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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Traurig aber leider wahr



Raffi
05.02.2012, 22:51
Am Samstag starb ein 74 Jähriger Langläufer beim König Ludwigs Lauf. Bericht (http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Mann-bricht-bei-Koenig-Ludwig-Lauf-tot-zusammen-id18629811.html)

viermaerker
06.02.2012, 09:21
Das klingt jetzt vielleicht kalt, aber wenn man 74 Jahre alt ist, eine Herz-Kreislauferkrankung hat, man bei minus was-weiß-ich-wieviel Grad an einem nicht gerade leichten Sportevent teilnimmt, dann hört sich das für mich nicht sonderlich smart an.

Walter

Raffi
06.02.2012, 10:08
Da hast schon Recht, nur haben auch sehr viel andere ihre Erfrierungen.
Im (Langlauf) Profisport ist bei -20° Ende der Fahnenstange und es "darf offiziell " nicht mehr gestartet werden, da eine zu große Gefährdung für die Gesundheit vorliegt. Bei Hobby und Freizeitsportlern sollte das allerdings auch gelten. Die haben bei/mit solchen Temperaturen sowieso keine/selten Erfahrung. Sollte allerdings zu denken geben, wie leichtfertig wir dennoch unsere Gesundheit aufs Spiel setzen. Gezwungen wird ja niemand dennoch zu starten.
PS.: manch 70 + jähriger ist besser vorbereitet als viele jüngere.

Kasrwatzmuff
06.02.2012, 12:33
Leider setzen oft Sportler ihre Gesundheit aufs Spiel, weil einfachste Regeln nicht beachtet werden.

Beim Zugspitzlauf vor ein paar Jahren wird einfach nicht auf die Wetterprognose gehört und die Schuld dann noch beim Veranstalter gesucht.

Letztes Jahr beim Ironman in Frankfurt sind die Athelten auch massenweise wegen der kühlen Witterung und nicht angemessener Ausrüstung nach/während dem Radfahren wegen Unterkühlung ausgestiegen. Und das dies nicht nur die Hobbysportler trifft hat Nicole Leder widerlegt.

Außerdem hört man doch auch immer wieder, dass bei Laufevents Menschen wegen Vor-erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu Tode kommen.

Der Artikel ist wohl eher für die Sorte "Sport ist Mord"-Sofa-Mensch geschrieben worden. Also als Sportler nicht so ernst nehmen.

Ich bin sowieso der Meinung, dass jeder Sportler selbst entscheiden dürfen und können muss, inwieweit er die Gesundheit oder das Leben auf's Spiel setzt.

ferbpen
08.02.2012, 12:37
Nach einem anderen Artikel waren es wohl -21°. Der Mann ist 500m nach dem Start zusammengebrochen.

Unabhängig von diesem speziellen Schicksal ist das m.E. zwar ein Schock, aber im Vergleich zu anderen Todesarten, wie nach 10jährigem Pflegefall o.ä., ein vergleichsweise schöner Tod.

Ich schreibe extra "vergleichsweise", da ein Tod ja nie was schönes ist.

Abtreten müssen wir ja alle irgendwann und was kann dann schöner sein, als bis zum Schluß einigermaßen körperlich und geistig fit zu sein?
Ich weiß nicht, ob ich es je bis 74 schaffe, geschweige, ob ich dann noch an einem 50km-Wettkampf teilnehmen kann. Vielleicht dämmer ich dann seit Jahren in einem Pflegeheim vor mich hin und erkenne meine eigenen Kinder nicht mehr.

Leider kenne ich zuviele Fälle langer und schwerer Krankheiten im Bekanntenkreis. Da bekommt man vom Älterwerden richtig Angst. Ich habe hoffentlich noch ein paar gesunde Jährchen, aber wenn's mich trifft, dann hoffentlich schnell und unerwartet und nicht als Ende eines langen Siechtums.
Das ist natürlich nur meine Meinung und es werden sicher einige anders sehen.

Den Angehörigen gilt mein volles Mitgefühl. Dem Veranstalter kann man aber nichts vorwerfen. Irgendwo ist auch jeder selbst für sich verantwortich.

VeloC
08.02.2012, 22:23
Bin eben über diesen Artikel gestolpert, als ich eigentlich was ganz anderes gesucht habe:

Todesfall bei König-Ludwig-Lauf - Veranstalter weisen Schuld von sich - Bayern - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/bayern/todesfall-bei-koenig-ludwig-lauf-veranstalter-weisen-schuld-von-sich-1.1277051)

Bisschen mehr Info drin als in der dpa-Meldung. Ansonsten: Schon wieder weg! :winken:

Raffi
08.02.2012, 23:34
Danke für den Bericht.
Ich glaube, der Veranstalter hat in so einem Fall immer die A.....karte.
Wie würden die Starter reagieren, wenn der Veranstalter sagt "SORRY ZU KALT KOMMT NÄCHSTES JAHR WIEDER" ???

Bei diesem Bericht stört mich jedoch, Zitat *Die Freigabe für den Start habe man mit Experten des Weltskiverbands und des Deutschen Skiverbands abgestimmt* gelten im Volkssport etwa andere OBERGRENZEN??? *Beim Skitest -24° wärend des Rennens -21°* Zitat eines Mitläufers und seiner Betreuer.
Fakt ist und bleibt, jeder muß für sich selber entscheiden.
Grüße Hans Peter.

foto
09.02.2012, 08:09
Ich bin sowieso der Meinung, dass jeder Sportler selbst entscheiden dürfen und können muss, inwieweit er die Gesundheit oder das Leben auf's Spiel setzt.

Richtig.

Hauptsache du hast die Startgebühr gezahlt.:winken:

Prozesse: Freispruch im Prozess um tödlichen Zugspitz-Lauf - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-freispruch-im-prozess-um-toedlichen-zugspitz-lauf_aid_459017.html)

Tati
09.02.2012, 10:43
Abtreten müssen wir ja alle irgendwann und was kann dann schöner sein, als bis zum Schluß einigermaßen körperlich und geistig fit zu sein?
....... aber wenn's mich trifft, dann hoffentlich schnell und unerwartet und nicht als Ende eines langen Siechtums.

Diese Worte kann ich eigentlich nur unterstreichen. Lieber im hoffentlich hohen Alter auf der Laufstrecke in die ewigen Jagdgründe abtreten, als als Pflegefall im Bett. Wenn es mir so ergehen würde, könnte meine Familie gewiss sein: Sie hatte Spaß und Freude bis zum Schluß.

Rolli
09.02.2012, 10:50
Ich schreibe extra "vergleichsweise", da ein Tod ja nie was schönes ist.


Sehe ich genau so.

Der Tod gehört zum Leben immer dazu...

Wenn ich im Training oder Wettkampf sterben soll, bitte MICH (die Familie ist wieder ein anderes Thema) aber mich bitte beglückwünschen und nicht bedauern. Da kenne ich (wir?) andere traurige Fälle...

Gruß
Rolli

cosmopolli
09.02.2012, 11:11
Nach einem anderen Artikel waren es wohl -21°. Der Mann ist 500m nach dem Start zusammengebrochen.

Unabhängig von diesem speziellen Schicksal ist das m.E. zwar ein Schock, aber im Vergleich zu anderen Todesarten, wie nach 10jährigem Pflegefall o.ä., ein vergleichsweise schöner Tod.

Ich schreibe extra "vergleichsweise", da ein Tod ja nie was schönes ist.

Abtreten müssen wir ja alle irgendwann und was kann dann schöner sein, als bis zum Schluß einigermaßen körperlich und geistig fit zu sein?
Ich weiß nicht, ob ich es je bis 74 schaffe, geschweige, ob ich dann noch an einem 50km-Wettkampf teilnehmen kann. Vielleicht dämmer ich dann seit Jahren in einem Pflegeheim vor mich hin und erkenne meine eigenen Kinder nicht mehr.

Leider kenne ich zuviele Fälle langer und schwerer Krankheiten im Bekanntenkreis. Da bekommt man vom Älterwerden richtig Angst. Ich habe hoffentlich noch ein paar gesunde Jährchen, aber wenn's mich trifft, dann hoffentlich schnell und unerwartet und nicht als Ende eines langen Siechtums.
Das ist natürlich nur meine Meinung und es werden sicher einige anders sehen.

Den Angehörigen gilt mein volles Mitgefühl. Dem Veranstalter kann man aber nichts vorwerfen. Irgendwo ist auch jeder selbst für sich verantwortich.

Da bin ich auch absolut deiner Meinung!
:daumen:

Kenne einen 84 Jährigen der noch Alpin-Ski fährt, mit 83 sich Skating Ski holte, mit 80 nen neues MTB und im Frühjahr geht er wieder mit ins Rennrad Trainingslager in die Toskana.
Dem wünscht man sich, dass er nicht mit gebrochenem Bein seine sportliche Laufbahn beendet und dann irgendwo Bettlägrig rumhängt sondern, dass es ihm änlich wie dem 74jährigen ergeht - aber gerne erst in 20 Jahren.

Fire
09.02.2012, 15:21
500 m nach dem Start kann es auch kaum von der Anstrengung gekommen sein. Vermutlich hätte es ihn genauso erwischt wenn er Zuhause auf dem Sofa geblieben wäre.

Ich hoffe schwer dass ich mit 74 auch noch an solchen Veranstaltungen teilnehmen kann und wenn es mich dann erwischt dann muss ich halt damit leben (bzw. sterben)
Ich kenne leider viele Fälle die schon in wesentlich jüngerem Alter ein ähnliches Schicksal ereilt hat

ThomasDD
10.02.2012, 13:50
Ob der Tod des Skiläufers mit den Temperaturen zusammenhängt ist doch gar nicht erwiesen.

Viel wahrscheinlicher ist ein ganz normaler Herzinfarkt und der kann bei allen Temperaturen passieren.

Skilanglauf ist ein Wintersport und da ist es nun mal kalt. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn man entsprechend bekleidet ist. Als aktiver Leistungssportler bin ich auch bei solchen Temperaturen gestartet. Die Kampfrichter haben mir damals immer leid getan, denen hat die Kälte viel mehr zugesetzt, als den Sportlern die sich immerhin bewegen konnten.

sportfan
21.02.2013, 18:28
Richtig.

Hauptsache du hast die Startgebühr gezahlt.:winken:

Prozesse: Freispruch im Prozess um tödlichen Zugspitz-Lauf - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-freispruch-im-prozess-um-toedlichen-zugspitz-lauf_aid_459017.html)


Prozesse: Freispruch im Prozess um tödlichen Zugspitz-Lauf - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-freispruch-im-prozess-um-toedlichen-zugspitz-lauf_aid_459017.html)

"Beulke verwies in seinem einstündigen Plädoyer zudem auf das Gutachten des medizinischen Sachverständigen, das Anhaltspunkte für Dopingmittel im Körper der ums Leben gekommenen Läufer gesehen hatte
...
Prozesse: Freispruch im Prozess um tödlichen Zugspitz-Lauf - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-freispruch-im-prozess-um-toedlichen-zugspitz-lauf_aid_459017.html"

a) Der Ankläger war die Staatsanwaltschaft und nicht die Angehörigen der Läufer. Bei ungeklärter Schuldfrage muss ermittelt werden, dabei kann aber natürlich auch ein Freispruch herauskommen. Dennoch sollte so ein Fall immer jurisitisch bewertet werden, daran ist doch nichts verwerfliches. Wenn die Schuld vor einem Prozess feststehen würde bräuchten wir ja keine Richter.

b) wessen geistigen Kindes der Angeklagte, bzw sein Anwalt ist zeigt aber z.b. das obige Zitat. Der jüngere der beiden Läufer war ein eher übervorsichtiger Hobbyläufer aus unserem Verein der an EVENTS teilgenommen hat und keinen utopischen Bestzeiten hinterhergejagt ist. Ubertriebener sportlicher Ehrgeiz war ihm fremd. Doping halte ich für ausgeschlossen.
Wer möchte, kann gerne mal hier etwas für Uwe nachlesen und sich selbst ein Bild machen.
Laufen in Witten: Zum Gedenken an Uwe Moldenhauer (http://www.uli-sauer.de/laufen/in_witten/uwe_moldenhauer_inmemoriam.htm)

Auf dem letzten Bild vor dem Start zum fatalen Zugspitzlauf könnt Ihr Euch seine fahrlässige Kleidung übrigens mal ansehen.
Der Verfasser der Seite war übrigens selbst bei dem Lauf dabei und hat seine Meinung hier
Zugspitzlauf 2008 - Nachbetrachtung (http://www.uli-sauer.de/laufen/zugspitzlauf2008.htm)

auch noch einmal zusammengefasst. Ich finde das sehr lesenswert.