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  1. #26
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Director's Cut ?
    Hab nur den. Sehe auch nicht ein, warum ich die verstümmelte US-Version schauen sollte. Es fehlen ja nur Szenen zwischen Leon und N. Portman, ähnlich wie bei den Tagebüchern der Anne Frank, nur dass diese eben real waren/sind. Ihre "Liebesgeschichte" mit Peter wurde auch zensiert. Merke: Gräueltaten okay, Liebe nicht.
    Vielleicht könnte man diese interessante Rubrik für DVD oder Blu Ray Filme, die man zu Hause guckt, umwidmen. Für Filme die Xmal im TV laufen, egal bei welchem Sender, ist der Thread eigentlich zu schade.
    War auch schon mein Gedanke! Dafür!

    Man könnte z. B. Filme vorstellen, die man selbst als sehenswert erachtet, und dies begründen.
    „Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben." (Robert Musil)

  2. #27
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    Beitrag Filme die man (noch nicht) gesehen hat oder nie Sehen will

    Zitat Zitat von DerC Beitrag anzeigen
    Der ist wirklich noch ne Ecke besser als die Normalfassung. Auch einer meiner Favoriten. Gary Oldman ist grandios darin, eigentlich weiß ich gar nicht ob ich von einer der drei Hauptfiguren Oldman, Reno und Portman jemals eine bessere Performance gesehen habe. (Black Swan habe ich aber noch nicht gesehen.) Wobei mir Oldman oft gut gefällt und eigentlich immer mindestens solide spielt.

    In dem Zusammenhang: Ghost Dog - Der Weg des Samurai. Auch eine interessante Killerfigur.
    .
    Ein toller Film der auch den Charakter und die Denkweise von Ghost Dog zeigt. Scghon erstaunlich das die alten Mafiosi und ihre Töchter zur Entspannung (Berieselung) Zeichentrickfilme angucken.
    Forest Whitaker in einer Glanzrolle. Weitere Filme mit ihm PLATOON, TAKEN 3, und 8 Blickwinkel.
    Ich habe da noch einige andere Filme...warte erst mal ab wie hier die Reaktionen sind

    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Hab nur den. Sehe auch nicht ein, warum ich die verstümmelte US-Version schauen sollte. Es fehlen ja nur Szenen zwischen Leon und N. Portman, ähnlich wie bei den Tagebüchern der Anne Frank, nur dass diese eben real waren/sind. Ihre "Liebesgeschichte" mit Peter wurde auch zensiert. Merke: Gräueltaten okay, Liebe nicht.

    War auch schon mein Gedanke! Dafür!

    Man könnte z. B. Filme vorstellen, die man selbst als sehenswert erachtet, und dies begründen.
    Dann sind wir schon 2 .
    Ist ja egal ob Blockbuster oder Nischenfilm, BW oder Color, Action oder Liebesfilm.
    Die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und es wird hier garantiert kontroverse Diskussionen geben.

    Gute Nacht erst einmal,

    Stefan
    Beim Laufen lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen. Einige möchte ich gerne als Freund haben, andere wiederum.........

  3. #28
    C Avatar von DerC
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    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
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    Es ist einer der Coen-Filme, die einfach nicht funktionieren, siehe 'Ladykillers' oder - insbesondere - 'Intolerable Cruelty'. Aber er scheitert wenigstens auf rel. hohem Niveau.
    Man kann glaube ich A Serious Man nicht so gut mit den anderen beiden anderen Vergleichen, wobei ich Ladykillers nicht gesehen habe. Denn letztere waren ursprünglich eigentlich keine Coen Projekte, sondern sind von anderen begonnen worden und die Coens konnten das dann nicht mehr so gestalten wie gewohnt. Während A Serious Man iirc ein genuines Coen Projekt war. A Serious Man war mir halt etwas zu stumpf, zu sehr downer. Ging mir bei manchen Kaurismäki Filmen auch so, auch wenn die gut sind, kann ich das manchmal nicht gut ertragen. Das kann es aber nicht alleine sein, weil The Man Who Wasn't Ther auch in die Kategorie passt und mir sehr gut gefallen hat. Scheitern auf hohem Niveau ist schon irgendwie richtig, weil irgendwas hat gefehlt, aber ich hatte das Gefühl die Coens haben das, was mir gefehlt hat, absichtlich weggelassen.

    Ich fand Intolerable gruelty /Ein unmöglicher Härtefall für eine romantische Hollywoodkömödie recht gut … ist eben nur kein "richtiger" Coen Film, wenn man so was erwartet, wird man enttäuscht. Wenn die Coens nicht ihr Credits bekämen, würde man nur in relativ wenigen Szenen auf die Idee kommen, dass die was damit zu tun hatten. Vergleichbar ist der Film vielleicht eher mit Out of sight oder Tage wie dieser, beides auch recht gute Mainstreamfilme.

    Mag auch daran liegen, dass ich den Clooneyschorsch als Schauspieler auch meistens gern sehe ... von seinen Regiearbeiten habe ich bisher nur Confessions of a dangerous Mind gesehen, fand ich aber richtig gut.

    Die Coens schwanken ja eh zwischen Arthouse Sachen und (fast) Mainstream. Seid True Grit denke ich ein wenig, das sie ihren Zenit überschritten habe … das war zwar solide, aber deutlich weniger als ich erhofft hatte. Hoffentlich wird Hail Ceasar diese Einschätzung korrigieren helfen.

    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Ja, ich mag Haben und Nichthaben auch, aber nicht so sehr wie Casa oder Key Largo. .
    Ja ich glaube ich mag Haben und Nichthaben lieber … ist der Underdog in den vergleich und Casablanca hat das Problem, das Bacall nicht dabei ist. Key Largo ist schon lange her, muss ich mal wieder schauen.

    Wegen Ghost Dog (Regie Jim Jarmusch) fällt mir ein, dass ich Tilda Swinton (geb. 1960) in relativ kurzem Abstand in Jarmuschs Only Lovers Left Alive und Wes Andersons Grand Budapest Hotel gesehen habe. Im letzteren mit krasser Maske als ü80 Dame, und in Jarmuschs Film als altersloser Vampir neben Tom Hiddleston (Baujahr 1981). Bringt sie beides sehr gut rüber, absolut beeindruckend.

    Grand Budapest Hotel ist (wie einige Coen Filme) auch so ein Film, der gerade manche Fans enttäuscht hat. Ich bin nicht so ein krasser Wes Anderson Fan und fand ihn womöglich gerade deswegen gut.

    So, kann nicht den ganzen Tag über Filme schreiben.
    Gruß
    C

    "If a man coaches himself, then he has only himself to blame when he is beaten."
    - Sir Roger Bannister

  4. #29
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    Es gibt auch noch 2 Brüder aus GB die erfolgreich Filme gedreht haben. Leider hat sich der jüngere Bruder in LA von einer Brücke gestürzt.

    Gruß Stefan

  5. #30
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    Zitat Zitat von DerC Beitrag anzeigen
    Man kann glaube ich A Serious Man nicht so gut mit den anderen beiden anderen Vergleichen, wobei ich Ladykillers nicht gesehen habe. Denn letztere waren ursprünglich eigentlich keine Coen Projekte, sondern sind von anderen begonnen worden und die Coens konnten das dann nicht mehr so gestalten wie gewohnt. Während A Serious Man iirc ein genuines Coen Projekt war.
    Miteinander vergleichen hin oder her, es sind halt schwächere Werke der Brüder, und dafür gibt es Gründe, sicherlich. Aber sie funktionieren in meinen Augen halt nicht. A Serious Man nehme ich da etwas raus, den fand ich, wie gesagt, ganz gut. Aber man misst einen (neuen) Coen Film halt nicht an anderen Filmen, sondern an ihren eigenen, und die Latte liegt hoch. Schaut man sich das Gesamtwerk jedoch an, ist es schon beeindruckend, mit welcher Konstanz die beiden alle paar Jahre einen raushauen, der die Filmgeschichte überdauern wird.

    Und hier sehe ich auch die Gründe für die missratenen Geschöpfe: Auf ein oder auch zwei richtig gute Filme, folgt i.d.R. ein schwacher, so als ob sich die Brüde eine Pause gönnen. Man erkennt das eigentlich daran, dass diese Filme, zumindest auf mich, sehr lieblos wirken, eben wie eine Auftragsarbeit, wie du es auch angeschnitten hast.

    A Serious Man war mir halt etwas zu stumpf, zu sehr downer.
    Kommt in etwa hin. Der Film ist sehr böse (zu seinem Hauptdarsteller). Und die Cohens spielen mit dem Klischee, dass der Regisseur ein Gott ist. Das, was das Zuschauen zur Qual macht, ist die Resignation der Hauptfigur, und nicht das, was ihm widerfährt. Und er/es erinnert ein wenig an Travis Bickle aus Taxi Driver, wenn er andere um Rat bittet, und dann die dümmsten Ratschläge bekommt, die es geben kann. Aber, im Gegensatz zum Taxi Driver, nimmt er das alles hin. Und seine Resignation wird bestraft, von seinem Regisseur, wenn man so will. Ein bisschen Hiob halt (von der Resignation abgesehen).

    Ging mir bei manchen Kaurismäki Filmen auch so, auch wenn die gut sind, kann ich das manchmal nicht gut ertragen.
    +1

    Ich schaue die Filme sehr gerne. Der Mann ohne Vergangenheit ist mein Favorit.
    Das kann es aber nicht alleine sein, weil The Man Who Wasn't Ther auch in die Kategorie passt und mir sehr gut gefallen hat.
    Einer der unterschätzten Coen Filme, nach dem bekannten Muster: Ein vermeintlich einfacher Plan geht aber mal so richtig schief, und man schaut den überforderten Figuren dabei zu, wie sie wieder aus der Sache rauskommen wollen, es aber nicht schaffen. Nein, viel Mitleid haben die Brüder nicht.
    Ich fand Intolerable gruelty /Ein unmöglicher Härtefall für eine romantische Hollywoodkömödie recht gut … ist eben nur kein "richtiger" Coen Film, wenn man so was erwartet, wird man enttäuscht. Wenn die Coens nicht ihr Credits bekämen, würde man nur in relativ wenigen Szenen auf die Idee kommen, dass die was damit zu tun hatten.
    Ich müsste ihn mal wieder schauen. Hab ihn gesehen, als er rauskam, und da gefiel er mir nicht.
    Vergleichbar ist der Film vielleicht eher mit Out of sight oder Tage wie dieser, beides auch recht gute Mainstreamfilme.
    Da nehme ich "Out of sight" in Schutz, der gefällt mir sehr. Ich habe viele Bücher von Elmore Leonard gelesen, und neben Jackie Brown und Get Shorty, ist das die beste Verfilmung.
    Mag auch daran liegen, dass ich den Clooneyschorsch als Schauspieler auch meistens gern sehe ... von seinen Regiearbeiten habe ich bisher nur Confessions of a dangerous Mind gesehen, fand ich aber richtig gut.
    Der Clooney hat richtig was auf dem Kasten. Ich mochte Confessions of a dangerous Mind. Ein Gute-Laune-Machwerk, das sich selbst nicht all zu ernst nimmt.
    Seid True Grit denke ich ein wenig, das sie ihren Zenit überschritten habe … das war zwar solide, aber deutlich weniger als ich erhofft hatte.
    Sehe ich komplett anders. Ich halte True Grit für einen ihrer besten. Meiner Meinung nach ist der Film bewusst gegen den Strich inziniert, so wie etwa The Straight Story von Lynch. Okay, man muss dazu sagen, dass ich Western- und Jeff Bridges-Fan bin. Und die Bilder sind einfach beeindruckend, als wäre der Film wirklich zu der Zeit entstanden. Ein Spätwestern angesiedelt im Spätherbst. Und für Western-Fans gibt es natürlich etliche Verweise, wie es bei den Coens eben so üblich ist. Der Realismus ist für eine Coen-Film vielleicht ungewohnt, aber absolut angemessen, um diese doch recht simple Geschichte zu erzählen. Thumbs up!

    Ja ich glaube ich mag Haben und Nichthaben lieber … ist der Underdog in den vergleich und Casablanca hat das Problem, das Bacall nicht dabei ist. Key Largo ist schon lange her, muss ich mal wieder schauen.
    Ich mag die Bergman in dem Film. Und was für eine Einführung (!): Es reicht, dass sie einfach in ihrem weißen Kleid durch die Tür kommen muss (Von allen K. ...). Bergamns irritieremden Spiel ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass sie bis zum Schluss der Dreharbeiten nicht wusste, wie der Film ausgehen würde.

    Wegen Ghost Dog (Regie Jim Jarmusch) fällt mir ein, dass ich Tilda Swinton (geb. 1960) in relativ kurzem Abstand in Jarmuschs Only Lovers Left Alive und Wes Andersons Grand Budapest Hotel gesehen habe.
    Ghost Dog ist einer der schwächeren Jarmusch-Filme, weil er einfach unausgeglichen ist. Die absurde Komik passt m. E. nicht zur Inzienierung. Aber mir gefällt die Szene, wenn der Mafia-Typ die Polizistin erschießt und sein Kollege sinngemäß sagt: "Du hast grad eine Frau erschossen!" Antwort (sinngemäß): "Sei nicht so sexistisch. Ich hab einen police officer erschossen."

    Aber wenn wir von Leon und Ghost Dog sprechen, kommen wir über ihren direkten Vorgänger nicht drumrum: Le samouraï / Der eiskalte Engel von Mellville. Die direkten Züge sind unverkennlich, und es wird auch kein Hehl daraus gemacht, angefangen beim Hauptdarsteller, der ein Tier repräsentiert: Leon = Löwe / Le samourai = Tiger ("„Es gibt keine größere Einsamkeit als die eines Samurai,außer vielleicht die eines Tigers im Dschungel.“) Ghost Dog = Hund, aber eher Bär. Und auch hier findet man Travis Bickle wieder, der ein Nachfahre eben dieses Samurai ist. (Eigentlich ist er ein Bastard aus Der eiskalte Engel und The Searchers und den Bresson-Filmen.)

    War es bei Der eiskalte Engel noch ein Kanarienvogel im Käfig, der die Einsamkeit und Gefangenschaft symbolisierte, ist es bei Leon die Topfpflanze, die, wie er, keine Wurzeln hat. Die Anspielungen sind zahlreich und natürlich als Homage zu verstehen.

    Ich mag Melville sehr, und das gilt für wenige französische Regisseure, ja wie für das ganze französische Kino. Aber der Eiskalte Engel ist grandios und wird zurecht oft zitiert. Bei den Franzosen hab ich immer den Eindruck, dass sie gut darin sind Kunst zu erkennen, aber schlecht darin, sie zu erzeugen.

    Grand Budapest Hotel ist (wie einige Coen Filme) auch so ein Film, der gerade manche Fans enttäuscht hat. Ich bin nicht so ein krasser Wes Anderson Fan und fand ihn womöglich gerade deswegen gut.
    Ging mir haargenau so. Ich bin großer Bewunderer von Ralph Fiennes, und der war in dem Film einfach köstlich, sein bester Auftritt seit Brügge sehen ... und sterben?
    Zuletzt überarbeitet von Ethan (02.09.2015 um 15:23 Uhr)
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  6. #31
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    Nach so viel Diskussion habe ich ihn aufgezeichnet - er scheint ja eine Legende zu sein.

    Parallel bin ich allerdings beim deutschen Brokeback Mountain "Freier Fall" hängen geblieben und habe den auch zu Ende schauen müssen.
    Steif
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  7. #32
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Zitat Zitat von Steif Beitrag anzeigen
    ... er scheint ja eine Legende zu sein.
    Eher nicht.
    Parallel bin ich allerdings beim deutschen Brokeback Mountain ...
    Brokeback kehrt zwar die latente Homosexualität, die für das Genre typisch ist, an die Oberfläche, aber Anspielungen darauf gab es schon immer. Eine der schönsten findet sich in Howard Hawks' erstem Western, Red River. (Und besonders böse, wenn man so will, ist diese Anspielung, da Hawks ausgerechnet Montgomery Clift* diese Zeilen (noch dazu in seinem ersten Film) aufsagen lässt. Dass M. Clift schwul war, war zu diesem Zeitpunkt ein mehr oder weniger offenes Geheimnis.)

    M. Clift = Matt

    Dialog zwischen Clift und seinem "Rivalen" Cherry (!):

    Cherry: That's a good looking gun you were about to use back there. Can I see it? [Matt hands his gun over] And you'd like to see mine. [Cherry hands it to Matt] Nice! Awful nice! [...]
    Matt: Go ahead! Try it!
    [Cherry fires a shot and knocks a can into the air. Matt also hits the can in the air with a shot of his own]
    Cherry: Hey! That's very good!
    [Matt shoots at another can, knocking it into the air. Cherry hits it in the air with a shot of his own.]
    Matt: Hey! Hey! That's good too! Go on! Keep it going!



    P.S. Der Rassismus im Western, der zwar viel offensichtlicher war, aber im Zeichen des Pioniergeistes verklärt wurde (Geschichte wird in der Sprache der Sieger erzählt), wurde das erste Mal so richtig in The Searchers an die Oberfläche gekehrt. Ein Film, der seinen "Helden" hinterfragt, und zwar lange bevor das in Zeiten rund um den Vietnamkrieg und der Watergate-Affäre drüben üblich wurde.
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  8. #33
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    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Rassismus im Western
    Nicht nur deswegen bin ich gespannt auf Tarantinos The Hateful Eight.

    Denn ich mag auch Western (und auch Jeff Bridges), trotzdem hat mich True Grit enttäuscht. (Von Django unchained hatte ich mir übrigens auch mehr erhofft.) Aber das hat bei Filmen nicht selten mit den eigenen Erwartungen zu tun als mit der Qualität des Films. Nach No Country for Old Men, der ja auch eine Art Western ist, habe ich vermutlich einfach einen Film erwartet, der viel krasser ist. Muss True Grit vielleicht einfach nochmal sehen.

    Das passiert total oft, das Filme in der Kritik zu schlecht wegkommen, weil überzogene oder auf andere Filme bezogene Erwartungen enttäuscht werden (Ist natürlich nicht nur bei Filmen so, auch bei Musikalben etc). Im Vergleich zu Pulp Fiction kam Jackie Brown in der Kritik zu schlecht weg. Sin CIty 2 habe ich noch nicht gesehen, aber ich vermute er kann nicht so viel schlechter als der erste sein ... der wird wohl wegen 3D abgewertet und weil er dem ersten zu ähnlich sein wird, das macht ihn aber nicht zu einem so viel schlechteren Film.

    Später mehr, habe noch eine lange Antwort vorbereitet die ich jetzt nicht fertig kriege.

    Gruß
    C

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  9. #34
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    Zitat Zitat von DerC Beitrag anzeigen
    Das passiert total oft, das Filme in der Kritik zu schlecht wegkommen, weil überzogene oder auf andere Filme bezogene Erwartungen enttäuscht werden (Ist natürlich nicht nur bei Filmen so, auch bei Musikalben etc).
    Zumindest für Musikalben kann ich sagen, professionelle Kritiker sind da allenfalls Inspiration zum Hineinhören ... alles andere ist viel zu subjektiv. Die besten Alben sind meistens die, die anfangs verstörend anders oder gar ein wenig anstrengend daher kommen.

    Bei Filmen wird es ähnlich sein!? Und als Cineast bezeichnet sich wohl am ehesten derjenige, der sich auch an schwierige, vom Mainstrem-Geschmack abweichende Kost wagt. Ich jedenfalls bezeichne mich nicht als Cineast.
    Steif
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  10. #35
    ohne Paul und nur noch selten unterwegs Avatar von Waldkater
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    Zitat Zitat von Steif Beitrag anzeigen
    Bei Filmen wird es ähnlich sein!? Und als Cineast bezeichnet sich wohl am ehesten derjenige, der sich auch an schwierige, vom Mainstrem-Geschmack abweichende Kost wagt. Ich jedenfalls bezeichne mich nicht als Cineast.
    Bezeichne mich auch nicht als Cineast, habe Filme vom Mainstream-Geschmack über Kult bis Exot im Regal. Diese 3 Sparten ändern sich im Laufe der Zeit - der Gescmack, gerade der eigene, ändert sich mit der Zeit.
    Anstatt hier die Filme (nochmalig) zu rezensieren sollte eigentlich nur der Film und der Grund warum er gekauft wurde, erwähnt werden. Möchte aber jetzt hier keinem auf den Schlips treten, ist schon interessant wie dei einzelnen Filme hier gedeutet werden.

    Gute Nacht

    Stefan
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  11. #36
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    Zitat Zitat von DerC Beitrag anzeigen
    Nicht nur deswegen bin ich gespannt auf Tarantinos The Hateful Eight.
    Dito. Man kann von Tarantino halten was man will, aber seine Fime sind mit die interessantesten, die das derzeitige Kino zu bieten hat, und darüber gibt es sicherlich keine zwei Meinungen (wenn man nicht gerade Spike Lee heißt).
    (Von Django unchained hatte ich mir übrigens auch mehr erhofft.)
    Ich mir auch. Aber der Soundtrack ist der beste seit Drive.
    Aber das hat bei Filmen nicht selten mit den eigenen Erwartungen zu tun als mit der Qualität des Films.
    Das kann man ja nicht trennen. Die Erwartungen spielen immer eine Rolle, und so soll es auch sein - das ist Fluch und Segen "erfolgreicher" Fillmschaffender (oder auch Künstler im Allgemeinen.) Segen, weil man sich aufgrund ihrer "Verdienste" der vergangenen Zeit mit ihrem neusten Werk beschäftigt, angefangen beim Eintrittsgeld bzw. dem Erwerb des Films. Und die Erwartungen sind der Fluch. Ein Fluch, den man sich erarbeitet hat. David Fincher z.B. krankt bis heute an seinen brillianten Frühwerken.

    Klar sollen Kritiker den Film möglichst "objektiv" beurteilen, weil sie ja, denn dafür sind sie in erster Linie da, eine Empfehlung aussprechen sollen, ob sich das Eintrittsgeld lohnt.

    Nach No Country for Old Men, der ja auch eine Art Western ist, habe ich vermutlich einfach einen Film erwartet, der viel krasser ist.
    Da machen es die Coens wie Tarantino (und in meinen Augen auch richtig): Immer gegen die Erwartungen des Publikums (um nicht festgelegt zu werden). Nach dem "krassen" No Country ... folgte die beschwingte Komödie Burn after ..., genau wie damals The Big Lebowski auf den krassen Fargo folgte. (Oder auch Hudsucker auf Barton Fink.) Nur dass The Big ... mit seinem Vorgängerfilm locker mithalten kann, während Burn after ... wenig lustig ist, ähnlich wie Hudsucker. Aber in letzterem spielt ja Paul Newman mit, also kann der Film nicht schlecht sein.

    Und bei Tarantino folgt halt der von dir angesprochene Jackie Brown auf Pulp Fiction:
    Das passiert total oft, das Filme in der Kritik zu schlecht wegkommen, weil überzogene oder auf andere Filme bezogene Erwartungen enttäuscht werden Im Vergleich zu Pulp Fiction kam Jackie Brown in der Kritik zu schlecht weg.
    Ich war damals in J.B. im Kino und ich weiß noch, wie enttäuscht die Zuschauer waren, weil sie sich eben etwas ganz anderes erhofft hatten. Ich hingegen fand (und finde) den einfach wunderschön, weil er sich so viel Zeit für di Figuren nimmt und total unaufgeregt ist. Der Soundtrack ist wieder genial und Robert Foster eine Augenweide. Und Robert deNiros gestörtes Verhältnis zu seinen (Film-)Frauen wird perfekt auf den Punkt gebracht.
    Sin CIty 2 habe ich noch nicht gesehen, aber ich vermute er kann nicht so viel schlechter als der erste sein ...
    Ich kann mich mit Robert Rodriguez nicht anfreunden.

    Wenn ich am WE noch Langeweile bekommen sollte, lasse ich mich mal Django un. aus.

    Zitat Zitat von Steif Beitrag anzeigen
    Die besten Alben sind meistens die, die anfangs verstörend anders oder gar ein wenig anstrengend daher kommen.
    Wie mit Filmen. Aber manche Kunstwerke erkennt man auch sofort, wie Birdman als jüngstes Beispiel.
    Und als Cineast bezeichnet sich wohl am ehesten derjenige, der sich auch an schwierige, vom Mainstrem-Geschmack abweichende Kost wagt.
    Ich denke, es ist die Leidenschaft, die einen Cineasten auszeichnet.

    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Anstatt hier die Filme (nochmalig) zu rezensieren sollte eigentlich nur der Film und der Grund warum er gekauft wurde, erwähnt werden.
    Das ist doch völlig witzlos. Was soll ich denn schreiben? Hab mir die DvD xy gekauft, weil sie im Angebot war / ich viel gutes über den Film gehört habe / ich den Hauptdarsteller mag / mich das Cover ansprach usw.
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  12. #37
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    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Das ist doch völlig witzlos. Was soll ich denn schreiben? Hab mir die DvD xy gekauft, weil sie im Angebot war / ich viel gutes über den Film gehört habe / ich den Hauptdarsteller mag / mich das Cover ansprach usw.
    Das mag aus deiner Sicht so sein. Filmtitel, Regisseur, Hauptdarsteller und eine "kurze"
    Inhaltsangabe reichen doch völlig aus. Der Kaufgrund ist doch zweitrangig, meistens sind es doch Sonderangebote und Restauflagen.

    Gruß Stefan

  13. #38
    not fast & not furious Avatar von Steif
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Der Kaufgrund ist doch zweitrangig, meistens sind es doch Sonderangebote und Restauflagen.
    Mal ganz was anderes: Ich neige ja mehr und mehr zum Minimalismus und muss Filme, Bücher und Musik nicht mehr zwingend besitzen! Einige wenige DVD/Blue-Rays, vorwiegend mit kultigen Konzerten sind okay, aber gerade Spielfilmsammeln kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Bei Büchern gehe ich mehr und mehr den Weg des rigorosen Wiederabstoßen bzw. elektronischen Lesens. Musik höre ich viel über Onlinedienste udn das wenige was ich da nicht bekomme, liegt digitalisiert vor.
    Steif
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  14. #39
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    Zitat Zitat von Steif Beitrag anzeigen
    Mal ganz was anderes: Ich neige ja mehr und mehr zum Minimalismus und muss Filme, Bücher und Musik nicht mehr zwingend besitzen! Einige wenige DVD/Blue-Rays, vorwiegend mit kultigen Konzerten sind okay, aber gerade Spielfilmsammeln kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Bei Büchern gehe ich mehr und mehr den Weg des rigorosen Wiederabstoßen bzw. elektronischen Lesens. Musik höre ich viel über Onlinedienste udn das wenige was ich da nicht bekomme, liegt digitalisiert vor.
    Jeder macht es halt so wie er mit dem Medienkonsum am besten klar kommt.
    Einige wenige Bücher lese ich mehrmals, andere kommen in einen öffentlichen Buecherschrank.. Die CD's die ich jetzt habe, hatte ich fruher größtenteils als LP, natürlich kommen einige Neuaufnahmen von "Alten" Künstlern dazu. Das gleiche gilt für DVD.
    Gelegentlich wird ein Film oder CD abgegeben. Es gibt ja Filme & Musikwerke die verschwinden nach einer Zeit vom Markt, bzw kommen nach einiger Zeit in Sparversion (verstümmelt) wieder ins Programm. Und das alles ist natürlich eine Preis und Geschmacksfrage.
    Gruß Stefan

  15. #40
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Filmtitel, Regisseur, Hauptdarsteller und eine "kurze"
    Inhaltsangabe reichen doch völlig aus.
    Aber solche wertfreien Daten spuckt dir doch jede Suchmaschine sofort aus ... wozu dann hier?
    Der Kaufgrund ist doch zweitrangig
    Das hattest du ja angeführt:
    Anstatt hier die Filme (nochmalig) zu rezensieren sollte eigentlich nur der Film und der Grund warum er gekauft wurde, erwähnt werden.
    Und:
    meistens sind es doch Sonderangebote und Restauflagen.
    Kann ich für mich ausschließen. Wenn ich Filme kaufe, dann i.d.R. gezielt.

    Aber vielleicht verstehe ich das ja auch nur nicht. Stelle doch mal einen Film vor, so wie du dir das vorstellst.


    Zitat Zitat von Steif Beitrag anzeigen
    Mal ganz was anderes: Ich neige ja mehr und mehr zum Minimalismus und muss Filme, Bücher und Musik nicht mehr zwingend besitzen!
    Ist bei mir unterschiedlich. Für Musik gilt das schon (habe die wenige Musik, die ich besitze, nahezu ausschließlich auf dem Rechner), aber für Filme und Bücher nicht.

    ... aber gerade Spielfilmsammeln kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen.
    Hier tun sich ja Abgründe auf ... beängstigend Das kann ich natürlich überhaupt nachvollziehen. Aber weil du ja ansonsten ganz sympathisch bist, erspare ich dir den pathetischen Schwall Romantik eines leidenschaftlichen Sammlers (seit Kindheitstagen).

    Bei Büchern gehe ich mehr und mehr den Weg des rigorosen Wiederabstoßen bzw. elektronischen Lesens.
    Ich kann mich mit dem elektronischen Lesen nicht anfreunden, auch wenn es unbestritten Vorteile hat. Wenn ich unterwegs bin, schleppe ich immer noch 4-5 Bücher mit mir rum. (Aber vielleicht gefall ich mir auch in der Rolle des Anachronisten.) Schlechte Bücher stoße ich wieder ab, aber den Rest behalte ich. Ich liebe es auch Sachen zu unterstreichen und Eselsohren in die Bücher zu machen (ja, ich weiß: das geht auch elektronisch). Ich mag es aber sehr, dass andere Leute viele Bücher abstoßen. Der Gebraucht-Büchermarkt ist, Internet sei Dank, eine Wonne.
    Musik höre ich viel über Onlinedienste udn das wenige was ich da nicht bekomme, liegt digitalisiert vor.
    Ja, diese ständige Verfügbarkeit sehe ich eher etwas kritisch, auch wenn die Vorteile auf der Hand liegen. Vielleicht gilt das weniger für Musik als für den Film. Jim Jarmusch, über den C. und ich es weiter oben hatten, hat dazu in einem Spiegel-Interview mal was ganz interessantes gesagt. Und ironischerweise, kann ich dir das aufgrund der permanenten Verfügbarkeit auch 1:1 wiedergeben:

    SPIEGEL ONLINE: Verlieren Filme aber nicht ihren Ereignischarakter, wenn sie im Internet überall und jederzeit verfügbar sind?

    Jarmusch: Als ich in den siebziger Jahren in Paris lebte und ins Kino ging, um einen alten Max-Ophüls-Film zu sehen, war mir klar: Wenn ich ihn heute um 23 Uhr nicht anschaue, werde ich ihn jahrelang nicht mehr sehen können. Vielleicht haben wir die Gelegenheit, alte Filme sehen zu können, damals deshalb mehr geschätzt, als wir es heute tun.

    Amen.
    Zuletzt überarbeitet von Ethan (10.09.2015 um 17:48 Uhr)
    „Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben." (Robert Musil)

  16. #41
    ohne Paul und nur noch selten unterwegs Avatar von Waldkater
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    [QUOTE=Ethan;2022455]Aber solche wertfreien Daten spuckt dir doch jede Suchmaschine sofort aus ... wozu dann hier?

    Jeder sieht siw Handlung eines Filmes anders, wenn ich mir manche Kurzbeschreibungen ansehe (ich kenne den Film, weil ich ihn auf DVD öfters gesehen habe und die Kurzkritik wird von anderen "Fachleuten" einfach übernommen - vermutlich haben sie keine Zeit um den Film anzugucken) macht mich das manchmal etwas wütend.
    :
    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Kann ich für mich ausschließen. Wenn ich Filme kaufe, dann i.d.R. gezielt.
    Mach ich in der Regel auch - es sind dann eben die Sonderangebote oder Restauflagen
    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht verstehe ich das ja auch nur nicht. Stelle doch mal einen Film vor, so wie du dir das vorstellst.
    .
    Soll ich so ausschweifend einen Film kommentieren? Wie szellst Du dir das vor? Was soll ich einen Film hier besprechen der schon älter ist als mancher Fori hier und den die meisten hier nicht kennen?

    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Ist bei mir unterschiedlich. Für Musik gilt das schon (habe die wenige Musik, die ich besitze, nahezu ausschließlich auf dem Rechner), aber für Filme und Bücher nicht.
    .
    Jeder hat seine Vorlieben. Aber Musik nur auf dem Rechner............ab und zu muß doch die Anlage geprüft werden.

    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Hier tun sich ja Abgründe auf ... beängstigend Das kann ich natürlich überhaupt nachvollziehen. Aber weil du ja ansonsten ganz sympathisch bist, erspare ich dir den pathetischen Schwall Romantik eines leidenschaftlichen Sammlers (seit Kindheitstagen).
    .
    Verdammt tief der Abgrund, Steif macht aber hier nicht den Eindruck als balanciere er am Abgrund oder wäre schon tief gestürzt.

    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    SPIEGEL ONLINE: Verlieren Filme aber nicht ihren Ereignischarakter, wenn sie im Internet überall und jederzeit verfügbar sind?

    Jarmusch: Als ich in den siebziger Jahren in Paris lebte und ins Kino ging, um einen alten Max-Ophüls-Film zu sehen, war mir klar: Wenn ich ihn heute um 23 Uhr nicht anschaue, werde ich ihn jahrelang nicht mehr sehen können. Vielleicht haben wir die Gelegenheit, alte Filme sehen zu können, damals deshalb mehr geschätzt, als wir es heute tun.

    Amen.
    Da hat er recht , der Jim Jarmusch. Wenn ein alter Film gezeigt wird und es interessiert einen, dann sollte der Film nicht verpasst werden
    Die Gelegenheit bietet sich so schnell nicht wieder.
    Als Ausweg bleiben dann nur noch die Mail Order Shops (JPC/Amazon) mit ihren Angeboten oder die Second Hand Läden für Film/Ton-Träger.
    Heutzutage werden ja die Lizenzen aufgekauft und der Film auf die Silberscheibe gebrannt, mit viel Glück im Original und ungeschnitten.

    Jetzt erst nal Gute Nacht
    Beim Laufen lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen. Einige möchte ich gerne als Freund haben, andere wiederum.........

  17. #42
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Jeder hat seine Vorlieben. Aber Musik nur auf dem Rechner............ab und zu muß doch die Anlage geprüft werden.
    Dank Airplay gehorcht und hört mein Receiver ganz gut auf mein Notebook. Ich liebe es wenn kein CD-Cover mehr rumklötert/rumliegt, sondern die Anlage wie von Geisterhand angeht und meine Wunschmusik ertönt. Ansonsten hängt am Receiver nur noch ein CD/DVD/Blu-Ray Player. Der riesige HiFi-Turm ist mittlerweile retro - aber retro muss man auch mögen! Altbackenes Volumen ist nur noch bei den Boxen nötig.
    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Verdammt tief der Abgrund, Steif macht aber hier nicht den Eindruck als balanciere er am Abgrund oder wäre schon tief gestürzt.
    Ganz im Gegenteil! Den Abgrund sehe ich bei den Leuten, die in ihrer Sammelsucht den Blick für´s Wesentliche verlieren. Ich habe da im direkten Umfeld abschreckende Beispiele. Man kann gerne speziell sammeln, wenn man aber Breitband sammelt ... aber hier schweife ich mächtig vom Cineasten-Thema ab. Woll ma ja nich!
    Steif
    ---------------------------------------
    Ständig verschwinden Senioren spurlos im Internet, weil Sie "ALT" und "ENTFERNEN" gleichzeitig drücken.

  18. #43
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen

    Jeder sieht siw Handlung eines Filmes anders, wenn ich mir manche Kurzbeschreibungen ansehe (ich kenne den Film, weil ich ihn auf DVD öfters gesehen habe und die Kurzkritik wird von anderen "Fachleuten" einfach übernommen - vermutlich haben sie keine Zeit um den Film anzugucken) macht mich das manchmal etwas wütend.
    Übernommene Kritiken machen mich weitaus weniger wütend als schlechte Kritiken. Verrisse, die auf Unverständnis beruhen (man dem Film also seine eigene Ahnungslosigkeit, wenn auch ungewollt, zum Vorwurf macht), sind mir ein besonderer Dorn im Auge.
    :
    Soll ich so ausschweifend einen Film kommentieren? Wie szellst Du dir das vor?
    Das ist mir völlig wumpe. Du sollst das so machen, wie du das hier gerne hättest, damit man sich ein Bild davon machen kann.
    Was soll ich einen Film hier besprechen der schon älter ist als mancher Fori hier und den die meisten hier nicht kennen?
    Ja darum geht's doch (auch): einen Film schmackhaft zu machen, den man noch nicht kennt. Und wenn dazu eine Inhaltsangabe reicht, nun gut.
    Jeder hat seine Vorlieben. Aber Musik nur auf dem Rechner............ab und zu muß doch die Anlage geprüft werden.
    In diesem Fall stelle ich eine Verbindung zwischen den beiden her oder fahre die Antenne aus.

    Da hat er recht , der Jim Jarmusch. Wenn ein alter Film gezeigt wird und es interessiert einen, dann sollte der Film nicht verpasst werden
    Die Gelegenheit bietet sich so schnell nicht wieder.
    Es ist ja nur nicht der Film per se, sondern auch das Soziale, das verloren geht. Wenn wir damals, wenn bei uns wieder mal nur Blockbuster angelaufen sind, hunderte km gefahren sind, waren es oft die Fahrten (und das ganze Drumrum), die mir - viel mehr als der Film selbst - positiv in Erinnerung gblieben sind. Genauso wie die vielen Gespräche in Videotheken, als Videotheken noch Treffpunkte waren. Aber ich will das gar nicht romantisieren. Es war auch schon sehr frustriernd, viele Filme nicht sehen zu können, weil man einfach keinen Zugang fand.

    Als ich dann nach Oldenburg zog, war das filmisch wie eine Offenbarung. Es gab/gibt ein Arthouse-Kino und es liefen einfach viel mehr Filme an. Dann gab es noch 1x/Woche das Uni-Kino und selbstorganisierte Filmabende. Und die Mediathek der Uni-Bibliothek war/ist ein wahres Eldorado für Filmliebhaber - dort ist echt alles archiviert. Endlich konnte ich alle Filme sehen, die ich schon so lange sehen wollte. Aus Jux hab ich noch Filmkurse besucht, die echt gut waren. Dort lernte man alles über Montage (u.a.) anhand der alten Eisenstein-Filme und des "Mann[s] mit der Kamara". Oha, da schwelge ich plötzlich in Erinnerungen. Bei dem Thema bin ich einfach nah am Wasser gebaut.

    Für jemanden, der auf Inhaltsangaben steht, war das sicher too much
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  19. #44
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    „Sie mögen es, wenn das Herz rast bis zum Zerspringen? Wenn Sie aus Verzweiflung Ihren (auch unbekannten) Nachbarn kneten oder unter seine Jacke flüchten? Wenn Sie in die Sitzlehne des Vordermanns beißen möchten, damit alles ganz schnell vorbei ist? Sie müssen Die Teuflischen anschauen.“ – die tageszeitung

    arte, Sonntag, 13. September um 20:15 Uhr (113 Min.)

    Knippi

  20. #45
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    So, da es leichter wird, Einschätzungen von Filmen zu verstehen, wenn man unterschiedliche Herangehensweisen der Teilnehmer hier kennt, schreibe ich erstmal dazu was.
    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Ist bei mir unterschiedlich. Für Musik gilt das schon (habe die wenige Musik, die ich besitze, nahezu ausschließlich auf dem Rechner), aber für Filme und Bücher nicht.
    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Hier tun sich ja Abgründe auf ... beängstigend
    Hier wie da Abgründe. Grundsätzlich: PHYSICAL MEDIA RULES. Ich hab sogar noch fast alle meine selbstaufgenommenen Audio Cassetten. Und die Zahl der anderen Tonträger ist vierstellig.
    DVDs aber viel weniger, weil dann doch mehr Musiker und Musikhörer als Cineast. Hängt eben von den Prioritäten ab, da stimme ich zu.
    Und viele Filme habe ich nur auf Platte wegen onlinevideorekorder. Wenn ich mehr Zeit, Geld und Platz hätte, hätte ich aber auch mehr DVDs bzw würde eine Blue-Ray Sammlung hochziehen. Einerseits wegen der Tonspuren (da wäre mir oft die englische lieber), und zweitens weil ich einfach gerne sammele.

    Wobei sich das zugegeben viele Filme nicht öfter als einmal gesehen habe, obwohl ich grundsätzlich gar nix dagegen habe und einige Filme bestimmt schon 4mal gesehen. Aber ich habe da auch ein etwas komisches Verhältnis zu Filmen, weswegen ich sogar immer noch ein wenig am alten Fernsehen hänge und am Kino natürlich auch.

    Beim Fernsehen ist es so, dass plane ich selten und mache das zur Entspannung an. Und dann zappe ich und hoffe, dass ich was erwische, was zu meiner aktuellen Stimmung kompatibel ist. Wenn dann etwas passendes und sogar gutes kommt, freue ich mich und fühle mich belohnt. Eine Zeitlang haben Kabel1 und Vox glaube Samstag mittag so trashige Filme aus den 60eren gezeigt. Godzilla Varianten etc. Da habe ich Stunden auf der Couch verbracht weil ich vom Vorabend so verkatert war dass eh sonst nix ging. Gezielt hätte ich die Filme nie gesehen, aber einiges war zumindest für alle interessant, die wie ich ein Herz für Trash haben.

    Die Filme, die ich häufiger gesehen habe, sind so meistens Filme die schon länger im Fernsehen liefen und mir dann mehrmals zufällig vor die Augen kamen.
    Planen tue ich nur Aufnahmen und Kinobesuche. Wenn was im TV kommt was mich interessiert nehme ich es auf und schaue es dann manchmal erst jahre später, heutzutage muss man sich doch nicht mehr von Programmschemata gängeln lassen. Einzige Ausnahme sind manche Sportübertragungen.
    Bei meinen archivierten Aufnahme, kann ich mich aber oft nicht entscheiden, das sind eben auch schon 100e und zusammen mit meiner Freundin ist es auch nicht leichter, obwohl die Filmauswahl da geringer wird.
    Daher mag ich es durchaus, wenn mir mal jemand die Entscheidung leichter macht. Die Programme in Kino und Fernsehen sind begrenzt.

    Was auch passiert: Ich spare mir Sachen auf. „Ein Herz im Winter“ ist einer meiner Lieblingsfilme, aber „Nelly und Monsieur Arnaud“ wartet auf meiner Festplatte auf den richtigen Moment. Vermutlich gerade auch wegen meiner hohen Erwartungen.

    Amazon prime hatte ich mal, vergessen nach probezeit zu kündigen und dann haben sie in dem Jahr das Videostreaming integriert. Ich habe glaube eine Serienfolge und einen halben Film gesehen. War mir einerseits zuviel Auswahl und andererseits wenn ich was konkret gesucht habe war es u. U. doch nicht da.

    Das Jarmusch Zitat kann ich daher unterschreiben. Höre auch kein Internetradio normalerweise.

    Zusammenfassend: Bin nicht systematisch bzw nicht so dahinter her. Klar gehe ich eher ins Kino, wenn ich von einem Film Gutes erwarte, weil ich andere mit dem Regisseur gesehen habe etc. Aber andere sind da mehr dahinter her … @Ethan ich vermute du hats schon alles von den Coens gesehen … mir fehlen noch einige Frühwerke und der neueste.

    Zunehmend finde ich auch pervers, dass alternativlos digitalisiert wird. Das betrifft nicht nur Film. Im Musikbereich kannst du eigentlich gar nicht mehr leisten analog aufzunehmen, geht im Amateurbereich nur wenn du ein Freak bist, der seine Bandmaschine selbst warten und reparieren kann. Es ist immer ein Stück Kultur was verlorengeht, irgendwann stehen die Sachen funktionsunfähig im Museum. Das kapitalistische System schert sich da nicht drum, und die Ochlokratie kann das nicht ändern. In einer Kurzfilmsammlung im Kino (ich glaube es war 10 Minutes Older: The Trumpet , insgesamt sehenswert) gab es einen Teil, in dem darauf hingewiesen wurde, dass es das Material, auf dem der Film aufgenommen wurde, nicht mehr zu kaufen gibt.

    Dass das analoge UKW Radio abgeschaltet werden soll, halte ich für einen Skandal. Das finde ich so bescheuert, wäre fast ein Grund zum auswandern. Aber das wird man hier wohl nicht aufhalten können. Gibt ne heftige E-Schrott-Welle.

    Bücher habe ich jahrelang gar nichts aussortiert, aber mittlerweile versuche ich mich nicht mit Sachen zu belasten, die weder Weltliteratur sind, noch eine persönliche Bedeutung haben und die ich eh nie wieder lese. Da gibt es dann schon Fälle für den öffentlichen Bücherschrank und das will ich in beide Richtungen in Zukunft mehr nutzen. Da ist dann auch schon wieder das schöne Zufallselement dabei. Elektronisch kaufe ich da ganz selten was, habe da auch kein spezielles Gerät für.

    Gruß
    C

    "If a man coaches himself, then he has only himself to blame when he is beaten."
    - Sir Roger Bannister

  21. #46
    ohne Paul und nur noch selten unterwegs Avatar von Waldkater
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    Also Ethan, dann lege ich in den nächsten Tagen mal los. Es darf auch ein B-Movie sein, ja?
    Gruß Stefan

  22. #47
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Zitat Zitat von DerC Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich: PHYSICAL MEDIA RULES.
    +1
    Wenn ich mehr Zeit, Geld und Platz hätte, hätte ich aber auch mehr DVDs bzw würde eine Blue-Ray Sammlung hochziehen. Einerseits wegen der Tonspuren (da wäre mir oft die englische lieber), und zweitens weil ich einfach gerne sammele.
    Ich hab teilweise Filme auf DvD/Blue-Ray bis zu 3x, weil ich mir in meiner wilden Zeit die Neuauflagen (wegen der Extras oder so) gekauft habe. Aber mittlereile bin ich auch viel ruhiger und sparsamer.
    Wobei sich das zugegeben viele Filme nicht öfter als einmal gesehen habe, obwohl ich grundsätzlich gar nix dagegen habe und einige Filme bestimmt schon 4mal gesehen.
    Es gibt Filme, die schaue ich immer wieder, weil es auch immer etwas Neues zu entdecken gibt. Außerdem ändert sich im laufe der Jahre die (eigene) Sichteise, sodass es zu einer Neubewertung des gezeigten kommen kann. Aber ich schaue auch lieber 5x den selben Film als 5 schlechte bis mittelmäßige.
    Eine Zeitlang haben Kabel1 und Vox glaube Samstag mittag so trashige Filme aus den 60eren gezeigt. Godzilla Varianten etc. Da habe ich Stunden auf der Couch verbracht weil ich vom Vorabend so verkatert war dass eh sonst nix ging. Gezielt hätte ich die Filme nie gesehen, aber einiges war zumindest für alle interessant, die wie ich ein Herz für Trash haben.
    So ging es mir auch. Und Trash ist einfach geil. Wir haben früher immer Trash-Abende gemacht. Jeder hatte die Woche über Zeit, die Videotheken abzuklappern. Und dann haben wir geschaut, wer den trashigsten Film gefunden hatte. "Überfall im Wandschrank" ist einfach grandios. Nächste Woche "muss" ich alle 3 Teile von Sharknado gucken. Im 3. hat Kalkhofe einen Cameo-Auftritt. Und sonst geht natürlich nichts über den Klassiker: "Plan9 - from Outer Space".

    Planen tue ich nur Aufnahmen und Kinobesuche. Wenn was im TV kommt was mich interessiert nehme ich es auf und schaue es dann manchmal erst jahre später, heutzutage muss man sich doch nicht mehr von Programmschemata gängeln lassen.
    Im TV kommt wenig Gutes. Und wenn mal as kommt, dann meist zu unmöglichen Zeiten, daher nehme ich gerne mal was auf. Auf Arte komme tolle Sachen. Also das gilt jetzt nicht nur für Filme.

    Aber wie gesagt: Filme, die mich interessieren, kaufe ich, allein schon wegen den Tonspuren, weil ich Filme gerne im Original schaue. Sky bietet aber ja auch den Zweikanal-Ton an.

    Was auch passiert: Ich spare mir Sachen auf. „Ein Herz im Winter“ ist einer meiner Lieblingsfilme, aber „Nelly und Monsieur Arnaud“ wartet auf meiner Festplatte auf den richtigen Moment. Vermutlich gerade auch wegen meiner hohen Erwartungen.
    Wie bei mir. "Besondere" Filme gucke ich nur in Ruhe, die bereite ich richtig vor.
    Amazon prime hatte ich mal, vergessen nach probezeit zu kündigen und dann haben sie in dem Jahr das Videostreaming integriert. Ich habe glaube eine Serienfolge und einen halben Film gesehen. War mir einerseits zuviel Auswahl und andererseits wenn ich was konkret gesucht habe war es u. U. doch nicht da.
    Im Moment weiger ich mich noch standhaft irgendwas zu streamen, obwohl mich z. B. Netflix schon reizt. Aber wie gesagt: Physical Media rules.

    Zusammenfassend: Bin nicht systematisch bzw nicht so dahinter her. Klar gehe ich eher ins Kino, wenn ich von einem Film Gutes erwarte, weil ich andere mit dem Regisseur gesehen habe etc. Aber andere sind da mehr dahinter her … @Ethan ich vermute du hats schon alles von den Coens gesehen … mir fehlen noch einige Frühwerke und der neueste.
    Letzteres: Ja, habe ich. Es fing alles als Kind mit Arizona Junior (Raising Arizona) an, seitdem habe ich für Coens interessiert. Ich habe Jahre gebraucht, bis ich ersten Film "Blood Simple" bekommen konnte, der nirgends aufzutreiben war, auch nicht über Kleinanzeigen in der Cinema, wo ich sonst wirklich viel bekommen habe. Bei einem Videotheken-Ausverkauf um die Jahrtausendwende, konnte ich den dann endlich ergattern. Undbedingt sehen!

    Aber es sind nicht nur die Filme: Wenn ich mich für etwas interessiere, stürze ich mich auf alles, was ich in die Finger bekomme. Ich arbeite mich sozusagen richtig daran ab, bis ich mich auf die nächste Sache stürze, so war das schon immer. Und wenn man die Coen-Filme richtig verstehen will, muss man wissen, dass diese (fast) ausschließlich auf Romanen beruhen (insbesondere auf den Hard Boiled-Romanen) und weit über die Homage hinausgehen. Blood Simple basiert auf James M. Cain, den ich u.a. jetzt gerade lese. Millers Crossing, einer der schönsten Coen-Filme, basiert auf den Werken von Hammett, v.a. auf "Der Gläserne Schlüssel". Und The Big Lebowski ist eine wundrschöne Raymond Chandler Parodie, insbesondere auf The Big Sleep, daher auch das 'Big' im Titel. Chandler ist mein Lieblingsautor, und diese Parodie ist einfach köstlich. Die direkten Bezüge sind zu zahlreich, um sie überhaupt auch nur auflisten zu können. Natürlich muss man die Bücher nicht gelesen haben und das alles wissen, um die Filme gut zu finden/"verstehen", aber, ähnlich wie bei den Simpsons, ist es halt lustiger, wenn man die ganzen Anspielungen versteht, so wie Rio Bravo einfach lustiger ist, wenn man weiß, dass man ihn als Antwort auf High Noon verstehen muss.

    Bücher habe ich jahrelang gar nichts aussortiert ...
    Bei mir vollzieht sich momentan eine Verschiebung, die schleichend begann: Das Buch löst den Film immer mehr ab. Ich kann dem Lesen momentan einfach mehr abgewinnen. Und es macht auch etwas unabhängiger. Ich liebe es, mich mit einem guten Buch ans Wasser oder in die Natur setzten zu können, und nicht auf stickige Räume angewiesen zu sein. Da hat das Laufen sicher seinen Teil dazu beigetragen.

    Aber schöne Diskussion hier! Hab mich 2-3x in Film-Foren versucht, aber das ist einfach nicht mein Ding.
    „Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben." (Robert Musil)

  23. #48
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    Zitat Zitat von Waldkater Beitrag anzeigen
    Also Ethan, dann lege ich in den nächsten Tagen mal los. Es darf auch ein B-Movie sein, ja?
    Gruß Stefan
    Alles! Was du willst. Hau mal einen weg. Ich werde übers WE auch einen vorstellen. Vielleicht einen meiner absoluten Lieblingsfilme: 'Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers' mit dem wunderbaren Ben Gazarra als Cosmo Vitelli.
    „Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben." (Robert Musil)

  24. #49
    Friesisch herb Avatar von Ethan
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    Ergänzung: Ich bin nicht über die Coen-Brüder/Filme zu den Romanen von Hammett und Chandler gekommen, sondern über meinen Lieblings-Regisseur, Sergio Leone. Erklärung: Für eine Handvoll Dollar ist ein Remake / eine Neuinterpretation von Yojimbo – Der Leibwächter, von Kurusawa. Auf die Idee, dass ein Samurai-Film einen guten Western abgeben würde, kam Leone, als er Die Gloreichen Sieben sah, welcher auf dem (viel besseren) Film "Die Sieben Samurai", ebenfalls von Kurusawa, beruhrt. Als es dann Rechtstreitigkeiten gab, verwies Leone darauf, dass Kurusawa selbst sich bei Hammetts Debüt-Roman "The Red Harvest" bediente, was Kurusawa zwar abstritt, aber einfach nicht haltar ist, wenn man das Buch gelesen hat. Also kam ich über diesen Weg zu den Romanen von Hammett und auch Chandler, die einen riesigen Einfluss auf die ganze filmische Entwicklung hatten (hüben wie drüben) und den Film Noir prägten. Und einige der Filme der Coen beruhen auf eben dieser Schaffensperiode oder sind neu zusammengesetzt aus Versatzstücken, wie immer man will.
    „Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muß man die Tatsache achten, daß sie einen festen Rahmen haben." (Robert Musil)

  25. #50
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    Zitat Zitat von Ethan Beitrag anzeigen
    Alles! Was du willst. Hau mal einen weg. Ich werde übers WE auch einen vorstellen. Vielleicht einen meiner absoluten Lieblingsfilme: 'Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers' mit dem wunderbaren Ben Gazarra als Cosmo Vitelli.
    Oh Ethan!
    Der Film lief damals bei uns im WDR 3 Fernsehen (mindestens schon 20 Jahre her).
    Ein leider unterbewerteter Film (liegt wohl am Filmtitel)

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