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Laufen unter Ketogener Diät/ "vorgegaukeltem Fastenzustand"/ohne Kohlenhydrate

Laufen unter Ketogener Diät/ "vorgegaukeltem Fastenzustand"/ohne Kohlenhydrate

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Hallo ihr Lieben,

nach langer Laufpause will ich endlich wieder beginnen zu Laufen.
Zwar mit gewissen Einschränkungen und Hilfsmitteln, aber besser als gar nicht zu laufen.

Jetzt Frage ich mich ein wenig wie es sich das Laufen ohne Kohlenhydrate darstellt. Mit einer Extremen Leistungseinbuße rechne ich durch die lange Pause sowieso, aber ich befürchte, dass sich die Läufe weit anstrengender anfühlen werden, da nicht auf Kohlenhydrate zurückgegriffen werden kann. Hat da Jemand Erfahrung mit?

Und bevor der Vorschlag aufkommt: Nein, ich kann vor dem Lauf keine Kohlenhydrate zu mir nehmen.
Die Diät ist streng Berechnet und Fehler könnten ein böses Ende nehmen.
Die Diät ist zudem medizinisch notwendig. Anstrengungen im Sinne von Sport sind in den Tagesbedarf mit eingerechnet,
trotzdem kann der Körper weitgehend nur auf Fette zurückgreifen und das ist soweit ich weiß nicht so gut verfügbar wie
Kohlenhydrate und Eiweiße.

Danke im Vorraus
Joeylea
Unsere größte Stärke ist nicht die niemals zu Fallen - Es ist die immer wieder Aufzustehen
http://mit-hope-an-meiner-seite.jimdo.com/ (ein Blog über einen werdenden Anfallswarnhund und die Epilepsie)

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Hi Joeylea

Ich ernähre mich, ohne medizinischen Grund, zwischen 150 g und 30 g Kh am Tag, daher je nach der Menge an Sport bin ich in einer leichten Ketose oder auch nicht. Damit laufe ich seit über einem Jahr, und nach einer Umstellungsphase lief es so gut/besser als vorher.


Wenn du dich schon länger Ketogen ernährst musst du dir keine Sorgen machen. Dein Körper ist dann schon daran angepasst Fettsäuren effizient zu verbrennen.

Was die meisten Glykogenfreunde immer ignorieren: unsere Muskeln könne ca. 2000 kcal an Fettsäuren speichern, bis dahin hast du ein gutes Zeitpolster um die Lipolyse hoch zu fahren, das wird am Anfang noch nicht so weit kommen.

Allerdings fallen einem schnelle kurze Einheiten eher schwer, da du etwas mehr Sauerstoff brauchst um aus Fett Energie zu gewinnen wie aus Zucker. Also einfach langsam anfangen, so wie du es sowieso tun würdest.

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Ich darf 4 Mal Täglich an die 4- 4,8 g Kohlenhydrathe Essen und pro Malzeit auch rund 5g Eiweiß. Die Ketosewerte sind seit zwei Tagen und heute Morgen auch im angepeilten Bereich. Wirklich lange bin ich aber noch nicht in der Ketogenen Diät (mache das auch nicht so 100% freiwillig, da die Mangelerscheinungen die dabei Auftreten können durchaus auch ausgeglichen werden müssen und all der Mist)
Die Kh sind auch so berechnet, dass sie für die Zellen ausreichen die umbedingt KH brauchen und nicht mehr. (So jedenfalls HA und Ernährungsberatung) und ich habe auch keinen größeren Spielraum
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Hallo Joeylea,

ich bin kein Mediziner und kann nur über eigene ca. 4,5 Jahre Erfahrung mit Low Carb-Ernährung (mal in Ketose, mal nicht - immer aber inkl. Sport) berichten. Nach anfänglicher Umstellungsphase (bei mir ca. 6 Wochen), in denen die Leistungsfähigkeit spürbar herabgesetzt war, laufe ich meine Läufe genauso, wie zuvor, wobei ich um der Bewegung willen laufe und "fartlek" liebe, nicht im sportlichen Wettkampf. Schnelle Einheiten werden dir zu Beginn der Umstellung sehr schwer fallen, da du aber den Wiedereinstieg angehst, wirst du die Phase geschickt gestalten können. Der Herr Galloway lässt grüßen...! :zwinker5:

Bitte erschrecke gleich nicht bei dem Buchtitel, den ich dir ans Herz legen möchte...! Ich würde dir - sofern noch nicht gelesen - die Lektüre von "Krebszellen lieben Zucker - Patienten brauchen Fett" für das Verständnis der ketogenen Ernährung und ggf. als Quelle für Mahlzeitentipps ergänzend das Buch "Ketoküche für Einsteiger: Rezepte und Kraftshakes" empfehlen. An dem Vertrieb der Bücher verdiene ich im Übrigen nicht.

Ich kann dich nach persönlicher Erfahrung wirklich nur ermutigen, dich auf diese Form der Ernährung einzulassen.

Liebe Grüße
L-g-o

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Läufer_goes_online hat geschrieben: "Krebszellen lieben Zucker - Patienten brauchen Fett"
OT: Es wurde übrigens festgestellt, dass Krebszellen schnell mutieren und sich an das veränderte Angebot anpassen.
Der Effekt ist wenn, dann nur kurzzeitig da.
Dunkel, nass, windig, kalt. - "Yeah, let's go!!!"
Never stop.
No.Status.Quo.

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Hallihallo,

Schön, dass Du wieder zum Laufen zurückgefunden hast. Wünsche dir viel Erfolg und gutes Gelingen mit deiner geplanten Vorgehensweise.

Ich habe selber schlechte Erfahrungen damit gemacht, sowohl mit No-, als auch mit Low Carb (meiner Definition nach 30-100g KH pro Tag), Paleo (gut, je nach Auslegung nicht unbedingt Low Carb) und den ganzen Trenddiäten. Jedoch hatte ich die Wahl und konnte jederzeit freiwillig mir solche Brechstangenmethoden "auferlegen" und auch freiwillig wieder aberlegen. Bei dir scheint es jedoch medizinisch notwendig zu sein, der medizinische Grund ist dabei unwichtig und muss hier nicht kundgetan werden.

Es gibt solche und solche Geschichten. Manche erleben fast schon einen wie neugeborenen Zustand mit besserer Regeneration, einem konstant hohen Leistungsniveau ohne Krafteinbußen, ja sogar mit Leistungszuwächsen. Andere widerum fahren damit völlig gegen die Wand und schleppen sich durch die Hölle, trotz ordnungsgemäßer Umstellungsphase etc.

Kein Thema ist so kontrovers diskutiert, wie die Ernährungs- und Diätwissenschaft, gibt also kein Ja und kein Nein. Also mein Tipp: Gut informieren und die Umstellungsphase richtig durchführen und eigene Erfahrungen damit sammeln.

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Danke sehr für die Tipps

Die Ketogene Diät halte ich wegen einer Therapieresistenten Epilepsie und damit gehe ich auch sehr offen um

Ich habe nicht mal 30g Kh am Tag (es sind sage und schreibe maximal 19,2g. Am Anfang waren weit mehr berechnet, aber dadurch hatten ich Probleme in die richtigen Ketosewerte zu kommen und ganz extreme Blutzuckerschwankungen und nachdem mehrfach gerechnet wurde, stehe ich jetzt seit (heute eingefasst) drei Tagen in angepeilten Werten.

Die Ketogene Diät im Bezug auf Krebs sieht meist noch mal ein wenig anders aus. Ich habe auch sehr beschränkte Eiweißwerte. Bei der Behandlung von Krebs sieht das häufig anders aus. Bei der Epi-Behandlung setzt man darauf an, dass man unter einem Fastenzustand häufig weniger krampft und nun muss ich meinem Körper eben diesen vorgaukeln.

Ein Kochbuch habe ich auch schon bereits. Allerdings absichtlich eines für Kinder (da sind die Gerichte weit einfacher und ich muss seltener großartig Rechnen)
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Wenn du mit 20 g Eiweiß am Tag klar kommen sollst, dann wird das auf dauer zu wenig sein und durch den Sport nicht gerade besser. Auch mit deutlich mehr Eiweiß kann man noch in der Ketose bleiben, gerade bei körperlicher Belastung. Das solltest du zumindestens mit deiner Ernährungsberatung beprechen, sobald sich deine Ketose eingependelt hat und deine Laufumfänge relevant für deinen Eiweißverbrauch werden. Auch sind nicht alle Aminosäuren glukoneogen.

Wenn ich Literatur empfehlen würde, dann dieses Buch: The Art and Sience of Low Carbohydrate Performance von Volek und Phinney.

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blende8 hat geschrieben:OT: Es wurde übrigens festgestellt, dass Krebszellen schnell mutieren und sich an das veränderte Angebot anpassen.
Der Effekt ist wenn, dann nur kurzzeitig da.
Hallo Blende,

da würde mich deine Quelle brennend interessieren. Das habe ich nämlich no nie gehört bzw. wäre mir neu.

Marko
Paul Breitner:
Ich habe nur immer meine Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.

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Das habe ich schon öfter gelesen in letzter Zeit, zuletzt hier:

Ketogene Ernährung gegen Krebs: Gefährliche Empfehlungen - SPIEGEL ONLINE
Doch es gibt bisher keine seriöse Studie, die einen positiven Einfluss auf Tumorerkrankungen wissenschaftlich untermauern kann. Im Gegenteil: Es gibt sogar zumindest Hinweise aus Tierexperimenten darauf, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate kontraproduktiv sein könnte.

"Zwar führt die kohlenhydratarme Kost bei Tumor-Mäusen zunächst zu einer Wachstumsverzögerung der Zellen", sagt Hauner. "Aber danach wurde teilweise ein beschleunigtes Wachstum beobachtet." Als Ursache wird eine Resistenzbildung vermutet: "Eine Kohlenhydratrestriktion könnte die Krebszellen unter einen hohen Selektionsdruck setzen, der das Überleben von Tumorstammzellen möglicherweise fördert", so Hauner.
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binoho hat geschrieben:das ist doch OT was Lea betrifft :nene:
Ich habe ja auch Marko (lotte5) geantwortet.
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Hallo!

Ich ernähre mich bereits seit 1,5 Jahren mal strenger mal weniger streng low carb, im Schnitt mit etwa 80g KH am Tag.
Zu Beginn hatte ich mir wegen meiner Migräne damals ein Maximum von 20g KH am Tag auferlegt, low carb kann sich da ebenso günstig auswirken. Anfangs wirst du bis zur Stoffwechselumstellung schon mit körperlichen Einbußen rechnen müssen, einfach mal Atkins-Grippe googlen. Das dauert meist nur wenige Tage, danach solltest du allerdings wieder deine gewohnte Energie haben. Bis zur Vollständigen Umstellung könne allerdings mehrere Wochen vergehen.

Wichtig ist da natürlich die ausreichende Aufnahme gesunder Fett und Proteine. Wie Lighty schon geschrieben hat, sind da 20g Protein pro Tag schon recht mager. Generell liegt die Empfehlung bei 1-1,5g pro kg Körpergewicht, allein wegen des Muskelerhaltes. Bei intensivem Sport sieht das dann wieder anders aus. Aber da wegen der Vorgeschichte auf jeden Fall bitte mit dem Arzt Rücksprache halten.

Selber bin ich damals unter Ketose nicht gejoggt, habe aber mehrmals die Woche auf dem Ellipsentrainer trainiert. Waren bei mir damals die Abstände zwischen Sport und Essen zu groß, habe ich kurz vorher einen Kaffe mit einem TL MCT Öl getrunken, als kleinen Energiekick sozusagen.

Mittlerweile liest man im Netz ja recht viel über die Vorteile des low carb im Ausdauersport, bei mir habe ich bisher keinen Nachteil erkennen können. Im Grunde scheint es nach meinem laienhaften Wissen ja sogar der Fall zu sein, dass der Körper beim Laufen unter längeren Distanzen die Glykogen Speicher leert und dann gezwungenermaßen in den Fettstoffwechsel schalten muss, um weiterhin zu funktionieren. Solltest du also keine Wettkämpfe unter Bestzeiten anstreben wollen, dürftest du unter Ketose also keine Verschlechterung wahrnehmen.

LG

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Wettkämpfe liegen bei mir weit entfernt.

Mit rund 20h EW am Tag komme ich bisher gut aus. Ich bin relativ klein und leicht (1,55m und momentan 46Kg) und Die Ketogene Diät wurde
von Arzt und EB genau berechnet, nachdem sich anfangs Probleme eingestellt haben. Öle usw habe ich weitgehend alles da (nächste Woche muss mal wieder neues Walnussöl her, dass schmeckt bei Süßspeisen besser.) und auch ein gutes Kochbuch.

Das Problem in meinem Falle ist eben, dass die Ketogene Diät in der Epilepsiebehandung nur bei Therapieresistenz oder bei einer Therapirefraktären Epi vorgenommen wird. Zudem mein Stoffwechsel auch nicht so ganz Sauber tick was sich auf das Serumlactat auswirkt usw. Das ist alles Bekannt und mit einbedacht. Die Mengen stimmen was die Berechnungen angeht und die gröbsten Nebenwirkungen habe ich überstanden .

Da es mir gestern nicht so gut ging, war ich nicht mehr Laufen und heute morgen nur auf dem Rollentrainer habe ich durchaus gemerkt, dass die Einheiten wesentlich anstrengender sind als zuvor
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In dem Fall würde ich einfach noch ein wenig abwarten und dem Körper Zeit für die Umstellung lassen. Haben denn Arzt und EB etwas zum Thema Laufen im Zusammenhang mit deiner Diät erwähnt, also in puncto Leistungsfähigkeit etc.?
Falls du noch Anregungen zum Thema Kochen brauchen solltest, so gibt es (teilweise nur mit Registrierung) viele Rezepte in den Foren von lchf oder dem Ketoforum. Da findet man u.a. auch leckere Alternativen für Süsskrams, damit man nicht auf alles verzichten muss.
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