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Fränkisch Schweiz Marathon vom 04.09.2022 - mit vielen Erinnerungen

Fränkisch Schweiz Marathon vom 04.09.2022 - mit vielen Erinnerungen

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Am Sonntag, den 04.09.2022 fand der 21.Fränkisch Schweiz Marathon statt - das weckte so manche Erinnerung in mir.


Im Jahr 2000 fand der 1.Marathon in der Fränkischen Schweiz statt, davon las ich in der Presse und da ich da schon fast
ein Jahr gelaufen bin, etliche Kilo abgenommen hatte und mich recht fit fühlte, war es ein willkommener Anlass mir ein
derartiges Ziel zu setzen. Mir war klar da musste ich Strecken trainieren, die ich bis dahin noch nicht gelaufen war.
In meiner Vorstellung damals war es ein sehr mächtiges Ziel - doch mit meiner Willensstärke, der ich mich so langsam
bewusst wurde (immerhin hatte ich ohne ärztlichen "Beistand" über 30kg in ca 4,5 Monaten abgenommen). Ich sah also den
Zeitpunkt gekommen mir ein solches Ziel zu setzen, so sollte also diese Premiere des FS-Marathons auch meine sein auf einer
solchen Distanz - bis zu diesem Entschluss hatte ich noch keinen einzigen Laufwettbewerb absolviert.
Doch es sollte anders kommen - damals gab es noch keine Anmeldung über das wenig existierende Internet, man meldete sich
per Post...oder immerhin per Fax (ein Vordruck war damals in der Tageszeitung aus der ich davon erfuhr). So füllte ich das
Formular zwar aus, legte es neben das Faxgerät, es war ja noch genug Zeit bis zur Anmeldung und die wollte ich mit
entsprechenden Training gestalten.
Doch es ergab sich das ich ein passendes Objekt für meine Haussuche fand und wie es der Teufel so wollte fiel der endgültige
Umzug genau auf das Wochenende wo erstmals dieser FS-Marathon stattfand. Ich bedauerte es zwar sehr, dachte damals ganz
pragmatisch: Ich werde nimmer so oft umziehen (bis jetzt tatsächlich nicht mehr), dieser Marathon wird schon noch öfter
stattfinden. So war es dann auch - ich startete dann bei der 2.Auflage ein Jahr später, meine Premiere. Ich nutzte natürlich
dieses Jahr (zumindest einen Teil davon) um mich darauf vorzubereiten. Ich lief längere Strecken und öfter, seltsamerweise
kam ich nicht auf die Idee mal andere (10km, Halb-MA) Wettbewerbe auszuprobieren. Erst einen Monat zuvor hatte ich diese Idee
und so lief ich einen 10km Lauf - tatsächlich mein erster und schnellster in 39:20min, anschließend einen Halb-MA in einer
Zeit, die ich auch nie mehr erreicht habe: 1:28Std. Der Marathon rückte näher und ich bekam immer mehr Respekt - so wollte ich
einfach die Strecke mal laufen, um den Respekt zu verkleinern. Ich fuhr eine Strecke mit dem Rad ab, das einen KM-Zähler
hatte - GPS gabe es damals in Form von Laufuhren quasi noch nicht (bzw war nicht üblich). Ich rannte die Strecke ab in 3:48Std
und es hätte gut sein können - doch in mir gab es Zweifel ob den nicht die Orginalstrecke des FS-MA nicht anspruchsvoller war.
So fuhr ich damals mit dem Auto und Rad hin, fuhr die Strecke mit dem Rad ab (zum Abmessen), tags darauf lief ich sie.
Mit den 3:42Std die ich zur Probe brauchte war ich zufrieden... und ich hoffte insgeheim mit Wettkampfmotivation könnte ich
den 3:30Std nahe kommen.
So stand ich dann Anfang September 2001 zum 1.Marathon am Start, mit riesigen Durchhaltewillen und gut trainiert - selbst ein
heftiger Regen im letzten Viertel konnte mir nichts anhaben - ich wollte Marathoni werden: in 3:17:05Std wurde der Traum
Wirklichkeit, ich war nur bei meinem 2.MA im gleichen Jahr in Florenz mit 3:12Std noch schneller. Sozusagen perfekt trainiert
bereits zum Einstieg!



Nun stand ich also bereits zum 16.Male (ich bin ein treues Kerlchen bzw Wiederholungstäter) am Start dieses FS-MA.
Auch hier bin ich bereits im Jubilee-Club als "Vielstarter".
Nun solche Zeiten sind im fortgeschrittenen Alter und einige Wehwehchen später nicht mehr zu erreichen, ich wäre heute mit
einer Zeit unter 5Std sehr zufrieden, zumal Temperaturen zwischen 25-30Grad angekündigt sind... ich kann auch bei Hitze
laufen, doch es fällt mir nicht so leicht und die Zeit leidet in jedem Falle darunter.
Manches hat sich geändert beim FS-MA (es gibt keinen Skaterwettbewerb mehr, die Laufstrecke hat mehrfach variiert, wenn auch
immer auf der B470), einiges ist gleich geblieben (z.B. Termin immer Anfang September).
Der Start ist seit einigen Jahren nun immer in Ebermannstadt, im Herzen der fränkischen Schweiz, da die eigentliche Zufahrt
über die B470 gesperrt ist, muss anders angefahren werden, für mich oft erprobt.
Ich hole meine Startunterlagen ab, laufe zum geparkten Auto, packe meinen Kleiderbeutel und gehe zur Abgabe, welche in der
Nähe beim Start sein sollte (so war es die letzten paar Mal als ich hier startete). Ich komme dort an, noch 15min zum Start,
doch nirgendwo kann man seinen Kleiderbeutel abgeben... auch keinerlei Hinweis wo es nun sein soll - ich frage rum...nur
Schulterzucken. Ich versuche mein Glück noch in einer nahegelegenen Schule, wo oft die Duschen für weibliche Starter waren:
NICHTS. Ich sehe die Zeit wird knapp und gehe nahe am Start zu einem Zelt mit Rettungskräften, frage ob Sie meinen Beutel
während des Laufs aufbewahren würden - NEIN das ist uns strikt verboten worden, höre ich.. da ist schon mal was vorgefallen.
Hilflos stehe ich da, will meinen Beutel nicht unter irgendeinen Busch schmeißen, es ist mein Handy und Autoschlüsseldrin -
mit denen laufe ich sehr ungern. So bleibt nur, eilig zum Auto zurück, den Schlüssel doch einstecken. Als ich vom Auto zu Start
laufe/renne sehe ich schon das schaffe ich nimmer, der Startschuss fällt als ich noch ca 100Meter in der Seitenstraße bin.
Was soll's ich klettere über die Absperrung und überquere einige Sekunden die Startlinie, doch da kommt noch ein dunkel-
häutiger Läufer von der anderen Seite über die Absperrung geklettert, wie ich vom Moderator höre war Er auch zu knapp und
konnte seinen Beutel nicht abgeben, Er hat in einfach unterhalb der Moderatorbühne abgestellt ....
Gemeinsam überlaufen wir die Startlinie ca 1Min zu spät - das ist dann schon die einzige Gemeinsamkeit, während ich mich an
Läuferfeld herankämpfe, rollt Er das Feld von hinten geradezu auf - Er wird bald das komplette Feld eingeholt haben, incl.
Favorit und das Rennen in 2:36Std gewinnen - RESPEKT!
Ich versuche an das Feld heran zu laufen und dabei merke ich das ich den 1.Km total überpaced habe... so kann ich nicht
weiterlaufen wenn ich das Ziel noch erreichen will ... das steht außer Frage. Also mein Tempo laufen und trotzdem versuchen,
den Einen oder Andern einzuholen, als Letzter macht das keinen Spaß. Nach ca 2,5Km habe ich das hintere Feld erreicht und
hoffe bei späterer Hitze nicht zu heftig büßen zu müssen.
Wie laufen erstmal in "entgegengesetzter" Richtung - soll heißen wir laufen auf der B470 eine 5Km lange Schleife
(bis nahe Weilersdorf) und dann wieder zurück nach Ebermannstadt, dort überqueren wir die Startlinie nochmals in anderer
Richtung. Nach 10Km geht es nun weiter hinein in die fränkische Schweiz, nach einigen Auf und Ab erreichen wir Streitberg.
Hier gibt es seit es diesen MA gibt einen "Hotspot" bis vor Corona war hier immer eine Sambaband mit leicht bekleideten
Tänzerinnen stationiert - vor vielen Jahren ließ ich mich mal zu einen kleinen Tänzchen animieren ... und wie sollte es
schon sein - ein Fotograf hielt die Szene fest. Das Foto wurde in der dortigen Tageszeitung abgedruckt (ein Kollege hielt
mir das am folgenden Tag unter die Nase), in einem Werbe-Flyer für den FS-MA wurde es abgedruckt ... und bis heute ist
dieses Foto in zeitlichen Abständen auf Homepage zu sehen - ich tanze im roten Laufshirt auf der B470 mit dem Sambamädel -
das Internet vergisst nichts...

Doch das ist Vergangenheit und für mich geht es weiter entlang der Wiesent Richtung Muggendorf (müsste Hochdeutsch "Mückendorf" heißen - doch
in Franken heißen die Mücken eben Muggen). Nach dieser Ortschaft geht es noch etwas tiefer hinein in die fränkische Schweiz
(Wiesenttal),die Schlucht wird etwas schmäler und die Felsen links wie rechts höher. Das kommt mir sehr gelegen, da die Sonne
mittlerweile hoch oben steht und den Läufern einheizt... in diesen Tal findet sich doch noch etwas Schatten. Ich erreiche
die Behringersmühle und dort ist der Wendepunkt. Hier kann ich gut beobachten, ein paar Mitläufer(innen) habe ich doch hinter
mir lassen können. Nach Muggendorf wird das Tal wieder breiter und die Sonne scheint umso heftiger treibt mir umso mehr den
Schweiß auf die Stirn - ich sehne jeden VP mittlerweile herbei. Zum Glück habe ich für Notfälle auch meinen Trinkgurt wieder
dabei und meine erprobte Isomischung brauche ich gelegentlich, genauso wie ich fast immer meine 3Gels pro MA dabei habe, auch
wenn ich diese nicht immer brauche.
Über Streitberg geht es wieder bergig nach Ebermannstadt, um dann nach überlaufener Ziellinie nochmals die 5Km-Pendelstrecke
zu absolvieren (psychologisch nicht ganz einfach). Doch mittlerweile bin ich mir sicher, dies schaffe ich auch noch und ein
Uhrencheck lässt mir eine begründete Hoffnung unter 5Std zu bleiben. Die Laune bessert sich mit den Zuschauern an der Strecke,
die dort feiernd auf den Bierbänken sitzen - da werde ich denen doch gleich mal mit etwas Animation einheizen... Sie scheinen
nur darauf gewartet zu haben, z.T. springen Sie auf klatschen und schreien - einer ruft mir hinterher: wenn Du zurück kommst
gibt's Bier für Dich. Doch erstmal zur Wende nach Weilersbach...und auf dem Rückweg stehen tatsächlich Einige von vorhin auf
meiner Straßenseite und halten mir Bierbecher hin - bereitwillig nehme ich sie und freue mich über diese Abwechslung bei
der Getränkeauswahl - mit: Ihr seid Spitze verabschiede ich mich ...und Sie feiern noch weiter nach der Begegnung mit dem
Animateur Roland!

Es geht endlich nach Ebermannstadt hinein, zum letzten Mal Richtung Ziellinie und ich weiß die 5Std unterschreite ich locker.
Mit 4:54Std im Ziel bin ich doch sehr zufrieden - der Ärger über das Missgeschick mit dem Kleiderbeutel ist auch schon ver-
flogen. Nachdem ich mich am Auto umgezogen habe laufe ich nochmal zum Marktplatz wo die Siegerehrung und sonstiges statt-
findet. Jetzt genieße ich die Sonne, führe noch ein paar interessante Gespräche und zum Abschluss der Siegerehrung werde ich
als 16maliger Teilnehmer noch auf die Bühne gerufen, für eine gemeinsames Foto mit den anderen Jubilee-Teilnehmern.

Liebe Grüße
Roland
runners.high - Nomen est omen :logik:
Dateianhänge

2
Hallo Roland,
vielen Dank für deinen Bericht!
Ich wollte kommen (zuschauen und anfeuern), musste aber arbeiten.
Aber nächstes Jahr, ob als Zuschauer oder Teilnehmer … :wink:
runners.high hat geschrieben:doch in Franken heißen die Mücken eben Muggen
Tja, und ich werde jedes Mal "belehrt", dass das, was wir "Muggen" nennen, ja eigentlich Fliegen sind … :peinlich:

3
Dein Bericht hat mich als Exilfranke sehr gefreut.
Und ich bin überrascht dass die Veranstaltung nicht mehr Teilnehmer hat.
5000m: 19:54 | Mai 20 --- 7,33 km (Alsterrunde): 30:27 | Jun 20 --- 10 km: 42:35 | Mai 20 ---
10Meilen / 16,1 km: 1:12:53 | Sep 19 --- 21,1 km: 1:36 | Apr 21 --- 42,2 KM: 3:40:05 | Apr 19

4
Hallo deluxe71,

so ist das mit den "Muggen" ... :zwinker2: Vielleicht hast ja Lust statt dem abgesagten "Metropolmarathon 2023" mal den Fränkisch-Schweiz-Marathon mitzumachen, wenn Du Glück hast ist es da nicht so heiß. Aufgrund des späteren Termins ist die Wahrscheinlichkeit zumindest relativ groß.
Würde mich freuen Dich dort zu treffen - ja ich habe die Absicht dort zum 17x zu starten (sollte nichts schwerwiegendes dazwischen kommen)
:daumen:
Gruß Roland
runners.high - Nomen est omen :logik:

5
Hallo emel,

ein Franke in Hamburg :confused:
Was hat Dich dorthin "verschlagen" (Allmääächt) - die Liebe ...oder der Job?? - sind ja meistens die Hauptursachen.
Du hast Recht - die Veranstaltung hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient ... liegt halt etwas abseits und ist deswegen auch nicht so bekannt.
Früher - mit den Skatern waren wesentlich mehr Teilnehmer - sehr oft waren das die Bayerischen Skatemeisterschaften - aber es sind doch hauptsächlich Halbmarathonis die daran teilnehmen.
In Hamburg bin ich übrigens auch schon mal gestartet, vor vielen...vielen Jahren zu Beginn meiner (mittlerweile über 20jährigen) Marathongeschichte...

Herzlichen Gruß und ein Moin, Moin nach Hamburg :hallo:
runners.high - Nomen est omen :logik:

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runners.high hat geschrieben:Am Sonntag, den 04.09.2022 fand der 21.Fränkisch Schweiz Marathon statt - das weckte so manche Erinnerung in mir.


Im Jahr 2000 fand der 1.Marathon in der Fränkischen Schweiz statt, davon las ich in der Presse und da ich da schon fast
ein Jahr gelaufen bin, etliche Kilo abgenommen hatte und mich recht fit fühlte, war es ein willkommener Anlass mir ein
derartiges Ziel zu setzen. Mir war klar da musste ich Strecken trainieren, die ich bis dahin noch nicht gelaufen war.
In meiner Vorstellung damals war es ein sehr mächtiges Ziel - doch mit meiner Willensstärke, der ich mich so langsam
bewusst wurde (immerhin hatte ich ohne ärztlichen "Beistand" über 30kg in ca 4,5 Monaten abgenommen). Ich sah also den
Zeitpunkt gekommen mir ein solches Ziel zu setzen, so sollte also diese Premiere des FS-Marathons auch meine sein auf einer
solchen Distanz - bis zu diesem Entschluss hatte ich noch keinen einzigen Laufwettbewerb absolviert.
Doch es sollte anders kommen - damals gab es noch keine Anmeldung über das wenig existierende Internet, man meldete sich
per Post...oder immerhin per Fax (ein Vordruck war damals in der Tageszeitung aus der ich davon erfuhr). So füllte ich das
Formular zwar aus, legte es neben das Faxgerät, es war ja noch genug Zeit bis zur Anmeldung und die wollte ich mit
entsprechenden Training gestalten.
Doch es ergab sich das ich ein passendes Objekt für meine Haussuche fand und wie es der Teufel so wollte fiel der endgültige
Umzug genau auf das Wochenende wo erstmals dieser FS-Marathon stattfand. Ich bedauerte es zwar sehr, dachte damals ganz
pragmatisch: Ich werde nimmer so oft umziehen (bis jetzt tatsächlich nicht mehr), dieser Marathon wird schon noch öfter
stattfinden. So war es dann auch - ich startete dann bei der 2.Auflage ein Jahr später, meine Premiere. Ich nutzte natürlich
dieses Jahr (zumindest einen Teil davon) um mich darauf vorzubereiten. Ich lief längere Strecken und öfter, seltsamerweise
kam ich nicht auf die Idee mal andere (10km, Halb-MA) Wettbewerbe auszuprobieren. Erst einen Monat zuvor hatte ich diese Idee
und so lief ich einen 10km Lauf - tatsächlich mein erster und schnellster in 39:20min, anschließend einen Halb-MA in einer
Zeit, die ich auch nie mehr erreicht habe: 1:28Std. Der Marathon rückte näher und ich bekam immer mehr Respekt - so wollte ich
einfach die Strecke mal laufen, um den Respekt zu verkleinern. Ich fuhr eine Strecke mit dem Rad ab, das einen KM-Zähler
hatte - GPS gabe es damals in Form von Laufuhren quasi noch nicht (bzw war nicht üblich). Ich rannte die Strecke ab in 3:48Std
und es hätte gut sein können - doch in mir gab es Zweifel ob den nicht die Orginalstrecke des FS-MA nicht anspruchsvoller war.
So fuhr ich damals mit dem Auto und Rad hin, fuhr die Strecke mit dem Rad ab (zum Abmessen), tags darauf lief ich sie.
Mit den 3:42Std die ich zur Probe brauchte war ich zufrieden... und ich hoffte insgeheim mit Wettkampfmotivation könnte ich
den 3:30Std nahe kommen.
So stand ich dann Anfang September 2001 zum 1.Marathon am Start, mit riesigen Durchhaltewillen und gut trainiert - selbst ein
heftiger Regen im letzten Viertel konnte mir nichts anhaben - ich wollte Marathoni werden: in 3:17:05Std wurde der Traum
Wirklichkeit, ich war nur bei meinem 2.MA im gleichen Jahr in Florenz mit 3:12Std noch schneller. Sozusagen perfekt trainiert
bereits zum Einstieg!


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Nun stand ich also bereits zum 16.Male (ich bin ein treues Kerlchen bzw Wiederholungstäter) am Start dieses FS-MA.
Auch hier bin ich bereits im Jubilee-Club als "Vielstarter".
Nun solche Zeiten sind im fortgeschrittenen Alter und einige Wehwehchen später nicht mehr zu erreichen, ich wäre heute mit
einer Zeit unter 5Std sehr zufrieden, zumal Temperaturen zwischen 25-30Grad angekündigt sind... ich kann auch bei Hitze
laufen, doch es fällt mir nicht so leicht und die Zeit leidet in jedem Falle darunter.
Manches hat sich geändert beim FS-MA (es gibt keinen Skaterwettbewerb mehr, die Laufstrecke hat mehrfach variiert, wenn auch
immer auf der B470), einiges ist gleich geblieben (z.B. Termin immer Anfang September).
Der Start ist seit einigen Jahren nun immer in Ebermannstadt, im Herzen der fränkischen Schweiz, da die eigentliche Zufahrt
über die B470 gesperrt ist, muss anders angefahren werden, für mich oft erprobt.
Ich hole meine Startunterlagen ab, laufe zum geparkten Auto, packe meinen Kleiderbeutel und gehe zur Abgabe, welche in der
Nähe beim Start sein sollte (so war es die letzten paar Mal als ich hier startete). Ich komme dort an, noch 15min zum Start,
doch nirgendwo kann man seinen Kleiderbeutel abgeben... auch keinerlei Hinweis wo es nun sein soll - ich frage rum...nur
Schulterzucken. Ich versuche mein Glück noch in einer nahegelegenen Schule, wo oft die Duschen für weibliche Starter waren:
NICHTS. Ich sehe die Zeit wird knapp und gehe nahe am Start zu einem Zelt mit Rettungskräften, frage ob Sie meinen Beutel
während des Laufs aufbewahren würden - NEIN das ist uns strikt verboten worden, höre ich.. da ist schon mal was vorgefallen.
Hilflos stehe ich da, will meinen Beutel nicht unter irgendeinen Busch schmeißen, es ist mein Handy und Autoschlüsseldrin -
mit denen laufe ich sehr ungern. So bleibt nur, eilig zum Auto zurück, den Schlüssel doch einstecken. Als ich vom Auto zu Start
laufe/renne sehe ich schon das schaffe ich nimmer, der Startschuss fällt als ich noch ca 100Meter in der Seitenstraße bin.
Was soll's ich klettere über die Absperrung und überquere einige Sekunden die Startlinie, doch da kommt noch ein dunkel-
häutiger Läufer von der anderen Seite über die Absperrung geklettert, wie ich vom Moderator höre war Er auch zu knapp und
konnte seinen Beutel nicht abgeben, Er hat in einfach unterhalb der Moderatorbühne abgestellt ....
Gemeinsam überlaufen wir die Startlinie ca 1Min zu spät - das ist dann schon die einzige Gemeinsamkeit, während ich mich an
Läuferfeld herankämpfe, rollt Er das Feld von hinten geradezu auf - Er wird bald das komplette Feld eingeholt haben, incl.
Favorit und das Rennen in 2:36Std gewinnen - RESPEKT!
Ich versuche an das Feld heran zu laufen und dabei merke ich das ich den 1.Km total überpaced habe... so kann ich nicht
weiterlaufen wenn ich das Ziel noch erreichen will ... das steht außer Frage. Also mein Tempo laufen und trotzdem versuchen,
den Einen oder Andern einzuholen, als Letzter macht das keinen Spaß. Nach ca 2,5Km habe ich das hintere Feld erreicht und
hoffe bei späterer Hitze nicht zu heftig büßen zu müssen.
Wie laufen erstmal in "entgegengesetzter" Richtung - soll heißen wir laufen auf der B470 eine 5Km lange Schleife
(bis nahe Weilersdorf) und dann wieder zurück nach Ebermannstadt, dort überqueren wir die Startlinie nochmals in anderer
Richtung. Nach 10Km geht es nun weiter hinein in die fränkische Schweiz, nach einigen Auf und Ab erreichen wir Streitberg.
Hier gibt es seit es diesen MA gibt einen "Hotspot" bis vor Corona war hier immer eine Sambaband mit leicht bekleideten
Tänzerinnen stationiert - vor vielen Jahren ließ ich mich mal zu einen kleinen Tänzchen animieren ... und wie sollte es
schon sein - ein Fotograf hielt die Szene fest. Das Foto wurde in der dortigen Tageszeitung abgedruckt (ein Kollege hielt
mir das am folgenden Tag unter die Nase), in einem Werbe-Flyer für den FS-MA wurde es abgedruckt ... und bis heute ist
dieses Foto in zeitlichen Abständen auf Homepage zu sehen - ich tanze im roten Laufshirt auf der B470 mit dem Sambamädel -
das Internet vergisst nichts...

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Doch das ist Vergangenheit und für mich geht es weiter entlang der Wiesent Richtung Muggendorf (müsste Hochdeutsch "Mückendorf" heißen - doch
in Franken heißen die Mücken eben Muggen). Nach dieser Ortschaft geht es noch etwas tiefer hinein in die fränkische Schweiz
(Wiesenttal),die Schlucht wird etwas schmäler und die Felsen links wie rechts höher. Das kommt mir sehr gelegen, da die Sonne
mittlerweile hoch oben steht und den Läufern einheizt... in diesen Tal findet sich doch noch etwas Schatten. Ich erreiche
die Behringersmühle und dort ist der Wendepunkt. Hier kann ich gut beobachten, ein paar Mitläufer(innen) habe ich doch hinter
mir lassen können. Nach Muggendorf wird das Tal wieder breiter und die Sonne scheint umso heftiger treibt mir umso mehr den
Schweiß auf die Stirn - ich sehne jeden VP mittlerweile herbei. Zum Glück habe ich für Notfälle auch meinen Trinkgurt wieder
dabei und meine erprobte Isomischung brauche ich gelegentlich, genauso wie ich fast immer meine 3Gels pro MA dabei habe, auch
wenn ich diese nicht immer brauche.
Über Streitberg geht es wieder bergig nach Ebermannstadt, um dann nach überlaufener Ziellinie nochmals die 5Km-Pendelstrecke
zu absolvieren (psychologisch nicht ganz einfach). Doch mittlerweile bin ich mir sicher, dies schaffe ich auch noch und ein
Uhrencheck lässt mir eine begründete Hoffnung unter 5Std zu bleiben. Die Laune bessert sich mit den Zuschauern an der Strecke,
die dort feiernd auf den Bierbänken sitzen - da werde ich denen doch gleich mal mit etwas Animation einheizen... Sie scheinen
nur darauf gewartet zu haben, z.T. springen Sie auf klatschen und schreien - einer ruft mir hinterher: wenn Du zurück kommst
gibt's Bier für Dich. Doch erstmal zur Wende nach Weilersbach...und auf dem Rückweg stehen tatsächlich Einige von vorhin auf
meiner Straßenseite und halten mir Bierbecher hin - bereitwillig nehme ich sie und freue mich über diese Abwechslung bei
der Getränkeauswahl - mit: Ihr seid Spitze verabschiede ich mich ...und Sie feiern noch weiter nach der Begegnung mit dem
Animateur Roland!

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Es geht endlich nach Ebermannstadt hinein, zum letzten Mal Richtung Ziellinie und ich weiß die 5Std unterschreite ich locker.
Mit 4:54Std im Ziel bin ich doch sehr zufrieden - der Ärger über das Missgeschick mit dem Kleiderbeutel ist auch schon ver-
flogen. Nachdem ich mich am Auto umgezogen habe laufe ich nochmal zum Marktplatz wo die Siegerehrung und sonstiges statt-
findet. Jetzt genieße ich die Sonne, führe noch ein paar interessante Gespräche und zum Abschluss der Siegerehrung werde ich
als 16maliger Teilnehmer noch auf die Bühne gerufen, für eine gemeinsames Foto mit den anderen Jubilee-Teilnehmern.

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Liebe Grüße
Roland
Hallo Roland,
Toller Bericht vom deinem Fränkische Schweiz Marathon.👍
Ich bin auch so ein Wiederholungstäter. Bin den Fränkische Schweiz Marathon zum ersten mal 2009 gelaufen.
Dieses Jahr war meine 12. Teilnahme.🙂
Ich bin wie du in der M60. 👍

7
Hallo triduma,

wenn ich das richtig überreiß ... warst Du der Altersklassensieger in der M60 - aber Holla, so eine Zeit in diesem Alter :respekt2:
Ich bin tief beeindruckt - so eine Zeit habe ich gerade mal vor ca 20Jahren erreicht... zum Start meiner Marathongeschichte.
Da kann ich mich nur tief verneigen und den Hut ziehen vor einer solchen Fitness - ich kenne ja die Oberpfalz einigermaßen gut, bin dort bis 15Jahre aufgewachsen.
Glaube mir eins - schneller musst DU nimmer werden :daumen: :daumen:

Gruß Roland
runners.high - Nomen est omen :logik:

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Danke für den Bericht und gratuliere zum zufriedenstellenden Finish! Ich bin dort ja auch schon 2x gelaufen, an sich eine nette und sympathische Veranstaltung, die meiner Meinung nach etwas darunter leidet, dass sie auf dem "autofreien Tag" auf der B470 beruht und daher viele attraktive (und schattigere) Routenoptionen nicht einbezieht sondern sich praktisch durchgehend an die Hauptstraße hält. Als Vorbereitungslauf für einen Herbstmarathon aber jederzeit sehr empfehlenswert!
"Only that day dawns to which we are awake." - H.D.Thoreau
Meine Wettkämpfe in der km-Spiel Tabelle
Meine Lauf-Fotoalben (mit vielen Tiroler Laufstrecken)

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runners.high hat geschrieben:Hallo emel,

ein Franke in Hamburg :confused:
Was hat Dich dorthin "verschlagen" (Allmääächt) - die Liebe ...oder der Job?? - sind ja meistens die Hauptursachen.
Du hast Recht - die Veranstaltung hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient ... liegt halt etwas abseits und ist deswegen auch nicht so bekannt.
Früher - mit den Skatern waren wesentlich mehr Teilnehmer - sehr oft waren das die Bayerischen Skatemeisterschaften - aber es sind doch hauptsächlich Halbmarathonis die daran teilnehmen.
In Hamburg bin ich übrigens auch schon mal gestartet, vor vielen...vielen Jahren zu Beginn meiner (mittlerweile über 20jährigen) Marathongeschichte...

Herzlichen Gruß und ein Moin, Moin nach Hamburg :hallo:
Bei mir tatsächlich auch der Job. Hatte auch noch einige Zwischenstationen mit Berlin, Leipzip, London.
Mittlerweile aber 12 Jahre in Hamburg - und werden noch hier verweilen bis die Kinder ausser Haus sind.

So langsam reift aber der Gedanke, dass es in der fränkischen auch sehr schön ist.
Mal sehen was noch so kommt die nächsten Jahre :)
5000m: 19:54 | Mai 20 --- 7,33 km (Alsterrunde): 30:27 | Jun 20 --- 10 km: 42:35 | Mai 20 ---
10Meilen / 16,1 km: 1:12:53 | Sep 19 --- 21,1 km: 1:36 | Apr 21 --- 42,2 KM: 3:40:05 | Apr 19
Antworten

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