aus dem Keller zu holen, fiel mir dann ein, dass der Kellerschlüssel im Auto liegt und das Auto in der Werkstatt steht. "Ok", dachte ich mir, "dann fährste halt mit dem ollen Stahlross und machst eben 'ne kleinere Runde!"
    Von diesem Gedanken kam ich aber auch schnell ab, denn ohne Handschuhe (die natürlich auch im Auto liegen) machen meine Handgelenke nach spätestens 3 Std. schlapp
    Also beschloss ich nochmal 'nen Mini-Tri in Form einer 40/10-Runde zu machen und vermutlich aus dem Hungerdelirium heraus vergas ich sogar, vorher noch etwas zu essen

    Also fix die Radelschuhe gegen die Laufschuhe getauscht und auf die geplosterte Radhose habe ich auch verzichtet, denn diese stört mich ungemein beim laufen.
    Los ging es dann um kurz vor 10:00 Uhr und die ersten Kilometer ohne Polsterhose waren zwar wie immer etwas ungewohnt, aber erfahrungsgemäss hatte ich mich auch wieder recht schnell an den Druck gewöhnt. Ich startete locker und wollte auch keine hohen Geschwindigkeiten fahren, sondern einfach nur über den geschätzten Zeitraum von ca. 4 Std. Herz- und Kreislauf in Schwung halten.
    Kurz vor dem Bahnhof Grunewald wurde ich dann langsam von 3 älteren Herren auf ihren Renner überholt und wir kamen kurz ins Gespräch. Da sie am Auerbachtunnel auch auf die Krone abbogen, fragte ich, ob ich mich ihnen anschliessen dürfe und im weiteren Verlauf entwickelte sich ein interessantes Gepräch: die drei Herren waren 75, bzw. 76 Jahre alt und fahren regelmässig 2-3x pro Woche ihre 40 - 60 Kilometer. Teilweise musste ich auf dem alten MTB ganz schön schnaufen, wogegen das Trio scheinbar locker mit 25 km/h über die Strecke rollte.
    Sie hatten als Ziel Bahnhof Wannsee genannt, um dort bei 'nem Kaffee zu pausieren; an der Ecke Havelchaussee bog ich jedoch ab, um noch ein paar Höhenmeter mitzunehmen. Ich dachte mir so, dass die kleine Grunewaldrunde in etwa auch in meine Planung passen würde und radelte jetzt wieder locker vor mir hin. Weil aber die Rampe zum Grunewaldtrum dermaßen locker klappte, beschloss ich unterwegs, doch noch ein paar weitere HM dranzuhängen und somit auch noch ein paar Meter weiter als die anvisierten 40 km zu fahren; schlussendlich bin ich dann also diese Strecke über 50 km und ca. 220 HM geradelt
    Kaum wieder zuhause angekommen habe ich dann das Rad angeschlossen, kurz die Satteltasche hochgebracht, schnell noch 'ne Banane gefuttert und mich dann sofort wieder auf den Weg gemacht.

    Auf's joggen habe ich von vornerein verzichtet, denn am Abend zuvor hatte ich ein paar neue Laufschuhe eingelaufen und hatte davon noch 'ne kleine Druckstelle zwischen den Zehen.
    Die ersten 5 Kilometer liefen trotz der vielen Kilometer vom Sonntag noch relativ locker und dann wurde ich Idiot auch noch übermütig: ich erweiterte meine geplante 10er Runde noch eine Umrundung des Grunewaldsees, was unterm Strich dann 14 km bedeuten würden.
    Natürlich traf mich bei etwa Kilometer 7 dann der Hammer
    Ich bekam plötzlich einen tierischen Hungeranfall, auf dem sandigen Untergrund verkrampften Waden & Oberschenkel und die Füsse brannten wie Hölle. Aber irgendwie musste ich weiter, denn selbst wenn ich per Handy einen Bekannten zum abholen herbeigeordert hätte, müsste ich noch irgendwie zu einem der Parkplätze zurück. Also kam eine Pause erst gar nicht in Frage, denn wenn ich mich erstmal irgendwo auf einer dieser verlockenden Bänke hingesetzt hätte, wäre ich nicht mehr hochgekommen; ich spielte sogar mit dem Gedanken, mir 'nen Rettungswagen zu ordern und mich damit nach Hause bringen zu lassen
    Der Schmerz blieb glücklicherweise konstant und als ich dann wieder etwas festeren Boden unter den Füssen hatte, wurde das Muskelkrampfen auch wieder erträglicher. So schleppte ich mich aus dem Wald heraus bis zur Clayallee und war fest entschlossen, die verbleibenden ca. 5 Kilometer mit dem Bus zu fahren. Doch irgendwie siegte mein Stolz und ich biss die Zähne zusammen, versuchte mich dabei in mentaler Ablenkung und lief einfach weiter und weiter und weiter. Am Wilder Eber sagte ich mir dann "Es sind nur noch 4 Kilometer und sowas reisst Du normalerweise auf einer Arschbacke ab!"
    Mein knurrender Magen liess mich dann von Schoko-Torten, Eiscremebädern und Gummibärchen-Massagen halluzinieren und mit jedem weiteren Schritt überlegte ich mir, wie ich den kompletten Kühlschrankinhalt mit einem Happen durch die Speiseröhre quetschen könnte
    Naja, irgendwie schleppte ich mich die restliche Strecke nach Hause und schaffte auch noch die Treppenstufen bis zu unserer Wohnung, um dann völlig erschöpft auf die Couch zu fallen, mir zwei Schokoriegel und 'ne grosse Schale Eis reinzudrücken und mir im Anschluss noch die vorwurfsvollen Worte der besseren Hälfte anzuhören...


    ---


    Der erste, lange Lauf (31.10.2009)

    Es ist Samstagmorgen, 07:57 Uhr und ich sitze mal wieder alleine im Büro.
    Ich hoffe, dass es heute nicht so stressig werden wird wie in den letzten Tagen, ansonsten wird dieser Text wohl erst am Nachmittag fertig geschrieben sein

    Also, was war los in den letzten Tagen?
    Da ich nach der 151er Runde vom letzten Samstag ja nun zum Supersportler avanciert bin, muss ich letztendlich nur noch die Waage und die Hosengürtel davon überzeugen, dass dem wirklich so ist. Leider weigern sich sowohl wie Waage wie auch die Gürtel, mein eigenes Empfinden zu bestätigen und als bekennender Liebhaber von (23) Verschwörungstheorien fürchte ich mittlerweile, dass sich besagte Waage, Gürtel, Spiegel, Klamotten und sogar diverse BMI-Rechner mit meiner Liebsten zusammen getan haben und mir nach wie vor ein extremes (23) Übergewicht vorgaukeln.

    Aber hey, shit happens, MICH könnt ihr nicht reinlegen!!!1


    So federleicht wie ich ja nun plötzlich wieder bin fiel mir dann natürlich sofort auch noch ein weiteres Jahresziel auf, welches immer noch nicht erreicht wurde: ein 5.000 Meter Lauf.
    Ich hatte ja in den letzten Wochen immer häufiger die Laufschuhe geschnürt und mir zusätzlich mit dem Nike Airspan+ einen für mich superbequemen, fersengedämpften Laufschuh gegönnt. Der Schuh ist sehr leicht, passt wie angegossen und macht mich locker (gefühlte) 5 km/h schneller!
    Da ich ja als angehender Triathlet meine schwächste Disziplin, das Laufen, stärker trainieren möchte, habe ich nochmal in den alten Erinnerungen gegraben und dabei heraus gefunden, dass die schnellste gemessene Zeit über 5k bei 24 Minuten und ein paar Sekündchen lag.
    Das war 1988 bei der Bundeswehr und anschliessend hat es dann auch niemand mehr gewagt, mich nochmal über diese unmenschliche Strecke zu scheuchen

    Ok, '88 war ich vielleicht ein paar Gramm leichter als heute, aber dabei deutlich weniger sportlich und 20 Jahre Raucherei, Nascherei, Sauferei und Weiberei schaden dem Körper ja nun nicht wirklich. Und dabei ist natürlich nicht zu vergessen, dass ich ja seit letztem Samstag der Übersportler (siehe oben) bin, für den es jetzt keine Grenzen mehr gibt!
    Ohne move's Zutun hätte ich diese Strecke zwar nicht gepackt, aber solche unwichtigen und nebensächlichen Kleinigkeiten vergisst man ja schnell in seinem eigenen Grössenwahn!

    Beim surfen bin ich dann, natürlich rein zufällig, auf den Begriff "Double Deca Ultratriathlon" gestossen und dachte mir "Die Nachbarn und Kollegen halten Dich mit Deiner Radelei eh für bescheuert, also wieso nicht mal die nette Abwechslung eines solchen Ultra-Tris als nächstes, übergeordnetes Ziel?"

    Womit wir dann also wieder beim laufen wären. Irgendwann in der vorletzten Woche habe ich es ja geschafft, ganze 4 km unterbechungsfrei, also sozusagen "am Stück", zu laufen. Ich hätte natürlich noch ganz locker deutlich mehr geschafft, hätte natürlich auch noch viel schneller sein können und habe mich, als Gutmensch-Supersportler (siehe oben ) der ich nunmal bin, im Grunde nur aus Rücksicht auf die anderen, schlanken, durchtrainierten und sauteure funktionswäschetragenden Läufer zusammen gerissen, um sie nicht zu demütigen. Meine schmerzenden Waden, Schnappatmung und eiergrosse Schweisstropfen waren natürlich nur psychosomatischer Natur und dienten ausschliesslich zur Gewissensberuhigung der anderen Läufer

    Also bin ich am Donnerstagabend, ausgestattet mit Taschenlampe und Handy, zu einer doppelten Marathonrunde aufgebrochen, um einfach das Gefühl dafür zu bekommen, mit welchem Tempo ich den ja nun fest eingeplanten Double Deca Ultratriathlon angehen werden könne.
    Meine Lauferei beschränkte sich in den vergangenen Wochen auf die ca. 500 Meter lange, mehrfache Umrundung einer kleinen Parkanlage in der Nachbarschaft und ich rechnete mir auf dem Weg dorthin aus, dass ich ja nur 170 Mal da rum laufen muss, um die gesamte Doppelmarathon-Distanz zu komplettieren.
    Ich liess zwar die Stoppuhr mitlaufen, aber würdigte der Uhr dann anschliessend keinen Blick mehr und nahm mir vor, erst wieder bei Kilometer 20 die Zwischenzeit zu überprüfen. Mit dem Wissen, nicht ganz so schnell zu sein wie Haile sah ich mich nach ca. 70 Minuten die ersten 20k vollgemacht zu haben.
    Ok, also die erste halbe Runde lief dann locker und ich zog langsam das Tempo an. In diesem forcierten Tempo bin ich dann erstmal ne ganze Weile weitergelaufen - ca. eine halbe Runde lang.
    Dann merkte ich aber doch noch rechtzeitig, dass ich zu schnell für die Langdistanz war; hey, doch für mich als neuer Stern am Supersportlerhimmel kein Problem, denn ich weiss ja aus (angelesener) Erfahrung, dass viele Läufer ihre runs zu schnell angehen. Also habe ich wieder etwas Tempo rausgenommen und bin locker weiter vor mich hingetrabt - ca. eine halbe Runde lang. Dann kamen langsam auch schon die ersten Schmerzen, die ich, als echter Kerl, einfach ignorierte und eine ganze Weile später - ca. ne halbe Runde - feuerten die Waden "Achtung, es brennt"-Signale ans Supersportlerhirn.

    "Ok", dachte ich mir, "aufgeben gilt nicht, ein paar dutzend Runden wirst Du schon noch schaffen!" Tja, im Grunde wäre auch alles wie geplant gelaufen, wenn da nicht diese dämliche Gravitationskraft, Gegenwind, Dunkelheit, Ermüdung, Magnetfelder, Vollmond, Laub ...und und und... gewesen wären.
    So quälte ich mich also über weitere 10 Runden, stoppte bei der Zielankunft die Zeit und musste nach kurzer Rechnung feststellen, dass die benötigten 47:42 Minuten über 5.000 Meter einem gigantischen Schnitt von ca. 6,2 km/h entsprechen. Ok, nicht ganz auf Weltrekordkurs und wenn der Vollmond nicht gewesen wäre, hätte ich mindestens doppelt so schnell laufen können, aber das tut meiner neu gewonnen Übersupersportler-Arroganz natürlich keinen Abbruch

    Den knappen Kilometer bis nach Hause ging ich dann schnelleren Schrittes (andere nennen das dann wohl "auslaufen"), schnappte mir den Hund und lief dann trotz der gewaltigen Plackerei sogar nochmal eine 200 Meter lange kurze Gassistrecke....
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

    .

  4. #4
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    Der erste Wettkampf (09.05.2010)

    Wir schreiben Sonntag, den 09. Mai 2010. Es ist 0:01 Uhr und heute soll mein grosser Tag werden. Es wird meine erste Teilnahme an einer Laufveranstaltung sein, so richtig mit Startnummer und Zeitmessung. Ich bin nervös. Frage mich, ob ich mir das wirklich antun will. Der Wecker wird um 05:37 Uhr klingeln, mir fehlt die Müdigkeit. Liegt wohl an der Nervosität. Ich bin doch eigentlich nie nervös. Ich doch nicht! War das früher auch schon so?
    Früher, hmmm, ja früher, da war das kein Problem. Irgendwann in den 70ern, ich war noch ein Kind, schleppten mich meine Eltern regelmässig zu solchen Events hin. Ich habe nur noch wenig Erinnerung daran. Weiss nur, dass ich am liebsten die Wettkämpfe durch den Wald rannte. Cross-Rennen nennt man das wohl heute. Ich versuche mich zu erinnern: da gab's Vereins- und Kreismeisterschaften, Staffelläufe, Siegerehrungen, Urkunden, Medaillien. War mir eigentlich egal. Die Eltern freuten sich und ich bekam zur Belohnung ein Eis. Wenn ich richtig gut war auch 2.
    Ist aber schon lange her. Fast 35 Jahre. Und viele Kilos. Meine Bestzeit über 600 Meter lag bei 02:12 Minuten. Heute undenkbar. Liegt wohl am Alter.
    Später dann, 1988, während der Bundeswehr Grundausbildung. Soldatensportwettkampf. 5.000 Meter in 24,xx Minuten. Habe kaum noch Erinnerung daran. Weiss nur noch, dass ich dafür ein paar Mal trainiert hatte und die Zeit trotzdem langsam war. Bin dann schwimmen gegangen und habe unvorbereitet mal eben die 1.000 Meter in 19:42 min. geschwommen. War einfacher als die blöde Rennerei. Und ging schneller vorbei.
    Und heute? Heute will ich rennen. 10.000 Meter. Nein, kein lockeres Läufchen, kein wandern oder walken. Nein, ein Rennen rennen! Bin ich bescheuert? Das sind ja 10 km. Am Stück, ohne Pause. Auf Zeit!

    Es ist 0:05 Uhr. Ich muss ins Bett. Der Wecker muss so früh klingeln, sonst kommt der (Un)Sportlerkreislauf ja gar nicht in Schwung. Ich verstehe die Frühstücksjogger nicht. Wenn ich morgens ins Büro fahre, sehe ich schon Scharen von Läufern durch den Tiergarten hetzen. Und das schon um kurz nach 7:00 Uhr. Wie geht das?
    Wigald Boning ist mein Papst und seine "Bekenntnisse eines Nachtsportlers" sind meine Bibel. Der Mann ist mir sympathisch. Er versteht mich. Oder ich ihn? Egal!

    0:10 Uhr. Wo bleibt die Müdigkeit? Ich war arbeiten, bin schon seit 06:30 Uhr auf den Beinen. Normalerweise hätte der Sandmann schon 3x geklingelt. Ich muss ins Bett. Bis ich im Bad fertig bin, werden es 0:30 Uhr sein. Bleiben 5 Stunden Schlaf. Reichen normalerweise für 'nen Büro-Arbeitstag. Aber auch heute? OK, ich versuch's mal, werd noch ein paar Seiten lesen. Vielleicht geht's ja dann?

    Gefühlte 30 Minuten später klingelt der Wecker. Ich wanke auf Toilette, schlafe dabei fast wieder ein. Heute laufen? NIEMALS!!!
    Zwei Zigaretten und 'nen grossen Cappu später. Es sind 06:15 Uhr. Die Vögel zwitschern fröhlich. Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm. Es kommt mir nur noch vor wie eine unliebsame Erledigung. Sowas wie einkaufen oder Tisch abräumen. Geht also. Ich bin jetzt wach, sitze auf der Couch und messe Puls und Blutdruck. Hmmm, komisch? Puls bei 54 bpm, Blutdruck 117:68. Fühlt sich deutlich schlimmer an. Eigentlich wollte ich noch was futtern. Hab' aber keinen Hunger. So wie eigentlich immer, so mitten in der Nacht. Ich zwänge mir 2 Bananen rein. Machen etwas satt, reicht mir.

    Um kurz nach 8:00 Uhr wollen wir uns auf den Weg machen. Haben kurzfristig umdisponiert und fahren doch mit dem Auto. Vorher nochmal fix auf die Toilette, die letzten Tröpfchen abschütteln. Um 08:30 Uhr einen Parkplatz in ca. 600 Meter Entfernung gefunden und dann langsam in Richtung Startbereich gewandert. Ich muss auf Toilette. Springe irgendwo ins Gebüsch und beglücke eine Eiche mit meiner nervösen Blase. Jetzt heisst es warten. Und rauchen. Weiter warten, nochmal pinkeln, dieses Mal aber ordentlich im Häuschen!. Noch eine rauchen. Jetzt nichts mehr trinken. Der Mund ist trocken, ich habe Durst. Ist egal. Der Körper ist druch die Radelei darauf trainiert, 2 Stunden Leistung zu bringen ohne zwischendurch gewässert zu werden. 09:30 Uhr, letzte Zigarette. Nochmal pinkeln. Um 09:45 Uhr beginnt das Gruppenaufwärmen. "Weshalb machst Du nicht mit?" fragt Beate. "Ich muss Kräfte sparen, brauche mich nicht aufzuwärmen. Nach spätestens 100 Metern bin ich sowieso warm!" Tänzel dabei von einem Bein auf das andere, trabe ein paar Schritte, dehne und stretche mich. "Aha!" lautet ihre knappe, grinsende Antwort.

    09:58 Uhr. Ich gehe zum Startbereich, reihe mich ganz hinten ein. Schaue mich nach Bekannten um. Kenne niemanden. Maike und Timo müssten aber auch hier sein. Hatte mir vorher überlegt, meine Startnummer mit "laufforum.de" zu ed(d)i(ng)tieren. Fand ich aber doof. Vielleicht erkennt mich ja jemand? Ich muss schon wieder pinkeln. Oder immer noch? Vom Startschuss bekomme ich nichts mit. Der Tross vor mir setzt sich langsam in Bewegung, ich schaue mich um. Beate winkt. Da sind ja plötzlich wieder dutzende Läufer hinter mir? Ich gehe nach rechts weg und warte. Los Leute, macht hinne, hier findet ein Rennen statt!

    10:02 Uhr, das Starttor taucht vor mir auf. Noch einmal tief durchatmen, den Forerunner starten und los geht's. Mach langsam! Nach 300 Metern dann der erste Blick auf die Uhr. Pace 06:45! Autsch, viel zu schnell! Mach langsamer! Von hinten kommen immer noch Leute angerannt. Deutlich schneller als ich. Habt wohl den Start verpennt, ihr Luschen!
    Ich schliesse kurz die Augen und stelle mir vor, ich sei im Grunewald. Oder im Park. Einfach nur für mich alleine. Keine Zuschauer. Niemand, der mit dem Finger auf den dicken Mann zeigt. Und plötzlich, ganz von alleine, mit einem Mal, einfach so, ist die Nervosität weg. Ich laufe. Ich laufe vor mich hin, Schritt um Schritt, die Maschine funktioniert. Bei Kilometer 1 ein kurzer Blick auf die Uhr. 7:09 werden angezeigt. Eigentlich zu schnell, aber es geht richtig locker. Also keine Gedanken machen und einfach weiterlaufen, in der Masse mitschwimmen. Freue mich, dass ich sogar schon ein paar andere Teilnehmer überholen konnte. Immer locker weiter, die Gedanken wie üblich kreisen lassen. Ich werde von anderen Läufern überholt, ich überhole andere Läufer. Ein lustiges Wechselspiel. Ich halte Ausschau nach Froilein Maike. Keine Chance bei den Massen. Ich laufe weiter. Ich bin erstaunt, es läuft sich wirklich locker. Kilometer 2 mit 07:20, kurz danach der Theodor-Heuss-Platz. Breite Fahrbahn, ich versuche die Ideallinie zu laufen. Eine Band trommelt. Ich versuche im Takt zu laufen, klappt aber nicht. Freue mich trotzdem über die akustische Unterstützung.
    Es kommt der Kaiserdamm, jetzt denke ich taktisch. Hier geht es etwas bergab, also versuche ich die Belastung beizubehalten und damit das Tempo etwas höher zu bekommen. Die gutgemachte Zeit brauche ich, um auf dem Rückweg den leichten Anstieg (gefühlt 100 Höhenmeter) auf der Neuen Kantstrasse etwas ruhiger angehen zu können. Ich laufe weiter, werde überholt und überhole selber. Meine Beine laufen von alleine, ich konzentriere mich auf die Atmung. Nur nicht zu sehr hecheln, nicht schnappatmen. Es läuft. Einfach so. Und es macht Spass. Richtig viel Spass. Ich glaube, ich bin glücklich. Glücklich? Nein, ich bin euphorisch!

    Abbiegen bei Kilometer 4, weiterlaufen, nochmal abbiegen. Verpflegung bei Kilometer 5. Pffff, brauche ich nicht. Ich doch nicht! Es ist nicht warm und kostet nur Zeit. Weiterlaufen, tief einatmen und langsam die 200 Meter Höhenänderung angehen lassen. Gedankenspiele. Weshalb müssen diese dämlichen Autobahnüberquerungen auch immer so hoch gebaut werden? Würde doch auch reichen, wenn so 'ne Brücke nur 10 Meter hoch wäre!
    Kilometer 6 in 07:40. Ich bin zufrieden, ist ok für die 300 Höhenmeter. Soll ich nächstes Jahr mal an so 'nem Brockenlauf teilnehmen? Weiter geht's auf der Masurenallee. Am RBB (Haus des Rundfunks) wieder ein Grüppchen Leute, dass speziell mich anfeuert. Ich freue mich und applaudiere. Und Fotos machen sie auch. Zur Abschreckung an den Kühlschrank? Oder für die Greenpeace-Untergruppe "Rettet die Wale!"? Egal, ich laufe!

    Wieder zurück am Theodor-Heuss-Platz, wieder Ideallinie laufen. Ist schon lustig, irgendwie. Ich bekomme Durst. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso durstiger werde ich. Ich will nicht denken, ich will laufen. Nur noch 3 Kilometer, ist nicht mehr weit. Die übliche abendliche Walkingrunde sind auch nur 3 Kilometer. Also so gut wie nichts. Wenn ich mit dem Wauzi dann wieder in der Wohnung zurück bin, trinke ich immer 'nen Schluck. Werde ich gleich auch machen. Trinken! Die Kehle fühlt sich ausgedörrt an. Staubtrocken. Durst!

    Da, rechts am Rand. Ein kleines Mädchen. Die Alupackung ihrer Capri-Sonne glänzt verführerisch in der nicht vorhandenen Sonne. Kein Erwachsener bei ihr, also leichte Beute. Tut mir echt leid, Kleine, aber ich verdurste. Mitten in Berlin. Wird als Mundraub durchgehen. Wird jeder Richter so sehen. Zumindest jeder joggende Richter! Ich mache ein paar Schritte auf sie zu. Die Kleine winkt in meine Richtung. Ich verstehe es als Bestätigung, dass sie mich gedankenlesend verstanden hat und mir nun ihre 'Sonne überreichen will. Sie winkt immer noch. Sie lächelt dabei. Sie geht drei Schritt auf mich zu - und wird von ihrer vor mir laufenden Mama in den Arm genommen. Scheisse! Sie wäre meine Rettung gewesen. Zwar ungewollt, aber wäre sie.
    Beim Zielinterview hätte ich sie dankend erwähnt. Morgen wird in der Morgenpost zu lesen sein: "Berliner Jogger verdurstet!" Und darunter in sozialistisch-roten Lettern: "Klaus Wowereit spricht den Angehörigen seine Anteilnahme aus."

    Ich laufe weiter. Das Olympiastadion jetzt wieder vor mir, ein Blick auf die Uhr. Pace im Schnitt bei 07:04. Boah ey, ist das geil! So schnell war ich noch nie. Also nochmal richtig Tempo so kurz vorm Ziel, da sind vielleicht sogar 6,5x-Zeiten möglich! 50 Meter später, ich muss fast kotzen, nochmal ein Blick auf die Uhr. Pace bei 07:14. Ich habe mich verguckt. Im Durst-Delirium. Und erst jetzt realisiere ich, dass ich erst kurz hinter Kilometer 8 bin. Aber das Stadion ist doch in greifbarer Nähe? Ich laufe weiter, am Starttor vorbei, bin wegen der Streckenführung frustriert und plötzlich völlig demotiviert. Der Anzahl der gehenden Leute wird immer grösser. Ich will auch wieder Walker sein!
    Ich folge dem Herdentrieb, lasse mich überraschen. Weshalb habe ich mir die Strecke vorher nicht mal vernünftig angeschaut? Na Herr Pansen, sind wir heute wohl schlecht vorbereitet! Es geht an den olympischen Ringen links vorbei ums Stadion herum in Richtung Westtor. Dort in der Nähe steht auch das Auto, da ist ja was zu trinken drin. Den Schlüssel hat Beate. Egal, ich könnte die vordere Seitenscheibe einschlagen. Oder lieber die hintere Scheibe? Was ist im Endeffekt teurer? Ist eigentlich so ein Glasschiebedach teurer als eine Seitenscheibe? Ich laufe weiter und denke darüber nach, ob ich es "Colt Seavers"-like mit dem Ellbogen mache oder mir doch besser einen Stein suche. Es geht wieder rechts ab. Neuland. Die bisherige Strecke bin ich zwar vorher schonmal abgeradelt, aber hier war ich noch nie. Ist ja auch normalerweise durch ein Tor versperrt. Ich laufe weiter, den anderen hinterher. Es geht bergab, ich drücke nochmal auf's Tempo. Ich bin jetzt in den Katakomben vom Stadion. Schon oft von gehört, noch nie gesehen.

    Wieder Trommeln, Es hallt laut. Ich freue mich, gleich ist es soweit. Es geht ins Stadion hinein. Ich bin überwältigt. Die blaue Tartanbahn. Schon oft gesehen, noch nie belaufen. Am liebsten würde ich stehenbleiben und den Moment geniessen. Geht nicht, ich muss laufen.
    Ich sehe mich auf dem grossen Monitor. Bildschirmfüllend. Ich winke mit der rechten Hand. Mein Monitorbild winkt links. Also rechts. Aber eben anders herum. Verstehe ich im Moment nicht. Egal. Letzte Kurve, nochmal Gas. Die Südtribüne ist gut besetzt. Die Zuschauer applaudieren. Ich applaudiere zurück. Zziiiiiisssccchhh. Schon wieder so ein schwarzer Blitz rechts an mir vorbei. Einer der Kenianer. Blöder Angeber!

    Ich laufe ins Ziel ein. Bin glücklich. Vergesse die Stopp-Taste zu drücken. Bekomme 'ne Medaille um den Hals gewickelt. Weiss im Moment nicht so recht, was los ist. Überall Läufer, rechts und links und vor mir und vermutlich auch noch hinter mir. Da ist plötzlich Froilein Maike. Sie drückt mich herzlich und gratuliert zum finishen. Mein Deo hat zwar versagt, aber ist mir in dem Moment auch egal. Ich freue mich. Ich folge ihr die Treppen hinauf. Drehe mich nochmal um. Diese Kulisse ist einfach überwältigend. Ich sauge die Atmosphäre in mich auf. Wende mich zurück zu Maike. Sie ist weg.

    Durst! Da ist er wieder, der Durst. Ich schlage mich zur Verpflegung durch und schnappe mir einen Becher. Noch einen. Und noch einen. Gehe ein paar Schritte, dann noch einen Becher. Meine Becher-Wirtin bietet mir die Flasche an. Ich lehne dankend ab und orientiere mich am Obst.
    Erst jetzt realisiere ich richtig, dass ich meinen ersten 10 km WK hinter mich gebracht habe. Vor lauter Freude könnte ich die ganze Welt umarmen.

    Ich bin stolz und könnte hier noch den halben Tag lang rumlaufen. Geht aber nicht, da Beate auf mich wartet und wir noch 650 km Autofahrt vor uns haben. Also noch einmal tief eingeatmet, die Stimmung aufgesogen und mit einem Becher Wasser und 'ner Apfelhälfte auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt gemacht. Beate wartete schon und fragt mich: "Musst Du nochmal auf Toilette?" Nö, jetzt auch nicht mehr

    Fix nach Hause gefahren, schnell geduscht, die gepackten Taschen ins Auto geworfen und dann ging's auch schon wieder los in Richtung Rheinland. Erst auf der Fahrt kam ich dazu, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Und, was soll ich jetzt noch sagen ausser:
    ich freue mich schon auf die BIG 25 Berlin in 2011....


    ---


    Vattenfall City-Nacht (02.08.2010)

    Am vergangenen Samstag stand mein zweiter Laufwettkampf an. Mein persönliches Ziel lautete schlicht und einfach: durchlaufen und nur nicht als Letzter ankommen.

    Ich bin zwar in den vergangenen Wochen ab und zu längere Strecken gelaufen, doch bei 6 Läufen im Juli über insgesamt 47 km kann man in diesem Zusammenhang wohl nicht wirklich von einer guten Vorbereitung sprechen. Es ist ja meine erste "Sommer"-Saison und für echtes Training war es mir schlichtweg zu warm, denn bereits im kühlen Mai merkte ich, dass mir die kalte Jahreszeit zum laufen besser liegt und ich mir lieber bei -10°C den gefrorenen Rotz aus dem Schnäuzer kratze als bei 25°C in meine Bestandteile zu zerfliessen.

    Sei's drum, denn mich reizte an diesem Lauf vor allem die Streckenführung, denn der Start- und Zielbereich lagen in unmittelbarer Nähe der Gedächtniskirche und die Strecke führte ca. 2,2 km weit den Kurfürstendamm hinauf, dann ging es rechts ab in die Droysenstrasse und weiter durch bis zur Kantstrasse. Diese dann zurück in Richtung Bahnhof Zoo bis zur Joachimstaler Strasse und dann nochmal etwa 2,2 Kilometer den Ku'Damm hoch und wieder runter.

    Im Gegensatz zu dem ersten 10km-Lauf im Mai war ich vorher kaum nervös. Ganz bewusst hatte ich mir dieses Mal auch keine Zielzeit gesetzt, denn ich wollte einfach nur die Strecke, die Dämmerung und vor allem die Stimmung geniessen.
    Der Start sollte um 20:30 Uhr erfolgen und gegen 18:45 Uhr machte ich mich fertig angezogen auf den Weg. Ich musste nur noch die Startnummer abholen und wollte mich dann um 20:00 Uhr mit einer ebenfalls mitlaufenden Bekannten treffen.

    Die Startnummer war zwar sehr schnell abgegriffen, aber die Abholung des Gratis-Adidas-Laufshirts war umso chaotischer: dort stand ein LKW mit aufgeklappter Laderampe, auf der zwei völlig überforderte Helfer rumturnten und den hunderten entgegenreckenden Händen, natürlich jeweils nur gegen Vorlage eines entsprechenden Gutscheins, die Shirts in unterschiedlichen Grössen ausgaben. Ab und zu kam dann auch noch ein dritter Mann hinzu, der einen seiner durchgeschwitzen Kollegen dann kurzzeitig ablöste. Ich hatte halbwegs Glück, konnte mich von der Seite her in die Traube reindrängeln, musste daher nur 10 Minuten warten und bin nun stolzer Besitzer eines Laufshirt-Zeltes in figurbetonender Grösse XXL

    Gegen 20:10 Uhr begaben wir uns dann, an der ca. 50 Meter langen Doppelschlange vor den Toilettenhäuschen vorbei, in die Startaufstellung und ich suchte mir ein lauschiges Anlehnplätzchen am Absperrgitter. Hehee, meine Blase machte mir glücklicherweise keine Probleme, der Puls schlug mit gemütlichen 71 bpm vor sich hin und von Nervosität war überhaupt nichts zu spüren.
    Pünktlich um 20:33 Uhr setzte sich die Masse in Bewegung, ich staunte derweil noch über die Pfandflaschensammler, die sich wie die Geier auf die mitgeführten und dann doch abgestellten Flaschen stürzten und um exakt 20:35 Uhr lief ich über die Startmatte. Meine Bekannte wollte sub 60 laufen und deswegen hatte ich mich dummerweise etwas zu weit vorne eingeordnet, so dass ich gerade auf dem ersten Kilometer ständig überholt wurde und es selber mit 6:51 min/km auch zu schnell anging. Ich lief zwar direkt zum Strassenrand rüber, aber das Gedrängel war doch enorm und so wurde man automatisch mitgezogen.
    Kilometer 2 bin ich dann bewusst langsam angegangen (07:36), aber merkte, dass ich doch noch etwas schneller konnte. Kilometer drei bis sechs lief ich in 07:17, 07:20, 07:26 und 07:22 und war auch schon wieder auf dem Ku'Damm zurück.
    Dort wurde es dann aber auch echt schwer, denn auf der anderen Strassenseite kamen mir die schnelleren Läufer wieder entgegen und ich sehnte einfach nur den Wendepunkt herbei, welcher natürlich einfach nicht näher kommen wollte. Ab diesem Zeitpunkt legten dann auch schon die ersten Läufer vor mir Gehpausen ein und ich fühlte mich an den 10er im Mai zurückerinnert, wo ich auch so gerne wieder 'nur' walker gewesen wäre. Ich musste wirklich mit dem ISH kämpfen, nicht auch mal ein paar Meter zu gehen. Die Beine waren plötzlich schwer wie Blei, die Zunge schliff auf dem Boden, der Puls hämmerte mit 164 beats im Schädel und jede einzelne Nervenfaser signalisierte "Schmerz! Aufhören! Sofort!"

    Etwas früher, auf der Kantstrasse, wurde es zwar auch schon etwas schwierig, denn Michel, ein lieber Arbeitskollege, wohnt dort ganz in der Nähe und irgendwie wollte ich Idiot natürlich einen frischen Eindruck auf ihn hinterlassen, falls er auch irgendwo am Streckenrand stehen sollte. Tat er natürlich nicht (Blödmann!) und so erkämpfte ich mir Schritt um Schritt mit einem gequälten und vermutlich selten dämlich aussehenden Lächeln den Weg durch seine Nachbarschaft.
    Zu dem war da dann noch so ein doofes Kind auf der gegenüberliegenden Strassenseite, welches aus einem vorbeifahrenden Auto heraus uns völlig respektlos zurief "Na, macht Euch das Spass?"
    Meine Lippen formten ein "Nee! Muss ich aber machen, ist mein Job! Also schau zu, dass aus Dir blödes Balg was Vernünftiges wird!", aber die Kehle brachte nur ein unverständliches gurgeln und röcheln, gefolgt von intensiver Schnappatmung, heraus. Ich fürchte, damit konnte ich den Lütten nicht beeindrucken

    Während ich da also so vor mich hinstolperte und dabei immer wieder auf ein gehendes Läuferpärchen auflief, welche dann auch wieder den Laufschritt einnahmen, an mir vorbeizogen und dann wieder weitergingen, wurde ich plötzlich namentlich von der Seite angesprochen. Es war "der Moabiter", hier aus dem Forum, aber ich nahm ihn viel zu spät wahr und konnte bloss noch sowas wie ein "Hey, schön das Du hier bist! Lauf doch auch mit!" herauspressatmen. Diese persönliche Anfeuerung tat echt gut, sie schüttelte die Demotivation ab und brachte mir auf dem nächsten Kilometer wunderbare, mentale Ablenkung. Nach dem Wendepunkt, auf dem Rückweg, hielt ich dann auch kurz bei ihm an, aber für eine längere Unterhaltung fehlte halt leider die Zeit - tsss, das die Leute es an einem Samstagabend auch immer so eilig haben müssen

    Die letzten beiden Kilometer liefen dann zwar langsam, aber mit dem Ziel vor Augen beinahe wie von alleine (7:41, 7:44) und ich konnte 200 Meter vor Ende mit 07:07 sogar noch sowas wie einen Schlussspurt einbauen.
    Nach Überquerung der Zielmatte machte ich mich erstmal auf die Suche nach der Verpflegung, kippte dort 5 Becher Wasser in mich hinein und nahm noch zwei weitere Becher 'to go' mit auf den Weg in Richtung vereinbartem Treffpunkt, welche ich unterwegs dann gegen einfach 2 sympathisch wirkende "Energiedrinks" (Erdinger Alkoholfrei) eintauschen musste. Man muss ja schliesslich als Langstreckensportler immer an den Mineralienhaushalt denken!


    Mein Fazit:
    Es war mit 23°C zu warm, es war zu voll, er war mitunter zu anstregend, es war kurzzeitig zu schmerzhaft, es war einfach nur geil....
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

    .

  5. #5
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    Die Polizei, Dein Freund & Helfer

    Nach einem langsamen 14-km-Lauf am Samstag hatte ich zwar schwere Beine und eigentlich war auch mal wieder ein Familientag geplant, aber die aufreissende Wolkendecke liess mich immer wieder nervös ans Fenster rennen. Da Beate ja diese sehnsüchtelnden Blicke in Richtung Fenster schon kennt, bekam ich also auch gestern kurzerhand 'Urlaub' genehmigt.
    So habe ich mich also mit ganz viel freier Zeit im Rücken schon in der Früh dazu entschlossen, gestern nochmal eine bike & run-Kombi zu machen.
    Im vergangenen Sommer bin ich ja nach dem radeln häufiger zu 'ner walking-Runde aufgebrochen und das hat auch relativ gut geklappt. Aber leider wurde mir erst seit Beginn der Lauferei bewusst, dass mir der Bewegungsablauf beim walken doch wesentlich einfacher fällt als die Joggerei und so musste ich bei meinen letzten beiden Versuchen schmerzhaft feststellen, dass ich nach dem radeln nicht einfach 'mal eben so' losjoggen kann
    Es 'musste' aber einfach mal klappen!

    Ich hatte mir vorgenommen, mit meinem alten Stahl-MTB im Grunewald die ersten 20 km zu machen, dass Rad an 'nem Pfahl anzuschliessen und dann die Laufeinheit irgendwie hinter mich zu bringen. Anschliessend nochmal 20 km radeln und klein-Peterle wäre glücklich

    Diesen alten, schweren Bock würde sowieso niemand klauen wollen, aber Satteltasche & Co. habe ich dann doch lieber daheim gelassen.
    Ich starte also frohgemut und gebe direkt Gas. Nach knapp 5 Kilometer, ich bin gerade am 'Wilder Eber' und gehe zum beschleunigen aus dem Sattel, blockiert plötzlich mein Hinterrad. Heilfroh, dass ich nicht über den Lenker abgestiegen bin, schiebe ich das Rad rechts auf den Seitenstreifen und schau mir das Dilemma aus der Nähe an.
    Das Hinterrad hat sich an den Ausfallenden wohl irgendwie gelöst und wird jetzt vom Hinterbau zwischen zwei Stollen blockiert. Die Schrauben sitzen aber rappelfest und ich hab natürlich wegen der fehlenden Satteltasche null Werkzeug dabei; also auch noch nicht mal ein Handy

    Zwei kräftige Tritte gegen das Laufrad später merke ich, dass ich ohne fremde Hilfe nicht weiterkommen werde. Kurz umgeschaut und in der nebenanliegenden Seniorenresidenz ein paar 'Blaumänner' entdeckt. Diese Herren nach Werkzeug befragt, aber leider ohne Erfolg. Ich wurde aber an den Hausmeister 'ne Strasse weiter' verwiesen.

    Während ich da also das Rad hinten angehoben durch die Gegend schiebe, fällt mir im Augenwinkel das grün-silber lackierte Auto mit der blauen Farbnuance auf dem Dach auf.
    In mir keimt Hoffnung auf, ich winke dem Freund und Helfer hilfesuchend zu und dieser fährt auch sofort rechts ran. Mein freundliches "Moin moin" kommentiert mein scheinbar doch nicht so hilfsbereiter neuer Freund mit 'nem nordisch-kühlen-fragenden "Haste datt Fahrrad jeklaut?"
    Ich dachte, ich höre nicht richtig
    Hatte zwar schon ein "Nee, mache Oberarmtraining!" auf den Lippen, aber wollte den verbeamteten Helfer ja nun auch nicht direkt wieder vergraulen.

    Die Situation liess sich dann schnell aufklären, aber meine Bitte nach 'nem 15er Maul- oder Ringschlüssel beantwortet mir mein uniformierter (Ex-)Freund mit den Worten "Ick bin doch nich der ADAC." Sprachs und brauste auch schon wieder davon....

    Also blieb mir nur noch der Tipp mit dem Hausmeister. Hat mich bis auf ein "Der ist jerade irjendwo im Haus unnerweechs. Kanns aber warten wennse wills!" auch nicht viel weiter gebracht.

    Also aus der Not eine Tugend gemacht, Radel angeschlossen und auf kurzem Weg 3 km nach Hause ge-jogg-walked. Dort dann erstmal zwei Zigaretten aus der Satteltasche verputzt, Werkzeug eingepackt, Autoschlüssel umgehangen und auf 4 Rädern wieder zum Fahrrad zurück.
    Hinterrad gerichtet, Rad in den Kofferraum geladen, runter zum Grunewald gefahren. Königsweg 2 km hochgerannt, umgedreht, zurück gejoggt. Wieder nach Hause gefahren. Fahrrad aus dem Kofferraum geladen, Schrauben nochmal nachgezogen und erneut auf 'ne kleine Runde gestartet. Kein Bock mehr auf Grunewald, also einfach mal Beate's Tipp "Du wolltest Dir doch mal das Tempelhofer Flugplatzgelände anschauen!" beherzigt. Über's Südgelände rüber nach Tempelhof, dort etwas rumgecruised, die beiden Startbahnen hoch- und runtergeradelt und anschliessend wieder heimgefahren.
    Und so nahm auch dieser Tag doch noch ein zufriedenstellendes Ende...


    ---


    Samstag ist Ausschlaftag. Normalerweise! (09.08.2010)

    Heute ist Samstag. So ein Samstag ist immer ein Ausschlaftag. Also normalerweise jedenfalls. Ausser, ich muss ins Büro. Oder habe Telefonbereitschaft. Oder bin im Urlaub. Oder bin verabredet. Oder es muss eingekauft werden. Oder eben irgendein anderer Blödsinn, der mich meine wohlverdiente Regenerationsphase unterbrechen lässt.

    Naja, jedenfalls war heute endlich mal wieder so ein Ausschlaftagsamstag. Es stand nichts auf dem Zettel und so krabbelte ich am Vorabend gegen 02:00 Uhr ins kuschlige Bettchen.
    Doch wie sollte es anders sein? Mitten in der Nacht werde ich durch einen blöden, weil rücksichtslosen Nachbarn geweckt, der seine Altflaschen im Glascontainer entsorgt. Es scheppert höllisch laut und ich schrecke auf, bin zuerst orientierungslos und weiss gar nicht, wie mir geschieht. So langsam erkenne ich die Situation und stürze ans Fenster, um den Nachbarn ordentlich anzumaulen. Mir fällt dabei auf, dass es draussen schon wieder hell ist. Also fix noch einen überprüfenden Blick auf den Wecker geworfen und schnell weiter in Richtung Fenster. Uups, Moment, was ist denn das? Zögern! Der Wecker muss kaputt sein, stehengeblieben oder so. Die Digitalanzeige will mir vorgaukeln, dass es nun kurz vor 12:00 Uhr sei. "Kann doch gar nicht sein", denke ich mir, "da hättest Du ja fast 10 Stunden am Stück geschlafen!?!"

    Lange Rede, kurzer Sinn: Herr Nachbar schaute mich etwas überrascht an, als ich gerade Jalousien und Mund aufriss, um meine explosiven Verbalattacken gegen ihn zu schleudern. Die Handyuhr bestätigte 12:01 Uhr und keine 15 Minuten später sass ich, völlig ausgeschlafen und mit dem Cappu in der Rechten und einer Zichte in der Linken, am Computer und (ver)plante den trainingsintensiven Sportlersamstag mit wichtigen Fragen wie: schaue ich Leichtathletik oder Fussball? Setze mich dazu in den Sessel oder lege ich mich auf die Couch? Chips oder Gummitiere?

    Vor mich hin phantasierend verarbeitete ich gerade irgendwelche Ironman-Gedanken auf Hawaii, als es an der Tür klingelte und zwei liebgewonnene alte Bekannte, Herr Übermut und Frau Größenwahn, beide aus Übertreiblingen (Ortsteil Selbstüberschätzung), um Einlass baten.
    Die Beiden versuchten mich zu überreden, es am Nachmittag doch noch einmal mit einem kleinen Ein-Mann-Duathlon über die Sprintdistanz zu versuchen und, wenn's gut läuft, dass Ganze dann im Anschluss vielleicht nochmal in Bruchteilen zu wiederholen.

    Ich liess mich davon natürlich sehr schnell überzeugen, machte mich nach einem guten Frühstück, ausgerüstet mit Laufhose, -Schuhen und 'ner Wasserflasche auf den Weg nach unten und verabschiedete mich von Beate mit den Worten: "Sollte ich bis übermorgen nicht zurück sein, dann schick mir bitte die Post ins Trainingslager Grunewald nach!"
    Ich wusste, es wird ein geiler Tag werden: die Beine fühlten sich gut an, ich war richtig ausgeschlafen und zudem noch bis in die nicht vorhandenen Haarspitzen hoch motiviert; sogar das alte Stahlross schnaubte erfreut, als ich in den Sattel kletterte. Also alles in allem rundum perfekte Trainingsvoraussetzungen!

    Ich radelte meine übliche Strecke durch Schmargendorf und Wilmersdorf in Richtung Bahnhof Grunewald, um ab dem Auerbachtunnel die KFZ-freie Strecke vom Königs- und Kronprinzessinnenweg geniessen zu können.
    Ich fuhr bis dahin zwar mit teils kräftigem Pedaldruck, aber liess es mit 75% Puls noch halbwegs ruhig angehen (was sich auch in einem grandiosen Schnitt von 22,2 km/h wiederspiegelte!)
    Doch nun ging es richtig los. Die Stollen der Marathon XR jagten singend über den Asphaltteppich hinweg und die Landschaft flog nur so an mir vorbei. Ok, zugegeben, der ein oder andere Hobbyradler flog auch an mir vorbei, während ich mich mit 20 km/h die kaum spürbare 0,8% Steigung hochquälte.
    Ich wurde immer schneller und die ungefederte Gabel des 20 kg Panzers bügelte treu jede nicht vorhandene Unebenheit weg.
    Was soll ich sagen? Es lief! Es lief einfach nur. Es machte höllisch viel Spass und mein Vorsatz, es ruhig angehen zu lassen, um Kraft zu sparen, war sehr schnell wieder über den Haufen geworfen.
    Ich raste teilweise am Anschlag, also mit etwa 76% Puls, an vielen anderen Wochenendsportlern vorbei und spürte dabei förmlich die bewundernden Blicke der spaziergehenden Mitglieder mehrerer Seniorenclubs im Nacken.
    Einmal hatte ich sogar das Gefühl, dass sich eine ältere Sportlerin mit Rollator in meinen Windschatten hängen wollte, aber mit drei kräftigen Tritten war auch diese Konkurrentin abgeschüttelt. Ähmm, mit 'Tritten' meine ich selbstverständlich 'Pedalumdrehungen'! Ehrlich!
    Bei der zweiten Kontrollstelle, am Wendepunkt Krone / Ecke Havelchaussee, stand sogar schon ein fantastischer Schnitt von 22,7 km/h auf dem GPS geloggten Tacho. Da ich bis dahin ausschliesslich mit heftigem Gegenwind und ordentlichen Böen mit Windspitzen von bis zu 2 bft zu kämpfen hatte, wusste ich, dass auf dem Rückweg noch deutlich mehr möglich sein würde.
    Nach der Wende ging ich zur Beschleunigung aus dem Sattel und prügelte den Gaul in erbarmungslos hohe Geschwindigkeitsbereiche, in welchen selbst Reinhold Messner das Atmen schwer fällt. Bei etwa 25 km/h stoppte ich dann diesen formidablen Vorwärtsdrang, machte mich möglichst windschnittig (schloss also den obersten Knopf am flatternden Popo-Shirt) und versuchte, die Geschwindigkeit möglichst lange zu halten.
    Die mir nun entgegenkommende Rentnerreihe machte ehrfurchtsvoll Platz und ich strampelte Kilometer um Kilometer bis zur "Wechselzone" am Auerbachtunnel. Sogar der mir unterwegs auf seinem Renner begegnende Ausnahme-Athlet Achim Achilles schenkte mir, immer noch in Führung liegend, seine staunende Aufmerksamkeit! Also zumindest belobte er mich mit einem kleinen Lächeln. Glaube ich jedenfalls gesehen zu haben!

    Nach insgesamt 20,5 km wurde dann fix das Rad angeschlossen, nochmal ein guter Schluck des isotonischen Aufputschers "Berliner Wasserbetriebe medium" genommen und schon ging es los auf die Laufstrecke.
    Ich hatte mir vorgenommen, den ersten Kilometer zwar zügig, aber noch im Wohlfühltempo zu laufen und mich über die nächsten Kilometer am Tempo des ersten Kilometers zu orientieren; und zwar auch so, dass auf dem letzten Kilometer sogar noch ein kleiner Schlussspurt machbar sein sollte. Und, man mag es kaum glauben, ich lief die 5 km Strecke wirklich in äthiopisch-rekordverdächtigen 7:49, 7:50, 7:49, 7:48 und 7:24 min/km.

    Wie nicht anders zu erwarten kam ich als Erster ins Ziel und mir brandete ein tosender Beifall entgegen. Die nicht vorhandenen Zuschauermassen tobten wie wild, ich wurde von Autogrammwünschen überhäuft und dutzende Kiddies wollten abklatschen; ich zog mich jedoch erst einmal schweisstriefend in die Siegerkabine zur anschliessenden Pressekonferenz zurück, sprich: ich setzte mich für ein paar Minuten auf 'nen Baumstamm und schaute den fettgepolsterten Energievorräten bei der Nachverbrennung zu. Da mich aber die nicht vorhandenen Journalisten mit ihren nervigen Fragen zum Thema Leistungssport & Doping langweilten, machte ich mich alsbald wieder auf den Start zum zweiten Wettkampf.

    Ich vergass zu erwähnen, dass dieses Mal die Zielverpflegung schlecht organisiert war und somit die 0,75 l Getränkevorräte schnell zu Neige gingen. Da ja der zweite WK vorsah, ohnehin noch einmal in Richtung Havelchaussee zu radeln, wollte ich die Gelegenheit nutzen und ein paar hundert Meter weiter rollen, um am Rastplatz Grunewald den dreiviertel Liter grossen Wasserkanister aufzufüllen. Gesagt, getan und ich machte mich fix auf den Weg. Die 6,25 km liefen recht ereignislos und kurz vor dem Rastplatz wurde mir von den Organisatoren sogar noch Wolfgang Beckmann auf seinem edlen Carbon-Renner als Pacemaker zur Seite gestellt. Da ja das Windschattenfahren verboten war, sind wir dann halt ein paar hundert Meter nebeneinander geradelt. (In diesem Sinne: viele Grüsse & einen schönen Alpenurlaub!)

    Frisch motiviert und mit voller Wasserflasche ausgestattet liess ich es diesmal etwas schneller angehen und trieb den Gaul an seine Grenzen. Kurz vor der Krone konnte ich dann einen ebenfalls beleibteren Konkurenten im eng anliegenden Team-Telekom-Trikot auf seinem MTB hinter mir lassen, welcher mich aber schon 2 Kilometer später wieder stellte.
    Da der Bursche optisch geschätzt in meiner Gewichtsklasse spielte, wollte ich mich eigentlich direkt an sein Hinterrad hängen, aber besann mich dann doch noch auf meinen Vorsatz der Krafteinteilung (der Schnitt lag ja nun schon bei unglaublichen 23,1 km/h) und liess ihn davon ziehen. Ehrlich gesagt, also so unter uns, hatte ich auch noch die kleine Hoffnung, dass 'Magenta' es mir nur mal kurz zeigen wollte und ich ihn mit meinem konstanten Tempo schnell wieder einholen würde. War aber nicht so, der Junge zog einfach immer weiter davon. Also scheinbar schon wieder ein Dopingfall!
    Herr Achilles kam mir dann auch noch ein weiteres Mal entgegen (ob er für den BerlinMan trainierte?) und so kurbelte ich dank der nicht vorhandenen Absperrungen völlig unterbrechungsfrei, also bis auf die 6 Ampelzwangsstopps, zum Wilmersdorfer Volkspark, um dort dann erneut in den Laufrythmus zu finden.

    Tja, und wer bis jetzt glaubte, dass diese Story ein Happy End finden würde, der sieht sich nun eines Besseren belehrt. Schon nach der ersten Runde (ca. 1.050 Meter) merkte ich, dass die Luft raus war und und ich die kompletten 5 km nicht schaffen würde. Ich beschloss, solange Gas zu geben, bis gar nichts mehr gehen würde.

    Eine witzige Begegnung hatte ich dann noch während meiner zweiten Laufrunde in Form eines vorbeiradelnden Sportlers. Er rief mir irgendwas zu, was ich aber nicht verstand. Daraufhin drehte er um, fuhr neben mir her und meinte im besten osteuropäischen Dialekt zu mir: "Du musst machen langsam … kannst Du dann machen länger!"

    Während ich natürlich in meinem bisherigen Tempo weiterrannte, hechelte ich ihm ein "OK" zu, aber die Gedanken folgten einer ganz anderen Erinnerung: hmmm, komisch, sowas in der Art hatte Beate vor vielen Jahren, während unserer ersten gemeinsamen Nacht, auch mal zu mir gesagt. Und zudem meinte sie damals noch, dass mein Jubelschrei "Erster!" und meine Frage "Brauchst Du noch lange?" auch nicht unbedingt stimmulierend auf sie wirkten. Naja, wer's versteht? Frauen eben!

    Jedenfalls lief ich unbeirrt weiter und der radelnde Russe quatschte mich weiter voll. Als er mir dann auch noch voller Stolz erzählte, dass er durch die Radelei und Rennerei 15 kg abgenommen habe, konnte ich mir natürlich ein Grinsen nicht mehr verkneifen. Der Russenradler fühlte sich durch mein Grinsen wohl bekräftigt, seiner Geschichte weiteren Nachdruck zu verleihen und laberte weiter und weiter und weiter, während ich mir echt schwer tat, während seiner mit herzlich gemeinten Ratschläge untermauerten Bevolltextung, ein lautes Lachen zu verkneifen.

    Also, lieber Sportskollege! Wenn Du das hier lesen solltest, dann wirst Du spätestens nun verstanden habe, weshalb ich lachen musste. Ich danke Dir natürlich trotzdem für die gut gemeinten Tipps und vor allem für die mentale Ablenkung, die Du mir über ein paar hundert Meter 'frei Haus' geliefert hast!

    Ok, weiter geht's. Wie befürchtet machte nach etwa 1,5 Kilometern der rechte Wadenmuskel dicht, doch da sich der Schmerz halbwegs in Grenzen hielt und die Krämpfe erträglich waren, lief ich die Runde halt noch zu Ende. Nach diesen 2 Kilometern liess ich dann aber doch die Vernunft siegen und brach ab.

    Nach etwas stretchen & dehnen wartete ich noch kurz die nicht stattfindende Siegerehrung ab, schwang mich dann in den Sattel und radelte ganz gemütlich nach Hause, um dort zu allererst den Wasserhahn leer zu trinken, drei Zichten nacheinander wegzuqualmen, ein grosses Magnum-Eis zu essen und anschliessend noch 'ne halbe Stunde unter der heissen Dusche zu parken.
    Meine Bitte nach einer entspannenden Ganzkörpermassage wurde leider mit den Worten "Weshalb denn, Du warst doch nur ein bisschen radeln!" negativ beschieden. Aber dafür hängt jetzt die selbstgemalte Siegerurkunde ganz oben innen im Schrank...


    ---


    Berliner Firmenlauf (03.09.2010)

    Am gestrigen Freitag fand der Berliner Firmenlauf in 'Tiergarten' statt. Die Veranstaltung startete am späten Nachmittag und da nicht nur die Strecke (siehe Anhang) super reizvoll war, sondern auch noch Start & Ziel mehr oder weniger auf meinem Arbeits(heim)weg lagen, war doch klar, dass ich dort ein paar Kilometer mitrennen würde.

    Ursprünglich wollte ich an diesem Tag mit dem Rad ins Büro, aber das gute Stück hatte am Vortag wohl keine Lust mehr auf Schwertransport und mit einem angebrochenen hinteren Laufrad macht das radeln nicht allzuviel Sinn. Das zweite Fahrrad lasse ich aber nirgendwo unbeaufsichtigt stehen, also gings halt wie fast immer mit dem Auto ins Büro. Und damit fing auch schon mein Problem an: die Parkplatzsuche!
    Rund um den 17. Juni war mehr oder weniger alles dicht und die ganzen Seitenstrassen-Geheimtipps waren so geheim, dass gefühlte 10.000 andere Autofahrer ihre Bürgerkäfige mit mir in einer Schlange im Schrittempo schleichend durch die Gassen steuerten.
    Nachdem ich mich dann endlich mal aus dieser Blechlawine ausklinken konnte fand ich irgendwann einen netten Stellplatz in Moabit, knapp 2 Kilometer von Start & Ziel entfernt.
    Vorteil: ich konnte mich schon etwas warm walken.

    Nachteil: ich musste nach dem Lauf natürlich auch wieder zum Auto zurück.
    OK, die Streckenlänge betrug nur 6 km, aber ich wollte richtig Gas geben, als einziger Teilnehmer meiner Firma diese auch würdig vertreten und nebenbei natürlich auch noch die PB verbessern

    Ich traf mich dann wie geplant mit einer Bekannten. Einer ihrer Bekannten, der diese Veranstaltung als Tempotraining für den Berlin-Marathon betrachtete, war ebenfalls wieder mit dabei. Seine Zielzeit betrug dann später um die 22 Minuten, mit denen er nicht wirklich zufrieden war, denn er wollte schon noch etwas schneller laufen

    Wir gingen dann sehr früh rüber in den Startbereich und sie reihte sich wieder etwas weiter vorne ein, während ich im hinteren Drittel auf den Startschuss wartete. Diese verzögerte sich jedoch um 'ne Viertelstunde und mir wurde es dann doch ziemlich frisch in den Sommerklamotten (Polo-Shirt und kurzer Tight).
    In der Hoffung, mit irgendeiner kuschelbereiten Mitläuferin etwas Körperwärme austauschen zu können, schaute ich mich mal ausgiebig in den Reihen der Mitläufer um, aber irgendwie waren alle mit sich selber oder ihren Kollegen beschäftigt oder hatten einfach nur nervend gute Laune. Oder 'sie' drehte sich einfach weg, wenn ich mit weit geöffneten Armen bibbernd auf sie zutrottete

    Ok, dass liest sich jetzt vielleicht etwas negativ, aber wenn man dort nach einem langen Arbeitstag fast 'ne Dreiviertelstunde bei untergehender Sonne und 15°C rumsteht, dann fragt man sich schon, weshalb man sich das überhaupt antut.
    Ich hatte plötzlich überhaupt keine Lust mehr und spielte sogar mit dem Gedanken, zur Seite rauszutreten und die ganze Sache abzublasen!

    Mangels Kuschelbereitschaft, Sonnenwärme oder Sommertemperaturen orientierte ich mich also wieder in Richtung der kuschligen Metallabsperrgitter, lehnte mich an und wollte ein kleines Nickerchen halten. Ein Mitläufer links neben mir starrte aber immer wieder auf den Forerunner am linken Handgelenk und dann wieder auf mich und dann wieder auf den FR305 und wieder auf mich und zwischendurch auch auf den vom Shirt verdeckten Medizinball in Bauchhöhe, so dass ich ihm beinahe ein unwirrsches "WAS?" entgegengeschleudert hätte.
    Ich besann mich jedoch noch rechtzeitig auf die gute Kinderstube und fragte höflich, ob ich ihm helfen könne.
    Er antwortete "Ist das da die Pulsanzeige?" und deutete dabei auf den FR.
    "Jau!" war meine knappe Anwort und der Puls stieg dabei unmittelbar von 61 auf 63 Schläge. Er fragte, ob ich denn gar nicht nervös sei oder ob die Anzeige nicht stimmen würde. Ich antwortete, jetzt leicht belustigt: "Nee, stimmt schon. Warte, geht auch noch unter 60!"
    Einmal tief Luft geholt, kurz richtig entspannt und schon pulste der Muskel nur noch mit 58 bpm vor sich hin.
    Das war sein Stichwort! Er erzählte mir, dass es früher immer gelaufen sei, dann verletzt war, dann irgendwas anderes gemacht war und xyxyxyxyxy (<= xy steht für sein restliches Leben).

    Die Intensität seines Redeschwalls heizte die Luft um uns herum so stark auf, dass selbst meine vormals blau angelaufenen Lippen nun wieder kaminrot vor sich hinglühten.
    Er war gerade bei der Geburt seiner zweiten Tochter angekommen, als dann endlich der Startschuss fiel. Schade eigentlich, denn zu dem Senk-Spreiz-Knick-Fuss hätte ich noch 'ne Rückfrage gehabt. Und die Probleme nach der Blinddarm-OP waren auch noch nicht eindeutig geklärt.

    Ich wünschte ihm noch fix einen schönen Lauf und schon ging es los.
    Dank der sich nun auseinandergezogenen Massen konnte ich mit meinen 178 cm Körperkleine nun endlich wieder etwas vom Horiziont erblicken und war fasziniert von dem Farbspiel, welche die Goldelse (Siegessäule) umgab, auf welche wir ja nun direkt zurannten.
    Ich lief mein Tempo einfach nur nach Gefühl, ohne Beachtung von Puls oder Pace und freute mich, dass ich mit jedem Läufer, der mich überholte, ebenfalls zwei langsamere Kandidaten überholen konnte.

    Es lief richtig gut, ich zuckelte Meter um Meter ab und ruckzuck war da auch schon die Verpflegungsstelle bei Kilometer 3, welche ich natürlich mit der Pansen'schen Überheblichkeit "Alles Luschen, die hier stehen bleiben!" rechts liegen liess.
    Ich aquaplanierte durch die Pfützen über die wegworfenen Becher hinweg weiter und ehe ich mich versah waren wir auch schon wieder am Potsdamer Platz (Kilometer 4) und ich fing an, etwas Gas zu geben. Es gab nun immer mehr Leute zu überholen und ich machte mir einen Spass daraus, mich selber mit Blick nach vorne zu motivieren, um die auf dem Rücken bezeichneten Firmen 'einzukassieren': "So, jetzt noch die Beiden vom Auswärtigen Amt." oder "Da vorne, die Drei von Siemens, die packst Du auch noch!" oder ganz krass "Gematik! Pffffff. Die wollten Dich damals nicht!"

    Bei etwa Kilometer 5,3 traf ich dann auf 'meinen Edelfan' Thomas, hier aus em Forum. Ich verlangsamte und wollte kurz stehenbleiben, aber Thomas nahm die Beine in die Hand und rannte einfach noch ein Stück bis zum Brandenburger Tor mit. Echt geil

    Von dort aus war dann in etwa 500 Meter Entfernung schon der Zielbogen zu sehen und ich setze zum Endspurt an - kam aber nur ca. 150 Meter weit
    War natürlich viel zu früh, so dass ich nochmal deutlich Tempo rausnehmen musst, um dann jedoch 150 Meter vor dem Ziel das ultimative Endspurt-Feuerwerk abzubrennen

    Trotz des anfänglichen Frusts war es ein superschöner Lauf, der mir wahnsinnig viel Spass gemacht hat. Die Stimmung auf dem letzten Kilometer war echt klasse und ich war für meine Verhältnisse wahnsinnig schnell unterwegs. Als ich dann im Ziel realisierte, dass das bereits die 6 km waren, dachte ich endorphingetrieben nur noch: "Mehr! Ich will nochmal! WO IST DER START???" Und den Rückweg zum Auto legte ich dann grösstenteils im langsamen Trab zurück...
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  6. #6
    Avatar von Domborusse
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    MEHR!!!
    Macht unglaublich viel Spaß deine Berichte zu lesen , abgesehen von dem Respekt, den ich ob deiner "Abnehmgeschichte"zolle!
    So, setz dich doch bitte wieder hin und schreib noch mehr
    Gruß
    Domborusse
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    "Dat krieje me wieder hin!!!"
    "Das ist in 2 Wochen wieder weg!"
    Von RennFuchs geklaut: "Das dürfte eigentlich garnicht wehtun"
    "...ja wenn das schon so lange weh tut, dann muss das eigentlich operiert werden"
    gefolgt von: ..."aber nehmen sie zur Sicherheit erstmal noch 14 lang Tage die Tabletten"

  7. #7
    Avatar von rantanplan
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    Respekt vor dieser Leistung!

    Dazu noch wirklich einige verdammt unterhaltsame Berichte! Ich hab mich wahnsinnig gut amüsiert - weiter so!

    Viele Grüße

  8. #8
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Hallo Ihr Zwei,
    ich danke Euch ganz herzlich für die netten Worte!
    Es freut mich natürlich, dass Euch mein Geschreibsel zusagt, denn ich hatte schon befürchtet, es könnte 'ein ganz klein wenig' zuviel der zu lesenden Zeilen geworden sein

    "MEHR" habe ich bis auf die alten TB-Einträge im Moment leider nicht zu bieten, denn ich war umzugsbedingt jetzt 'ne Weile internetlos und die einfachen Trainingseinheiten sind zwar für die Statistik ganz sinnig, aber m.M.n. in dieser ausführlichen Form nicht unbedingt berichtenswert. Aber die nächsten Event-Teilnahmen sind schon fest eingeplant und da folgt dann sicherlich auch wieder ein kurzer, längerer Dreizeiler...

    So gerne ich die Bewegung mag und dabei eigentlich ausschliesslich outdoor unterwegs bin, umso häufiger lockt auch das Weib (und vor allem die unter ihr befindliche Couch); deshalb muss ich mir immer wieder Ziele setzen und diese kundtun, um halt eben der femininen Versuchung und, vor allem(!), den Geschwistern BAK & CAK (Bett- und Couchanziehungskraft) zu wiederstehen
    Beim radeln bekomme ich zwar den Hintern relativ leicht in den Sattel, aber die Lauferei ist mir halt noch nicht so ganz in Fleisch & Blut übergegangen, so dass mir der ISH zwischendurch immer wieder mal gerne den Krieg erklärt.

    Daher hier, sozusagen am 'öffentlichen Pranger', die Planung für die nächsten Monate:
    Berliner City-Lightrun - 10 km - 23.10.2010
    Berliner Cross-Country-Lauf - 9 km - 07.11.2010
    Berliner Neujahrslauf - 4 km FunRun - 01.01.2011
    Berliner Halbmarathon - 21,1 km - 03.04.2011
    BIG 25 Berlin - 25 km - 08.05.2011

    Meine bisher längste, pausenfreie Laufdistanz lag bei 15 Kilometern und an dem HM im April möchte ich unbedingt teilnehmen. Angemeldet bin ich bereits, jetzt muss ich also nur noch den Hintern hochbekommen und 'über Winter' an der Distanz arbeiten. Mal schauen, wie es klappen wird...


    Soviel also zur Planung! Jetzt folgt noch eine kurze Zusammenfassung meiner letzten Trainings-Einheiten (Hinweis: bitte den Mund leeren, Lippen fest verschliessen und am Besten noch die Getränke aus der Hand legen, bevor Ihr die Daten zu meinem famosen Tempo lest):

    Montag, 13.09. - 4 km abendliches Laufründchen (Ceciliengärten, 08:25 min/km, Ø-HF 78%)
    Mittwoch, 15.09. - 8 km Feierabendjoggen (Volkspark Wilmersdorf, 07:55 min/km, Ø-HF 76%)
    Freitag, 17.09. - 5 km abendliches Laufründchen (Ceciliengärten, 07:54 min/km, Ø-HF 78%)
    Sonntag, 19.09. - 44 km Radelrunde (Stahl-MTB, Grunewald, Ø 23,10 km/h, Ø-HF 77%)
    Montag, 20.09. - 14 km Walkingrunde (Wilmersdorf & Schmargendorf, 10:11 min/km)
    Dienstag, 21.09. - 42 km Radelrunde (Stahl-MTB, Grunewald & Westend, Ø 21,80 km/h, Ø-HF 73%)
    Mittwoch, 22.09. - 4 km abendliches Walking-Ründchen
    Donnerstag, 23.09. - 61 km Radelrunde (Strassen-MTB, Grunewald, Ø 23,09 km/h, Ø-HF 71%)

    -

    ...und weils so schön war, eine Zusammenfassung der letzten 3 Jahre auch noch tabellarisch (irgendwer hat mal behaupet, ich sei ein Statistikfreak ):

    ======================================== =======
    |
    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________ ____
    |
    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.490 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.208 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -8,1 kg
    |_______________________________________ _

    .
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

    .

  9. #9
    Avatar von Domborusse
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    Hallo,
    also wenn ich deine letzten Trainingseinheiten sehe, dann finde ich, dass du deinen ISH ganz gut an der Leine hast
    (klar wird es in der Herbst/Winterzeit etwas schwieriger, der Couch (und der darauf befindlichen Verlockung) zu widerstehen, aber ich bin da bei dir ganz zuversichtlich!
    Außerdem, wie sagt der Kölner: "Man muss auch jönne könne" (bloß nbicht extrem verbissen an die Sache rangehen
    Ich bin schon gespannt auf deine nächsten Berichte und wünsche dir auf jedem Fall viel Spaß bei deinen sportlichen Aktivitäten!
    (HM im Frühjahr ist klasse - ich hoffe, diesmal im Frühjahr Bonn laufen zu können!)
    Gruß
    Domborusse
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  10. #10

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    Danke Dir!
    Ja, manche Voraussetzungen sind einfach verschieden, da kann man nix machen.
    Aber solange man n bissl Spaß an der Bewegung hat, sollte die Geschwindigkeit eigentlich egal sein.
    Werde am Wochenende mal deine Berichte hier durchlesen, bis jetzt hat mich die Länge n bissl abgeschreckt

    Dir viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

    Gruß
    jogginghose

  11. #11
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Zitat Zitat von Domborusse Beitrag anzeigen
    Außerdem, wie sagt der Kölner: "Man muss auch jönne könne" (bloß nbicht extrem verbissen an die Sache rangehen
    Danke Dir, Domborusse!
    Ich bin ja nicht nur vom Herzen her ein echter Rheinländer (gebürtig aus der Öcher Ecke), sondern hab sogar viele Jahre in Kölle gearbeitet. Von daher bin ich voll bei Dir und sage einfach mal: "Et kütt wie et kütt!"

    -

    Zu Beginn meines Supersportlerdaseins hatte ich mir in einem Anfall geistiger Umnachtung vorgenommen, für die Wege in der Nachbarschaft nicht mehr das Auto zu nutzen, sondern halt viel zu Fuss zu machen.
    So ein Entschluss fällt einem ja ziemlich leicht, wenn man sich nach einem feudalen Mittagessen vollgefüttert und zufrieden die Couch aus der Nähe anschaut und draussen strahlender Sonnenschein bei leckeren 24°C das Leben echt lebenswert erscheinen lässt.
    Ok, zugegeben, beim Pizzaladen schräg gegenüber ist das Parken sowieso schwierig und beim Edeka im nächsten Häuserblock ist ebenfalls so gut wie nie ein Parkplatz frei.

    Nun musste ich aber am Samstagnachmittag dringend nach Tempelhof (T-Damm) und Google Maps drohte mit 8,8 km für Hin- und Rückweg. Zudem schüttete es aus Eimern und draussen war es einfach nur saumässig ungemütlich. Mein grösstes Problem war aber: ich hatte die Freitagabendfeierabendlaufrunde schon aufgeschoben und für den Sonntag war ebenfalls schlechtes Wetter vorhergesagt. Zudem war die halbe Stadt wegen dem Skater-Marathon dicht und auf der Stadtautobahn sah es nicht besser aus (katte kurz vorher fast 'ne Stunde für die 15 km von Wedding nach Friedenau gebraucht).

    Also blieb mir halt doch nichts anderes übrig als bei monsumartigem Regen loszuwandern...
    Schlauerweise hatte ich mir Laufschuhe angezogen und als ich nach 3 km dermassen klatschnass war, dass weitere Regentropfen mangels Saugfähigkeit der nicht mehr vorhandenen trockenen Kleidung einfach nur noch eins zu eins an mir runterliefen, bin ich in den Laufschritt verfallen und halt einfach nur noch weitergerannt-geschlichen.
    Hechelnd am 'Ziel' angekommen wurde ich zwar etwas komisch angeschaut, aber keine 5 Minuten später war ich schon wieder joggend in Richtung Heimat unterwegs.
    Es war echt geil und wieder zuhause wurde ich von Beate mit einem ehrlich gemeinten "Ooch, Du Ärmster!" begrüsst, aber sie konnte mein Dauergrinsen glücklicherweise doch nicht richtig interpretieren, so dass im Anschluss sogar noch 'ne kleine Peter-Verwöhneinheit dabei raussprang



    Samstag, 25.09. - 9 km "woggen" (Friedenau & Tempelhof, 09:16 min/km)

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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________ ____
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    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.490 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.217 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,9 kg
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  12. #12
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Nach dem ich gestern nur passiv ein paar Stunden an der Marathonstrecke rumstand, gab es heute einen lalaLa (langen, langsamen Lauf) bei strömendem Regen auf dem Königs- und Kronprinzessinnenweg. Dazu gibt's nicht viel zu erzählen, weshalb ich es auch nicht mache


    Montag, 27.09. - 12 km joggen (Grunewald, 08:09 min/km, Brustgurt vergessen)

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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
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    |
    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.490 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.229 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,9 kg
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  13. #13
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    Am Dienstagnachmittag war ich auf 'ner schönen Walkingrunde im nachbarschaftlichen Wilmersdorf & Schmargendorf unterwegs und gestern Nachmittag ging es mit dem Rad auf die übliche Hausrunde im Grunewald.
    Leider blieben die für den Nachmiitag angekündigten Auflockerungen aus, so dass ich zum Ende hin sogar noch etwas nass wurde. Die Runde ansich war nicht so berauschend, irgendwie hatte es sowas wie ein Pflichtprogramm, obwohl ich mich schon den ganzen Morgen lang auf die Radelei gefreut hatte. Es war kühl, es war windig und die Beine waren schwer, aber auch solche Tage muss es einfach mal geben; das Pansen'sche Leistungssport-Training ist ja schliesslich kein "Töpfern für Anfänger"


    Dienstag, 28.09. - 7 km walken (Wilmersdorf & Schmargendorf, 09:55 min/km)
    Mittwoch, 29.09. - 41 km radeln (Stahl-MTB, Kronprinzessinnenweg, Ø 22,0 km/h, HF Ø 74%)


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    |
    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
    |
    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3531 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1236 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -8,7 kg
    |_______________________________________

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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  14. #14
    der mit dem Schwein kämpft Avatar von wosp
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    Reden

    Achtung Peter: Du wirst beobachtet!

  15. #15
    Avatar von Barefoot Mecki
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    Peter,

    Du bist der absolute KNALLER!


    Ich wünsche mir MEHR:

    • mehr Berichte
    • mehr Anekdoten
    • mehr Selbstironie (darin bist Du Weltklasse)
    • mehr und weitere Erfolge für Dich!

    Ich hatte selten so einen Wahnsinnsspaß, an Deinen Berichten Deinen Weg zu verfolgen.
    Und wie Du im vorigen Post gelesen hast:

    DU WIRST wohlwollend BEOBACHTET!

    Glaub' mal nicht, dass ich Deine weitere Entwicklung verpassen möchte!

    Gruß
    Max
    Mit freundlichen Füßen
    Barefoot Mecki


    Ich laufe barfuß und immer für ein Kinderlächeln.
    Dabei sammle ich Spenden für die
    Stiftung Kinderglück


  16. #16
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Ich danke Euch!

    -

    Sodale, nach einigen Urlaubstagen im Rheinland hat mich die Stadt wieder.
    Am vergangenen Donnerstag war ich nach der langen Fahrt einfach zu müde, um noch irgendwas zu machen.
    Am Freitag gab es morgens eine 'längere' Familienwanderrunde und weil mir das irgendwie zu wenig war, habe ich abends halt nochmal die Laufschuhe geschnürt. Ich hatte sogar einen Personal-Coach in Form meiner Tochter dabei, die mich auf dem Fahrrad begleitete und mich dadurch immer wieder aufs Neue motivierte, bloss nicht den tempodrosselnden Schweinehund die Oberhand gewinnen zu lassen. Zum Ende hin war ich ganz schön platt, aber ich habe auch noch nie zuvor solch einen 'schnellen' Trainingslauf (für meine bescheidenen Verhältnisse jedenfalls) absolviert wie an diesem Abend. Die Strecke selber führte mich über Schotter- und Feldwege durch grenzübergreifendes deutsch-niederländisches Waldgebiet und es machte mir einfach dermassen viel Spass, dass ich mich schon so richtig, also sozusagen wie ein kleines Kind zum weihnachtlichen OsterGeburtstag , auf den 9km-Grunewald-Crosslauf im November freue

    Der Samstag und Sonntag gingen als halbe Ruhetage durch (.... und JA, Federballspielen kann doch anstrengend sein!) und den freien Montag konnte ich nach langer Zeit mal wieder so richtig nutzen und eine längere Radtour (100+ km) machen.
    Ursprünglich wollte ich eine Runde um den Schielowsee drehen, aber da den ganzen Tag über heftiger Wind herrschte und ich da draussen auf dem freien Feld mit grosser Sicherheit verhungert wäre, entschied ich mich für Kilometerfresserei im Grunewald. Meine Runde war zwar recht einfallslos, aber brachte zumindest etwas für das mentale Training

    Es ging ab Auerbachtunnel über den Königs- und Kronprinzessinnenweg bis zur Havelchaussee, diese dann runter in Richtung Spandau bis zur Ecke "Am Postfenn", dort dann wieder hoch und, parallel zur Heerstrasse durch die Siedlungen Heerstrasse und Eichkamp, zurück zum Auerbachtunnel.
    Die Länge dieser Runde beträgt etwa 20 km und bei der Vorstellung, 5x den Tourmalet bewältigen zu müssen, wurde mir ganz anders im Magen- und auch im OberschenkelWadenbereich
    So 'stretchte' ich die Runden immer wieder durch Flachstücke (wie z.B. von der Krone aus rechts ab bis zum Sprengplatz, ab Ecke Havelchaussee 'flach' weiter bis zum Rastplatz Grunewald, auf der Havelchaussee ab Postfenn gerade aus bis zum Pflastersteinabschnitt oder Teufelsseechaussee bis zum Ende usw.) und musste somit nur 3x diesen beschissenen (45 Höhenmeter hohen) Voralpen-ähnlichen Hügel hoch.

    Meine erste Pause legte nach der zweiten Runde bei km 65 ein und genoss, in der Sonne sitzend, einfach nur dieses herrliche Wetter. In der Früh war ich noch etwas unentschlossen, ob ich wirklich kurz/kurz fahren soll, denn mit 15°C war es doch etwas frisch um die nackten Beinchen. Aber ab Mittag wurde es dann glücklicherweise deutlich wärmer und es hatte mit 21°C eine für mich optimale Radeltemperatur, so dass ich in langer Hose vermutlich einfach nur dämlich vor mich hingeschwitzt hätte.
    Nach der dritten Runde legte ich etwa bei Kilometer 95 meine zweite Pause ein und als es dann nach 20 Minuten weiterging, war der Akku ziemlich leer.
    Ich bekam mal wieder eine heftige Hungerattacke (hatte, wie eigentlich immer, nichts zu futtern dabei) und die Konzentration liess schlagartig nach, die Beine fühten sich an wie Wackelpudding und für die nächsten 5 Kilometer war eine deftige Gänsehaut mein eiskalter Begleiter.
    Ich rackerte mich bei gerade mal 20 km/h in der Ebene tierisch ab und einzig das Wissen, dass auch diese Phase nie lange anhält, liess mich trotz völliger Unlust weiterradeln. So kam es dann auch wie erhofft und ab Kilometer 100 war dann wieder alles ok - ausser das der Magen so laut vor sich hin knurrte, dass die gassigeführten Hunde aufschreckten und mich einfach nur neugierig-dumm anschauten

    -

    Freitag, 01.10. - 6 km Familienwandern
    Freitag, 01.10. - 8 km Laufrunde (07:19 min/km, Ø HF 86%)

    Montag, 04.10. - 115 km Radelrunde (Strassen-MTB, 22,1 km/h, Ø HF 73%)

    Dienstag, 05.10. - 4 km abendliches walkingründchen


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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
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    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.646 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.250 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,5 kg
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  17. #17
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    Heute gab es nach Feierabend noch ein eigentlich schönes Joggingründchen im Grunewald.
    Ich bin erstmals während der einsetzenden Dämmerung von der neuen Wohnung aus gestartet und so geil die dortige Gegend auch ist, umso beschi**ener ist es dort im Dunkeln zu laufen
    Ich hatte glücklicherweise & wohlweislich eine Taschenlampe dabei, aber musste zwischendurch doch noch 2 Abschnitte langsam gehend zurücklegen, da die Wurzeln und Unebenheiten einfach nicht vernünftig zu sehen waren.
    Letzendlich habe ich die geplante Strecke sogar noch abändern müssen und bin dann einen Teil des Weges an der Heerstrasse, Am Postfenn und auf der Havelchaussee entlang gestolpert und war nachher doch erleichtert, als ich in Spandau wieder bewohntes und, vor allem, strassenbeleuchtetes Gebiet erreichte

    Obwohl es trotzdem sehr viel Spass gemacht hat, werde ich die nächsten Abendläufe wieder in Beates Nachbarschaft machen müssen, bevor ich mir hier irgendwo die Haxen breche und wohlmöglich noch 'ne unfreiwillige Übernachtung im Wald bevorsteht



    Mittwoch, 06.10. - 9 km Laufrunde (07:54 min/km, Ø HF 77%)


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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
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    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.646 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.263 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,5 kg
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    Zuletzt überarbeitet von Peter Pansen (06.10.2010 um 22:13 Uhr) Grund: Korrektur
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  18. #18
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    Peter, lieber vorsichtig als auf die Schnauze fallen.
    Taschenlampe ist nicht so prickelnd, da stimme ich Dir zu.

    Stirnlampe ist die bessere Alternative, bald ist doch Weihnachten....
    Mit freundlichen Füßen
    Barefoot Mecki


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  19. #19
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Hey Max,
    Danke für den Tipp! So 'ne Stirnlampe ist leider auch keine Lösung, denn selbst bei -10° trage ich das mikrometer kurzrasierte wallende Haupthaar offen und natürlich auch ohne Mütze.
    Ich hatte zwar schonmal an überwintern in Australien oder bei den Kiwis gedacht, aber bislang scheiterte es an der Kreditbereitschaft meiner Hausbank. Das diese doofen Bankiers einem aber auch immer einen Strich durch die verheissungsvolle Profikarriere machen müssen

    Ich habe mich übrigens mal durch Dein Streak-Tagebuch gewühlt. Wow, echt grosses Kino!
    Richtig abgefeiert habe ich natürlich bei dem "Laufschuhkauf"; eine wirklich geile Geschichte mit 'ner Menge Wiedererkennungspotential

    -

    Einfach nur für die Statistik:

    Freitag, 08.10. - 4 km abendliches walkingründchen



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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
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    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.646 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.267 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -8,3 kg
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  20. #20
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Mal wieder was aus dem Radtagebuch kopiert
    -
    Das aktuelle Wetter schreit ja förmlich nach einer Radelrunde, so dass ich bereits am frühen Vormittag in den Sattel des Strassen-MTBs kletterte.
    Mit dem Sonnenwetter haben aber leider auch die kühleren Temepraturen Einzug gehalten, so dass ich erstmals seit langem in langen Klamotten fahren musste. Da mir die Winter-Thermohose garantiert zu warm geworden wäre, entschied ich mich natürlich mal wieder für die sauteure & pfeilschnell machende Funktionsbaumwolle vom Sportartikelspezialisten kik ;)

    Ich weiss nicht, was die Mehrheit immer gegen Baumwollklamotten einzuwenden hat? Während die Beinteile wie Fahnen im eiskalten Ost-Wind hin und her flatterten, staute sich die Wärme wunderbar in der Innenseite und machte somit die Waden schön geschmeidig. Und, hey, es ist doch nun wirklich kein Problem, mal alle 10 Kilometer kurz anzuhalten, das Bündchen am Beinabschluss zu weiten und den halben Liter Schweiss unten rauslaufen lassen! Für was trainieren wir denn sonst? Zusätzliches Gewicht gibt schliesslich Tempohärte und regelmässiges 'aus dem Stand beschleunigen' bringt den Race-Power in die verweichlichten Schenkel!

    Aber back to topic!
    Meine heutige Runde war im wörtlichen Sinne eigentlich gar keine Runde, denn ich bin einfach nur zum Grunewald (Auerbachtunnel) rüber, dann alles in allem 5x die 12,5 km der gesperrten Strecke vom Königs- und Kronprinzessinnenweg hin und her geradelt und dann mit 'nem kleinen Umweg wieder nach Hause.

    Die Radelei selber verlief eigentlich problemlos, ausser dass ich immer langsamer und langsamer wurde. Die Beine waren halt nicht ganz frisch und zudem hatte ich nur 5 Stunden Schlaf in der Nacht zuvor und zudem meldete sich der Hungerast heute deutlich früher als erwartet. In Erwartung dieses Burschen hatte ich vorgesorgt und mir mal etwas Flüssigenergie im Form eines 'Red Bull Energy Shot' mitgenommen, was ich mal bei einer Laufveranstaltung als Gratisbeilage erhalten hatte.
    Junge, Junge, Junge .. das Zeuchs knallt, dass ist unglaublich!

    Ok, zugegeben, ich habe nun so gut wie keine Erfahrung mit Energieriegeln, Traubenzuckerextrakten oder anderen Leistungssteigern. Zudem reagiere ich ziemlich sensibel auf Koffein oder anderen Aufputschern (Abends noch 'nen Kaffee und die Nacht wird durchgemacht) und Kemal, der Koks-König aus Kreuzberg, würde sich bei mir seine weiss gepuderte Nase auch nicht vergolden können.

    Ich hatte bei Kilometer 63 eine Pause einlegen müssen, weil ich echt platt war, mir wieder richtig kalt wurde, die Konzentration stark nachliess und die Beine einfach nicht mehr wollten. Dann die 60 ml der Notfallenergie reingepfiffen, keine Wirkung verspürt, enttäuscht wieder auf's Rad gestiegen und mich in Richtung Heimat aufgemacht. Keinen Kilometer später dachte ich "Hoppla, wassen jetzt los?"
    Die Beine schrieen förmlich nach Belastung, der Puls kam aus seinem Kellerloch gekrochen und ich wollte einfach nur noch fahren! Also fix angehalten, umgedreht und wieder in die andere Richtung weitergefahren. Endorphine breiteten sich aus, ich war hellwach und es lief einfach wie von alleine; ich spürte zwar den gestiegenen Puls, aber die Beine fühlten sich an wie nach einer komplett belastungsfreien Woche und zudem noch mit 20 Stunden Schlaf am Stück garniert

    So sehr ich mich natürlich darüber freute, umso schneller wurde mir auch bewusst, dass sowas eigentlich nicht sein darf und besann mich zur Eigenverantwortung. Ich radelte noch einmal die EZF-Strecke hoch und runter und musste mich schon beinahe dazu zwingen, wieder den Heimweg anzutreten. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich noch stundenlang hätte weiterradeln können.

    Wieder zuhause angekommen bemerkte Beate natürlich mein völlig aufgedrehtes Verhalten und ich konnte sie damit beruhigen, dass es einfach 'nur' ne geile Tour bei tollem Wetter war

    Tja, und nun ist es kurz vor vier in der Nacht, ich bin seit über 20 Stunden auf den Beinen und mir fehlt immer noch jegliche Müdigkeit.

    Mein Fazit: ein kleines, harmlos aussehendes Fläschchen mit viel böser Wirkung. Bei der Vorstellung, dass sich sowas vielleicht ein übermüdeter Kraftfahrer oder heranwachsende Kiddis reinziehen, frage ich mich, wie sowas überhaupt für den Verkauf zugelassen werden kann?
    Um mich nicht falsch zu verstehen: die Wirkung hat mich natürlich in den ersten Minuten begeistert, aber dennoch möchte ich sowas zur (legalen) Leistungssteigerung ganz klar ablehnen!!!
    Also betrachtet diese Zeilen bitte nicht als Produktpushing, sondern eher als Warnung!



    Samstag, 09.10. - 81 km radeln (Grunewald, Ø 23,3 km/h, Ø HF 75%)



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    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
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    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.727 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.267 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -8,3 kg
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
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    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  21. #21
    Mag langsame Walker Avatar von Peter Pansen
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    Nach einem geplanten Familientag-Sonntag stand für heute eigentlich die 'Überführung' eines der Räder von Beates Wohnung zu meiner neuen Spandauer Wohnung auf dem Zettel.
    Doch was interessiert mich mein Geschwätz von gestern , wenn die Sonne vom Himmel strahlt und Beate ohnehin mit Bügelwäsche und anderen nebensächlichen Wichtigkeiten beschäftigt ist?
    Also mir fix das OK der Liebsten geholt und mich dann am Nachmittag mit dem Corratec nach Spandau aufgemacht. Eigentlich wollte ich den Rückweg ja joggend zurücklegen, aber bereits während der Hinfahrt motzen die Haxen müde vor sich hin, wohl als unmittelbare Folge der samstäglichen Radtour und der schlaflosen Nacht (siehe letzten Beitrag), so dass ich zum Rückweg-walken umdisponierte.

    Tja, und so stand ich dann da, ich armer Tor, und war so klug wie nimmer zuvor.
    Da ich in kurzen Klamotten unterwegs war und der brennende Feuerball langsam in Richtung Horizont versank, blieb mir die Wahl zwischen walkend vor mich hinbibbern oder die scheren Beine zu ignorieren und den Jogging-Gang einzulegen.

    Naja, was soll ich sagen: letzendlich wurde es dann sowas wie eine langsame Jogging-Einheit mit regelmässigen Gehpausen, wenn die Sohle zu lautstark über die Gehwege schliff und wieder bei Beate angekommen habe ich mich erstmal in 'ne Decke packen müssen, weil's auf dem letzten Viertel doch arg frisch wurde.

    Am Abend musste ich nochmal kurz nach Schöneberg rüber und habe für die 5 km natürlich das Auto genommen



    Sonntag, 10.10. - 18 km langsames Hinweg radeln (Ø 21,4 km/h, Ø HF 67%)
    Sonntag, 10.10. - 14 km Rückweg 'woggen' (08:29 min/km, Ø HF 69%)


    ========================================
    |
    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
    |
    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.745 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.281 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,8 kg
    |_______________________________________

    .
    .


    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  22. #22
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    Zitat Zitat von Peter Pansen Beitrag anzeigen
    Hey Max,
    ...
    Ich habe mich übrigens mal durch Dein Streak-Tagebuch gewühlt. Wow, echt grosses Kino!
    Richtig abgefeiert habe ich natürlich bei dem "Laufschuhkauf"; eine wirklich geile Geschichte mit 'ner Menge Wiedererkennungspotential
    Hallo Peter,

    freut mich, wenn Dir mein Tagebuch gefällt!
    Mit freundlichen Füßen
    Barefoot Mecki


    Ich laufe barfuß und immer für ein Kinderlächeln.
    Dabei sammle ich Spenden für die
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  23. #23
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    Für heute stand mal wieder ein Feierabendläufchen auf dem Zettel.
    Da bei mir keine Planung unaktueller ist als die Planung von vorhin, liess ich mich einfach mal selber überraschen, welcher Blödsinn mir auf dem Arbeitsheimweg einfallen würde. Es standen eine 10er Runde, ein schneller 5er, ein langer langsamer Lauf, Hardcore-Couching oder halt irgendwas anderes (sowas wie massenhaft Pizza essen) auf dem Zettel.
    Da nach 2 Beinahe-Ruhetagen die alten Knochen eigentlich ausgeruht sein sollten, entschied ich mich dann also für die 10 km Runde mit ein paar kurzen Tempoeinlagen, je nach Lust & Laune.

    Ich startete erstmal recht gemütlich über die Havelchaussee in südliche Richtung und war ab etwa Kilometer 2 ganz angetan von der sich im parallel verlaufenden Havelgewässer spiegelnden, untergehenden Sonne. Hach mei, war das schöööööön
    Etwas vor mich hinträumend schneckte ich mein Tempo weiter und hätte beinahe noch die Abbiegung "Am Postfenn" verpasst, wo ich dann nochmal tief Luft holte, um den Hammeranstieg von gewaltigen 40 HM auf ca. 1,5 km Länge hinter mich zu bringen.

    Da ich, als selbsternannte Bergziege, ja mittlerweile den Hermannslauf mit auf dem Zettel habe, möchte ich natürlich auch ab und zu mal ein paar Höhenmeter mit einbauen. Ok, zugegeben, dieser Hermannslauf wird's mit Sicherheit nicht werden, aber mein Kumpel Hermann freut sich wirklich über jeden Besuch in seiner Wohnung im vierten Stock (Altbau, ohne Fahrstuhl!)

    Während ich da also wie ein Irrer mit respektablen 7:50 /km den alpenartigen Anstieg hochrenne, überquert 50 Meter vor mir eine etwa 20köpfige Läufergruppe die Strasse und läuft in meiner geplanten Richtung weiter. "Prima!", denke ich mir, "Dass ist jetzt Dein 'Tempoläufer' und er hat direkt die ganze Familie mitgebracht!" Ich versuchte aufzuschliessen, aber die Truppe war doch recht flott unterwegs.
    Pfffff. Anfänger halt, die wie immer zu schnell losrennen!

    Wie es der Pansen'sche Laufgott nun mal so will bleibt der Haufen an einer roten Ampel (Heerstrasse) stehen und just im Moment meines Erreichens schaltet die Ampel auf Grün, so dass sich der komplette Tross in Bewegung setzt und ich mich einfach hinten dran hänge.

    Da die Mädels, trotz traumhaft-läuferfreundlichen 10°C, mit langen Tights, Mützen und teilweise in Handschuhen dick eingemummelt waren und fröhlich vor sich hinschwatzten, wurde mein Anfängereindruck natürlich bestätigt und ich wollte ihnen nach einen kurzen Erholungspause nur mal eben zeigen, was so ein richtiger Läufer ist.
    Ich musste einfach nur kurz zu Luft kommen und wäre dann, natürlich freundlich grüssend, mit mächtig eingezogenem Bauch & stählernen, nackten Waden total locker an ihnen vorbeigetrabt. Ey, wirklich ey!

    [Zeitsprung...]

    Ok, weitere Ausführungen spare ich mir jetzt, denn während die Mädels fröhlich schwatzend locker weitertrabten, hechelte ich mir mit etwa 6:30 /km und 90% Puls die Seele aus dem Leib und musste nach 500 Metern sogar abreissen lassen.....
    Ich wollte zwar noch 'nen offenen Schnürsenkel vortäuschen, aber da waren sie auch schon um die nächste Ecke verschwunden. Und guckten noch nicht mal!
    So platt wie ich mich dann fühlte war natürlich nicht mehr an die geplanten, kompletten 10 km zu denken und ich bog schweren Herzens in Richtung Heimat ab.

    Die restliche Strecke verlief dann recht ereignislos und wieder daheim angekommen standen 8,4 km auf dem Handtacho. Da ich immer gerne mit 'ganzen' Kilometern rechne, wollte ich die 400 Meter natürlich nicht verschenken und lief noch ein Ründchen um den Block. Wieder vor der Haustüre zeigte mir dieser Forerunner-Schweinehund nun 9,2 km an und (manchmal sind wir doch echt Idioten!) ich lief natürlich noch ein Ründchen, um dann exakt bei 10,02 km die Stopp-Taste zu drücken

    Die Beine schwer, die Lunge leer und der Mageninhalt drohte nach oben zu drängen. Spass gemacht hat's natürlich trotzdem und, jetzt bitte nicht lachen, ich habe mit 7:26 /km sogar eine neue Trainings-PB über die 10 km aufgestellt

    -

    Dienstag, 12.10. - 4 km abendliches walkingründchen
    Mittwoch, 13.10. - 10 km rennen (07:26 min/km, Ø HF 81%)


    ========================================
    |
    | - 2007 und 2008 - | - 2009 - | 2 0 1 0
    |_______________________________________
    |
    | biking : 4.000 km | 5.640 km | 3.745 km
    | run/walk: 1200 km | 1.240 km | 1.295 km
    | weight: - 24,1 kg | -13,0 kg | -7,0 kg
    |_______________________________________

    .
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    Jahresübersichten
    Jahr | laufen | radeln | Gewicht | Ø / Tag
    --------------------------------------------------------------
    2008 | 1.200 | 4.000 | - 24 kg | Ø 73 Min.
    2009 | 1.240 | 5.640 | - 13 kg | Ø 83 Min.
    2010 | 1.658 | 4.233 | - 8,0 kg | Ø 75 Min.
    2011 | 1.186 | 3.655 | +4,0 kg | Ø 56 Min.
    2012 | 1.773 | 1.629 | +9,0 kg | Ø 63 Min.
    2013 | 1.565 | 2.704 | +2,0 kg | Ø 68 Min.

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  24. #24
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    Ich lach mich schlapp, Peter jagt Mädels über die Piste - oder so....
    Köstlich diese Episode!!!!!

    Zitat Zitat von Peter Pansen Beitrag anzeigen
    ...Wieder vor der Haustüre zeigte mir dieser Forerunner-Schweinehund nun 9,2 km an und (manchmal sind wir doch echt Idioten!) ich lief natürlich noch ein Ründchen, um dann exakt bei 10,02 km die Stopp-Taste zu drücken
    Nein, Peter, wir sind keine Idioten, nur trainingsfleissig...

    Zitat Zitat von Peter Pansen Beitrag anzeigen
    ... und, jetzt bitte nicht lachen, ich habe mit 7:26 /km sogar eine neue Trainings-PB über die 10 km aufgestellt
    Warum sollte da jemand lachen? Du hast ein für Dich persönlich tolles Training hingelegt.
    Nur das zählt.

    Ob jemand anderer seinen langen Lauf mit 4:00 min/km oder schneller läuft,
    ist für alle anderen nett zu wissen, aber ansonsten nutzlos, sofern man nicht auch so schnell
    laufen kann. Und die meisten können das nicht.

    Du läufst mit 7:26min/km und ich finde, Du hast das klasse gemacht.
    Mit freundlichen Füßen
    Barefoot Mecki


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  25. #25
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    Na wenn die schnelle Truppe mal nicht de Hübis waren! Das Tempo hört sich nach Hübis berühmtem 6er- Schnitt an...
    Habe gesehen, dass Du Dich in dem Forum angemeldet hast, biste doch, oder?
    Ich lese hier auch immer mit und find's ganz schön gut, was Du so leistest

    Bin gespannt, wie der HM nächstes Jahr läuft für Dich. Mach mal schön weiter.

    Ulrike

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