Mit Lauffreund zum Müllerschen Volksbad
Ein ganz besonderer Lauf ist DAS wieder - und weil es so ist habe ich u.a.
meinen Lauffreund Frank davon erzählt. Er will gerne dabei sein und so
schicke ich Ihm die Anmeldemodalitäten. Er wohnt in meiner Nähe in Zirn-
dorf und so vereinbaren wir, Er holt mich zuhause ab und nun sind wir auf
dem Weg zum Treffpunkt am Müllerschen Volksbad.
Noch kurz zur Namensgebung des Laufs: MUC steht für München (auch int.
Name des Münchner Airport) U steht für Urban und T steht für Trail.
Also ein Trail (in MA-Länge) durch bewohntes Gebiet - so war es bei den
bisherigen Ausführungen und ist es auch diesmal, wenn auch die Strecken-
führung neu angepasst wurde - dazu später mehr.
Im Auto erzähle ich Frank: für mich ist es ein RS&T-Lauf durch München
R (=Run ist klar), S (=Sightseeing), T(=Talk für Unterhaltung/Ratschen)
Er muss lachen, aber es ist Ihm schon klar was Ihn erwartet und Er will (so
wie ich es bisher meist machte) mit Andreas und Judith, eventl. noch Anderen
zusammen laufen - den Ausführungen von Andreas (oder auch mal Anderen)
lauschen und den Lauf durch München genießen, eine Zeitvorgabe wird es
nicht geben.
Weiteres Thema bei der Anfahrt ist das durchwachsene Wetter - ich habe mich
eigentlich trotzdem schon auf "kurz - kurz" festgelegt. Es kann regnen, doch
nicht so intensiv und kalt wird es eher nicht... der Rest ist Zuversicht. Frank
ist noch unentschlossen, nimmt wohl Zusatzklamotten im Rucksack mit.
Wir kommen rechtzeitig an und können einen der wenigen Parkplätze vor
Ort ergattern.
Nach einem großen Hallo zur Begrüßung der bange Blick zum Himmel - er
verdunkelt sich gerade und ein Regenschauer scheint bevorzustehen, ich
entscheide mich noch ein Kopftuch einzustecken. Wie immer ist beim MUCUT
der Start ein paar Straßen entfernt, damit wir nicht nach kurzer Strecke bereits
an einer Ampel warten müssen - wir meiden Ampeln so gut es geht (auch mit
Unterführungen, U-Bahn-Verteilergeschossen und Brücken).
9 Läufer(innen) machen sich auf den Weg zum Start - zwei sind schon früher
gestartet, auf den Weg dahin über eine Isarbrücke und eine Kreuzung. Als wir
uns zum Startfoto aufstellen wollen, beginnt es heftig zu regnen... alle haben
irgendwie vorgesorgt - meine einzige Maßnahme, Kopftuch drüber und ich bin
der Einzige der jetzt kurzes Shirt hat - was soll's. Kurz darauf starten wir - und
der Regen ist bald erstmal vorbei.
Es geht ein kurzes Stück die Straße lang, schon sind wir auf einer der Münchner
Prachtstraßen, der Maximilianstraße. schon bald biegen wir links ab und sind
mittendrinn in Münchens Altstadt, das Platzl und ein paar Ecken später winkt
der Marienplatz!
Schon seit ein paar Straßen fallen uns einige Läufer(innen) auf die zum einen
nichts mit unserem Lauf zu tun haben, aber auch wohl keine Sonntagsmorgen-
Jogger(innen) sind. Meist ist Ihr Blick starr gebannt auf einen Zettel in der Hand.
Wir rätseln - die Lösung: Parallel zu unserem Lauf findet ein Orientierungslauf
statt:
Münchner Orientierungsfestwochenende - das spuckt das Internet aus - und
erklärt so die zahlreichen Begegnungen die wir in der Innenstadt erleben.
Als wir weiter bei erstmal noch dürftigen Wetter (gelegentlich leichter Regen)
durch die City laufen... der Marienplatz liegt kurz hinter uns - passiert folgendes:
Ein vor mir laufender Orientierungsläufer verliert seinen wichtigen Zettel, Er merkt
nicht sofort das der davonflattert - den Gag konnte ich nicht liegen lassen:
"Ich glaube Du hast Deine Orientierung verloren" - schon bückt Er sich nach dem
Zettel, guckt mich an.... und muss schmunzeln!
Auf einer großen Runde geht es durch das Münchener Zentrum, zu den Aussichts-
punkten und vielen Sehenswürdigkeiten. Natürlich mit einigen Höhenmetern und
Treppenstufen - doch das hält sich in Grenzen und wird immer wieder durch kurze
Erzählungen/Anekdoten (meist von Andreas) aufgelockert.
Auch der Neuling Frank findet Gefallen daran - so gut kennt Er München auch nicht.
Vorbei am Viktualienmarkt, die Frauenkirche fast umrundet sind wir wieder in der
Maximilianstraße (das Ende), über den Odeonsplatz erreichen wir den Hofgarten.
Schon haben wir die "grüne Lunge" Münchens erreicht, den Englischen Garten und
nicht zum ersten Male begegnet uns hier "berittene Polizei". Bereits vor KM5 ist
ein Fixpunkt, der Monopteros erreicht - kurzer Fotostopp muss hier natürlich sein,
wird auch als Trinkpause genutzt. Am Kleinhesseloher See vorbei, dem Schwabinger
Bach folgend laufen wir durch den Park weiter, vorm Nordfriedhof verlassen wir ihn
nach Westen, einige Unterführungen und Schleifen später sind wir im sogenannten
"Berliner Viertel".
Die Fassaden von Nobelhotels im Hintergrund, schon überqueren wir die nächste
Prachtstraße: die Leopoldstraße... und als wir am Schwabinger Klinikum vorbei-
laufen haben wir die 10KM-Marke erreicht. Am Scheidplatz meiden wir wieder die
Fußgängerampeln, dann rein in den Luitpoldpark und den entsprechenden Hügel
hoch, der nächste Aussichtspunkt ist erreicht. Nach 1KM Park über den Petuelring
sind wir im Olympiapark - neu ist das wir den Nordteil besuchen - der "berühmte
vielfache Wunsch einer einzelnen Person" (JA... das war ich) bringt einen Abstecher
ins ehemalige Olympische Dorf. Es ist wirklich ein besonderes Stück München - viele
kleine Häuschen, die mittlerweile u.a. als Studentenwohnungen genutzt werden.
Auch in meiner Verwandtschaft hat schon Jemand in einer solchen Studenten-Klein-WG
vorübergehend gewohnt. Aber es gibt auch die größeren Wohnblocks in den damals
die Sportler aus aller Welt untergebracht waren. Einer davon erlangte damals (1972)
traurige Bekanntheit durch das fürchterliche Olympia-Attentat. Sind die kleinen Häus-
chen zum Teil sehr farbenfroh (mittels Graffiti, oder sonstiger Malereien) gestaltet, bei
dem betreffenden Wohnblock mit Gedenkstein stellt sich bei mir doch große Beklemmung
ein - ich habe es damals recht intensiv (durch Medien) miterlebt. Trotz allem war der
Ausflug ins O-Dorf nicht nur für mich eine große Bereicherung... der Streckenteil soll
beibehalten werden - finde ich KLASSE!
Weiter im Olympiapark, nun nach Süden, wir streifen das Stadion und laufen in einer
Schleife auf den Olympiaberg zu. Wie von Andreas in der Ausschreibung angekündigt,
laufen wir am Schwimmbad diesmal nicht vorbei, wir beobachten für ein paar Augen-
blicke den Badebetrieb in schwülfeuchter Luft. Dieser Klimawechsel ist schon heftig, so
bin ich froh nach kurzer Zeit wieder die Frischluft draußen zu genießen. Nun ruft der
Berg - auf einigen hundert Metern müssen 50HM bezwungen werden - nur gut das es
heute nicht zu warm ist, Regen ist aber auch längst Vergangenheit. Vorbei an einem
Biergarten erklimmen wir den Gipfel - next famous Point!
Ein herrlicher Überblick nicht nur über das O-Gelände, die Handys werden gezückt und
Frank ist schier begeistert, Er gesteht: hier war ich noch nie - was für ein Versäumnis.
Mit seiner Familie will er diese Aussicht auf jeden Fall wiederholen.
Über einen Schlenker nochmals am Stadion vorbei, dann noch die recht neue SAP-Arena,
u.a. finden hier Eishockey- und Basketball-Spiele statt.
Nun sind wir auch schon am Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal, der seinen Ursprung im
Olympiasee findet... und 1KM später wechseln wir zum "reinen" Nymphenburger Kanal,
der uns natürlich zum gleichnamigen Schloß führt. Ein weiterer "Fixpunkt" beim MUCUT:
hier ist üblicherweise die HM-Marke erreicht und auch "Boxenstopp", was bedeutet in der
öffentlichen Toilette das zu tun was nötig ist, dazu gehört z.B. Wasser auffüllen.
Die Sechser Laufgruppe die zusammen geblieben ist macht sich auf den zweiten Teil der
großen Runde. Der Schloßpark wird in südlicher Richtung verlassen, nach ca. 2KM sind wir
schon fast draußen... durch ein kleines Wohngebiet erreichen wir den Hirschgarten. Hier
gibt es nicht nur einen der größten Münchner Biergärten, Andreas hat hier seit letzten
Jahr einen kleinen Trail aufgetan. Immerhin ein paar hundert Meter geht es eben ent-
sprechend vorwärts, eine tolle Abwechslung. Entlang der großen Bahntrasse auf die
Donnersberger Brücke zu und diese kreuzungsfrei (mit Ecken/Kurven) zu erklimmen.
Die Brücke wird über einen schmalen Abgang durch eine "Hochhausschlucht" verlassen
um kurze Zeit danach über eine Treppe erneut eine Bahnbrücke zu passieren, nun
wieder nördlich der Bahntrasse geht es über einen Fuß-/Radweg ohne Treppe im
Kreisel bergab. Der nächste KM verläuft nördlich der Gleise, Richtung Hauptbahnhof,
doch zuvor die letzte Trassenquerung über die Hackerbrücke, dann Richtung Theresien-
höhe. Der Termin in diesem Jahr beschert uns ein Frühlingsfest auf dem riesigen Platz,
wo im Herbst das Oktoberfest stattfindet. Der geänderte Streckenverlauf bedingt dies-
mal keinen Abstecher übers Messegelände nach Westen, wir laufen bald über den Platz,
der trotz dem Fest (das hier fast verloren wirkt), zum Großteil einfach leer ist.
Dann ist die Strecke wieder identisch, über Ludwigvorstadt und Alten Südlichen Friedhof
erreichen wir die Isar. Vorbei am Flaucher, den Isarauen... bei diesem Wetter kaum
Passanten unterwegs. Auf den langgezogenen Isarufer Richtung Thalkirchen sind die 35KM
erreicht. Bis wir nun endlich den südlichsten Punkt bei Maria Einsiedel erreicht haben... das
zieht sich nun aber. Gefühlt wird das nun ein Ultra, was aber wohl mehr mit der Dauer zu
tun hat. Die vielen Stopps und Kurzpausen fordern eben ihren Tribut...
Endlich queren wir die Isar am Marienklausensteg und wir verlassen das Isartal durch einen
Aufstieg, oberhalb des Tierparks Hellabrunn (östlich davon, entlang des Auer Mühlbach)
streben wir dem Giesinger Stadion zu (Heimat der 60'er Löwen). Als wir dort ankommen
beginnt es zu regnen, kurz unterstellen bringt nix... es wird intensiver und länger. Also
nun Kopfbedeckung auf und ab durch den heftigen Regen. Während Mitläufer Jacken
anziehen, habe ich keine Wahl - so wie ich eben bin, ab durch den heftigen Schauer. Es
geht schnell, ich habe kein trockenes Stück Stoff an mir, ich triefe vor Nässe und jeder
Schritt produziert kleine Wasserfontänen aus meinen Laufschuhen - was soll's, jetzt ist
es auch schon egal. Da vorne muss doch jetzt diese Unterführung kommen? Davor noch
in Wendekurven nach oben den kleinen Poißlweg hoch - ich warte kurz auf den Rest, Udo
ist weiter hinten, wir laufen weiter. Treppen hoch zur "Heilig-Kreuz-Kirche", der Regen
lässt langsam nach...
Den Giesinger Berg hoch, zum Nockherberg, runter zum Mariahilfplatz und wieder hoch
zum Auer Mühlbach - jetzt "riecht es nach Ziel" - ich will einfach nur noch zum Müllerschen
Volksbad. In Andreas finde ich einen Mitstreiter, wir machen sowas wie einen kleinen
Endspurt... was halt noch so geht, nach "stundenlanger Trödelei" - und irgendwann sind
wir dort - patschnass und fertig, aber im Ziel. Trotzdem war es wieder einfach herrlich
diesen Lauf durch München, da kann der Regen auch nichts ändern. Gleich nach uns
kommt Frank ins Ziel, wenige Sekunden später dann Bernie und Judith. Auch Udo
kommt, als wir uns gerade versuchen ein wenig zu trocknen. Wir verabschieden uns
und freuen uns über die tollen Eindrücke, bald fahren Frank und ich Richtung Nürn-
berger Autobahn, eine kurze Pause an der Tanke bringt mir "lebenswichtigen" heißen
Kaffee. Über die, wie immer toll gestalteten Medaillen von Bernie freuen wir uns auch
noch auf dem Heimweg - was für ein besonderes Lauferlebnis stimmt mir Frank noch
zu.
Grüße Roland
Zu den Fotos:
1. Ein paar Straßen weiter geht's los - auch der Regen
2. Am Marienplatz - auch jede Menge Orientierungsläufer kreuzen unsern Weg
3. Hoch zum Monopteros
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
2Weitere Fotos:
1. Mit meinem Lauffreund Frank im Luitpoldpark
2. Auf dem Weg zum Olympiapark diese Baumpracht
3. Überblick über das Olympische Dorf - neu im Programm
1. Mit meinem Lauffreund Frank im Luitpoldpark
2. Auf dem Weg zum Olympiapark diese Baumpracht
3. Überblick über das Olympische Dorf - neu im Programm
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
3Weitere Fotos:
1. Das wollte ich unbedingt sehen: Häuschen und Gässchen im O-Dorf
2. Die Farbe macht den grauen Beton erträglicher
3. Unsere Läufergruppe im O-Dorf
1. Das wollte ich unbedingt sehen: Häuschen und Gässchen im O-Dorf
2. Die Farbe macht den grauen Beton erträglicher
3. Unsere Läufergruppe im O-Dorf
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
4Weitere Fotos:
1. Auch DAS gehört dazu: Gedenktafel am Ort des schrecklichen Anschlags 1972
2. Immer noch atemberaubend - die besondere Dachkonstruktion
3. Diesmal auch ein Abstecher ins Olympiabad
1. Auch DAS gehört dazu: Gedenktafel am Ort des schrecklichen Anschlags 1972
2. Immer noch atemberaubend - die besondere Dachkonstruktion
3. Diesmal auch ein Abstecher ins Olympiabad
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
5Weitere Fotos:
1. Hoch zum Olympiaberg
2. Beeindruckter Frank - war hier noch nie
3. Relativ neu hier - SAP-Arena
1. Hoch zum Olympiaberg
2. Beeindruckter Frank - war hier noch nie
3. Relativ neu hier - SAP-Arena
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
6Weitere Fotos:
1. Seit letzten Jahr dabei: Traileinlage am Hirschgarten
2. Der Gegensatz: Hochhausschluchten
3. Abwärtskreisel von der Bahnbrücke
1. Seit letzten Jahr dabei: Traileinlage am Hirschgarten
2. Der Gegensatz: Hochhausschluchten
3. Abwärtskreisel von der Bahnbrücke
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
7Weitere Fotos:
1. Allseits bekannt: Bavaria an der Theresienhöhe
2. Diesmal ein Frühlingsfest passend zur Jahreszeit
3. Hier wird er mal wieder überquert - der alte Mühlbach
1. Allseits bekannt: Bavaria an der Theresienhöhe
2. Diesmal ein Frühlingsfest passend zur Jahreszeit
3. Hier wird er mal wieder überquert - der alte Mühlbach
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
8Weitere Fotos:
1. Eines von Vielen Münchner Kindl - in Giesing
2. Keine trockene Faser im Ziel - aber geschafft!
3. Im Abstand von wenigen Sekunden waren Wir im Ziel: Andreas, Ich, Frank und Judith (v.l.n.r.)
1. Eines von Vielen Münchner Kindl - in Giesing
2. Keine trockene Faser im Ziel - aber geschafft!
3. Im Abstand von wenigen Sekunden waren Wir im Ziel: Andreas, Ich, Frank und Judith (v.l.n.r.)
runners.high - Nomen est omen 
Re: 5.MUCUT 19.04.2026
9Weitere Fotos:
1. Urkunde und Medaille (von Bernie)
2. Garmindaten MUCUT
1. Urkunde und Medaille (von Bernie)
2. Garmindaten MUCUT
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