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Knickfuß-Plattfuß OP/ Tibialis Posterior Sehnentransfer

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Hallo zusammen,

es stimmt. Man stolpert beim Thema Tibialis-Posteriorsehne unweigerlich über dieses Forum und ich möchte meinen Erfahrungsbericht dazugeben.

Auch bei mir wurde ein Riss der Tibialis- Posteriorsehne festgestellt und meine Orthopädin meinte dann: "Ich schicke Sie mal zu einem Spezialisten. Mal gucken, ob das operiert werden muss oder nicht." Nach 8 Wochen Warten auf einen Termin, stellte der Spezialist dann fest, dass operiert werden muss und auch die Zweitmeinung eines anderen Fußchirurgen ergab dies.

Die Operation wurde dann am 18.5. im Helios-Klinikum in Schwelm durchgeführt: Augmentation der Tibialis Posteriorsehne durch die FDL-Sehne und medialisierende Calcaneusosteotomie. Deutsch: Die gerissene Sehne wurde mit einer anderen Sehne zusammengenäht (?) und das Fersenbein durchgesägt, nach innen verschoben und mit einer Art Klammer und 3 Schrauben fixiert (bleibt drin meint der Operateur).
In den ersten 2 Wochen durfte ich den operierten Fuß (also den linken) nicht aufsetzen und bin wie ein Känguru mithilfe von Krücken durch meine Wohnung gehüpft. Aber Not macht erfinderisch und so kam ich denn einigermaßen zurecht. Kochen, Waschen usw. gingen ganz gut, im Badezimmer und in der Küche standen jeweils 1 Hocker, auf denen ich das Knie ablegen konnte, so dass ich die Hände frei hatte. Gegenstände wurden in einem Stoffbeutel, den ich um den Hals gehängt hatte transportiert, und Frühstück und Mittagessen in Tupperschüsseln in einer Plastiktüte . Dinge, die ich nicht selbst machen konnte, wie Einkaufen, Rasen mähen oder Staubsaugen haben dann anfangs 2 nette Freundinnen, später eine Haushaltshilfe erledigt.

Nach 8 Wochen kam dann der große Augenblick! Ich konnte mich endlich meines Vacoped-Stiefels entledigen und wieder Straßenschuhe mit Einlagen tragen. Naiverweise dachte ich, jetzt sei wieder alles okay. Aber - leider Nein! Die Party ging jetzt erstmal richtig los. Jeder Schritt tat grausam weh und mehr als ein paar hundert Meter Gehen waren nicht drin. Es reichte gerade mal bis zur Bushaltestelle und für ein bisschen Einkaufen im Supermarkt. Leider war es auch nach 5 Wochen kaum besser und daher bin ich noch einmal zum Operateur in die Sprechstunde gegangen. Der sagte, das Röntgenbild sei "hervorragend" und es handele sich um einen "regelhaften postoperativen Verlauf" und üblicherweise: "das dauert eben".

Leider dauert es immer noch und heute, also fast 5 Monate nach der OP habe ich immer noch Schmerzen im Fuß. Die sind zwar nicht mehr so schlimm wie noch vor 2 Monaten, aber auch noch nicht vorbei. Die Muskulatur im Fuß scheint einfach schlapp zu machen, wenn ich mehr als eine halbe Stunde gehe. Der Fuß schwillt dann leicht an und ein brennender Schmerz zieht über den Außenbereich des Fußrückens. Oft schmerzt auch das Gelenk der Großzehe oder die Fußinnenseite, wo sich die Operationsnarbe befindet.
Wie lange das jetzt noch so weitergehen soll, weiß ich nicht. Vielleicht kann mir jemand hier im Forum aus eigener Erfahrung heraus eine vorsichtige Prognose geben. Im Internet habe ich was von 75 bis 80% Besserung nach 5 bis 6 Monaten gelesen, bis zur vollständigen Heilung etwa ein Jahr. Ich hoffe natürlich, dass das früher geht.
Dummerweise macht mir seit einigen Wochen meine Hüftprothese, die ich im letzten Jahr erhalten habe, ziemlichen Ärger. Vermutlich durch die eingeschränkte Gangart, ein regelrechtes Watscheln, da ich den Fuß nur unter Schmerzen abrollen kann. Jetzt tut's also auf beiden Seiten weh und ich kann nur in kleinen Tippelschrittchen unter äußerst vorsichtigem Abrollen der Füße, schön langsam die Ferse zuerst aufgesetzt, überhaupt vorwärts kommen.

Also alles in allem nicht gerade erfreulich. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, sollte man sich eine solche Operation eher nicht antun.

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Hallo zusammen, lese ja schon seit über 1 Jahr in dem Forum mit. Das ganze macht mir richtig Angst. Habe starke Schmerzen im rechten Sprunggelenk, extremen Plattfuss, defekt der Sehne. Mein Ortopäde hat mich schon im Mai in die Schönklinik zur OP geschickt, Termin wure vereinbart. Aber zuvor wurde noch ruhigstellen des Gelenks für 8 Wochen probiert. Solange war meine Wartezeit auf OP Termin. Die ruhigstellung hat geholfen, ich war danach ca. für 8 Wochen schmerzfrei. Dann ging es wieder los. Im November habe ich dort wieder einen Termin für OP vereinbart. So geht es nicht weiter. Ich bin 46 Jahre alt, habe nachts Ruheschmerzen, der Alltag ist die Hölle. Ich stehe eigentlich den ganzen Tag, ständig starke Schmerzen. Mein neuer Termin ist für 10. Februar veranschlagt. Mal sehen ob er wegen Crona stattfindet. Aber so kann ich nicht weiter arbeiten. Jeder Tag ARbeit bereitet mir starke Schmerzen. UNd ja, es nimmt jeder anders Schmerzen wahr. Ich hatte vor 12 Jahren Knochenzysten im Oberschenkel, mit 4 OPs, Verplattung, Nagelung usw. Ich kenne Schmerzen, und die waren von langer Dauer.

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Hallo zusammen,

7 Monate nach der OP habe ich leider immer noch starke Schmerzen beim Gehen. Es ist, als wenn jemand bei jedem Schritt mit einem Messer in den Fuß sticht. Mit Diclophenac geht es einigermaßen, dann ist es nur noch ein leichter dumpfer Schmerz. Aber ich möchte nicht jeden Tag Diclos einnehmen.

Eine erneute Röntgenaufnahme bei einem Orthopäden zeigte nun, dass die schmerzenden Stelle identisch ist, mit der Stelle, an der man mir das "Metallzeugs" (also: Osteosynthesematerial) bestehend aus einer Art Klammer, 2 Schrauben und einer dritten längeren, reingesetzt hat. Der Operateur meinte zwar "das bleibt drin", aber ich sehe das anders.

Frage: gibt es jemand, der eine solche Entfernung von Metallteilen hinter sich hat und welche Erfahrung hat er damit gemacht? Und ab wann, kann man das machen lassen?

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Servus, ein kurzer Erfahrugsbericht von meiner Seite, habe starke angeborende knick Senk Spreizfüsse beidseitig und bin 23 Jahre alt.
Vorgeschichte:
Mit 19 Jahren eine relativ grosse Ostechondrosis Dissecans mit Knorpelschaden am medialen Talus, rechts, diagnostiziert bekommen. Therapie Arthroskopie mit Mikrofrakturierung in einer Nürnberger Klinik, Heilungsverlauf scheiterte nach 1.5 Jahren und OD entwickelte sich zu Grad 4 mit vollständigem Knorpelverlust auf ca. 10% der Gelenkfläche.
An dieser Stelle muss ich den Ärzte kritischen Stimmen zustimmen. Oben erwähnte Klinik schlug folgende OP vor:
- Innenknöchelosteotomie am OSG sowie dortige Knochentransplantation aus dem Knie +AMIC als Knorpelersatz
- Calcaneus Osteotomie mit zwei Schrauben zur Korrektur der Fehlstellung

Beide Verfahren sollten in einer OP durchgeführt werden. Laut eigenen Aussagen war es mit dem dortigen Chefarzt Abklärungsbedürftig ob die Blutsperre am Bein dafür ausreichend lange möglich ist. Meiner Meinung nach höchst fragwürdig so etwas bei einem 20 Jahre alten Patienten vorzuschlagen, ich holte mir eine Zweitmeinung in einer weiterem Klinik in der Region ein und entschied mich für deren Vorgehen.

1.Innenknöchelosteotomie am OSG sowie dortige Knochentransplantation am Talus aus der Fibula sowie AMIC+ PBC als Knorpelersatz.
2. Refixation des Aussenbandes zur Stabilisierung
3. Tibialis Posterior Sehnentransfer
4. Neuansetzen der Wadensehne zur Anhebung des Fussgewölbes
5. Entfernung von Knochensporen

Heilungsverlauf für mein Alter verzögert, musste nach der OP erneut ins KH für 5 Tage aufgrund einer drohenden Infektion. Nach 6 Wochem Orthese ging Laufen nur schleppend mit Krücken, dauerte ca. 4 Monate bis ich wieder gehen konnte.
Fussgewölbe hebte sich tatsächlich leicht an und der Fuss steht durch das Aussenband stabiler,
Schmerzen sind immernoch da, aber nicht im Ansatz wie vorher bei der OD Grad 4.
Tibialis Posterior reibt an den Schrauben im Innenknöchel und schmerzt öfters, manchmal ist es schwer möglich den Fuss anständig abzurollen.
Insgesamt bin ich aber mit dem Vorgehrn zufrieden, allerdings wurde mir auch die Plattfusskorrektur durch eine Verlängerung des Fersenbeins nahe gelegt. Diesbezüglich bin ich aber skeptisch, werde das definitiv erstmal nicht machen lassen, die Ärzte führen mir da zu energische Vertriebsgespräche und angeblich gibt es keine großartigen Risiken, das sehen mein Orthopäde und ich anders. Der Schaden den diese OP verhindern soll ist bei mir eh schon in voller Ausprägung eingetreten deswegen habe ich mich damit abgefunden wohl mit den Schmerzen und den Plattfüssen leben zu müssen. Schade um die 10 Jahre Fussball, aber bevor ich riskiere meinen Alltag nicht mehr anständig bewältigen zu können in der Hoffnung durch die Plattfusskorrektur wieder Sport treiben zu können oder zukünftige Folgeschäden abzuwenden, lebe ich lieber mit etwas Schmerzen.

Viele Grüsse








II

es geht wieder. Zustand nach TPS-OP

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Hallo,

ich schreibe, um dem einen oder anderen vielleicht Mut machen zu können.

Also: heute, 1 Jahr und 4 Monate nach meiner Operation (Tibialis Posterior - Sehnenriss, mit Fersenbeinosteotomie) geht's wieder. Zwar stehen jetzt 2 Zehen krumm und schief und fühlen sich taub ab (so als hätte man ein Stück Stoff zwischen den Zehen, z.b. einen zu großen Socken angezogen), aber die Schmerzen beim Gehen sind weg. Nur an der Fußaußenkante piekst es hin und wieder. Der Arzt sagt, ich solle noch bis Dezember Einlagen tragen und dann noch mal wiederkommen.

Ob man damit laufen kann, weiß ich allerdings nicht. Ich bin Wanderer, kein Läufer. Das geht aber, 10 bis 12 Km schaffe ich wieder locker.

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Berniehike hat geschrieben:Hallo,

ich schreibe, um dem einen oder anderen vielleicht Mut machen zu können.

Also: heute, 1 Jahr und 4 Monate nach meiner Operation (Tibialis Posterior - Sehnenriss, mit Fersenbeinosteotomie) geht's wieder. Zwar stehen jetzt 2 Zehen krumm und schief und fühlen sich taub ab (so als hätte man ein Stück Stoff zwischen den Zehen, z.b. einen zu großen Socken angezogen), aber die Schmerzen beim Gehen sind weg. Nur an der Fußaußenkante piekst es hin und wieder. Der Arzt sagt, ich solle noch bis Dezember Einlagen tragen und dann noch mal wiederkommen.

Ob man damit laufen kann, weiß ich allerdings nicht. Ich bin Wanderer, kein Läufer. Das geht aber, 10 bis 12 Km schaffe ich wieder locker.
Danke für die Rückmeldung. Aber 1 Jahr und 4 MOnate ist schon eine Ansage. Ich weiß ja nicht was du arbeitest, oder ob du schon im Ruhestand bist. Aber ich kenne das Spiel, nach 1,5 Jahren steuert dich die Krankenkasse aus. Natürlich geht es um die Gesundheit.. Meine geplante OP im Februar ist ausgefallen. 5 Tage vor OP bekam ich Bandscheibenvorfall, wurde 2 Tage später als Notfall operiert.
Vielleichtw ar es ein Zeichen. Keine Ahnung.

Auf jedenfall bin ich hin und her gersissen.

Ich hab halt schon viel durchgemacht gesundheitlich.

mfg

Marcus

Re: Knickfuß-Plattfuß OP/ Tibialis Posterior Sehnentransfer

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Hallo zusammen,

ich habe vor meiner OP hier auch viel gelesen und mir fest vorgenommen, auch meine Erfahrungen zu berichten. Unter anderem deshalb, weil ich denke, jeder Körper ist anders und Panikmache hilft nicht.

Meine OP war am 25.7., FDL Sehentransfer, die Sehne war komplett gerissen, eine Fersenkorrektur war nicht nötig, meine Ferse ist sehr gerade gewesen. Kein Mensch konnte mir sagen, warum die Sehne letztendlich gerissen ist, drei Ärzte haben mir aber bescheinigt, dass die OP alternativlos ist. Ich vermute die Sehne war angerissen und ist dann einfach im Laufe der Jahre immer weiter gerissen. Irgendwann konnte ich gar nicht mehr laufen.

Nach der OP durfte ich 4 Wochen überhaupt nicht belasten, dann Belastungsaufbau mit Orthese in kleinen 15 Kilo Schritten bis zur Vollbelastung drei Monate nach der OP. In all der Zeit vernünftige Einlagenversorgung auch in der Orthese.

Heute, 4 Monate nach der OP, kämpfe ich mit (Rest-) Steifheit des Fusses und Verkürzung/Verkümmerung der Oberschenkelmuskulatur (Knieprobleme), was wohl völlig normal ist nach drei Monaten Ruhigstellung. Ich versuche mit konsequenter Fussgymnastik und dehnen, dehnen, dehnen der Muskulatur dagegenzuhalten, was auch ganz gut gelingt. Kleine Hunderunden sind bereits wieder problemlos und schmerzfrei möglich.

Mein Fazit: ich bin meinem Chirugen sehr dankbar für die kompetente Hilfe. Und ich denke, wenn es so gut weitergeht, sind auch in absehbarer Zeit wieder meine normalen Hunderunden machbar. Es wäre auf jeden Fall keine Lösung gewesen, mit den Schmerzen der gerissenen Sehne weiterzuleben.

Ich wünsche allen, die diese OP vor sich haben, viel, viel Erfolg und gutes Gelingen! Positiv denken!!
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