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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 100km wie trainieren?



Laufmaus64
03.12.2011, 23:10
Mir schwirrt da so eine Idee im Kopf und irgendwie verfestigt sich diese immer mehr :teufel:.
Ich würde gern mal so einen 100er wandern. Man braucht ja neue Ziele.

Kurz zu den Voraussetzungen. Ich laufe seit ein paar Jahren, bin dieses Jahr meinen ersten Marathon gelaufen und will nächstes Jahr den zweiten in Angriff nehmen. Für einen Ultra bin ich zu langsam, aber im Wandern bin ich ganz fit. Ich habe bereits 2x an 50km Wanderungen teilgenommen, jeweils in 9h, das war ok. Ich hatte auch keine Probleme dabei. Meine Vorbereitung war auch nicht großartig, hab so 6 Wochen vorher angefangen mit Wanderungen jedes Wochenende bis 35km und in der Woche noch 1-2 x 10km. Wandern dauert ja ewig und es ist viel Zeitaufwand. Nebenher laufe ich ja auch noch. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht dass Laufen und Gehen 2 Paar Schuhe sind und deshalb auch getrennt trainiert werden sollten. D.h. ich würde mir nicht zutrauen wollen nur mit Lauftraining die 100 km wandern zu wollen.
Ich seh das auch sehr langfristig, eventuell Ende 2012 oder 2013 im Frühjahr.

Meine Frage an die Experten:
Wie trainiert ihr für die 100km? Was habt ihr so für Wochen-km? Und was sind so die längsten Wanderungen vorher?

Bin gespannt auf eure Tipps.
:winken:

NordicNeuling
04.12.2011, 12:48
Mir schwirrt da so eine Idee im Kopf und irgendwie verfestigt sich diese immer mehr :teufel:.
Ich würde gern mal so einen 100er wandern. Man braucht ja neue Ziele.

Ich seh das auch sehr langfristig, eventuell Ende 2012 oder 2013 im Frühjahr.

Wie trainiert ihr für die 100km? Was habt ihr so für Wochen-km? Und was sind so die längsten Wanderungen vorher?

Genau das schwirrt mir auch im Kopf herum. Ich bin also kein Experte, weil ich es auch erst plane. Trotzdem einige Erfahrungen:

Für die Grundkondition ist natürlich jede Ausdauersportart gut, also auch Radfahren, Schwimmen, Laufen. Für das spezielle Wandertraining aber empfinde ich Walking/NordicWalking als sehr hilfreich. Ich mache regelmäßig NW auf Tempo. Das trainiert eindeutig auch die Fähigkeit, lange wandern zu können, und zwar erbringt jede kleine Rücknahme des Tempos eine deutliche Steigerung des möglichen Radius. Konkreter kann ich es (und kann man vielleicht überhaupt) nicht sagen. Aber man kann damit durch das höhere Tempo in kürzerer Zeit die spezifische Fitneß erreichen. Mir geht es jedenfalls so. Mal sehen, was Martin für Erfahrungen hat.

Übrigens plane ich die 100 km (oder 24 h oder beides) erst für 2013 ein. Nächstes Jahr möchte ich erst einmal meine bisherigen Strecken zeitlich verbessern.

Martinwalkt
04.12.2011, 14:27
Hallo Laufmaus
das bin ich wohl als "Experte" mit bisher 29 100km Märschen auf dem Buckel gefragt.

Die gute Nachricht:
Du brauchst das nicht langfristig zu planen. Warum so lange warten? Du bist zwei Mal 50km in 9 Stunden gewandert. Wenn du das kannst ohne das du am nächsten Tag oder während der Wanderungen arge Probleme hattest, dann wirst du es voraussichtlich auch über 100km schaffen wenn dein Kopf das auch will. Das du schon mal einen Marathon gelaufen bist bringst du sicherlich auch eine gewisse mentale härte mit.

zweite gute Nachricht:
Für 100km wandern musst du in der Vorbereitung auch nicht unbedingt mehrfach weiter als 50km zu wandern. Wichtig ist das du überhaupt sich an Wandern über mehrere Stunden gewöhnst und das du sicher bist das Socken Schuhe und Füße aufeinander abgestimmt sind und du nicht schon auf der ersten Hälfte irgenwelche Probleme mit Blasen oder so kriegst.

dritte gute Nachricht:
Wandern von 100km ist in der Regel kein Wettkampfsport wie beim Marathonlauf. Man kann es sportlich auf Zeit machen, aber es gibt auch viele Veranstaltungen wo man das in der Gruppe macht. Die Geschwindigkeit bei solchen Gruppenwanderungen ist häufig so in dem Bereich den du so wanderst also am Anfang so 6km/h und hinterher eher so 5,5km/h und alles paar Stunden gibt es auch ne Pause.
Gut sind auch 24 Stunden Veranstaltungen auf kleiner Runde. Da kommst du immer an deinem Verpflegunspunkt vorbei und kannst dir alles prima selber einteilen.

So da war noch die Frage nach Wochenkm und so. Also mein Kumple Koepcke, der in diesem Jahr zum ersten Mal einen 100er geschafft hat und ich machen ca. 2500km im Jahr (siehe auch Laufsportliga) Das ist ne Menge, es geht aber auch mit weniger. Ich kenne Leute die eigentlich überhaupt nicht das wandern trainieren sondern nur regelmäßig radeln aber in Wandersandalen(!) jedes Jahre ganz locker die Nonstop 111km über 111km mitwandern. Vor meinem ersten Hunderter, der ein sehr sehr schwerer Hunderter war (2000 Höhenmetern, 15 Stunden Dauerregen mit matschigen Wegen, sehr schnelles Tempo) hatte ich regemäßig für das Marathonwalken trainiert aber nur ein Mal eine 50km Strecke in der Vorbereitung gemacht. Ging auch.

Über 100km Wanderungen und ähnliches kannst du sehr viel in meinem Blog nachlesen: Strongwalkers Notizen (http://www.strongwalker.blogspot.com)
Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung.

NordicNeuling
04.12.2011, 16:12
Wichtig ist das du überhaupt sich an Wandern über mehrere Stunden gewöhnst und das du sicher bist das Socken Schuhe und Füße aufeinander abgestimmt sind und du nicht schon auf der ersten Hälfte irgenwelche Probleme mit Blasen oder so kriegst.

Zu dem Punkt habe ich noch eine Frage: Hast Du Erfahrungen mit Wechseln (von Schuhen oder/und Socken)? Denn ich habe das Gefühl, daß das die Füße enorm entlastet. (Erfahrung kommt allerdings vom Bergwandern mit extremem Abstieg am Schluß.)

Siegfried
04.12.2011, 17:20
Zu dem Punkt habe ich noch eine Frage: Hast Du Erfahrungen mit Wechseln (von Schuhen oder/und Socken)? Denn ich habe das Gefühl, daß das die Füße enorm entlastet. (Erfahrung kommt allerdings vom Bergwandern mit extremem Abstieg am Schluß.)

Ich hab zwar nicht die Erfahrungen von Martin - nur einen 100er, 6 80er und unzählige Marathons - aber Schuhe und Socken wechseln? Wozu soll das gut sein?

Martinwalkt
04.12.2011, 18:09
Zu dem Punkt habe ich noch eine Frage: Hast Du Erfahrungen mit Wechseln (von Schuhen oder/und Socken)? Denn ich habe das Gefühl, daß das die Füße enorm entlastet. (Erfahrung kommt allerdings vom Bergwandern mit extremem Abstieg am Schluß.)

Schuhe wechseln mache ich eigentlich nicht (höchstens bei einem 24 Stunden Lauf wo man die nicht mittragen muss)

Ersatzsocken (zwei oder drei Paar) habe ich IMMER dabei. Machmal wechsele ich die Socken nicht wenn sich alles top anfühlt. Aber sobald etwas anfängt zu jucken wird gesäubert, gecremt, und die Socken werden gewechselt.

Wozu das gut sein sol fragt Siegfried? Jede Socke ist anderes, die Sockenfasern drücken anders, sind nicht vollgesogen voll Schweiß oder Regennässe. Meist läuft es sich danach erst mal viel besser. Also: Socken mitnehmen, eingepackt in eine Plastiktüte damit die nicht bei Regen schon vorher nass werden können. Das wiegt kaum was und schadet nichts.

Siegfried
04.12.2011, 18:16
Jede Socke ist anderes, die Sockenfasern drücken anders, sind nicht vollgesogen voll Schweiß oder Regennässe. Meist läuft es sich danach erst mal viel besser. Also: Socken mitnehmen, eingepackt in eine Plastiktüte damit die nicht bei Regen schon vorher nass werden können. Das wiegt kaum was und schadet nichts.

Sockenfasern drücken bei mir nicht - bei solchen Sachen zieh ich eh nur Falke-Socken an, da hatte ich noch nie Probleme. Allerdings wenns irgendwo reibt oder zwickt sofort einschreiten und Socken richten oder eincremen bzw Compeed drauf - nicht erst wenns anfängt weh zu tun.

Martinwalkt
04.12.2011, 18:38
ja, man muss es halt einfach ausprobieren. Ich habe verschiedenste Socken getestet. Meine Lieblíngssocken sind sogenannte Marathonzehensocken mit etwas Kompression

Hier (http://forum.runnersworld.de/forum/bekleidung-laufjacken-tights-brillen-etc/62766-marathonzehensocken-von-knitido.html)habe ich darüber geschrieben

Inzwischen sind an den großen Zehen kleine Löcher entstanden. Aber diese Socken habe bei den letzten Hundertern immer angehabt, auch bei Nässe. Da reibt nichts und durch das netz und das dünne Material ist es nicht so störend wenn es feuchter um den Fuss rum wird.

Ansonsten ist meine Erfahrung: Ich bevorzuge dünnere Socken ZB von Falke
Eine Zeitlang waren Writsocks (die doppellagigen) mein Favorit. Allerdings ist die Passform da nicht so gut. Ansonsten gilt einfach ausprobieren. Und wie gesagt: Es schadet nichts Ersatzsocken mitzunehmen. Wenn es Probleme am Fuß gibt ist Sockenwechsel nach meiner Erfahrung immer etwas was die Situation leicht verbessert und noch nie verschlechtert hat.

Siegfried
04.12.2011, 18:56
ja, man muss es halt einfach ausprobieren. Ich habe verschiedenste Socken getestet. Meine Lieblíngssocken sind sogenannte Marathonzehensocken mit etwas Kompression

Hier (http://forum.runnersworld.de/forum/bekleidung-laufjacken-tights-brillen-etc/62766-marathonzehensocken-von-knitido.html)habe ich darüber geschrieben

Inzwischen sind an den großen Zehen kleine Löcher entstanden. Aber diese Socken habe bei den letzten Hundertern immer angehabt, auch bei Nässe. Da reibt nichts und durch das netz und das dünne Material ist es nicht so störend wenn es feuchter um den Fuss rum wird.

Ansonsten ist meine Erfahrung: Ich bevorzuge dünnere Socken ZB von Falke
Eine Zeitlang waren Writsocks (die doppellagigen) mein Favorit. Allerdings ist die Passform da nicht so gut. Ansonsten gilt einfach ausprobieren. Und wie gesagt: Es schadet nichts Ersatzsocken mitzunehmen. Wenn es Probleme am Fuß gibt ist Sockenwechsel nach meiner Erfahrung immer etwas was die Situation leicht verbessert und noch nie verschlechtert hat.

Falke - 3er oder 4er. Die Writsocks hab ich an - und gleich wieder ausgezogen. Fand ich fürchterlich. Zu viel Stoff und irgendwie kein Gefühl mehr am Fuss. Zehensocken - hm -weiss nicht. Mal schaun. Aber wohl eher nicht. Compeed hab ich immer dabei - und wenns irgendwo reibt kommt das drauf.

koepcke
04.12.2011, 19:00
@Siegfried Kann ich dir sagen, trockene Füsse sind ein Labsal. Ich habe auch erst einen 100er geschafft und das war ungeheuer angenehm trockene, frische Socken zu haben.

@Laufmaus64
Martin hat schon recht: Die 120000 Schritte veranlasst dein Kopf aber machen müssen sie deine Beine und wenn die das Laufen gewohnt sind steht dem 100ter nicht mehr viel im Wege. Ich habe zwei Anläufe gerbraucht um diese Herausforderung zu meistern.
Martins Blog (http://www.strongwalker.blogspot.com/) ist eine prima Anlaufstelle und vielleicht trifft man sich ja mal beim HH 100ter oder bei den Hamburger Perlen (http://strongwalker.blogspot.com/2011/11/hamburg-deine-perlen-idee-fur-einen.html).
Gruß
Jürgen

Martinwalkt
04.12.2011, 19:28
Zehensocken - hm -weiss nicht. Mal schaun. Aber wohl eher nicht.

probiers einfach mal. Vorteil ist das jeder Zeh einzeln eingepackt ist. Also keine nassen salzigen Reibestellen da überalle Stoff drum ist. bzw irgendwelche schweißableitenden Fasern.



Compeed hab ich immer dabei - und wenns irgendwo reibt kommt das drauf.

Die habe ich auch immer mit dabei. Man weiß ja nie...

Laufmaus64
04.12.2011, 20:37
Danke für eure Meinungen. Ja ein wenig Erfahrungen habe ich schon, trotzdem ist ein Hunderter was anderes als ein 50er. Dazu kommt die schlaflose Nacht. Außerdem will ich auch deshalb gut vorbereitet sein, um auch ein wenig Spaß zu haben. Wer leidet schon gern :D.

Warum so lange warten? Am 22.04. ist der Marathon und am 06.05. bin ich schon für den Frauenlauf angemeldet. Meine Wunschwanderung wäre ja die 7Seenwanderung in Markleeberg. Könnt ich ja praktischerweise gleich mit der Straßenbahn hinfahrn. Aber die wäre vom 04.-05.05., passt also terminlich gar nicht. Deshalb vielleicht erst 2013, dann würde ich den Marathon nicht laufen. Und könnte vorher neben dem Laufen ein wenig walken. Gibt es eine Webseite mit einer guten Übersicht über Langstreckenwanderungen? Vielleicht gibts ja was später im Jahr nicht so weit weg.

Wie haltet ihr es mit Stöcken? Also Wanderstöcke, nicht diese Hinterherschleifgeräte :hihi:. Bei den 50 war ich ohne unterwegs, aber bei den 100ern habe ich doch einige mit gesehen. Im bergigen Gelände wäre das keine Frage, aber wie ist das bei faktisch 0 HM? Hilft es?

:winken:

Martinwalkt
04.12.2011, 21:22
Danke für eure Meinungen. Ja ein wenig Erfahrungen habe ich schon, trotzdem ist ein Hunderter was anderes als ein 50er. Dazu kommt die schlaflose Nacht. Außerdem will ich auch deshalb gut vorbereitet sein, um auch ein wenig Spaß zu haben. Wer leidet schon gern :D.

Keine Angst du wenn du Marathonvorbereitung gemacht hast wirst du in diesem Jahr nicht viel mehr oder weniger leiden als nächstes Jahr mit mehr Wandertraining. Trau dich!



Warum so lange warten? Am 22.04. ist der Marathon und am 06.05. bin ich schon für den Frauenlauf angemeldet. Meine Wunschwanderung wäre ja die 7Seenwanderung in Markleeberg. Könnt ich ja praktischerweise gleich mit der Straßenbahn hinfahrn. Aber die wäre vom 04.-05.05., passt also terminlich gar nicht.

Lass den Frauenlauf sein dann passt es doch wunderbar, oder lauf den einfach als Auslaufen vom Hunderter ;-) Die 7 Seen Wanderung ist großartig. Ich war schon mehrfach da. Die Versorgung ist fantastisch. Du hast ohne Ende Zeit. Wenn das in deiner Nähe liegt: Mach das! Du findest in meinem Blog mehrere Berichte darüber.



Gibt es eine Webseite mit einer guten Übersicht über Langstreckenwanderungen? Vielleicht gibts ja was später im Jahr nicht so weit weg.


Nein DIE ultimative Seite gibt es nicht. Aber wenn du in der Nähe der 7 Seen Wanderung wohnst gibt es jede Menge 100er Wanderungen in deiner Nähe. Für die Termin musst du dir beim SWBV den sächsischen Wanderkalender besorgen. Da findest du sehr viel insbesonder aus deiner Gegen aber auch aus Berlin, Tschechien...usw. Ansonsten findest du eine ganze Menge 100er mit Berichten wiederrum in meinem Blog. Wenn du in auch nach Belgien fahren würdest für Hunderer findest du dort auch viele Veranstaltungen. Die weltweit Größte ist die Dodetocht der "Todesmarsch" von Bornem. In Hamburg biete ich Ende August was an. In "Westdeutschland" gibt es nicht so viele Hunderter. Da käme z.B der Hollenmarsch im Sauerland in Frage. Aber das ist einer mit vielen Höhenmetern. Nicht ganz ohne.



Wie haltet ihr es mit Stöcken? Also Wanderstöcke, nicht diese Hinterherschleifgeräte :hihi:. Bei den 50 war ich ohne unterwegs, aber bei den 100ern habe ich doch einige mit gesehen. Im bergigen Gelände wäre das keine Frage, aber wie ist das bei faktisch 0 HM? Hilft es?


Bei den Hunderterexperten geht eigentlich nur Oliver der Tiefsachsenwanderer mit Stöcken. Brauchen tust du die nicht. Wenn du das gerne willst kannst du das natürlich machen. Ich gehe ohne.

Laufmaus64
04.12.2011, 21:58
Ach menno. Wieso bekommt man immer diese Hirngespinste nicht mehr aus dem Kopf :klatsch:. Eine Idee wäre ja noch die 55km in der Nacht zu wandern und vielleicht hab ich ja nicht zuviel Muskelkater für den 5er Frauenlauf am Sonntag. Ich kenn die 7Seenwanderung, bin schon 4x mitgewandert, 1x 20, 2x die 50, und dieses Jahr so um die 25 nachts (nachdem ich faktisch frisch von meiner Harztour kam). Ich schau dann die Tage mal im sächsischen Wanderkalender, weit fahren mag ich eher nicht für so einen Versuch.
Ich bin jetzt jedenfalls richtig angefixt, danke fürs Mut machen, ich halte euch auf dem Laufenden.

:winken:

Martinwalkt
04.12.2011, 22:12
5 KM Frauenlauf? Die kriegst du immer noch hin wenn es da nicht um Bestzeiten gehen soll. Die Erfahrung eines 100er wirst du nie vergessen. Gerade der Erste ist schon etwas ganz besonderes. MACH ES! Eine bessere Veranstaltung und dann noch so nah für so wenig Geld findest du nicht so schnell. Ich reise für so etwas extra aus Hamburg an!

NordicNeuling
05.12.2011, 00:01
Wie haltet ihr es mit Stöcken? Also Wanderstöcke, nicht diese Hinterherschleifgeräte :hihi:.

Dem smiley nach zu urteilen findest Du das lustig; aber Du verwechselst da wohl das Material mit den Möchtegern-Benutzern. Denn NW-Stöcke sind im normalen Gelände deutlich besser als alle anderen, weil sie festsitzende Schlaufen haben - wenn man es kann und wenn es feste Längen sind, keine verstellbaren (Teleskopstöcke). Die sind nämlich stabiler und leichter. Im Gebirge allerdings würde ich Trekkingstöcke wählen. Weil man sie verstellen kann und weil die Schlaufen lose sind. In beiden Fällen allerdings keine vom Discounter, sondern Markenstöcke (zB. Leki).

Da ich beides gut finde - mit und ohne Stöcke laufen -, weiß ich noch nicht, was ich im Falle des Falles machen werde.

NordicNeuling
05.12.2011, 00:05
Schuhe wechseln mache ich eigentlich nicht (höchstens bei einem 24 Stunden Lauf wo man die nicht mittragen muss)

Ersatzsocken (zwei oder drei Paar) habe ich IMMER dabei.

Danke! Dann ist meine Erfahrung wohl doch nicht so singulär. Bei den Schuhen frage ich mich ernsthaft, ob die paar Gramm mehr getragen nicht durch die Wohltat aufgewogen werden, die den Füßen angetan wird.

Martinwalkt
05.12.2011, 00:22
Bei den Schuhen frage ich mich ernsthaft, ob die paar Gramm mehr getragen nicht durch die Wohltat aufgewogen werden, die den Füßen angetan wird.

Es sind nicht ein paar Gramm sonder schnell mal 1KG für ein Paar Schuhe. Und wenn du deinen Schuhen nicht für eine lange Strecke vertraust dann ist was nicht OK. Die solltest du auf Herz und Nieren testen. Wenn du einen Marathon oder 50km ohne Druckstellen oder Problemen in den Schuhen wandern kannst dann kommen durch die Schuhe in der Regel auch keine Probleme auf dem zweiten Teil eines Hunderters. Anders das Thema Socken. Die werden immer feuchter während so einer langen Wanderung. Schweiß hat Salz und dann noch etas Dreck im Schuh und ruck zuck hat man schon mal ein Problem. Da helfen dann vielleicht neue Socken und Eincremen oder Abpflastern der Füße. Also: Schuhe wechseln nicht unbedingt. Socken dabei haben: Sinnvoll. Aber wie gesagt: Bei 24 Stunden auf kleine Strecke habe ich das mit dem Schuhwechseln (einmal sogar Wechel in MBT Sandalen auf den letzten Kilometern) schon gemacht. Bei meinem letzten 24 Stunden Ding bin ich die letzte Stunde in Vibram 5 Fingers gewechselt. (die kann man weil sie so leicht sind in der Tat sogar als Reserve mitnehmen) und bin die letzten 5 km oder so als Endspurt gelaufen!

Laufmaus64
05.12.2011, 08:36
Dem smiley nach zu urteilen findest Du das lustig

Kleines Späßle. Ist nicht bös gemeint. Es gibt sicher einige die das richtig umsetzen. Sind leider aber die wenigsten. Ich habe nur Wanderstöcke. Klar Leki und klein zusammenfalltbar und superleicht. Die kann ich gut mitnehmen.

Zur Schuhfrage: Meine alten sind hin und ich muss unbedingt neue einlaufen, das wird eng. In Laufschuhen mag ich nicht so lange gehen :confused:. Ersatzsocken sind Pflicht, obwohl noch nie gebraucht. Ich schwöre da auf X-Socks Trekking light. Ich überlege aber auch eventuell die Vibram Five Fingers mitzunehmen für den Notfall.

@Martin: Bist du schon einmal einen 100er in VFF gegangen? Komplett?

:winken:

Martinwalkt
07.12.2011, 22:08
@Martin: Bist du schon einmal einen 100er in VFF gegangen? Komplett?

:winken:


Nein, für ganz lange Strecke würde ich sie nicht nehmen. Als Ersatz und Abwechselung kannst du sie mitnehemen. Aber macht nur Sinn wenn du mit dick geschwollenen Füßen noch reinkommst. Gut wandern kann ich damit bis 20 oder 25 km. Dann fängt es immer an der gleichen Stelle an etwas zu reiben und zu brennen.

cpr
21.03.2012, 08:23
Interessante Diskussion.
Mich reizt seit einer Staffelteilnahme in Biel ja auch ein durch-die-Nacht. Daher schiele ich die ganze Zeit schon auf den Hollenmarsch.
Meine Experimente jenseits des von-mir-nicht-beherrschten Marathons letztes Jahr haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass Ernährung > Fußpflege > Geschwindigkeit/pacing > Training die Distanzen beherrschbar machen. Daher danke an Martin, dass dass er das mit der Fußpflege auch gleich hervorhebt.

Ich weiß aber net, ob ich dafür danken soll, dass der Trainingsaspekt net sonderlich gepuscht wird! *g* Ich komme fast in Versuchung, weiterhin nur 3x/Woche 1-1,5 Std zu laufen! *g*
Scherz beiseite, irgendwie muss ich mir auch noch ein Training einfallen lassen, will aber weiterhin skirollern und Bahntraining machen.

Wenn es schlechtes Wetter gäbe beim Hollenmarsch, würde ich glaub net mitmachen. Ich will gerne mal "durch die Nacht laufen", net "durch den Regen".

Martinwalkt
21.03.2012, 12:57
Wenn es schlechtes Wetter gäbe beim Hollenmarsch, würde ich glaub net mitmachen. Ich will gerne mal "durch die Nacht laufen", net "durch den Regen".

Weichei :D

Wandern ist eine Outdoorsportart und im Sauerland regnet es oft. Das gehört dann eben dazu. Bei meinem ersten Hollemarsch (Mein erster Hunderter überhaupt!) hat es ca. 16 von 18,5 Stunden durchgehend geregent. Aber hinterher war ich stolz wie Oskar!

Mein Tip: Nicht viel Theorie und Internet sondern mal den ganzen Tag lang wandern und gucken wie sich das anfühlt. Und das ab und an machen und los geht es....

Nicht zu viel nachdenken, nicht zu viel Theorie, nicht zu schnell losmarschieren und den Kopf fit haben, den Willen haben auch bei Nässe, Blasen und Schmerzen das zu WOLLEN. Dann klappt es. Wenn du wegen ein bischen Regen schon keine Lust hast wird das nichts...

cpr
21.03.2012, 14:41
Ich bin ja sogar bekennender Wettkampf-Aussteiger, wenn ich mich verzockt hab! *g*
Also alles noch viiieeeel schlimmer! ;)
Ich würde einen 67km-Läufer mitnehmen. Also muss ich den auch wieder mit zurücknehmen. Daher kann ich mir auch die Zeit nehmen, die ganze Strecke abzutrotten -- früher aussteigen bedeutet nur länger auf ihn warten zu müssen! *G*

Ich liebe das Hochsauerland, aber brauch ich Dir ja nix drüber zu erzählen! Die Strecke vom Hollenlauf find ich richtig klasse, hab ich voll Bock drauf.

Wo Du weiter oben was von Schuhen und ob Zweitschuhe oder net geschrieben hast: Ich fahr ja von Süden nach Bödefeld, wenn ich denn wollte, rein hypothetisch, könnt ich mir auch bequem was an den Albrechtsplatz stellen, was auch immer.

Ist beim Langstreckenwandern eigentlich die Ernährung ein wichtiges Thema? Beim Ultralauf wird das ja ganz groß geschrieben. Die niedrigere Intensität beim Wandern: Wird es dadurch "leicht" (wirklich in Anführungszeichen gemeint), sich stets gut ernährt zu haben?
Mir scheint nämlich, als ob ich da mit den letztes Jahr gelernten Kniffs "einfach an den Start gehen könnte".

Was für eine Stirnlampe hasten Du beim Hollenlauf benutzt?

Martinwalkt
21.03.2012, 23:36
Wo Du weiter oben was von Schuhen und ob Zweitschuhe oder net geschrieben hast: Ich fahr ja von Süden nach Bödefeld, wenn ich denn wollte, rein hypothetisch, könnt ich mir auch bequem was an den Albrechtsplatz stellen, was auch immer.


Du kannst sogar Gepäckstücke für Unterwegs zumindest für Rhein Weserturm abgeben (zumindest war das früher so)


Ist beim Langstreckenwandern eigentlich die Ernährung ein wichtiges Thema? Beim Ultralauf wird das ja ganz groß geschrieben. Die niedrigere Intensität beim Wandern: Wird es dadurch "leicht" (wirklich in Anführungszeichen gemeint), sich stets gut ernährt zu haben?


Man kann da viel mehr essen als beim Laufen. Siehe z.B mein Bericht zur Perlenwanderung (http://hamburger-perlenwanderung.blogspot.de/2012/03/vier-perlen-vier-mal-fruhstuck-viele.html)



Was für eine Stirnlampe hasten Du beim Hollenlauf benutzt? Völlig unwichtig welche Marke. Ich habe ne Lenser H7 aber es reicht auch ne Taschenlampe für 10 Euro....

cpr
22.03.2012, 08:31
Oh ja, dann lasse ich das mit der Ernährung mal ausser Acht in der Vorbereitung.

Ich könnte mir vorstellen, dass mir eine Stirnlampe insofern besser gefällt, als dass ich nicht gerne mit "hängenden Armen" gehe. Mir also zwei Schlaufen an die Rucksackträger machen werd.

Gestern war es nach der Arbeit schon dunkel, daher musste ich laufen gehen statt skirollern. Weil aber die Beine schwer waren, hab ich mal andere Schuhe gegriffen: Ich glaub, ich hab meine Favoriten für eine lange Wanderung gefunden! *g*

Hast Du eigentlich noch nie Bock bekommen, den Rothaarsteig durchzuwandern?!?

NordicNeuling
22.03.2012, 17:36
Ich könnte mir vorstellen, dass mir eine Stirnlampe insofern besser gefällt, als dass ich nicht gerne mit "hängenden Armen" gehe.

Ich bin auch Stirnlampen-Anhänger. Gibt gerade eine für 6.- bei Tchibo - die reicht für den Zweck allemal.

Siegfried
22.03.2012, 19:38
Ich bin auch Stirnlampen-Anhänger. Gibt gerade eine für 6.- bei Tchibo - die reicht für den Zweck allemal.

Für welchen Zweck? Aber nicht für einen Ultralauf.

Martinwalkt
22.03.2012, 20:14
Hast Du eigentlich noch nie Bock bekommen, den Rothaarsteig durchzuwandern?!?

Natürlich habe ich da auch schon dran gedacht. Mal sehen. Mein Heimathaus steht genau 50km von Bestwig entfernt an der Talvariante...

Martinwalkt
22.03.2012, 20:16
Ich bin auch Stirnlampen-Anhänger. Gibt gerade eine für 6.- bei Tchibo - die reicht für den Zweck allemal.

Für einfache Anforderungen reicht ne einfache Lampe. Willst du was schickes, gutes musst du etwas tiefer in die Tasche greifen.

Zu vor und Nachteilen:

Stirnlampe:

Vorteil

Hände bleiben frei

Nachteil:
Wenn es regnet Atemdunst vor den Augen
blendet Mitwanderer im Gespräch.

cpr
25.03.2012, 19:32
Natürlich habe ich da auch schon dran gedacht. Mal sehen. Mein Heimathaus steht genau 50km von Bestwig entfernt an der Talvariante...

Ja, das hatt ich so im Hinterkopf. Also wenn das mal aktuell wird: Ich wär da auch ein Interessent! Vor Dillenburg geht es durch die Gemarkung meines Heimatdorfes, von wegen Streckensupport und so...
Irgendwo in den Tiefen von Steppenhahn gab es einen Bericht, da ist das schon mal in der Zeit kurz nach der Eröffnung des RHS gemacht worden.

Martinwalkt
26.03.2012, 22:20
Irgendwo in den Tiefen von Steppenhahn gab es einen Bericht, da ist das schon mal in der Zeit kurz nach der Eröffnung des RHS gemacht worden.

Gemacht haben das schon einige. Da habe ich ab und an mal was gelesen. Neu wäre das also nicht. Es gab auch ne Gruppe aus der 100er Wanderszene die von Bestwig aus einen 100er draus gemacht haben. Aber auch die volle Strecke wurde schon durchgewandert.

Was mich auch reizt wäre der Sauerländer Höhenflug. Der ist nicht ganz so bekannt und soll viel schönere Aussichten haben als der Rothaarsteig. Und die alte Heidenstraße (auch Pilgerweg) vom Sauerland nach Köln wäre auch interessant. Da gibt es auch gutes Material drüber. Mal sehen. Im Mai habe ich Urlaub. Könnte sein das ich da was von mache...

berlininja
12.10.2016, 14:53
Ich habe dieses Jahr von derlei Veranstaltungen Wind bekommen und habe alle 2 Wochen trainiert. Angefangen bei 35 oder 40 km und jedes Mal ca. 5km gesteigert. 2 Wochen vor dem Mammutmarsch bin ich das letzte mal wandern gegangen und zwar 75 km. Für den zweiten Marsch ein paar Monate danach, habe ich leider weniger trainiert. Einmal 30km und einmal 60 glaube ich. Alles nachzulesen auf meinem Blog, falls ihr es etwas ausührlicher mögt!

https://sonstnixzutun.wordpress.com/2016/04/14/mein-erster-mammutmarsch-probelauf/ --> 1.Training
https://sonstnixzutun.wordpress.com/2016/05/16/mein-mammutmarsch/ -> Mammutmarsch
https://sonstnixzutun.wordpress.com/2016/09/15/einmal-100km-reichen-ja-nicht/ -> Training für den Ostseeweg
https://sonstnixzutun.wordpress.com/2016/09/19/kein-marsch-wie-der-andere/ -> Dein Ostseeweg.


Ich hoffe, das hilft!

LG

Thomas_L
12.10.2016, 20:47
ich habe Deinen Block gelesen, Berlininja. Echt Klasse. Komm am 9.-10.06.2017 zur Horizontale 100km nach Jena. Ich war letztes Jahr dabei. Und seitdem komme ich nicht mehr los. Einfach klasse

mudawalk
15.11.2016, 14:19
Die Horizontale ist wirklich klasse...war die letzten Jahre auch immer dabei...einfach eine tolle Veranstaltung. Ein anspruchsvoller Hunderter mit Suchtpotential!

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!!!!