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Sport mit Stent

Sport mit Stent

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Hallo,

ich hatte mir viel vorgenommen in 2023 aber das muss hinten anstehen.
Wie jedes Jahr bin ich im Oktober zur Kardiologin um ein Belastungs EKG zu machen. Diesmal wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt und es erfolgte eine Zintigrafie. Bei der wurde festgestellt das ein Verschluss vorliegt. Nun wird wahrscheinlich ein Stent gesetzt um den Verschluss frei zu bekommen. Die Kardiologin sagte das danach wieder jeglicher Sport möglich ist. Ich bin 57, lebe nach meinem dafür halten recht gesund. Ich hatte voriges Jahr eine mehrmonatige Pause und bin danach nicht mehr richtig in Tritt gekommen. Wo ich davor die 20km locker in 2h (HF 125) gelaufen bin, waren es jetzt 150HF. Besonders beim Laufen die ersten km habe ich doch ganz schön geschnauft, da war die gefühlte Anstrengung sehr hoch.
Trotz der Einschränkung habe ich beim Belastungs EKG 350 Watt erreicht. BMI ist 25.
Meine Frage in die Runde macht jemand mit einem Stent Sport? Wenn ja, wie ist die Belastbarkeit kann man wieder normal trainieren? Gibt es Dinge vor der OP und auch danach die man beachten sollte. Habt ihr in eurem Umfeld Veränderungen vorgenommen Ernährung, Stressreduktion usw.?

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Hallo trello,

wenn der Kardiologe sagt, dass du nach dem Setzen des Stents wieder voll belastbar bist, dann solltest du dieser Aussage dringend Glauben schenken und dir keine unnötigen Sorgen machen. Ich meine damit nicht die allgemeine (Vor-) Sorge im Hinblick auf jene körperlichen Bedingungen, die zu dem Verschluss führten, sondern lediglich diejenigen zur Belastbarkeit deines Herzens mit Stent.

Ich hatte im Sommer 2021, also vor eineinviertel Jahren im Alter von 68 Jahren einen Infarkt (Ursache unbekannt) und bekam auch einen Stent gesetzt - an der Stelle in der Herzarterie, wo man den Teilverschluss vorfand. Das Blutgerinnsel war allerdings mutmaßlich nicht an dieser Stelle entstanden. Deshalb wurde mir nur sicherheitshalber ein Stent dort gesetzt, darüber hinaus einer, der sich nach einigen Monaten vollständig auflöste. Ob mit frisch gesetztem oder einige Monate später mit mutmaßlich aufgelöstem Stent, es ergaben sich keinerlei Einschränkungen. Ich bemerkte auch keine Unterschiede. Sowohl die behandelnden Ärzte in der Uniklinik, als auch der Kardiologe bei der Nachuntersuchung erklärten mich für herzgesund. Sport ohne jede Einschränkung hieß das, so viel laufen, wie ich will. Und ich will sehr viel laufen, unter anderem 32 mal Marathon und Ultra seit dem Infarkt im letzten Sommer. Auf diesen Erfahrungen basiert meine anfängliche Erklärung und die Aufforderung dich nicht mit Sorgen verrückt zu machen.

Eine andere Sache ist die Medikation im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten an deinem Herzen. Von der schreibst du nichts, vielleicht musst du auch keine Medikamente einnehmen. Bei mir führten die verordneten Medikamente zu einer erheblichen Leistungseinschränkung, insbesondere der Betablocker, den ich ein Jahr lang sicherheitshalber einnahm. Seit diesem Sommer nehme ich lediglich noch einen Blutverdünner ein, der jedoch nicht leistungsdämpfend wirkt. Seitdem hat sich meine Ausdauer erheblich verbessert.

Alles Gute für den Eingriff im Herzkatheter :daumen:

Gruß Udo
"Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger. :hallo:
Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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Vielen Dank Udo,

ich habe mir deine Seite angesehen, du bist ein hoch aktiver Sportler mit einer unglaublichen Vita. Alle Achtung. Ich glaube du machst sehr vieles richtig.
Nein, Tabletten musste ich bisher nicht nehmen auch alle anderen Werte wie Blutdruck usw. waren bisher immer bestens.
Ich bin ganz froh die wahrscheinliche Ursache für den Leistungsabfall gefunden zu haben.

Wie lange hast du nach dem Eingriff ausgesetzt?
Gehst du weiterhin zur Nachkontrolle?

Danke

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Wenn du eine mehrmonatige Pause gemacht hast, dann ist der Leistungsabfal allein durch die Pause schon ausreichend zu erklären. Der Stent alleine wird demzufolge nicht deine Leistung verbessern, da hilft nur Training, aber er schützt dich vor Herzinfarkt und dergleichen.

Ist Szintigrafie eigentlich die übliche Methode um einen Verschluss zu diagnostizieren? Ich hätte Ultraschall oder MRT erwartet.

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Der zeitliche Ablauf.
Anfang September 2021 Unfall, Knochen- und Wirbelbrüche.
Beginn im November mit vorsichtigem Aufbautraining (Rolle und Laufband).
Anfang Januar Einstieg ins strukturierte Training bis jetzt 1200 km Laufen, ca. 8000 km Radfahren und ein paar km Schwimmen. Mir ist bewusst das die Anzahl der km noch nichts über die Qualität aussagt. Aber es war strukturiert mit Anteilen im anaeroben Bereich und ganz viel im aeroben Bereich. Vor dem Unfall hatte ich überhaupt keine Probleme 20km locker in 2h zu laufen. (HF 127). Ich hatte den Leistungsabfall primär auf die Pause, eventuell Corona oder Belastungsasthma geschoben. Nun habe ich die Hoffnung daß ich wenigstens an die Leistung vor dem Unfall anknüpfen kann. Ich werde hier berichten.

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Nach meinem koronaren Herzinfarkt(nein kein Schreibfehler hatte mit Corona nicht das geringste zu tun :zwinker2: ) Ende Januar wurden mir 4 Stents gesetzt. Meine Herz-Pumpleistung ist seit Juni wieder bei 100 %. Ich konnte aber die ersten Wochen danach Trainingstechnisch nur ganz kurze Einheiten absolvieren, habe mich aber stetig steigern können. Einheiten halt im Schneckentempo, aber ich bin eh ein Ultra-Schluffi, der noch nie so richtig schnell konnte. Dafür lang: Im Juli packte ich in 15 h ca. 100 km und Mitte August die 100 Meilen Berlin in 26,5 h. Meine 7 Pillen machen es mir schwer, es gibt Tage da bin ich mental und körperlich müde, obwohl ich nix außergewöhnliche geleistet habe. Die Blutverdünner für die Stents sind weniger das Problem, aber die Blutdrucksenker und die beiden Cholesterinsenker (um das Risiko eines erneuten Infarkts zu senken) sind meine limitierenden Faktoren wenn die Hf-Belastung zu hoch wird (also flotte Uphills, Sprints, Tempodauerläufe sind mir nicht mehr möglich.

Kannst ja mal in meinem Tagebuch nachlesen wie die ersten Wochen bei mir ausschauten. Allerdings würde ich mich an deiner Stelle nicht verrückt machen, da dein geplante Eingriff nicht vergleichbar ist und du höchstwahrscheinlich nach dem setzen 1 Stents nur einen Bruchteil an Medis brauchst (um Blutverdünner wirst halt auf jeden Fall nicht rumkommen.)
05.02. RUR Marathon
18.02.3-Seen Runde
25.02. HaWei50
05.03. Neckarufer
23.04. LIWA
06.05. NASWUT
07.05. Trolli
08.07. Heuchelbergtr.
15.07. Maintal UT, 64km 1700hm
30.07. Schwarzwald Trophy 47km 1300hm
12.08. Mauerweg
26.08. Karwendel 52km 2300hm

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@Schauläufer habe einen Teil deines Tagebuchs gelesen. Das ist schon beeindruckend mit welcher Verbissenheit du dich da zurück kämpfst.
Du und Udo ihr seid zwei die auf hohem Niveau Sport machen. Ich denke das ihr auch einen entsprechenden Lebenswandel habt. (Essen, Stress, Schlaf usw.). Wenn ich das richtig gelesen habe macht ihr hohe Umfänge im GA1 Bereich. Was ich mich Frage woher kommt der Herzinfarkt. Hat das doch mit der enormen Belastung zu tun. Vor allem Dingen warum habt ihr Verschlüsse. Bei dir mussten sie vier Stent setzen. Ist mir Rätselhaft.
Danke für die Infos
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