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  1. #1
    Avatar von el andaluz
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    Standard (M)Ein kleiner Ausflug in die Triathlon-Szene…

    Nachdem Erfolgserlebnisse für mich seit einiger Zeit etwas rar geworden sind und somit auch die Gefahr bestand dass ein kleiner Hänger kommen könnte, dachte ich mir dass es an der Zeit wäre mal etwas neues zu unternehmen. Schon im letzten Jahr hatte ich mit einem Bekanntem versucht einen/eine Schwimmer/In zu finden um an der Triathlon Staffel teilzunehmen, doch leider wurde daraus nichts.Dieses Jahr hatte ich mir nun vorgenommen das „Ding“ alleine durchzuziehen und wenn es nur die Sprintdistanz ist….Hinzu kam, dass der ausgesuchte Triathlon (Indeland Triathlon) direkt vor der Haustür stattfand.
    Nach dem Barcelona Marathon war klar: Schwimmen und Rad fahren steht auf dem Trainingsprogramm.Vor allem Schwimmen, denn obwohl ich in Südspanien am Meer aufgewachsen bin, bin ich alles andere als ein guter Schwimmer. Doch leider habe ich das schwimmtraining ziemlich rausgezögert. Sechs wochen vor WK habe ich erst angefangen…Naja, was soll ich sagen: grade noch mal gut gegangen. Für die Kurzdistanz nächstes Jahr hätte es nicht gereicht.

    Der Wettkampf:
    Zum Glück kenne ich die Gesamte Triathlon strecke fast in- und auswendig, da ich sie in meinem Lauftraining des Öfteren ablaufe und die Teilstücke die ich nicht kanntebin ich extra abgefahren und um sie kennenzulernen. Doch womit ich mich nicht auskannte war das Wasser. Ich wusste nur dass es sehr Nass sein wird.;-) Aber wie kalt ist der See überhaupt, ist er bei höheren Temperaturen auch wirklich wärmer? Ich hatte mich zum Glück am Freitag entschieden einen Neo auszuleihen, aber auch nur weil die letzten Tage kein wirklich schönes Wetter war und da wollte ich kein risiko eingehen. Eine kluge entscheidung, wie sich später herausstellte.
    Dann kam noch die Logistik hinzu.Wie komme ich zum See, also zu Wechselzone 1? Wann fahre ich am besten hin…Fragen über Fragen.
    Samstag: 1 Tag vor WK Wetter…naja, Bewölkt, aber zum Glück trocken - nochmal locker 40 min joggen gewesen. Und obwohl ich doch ziemlich erholt war, hatte ich ganz komische Beine…irgendwie schwer. Kein gutes Zeichen. Egal, Augen zu und durch. Morgens hatte ich schon die Startunterlagen geholt und an der WK-besprechung teilgenommen. Am frühen Abend dann die Säcke (eigentlich Tüten mit Kordeln) für die Wechselzonen vorbereitet und X-1000mal nachkontrolliert. Nicht dass nachher die Laufschuhe in der Rad-Tüte sind. Das wäre mal der SuperGau!!
    Sonntag: WK-Tag , Wetter…Geil! Sommer,Sonne,Sonnenschein!!! – 9 uhr. Ganz (noch) entspannt aufstehen, Kaffee trinken und wach werden. Als erstes bringe ich die after-race Tüte und die Lauf-Tüte an ihren Ort. Laufschuhe auf die Tüte gelegt und noch ein Gel reingelegt damit ich es nicht vergesse.
    Jetzt kann ich entspannt nachhause und erst mal Frühstücken. Ach ja, meine Startzeit war 13:15 Uhr. Bis spätestens 12:30 muss ich mit dem Fahrad und Helm „eingecheckt“ haben. Also mache ich mich gegen 11:15 auf den Weg. Wollte ich zumindest! Doch dann fast doch noch der Super Gau. Mein Championchip ist weg!! Ich hätte schwören können dass er in der Schwimmtüte ist, also in der die ich dabei habe. Sch***e! Habe ich ihn doch in die falsche Tüte getan, trotz 1000x kontrollieren?!? Ich sehe mein Triathlon Debüt schon dahin schwimmen…! Ich kontrolliere ein letztes mal die Waschküche wo ich meine Sportsachen aufbewahre. UND SIEHE DA!!! Das Drecksding (sorry) hat sich unter den Waschmittelschrank verkrochen! Zum glück sind bei der suche nur ca. 10 minuten draufgegangen. Die sich aber wie 1 Stunde anfühlten. Jetzt aber ab zum See. Natürlich mit dem Fahrrad, Also ca. 6km zum „warmfahren“.
    Rad und Helm abnahme. Alles bestens. Im vergleich zur Wechselzone 2 sind die Plätze nicht mit den Startnummern vorgegeben. Also suche ich mir ein Platz wo ich mein Rad am leichtesten wiederfinde. Also letzte Reihe, ziemlich am ende. Gegenüber von meinem Platz hängt ein Mülleimer,super. So kann ich mein Rad nicht übersehen, oder? Bis zum Start geniesse ich die Zeit und beobachte die Kurz- und Mittelstreckler und die Verbandsligisten bei ihren wechseln, vielleicht kann ich mir ja was abgucken! ;-) Aber auch hier sucht der eine oder andere sein Drahtesel…
    So, langsam werde ich nervös. Kurz nach halb eins. So langsam könnte ich mir den Neo anziehen, zumindest bis zur Hüfte, und zum See runter laufen, gute 300 meter. Ich verfolge den Rat vom Neo Verleiher (Radsport Ganser). Wie waren seine Worte? ‚Das wichtigste beim anziehen ist ruhe bewahren, denn sonst kommt man ins schwitzen und dann wird es schwerer‘ , also langsam. Ich war keine 5 minuten im Neo da kommt die Durchsage dass auf Grund eines Unfalls die Radstrecke gesperrt ist und sich alles um 30 minuten verzögert. Super, im Neo und das bei dem Wetter!! Die Zeit verrinnt. 10 minuten vor Start ziehe ich mir den Neo komplett an, soweit es geht. Ohne Hilfe keine Chance. Man hilft sich gegenseitig. Das nenne ich Zusammenhalt!

    Das „Plantschen“
    Nachdem ich mittlerweile einige Schwimmer beobachtet habe, habe ich mich entschieden die Strecke abwechselnd mit Kraulen und Brustschwimmen zu überstehen und bewältigen. Vor dem Start noch mal schnell ins Wasser und ein paar Meter mit dem neo bewältigen. Was für ein geiles Gefühl!! Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie in so einem „Ding“ eingezwängt war ;-) Der Countdown…Alle Mann/Frau ins Wasser, erste Boje (ca. erste Drittel) locker lässig….zweite drittel,ich wage mich mal kurz umzuschauen…ich bin noch nicht mal letzter! Ich muss zwischenzeitlich Tempo rausnehmen da die vorderen etwas nachlassen. Genau auf diesem Stück klatscht das Wasser ins gesich,sch***s Wind! Zweite Boje: das letzte Drittel ist angebrochen.Mit dem Schwimmstil-wechsel läuft es ganz gut,besser als ich dachte. Die letzten 50 meter ziehe ich nochmal das Tempo an und kraule nur noch. Das Ufer. Blick nach hinten,wie geilist das denn!! Ich bin nicht letzter!!! Jetzt war für mich schon klar, dass wird nicht mein letzter Triathlon! Ich laufe über die Zeitmessung und gehe erst mal auf die Knie und küsse den Boden…Endlich! So viel Zeit muss sein! Jetzt heißt es gute 300 meter zur wechselzone.Teils Asphaltier und der Rest mit Teppich ausgelegt. Ich finde sofort mein Rad. Raus aus dem Neo,der nur noch bis zur Hüfte hing. Helm auf, Radschuhe an und los!

    Die „Radtour“
    Die ersten 1-1,5km auf Straße dann ein kurzes Stück auf Radweg. Und hier war ich froh dass ich die Stracke kannte. An der ein oder anderen Passage sind leichte Schlaglöcher bzw. Erhebungen durch Wurzelwuchs. Die restliche Strecke ist auf Straße. Nach einer gewissen Zeit merke ich erst dass ich gar nicht so schnell unterwegs bin, denn ich konzentriere mich zu stark ans Regelwerk, Kein Windschatte, 10x3 Abstandskasten, usw. Da merkt man dass ich noch ein I-Dötzchen bin….Irgenwann merke ich dass ich die Schwimmbrille garnicht ausgezogen habe…Sie hängt mir noch um den Hals.
    Die ersten acht Kilometer sind größtenteils mit Rückenwind, oder von der Seite, doch nach dem Wendepunkt geht es schon los. Man könnte meinen mich hält einer fest. Und dass hält sich noch gute sech Kilometer. Hinzu kommt dann noch eine kleine Steigung. Ich werde der Reihe nach überholt. Das wars dann wohl mit meinem gewünschten schnitt von 35km/h. Aber mir wird nochmal bewusst dass für mich nur der Olympische gedanke zählt (dabei sein ist alles). Also weiter strampeln. Nach einem Kreisverkehr ist dann auch der Gegenwind vorbei. Nochmal in den Triathlonlenker und vollgas! Es geht in die Ortschaft. Anfeuerungsrufe die noch mal puschen!Traumhaft! Zur nächsten Wechselzone.

    Der „Spaziergang“
    So, jetzt kommt meine Stärke! Erstaunlicherweise finde ich sogar ohne probleme meinen wechselplatz. WK-Schuhe an, Schwimmbrille auch endlich abnehmen und die vorbereitete kleine Halbgefüllte Cola Flasche mitnehmen. Die ersten 600-800meter kontrolliere ich ständig meine pace, um nicht zu schnell anzufangen. Und das ist auch gut so, denn ich habe immer noch das Radfahren in den Beiden und bin zu schnell. Als ich in meiner gewünschten Pace bin 4:30/km, zumindest vorübergehend, habe ich das Gefühl ich jogge. Nach etwa über 1,2km biege ich auf eine grade von ca. 100m. Ich halte nach meiner Frau Ausschau. Und mit einer Spanienfahne in der Hand dürfte sie ja nicht zu übersehen sein. Mit eine Halben Banane und Wasser, und der halben Nachbarschaft im schlepptau, wartete sie auf mich. Sie erkennt mich. Ich gebe ihr zur beruhing ein kurzes Zeichen dass alle super läuft. Ich schnappe mir die kleine Tüte beim vorbeilaufen. Die Banane entsorge ich und nehme mir nur das wasser. Verfluchte Hitze. Eine Steigung.Jetzt merke ich doch die schweren Beine.Nach der Steigung geht es ins „freie“, raus aus der Ortschaft. Keine Zuschauer,tut auch mal gut. Ich überhole einige Läufer, weiss aber nicht welche distanz sie llaufen, aber es ist Balsam für die Seele, für die vielen überholungen beim Rad .;-) Das erste Teilstück im Feld ist Schotter, ich laufe links, da dort der schotter etwas feiner ist.Ist gut wenn man die Strecke kennt. Dann folgt wieder ein Teilstück Asphalt…und gegenwind, damm nochmal Schotter.Hier ist es egal welche seite ich nehme.Es geht schon wieder in die ortschaft. Jetzt sind es vielleicht noch 400m. Mir wird bewusst dass es (leider) bald vorbei ist. Bevor es ins Ziel geht im Römerpark, sind es noch ein paar hundert meter Strasse, mit einer kleinen kurzen steigung, dann ab in den Park, noch einmal gas geben. 50 meter vor dem Ziel reisse ich die Arme hoch, denn jetzt weiss ich dass ich es geschafft habe…ZIEL!!!
    Ich muss schon sagen ich war überwältigt! Ein geiles Gefühl! Nach 5 minuten sehe ich meine Frau, sie hat Pipi in den Augen und freut sich schon fast mehr als ich.;-) Traumhaft, kann ich nur sagen!

    Mit einer Gesamtzeit von 1:27:31 Schwimmen 11:48 Rad 41:36 Laufen 25:11 Bin ich EIGENTLICH zufrieden, denn ich hatte ja eh keine Vergleichszeiten und wollte nur durchkommen. Aber wie gesagt :EIGENTLICH. Ich bin kein Perfektionist, aber nach dem Auswerten der einzelnen Zeiten einige Tage später, sehe ich bis auf schwimmen, dass ich nicht das Maximum rausgeholt habe. Beim Rad hätte ich mich weniger auf das Windschattenfahren konzentrieren sollen und einfach gas geben, dann hätte ich den Rückenwind besser ausnutzen können und beim Laufen hatte ich mir eigentlich eine 4:30er Pace vorgenommen.Was knapp über meinem 10Km-Tempo liegt. Aber irgendwo habe ich gepennt und getrödelt. Denn kraft hatte ich noch.

    Aber es war der erste und aus „Fehlern“ (wenn es man denn so bezeich kann) lernt man.
    Ich bin zufrieden und das ist was zählt.Und noch mehr: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei (dieses mal hoffentlich mit Kaja90), aber in der OD und im Oktober 2013 will ich den Garmin Triathlon Barcelona mitmachen.

    Gruß an alles
    Best times:
    10 Km --- 43:57
    HM --- 1:39:29 (Frankfurt 2013)
    Marathon --- 3:56:14 (Barcelona 2012)
    Triathlon-Volksdistanz ---- 1:21:52 (Indeland Triathlon 2014)
    Triathlon-Kurzdistanz ----- 3:21:35 (Indeland Triathlon 2015)




  2. #2
    Bio Runner Rhein-Main Avatar von aBo
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    Geiler Bericht Alex !

    Man könnte meinen man ist fast dabei.

    Hoffe man sieht sich beim Frankfurt Marathon.

    Alex

  3. #3
    Avatar von mcbert
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    Bleib beim Triathlon und schreib darüber!

    Gratuliere
    Wenn es gar nicht mehr geht, einfach locker weiterlaufen

  4. #4
    Avatar von Domborusse
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    Super gemacht - ich ziehe meinen Hut!!!
    Das hört sich auch nach sehr viel Spaß, Emotionen und Stolz weniger nach Qual an!!
    Ja, kann ich nur so unterschreiben: bleib dabei und berichte!!
    Grüße
    Domborusse
    (und dir und deiner Frau mit Spanien-Flagge drück ich heute abend die Daumen!!!)
    Die beliebtesten Diagnosen der Orthopäden:

    "Da ist nix"
    "Das ist nicht schlimm"
    "Das haben viele"
    "Da kann man nix mehr machen"
    "Ja, wir werden alle nicht jünger!"
    "Dat krieje me wieder hin!!!"
    "Das ist in 2 Wochen wieder weg!"
    Von RennFuchs geklaut: "Das dürfte eigentlich garnicht wehtun"
    "...ja wenn das schon so lange weh tut, dann muss das eigentlich operiert werden"
    gefolgt von: ..."aber nehmen sie zur Sicherheit erstmal noch 14 lang Tage die Tabletten"

  5. #5
    Avatar von el andaluz
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    Zitat Zitat von aBo Beitrag anzeigen
    Geiler Bericht Alex !

    Man könnte meinen man ist fast dabei.

    Hoffe man sieht sich beim Frankfurt Marathon.

    Alex
    Danke,
    Leider wird dieses Jahr nichts aus Frankfurt.Nach dem Barcelona Marathon im März, wollte ich erst mal wieder meineZeiten in den kurze distanzen verbessern.
    Gruß
    Alex
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    HM --- 1:39:29 (Frankfurt 2013)
    Marathon --- 3:56:14 (Barcelona 2012)
    Triathlon-Volksdistanz ---- 1:21:52 (Indeland Triathlon 2014)
    Triathlon-Kurzdistanz ----- 3:21:35 (Indeland Triathlon 2015)




  6. #6
    Avatar von Kaya90
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    Zitat Zitat von el andaluz Beitrag anzeigen
    Nachdem Erfolgserlebnisse für mich seit einiger Zeit etwas rar geworden sind und somit auch die Gefahr bestand dass ein kleiner Hänger kommen könnte, dachte ich mir dass es an der Zeit wäre mal etwas neues zu unternehmen. Schon im letzten Jahr hatte ich mit einem Bekanntem versucht einen/eine Schwimmer/In zu finden um an der Triathlon Staffel teilzunehmen, doch leider wurde daraus nichts.Dieses Jahr hatte ich mir nun vorgenommen das „Ding“ alleine durchzuziehen und wenn es nur die Sprintdistanz ist….Hinzu kam, dass der ausgesuchte Triathlon (Indeland Triathlon) direkt vor der Haustür stattfand.
    Nach dem Barcelona Marathon war klar: Schwimmen und Rad fahren steht auf dem Trainingsprogramm.Vor allem Schwimmen, denn obwohl ich in Südspanien am Meer aufgewachsen bin, bin ich alles andere als ein guter Schwimmer. Doch leider habe ich das schwimmtraining ziemlich rausgezögert. Sechs wochen vor WK habe ich erst angefangen…Naja, was soll ich sagen: grade noch mal gut gegangen. Für die Kurzdistanz nächstes Jahr hätte es nicht gereicht.

    Der Wettkampf:
    Zum Glück kenne ich die Gesamte Triathlon strecke fast in- und auswendig, da ich sie in meinem Lauftraining des Öfteren ablaufe und die Teilstücke die ich nicht kanntebin ich extra abgefahren und um sie kennenzulernen. Doch womit ich mich nicht auskannte war das Wasser. Ich wusste nur dass es sehr Nass sein wird.;-) Aber wie kalt ist der See überhaupt, ist er bei höheren Temperaturen auch wirklich wärmer? Ich hatte mich zum Glück am Freitag entschieden einen Neo auszuleihen, aber auch nur weil die letzten Tage kein wirklich schönes Wetter war und da wollte ich kein risiko eingehen. Eine kluge entscheidung, wie sich später herausstellte.
    Dann kam noch die Logistik hinzu.Wie komme ich zum See, also zu Wechselzone 1? Wann fahre ich am besten hin…Fragen über Fragen.
    Samstag: 1 Tag vor WK Wetter…naja, Bewölkt, aber zum Glück trocken - nochmal locker 40 min joggen gewesen. Und obwohl ich doch ziemlich erholt war, hatte ich ganz komische Beine…irgendwie schwer. Kein gutes Zeichen. Egal, Augen zu und durch. Morgens hatte ich schon die Startunterlagen geholt und an der WK-besprechung teilgenommen. Am frühen Abend dann die Säcke (eigentlich Tüten mit Kordeln) für die Wechselzonen vorbereitet und X-1000mal nachkontrolliert. Nicht dass nachher die Laufschuhe in der Rad-Tüte sind. Das wäre mal der SuperGau!!
    Sonntag: WK-Tag , Wetter…Geil! Sommer,Sonne,Sonnenschein!!! – 9 uhr. Ganz (noch) entspannt aufstehen, Kaffee trinken und wach werden. Als erstes bringe ich die after-race Tüte und die Lauf-Tüte an ihren Ort. Laufschuhe auf die Tüte gelegt und noch ein Gel reingelegt damit ich es nicht vergesse.
    Jetzt kann ich entspannt nachhause und erst mal Frühstücken. Ach ja, meine Startzeit war 13:15 Uhr. Bis spätestens 12:30 muss ich mit dem Fahrad und Helm „eingecheckt“ haben. Also mache ich mich gegen 11:15 auf den Weg. Wollte ich zumindest! Doch dann fast doch noch der Super Gau. Mein Championchip ist weg!! Ich hätte schwören können dass er in der Schwimmtüte ist, also in der die ich dabei habe. Sch***e! Habe ich ihn doch in die falsche Tüte getan, trotz 1000x kontrollieren?!? Ich sehe mein Triathlon Debüt schon dahin schwimmen…! Ich kontrolliere ein letztes mal die Waschküche wo ich meine Sportsachen aufbewahre. UND SIEHE DA!!! Das Drecksding (sorry) hat sich unter den Waschmittelschrank verkrochen! Zum glück sind bei der suche nur ca. 10 minuten draufgegangen. Die sich aber wie 1 Stunde anfühlten. Jetzt aber ab zum See. Natürlich mit dem Fahrrad, Also ca. 6km zum „warmfahren“.
    Rad und Helm abnahme. Alles bestens. Im vergleich zur Wechselzone 2 sind die Plätze nicht mit den Startnummern vorgegeben. Also suche ich mir ein Platz wo ich mein Rad am leichtesten wiederfinde. Also letzte Reihe, ziemlich am ende. Gegenüber von meinem Platz hängt ein Mülleimer,super. So kann ich mein Rad nicht übersehen, oder? Bis zum Start geniesse ich die Zeit und beobachte die Kurz- und Mittelstreckler und die Verbandsligisten bei ihren wechseln, vielleicht kann ich mir ja was abgucken! ;-) Aber auch hier sucht der eine oder andere sein Drahtesel…
    So, langsam werde ich nervös. Kurz nach halb eins. So langsam könnte ich mir den Neo anziehen, zumindest bis zur Hüfte, und zum See runter laufen, gute 300 meter. Ich verfolge den Rat vom Neo Verleiher (Radsport Ganser). Wie waren seine Worte? ‚Das wichtigste beim anziehen ist ruhe bewahren, denn sonst kommt man ins schwitzen und dann wird es schwerer‘ , also langsam. Ich war keine 5 minuten im Neo da kommt die Durchsage dass auf Grund eines Unfalls die Radstrecke gesperrt ist und sich alles um 30 minuten verzögert. Super, im Neo und das bei dem Wetter!! Die Zeit verrinnt. 10 minuten vor Start ziehe ich mir den Neo komplett an, soweit es geht. Ohne Hilfe keine Chance. Man hilft sich gegenseitig. Das nenne ich Zusammenhalt!

    Das „Plantschen“
    Nachdem ich mittlerweile einige Schwimmer beobachtet habe, habe ich mich entschieden die Strecke abwechselnd mit Kraulen und Brustschwimmen zu überstehen und bewältigen. Vor dem Start noch mal schnell ins Wasser und ein paar Meter mit dem neo bewältigen. Was für ein geiles Gefühl!! Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie in so einem „Ding“ eingezwängt war ;-) Der Countdown…Alle Mann/Frau ins Wasser, erste Boje (ca. erste Drittel) locker lässig….zweite drittel,ich wage mich mal kurz umzuschauen…ich bin noch nicht mal letzter! Ich muss zwischenzeitlich Tempo rausnehmen da die vorderen etwas nachlassen. Genau auf diesem Stück klatscht das Wasser ins gesich,sch***s Wind! Zweite Boje: das letzte Drittel ist angebrochen.Mit dem Schwimmstil-wechsel läuft es ganz gut,besser als ich dachte. Die letzten 50 meter ziehe ich nochmal das Tempo an und kraule nur noch. Das Ufer. Blick nach hinten,wie geilist das denn!! Ich bin nicht letzter!!! Jetzt war für mich schon klar, dass wird nicht mein letzter Triathlon! Ich laufe über die Zeitmessung und gehe erst mal auf die Knie und küsse den Boden…Endlich! So viel Zeit muss sein! Jetzt heißt es gute 300 meter zur wechselzone.Teils Asphaltier und der Rest mit Teppich ausgelegt. Ich finde sofort mein Rad. Raus aus dem Neo,der nur noch bis zur Hüfte hing. Helm auf, Radschuhe an und los!

    Die „Radtour“
    Die ersten 1-1,5km auf Straße dann ein kurzes Stück auf Radweg. Und hier war ich froh dass ich die Stracke kannte. An der ein oder anderen Passage sind leichte Schlaglöcher bzw. Erhebungen durch Wurzelwuchs. Die restliche Strecke ist auf Straße. Nach einer gewissen Zeit merke ich erst dass ich gar nicht so schnell unterwegs bin, denn ich konzentriere mich zu stark ans Regelwerk, Kein Windschatte, 10x3 Abstandskasten, usw. Da merkt man dass ich noch ein I-Dötzchen bin….Irgenwann merke ich dass ich die Schwimmbrille garnicht ausgezogen habe…Sie hängt mir noch um den Hals.
    Die ersten acht Kilometer sind größtenteils mit Rückenwind, oder von der Seite, doch nach dem Wendepunkt geht es schon los. Man könnte meinen mich hält einer fest. Und dass hält sich noch gute sech Kilometer. Hinzu kommt dann noch eine kleine Steigung. Ich werde der Reihe nach überholt. Das wars dann wohl mit meinem gewünschten schnitt von 35km/h. Aber mir wird nochmal bewusst dass für mich nur der Olympische gedanke zählt (dabei sein ist alles). Also weiter strampeln. Nach einem Kreisverkehr ist dann auch der Gegenwind vorbei. Nochmal in den Triathlonlenker und vollgas! Es geht in die Ortschaft. Anfeuerungsrufe die noch mal puschen!Traumhaft! Zur nächsten Wechselzone.

    Der „Spaziergang“
    So, jetzt kommt meine Stärke! Erstaunlicherweise finde ich sogar ohne probleme meinen wechselplatz. WK-Schuhe an, Schwimmbrille auch endlich abnehmen und die vorbereitete kleine Halbgefüllte Cola Flasche mitnehmen. Die ersten 600-800meter kontrolliere ich ständig meine pace, um nicht zu schnell anzufangen. Und das ist auch gut so, denn ich habe immer noch das Radfahren in den Beiden und bin zu schnell. Als ich in meiner gewünschten Pace bin 4:30/km, zumindest vorübergehend, habe ich das Gefühl ich jogge. Nach etwa über 1,2km biege ich auf eine grade von ca. 100m. Ich halte nach meiner Frau Ausschau. Und mit einer Spanienfahne in der Hand dürfte sie ja nicht zu übersehen sein. Mit eine Halben Banane und Wasser, und der halben Nachbarschaft im schlepptau, wartete sie auf mich. Sie erkennt mich. Ich gebe ihr zur beruhing ein kurzes Zeichen dass alle super läuft. Ich schnappe mir die kleine Tüte beim vorbeilaufen. Die Banane entsorge ich und nehme mir nur das wasser. Verfluchte Hitze. Eine Steigung.Jetzt merke ich doch die schweren Beine.Nach der Steigung geht es ins „freie“, raus aus der Ortschaft. Keine Zuschauer,tut auch mal gut. Ich überhole einige Läufer, weiss aber nicht welche distanz sie llaufen, aber es ist Balsam für die Seele, für die vielen überholungen beim Rad .;-) Das erste Teilstück im Feld ist Schotter, ich laufe links, da dort der schotter etwas feiner ist.Ist gut wenn man die Strecke kennt. Dann folgt wieder ein Teilstück Asphalt…und gegenwind, damm nochmal Schotter.Hier ist es egal welche seite ich nehme.Es geht schon wieder in die ortschaft. Jetzt sind es vielleicht noch 400m. Mir wird bewusst dass es (leider) bald vorbei ist. Bevor es ins Ziel geht im Römerpark, sind es noch ein paar hundert meter Strasse, mit einer kleinen kurzen steigung, dann ab in den Park, noch einmal gas geben. 50 meter vor dem Ziel reisse ich die Arme hoch, denn jetzt weiss ich dass ich es geschafft habe…ZIEL!!!
    Ich muss schon sagen ich war überwältigt! Ein geiles Gefühl! Nach 5 minuten sehe ich meine Frau, sie hat Pipi in den Augen und freut sich schon fast mehr als ich.;-) Traumhaft, kann ich nur sagen!

    Mit einer Gesamtzeit von 1:27:31 Schwimmen 11:48 Rad 41:36 Laufen 25:11 Bin ich EIGENTLICH zufrieden, denn ich hatte ja eh keine Vergleichszeiten und wollte nur durchkommen. Aber wie gesagt :EIGENTLICH. Ich bin kein Perfektionist, aber nach dem Auswerten der einzelnen Zeiten einige Tage später, sehe ich bis auf schwimmen, dass ich nicht das Maximum rausgeholt habe. Beim Rad hätte ich mich weniger auf das Windschattenfahren konzentrieren sollen und einfach gas geben, dann hätte ich den Rückenwind besser ausnutzen können und beim Laufen hatte ich mir eigentlich eine 4:30er Pace vorgenommen.Was knapp über meinem 10Km-Tempo liegt. Aber irgendwo habe ich gepennt und getrödelt. Denn kraft hatte ich noch.

    Aber es war der erste und aus „Fehlern“ (wenn es man denn so bezeich kann) lernt man.
    Ich bin zufrieden und das ist was zählt.Und noch mehr: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei (dieses mal hoffentlich mit Kaja90), aber in der OD und im Oktober 2013 will ich den Garmin Triathlon Barcelona mitmachen.

    Gruß an alles
    Guten Abend Alex,

    super Bericht erstmal, Glückwunsch zum Finish. Ist doch super gelaufen. Verdammt cool, dass dich der Triathlonvirus angesteckt hat. Nächstes Jahr, bin ich auf jeden Fall dabei und du schon ein alter Hase.

    Komm schon, geb dir einen Ruck, noch gibts knapp 5000 Startplätze für Frankfurt....

    Hoffe ich höre bald wieder von dir.

    Lg

  7. #7
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    Ja Alex, gib dir ein Ruck .

    Wahrscheinlich werd ich beim Frankfurt Marathon nur "mitjoggen" und locker und langsam den Lauf geniessen.

    Alex

  8. #8
    Avatar von el andaluz
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    Standard

    Jungs, es freut mich ja sehr dass ihr mich dabei haben wollt (wahrscheinlich aber nur damit ihr nicht letzter werdet ;-)) aber dieses Jahr gaht absolut net!! Wir können uns aber auf März 2013 Lufthansa Halbmarathon einigen.Der wollte ich auf jedenfall dabei sein und versuchen PB zu laufen (sub 1:39h).

    Gruß
    Alex
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    10 Km --- 43:57
    HM --- 1:39:29 (Frankfurt 2013)
    Marathon --- 3:56:14 (Barcelona 2012)
    Triathlon-Volksdistanz ---- 1:21:52 (Indeland Triathlon 2014)
    Triathlon-Kurzdistanz ----- 3:21:35 (Indeland Triathlon 2015)




  9. #9
    Avatar von Kaya90
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    Zitat Zitat von el andaluz Beitrag anzeigen
    Jungs, es freut mich ja sehr dass ihr mich dabei haben wollt (wahrscheinlich aber nur damit ihr nicht letzter werdet ;-)) aber dieses Jahr gaht absolut net!! Wir können uns aber auf März 2013 Lufthansa Halbmarathon einigen.Der wollte ich auf jedenfall dabei sein und versuchen PB zu laufen (sub 1:39h).

    Gruß
    Alex
    Die sub 1:39h machst du doch dicccckkkkkeee

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