Tegernsee-Marathon - der Zweite 12.07.2026
Die letztjährige Premiere dieses MA von Andreas Bettingen war eines der
Highlights im Laufjahr 2025. Spontan sagte ich nach dem Finish, in 2026
bin ich auf jeden Fall wieder dabei.
Fast hätte mir ja mein Leiter-und Treppensturz kurz nach Pfingsten einen
Strich durch die Rechnung gemacht - doch rechtzeitig bin ich wieder so
halbwegs lauffähig und habe es ja schon vor 4Tagen bei Ulli in Crailsheim
unter Beweis gestellt.
Wir laufen im Vergleich zu 2025 6Wochen früher, damals war es nicht so
warm und am See und drum herum nimmer so viel los. Beide Bedingungen
sind diesmal komplett anderes - die Wärme wird es uns diesmal zu schaffen
machen, der "größere Betrieb" am und um den See herum, den registriere
ich aufmerksam (Parkplatzsuche), aber behindern wäre doch übertrieben.
Die Anreise gestaltet sich als unkompliziert und selbst ein sehr naher Park-
platz findet sich noch, da fährt direkt Jemand weg und ich kann noch um-
parken. Mit großem Hallo wird sich begrüßt, Getränkevorräte werden in die
Laufrucksäcke verstaut, zur Not kann nach ca 19Km nochmals am Auto auf-
gefüllt werden. Da kommen wir wieder an diesem kleinen Parkplatz in Rottach-
Egern an der Südseite des Tegernsees vorbei... um die Weißach bis zur Sieben-
hütten-Alm entlang zu laufen, anschließend auf leicht veränderten Weg zurück.
6 Läufer(innen) werden der Wärme trotzen und die Strecke per GPS-Track abzu-
laufen. Ich habe den Track zwar auf meinen Handy, werde ihn aber nicht brauchen.
Ich werde mit dem Organisator Andreas Bettingen und Judith in der Gruppe laufen,
mal sehen wer sich noch anschließt... zudem kenne ich ja die Strecke vom letzten
Jahr noch gut - viel Aufmerksamkeit ist da nicht nötig.
Das Wasser des Tegernsee ist geradezu erstaunlich türkisblau - so habe ich das
bisher nur bei Gebirgsflüssen erlebt, allen voran der Lech, er ist dafür geradezu
ein Paradebeispiel. Woher dieses Wasser kommt und warum es die Eigenschaften
hat habe ich anlässlich meines Lech-MA's 2024 berichtet.
Wir gehen zum Start an den See, letztes Jahr starteten wir direkt am Parkplatz.
Um 10 Uhr starten wir auf den Uferweg in Rottach-Egern, schon jetzt scheint die
Sonne kräftig und wir freuen uns über jedes Lüftchen das vom See rüber weht.
Hier an der Ostseite laufen wir immer sehr nah am See, am Uferweg entlang und
teilweise ist hier schon viel Publikumsverkehr, Spaziergänger, Wanderer, Badende
und natürlich auch Radfahren mit und ohne E-Antrieb. Schnell ist klar wie die Auf-
teilung der Gruppe ist: Russell ist gut drauf läuft flott los, weg ist Er, Andreas, Judith,
Bernie und ich laufen als Gruppe zusammen, Udo beginnt verhalten. Der Ort Tegern-
see wird durchquert, noble Hotels und Gastronomie dominiert das Straßenbild.
Etwas später, wesentlich kleiner, langgezogen am Ufer Sankt Quirin. Bald brauche
ich meinen Trinkgurt bzw. Rucksack, unterwegs hat Andreas wieder Wasserauffüll-
station ausgekundschaftet - die werde ich zumindest zur Erfrischung brauchen...
Nach 9Km am Ostufer kommt der erste Brunnen, kurz vor der Wende im Norden,
über die Brücke geht's dann über die Mangfall, ein Abfluss des Tegernsee, sie be-
sitzt also keine Quelle.
Auf der Brücke Fotostopp, es geht weiter und schnell sind wir auf der Westseite,
dort entfernen wir uns gelegentlich etwas weiter vom See. Ganz wenig schatten-
spenden Bäume und dann auch noch heftig den Berg hoch - bedeutet schöne
Aussicht zum See, aber der Schweiß fließt in Strömen, das braucht einen großen
Schluck Isodrink. Die Ortschaft Kaltenbrunn besteht vornehmlich aus einer
Gaststätte und einen Großparkplatz, den wir überqueren... anschließend die
gewonnenen Höhenmeter wieder runter. Nahe der Bundesstraße und dem See
laufen wir auf Bad Wiessee zu, doch es geht links ab Richtung See, endlich wieder
Schatten, ein Waldweg gibt uns kurzzeitigen Sonnenschutz... das tut gut.
An den Uferanlagen von Bad Wiessee rein in den Hafen, dort ist ein Haltepunkt
für die Tegernsee Schifffahrt, ca. KM16. Es geht weiter nach Süden, dabei müssen
wir noch eine Ausbuchtung des Tegernsee, den sogenannten Ringsee umlaufen.
Kurz zuvor die gleichnamige Ortschaft, anschließend überqueren wir die Weißach
und landen am Autoparkplatz. Ich tausche volle Getränkeflaschen gegen leere aus
bzw. fülle nach, wir treffen uns am Weißachdamm wieder und laufen weiter. Das
Bild das sich mir bietet als ich zum Fluss runtergucke ist noch erbärmlicher als im
vergangenen Jahr. Da stand noch minimal Wasser im Flussbett, jetzt ist er total
ausgetrocknet, nur Geröll und Steine sind zu sehen. Es ist aber nicht nur den
geringen Niederschlägen bzw. Schneeschmelze zuzurechnen, der Untergrund
lässt das Restwasser öfter mal versickern - weiter südlich führt die Weißach
wieder Wasser, wie ein "richtiger Fluss".
Nach wenigen KM wird aus dem Hochdamm ein normaler Uferweg, teils geteert,
teils Schotterweg, aber gut befestigt für all die Freizeitsportler und Spaziergänger.
Auch heute sind davon Einige unterwegs, das war im vergangenen Jahr bedeutend
weniger. Was aber den Rest des Laufes angenehmer gestalten wird, der Uferweg
geht durch den Wald und bringt trotz der zunehmend Wärme jede Menge Schatten.
Da und dort gibt es Freizeit- und Fitnessgeräte am Rand, Spielplätze für die Kids,
am Weißachufer (jetzt mit Wasser) gibt es Sonnenanbeter und Badende.
Gelegentlich ernten wir erstaunte Blicke, eine Gruppe Läufer an derart warmen
Tagen zieht Blicke auf sich und ein paar neugierige Fragen.
Trotz allem Schatten, der Lauf wird anstrengend und klar, ich spüre den MA von
vor vier Tagen noch in meinen Beinen, aber das selbsterwählte Schicksal wird
natürlich ertragen, der MA durchgezogen. Dort wo wir einen weiten Ausblick haben,
rechts von uns Bergspitzen der Alpen, geradeaus auch die Berge, auf die Sieben-
hütten-Alm zu, dort entspringt der Fluss, der uns entgegen fließt.
Kaum merklich geht es momentan aufwärts, wir laufen ja gegen die Fließrichtung,
später wird es intensiver, kurz vor der Wende... das sagt mir die Erfahrung von der
Premiere des Tegernsee-MA. In Kreuth am Brunnen gibt es noch an einem weiteren
Brunnen eine erfrischende Abkühlung - die kann ich nur zu gut brauchen.
Nach einigen Flussbiegungen geht es hoch zur Alm - ich kenne diesen Begriff nur
von Gebäuden die weit oben in den Bergen liegen, eine Alm zu der es nur einige
Höhenmeter nach oben geht... das sind nicht mal 100HM. Trotzdem ist möglichst
nah ein Großparkplatz und die Spaziergänger, Wanderer und dergleichen werden
wohl zum Teil das Gefühl haben Sie sind auf die Alm "hochgestiegen" - bei dieser
Vorstellung muss ich dann nur noch schmunzeln... wir laufen hoch - und gut ist!
Das Ganze sind maximal 2KM über ein Brücke erreichen wir die gut besuchte
Siebenhütten-Alm. An das herrlich frische Wasser am Trinkbrunnen dort erinnere
ich mich noch gut. Es fließt etwas spärlicher und im Trog davor werden Getränke-
kästen gekühlt - es ist absolut kühl und schmeckt herrlich, ich fülle Vorräte auf.
Die Fortsetzung des Wegs führt durch den Biergarten und noch ein kleiner Anstieg
dann haben wir die Wende erreicht.
Jetzt noch ca. 11KM und nur noch abwärts bis ins Ziel nach Rottach-Egern. Die
Zuversicht auch heute zu finishen wird immer größer. Der Downhill führt uns
erstmal zum Wildbad Kreuth, vorbei an einem Restaurant mit Biergarten, dann
sehen wir linkerhand den fast schloßähnlichen Riesenkomplex - vor einigen
Jahren waren hier in der Abgeschiedenheit die Klausurtagungen des CSU, das
ist schon Geschichte. Einsam und verlassen wirkt das große Gebäude, weiter
abwärts und bald sind wir wieder am Fluss zurück.
Nun kommt das letzte lange Stück, am Uferweg entlang bis Rottach-Egern mit
einer kleinen Abweichung die wir laufen einfach parallel zur Strecke vorhin.
Erst mal noch eine Erfrischung am Brunnen in Kreuth, ich laufe ja heute mit
Mütze (sehr ungewöhnlich), habe mich so etwas daran gewöhnt... und die wird
nun vollends ins kühle Nass getaucht und wieder aufgesetzt. Die Anderen ver-
weilen noch kurz am Wasser, so ziehe ich erst Mal alleine los - jetzt kann nichts
mehr passieren, immer an der Weißach entlang, bis ich am Parkplatz angelangt
bin. Doch ich merke mein Aufbruchssignal wird von den Mitläufern registriert und
die kleine Beschleunigung auch wohlwollend angenommen.
Ab sofort gibt es nur noch kurzen Fotostopp, getrunken wird im Lauf und ohne
jetzt riesigen Ehrgeiz zu entfachen, laufe ich jetzt so das es nicht zu sehr in die
Länge zieht. Erfreulich das es möglich ist, wenn gleich ich eine Einschränkung
von den Bändern am linken Sprunggelenk durchaus verspüre. Aber wirklich auf-
halten kann mich das nicht - so geht das halbwegs zügig dahin und ich merke
Andreas folgt mir durchaus.
Als ich auf dem letzten 1,5KM nochmals zulege, spüre ich Ihn weiter hinter mir -
es scheint Er will sich einen Schlussspurt mit mir liefern. Ich ziehe das Tempo
weiter an, einen echten Spurt kann ich meinem lädierten linken Fuß nicht zu-
muten. Andreas bleibt mir im Nacken - als Er 20/30Meter vor der imaginären
Ziellinie lossprintet lasse ich Ihn gewähren....
Herrlich ist's hier, auch wenn es gut warm war - ein toller Tegernsee-MA, auch
jetzt sage ich sofort. Bei der nächsten Ausgabe bin ich gerne dabei. Auch wenn
es nicht ganz für unter 6Std gereicht hat - 6:03Std sind absolut okay, die Zeit
spielte bei diesen Gruppenlauf-MA keine Rolle und ich bin froh wieder so richtig
beim MA-Laufen dabei zu sein - war ja eigentlich nur kurz weg.
Kurz darauf läuft Judith über die Ziellinie, Bernie wenige Minuten später. Während
die Anderen zum Baden in den See gehen, dusche ich mich gleich an der Toiletten-
anlage und ziehe mich um. Nebenan hole ich mir gleich einen Kaffee und warte -
wir haben vereinbart das wir noch ins Tegernseer Bräustüberl fahren. Russell ist
schon weg und auf Udo brauchen wir nicht zu warten, Er will gleich nach Hause.
Im Biergarten des Bräustüberl lassen wir uns es so richtig gutgehen, bei (alkfreien)
Bier und leckeren Abendessen unterhalten wir uns noch prächtig, werden von einer
Gruppe Touristen angesprochen was wir hier denn gemacht haben. Wir sind Einen
von Vielen MA's gelaufen... am Tisch sitzen über 1.000MA's lachen wir - die Gruppe
ist erstaunt, Eine meint: so wie typische Marathonläufer seht Ihr nicht aus - Ihr seid
so lebensfroh. Na dann sind wir halt untypische Läufer, die das Leben in vollen
Zügen genießen - sage ich und ernte lautstarke Zustimmung.
Bernie bringt die Münchner zum Bahnhof und ich bin bald auf der Autobahn Richtung
Zuhause - ein gelungener Tag!
Gruß Roland
Zu den Fotos:
1. Eine Seehütte in Rottach-Egern
2. Es wird warm - Alle freuen sich auf den Start
3. Ausblick von Tegernsee (Ort) zum See
Re: Mit viel Vorfreude zum Tegernsee
2Weitere Fotos:
1. Hier ist Russell noch bei uns
2. Am kühlen Nass - 1.Trinkbrunnen - erfreuen sich Alle
3. Blick von der Mangfallbrücke zum Tegernsee (nördlichster Punkt)
1. Hier ist Russell noch bei uns
2. Am kühlen Nass - 1.Trinkbrunnen - erfreuen sich Alle
3. Blick von der Mangfallbrücke zum Tegernsee (nördlichster Punkt)
runners.high - Nomen est omen 
Re: Mit viel Vorfreude zum Tegernsee
3Weitere Fotos:
1. Blick vom Westufer zum See
2. Auf den Weg zum Ringsee (kurz nach Bad Wiessee) mal wieder Schatten
3. Zahlreiche Wanderer auf dem Weg zur Alm hoch
1. Blick vom Westufer zum See
2. Auf den Weg zum Ringsee (kurz nach Bad Wiessee) mal wieder Schatten
3. Zahlreiche Wanderer auf dem Weg zur Alm hoch
runners.high - Nomen est omen 
Re: Mit viel Vorfreude zum Tegernsee
4Weitere Fotos:
1. Erfrischung direkt neben der Siebenhütten-Alm
2. Ein ruhiger Teil der Alm
3. Was für ein Panorama-Ausblick für diese 2 Wanderinnen - und für uns
1. Erfrischung direkt neben der Siebenhütten-Alm
2. Ein ruhiger Teil der Alm
3. Was für ein Panorama-Ausblick für diese 2 Wanderinnen - und für uns
runners.high - Nomen est omen 
Re: Mit viel Vorfreude zum Tegernsee
5Weitere Fotos:
1. Finish beim 2.Tegernsee-MA
2. Urkunde und Medaille (wieder ganz toll von Bernie gestaltet)
3. Garmindaten vom Tegernsee-MA
1. Finish beim 2.Tegernsee-MA
2. Urkunde und Medaille (wieder ganz toll von Bernie gestaltet)
3. Garmindaten vom Tegernsee-MA
runners.high - Nomen est omen 