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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie überbrückt man eine Zwangspause???



Anna_M
09.06.2009, 19:00
Sehe einer längeren Zwangslaufpause entgegen und frage mich am ersten Abend ohne: was sonst tun? Gehe zwar auch dreimal die Woche ins Yoga, fürchte aber, dass mich das wirklichnicht auslasten wird.
Ist es tatsächlich möglich vier bis sechs Wochen komplett auszusetzen, sich nicht ständig Gedanken über die zerfallende Kondition zu machen und nicht sauer zu werden auf Laufpartner, die trotzdem gehen?
Hat vielleicht jemand einen Tipp. wie man sich bei Laune und wenigstens ein wenig in Form halten kann?

rennrad
09.06.2009, 19:35
Hallo Leidensgenossin, ich reich Dir mal die Hand, ich frage mich das selbe und habe folgenen Threat unter anderm Hauptthema schon eingestellt. War allerdings mit dem Ergebniss nicht zufrieden.

http://forum.runnersworld.de/forum/laufsport-allgemein/49390-form-halten-bei-zwangs-laufpause.html


Aquajogging kommt für mich hier in unserm Bad nicht in Frage, nachdem ich als Schwimmer bekannt bin und ich selbst nicht der Freund von Aquajoggern bin.

Läufer meets Walker = Schwimmer meets Aquajogger :wink:

Anna_M
09.06.2009, 20:08
Ah nein, ich bin wenigstens nicht in einer Wettkampfvorbereitung. (Wenn ich mir Deine Zeiten ansehe laufen wir sowieso in einer anderen Dimension :frown:).

Ich wäre Aqua Jogging gar nicht so abgeneigt, hab aber das Problem im Rücken und sollte den ganzen Bewegungsablauf meiden…
Wäre das vielleicht der richtige Anlass sich mal mit einem Rennradkauf zu befassen? Schade nur, dass es erst am Wochenende ein neues paar Laufschuhe gab :weinen:

Wäre ja cool wenn der München Marathon trotz allem für Dich klappt - diese Nachricht kommt nämlich aus Minga :)

rennrad
09.06.2009, 20:19
Wäre das vielleicht der richtige Anlass sich mal mit einem Rennradkauf zu befassen?

Rennrad bei Rückenproblemen?

Gut ich weiß nicht welche Rückenprobleme Du hast. Man sollte aber bedenken, dass man auf einem Rennrad meist eine sehr gestreckte Körperhaltung einnimmt, die nicht wirklich den Rücken schont. Schon mal ein Fitnessbike angesehen? Ausstattung wie ein Rennrad allerdings kein Rennlenker und aufrechtere Sitzposition.

Bei Rückenproblemen wäre auch schwimmen nicht schlecht!

murakami3kyu
10.06.2009, 11:05
Hallihallo,

Deine Frage ist so leicht nicht zu beantworten, wenn man nicht weiß, welche Bewegungsart Dir verboten und welche erlaubt ist.

Wenn Du an Fahrradfahren denkst, kommt in Betracht in einem Sportstudio auf einem Fahrradergometer seine Grundlagenausdauer zu erhalten. Hierfür muss man m.E. aber eine super Motivation für die "Zeit danach" haben, denn wer sonst draußen läuft, muss erst einmal mit dem langweiligen Gedudel im Studio zu Recht zu kommen. Die meisten Studios haben aber auch eine Sauna, mit der man sich hinterher belohnen könnte.

Ist nur ein Tipp, so habe ich es vor 10 Jahren gehalten, als ich den Arm in Gips hatte, da ging Fahrradergometer besser als Laufen im Gelände.

Ganz vorsichtig könnte man sich auch an eine Art Aerobic heranwagen; die wenigen Aerobis Einheiten, die ich genießen durfte, fand ich nicht so belastend für meinen Rücken aber es ist für die Kondition eine Supersache. Man sollte das nicht unterschätzen. Vorsicht ist bei der Auswahl des Kurses dann geboten, weil viel "rumgehüpfe" wohl nicht sein darf aber es gibt sicher auch Kurse mit mehr "softeren" Aerobic; müsstest mal nachfragen (also ich hatte mal ne Demonstrationsstunde in der Ausbildung zum Sportassistent für Erwachsene und Ältere, die war ganz schonend, aber in soon Seniorenkurs zu gehen will ich nicht empfehlen, ist nicht jedermanns Sache).

Das war jetzt vielleicht auch nicht so zufriedenstellend. Aber ich denke mal weiter nach - eventuell wenn das erlaubte Bewegungsprofil bekannt ist.

Gruß M. und ich wünsch Dir/Euch, dass die Zwangspausen nicht länger als nötig werden

Moorlooper
10.06.2009, 13:41
Hallo Anna,

habe auch gerade eine mehrwöchige Laufpause hinter mir (Muskelfaserriss) und kann mir gut vorstellen, wie es dir gerade geht.

Fahrrad fahren ist ganz gut, wenn es deine Beschwerden zulassen. Schwimmen und/oder leichter Aerobic sind auch gute Ideen. Weil ich weder schwimmen noch Rad fahren geschweige denn Laufen durfte, habe ich in der Verletzungsphase relativ regelmäßig Gymnastik- und Kräftigungsübungen für Bauch und Rücken gemacht. Machte mir zwar nicht so`n Spaß, war aber ganz effektiv. Und für`s Laufen ist eine vernünftige Muskulatur im Rumpfbereich ja auch ganz gut. So hatte ich immerhin das Gefühl, dass, wenn ich schon nichts für meine Ausdauer tun konnte, es dennoch dem Laufen zugute kam.


Ist es tatsächlich möglich vier bis sechs Wochen komplett auszusetzen, sich nicht ständig Gedanken über die zerfallende Kondition zu machen und nicht sauer zu werden auf Laufpartner, die trotzdem gehen?

Ärgerlich war für mich, dass ich auf einen größeren Wettkapmf, auf den ich hintrainiert hatte, verzichten musste. Ein wenig tröstete es mich, einen sehr schönen und auch wettkampfmäßig ganz zufriedenstellenden Laufwinter erlebt zu haben. Und ich wusste ja, die Pause ist vorübergehend - irgendwann konnte es ja wieder losgehen. (Und speziell in meinem Umfeld: auch ein paar gute Lauffreunde mussten länger aussetzen - das solidarisiert...)
Daß die Kondition langsam runterging, musste ich einfach akzeptieren.

Von daher finde ich es ganz wichtig, nicht mit seinem Schicksal zu hadern, sondern sich, falls es möglich ist, positive Gedanken zu machen. Du wirst nach ein paar Wochen wieder laufen - und was sind schon ein paar Wochen, zu den Jahren, die du schon gelaufen bist und die du noch vor dir hast.

Ich wünsche dir gute Besserung und eine schnelle Genesung
Jürgen

murakami3kyu
10.06.2009, 15:09
So hatte ich immerhin das Gefühl, dass, wenn ich schon nichts für meine Ausdauer tun konnte, es dennoch dem Laufen zugute kam.

Das ist nen sehr guter Gedanke und bringt mich auf eine weitere Idee, die Du gut mit Deinem Yoga verbinden kannst: Die meisten Läufer haben, wie viele andere Sportler auch, wegen der ungleichmäßigen Inanspruchnahme der verschiedenen Muskelgruppen u.a. sog. muskuläre Dysbalancen (wenn ich das jetzt richtig geschrieben habe). Das heißt, wenn zB durchs Laufen der sog. Beinstrecker (Muskel aufm Oberschenkel) stark ist, ist oft der Beinbeuger (genau, das Ding auf der Unterseite vom Oberschenkel) im Verhältnis gesehen zu schwach. Dafür ist der starke Muskel verkürzt und das zieht eine Verkürzung des Hüftbeugers nach sich usw.

Vllt kannst Du Deine Zwangspause nutzen durch geziele Gymnastik und gezieltes Krafttraining diese Sachen auszugleichen, dann kannst Du -wie Jürgen richtig bemerkt - auch etwas fürs Laufen tun und hast nicht soon Frustgefühl. Ich vermute, dass dies bei Deinem Yoga auch schon zum Teil alles passiert, aber es besteht die Möglichkeit, alle diese Techniken uns Stellungen auch forcierter weniger mit dem Atemrhytmus und dafür mit Schnellkraftbewegungen zu verbinden (wie zB beim Karate oder anderen "Kampfsportarten"). DAs powert aus!! und kann als Ergänzungssport betrieben werden. Nebenher tust Du Deinem Rücken etwas Gutes, wenn der gekräftigt ist, kannst Du eventuell Dein Rückenproblem minimieren.
Wenn ich mich recht entsinne findest Du auf der Seite Shotokan Dojo Jena Verein für Kampfkunst und Gesundheit (http://www.shotokan-dojo-jena.de) unter Links/Download einen Link zur Arbeit eines Karate und Yogalehrers zu den Zusammenhängen von Karate und Yoga. Vielleicht kannst Du damit etwas anfangen.

(Bitte entschuldige, wenn Du das Alles schon weißt und Du vllt 1000 Anatomiekurse besucht hast und die Muskelnamen ohnehin viel besser beherrscht als ich Nichtmediziner; ich hoffe meine Ausdrucksweise ist nicht unangemessen)



Von daher finde ich es ganz wichtig, nicht mit seinem Schicksal zu hadern, sondern sich, falls es möglich ist, positive Gedanken zu machen. Du wirst nach ein paar Wochen wieder laufen - und was sind schon ein paar Wochen, zu den Jahren, die du schon gelaufen bist und die du noch vor dir hast.

Kann ich nur unterstützen!!! Vielleicht gönnst Du Dir was, irgendwas Schönes, was Dich glücklich macht und vergessen lässt, dass Du gerade nicht Laufen darfst.

Mach Dir bei 4-6 Wochen auch nicht zu viel Gedanken über Deine Kondition, die kommt dann ja bei Training wieder und Du landest ja nicht bei Null.

So, jetzt wünsch ich Dir weiter alles Gute und baldige Genesung

Gruß M.

BlauesQ
10.06.2009, 17:05
Ich kann auch mitfühlen, ich laufe auch erst wieder seit kurzem nach Zwangspause. Ich habe das Fahrradfahren für mich entdeckt während dieser Zeit. Vorher war ich kein Fan von, aber da ich die Bewegung brauchte blieb mir nix anderes übrig, also fast täglich rauf aus Rad und ähnlich wie Laufen trainiert (Grundlagenausdauer und Intervalltraining), schnell wurde ich schneller und es machte Spaß, später kam noch schwimmen dazu, aber auch das reichte nicht, also schwimmen und anschließend noch 15km oder mehr aufs Rad, dazu abnehmen und Bücher übers laufen lesen. Jetzt wo ich wieder angefangen habe, hab ich bemerkt das ich meine Kondition verbessern konnte beim laufen, durch das Radfahren und somit hab ich im Prinzip indirekt trainiert.

Außerdem hab ich viel für meinen Körper gemacht was mir vorher nicht möglich war, z.B. Beintraining (mit Muskelkater laufen ist nicht so schön, jetzt hatte ich ja die Möglichkeit), dazu Bauchtraining, viel dehnen, eben alles was man "nachholen" muss, bzw. was man so vernachlässigt wenn man "nur" läuft.

Richtig losgelegt habe ich, als ich Besserung verspürte, da hats mich noch mehr rausgezogen und dann hieß es noch mehr Rad fahren :)

lotte läuft
10.06.2009, 19:57
Hallo Anna und alle anderen Zwangslaufpauserfahrenen :)

Erstmal ganz viel *tröst tröst* :traurig:
Mich hat es auch schon einige Male aus dem Training gerissen. Gerade im vergangenen Herbst 2 Wochen vor einem Marathon (ich hatte eine geniale Trainingszeit und wahrscheinlich zu viele Trainingskilometer :nick: ) hat es mich wie Moorlooper mit einer Verletzung erwischt und der Marathon fand ohne mich statt. Hab lange gebraucht, das wegzustecken :frown:
Schwimmen, Radfahren, Spazieren - ging für 4 Wochen gar nicht.

Was ich Dir empfehlen kann: 1-2 mal die Woche Krafttraining wie von den anderen bereits vorgeschlagen (zu Hause mit dem Eigengewicht, muss nicht die Muckibude sein) und Radfahren. Ich fahre übrigens mit einem stinknormalen robusten Trekkingbike. Zum Glück starten wir ja auch grad in den Sommer :daumen:
Ich denke, das hilft auf alle Fälle, die Kondition/Form ein wenig zu halten.

Bei mir war es so, dass die erste Zwangpausenwoche die schwierigste war. Vielleicht schaffst Du es ja, Dir vorübergehend andere Beschäftigungen zu suchen? Bei mir hat das dann nach 2 Wochen ganz gut funktioniert.
Und: als ich nach 6 Wochen wieder langsam mit dem laufen anfangen konnte, dauerte es keine 2 Wochen und ich hatte das Gefühl, dass es wieder wie vorher läuft.

Ich wünsch' Dir schnelle Genesung und nicht zu viele traurige Blicke auf sportelnde Laufpartner :)