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Hohe HF bei gefühlt angenehmem Lauftempo bedenklich?

Hohe HF bei gefühlt angenehmem Lauftempo bedenklich?

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich euren Rat benötige.

Ich habe mir vor drei Wochen eine Pulsuhr mit Brustgurt gekauft und habe meine Läufe dementsprechend dokumentiert. Schon beim ersten Lauf mit Pulsuhr war ich sehr irritiert über meine hohe Herzfrequenz trotz nicht als unangenehm empfundenem Lauftempo. Daran hat sich auch bei den weiteren Läufen nichts geändert.

Meine durchschnittliche Herzfrequenz liegt bei 163 - 165, innerhalb des Laufs liege ich teilweise bei knapp über 170. Meine Pace liegt dabei bei 4:20 bis 4:40, dabei laufe ich immer auf die 10 km, mache danach drei Minuten Pause und laufe dann meist 4 km, hin und wieder auch 7,5 km weiter nach Hause.
Eine Pace von 4:30 laufe ich natürlich nicht ohne jede Anstrengung, aber für mich fühlt sich das Tempo angenehm an.
Ich habe einmal versucht, bei einer HF von 150 zu laufen. Schon 155 empfand ich dabei als nicht fordernd, langweilig.

Jetzt meine Frage: Ist so eine hohe Herzfrequenz so ungewöhnlich, dass ich das ärztlich abklären lassen sollte? Meine maximale Herzfrequenz kenne ich nicht, ich kann nur sagen, dass ich als Jugendlicher an einem Gerät mal einen Puls von 220 hatte, also tendenziell einen eher hohen Puls habe - sofern das überhaupt ein valider Bezugspunkt ist.
Ist es gesundheitlich schädlich, mit so einer Herzfrequenz zu laufen?

Kurz zu mir:
Ich bin männlich, 35 Jahre alt, habe im Juli angefangen zu laufen. Ich habe als Jugendlicher im Verein Fußball gespielt (bis zum Alter von 17), seit mehreren Jahren gehe ich so gut wie jeden Abend eine Stunde lang eine schnelle Runde (8,5 - 8,8 km).

Wie sind hier eure Erfahrungen?

Ich danke für eure Hilfe!

Viele Grüße!

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Cogitoegosum hat geschrieben:Schon 155 empfand ich dabei als nicht fordernd, langweilig.
Da fallen mir spontan 2 Punkte ein:

1) Hast du dich über effektiven Trainingsaufbau informiert?

2) Wenn dir das zu langweilig ist, ist laufen möglicherweise der falsche Sport für dich.

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Ich kann daran nichts ungewöhnliches finden.

Ohne deine individuellen HF-Bereiche zu kennen, sollte 163-170 für einen eher jungen Mann nicht am Anschlag sein, etwa der Bereich in dem man auch einen Marathon laufen könnte.
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du läufst zu schnell, jedenfalls baust du mit der methode "immer voll pulle" keine grundlagenausdauer auf. wenn man die faustformel benutzt ist deine maxHF 185 (die formel taugt aber nicht viel, ist nur ne grobe schätzung).

mach das was endevour gesagt hat unter punkt 1. hier auf runners world bekommst du dazu alle informationen für den anfang, oder google einfach "wie schnell sollte man laufen?", man wird erschlagen damit

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Endevour hat geschrieben:Da fallen mir spontan 2 Punkte ein:

1) Hast du dich über effektiven Trainingsaufbau informiert?

2) Wenn dir das zu langweilig ist, ist laufen möglicherweise der falsche Sport für dich.
Zu 1): Nein, bisher noch nicht, ich laufe gerade einfach aus Spaß, ohne bestimmtes Ziel einer zeitlichen Verbesserung. Im September nächsten Jahres steht wieder die Marathon-Staffel an. Wenn ich mich da auf 10 km um eine, zwei Minuten verbessern kann oder bestenfalls vielleicht sogar die 40-Minuten-Marke knacke, bin ich glücklich. Das gezielte Training dafür werde ich aber frühestens im nächsten Frühjahr angehen.

Zu 2): Das gilt ja nur unter der Voraussetzung, dass ich wie bislang nicht einfach schneller laufen kann bei höherer Herzfrequenz. Hälst du das also für nicht empfehlenswert? Wenn ich mich dadurch (vorerst) nicht verbessere, soll's so sein. Ich bin nicht ehrgeizig.

Vögelchen hat geschrieben:Ich kann daran nichts ungewöhnliches finden.

Ohne deine individuellen HF-Bereiche zu kennen, sollte 163-170 für einen eher jungen Mann nicht am Anschlag sein, etwa der Bereich in dem man auch einen Marathon laufen könnte.
Danke für deine Einschätzung! Dann liegt die HF also nicht außerhalb einer gesundheitlich bedenklichen Schwelle. Das beruhigt mich.

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Meistens wird empfohlen das Training im 80/20 Bereich aufzubauen, das heißt 80% Langsam 20% Schnell. Dabei spricht man von ca. 70-75% Hfmax für langsame Läufe und schnell ist Zweckabhängig je nach Trainingsziel. Man kann die Trainingspace auch über ein Wettkampfergebnis ausrechnen und die Hf außen vor lassen.

Im allgemeinen ist es so das du aktuell im „Wohlfühlbereich“ läufst, dadurch das du noch nich viel Lauferfahrung hast kannst du dich so zwar verbessern aber in der Regel stagniert die Leistung hier schnell. Dieser Bereich sollte im Training eigentlich tunlichst vermieden werden da er meist zu schnell für die Grundlagenausdauer ist und zu langsam um an der Geschwindigkeit zu arbeiten.

Wenn du wirklich länger am laufen interessiert bist würde ich dir eins der zahlreichen Laufbücher empfehlen, da steht alles über die Trainingsgestaltung drin und nebenbei hast du meist auch noch ganz gute Pläne.

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Was denkst du wie viele Läufer in den achtziger Jahren des letzten Jahrtausends wohl zum Arzt gingen?

Genau, keiner. Warum? Weil sie einfach nur gelaufen sind, ohne das Technikgedöns. Und qualitativ waren sie trotzdem besser unterwegs.

Technik ist dann gut, wenn man sie zu benutzen weiß. Hat man dieses Wissen nicht, dann sollte man es lassen. Nicht umsonst gibt es z.B die Führerscheinpflicht.
:hallo:
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:hallo:
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Über mich
wo ich herkomme Am Anfang war da der Bauchspeck und wo ich zuletzt gelaufen bin Joels Daily Challenge - Streakrunning

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Cogitoegosum hat geschrieben:

Danke für deine Einschätzung! Dann liegt die HF also nicht außerhalb einer gesundheitlich bedenklichen Schwelle. Das beruhigt mich.
Nö davon reden wir so ab 250 IN RUHE = Vorhofflattern.
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Deine Langeweile ist eindeutig selbstgemacht. Untrügliches Zeichen dafür sind Sätze wie:
... dabei laufe ich immer ...
Sorge doch einfach mal für Abwechslung in deinem Wochentrott, etwa so:
* einmal kurz + schnell
* einmal richtig lang, aber deutlich langsamer als bisher
* die restlichen Einheiten mittelschnell (so wie bisher, ohne Anstrengungsgefühl) und mittellang (vielleicht etwas kürzer als jetzt)

Beim LaLa (lang+langsam) kann man sich die Zeit gut vertreiben, wenn man die Gedanken schweifen lässt, die Landschaft genießt (der November kann so schön sein, wenn man den Gedanken mal zulässt) oder auch mal ein Problem ventiliert. Viele meine besseren Ideen hatte ich beim Laufen. Andere werden dir Mucke oder Podcasts auf die Ohren empfehlen; ich genieße lieber die Natur (habe aber das Glück, mitten in derselben zu wohnen).

Bei der schnellen Einheit der Woche kann man von Woche zu Woche abwechseln - Tempolauf, Intervalle (kürzer oder länger). Wenn's öde wird, nächste Woche was anderes probieren.

LG Christoph

mein Blog: Die Rennkartoffel will's nochmal wissen.

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Cogitoegosum hat geschrieben: Ist es gesundheitlich schädlich, mit so einer Herzfrequenz zu laufen?
Nein, schädlich für die Hobbylauferei ist die nervige Spaßbremse am Handgelenk.
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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JoelH hat geschrieben:
Technik ist dann gut, wenn man sie zu benutzen weiß. Hat man dieses Wissen nicht, dann sollte man es lassen. Nicht umsonst gibt es z.B die Führerscheinpflicht.
also darf man erst auto fahren, wenn man bereits auto fahren (die verkehrsregeln beherrscht) kann? dann frag ich mich für was es eine fahrschule gibt.

nichts anderes macht der fredöffner, er beginnt zu lernen. wo ist das problem?

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Furunkel hat geschrieben:also darf man erst auto fahren, wenn man bereits auto fahren (die verkehrsregeln beherrscht) kann?
Hoffentlich doch. Allerdings erlebt man immer wieder Sachen im Straßenverkehr.....uiuiui.
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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Endevour hat geschrieben:Wenn du wirklich länger am laufen interessiert bist würde ich dir eins der zahlreichen Laufbücher empfehlen, da steht alles über die Trainingsgestaltung drin und nebenbei hast du meist auch noch ganz gute Pläne.
Ich werde erst einmal mit dem arbeiten, was ich so im Internet finde, dort findet man ja die ein oder anderen Trainingspläne. Sollte es soweit sein, werde ich damit sicherlich gute Ergebnisse erzielen. Wenn dann noch weiterer Steigerungsbedarf besteht, schaue ich vielleicht auch mal in ein Buch rein, danke für den Tipp.

JoelH hat geschrieben:Technik ist dann gut, wenn man sie zu benutzen weiß. Hat man dieses Wissen nicht, dann sollte man es lassen. Nicht umsonst gibt es z.B die Führerscheinpflicht.
Deswegen bin ich ja hier und gehe meine ersten Schritte, mir das erforderliche Wissen anzueignen. Man sollte es mit der Selbstvermessung und -optimierung natürlich nie übertreiben, aber so einen Basiswert wie die Herzfrequenz zu berücksichtigen, scheint mir einer korrekten Selbsteinschätzung zuträglich zu sein.


RunningPotatoe hat geschrieben:Deine Langeweile ist eindeutig selbstgemacht. Untrügliches Zeichen dafür sind Sätze wie:



Sorge doch einfach mal für Abwechslung in deinem Wochentrott, etwa so:
* einmal kurz + schnell
* einmal richtig lang, aber deutlich langsamer als bisher
* die restlichen Einheiten mittelschnell (so wie bisher, ohne Anstrengungsgefühl) und mittellang (vielleicht etwas kürzer als jetzt)

Beim LaLa (lang+langsam) kann man sich die Zeit gut vertreiben, wenn man die Gedanken schweifen lässt, die Landschaft genießt (der November kann so schön sein, wenn man den Gedanken mal zulässt) oder auch mal ein Problem ventiliert. Viele meine besseren Ideen hatte ich beim Laufen. Andere werden dir Mucke oder Podcasts auf die Ohren empfehlen; ich genieße lieber die Natur (habe aber das Glück, mitten in derselben zu wohnen).

Bei der schnellen Einheit der Woche kann man von Woche zu Woche abwechseln - Tempolauf, Intervalle (kürzer oder länger). Wenn's öde wird, nächste Woche was anderes probieren.
Möglicherweise habe ich missverständlich ausgedrückt, aber ich empfinde nicht grundsätzlich das Laufen als langweilig, sondern das Laufen in langsameren Tempo. Ich werde aber mal versuchen, ein bisschen Variation unterzubringen.
Beim Gehen nehme ich meist mit Musik oder Podcasts vorlieb, ich stimme aber zu, dass man in der Bewegung seine Gedanken gut schweifen lassem kann. Anfangs musste ich mich darauf konzentrieren, sauber zu laufen, aber mittlerweile geht das auch beim Laufen sehr gut.

Danke für eure Antworten!

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Cogitoegosum hat geschrieben: Wenn dann noch weiterer Steigerungsbedarf besteht, schaue ich vielleicht auch mal in ein Buch rein, danke für den Tipp.
https://www.lehmanns.de/shop/weitere-fa ... rzfrequenz
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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Cogitoegosum hat geschrieben: Ich habe mir vor drei Wochen eine Pulsuhr mit Brustgurt gekauft und habe meine Läufe dementsprechend dokumentiert. Schon beim ersten Lauf mit Pulsuhr war ich sehr irritiert über meine hohe Herzfrequenz trotz nicht als unangenehm empfundenem Lauftempo. Daran hat sich auch bei den weiteren Läufen nichts geändert.
Hast du einmal den Doppel-Check gemacht, um zu sehen, ob die Pulsuhr die richtigen Werte anzeigt?
(Finger auf die Halsschlagader, 15 Sekunden die Schläge mitzählen, Ergebnis mal 4 nehmen.)

Bei eklatanten Abweichungen würde ich den Chinesen ihren Elektroschrott zurücksenden.

Vertrauen sie mir. Ich weiß, was ich tue.

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Cogitoegosum hat geschrieben:Hallo zusammen,

Ich habe mir vor drei Wochen eine Pulsuhr mit Brustgurt gekauft und habe meine Läufe dementsprechend dokumentiert. Schon beim ersten Lauf mit Pulsuhr war ich sehr irritiert über meine hohe Herzfrequenz trotz nicht als unangenehm empfundenem Lauftempo. Daran hat sich auch bei den weiteren Läufen nichts geändert.

Viele Grüße!
Herzlich willkommen in der Welt der Herzfrequenzmessung beim Laufen. Warte mal ab, was das Ding dir anzeigt, wenn du mal Schlafmangel hast, eine Erkältung im Anmarsch ist, es heiß oder extrem kalt ist, du am Tag davor zu tief in's Glas geschaut hast oder gar mal Corona hattest.
10km: 35:41 (Deulux-Lauf, Langsur 2022)
HM: 1:19:11 (Route du Vin 2022)
M: 2:56:50 (Bienwaldmarathon 2019)

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JoelH hat geschrieben:Kein Problem. Sein Problem ist komplett unnötig. Wie bones sagt. HF "vergessen" und schon klappts besser mit dem Laufen.
Ich habe kein Problem, ich habe nur eine Frage gestellt, ob meine Herzfrequenz unbedenklich ist. Wenn das schon die Schwelle zum Problem überschreitet, habe ich noch ganz andere, viel schwererwiegende Probleme.

Santander hat geschrieben:Hast du einmal den Doppel-Check gemacht, um zu sehen, ob die Pulsuhr die richtigen Werte anzeigt?
(Finger auf die Halsschlagader, 15 Sekunden die Schläge mitzählen, Ergebnis mal 4 nehmen.)

Bei eklatanten Abweichungen würde ich den Chinesen ihren Elektroschrott zurücksenden.
Ja, das habe ich, mehrmals. Ich bin einer der Ersten, der Technik nicht vertraut, wenn sie unerwartete Ergebnisse bringt. Aber sowohl im hohen Bereich als auch im unteren Bereich stimmen die angezeigten mit den gezählten Werten überein. Daher gehe ich davon aus, dass die Uhr generell valide Werte vom Brustgurt erhält.

Spiridon08 hat geschrieben:Herzlich willkommen in der Welt der Herzfrequenzmessung beim Laufen. Warte mal ab, was das Ding dir anzeigt, wenn du mal Schlafmangel hast, eine Erkältung im Anmarsch ist, es heiß oder extrem kalt ist, du am Tag davor zu tief in's Glas geschaut hast oder gar mal Corona hattest.
Danke, ich hoffe, der letzte Punkt bleibt mir bis auf Weiteres erspart, bislang hatte ich Glück. Beim vorletzten Punkt kann ich Entwarnung geben, das wird niemals passieren. Aber ich gespannt, wie groß die Abweichungen bei den anderen Punkten in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit sein werden.


Ich bin heute übrigens mit einer durchschnittlichen HF von 155 gelaufen. Ich werde versuchen, mich auch daran zu gewöhnen. Wenn ich noch langsamer laufe, bin ich gefühlt im Gehen schneller. ;-)
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