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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gelungener Einstieg als Nordic Walker



sannchen69
17.01.2012, 12:57
Hallo,
ich würde gerne wieder Sport treiben und habe mir deswegen überlegt mit Nordic Walking anzufangen. Habe jahrelang keinen Sport getrieben und würde mich auch eher als unsportlich bezeichnen. Daher würde ich gerne wissen, wie man da am Besten einsteigen kann. Also wie oft die Woche walken und wie lange innerhalb der einzelnen Touren. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen würdet! Liebe Grüße!

NordicNeuling
17.01.2012, 23:21
Daher würde ich gerne wissen, wie man da am Besten einsteigen kann.
Wenn ich Dir da raten soll ...

Also wie oft die Woche walken und wie lange innerhalb der einzelnen Touren. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen würdet!
... ist dieses "Also" nicht wichtig. Deshalb erst einmal die wichtigsten Tips:

1. NW ist ein technischer Sport; die Stöcke richtig, sinnvoll und gesund einzusetzen, ist nicht einfach und gelingt alleine fast nie. Also erster Tip: Einführungskurs (oder zumindest -stunde).

2. Nicht alles sind NW-Stöcke, die als solche verkauft werden. So sind zB. die meisten Discounterstöcke (Aldi, Lidl, Penny etc.) für NW nicht geeignet. Zu achten ist dabei auf den Griff und die Schlaufen. denn nur mit echten NW-Stöcken läßt sich das NW auch praktizieren.

3. Zumindest solltest Du Dir ein gutes NW-Buch zulegen (zur Not als Ersatz, besser aber als Ergänzung zum Kurs). Günstige gibt es oft für 1 oder 2 Euro bei ebay. Alle guten aufzuzählen, ginge hier zu weit; leider gibt es aber genauso viele schlecht. Wenn Du Di was ausgesucht hast, kannst Du mich aber gerne hier oder per PN fragen, ob das was taugt.

4. Genauso wichtig wie die Stöcke sind gute Schuhe, wobei die Anforderungen hier nicht ganz so streng sind wie bei Laufschuhen, weil dort die Belastung höher ist.

5. Wenn Du die Technik halbwegs beherrschst, steige langsam ein. Was das heißt? Ist ganz subjektiv. Versuche eine halbe Stunde ohne Pause, schau, wie es Dir danach geht, wie die halbe Stunde lief (Tempo, Gefühl) und schreib das hier. Zudem wäre es noch nützlich, mehr über Dich zu wissen (Alter, Größe, Gewicht - falls Übergewicht). Aus diesen Infos kann man Dir dann eine Art "Trainingsplan" erstellen. Wobei ich Dir die Anzahl der Einheiten am Anfang jetzt schon nennen kann: dreimal! (und zwar mit jeweils 1 Tag Pause, also nicht zweimal hintereinander).

Der Rest folgt, wenn Du die ersten Erfahrungen schilderst. Und bitte nimm 1. ernst: Mit falscher Technik kann man sich Schulter, Ellenbogen und Rücken ramponieren.

Und jetzt viel Spaß bei den Anfängen.

sannchen69
19.01.2012, 16:23
Vielen Dank für die Tipps! Wenn ich deinen Beitrag lese, bekomme ich den Eindruck, dass du Nordic Walking als Einsteigersport nicht so sinnvoll findest, weil man bei der Technik sehr viel falsch machen kann. Wäre es da hilfreich ohne die Stöcker anzufangen, also einfach erstmal zu walken?

Martinwalkt
20.01.2012, 19:22
Wäre es da hilfreich ohne die Stöcker anzufangen, also einfach erstmal zu walken?


Ja

Es ist deutlich einfacher und kostengünstiger (keine Stöcke, kein Kurs, kein Buch) und sieht auch nicht blöd aus (aber das kann dir auch egal sein)

Nicht falsch verstehen: Nordic walking kann sportlich betrieben werden. Walken ohne Stöcke aber auch. Und das ist ganz einfach:

Einfach zügig zu Fuß gehen. Einfach die Strecken immer weiter ausdehenen. Das kannst du auch jeden Tag machen. So das du dich schon anstrengst aber noch halbwegs bei Atem bist. Also nicht nur gaaanz langsam bummeln aber auch nicht so hetzen das du völlig außer Atem bist und nach 1 km mit hochrotem Kopf am Straßenrand stehst.
Von Anfang an ein Tagebuch führen in das du deine Streckenkm und die Zeit die du dafür brauchtst einträgst. Dafür brauchst du am Anfang auch keine teure Sportuhr oder. Streckenlängen kannst du einfach im Internet rauskriegen z.B mit GPSies.com da kannst du deine Strecken auch abspeichern.
Ein onlinetagebuch zum Walken kannst du z.B bei der Laufsportliga anlegen. Kostet nichts. Da kannst du gleichzeitig auch noch ein Gewichts und Ernährungstagebuch führen. laufsport-liga.de | Lauftagebuch führen, Kilometer sammeln und an der Laufsport-Liga teilnehmen (http://www.laufsport-liga.de/)

So das erst mal als erst Tips.

Gruß Martin

NordicNeuling
20.01.2012, 21:07
Vielen Dank für die Tipps! Wenn ich deinen Beitrag lese, bekomme ich den Eindruck, dass du Nordic Walking als Einsteigersport nicht so sinnvoll findest, weil man bei der Technik sehr viel falsch machen kann.
Nein, das finde ich nicht. Im Gegenteil: Ich finde es ideal. Es gibt eben vieles im Leben, das ein wenig Einstiegskenntnisse erfordert; NW gehört dazu. Ich bin aber auch damit eingestiegen.


Wäre es da hilfreich ohne die Stöcker anzufangen, also einfach erstmal zu walken?
Das ist Geschmackssache; ich glaube nicht, daß es viel einfacher ist. Außerdem bringt es weniger, weil Rücken/Schulter, überhaupt Oberkörper nicht so gut mittrainiert werden wie beim NW.

Die Tips von Martin kann ich alle unterstreichen bis auf den Anfang:

Es ist deutlich einfacher und kostengünstiger (keine Stöcke, kein Kurs, kein Buch) und sieht auch nicht blöd aus (aber das kann dir auch egal sein)

Es ist ein bißchen einfacher, kostet kaum weniger* und sieht bedeutend blöder aus. Martin meint vermutlich wandern, also ohne die Armbewegungen, die für Walking typisch sind. Es gibt aber - außer der Optik - noch weitere Vorteile der Stöcke (subjektiv, wie ih es erlebe):
- Die Stöcke geben mir einen Rhythmus vor, der mich in einem gleichmäßigen Tempo durchhalten läßt. Gerade bei schnelleren Walks ohne Partner sehr nützlich.
- Die Stöcke sind beim Bergaufgehen unterstützend (geht dann natürlich in die Arme)
- Bei matschigen oder rutschigen Wegen geben sie zusätzlichen Halt (auch im steilen Gelände, aber da bevorzuge ich Trekking-Stöcke)

*1 Bücher bei ebay kosten fast nichts und sind ja auch interessant (Training insgesamt, Ernährung usw.)
*2 Kurse sind fürs Walken ebenfalls nützlich; und es gibt NW-Gruppen, denen man sich günstig oder kostenlos anschließen kann.
*3 Es gibt gute Stöcke schon günstig, vor allem gebraucht. Und sie halten im Prinzip ewig. Das eigentlich teure sind die Schuhe, und die brauchst Du bei beidem.

zanshin
21.01.2012, 21:05
Wäre es da hilfreich ohne die Stöcke anzufangen, also einfach erstmal zu walken?

2008 habe ich auch erst einmal mit Nordic Walking angefangen, bevor ich dann schwerpunktmäßig zum Laufen gewechselt bin. Zuletzt bin ich fast täglich zw. 1/2-3h gewalkt. (sehr zum Leidwesen meines Hundes, der immer mit "musste":hihi:) Aber auch heute übe ich das NW immer wieder gerne als Ausgleich aus.

Wie bereits von den Vorrednern angebracht, ist das geschmackssache.

ABER: :zwinker2:

Du hast beim Walken eine völlig andere Technik als beim Nordic Walking.
Während man beim Walken die Arme ca. 90° angewinkelt hat, sollte man beim Nordic Walken die Arme möglichst lang machen. Die Technik ist vergleichbar mit dem Ski-Lang-Laufen.

Nur allzu oft sehe ich Walker, die mit Nordic Walking Stöcken unterwegs sind: Sie stacksen mit dem Stöcken mit viel zu abgewinkelten Armen vorne herumg und/oder ziehen sie nutzlos hinter sich her. Das kann dann mitunter das komplette Gegenteil von dem erhofften Effekt hervorrufen: Anstatt den Oberkörper zu kräftigen und Verspannungen im Schultergürtel dauerhahft entgegenzuwirken, werden diese Verspannungen durch eine falsche Technik geradezu provoziert.

Daher würde ich mich entweder für das eine oder das andere entscheiden.

Falls Du Dich für das Nordic Walken entscheidest, würde ich Dir empfehlen, entweder an einem NW-Kurs teilzunehmen oder anhand einer guten schftl. Anleitung zuerst eine saubere Technik zu erlernen. Anfangs kommt man sich da etwas ungelenk vor, aber mit der Zeit geht einem das soz. in Fleisch und Blut über.

Richtig angewandt, ist Nordic Walking ein Ganzkörpertraining (beim Abdruck mit dem Stöcken wird z.B. nicht nur der Oberkörper und die Armuskulatur, sondern auch die Bauchmuskeln durch entrsprechende Kontraktion trainiert). Es kommt hier nicht so sehr auf die Geschwindigkeit, sondern wie gesagt mehr auf eine gute Technik an. Aber Vorsicht: Muskelkater-Gefahr! :hihi:

Ich wünsche Dir viel Spaß!!!!:hallo:

Martinwalkt
22.01.2012, 17:15
Die Tips von Martin kann ich alle unterstreichen bis auf den Anfang:

Es ist ein bißchen einfacher, kostet kaum weniger* und sieht bedeutend blöder aus. Martin meint vermutlich wandern, also ohne die Armbewegungen, die für Walking typisch sind. Es gibt aber - außer der Optik - noch weitere Vorteile der Stöcke (subjektiv, wie ih es erlebe):
- Die Stöcke geben mir einen Rhythmus vor, der mich in einem gleichmäßigen Tempo durchhalten läßt. Gerade bei schnelleren Walks ohne Partner sehr nützlich.
- Die Stöcke sind beim Bergaufgehen unterstützend (geht dann natürlich in die Arme)
- Bei matschigen oder rutschigen Wegen geben sie zusätzlichen Halt (auch im steilen Gelände, aber da bevorzuge ich Trekking-Stöcke)

*1 Bücher bei ebay kosten fast nichts und sind ja auch interessant (Training insgesamt, Ernährung usw.)
*2 Kurse sind fürs Walken ebenfalls nützlich; und es gibt NW-Gruppen, denen man sich günstig oder kostenlos anschließen kann.
*3 Es gibt gute Stöcke schon günstig, vor allem gebraucht. Und sie halten im Prinzip ewig. Das eigentlich teure sind die Schuhe, und die brauchst Du bei beidem.

Zum Walken, zügig Wandern oder wie auch immer man es nennt brauchst du nicht einmal teure Schuhe. Du brauchst nichts. Und ob du die Arme angewinkelt bewegst oder nicht ist am Anfang auch völlig egal. Wichtig ist es loszugehen und sich anzustrengen. Immer ein bischen mehr. Alles weitere kommt dann...

Und glaub mir: Ich weiß was walken ist. Ich habe selbst Marathonwalkingkurse besucht und gegeben. Es braucht nicht alles ein Label und viel Ausrüstung. Einfach erst mal losmarschieren wäre mein Vorschlag.

NordicNeuling
22.01.2012, 20:04
Und glaub mir: Ich weiß was walken ist.
Das glaube ich Dir ja, aber


Ich habe selbst Marathonwalkingkurse besucht und gegeben.
Genau das sage ich ja: Es gibt - vermutlich sinnvoll? - auch Walking-Kurse ohne Stöcke. Wobei: Bei den Schuhen schwöre ich auf gutes Schuhwerk, kaufe allerdings dann meistens (immer) stark reduzierte Marken-Modelle (Vaude, Adidas, Salomon), sodaß ich noch recht günstig wegkomme. Trotzdem sind die Kosten für Schuhe (wenn man viel walkt, gehen ja nicht spezielle genauso aus dem leim, kosten also auch) erheblich höher als die für Stöcke.

Aber egal. Das Wichtigste für Anfänger ist, daß sie Spaß haben und deswegen dabei bleiben. Jede Variante, die man macht, ist besser als eine, die man läßt.

Martinwalkt
23.01.2012, 15:52
Das glaube ich Dir ja, aber


Genau das sage ich ja: Es gibt - vermutlich sinnvoll? - auch Walking-Kurse ohne Stöcke. .

Ja die gibt es, aber man braucht das nicht wirklich. Ist einfach ein netter kontrollierter Rahmen um sich gemeinsam sportlich zu beträtigen. Zügiges Wandern (ob man es walking nennt oder nicht) geht mit und ohne die Arme irgenwie besonders zu schwingen und geht auch ohne Kurs.