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24. Trollinger-Marathon am 10.05.2026

24. Trollinger-Marathon am 10.05.2026

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Glückwunsch - der Hundertste für Evi
 
Ich war spät dran mit meiner Anmeldung für den MA in Heilbronn - auch der "Trolli-MA"
genannt. Ausgebucht stand da- also dann eben nicht, dachte ich mir und entdeckte
dann es gib ab einen bestimmten Tag noch eine Möglichkeit einige zurückgegebene bzw.
nicht bestätige Anmeldungen werden dann vergeben. Na ob ich da noch eine Chance
habe? Dann hörte ich von Evi (Köppe-Neeb) - Sie richtet demnächst 50KM/MA-Läufe
in Erlangen aus, das Sie dort Ihren 100.MA/Ultra laufen wird - es wäre schön wenn ich
auch dabei wäre. Also setzte ich mich ans Notebook sobald diese "letztmöglichen Start-
plätze" vergeben werde... und siehe da, ich habe eine zurückgegebene Start-Nr. erhalten.
In der Tat ist diese Start-Nr. schon mit einem Namen bedruckt, als ich sie abholen - ich
streiche den Namen eben durch und schreibe meinen drauf.
Wieder mal ist eher bewölktes, eher regnerisches Wetter vorhergesagt - die vergangenen
Erfahrungen lassen mich jedoch von vornherein eher an prallen Sonnenschein und Schwüle
glauben - was in der tat dann eher zutrifft. Dementsprechend wähle ich mein Laufdress, kurz-
kurz ist angesagt und die Weinberge hoch (aber auch gelegentlich runter) werde ich jede 
Menge Schweiß vergießen, genauso kommt das auch.
Die Anreise ist unkompliziert aber sehr zeitig, da der Start bereits um 8:30 Uhr erfolgt, bei
ca. 2Std Fahrzeit ist also schon vor 5 Uhr die Nacht vorbei.
Kurz nach den Abholen der Startunterlagen treffe ich Klaus - für Ihn ja fast ein Heimspiel, 
Er wohnt ja im Stuttgarter Raum - ich wünsche Ihm viel Glück und gute Beine (die wird Er
haben) und treffe kurz darauf auf Evi mit Ihrer Tochter und Freund - auch Sie sind beim 
Lauf dabei. Die Urkunde vom MA100-Club wird Sie nachher im Ziel von Jürgen Klopfer be-
kommen, ich kenne Ihn auch von vielen gemeinsamen Läufen.
Ihr wünsche ich auch ganz besonders viel Glück und genieße Deinen Hundertsten rufe ich
Ihr noch hinterher, als ich mich auf den Weg zum Start mache - Sie nimmt einen anderen
Weg, da Sie noch zum Moderator an die Startlinie soll - Sie wird entsprechend angekündigt
und kurz interviewt.
Der erste Startblock ist weg und eine Minute später wird der Rest gestartete - mit leicht
gebremsten Elan geht es bei mir los - ich weiß kurz vor der 10Km-Marke kommt ein steiler
Anstieg die Weinberge hoch - da kann man Reserven gut gebrauchen - von einer Änderung
der Laufstrecke die später wirksam wird habe ich leider nichts mitbekommen (sie war wohl
schon im letzten Jahr gültig, als ich jedoch nicht dabei war).
Aber erst mal geht es am Neckar entlang, der überquert wird und auf der anderen Seite 
zurück und weiter Richtung Süden (bis ca. 4,5KM), es ist relativ begrünt, fast parkähnlich
und entsprechend schattig - gut zum Anfang. Immer wieder stehen Interessierte und
Anfeuerungswillige am Straßenrand und ich lasse mich dann doch etwas mitreißen von
der positiven Stimmung.
Doch kaum haben wir den Ortsteil Sontheim (1.VP) durchlaufen sind wir auf schmalen
Teerstraßen aber ohne jeden Schatten unterwegs. Am Ende des nächsten Ortes Flein
durchlaufen wir einen Kreisverkehr, der mir unweigerlich sagt: jetzt kommt gleich die
heftige Steigung den Weinberg hoch. Ja genau, es geht rechts rum, dann biegen wir
von der Landstraße ab und es geht so richtig hoch. Wenn man darauf gefasst ist, in 
etwa weiß wo sie zu Ende ist - weniger schlimm empfinde ich das - doch Kräfte/Reserven
kostet es trotzdem. Ich kämpfe mich hoch und spüre mal wieder Wille und  Kraft ist da -
wobei der Wille sicher noch länger da sein wird als die zu Ende neigende Kraft. Was soll's,
das kenne ich ja! Dort wo Viele das Gehen anfangen kann ich noch hochlaufen, ich weiß
es folgt ein VP und dann geht es herrlich Downhill - eine ganze zeitlang zum genießen...
also wird hochgestürmt... so gut es eben geht. 
Das tut auf jeden Fall gut für die Motivation, wenn man den Berg hoch so manche
Konkurrenz überholen kann, die vorher leichtfüßig an einem vorbei gelaufen sind.
Und nachher abwärts setzt sich das erst Recht fort - abwärts laufen kann ich, das 
dürfen auch die Anderen (Überholten) merken.... auch wenn sich das nachher bald
wieder ändern wird....
Ich habe beim Start nicht mitbekommen wo denn Evi, nach Ihren Interview in den
Laufpulk eingestiegen ist - ist Sie nun vor oder hinter mir?  Vom Leistungsvermögen
stufe ich Sie auf jeden Fall schneller ein als ich laufen kann, entweder ist Sie bereits
vor mir (eher unwahrscheinlich), oder Sie wird mich demnächst überholen (sehr wahr-
scheinlich).
Ich lasse es also die ca 1,5KM Downhill so richtig rollen, bezeichnenderweise heißt
die Ortschaft unten Talheim, dann überqueren wir die Hauptstraße und etwas später
wieder den Neckar nach Westen. Wir laufen durch Lauffen und mir fällt ein: kommt 
da jetzt demnächst dieses gefühlt ewig lange Stück durch ein ödes Industriegebiet,
der Neckar nur in der Nähe. Doch genau dieses bleibt uns erspart, wohl dank einer
Streckenanpassung seit letzten Jahr. Ich denke mir immer, kommt das noch, oder wie?
Zweimal bin ich diesen relativ trostlosen Abschnitt gelaufen - ich trauere dem nicht 
nach. Stattdessen geht es einen Weg vorbei an einer Art Kleingärten und Felder, 
relativ wenig Schatten, aber das wäre im Industriegebiet identisch gewesen. Mal
Teer-/Betonstraße aber auch mal gut befestigter Schotterweg, durchaus gut laufbar,
auch wenn so langsam (nach Halb-MA-Marke) die Kraft nachlässt und die VP-Pausen
länger werden, ich freue mich wenn es dort auch Cola gibt und trinke immer mind.
2 Becher Flüssigkeit, von meinen Trinkgurt ist nur ein kleiner Schluck weg. Bis jetzt
hat uns ab den Neckar die Zaber begleitet, nun nach Nordwesten ist es nur noch ein
kleines Bächlein das links von uns dahinfließt.
Ein weiterer kleiner Anstieg wartet auf uns bis endlich Dürrenzimmern KM25 erreicht
wird. Von hinten kommt Evi, ich grüße Sie kurz und warte darauf das Sie vorbei läuft.
Doch Sie erzählt was, es geht ihr nicht so gut und Sie wird auf Ankommen laufen
müssen - so laufen ich also weiter vor und bald reißt die Verbindung zu Ihr und
einigen Mitläufer(innen) ab - ich laufe also wieder alleine.
Ich merke, so langsam bin ich gar nicht - trotz der Hitze und Erschöpfung, mal sehen
was sich daraus noch "machen lässt" - gehe eher davon aus das mich die Ermüdung
weiter langsamer werden lässt, die Wärme nimmt jedenfalls zu.
Wiederrum fällt mir auf: auch hier wurde die Laufstrecke angepasst - nicht grundsätzlich
anders, aber eben verändert... es lenkt von dem einen oder anderen Wehwehchen ab, 
das sich so einschleicht... dem ich aber nicht nachgeben will. Mit meinen "Achtungs-
prozess" würdige ich entsprechende Körperteile, was ungefähr so aussieht:
Hallo linkes Knie, ich weiß Du leistest heute viel - trotz Schmerzen... das ist Klasse
und ich respektiere die Schmerzen, aber jetzt laufe ich den MA fertig und dann gibt
es jede Menge Erholung, Pflege und Würdigung.
So oder ähnlich kann das mit mehreren Körperteilen funktionieren... es hat sich be-
währt und scheint meine Resilienz zu fördern... also mache ich DAS so!
Es folgt der westlichste Punkt der Strecke, der nun auch wieder verändert ist, einige
hundert Meter des Teil ist als Begegnungsstrecke ausgeführt, im Ort Neipperg ist ein
VP, aber auch eine Zeitmessung (KM28,5), falls man versucht auf der Begegnungs-
strecke abzukürzen. Auch hier kann ich Evi nicht mehr entdecken, Sie muss ein Stück
weiter hinten sein.
Ich weiß jetzt wie es weitergeht...es sei denn auch dieser Streckenteil wurde angepasst.
Okay es kommt wie erwartet - ein Stück durch die Weinberge, ohne großes Auf und Ab,
in nordöstlicher Richtung. An ein paar bewirtschafteten Station vorbei, mit Bierbänken
und weinseligen Besuchern und Musik - da und dort werden wir auch wieder angefeuert.
Das nehme ich gerne mit, ich lasse mich motivieren... aber wie so oft fordere ich auch
die Zuschauer an der Straße oder Bänken/Stühlen auf... da stehen plötzlich Welche auf,
die vorher eher teilnahmslos hinter Ihren Weinglas gesessen haben... und irritieren auch
Ihre Sitznachbarn damit... ich schmunzle und lasse mich "beflügeln".
Nicht so schlecht, denn nach den Orten Nordhausen + Nordheim folgt der letzte Anstieg,
da die Kräfte schwinden, für mich wohl der heftigste - in Wirklichkeit ist er wohl nicht so
schlimm. Aber auch den kenne ich und weiß wann und wo er vorbei ist... und dann geht
es fast nur noch eben bzw. bergab. Da versuche ich jetzt dann noch rauszuholen was in
mir steckt... wieviel auch immer DAS sein mag.
Wandernde und Gehende Läufer(innen) vor mir sind da eigentlich kein Anreiz, aber die
langsam Laufenden vor mir - das reizt mich dann doch immer wieder. So habe ich den
Anstieg hinter mir und lasse es nun laufen... immer wieder erstaunt es so Manche, das 
da Jemand "recht flott laufend" auf den letzten KM an Ihnen vorbeiziehen kann.
Die Zuschauer nehmen wieder zu als es durch die Vororte Klingenberg und Böckingen
geht, sogar ein DJ eines Lokalradios ist vor Ort und spielt motivierende Musik... da
lasse ich mich nicht dreimal bitten, die Fäuste hoch, ein kleines Tänzchen und irgend-
wie lege ich nochmals einen Zahn zu - erreiche beschwingt Heilbronn, überquere ein
letztes Mal den Neckar und sammle auf den Endspurt noch jede Menge Mitläufer ein...
nun aber rein ins Franken-Stadion.
Abbiegen nach links und schon die blaue Tartanbahn im Blick, an mir spurten
doch tatsächlich einige Läufer(innen) vorbei - es sind Staffelteilnehmer, welche
die letzten Hundert Meter zusammen einlaufen...  sozusagen keine Konkurrenz - 
da muss ich selber schmunzeln - ab über die Ziellinie, Medaille umhängen.
Irgendwas mit 4:35 Std zeigt meine Uhr an - damit bin ich SEHR zufrieden.
Schnell lasse ich mich fotografieren - heute habe ich wenige Fotos gemacht - so
ist das, wenn einen unterwegs plötzlich der Ehrgeiz und Lauflust heftig packt.
Jetzt warte ich zusammen mit Jürgen Klopfer, Er ist übrigens als Pacemaker
für die 3:30er unterwegs gewesen.
Nach 4:53 Std ist Evi da, Sie läuft erkennbar unrund, ist wohl verletzt - aber
Sie strahlt, Sie hat Ihren 100 MA/Ultra geschafft und bekommt eine Medaille
und Pokal vom MA100-Club überreicht. Ich beglückwünsche Sie ganz herzlich,
dann verabschieden wir uns erst mal.
Wir treffen uns 1Std später bei einem Italiener, erstmal frisch machen die
Weinflasche Trollinger abholen (gibt's für alle Starter obendrauf) und einen
Happen essen. Dann zum Auto, ich lasse mich zu Lokal navigieren und dort
wird der Hundertste von Evi ausgiebig gefeiert. Ihre Tochter mit Freund und
Jürgen ist auch da. es wird geflachst und Läufergeschichten erzählt, Pläne
ausgetauscht und viel gegessen, getrunken und gelacht.
Bald bin ich zuhause und Evi schreibt mir ein paar Tage später - ein Muskel-
faserriss hat Sie ausgebremst, zum Glück nicht komplett, jetzt erst mal
etwas Pause dann geht es weiter mit dem 101ten usw. - viel Glück und
Freude dabei.
Gruß Roland   

Zu den Fotos:
1. Am Start des Trollis - der zweite Startblock
2. Bei ca. 10KM geht es die Weinberge hoch
3. Auf der markanten blauen Laufbahn im Ziel
runners.high - Nomen est omen :logik:
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