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  1. #1

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    Standard Zwangspause durch Gürtelrose wie lange oder doch Sport??

    Hallo!

    Bisher bin ich stille Mitleserin hier im Forum. Daher möchte ich mich vor meiner Frage zunächst kurz vorstellen.

    Bin weiblich, 42 Jahre, BMI 21, Laufanfängerin seit Januar. Laufe 3-4 mal wöchentlich, 2-3x um die 12km (nie unter 10), 1x wöchentlich ein langer Lauf 18-21km. Zusätzlich trainiere ich 2-3x wöchentlich Kraft (Oberkörper, Rücken, Rumpf, Beine) und laufe/walke dort auf dem Laufband in einem Berglauftrainingsprogramm (Steigung 10-15%) jeweils 60 Minuten, so um die 6-7 km.
    Ein Tag in der Woche ist Pause.

    Ein Tag ohne Sport verursacht mittlerweile ein extrem schlechtes Gewissen .... Ich habe immer sofort Angst, dass ich das, was ich mir mühsam erarbeitet habe an Ausdauer und evtl. Muskulatur sofort auf dem Rückzug ist. Ich zunehme und überhaupt wieder völlig unförmig und unsportlich werde. (Bin da ein wenig geschädigt, habe jahrelang keinen Sport betrieben, ja sogar gehasst. Ich wog allerdings auch knapp 50 Kilo mehr...)

    So und jetzt sitze ich hier mit der Diagnose Gürtelrose, einem lästigen Bläschenausschlag und einer Kiste Pillen, die ich schlucken muss. Ein direktes Sportverbot wurde nicht ausgesprochen von meinem Arzt, aber so wirklich zustimmend hat er sich auch nicht geäußert.

    Nun meine Frag an Euch: Laufen und Sport mit Gürtelrose ja oder nein? Wer hatte evtl. schon einmal die gleiche Erkrankung und hat entsprechende Erfahrungen gemacht.

    Danke und viele Grüße
    sauseblitz

  2. #2
    Avatar von rantanplan
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    Auf keinen Fall Sport.
    Die Gürtelrose muss erst ausheilen - man wird nicht umsonst deswegen krank geschrieben. Außerdem ist eine Gürtelrose immer ein Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem.... mit Sport würdest du es hier nur noch schlimmer machen.

    Und in 2,3 Wochen verlierst du jetzt auch nicht soooo viel Ausdauer. Sieh es als Regenerationszeit an - die muss auch manchmal sein. Da kommst du schnell wieder rein.

    Kopf hoch und gute Besserung

  3. #3
    Avatar von martin_h
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    Ja, da gehe ich mit. Keinesfalls Sport, sondern Ausheilung der Erkrankung. Für den Ausbruch ist ein Virus verantwortlich. Die Erkrankung kann bei geschwächter Immunlage durchbrechen. Daher ist eigentlich Ursachenforschung, weshalb das Immunsystem geschwächt ist, angebracht.

    Ich habe Gürtelrose in meiner Jugend gehabt und musste mehrere Woche (genaue Anzahl weiß ich nicht mehr) auf meinen damaligen Leistungssport verzichten...auf Anraten des Arztes.
    Also Füße stillhalten, dann ist es schneller durchgestanden als wenn du den Heilungsverlauf durch Sport negativ beeinflusst (oder besser gesagt, das Immunsystem zusätzlich belastest).
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  4. #4
    angenehm hart@90% Hf(max) Avatar von runningdodo
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    Die Argumentation der beiden Vorredner finde ich nicht schlüssig, denn moderates Ausdauertraining stärkt das Immunsystem eher als dass es schwächt.
    Von daher ist gegen ruhige DLs, die nicht zu lang sind imo nichts einzuwenden, solange der gewohnte Wochenumfang eher unterschritten wird. Jedoch würde ich Tempotraining oder lange Läufe aus o.g. Gründen sein lassen.

    Das andere und Gürtelrose-spezifische Problem besteht in der Vermeidung von Reibung im betroffenen Bereich, denn das schmerzt und wenn Du das nicht in den Griff bekommst, wirst Du das Laufen ganz von selbst bleiben lassen.

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  5. #5
    Avatar von martin_h
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    runningdodo...die ist insofern (für mich) schlüssig, wenn man sich das Gesamttrainingspensum pro Woche anschaut. 3-4 Laufeinheiten nie unter 10km, dazu 2-3x Krafttraining und nur ein Regenerationstag. "Sport ja oder nein" ist vielleicht die falsche Frage. Sagt man "ja", neigen einige dazu, das Pensum beizubehalten. Ein "nein" bringt zumindest die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit und lässt doch zur Vorsicht walten (das ist eher die psychische Komponente, die ich hier anspreche ). Die Literatur sagt auch eher nein. Ich stimme dir zu, dass moderater Sport das Immunsystem unterstützt, aber bei dem Trainingspensum, wie es da steht, wäre ich eher vorsichtig. Mit vorsichtig meine ich entweder gar nicht (weil die Gefahr des Übertreibens besteht) oder wenn, dann würde ich mit dir mitgehen und deutlich unter dem Wochenpensum bleiben.

    Zumal...Krafttraining...wenn das am Gerät in der Öffentlichkeit sein sollte (und das klingt mir danach) auch eine gewisse Fahrlässigkeit bzgl. der Ansteckungsgefahr besteht!!
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  6. #6
    Avatar von rantanplan
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    Der Teufel steckt hier evtl. im Detail - Sauseblitz schreibt, dass sie erst seit Januar Laufanfängerin ist und da könnten 50 bis 60 Wochenkilometer + ca. 20 km Laufband evtl. auch eine zu schnelle Steigerung gewesen sein. DAZU kommt ja noch das Krafttraining im Bergmodus, was ja auch nochmal eine ordentliche Belastung ist.

    Ich habe öfters schon gelesen, dass man seine Umfänge um max 5% pro Woche steigern und alle 3-4 Wochen eine Ruhewoche einlegen sollte.....
    Ich weiß nicht, was sie vorher an Sport getrieben hat, aber wenn sie im Januar als totaler Anfänger mit 25 Wochenkilometern begonnen hat, komme ich bei 21 Folgewochen mit 5% Steigerung auf gut 70 Wochenkilometer...... und da ist nicht eine einzige Ruhewoche eingerechnet - trotzdem liegt sie noch deutlich über diesem Wert.

    Ich halte es für gar nicht soooo unwahrscheinlich, dass das Immunsystem hier über die Monate zu stark beansprucht und dadurch die Gürtelrose ausgelöst wurde. Ein Tag Pause ist für einen Anfänger ganz sicher zu wenig.

    Und auch gerade unter dem Aspekt, dass sie erst im Januar begonnen hat, tut eine kleine Laufpause dem Körper auch mal ganz gut.... warum sollte sie ein Risiko eingehen und es sich unnötig schwer machen, wenn sie damit noch nicht einmal ihr Geld verdient?! Es ist schließlich ein Hobby.

    Ich sehe das immer wieder bei Anfängern im Ausdauersport oder im Studio - wenn der erste Muskelkater weg ist, hält man sich für unverwundbar und steigert immer schneller und schneller. Die Quittung folgt fast immer. Entweder durch Verletzungen oder durch Krankheiten, die aus einer Schwächung des Immunsystems resultieren (Herpes, Grippe.... oder auch mal eine Gürtelrose).



    Grundsätzlich gebe ich dir aber recht, Runningdodo: moderates Training könnte möglich sein, ich würde es jedoch nicht tun, bzw. vorher meinen Arzt explizit darauf ansprechen.
    Zuletzt überarbeitet von rantanplan (29.05.2013 um 14:34 Uhr)

  7. #7

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    Hallo!

    Vielen Dank für Eure konstruktiven Antworten und Gedanken zu meiner Frage.

    Es mag schon sein, dass ich die letzten beiden Monate mein Trainingspensum zu stark gesteigert habe, bisher ging es aber ganz locker und ich hatte nie das Gefühl, dass ich meinen Körper zu stark fordere. Natürlich gab es auch Tage, an denen ich mich müde gefühlt habe, dann habe ich mir aber auch 'mal einen Tag Pause zusätzlich gegönnt. Ganz so hart bin ich dann doch nicht zu mir.

    Es kam auch die Frage auf, ob ich früher schon Sport gemacht haben. Hmmmm, eigentlich erst im letzten Jahr wieder (Radfahren, Inliner, Bergwanderin, Walking). Die Jahre davor eigentlich nichts. Letztlich bin ich dann vom regelmäßigen Walken (jeden 2ten Tag) zum Laufen gekommen. Seit Januar laufe ich nun regelmäßig, zuerst jeden 2ten Tag kleiner Läufe, die sich bis zum jetzigen Pensum gesteigert haben.
    Dabei sollte es nun auch erst einmal bleiben. Eine weitere größere Steigerung der Streckenlängen war jetzt nicht mehr geplant. Ich wollte das erreichte "festigen" und sehen, dass ich evtl. ein wenig schneller werde mit der Zeit.

    Jetzt bin ich erst einmal gebremst. Ich werde meinem Körper wohl oder übel eine Pause in dieser Woche gönnen (das Wetter ist eh besch..), wenn er sie schon so aggressiv einfordert. Im Moment fühle ich mich eh nicht so gut, die Symptome der Gürtelrose scheinen sich noch so richtig ausweiten zu wollen. Trotz der Medikamente. Ich hoffe, dass es dann in den nächsten Tagen besser wird und ich am Montag wieder mit langsamen DL, kürzere Strecken, anfangen kann.

    @martin_h : Krafttraining in der Öffentlichkeit hätte ich mir in jedem Fall gespart, da ich so sicherlich nicht unter die Menschen oder mit diesen gemeinsam nackt in die Umkleide möchte. Das ist klar. Also keine Sorge, so fanatisch bin ich dann doch nicht ;-)

  8. #8
    Bio-"Mechanikerin" Avatar von trifeminine
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    Zitat Zitat von runningdodo Beitrag anzeigen
    Die Argumentation der beiden Vorredner finde ich nicht schlüssig, denn moderates Ausdauertraining stärkt das Immunsystem eher als dass es schwächt.
    Prinzipiell richtig - aber was Du beschreibst, betrifft den GESUNDEN!

    Ein kranker Organismus wird dadurch weiter geschwächt, wobei es natürlich von der Heftigkeit der Erkrankung abhängt. Du würdest aber auch keinem fieberndem Läufer zum an und für sich "immunstärkenden" lockeren Dauerlauf raten
    http://www.sandrina-illes.at/buchprojekt
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  9. #9
    Avatar von runst
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    Hallo,
    moderates Training sollte ok sein. Statt Laufen vielleicht stramm gehen (walken), wenn Du süchtig bist nach Bewegung.
    Vor einigen Jahren hatte ich das auch mal, der Hautarzt meinte, das sähe aus wie im Lehrbuch, die Pockenviren (die sich in den Knoten der Nervenbahnen "schlafen" legen) spielen halt manchmal Streiche, Pillen schlucken, fertig.
    So war's dann tatsächlich auch. Nach 1,5 Wochen gings in den Fahrradurlaub. Erlebt habe ich's als harmlos und unkompliziert.
    Nachgelesen habe damals ich bei Wikipedia - was ich davon noch weiß, will ich jetzt nicht hervorkramen, das kann jede(r) bei Interesse selber.

    Gute Genesung!

  10. #10
    angenehm hart@90% Hf(max) Avatar von runningdodo
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    Zitat Zitat von trifeminine Beitrag anzeigen
    Ein kranker Organismus wird dadurch weiter geschwächt, wobei es natürlich von der Heftigkeit der Erkrankung abhängt. Du würdest aber auch keinem fieberndem Läufer zum an und für sich "immunstärkenden" lockeren Dauerlauf raten
    Natürlich, da hast Du auch völlig Recht damit.

    Ich wehre mich jedoch dagegen, annehmen zu sollen, dass kurze ruhige DLs per se schädlich sind bei Infektionskrankheiten, wenn die Allgemeinsymptome gering sind (also kein Fieber/Gliederschmerzen/Abgeschlagenheit) mit der Begründung, diese Belastungen seein immunsuppressiv.

    Weil diese Begründung ganz einfach nicht richtig ist, zumindest bei ansonsten regelmäßig trainierenden Läufern nicht.

    Aber ich denke, uns beiden ist das klar, wollte das nur noch mal allgemein klar stellen.

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