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Teil 2 des Pfingst-Doppeldecker

Teil 2 des Pfingst-Doppeldecker

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11. Isar-Süd-Marathon - eine hitzige Angelegenheit
 
Gestern schon nahe Regensburg - heute nach München, wieder fahre ich
nach Süden nur etwas weiter westlicher und südlicher (statt A3 die A9).
Eine große Erholung vom Hitzewettkampf am Kunstweglauf hatte ich kaum,
dazu noch (obwohl müde) schlecht geschlafen. Aber wenn ich mir das schon
mal vornehme...
Zeitig bin ich am üblichen Treffpunkt Müllersches Volksbad, verstaue meinen
Getränkevorrat im Laufrucksack, auch heute wird es warm werden und die
ausgekundschafteten Wasserstellen (Service vom Veranstalter Andreas Bettingen)
alleine helfen mir da nicht weiter. Ich brauche Iso und Cola (ab einer gewissen
Laufdauer), gerne dann verdünnt mit Wasser. Die Mitläufer(innen) kommen so
nach und nach dazu. Daniel und Thomas sind (wie meist) früher gestartet und
sind auch in einer anderen Geschwindigkeitsliga unterwegs. Dazu kommt noch
ein Neuling, Russel ist zum ersten Male bei derartigen Läufen dabei - Er wird
später auch etwas Gas geben und nicht mit im Pulk laufen. Andreas, Judith und
Bernie werden fast komplett als Gruppe laufen, mit gemeinsamen Ratschen,
Kurzpausen inklusive.
Wir starten um 8:30 Uhr und es geht erstmal Richtung Norden, ca. 3Km wird
bis zum Wendepunkt gelaufen, dann wieder zurück zum Volksbad, um dann
endgültig (immer der Isar entlang) nach Süden zu laufen. Dort wird am Georgen-
stein von der Isar weggelaufen. Auf einer Hochebene (etwas entfernt, aber Blick
zur Isar) wird zurückgelaufen.
Wir sind also nun auf dem Weg nach Süden, erst mal recht nahe an der Isar, jetzt
ist es noch nicht so heiß und ohne Schatten ist noch erträglich, bei KM7,5 unter-
queren wir die Reichenbachbrücke und ich trinke schon mal heftig von meinem
Vorrat. Der gestrige Lauf und die definitiv kommende Wärme sagt mir, trinken,
trinken und nochmals trinken - zudem Tempo zügeln... Hauptsache mit dem
Pulk mithalten können, nicht das ich noch zur Erschöpfung mich mit GPS zu-
recht finden muss. Es wird herausfordernd doch ich bin trotzdem optimistisch.
Also weiter an der Isar entlang, erst etwas unrund über "Stock und Stein" -
später einige Meter entfernt, aber auf gepflegten Asphalt, das liegt mir heute
mehr. Ein weiterer Vorteil dieses Weges, er liegt größtenteils im Schatten -
ein entscheidendes Plus. Wir streifen die Rückseite des Zoo und entdecken
hin und wieder Tiere die auch etwas Kühle suchen.
Weiter entlang am Südufer der Isar, wir kommen am Flaucher an  - um diese
Uhrzeit liegen hier noch keine/wenige Nacktbadende, das wird auf dem Rück-
weg anders aussehen, wir kommen dann über die Fußgängerbrücke vom
Nordufer herüber. Wir laufen noch ca. 1,5KM hier weiter, überqueren den
Fluss am Marienklausensteg zu einem Trinkbrunnen um anschließend auf
dem Mittelweg zwischen Isar (links) und Isarwerkkanal (rechts) weiter
zu laufen. Hier gibt es naturgemäß keine Bäume und größeren Sträucher,
deshalb auch fast kein Schatten (gelegentliche Brücken sind die Ausnahme).
7KM geht es mit einer kurzen Ausnahme (ca. 700m) auf diesen Zwischen-
streifen entlang. Gelegentlich Spaziergänger/Wanderer oder Radfahrer be-
gegnen uns -selten sieht man Badende. Es wird zunehmend heißer und für
meine Mitläufer wird der Weg zur nächsten Wasserstelle weit, ich biete etwas
von meinen Vorräten an... und automatisch rationiere ich meine Getränke.
Es ist nicht mehr weit und wir erreichen die Halbmarathonmarke, links der
Stadtteil Grünwald, rechts droben auf der Hochebene über dem Isartal erst
Pullach dann Höllriegelskreuth - da oben geht's nachher zurück. Vorbei an 
einem von vielen Wasserkraftwerken wechseln wir über den Kanal, der bald
endet. Nun gibt es nur noch die Isar, links von uns und nach einem kleinen
Waldstück (herrlicher Schatten) erreichen wir unser Zwischenziel, den fast
südlichsten Punkt: Georgenstein - eine Art Mini-Insel in der Isar. Früher war
diese Isarstelle bei den Flößern sehr gefürchtet wegen der Gefahr zu kentern.
Heutzutage wird sie zum Teil (wir erleben es live) zum Baden und als Liege-
platz genutzt. Wir verweilen kurz, Fotostopp, ich wechsle meine Getränkevor-
räte aus dem Rucksack nach vorne in den Trageriemen.
Nach einem Waldstück - kurz auf- und abwärts, beginnt ein steiler Aufstieg
im Wald nach Baierbronn, bei KM26,5 erreichen wir den Ort. Der Brunnen den
Andreas anvisiert ist trocken, aber es wird bald der nächste kommen, meint Er.
Nach 34KM haben wir Pullach erreicht, wir blicken von der Hochebene hinunter
ins Isartal, auf der anderen Seite in Grünwald ist sogar die alte Ritterburg zu
sehen. Wir haben nun kaum mehr Anstiege vor uns - es wird lange leicht ab-
wärts gehen bis wir wieder unten die Isar erreichen. Vorbei am immer noch
abgesperrten Gelände vom BND (hier steht aber sehr viel leer), laufen wir oft
im Schatten und hinunter... herrlich das tut gut, gibt mir die Zuversicht weiter
mit dem Pulk zu laufen und das Ziel zu erreichen. Wieder teile ich Getränke mit
den Anderen. Der nächste Brunnen kommt sicherlich bald, daran kann auch ich
mich erinnern. Bevor wir Grosshesselohe erreichen ist es soweit, die Flaschen
werden aufgefüllt, ich verdünne nochmals mein Iso bzw. Cola  - das sollte jetzt
reichen. Entlang der berühmten Waldwirtschaft (WaWi) laufen wir zur Brücke die
vom Ort Ihren Namen hat - die Eisenbahn und darüber Fußgänger können hier
die Isar passieren. Für uns geht es nur, aus alter Gewohnheit, einmal rüber -
"touch the botton" (gehört zur offiziellen GPS- Route) und zurück. Links von uns
sicherlich sehr begehrte und entsprechend exklusive Wohnlage: Häuser mit Gärten
an der Isar, oder eben Wohnanlagen mit Balkonblick zum Fluss. Rechts Golfclub,
Freibad mit Isarwasser (sicherlich sehr frisch), Mühlbach und Maria-Einsiedelbach.
Hier erscheint München noch nicht so übervoll und fast heimelig - dann entlang 
vom Klinikum Süd und Isarkanal, der wird überquert und übern Flauchersteg sind
wir nun wieder auf der Isarsüdseite. Hier ist also der Flaucher nun voll (mit einigen
Inseln im Fluss) mit den berühmten Nacktbadenden, es schließt sich gleich ein riesiger
Biergarten an (der Name Flaucher stammt vom früheren Pächter der Gaststätte)
Jede Menge Touristen und Einheimischer flanieren hier an der Isar und dem Steg
entlang: Sehen und gesehen werden lautet hier das Motto.
Nach einem letzten Wasserstopp, den ich nicht benötige geht es die letzten KM 
zum Ziel. Ich entdecke noch wenige Reserven in mir und trabe dahin, da mir 
grade Niemand folgen möchte, laufe ich eben alleine zu, jetzt kann ich mich nicht
mehr verlaufen und ich will endlich fertig werden. Also werden die letzten Körner
"verbraten" und ich geb etwas Gas - soweit man das so bezeichnen kann. Nochmals
blicke ich zurück, es folgt Keine(r), also noch einen Schluck aus dem Trinkgurt und
die letzten 2,5Km zum Müllerschen Volksbad... geschafft. Ich stoppe die Uhr und
setze mich auf einen Poller, übergebe mein Handy an einen Spaziergänger für ein
Finisherfoto und gehe zum Auto. Schon kommen die Anderen an und es gibt ein
großes Hallo... wir verabreden uns sogleich für den nebenan liegenden Biergarten
an der Muffathalle. Ich trockne mich ab, ziehe mich am/im Auto um und freue mich
auf ein gemeinsames (alkfreies) Finisherbier und eine große Breze. Etwas Ratsch
und Prosit und dann brechen wir auf. Nach dem Abschied brauche ich erstmal wieder
den üblichen Kaffee an der Tanke für die Heimfahrt.
Ich habe den Doppeldecker an Pfingst-Sa und So überstanden - okay schön zurück-
haltend gelaufen... war aber bei der Wärme auch geboten und freue mich zumindest
noch an diesem Tag bester Gesundheit. 
Mit diesen Läufen hat leider meine Serie von "kurz aufeinander folgenden" MA
ein jähes Ende. Am 28.Mai bin ich bei Gartenarbeiten von der Leiter gestürzt...
und noch eine Steintreppe hinuntergefallen. Wie das genau passiert ist - ich
weiß es nicht wirklich - Gedächtnisaussetzer und Bewusstlosigkeit. Ich wurde ins
Krankenhaus eingeliefert und war erst wieder richtig bei mir als meine Platz-
wunden am Kopf genäht wurden. Ich hatte wohl einfach total Glück (im Unglück)-
nix gebrochen, zwar blaue Flecken und Blutergüsse fast an der kompletten linken
Körperhälfte, aber erstmal alles halb so schlimm.
Wegen der Bewusstlosigkeit lag ich dann auf der Beobachtungsstation, also
alles verkabelt. Ich konnte also nicht wirklich aus dem Bett raus und bemerkte
erst spät das ich links praktisch nicht auftreten konnte. Nochmaliges Röntgen
ergab eben keinen Bruch, mehr wurde leider nicht untersucht. Ich bin nach
der zweiten Nacht auf Krücken nach Hause - das ich dabei einen Bänder(an-)
riss mir zugezogen habe, ich ahnte es nicht...
Grüße Roland

Zu den Fotos:
1. Start und Ziel immer am Müllerschen Volksbad
2. Startaufstellung zum 11. Isar-Süd-MA (nicht alle starten zur selben Zeit)
3. Graffiti an der Isarbrücke - auch auf der Urkunde
runners.high - Nomen est omen :logik:
Dateianhänge

Re: Teil 2 des Pfingst-Doppeldecker

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runners.high hat geschrieben: 28.07.2026, 22:35 Am 28.Mai bin ich bei Gartenarbeiten von der Leiter gestürzt...
und noch eine Steintreppe hinuntergefallen. Wie das genau passiert ist - ich
weiß es nicht wirklich - Gedächtnisaussetzer und Bewusstlosigkeit....
Nochmaliges Röntgen ergab eben keinen Bruch, mehr wurde leider nicht untersucht. Ich bin nach
der zweiten Nacht auf Krücken nach Hause - das ich dabei einen Bänder(an-)
riss mir zugezogen habe, ich ahnte es nicht...
Ohjeee, na du machst ja Sachen... :uah: :geil: :traurig: Ich hoffe, du bist inzwischen wieder halbwegs (lauf)fit ?!
5 km - 21:41 (18.10.2025 - SportScheck Run)
10 km - 44:40 (16.10.2022 - The Great 10K)
HM - 1:38:42 (24.08.2025 - die Generalprobe)
25 km - 02:02:00 (15.05.2022 - S 25)
M - 03:38:13 (25.09.2022 - BM)
50 km - 04:32:07 (17.03.2024 - Werderseelauf)
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