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  1. #1

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    Frage Körperwahrnehmung

    Moinsen,

    Ich habe vergangenen Montag vor 2 Wochen ganz frisch mit dem Laufen angefangen. Aktuell habe ich einen Trainingsplan, der mich langsam an "30 Minuten Laufen ohne Pause" heranführt. Ich laufe im Moment 3 x in der Woche für 20 Minuten im Wechsel eine Minute Gehen, drei Minuten Laufen. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es so unglaublich viel Spaß macht. Ich laufe immer um 5 Uhr morgens und an den Regenerationstagen kann ich den nächsten Morgen kaum erwarten.

    Was mir vorgestern und heute nach dem Laufen allerdings aufgefallen ist war, dass der ganze Körper über den ganzen Tag hinweg kribbelt. Ich nehme meine Umwelt viel intensiver wahr. Das bedeutet leider auch, dass unangenehme Gerüche mir viel früher auffallen, als vorher, dass Kaffee mich sofort hibbelig macht und ein Bier sofort ins Blut geht. Das klingt jetzt erst einmal doof, aber ich finde es gar nicht so unangenehm, die Umwelt intensiver zu erleben.

    Nun die Frage: Wie kommt das? Liegt das an der gesteigerten Durchblutung, die ich spüre? Liegt es am heute höheren Ruhepuls (ob ich den habe, habe ich nicht gemessen, aber fühlt sich so an) und ist das somit eventuell nicht ganz so gesund? Ich muss dazu sagen, dass ich heute in Summe 23% (5 Minuten) der Laufzeit im aeroben und 24% im anaeroben Bereich gelaufen bin (das sagt Runtastic, basierend auf meinen Daten und meinem Brustgurt).

    Auf jeden Fall eine tolle Sache, dieses Laufen. Ich war bisher eigentlich immer der absolute Sportmuffel (Bürojob, Raucher bis August 2013) und habe seit 1997, außer ein wenig Hundesport, nicht mehr wirklich regelmäßig Sport getrieben. Insofern eine tolle neue Erfahrung mit Suchtpotential.

    Viele Grüße
    Cooper

  2. #2
    Avatar von Unwucht
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    Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten, aber in einem Punkt bist du auf dem richtigen Weg, und weiter als viele die schon lange dabei sind -- höre auf deinen Körper. Besonders wenn du den letzten Lauf noch spürst, und dir nicht sicher bist ob du eher gut oder schlecht drauf bist, ist es wichtig, sehr sachte anzufangen. Bewerten wie der Körper auf die erneute Belastung reagiert. Das machen auch Profis oft ganz bewusst.

    Was Kribbeln angeht, das habe ich nach gut 20 Jahren laufen (mal mehr mal weniger) noch immer, und zwar am Tag nach hartem Bahntraining. Könnte mir durchaus vorstellen, dass es mit der Durchblutung zu tun hat.

    Alles Gute!

  3. #3
    Avatar von Aufziehmann
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    Dass du besser riechen kannst liegt sicher zum großem Teil daran, dass du mit dem Rauchen aufgehört hast (habe selber 25 Jahre lang geraucht und bin jetzt seit sieben Jahren davon los). Deine Nase braucht ein paar Monate bis sie wieder (fast) normal riechen kann. Dein Ruhepuls sollte eher sinken als steigen (meiner ist von 72 auf 50 runter) durchs Laufen. Ansonsten ist es sicher so, dass du durchs Laufen 'wacher' bist und deine Umwelt intensiver wahr nimmst.

    Viel Erfolg!

  4. #4
    peselnd Avatar von Irisanna
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    Hallo,

    schön, dass du zum Laufsport gefunden hast.

    Die Angaben bzgl. aerob und anaerob, die Runtastic da ausspuckt, kannst du in die Tonne kloppen. Oder kennst du deine individuelle HFmax? Die errechnete ist sehr, sehr ungenau.

    Wieso läufst du mit Pulsmesser?

    Nein, wenn du gesund bist, ist es überhaupt nicht schädlich, wenn du dich auspowerst. Auch dein Herz wird sich über das Training freuen und der Ruhepuls wird bei regelmäßigem Ausdauersport im Laufe der Zeit sinken.
    Lauftagebuch




    "Herr Ringel meint, dass Max schlechter gerungen hat, als im Training und befürchtet Wettkampfangst."

  5. #5
    Avatar von U_d_o
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    Hallo Cooper,

    wieder ein Läufer mehr !

    Du hast deinen Körper - das ist ein unheimlich komplexes, biologisches Wunderwerk - mit Ausdauerbelastung gewaltig herausgefordert. In deinem Organismus sind Anpassungsvorgänge in Gang gekommen, die an allen Parametern, an allen Stellschrauben drehen. Die hormonelle Situation ändert sich und dein Energiestoffwechsel ebenso (nur zwei Funktionsbereiche von vielen). Insofern sollte es dich nicht wundern, wenn das eine andere Wahrnehmung deiner Umgebung zur Folge hat.

    Offensichtlich empfindest du die Veränderungen nicht als unangenehm. Es sind doch keine "Beschwerden"? Oder? Insofern solltest du es einfach so nehmen, wie es ist. Man kann, was du empfindest, nicht isoliert mit einer Veränderung erklären, etwa mit der nun häufig erhöhten Durchblutung bestimmter Organbereiche. Also nimm es einfach hin. Mit fortschreitender Anpassung - wenn sich dein Körper immer mehr in Richtung "Bereitstellung von Ausdauerleistung" entwickelt hat - werden diese Erscheinungen entweder wieder abklingen, oder sie werden dir nicht mehr auffallen, weil du sie gewohnt bist. Sollte es dagegen so sein, dass du die eintretenden Veränderungen als unangenehm wahrnimmst, dann stelle dich einem Arzt vor und lasse dich durchchecken. Bevor du deine Leistung immer weiter in die Höhe treibst, empfehle ich dir einen solchen Check ohnehin. Für Menschen über 30 Jahre, die mit dem Laufen beginnen, wird er von Sportärzten angeraten und für die darunter kann er kaum schaden.

    Noch ein Hinweis zum Ruhepuls. Als "Ruhepuls" wird der Puls beim Aufwachen bzw. unmittelbar danach bezeichnet. Was du wahrscheinlich meinst, ist der "Puls in Ruhe", also wenn du gerade sitzt aber wach bist. Der Puls bei Untätigkeit wid von vielen Faktoren beeinflusst, insbesondere auch mentalen. Fühlen kann man einen Puls nur selten. Zum Beispiel wenn man erschrickt, dann schlägt das Herz mit höchster Frequenz und hohem Pumpvolumen, dann spürt man das. Aber dass ein Puls im Sitzen z.B. heute ein paar Schläge höher ist als gestern oder irgendwann gaukelt einem eher die Psyche vor. Nur Messungen bringen Klarheit.

    Du hast dein Posting mit "Körperwahrnehmung" überschrieben. Zugleich präsentierst du uns Herzfrequenzdaten, noch dazu solche, die du von einer Software hast auswerten lassen. "Körperwahrnehmung" (Laufgefühl) beim Laufen zu entwickeln ist einer der wichtigsten "Lerninhalte", wenn jemand zu laufen beginnt. Einschätzen können, welches Tempo für einen langsam und welches schnell ist. Was einen anstrengt und was nicht. Dazu können wir unsere Atmung als Indikator heranziehen und das Gefühl in der Muskulatur beim Laufen. Mit zunehmender Laufdauer stellen sich auch Ermüdungsgefühle ein, die wir ebenfalls erspüren müssen, um immer zu wissen, wann es genug ist und wie lange noch was geht. Grob fahrlässig ist, in dieser Lernphase auf irgendwelche Maschinen oder Software zu bauen, zu vertrauen und Auswertungen für bare Münze zu nehmen, denen die Grundlage fehlt. Noch kennst du deinen maximalen Puls nicht. Wenn du also mit Pulsmesser läufst, dann verzichte bis auf weiteres darauf die Messwerte irgendwie einordnen zu wollen. Klartext: Die Höhe deines Pulses macht im Moment noch keine verwertbare Aussage.

    Du solltest immer langsam laufen, bis auf weiteres, auch wenn dein Einsteigerprogramm vorbei sein wird und du dann danach strebst länger zu laufen. Langsam läuft man dann, wenn man sich beim Laufen noch unterhalten kann oder könnte, weil man nicht außer Atem kommt.

    Ich wünsche dir Erfolg und jeden Tag mehr Spaß am Laufen

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  6. #6

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    Erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten. Das mit der HF-Messung ist mir durchaus klar. Ich hab das Ding halt gekauft, um noch eine zusätzliche Warnglocke zu haben. Aber ich muss sagen, ich finde es einfacher so zu laufen, dass man seinen Wohlfühlpunkt erreicht, als ständig darauf zu achten, in welcher Zone man ist. Aber ganz nutzlos finde ich es auch nicht, beim Laufen ganz viele Daten aufzuzeichnen und hinterher durch ein paar Worte, wie man drauf war und sich fühlte, was für Klamotten man trug und ob es in ihnen zu warm oder zu kalt war, ergänzt. Vielleicht guck ich da in ein paar Monaten drauf und freue mich über meine Fortschritte oder erinnere mich an das eine oder Andere.

    @Udo: Ja, auf jeden Fall sind diese neuen Erfahrungen allesamt positiv. Zwar fände ich auch interessant zu lernen, warum das eine oder andere passiert, aber es ist das erste Mal, dass Sport mir Spaß macht und es kostet mir eher Überwindung, mal einen Tag zu regenerieren, als morgens um 5 aufzustehen und loszulaufen. Also besser gehts doch gar nicht.

    LG
    Cooper

  7. #7

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    Schönes Thema! Ich achte beim Laufen auch sehr auf die Signale meines Körpers und stelle dabei mitunter Erstaunliches fest. lsl

  8. #8
    Gardasee - wo das Training am schönsten ist Avatar von NordicNeuling
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    Zitat Zitat von CooperCollie Beitrag anzeigen
    Aber ganz nutzlos finde ich es auch nicht, beim Laufen ganz viele Daten aufzuzeichnen und hinterher durch ein paar Worte, wie man drauf war und sich fühlte, was für Klamotten man trug und ob es in ihnen zu warm oder zu kalt war, ergänzt. Vielleicht guck ich da in ein paar Monaten drauf und freue mich über meine Fortschritte oder erinnere mich an das eine oder Andere.
    Ein wesentlicher Punkt, den alle Pulsuhrverteufeler immer mißachten. Und dabei ist es dann auch ganz egal, ob man seine HFmax kennt oder nicht. Sogar fast im Gegenteil: Woher weiß ich denn meine HFmax, wenn ich nie mit Pulsuhr laufe? Also: Mach weiter so! Ich laufe seit 3 1/2 Jahren mit Pulsuhr (2 Monate nach Sporteinstieg, also durchaus als blutiger Neuling), und es war von Beginn an gut so, nicht erst seit ich meine HFmax kenne.
    Gruß vom NordicNeuling

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