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Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Hallo, mich würde mal interessieren ob jemand Erfahrungen mit den täglichen Trainingsvorschlägen von Garmin hat?
Ich selbst möchte ende Juni in einem 7,3Km Wettkampf teilnehmen und würde gerne 32min dafür benötigen, beide Jahre zuvor hatten wir am Wettkampftag über 30grad und denke die Zeit wird in der Hitze nicht erreichbar sein für mich, aber man braucht halt Ziele.
Meine Uhr sagt dass ich diese Strecke derzeit in 33min laufen kann, also schon nahe dran.
Meine Frage ist aber jetzt wie ich die Zielpace bzw. Tempo von 4:25 - 4:35min /km dauerhaft halten kann, ich kann mir nämlich nicht vorstellen dass ich das kann? Bin eben einen 15min Schwellenlauf bei 25 grad gelaufen 3,2km mit 4:30/4:45/4:54 gelaufen und wenn ich so überlege dass es etwa die Hälfte vom Wettkampf ist und ich diese Leistung doppelt solange bringen muss seh ich schwarz. Wie kann ich mich also an ein Renntempo gewöhnen wenn ich nur 15min oder mal 20 min oder mal 2x17min laut Garmin Trainingsvorschlag einen Schwellenlauf mache?

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Velocity Nitro hat geschrieben: 14.05.2024, 19:32 Bin eben einen 15min Schwellenlauf bei 25 grad gelaufen 3,2km mit 4:30/4:45/4:54 gelaufen und wenn ich so überlege dass es etwa die Hälfte vom Wettkampf ist und ich diese Leistung doppelt solange bringen muss seh ich schwarz.
Tja. Wettkampftempo auf Wettkampfdistanz zu laufen ist wahrlich für jeden eine größtmögliche Herausforderung... Denk mal drüber nach!

Ich kann dich beruhigen. Der Gedanke volles Tempo auf vollen Strecke zu laufen fühlt sich immer so ein bisschen unrealistisch während der Vorbereitung an. Zumindest mir und auch vielen anderen geht es so. Vielleicht nimmt das Gefühl ja auch ab, wenn man ein alter Hase in Sachen Wettkämpfe ist.

Im Wettkampf kommt aber Adrenalin und Ansporn hinzu. Im Training konzentriert man sich immer nur auf die Einheit, die man auch tatsächlich läuft. So kommt es immer zu einer verzehrten Wahrnehmung der eigenen Leistungsfähigkeit.

"Wie kann ich mich also an ein Renntempo gewöhnen wenn ich nur 15min oder mal 20 min oder mal 2x17min laut Garmin Trainingsvorschlag einen Schwellenlauf mache?"

Erstmal lass dir gesagt sein, dass Garmin nur Vorschläge macht. Du musst nicht sklavisch diese befolgen. Allerdings kann ich dir sagen, dass die Garmin-Vorschläge für Trainingseinheiten sehr häufig eine gute Übereinstimmung mit meinen eigenen Trainingseinheiten zeigen. Ganz schlecht scheinen die nicht zu sein. Im Internet findest du auch viele Videos von diversen Running-Kanälen, die sowas wie "Ich laufe ein Monat nur nach Garmin" oder "Ich bereite mich auf Wettkampf X mit einem Garmin-Plan vor" und meistens waren die ganz zufrieden mit dem Resultat. Ich glaube auch, dass man da nicht sooo viel mit falsch machen kann.

Dein Problem damit ist offensichtlich die "fehlende" Intensität. Aber lass dir gesagt sein, dass es nicht sinnvoll ist ewig lange Strecken mit hoher Intensität zu trainieren. Wenn du willst und du dich gut fühlst, dann mach ruhig mal einen 30 Minuten Schwellenlauf anstatt der 20 Minuten. Aber wenn du dir auch andere Trainingspläne anschaust, dann wirst du feststellen, dass die meisten Trainingseinheiten von geringer Intensität sind und die intensiven Trainingseinheiten eher kürzer als länger sind. Das muss so. Du sollst dich nicht kaputt laufen, sondern regelmäßig sinnvolle Trainingsreize setzen. Viele machen den Kardinalsfehler sich auf einen X Kilometerlauf (häufig 3 oder vielleicht auch 5 km als Einstellungstest/Abiturprüfung) vorzubereiten, indem sie immer X Kilometer so schnell wie möglich laufen. Das führt zu recht wenig außer Frust.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du für deinen Wettkampf Ende Juni auf einem guten Weg bist.

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Vielen Dank für deine ausführliche Meinung. Das hilft mir schon weiter.
Ich nehme die Vorschläge von Garmin zu 60% an, obwohl ich entgegen den täglichen Vorschlägen jeden zweiten Tag Pause mache da ich diese einfach benötige, oder auch zwei Tage nach Sprint oder Intervall Training.
Derzeit muss ich aber feststellen dass die Vorschläge zuviel Schwellentraining und sehr kurze, kaum fordernde Anerobe Sprints angezeigt werden und ich das Gefühl hatte dass mich dies nicht weiter bringt. Derzeit laufe ich mehr Intervall 6x400m oder 5x800m in einer fordernden Pace und fühle mich Fitter als zuvor. In diesen Intervallen ist dann meist Basis und hoch Aerobes Training inbegriffen.
Ich denke regelmäßiges und vielseitiges Training hilft mir für mein Vorhaben obwohl ich mir nicht vorstellen kann mein zuvor gestecktes Ziel die 7,3km auf 32min zu Laufen zu erreichen.

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Velocity Nitro hat geschrieben: 10.06.2024, 23:36 Vielen Dank für deine ausführliche Meinung. Das hilft mir schon weiter.
Ich nehme die Vorschläge von Garmin zu 60% an, obwohl ich entgegen den täglichen Vorschlägen jeden zweiten Tag Pause mache da ich diese einfach benötige, oder auch zwei Tage nach Sprint oder Intervall Training.
Der Garmin-Coach läuft ganz klar nach dem Schema "So oft wie möglich, aber sachte!". Wenn du den befolgst landest du ganz schnell bei 5-6 Trainingseinheiten pro Woche, die aber dafür nicht so intensiv sind (Kürzere Dauerläufe, weniger Wiederholungen bei den Intervallen, kurze Tempoläufe, begrenzte lange Läufe).

Das ist am Ende eine Geschmacks- und auch Zeitfrage. Ich mache lieber 4 Einheiten die Woche und dafür was länger, als mir jeden Tag freizuschaufeln.
sehr kurze, kaum fordernde Anerobe Sprints angezeigt werden und ich das Gefühl hatte dass mich dies nicht weiter bringt.
Kann es sein, dass du damit Garmins-Version von Steigerungsläufen meinst? Also 15 Sekunden nahe Sprint-Tempo? Die dienen (wie auch die richtigen Steigerunsläufe auch) nicht der Konditionsverbesserung, sondern sollen einen besseren Laufstil fördern. Die werden normalerweise in einfache Grundlagenläufe eingebaut.

Übrigens wird der Garmin-Coach mit der Zeit auch ein wenig mutiger. Zumindest, wenn ihm für den Tag deine Trainingsbereitschaft passt. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als der mich letztens tatsächlich auf einen flotten 47 Minuten (Ein- und Auslaufzeit nicht inbegriffen) Tempolauf schicken wollte. Lag sicher auch daran, dass ich aus Zeitgründen schon zwei Tage Pause hatte, sehr gut geschlafen habe und momentan hauptsächlich Grundlagenausdauer trainiere und der "Hoch-aerobe"-Bereich nach Garmin-Kategorisierung im Vergleich zum "Leicht-aeroben"-Bereich zu kurz kommt.

Wie gesagt: Ich persönlich würde den Garmin-Coach im eher als einen Ideengeber verwenden und nicht als ein in Stein gemeißelter Trainingsplan.

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Hallo General,

ich meine eher die anerobe angepriesene 7x1min oder 2x4x40sek Intervalle mit 4er Pace, die fordernd mich nicht so und der Anerobe Balken im Belastungsfokus rührt sich auch nicht da 1 min nicht reicht um in die Zone zu kommen.
Ich versuche immer die 3 Balken gefüllt zu haben im Belastungsfokus.

Mittlerweile trainiere ich den Hochaeroben Balken mit Dauertempoläufen 150-160bpm oder mit Schwellentraining 165bpm. Obwohl Garmin eher der Schwellen Typ ist höre ich nicht immer drauf da andere Varianten auch mehr Abwechslung bieten. Zum Beispiel kann auch ein Basistraining bei uns im Bayerischen Wald bezüglich Höhenmeter auch zum Hochaeroben Training werden.

Den Anaeroben Balken befülle ich mittlerweile mit Sprints 15x15sek/2:45-3:00 Pace oder Bergaufsprints 8x20sek. oder den Intervallen 6x400m/4:00 oder 5x800m/4:20Pace

Aber wie du schon sagt, da hat Garmin lasche Trainingssessions drinnen die mich nicht weiterbringen und zeitlich einfach 6x die Woche ansteht, diese Zeit habe ich nicht und ich bin auch schon froh wenn ich meinen Tag Pause habe nach Aktivitäten.

Trotzdem war ich letzten August verwundert über die Rennvorhersage. Garmin prophezeite mir eine 22:30 Zeit im 5km Wettkampf. Vorher war mein Rekord 25min und glaubte nicht wirklich daran. Ins Ziel bin ich dann doch mit 22:33 gekommen und traute meinen Augen nicht. War zwar extrem am Limit und die Temperatur ist uns entgegen gekommen aber Ideal die Vorhersage gewesen. Bin gepannt wie es jetzt beim nächsten Wettkampf wird, ich denke bei 30grad wie in den letzten beiden Jahren da wird die Zeit nicht drinnen sein.

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Ich glaube nicht, dass es überhaupt sinnvoll ist den "Aneroben Balken" überhaupt zu befüllen, wenn man nicht unmittelbar einen Wettkampf vorbereitet. Das ist bei dir natürlich der Fall und mit der Distanz, die du laufen willst ist es sicher sinnvoll, ein paar härtere VO2max-Einheiten zu fahren. Allerdings interessiere ich mich IN einer Wettkampfsvorbereitung auch nicht dafür, was Garmin mir erzählt, sondern ich versuche einfach meinen Trainingsplan gut einzuhalten.

Bei mir füllt sich der anerobe Balken erst, wenn ich z.B. 400m-Intervalle @ 3k-Pace laufe und so was mache ich eigentlich nur in Vorbereitung auf 5k oder 10k-Wettbewerbe (kürzeren Kram laufe ich gar nicht).

PS: Die Wettkampfzeit-Vorhersage von Garmin ist gar nicht übel. Bei mir stimmt das Pi mal Daumen oft ganz gut. Allerdings hat die Vorhersage auch die Eigenschaft, mich, wenn ich viele langsame Einheiten laufe, eher ein bisschen zu schlecht einzuschätzen, und mich nach viele Tempo-Einheiten ein wenig zu gut einzuschätzen.

Re: Frage zu Garmin Forerunner 965 Training

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Hallo General, das ist interessant wie du schreibst. Ohne Wettkampf im Kalender ist Garminnextrem auf Basis ausgerichtet, anerobe sind nicht allzufordernd, gut die Schwellen was zwischendurch kommen fordern mich komischerweise immer und sind teilweise schon hart.

Preisfrage: wie kann es sein dass wenn meine Schwelle bei 167/4:45 liegt, ich heute bei meist 162bpm 4:12/4:24/4:28/4:29 Zeiten laufe? Ich hatte noch nie so wenig Puls auf diesen Niveau wie heute und die Schwellen bpm kaum oder gar nicht erreicht heute.
Liegt das nur an der Temperatur (war etwas frischer Wind heute bei 15grad)?

Das wären die Traumzeiten die ich für den 7,3km Wettkampf laufen möchte, aber war auf der Tartan was einfacher ist als Straße, und es war zu bemerken dass jede Runde langsamer wurde um 12sek. und dann jeweils 4 sek., war da schon ziemlich geschlaucht und weiß nicht wie lange das noch gut gegangen wäre. War leider nur die Hälfte der Wettkampfstrecke.
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