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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einlagen, Stabil-Schuhe oder gar nichts?



mary_an
19.03.2013, 16:13
Hallo zusammen,

natürlich geht's in meinem ersten Beitrag direkt um ein "echtes Problem" so zu sagen.

Erstmal ein bisschen was zu mir und meiner "Läufer-Karriere": Ich bin weiblich, 28 Jahre alt, 54kg und laufe regelmäßig (mal mehr mal weniger) schon seit ca. 2006. Letztes Jahr bin ich im Frühjahr meinen ersten HM gelaufen (in 1:54). Momentan trainiere ich für meinen ersten Marathon in Wien.

Im Sommer 2011 war ich für den Schuhkauf zum ersten Mal in einem richtigen Laufgeschäft (kleinerer Laden in der Nähe, unterstützt diverse Vereine und die Besitzer laufen auch alle selber). Bei der Laufbandanalyse kam natürlich raus dass ich überproniere und somit wurde mir ein Stabil-Schuh empfohlen, ich entschied mich damals für den Kayano 17. Mit diesem Schuh und keinem anderen trainierte ich also für den Halbmarathon. Abgesehn von Shin Splints und Knieschmerzen die aber dann auch irgendwie wieder weggingen lief das auch alles ganz gut.
Im Januar 2013 fand ich dann dass ich neue Laufschuhe bräuchte und hab mich nach eigener Recherche und ohne Beratung als Zweitschuh den Asics Gel DS Trainer 16 zugelegt, den ich günstig in einem Outlet bekommen habe. Mit diesem Schuh wollte ich die eher kürzeren Einheiten machen sowie dann auch den Wettkampf selbst. Am 9. März wollte ich den Schuh auch auf einer längeren Distanz testen und lief also 28km. Bei ca. KM 24 bekam ich Schmerzen unterm rechten Fuß, ziemlich mittig. Ich biss die Zähne zusammen und hab die Einheit aber bis zum Ende durchgezogen. Leider waren die Schmerzen auch nach ein paar Tagen nicht weg, so dass ich zum Arzt ging. Da ich mit Orthopäden bisher nicht so gute Erfahrungen hatte, suchte ich wieder mal einen Neuen auf von dem ich mir recht viel versprach da er in Läuferkreisen sehr gelobt wird.
Bei der Untersuchung hat er einen Spreiz-Senk-Fuß diagnostiziert und mir Sporteinlagen verschrieben. Die Schmerzen sind wohl auf eine Entzündung der Sehne zurückzuführen. Er fragte mich mit welchen Schuhen ich laufe, worauf ich ihm das Modell (DS Trainer) nannte, hab aber vergessen zu erwähnen, dass es sich um einen Stabil-Schuh handelt... Außerdem hat er mir quasi für die weiteren 4 Wochen einen Alternativtrainingsplan erstellt damit ich den Marathon trotzdem laufen kann. Hörte sich für mich alles sehr gut an.
Die Einlagen habe ich bei meinem Schwager (Orthopädietechniker) anfertigen lassen. Er hat mir eine spezielle Sporteinlage empfohlen. Gestern war ich dann samt Schuhen und Einlagen nochmal beim Arzt und seine Reaktion war ziemlich ernüchternd. Die Einlagen fand er eigentlich für eine Sporteinlage viel zu hart und die Schuhe könnte ich höchstens hin und wieder mal bei kurzen Einheiten tragen, auf jeden Fall aber ohne die Einlagen. An den Schuhen hatte er auszusetzen dass die Pronationsstütze zu großflächig ist (erkennt man wohl an dem grauen Teil an der Sohle außen). Zufälligerweise hatte ich gestern meine Nike Free 3.0 an die ich gerne im Alltag trage. Daraufhin sagte er, dass ich übergangsweise die Nike Free mit den Einlagen ausprobieren sollte, vllt würde ich ja damit klar kommen. Dann war der Termin auch schon zu Ende.
Heute wollte ich dann die Einlagen in die Nike Free einsetzen, stellte aber fest dass diese nicht passen, da ich die Nike Free in 38 habe und nicht in 39,5 wie meine Laufschuhe...
Und jetzt stehe ich vor mehreren Alternativen und weiß nicht was ich machen soll:

a) Vorhandene Einlagen auf die Nike Free anpassen lassen. Das möchte ich eigentlich nicht, weil ich glaube dass die Schuhe in der Größe nicht zum Laufen geeignet sind, dafür müssten sie etwas größer sein.
b) Mir ein neues Paar Neutral-Schuhe zulegen und diese mit der (zu harten) Einlage probieren. Da stellt sich mir dann die Frage ob ich samt Einlagen in ein spezielles Laufgeschäft gehen soll. Oder ob es reichen würde, wenn ich mir auf eigene Faust und ohne Einlagen einfach neutrale Schuhe kaufe die gut sitzen und bequem sind.
c) Mir weichere Einlagen anfertigen lassen und dann ebenfalls neue neutrale Schuhe kaufen. Wobei ich mir da auch noch die gleiche Frage stelle wie bei b)
d) Mir in einem speziellen Laufgeschäft ein neues Paar Stabil-Schuhe kaufe und auf die Einlagen pfeife.

So, das war jetzt ein Roman. Ich hoffe dieser schreckt euch nicht ab und freue mich auf eure Antworten!!

Gueng
19.03.2013, 17:16
Und jetzt stehe ich vor mehreren Alternativen und weiß nicht was ich machen soll:

a) Vorhandene Einlagen auf die Nike Free anpassen lassen. Das möchte ich eigentlich nicht, weil ich glaube dass die Schuhe in der Größe nicht zum Laufen geeignet sind, dafür müssten sie etwas größer sein.
b) Mir ein neues Paar Neutral-Schuhe zulegen und diese mit der (zu harten) Einlage probieren. Da stellt sich mir dann die Frage ob ich samt Einlagen in ein spezielles Laufgeschäft gehen soll. Oder ob es reichen würde, wenn ich mir auf eigene Faust und ohne Einlagen einfach neutrale Schuhe kaufe die gut sitzen und bequem sind.
c) Mir weichere Einlagen anfertigen lassen und dann ebenfalls neue neutrale Schuhe kaufen. Wobei ich mir da auch noch die gleiche Frage stelle wie bei b)
d) Mir in einem speziellen Laufgeschäft ein neues Paar Stabil-Schuhe kaufe und auf die Einlagen pfeife.
Hallo Mary An,

falls Du es mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst, dass Dein Schwager leer ausgeht, dann klick mal auf den Link in meiner Signatur (sozusagen "Alternative e"). Und gewöhne Dir eine gute, aktive Lauftechnik an - dann wirst Du in einigen Monaten über Deine jetzigen Probleme nur noch schmunzeln.

Gruß
Martin

RennFuchs
19.03.2013, 22:15
ich habe ähnliche Einlagen (die ich früher auch in sämtlichen Sportschuhen getragen habe) mal testweise in meine Free 3.0 gepackt (die nutze ich allerdings als Alltagsschuh und nicht zum laufen). Das Ergebnis waren ein absolut unbequemes Tragegefühl mit tierischem Druckschmerz an Ballen und Fußgewölbe. Die waren quasi inkompatibel mit dem Schuh (wie gesagt, die selbe Einlage fühlte sich in meinen Nike Atlas absolut perfekt an). Ich hoffe Du machst nicht die gleichen Erfahrungen!

mary_an
20.03.2013, 11:05
Hallo Martin,

danke für die Rückmeldung. Ich glaube dir gerne, dass Fußtraining und ein korrekter Laufstil Überpronation auf Dauer "heilen" können und werde das auch versuchen. Aber trotzdem brauch ich ja jetzt erstmal neue Schuhe... Sollte ich dann deiner Meinung nach jetzt sofort auf Neutralschuhe wechseln?

Ich frag mich halt nur wie ich dann jetzt den richtigen Schuh finden soll, denn bei einer Beratung im Laufgeschäft würde ja wohl wieder ein Stabilschuh empfohlen werden wenn ich da nicht mit Einlagen auftauche...

Bin etwas verwirrt...

LG
Marianne

martin_h
20.03.2013, 11:30
Aber trotzdem brauch ich ja jetzt erstmal neue Schuhe...

...und die Einlagen, weil sie deinen Fuß spezifischer unterstützen und Probleme lindern können. Daher ist die einfachste Variante: nimm die aktuellen Einlagen, geh damit in den Laden, lasse das Laufbild mit neutralen Schuhen anschauen (auf die kannst du ja bestehen oder gezielt danach fragen). Um die Fußproblematik kümmert sich vorerst die Einlage. Wenn sie dir beim Laufen unangenehm erscheint, kannst du dir von deinem Schwager noch mal neue, weichere Einlagen bauen lassen. Er kann sie auch so aufbauen, dass sie dann zu deinem gekauften Schuh passen. Gleichzeitig baust du dir Muskulatur auf und mit der Zeit verabschiedest du dich von den Einlagen...

macgyver
23.03.2013, 19:00
Hallo!

Ich kann nur sagen mir ging es ähnlich.

Ich habe auch Senk-Spreizfuss nochdazu mit einer Beinlängendifferenz von knapp 2 cm.

Angefangen habe ich auch mit Stabi-Schuhen. Nach Problemen gab es dann Neutral-Schuhe mit Einlagen vom Orthopäden, die ich aber dann nach und nach abgesetzt habe.
Mittlerweile laufe ich nur noch Neutral-Schuhe ohne jegliche Einlage.

Ich würde die Einlagen immer seltener benutzen bis du sie eines Tages ganz weg lässt. Ich könnte mir vorstellen das das durchaus 2-3 Monate dauern wird.

Ich benutze jetzt im Wechsel mind. 2 Paar völlig verschiedene Schuhe zum laufen.

lg Marco

mary_an
27.03.2013, 14:51
Hallo!

Nochmals danke für eure Rückmeldungen. Ich hab mir dan Martins Rat zu Herzen genommen und bin samt Einlagen in Laufgeschäft gegangen. Binnach mehreren Versuchen beim Brooks Glycerine hängen geblieben, hab den auch ohne Einlagen probiert und der Verkäufer sagte auch, dass ich die eigentlich auch jetzt schon ohne Einlagen laufen könne, da ich ich nicht zu sehr einknicke. Er hat mir aber geraten jetzt erstmal die Einlagen zu tragen und dann nach und nach den Einsatz zu reduzieren.

Am Sonntag hab ich dann auch einen ersten Test über 5km gemacht. Das lief eigentlich ganz gut, die Einlagen sind schon echt gewöhnungsbedürftig, aber ich hatte schlimmeres erwartet. Schmerzen hatte ich keine, gestern hatte ich komischerweise so ganz ganz leichte Schmerzen an der Stelle... Morgen gehe ich nochmal Laufen, werde so ca. 8km anpeilen. Je nachdem wie es läuft, werde ich mir dann auch evtl tatsächlich weichere Einlagen anfertigen lassen.

Zusätlich mach ich jetzt auch fleißig die Übungen für die Stärkung der Fußmuskulatur, interessanterweise wird da beim Yoga auch sehr drauf geachtet, so dass es nicht ganz neu für mich war. Muss es jetzt halt öfter machen.

LG
Marianne

martin_h
27.03.2013, 20:35
[...] beim Brooks Glycerine hängen geblieben, hab den auch ohne Einlagen probiert und der Verkäufer sagte auch, dass ich die eigentlich auch jetzt schon ohne Einlagen laufen könne, da ich ich nicht zu sehr einknicke.

Das ist eine wichtige und gute Information für dich!
Bedenke bitte, dass die Einlage bei dir offenbar nicht nur dafür da ist, einer Überpronation entgegenzuwirken, sondern auch, um deinen Vorfuß zu entlasten (Thema: Spreizfuß). Das kann ein Schuh, wie der Glycerin, nicht leisten. Schon gar nicht, weil er eine hohe Sprengung hat (Ferse steht höher als der Vorfuß, wodurch die Vorfußbelastung größer wird). Hast du also Spreizfußbeschwerden ist es ratsam, sie trotz geringer oder gar keiner Überpronation zu tragen, um dein Quergewölbe etwas zu unterstützen. Bist du beschwerdefrei würde ich die Einlagen eher auf wenigen Kilometern laufen. Vor allem, weil du gewillt bist, selbst für deinen Körper etwas zu tun (Kräftigung der Fußmuskulatur).

Alles Gute!

Gueng
27.03.2013, 21:13
Bedenke bitte, dass die Einlage bei dir offenbar nicht nur dafür da ist, einer Überpronation entgegenzuwirken, sondern auch, um deinen Vorfuß zu entlasten (Thema: Spreizfuß). Das kann ein Schuh, wie der Glycerin, nicht leisten.
Da stimmt. Erst durch Schuhe, die den Fuß entweder einengen, oder aber vorn zu nachgiebig (Vorfußdämpfung!) sind, wird der Spreizfuß zum Problem. Er ist eigentlich der Normalzustand des menschlichen Fußes.

Murks
28.03.2013, 21:26
Da stimmt. Erst durch Schuhe, die den Fuß entweder einengen, oder aber vorn zu nachgiebig (Vorfußdämpfung!) sind, wird der Spreizfuß zum Problem. Er ist eigentlich der Normalzustand des menschlichen Fußes.

Es mag zwar sein, dass der Spreizfuß sehr weit verbreitet ist, vom Normalfall kann man aber bestimmt nicht sprechen. Zu enge Schuhe, Absätze etc. sind natürlich ungünstig und zählen (zumindest bei entsprechender Veranlagung) zu den Ursachen für Spreizfüße und hieraus entstehenden Problemen.

Ob man bei einem Spreizfuß, der ansonsten keine Probleme macht, Einlagen tragen muss, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Fußgymnastik ist dagegen mit Sicherheit nicht verkehrt.

Gruß
Markus

Gueng
29.03.2013, 11:47
Fußgymnastik ist dagegen mit Sicherheit nicht verkehrt.
Das stimmt, denn: altgriechisch "gymnos" = "nackt". Und die Füße öfers mal bei der Fortbewegung nackig zu machen, ist sehr empfehlenswert :daumen:.