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Schmerzen im 2. Zeh/Unterseite Vorfuß mittig (Senk/Spreizfuß)

Schmerzen im 2. Zeh/Unterseite Vorfuß mittig (Senk/Spreizfuß)

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Hallo miteinander,
ich laufe seit etwa 15 Jahren regelmäßig und habe mich bei 8–9 km eingependelt. Leider war ich im letzten Jahr häufig krank und musste immer wieder pausieren.
Im September ging es mir wieder gut und ich habe eine 20-km-Wanderung unternommen. Ein bis zwei Wochen später begannen Schmerzen im zweiten Zeh – vor allem an der Unterseite und am Übergang zum Fuß. Nach einigen Tagen weiteten sich die Schmerzen auf den mittleren Vorfuß Unterseite aus (dort, wo man eigentlich nicht stark auftreten sollte – wo ich aber schon immer zu Druckstellen neige).
Seitdem habe ich immer wieder pausiert und vorsichtig versucht einzusteigen – leider ohne Erfolg. Nach wenigen Minuten muss ich abbrechen. Intervalllaufen geht etwas besser, aber auch nur kurz.
Ich war inzwischen bei:
• Physiotherapeut
• Osteopath
• Orthopädin (MRT unauffällig, außer einem „Fettknubbel“ an der schmerzhaften Stelle – Kortisonspritze wurde vorgeschlagen)
• Sportmediziner (Diagnose: Spreiz-Senkfuß)
Daraufhin war ich bei einem Laufspezialisten. Ergebnis:
Mein Gewicht liegt stark auf dem zweiten Zeh, der beginnt zu krallen. Dadurch entstehen die Schmerzen im Zeh und im mittleren Vorfuß (Überlastung/ausstrahlendes Gelenk).
Ich trete offenbar sehr mittig auf, mit viel Druck auf Zeh und Vorfuß.
Maßnahmen:
• Einlagen
• tägliche Dehnübungen (3×)
• bewusste Aktivierung des Beckenbodens beim Laufen

Das mache ich jetzt seit einer Woche. Gestern bin ich 5 Minuten probeweise gelaufen – währenddessen keine Schmerzen. Eine Stunde später jedoch wieder leichte Druckempfindlichkeit, auch noch am nächsten Morgen. Mit Einlagen im Alltag wird es wieder besser.
Ich bin ehrlich gesagt ziemlich verzweifelt, weil ich seit September kaum noch laufen gehen kann – und ihr wisst ja selbst, wie sehr einem das fehlt.
Mit einer klaren Diagnose wie „Bänderriss, dauert X Wochen“ könnte ich besser umgehen als mit dieser diffusen Situation.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Spreiz-Senkfuß, Überlastung des zweiten Zehs oder Vorfußschmerzen an der Unterseite mittig?
Gibt es etwas, das euch geholfen hat?
Ich habe inzwischen wirklich Angst, nie wieder entspannt 9 km laufen zu können.

Freue mich über einen kleinen Austausch :)

Re: Schmerzen im 2. Zeh/Unterseite Vorfuß mittig (Senk/Spreizfuß)

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Hallo Julia,

dass anhaltende, widerständige Beschwerden Ängste verursachen ist nicht dein Problem allein. Damit bist in abertausendfacher Gesellschaft mit Läuferinnen und Läufern, die ambitioniert gelaufen sind und es eine Zeitlang nicht mehr können. Die Tageslaune umwölkt sich, wenn es an der nämlichen Stelle gerade mal wieder zwickt oder gar schmerzt. Und der Tag wird schlagartig sonnig, wenn sich eine Besserung auch nur andeutet. Wie du siehst, kenne ich diesen Gemütszustand nur zu genau. Mir hat dann jeweils wenig geholfen, dass mir Besserung versprochen war, wenn ich dies oder jenes unterlasse bzw. diese oder jene Therapie/Maßnahme befolge. Mir hat nicht einmal geholfen, dass ich selbst mehrfach nach Verletzungen diesem mentalen Wellengang ausgesetzt war und jedes Mal erlebte, dass ich doch wieder ein gutes Comeback feiern durfte. Und auch die Tatsache, dass es oft elend (!) lange dauerte, um den Teufel im Fleisch wieder loszuwerden, schließlich aber gelang, weil ich unbeirrt mit den Therapien/Maßnahmen an mir arbeitete, half mitten in der Schmerzsituation.

Es wird noch eine Weile so sein, dass du Befürchtungen hast. Und nach langer Rede komme ich damit zum Punkt und damit unterstütze ich, was Bones dir schrieb: Eine Woche Therapie/Maßnahme ist bei einer Erkrankung/Verletzung wie deiner rein gar nichts!

Ich hatte mal massiv Probleme mit der Achillessehne. Ich musste geschlagene fünf Monate dagegen anarbeiten. Dann war ich schmerzfrei und bin es bis heute. 2008 übertrieb ich es mal mit der Lauferei. Die Folge war ein undefinierbarer Schmerz an nicht genau lokalisierbarer Stelle. Nach sechs Wochen Laufpause war er - weniger intensiv - noch immer da. Es dauerte dann ein halbes Jahr, bis er mich endlich in Ruhe ließ und ich sorgenfrei wieder laufen konnte. Du hast die Zeiträume gelesen: Ich schrieb im einen Fall von fünf Monaten im anderen von sechs. Monate! Was ist da eine Woche?

Es nützt nichts dich zur Geduld zu "ermahnen". Die bringt man/frau nur schwer auf. Das einzige, zu dem ich dich dringend auffordere, ist: Weitermachen, dranbleiben, dagegen arbeiten/therapieren. Nicht glauben, dass es mit ein paar Wochen unbedingt getan sein wird!

Alles Gute

Gruß Udo
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