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Ziele & Probleme eines Anfängers

Ziele & Probleme eines Anfängers

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Hallo,
bin neu hier und auch neu am laufen. Grund für meine sportliche Akivität ist Übergewicht :weinen: (93kg bei 177cm). Nun gut: ich habe begonnen mit Nordic Walking und vor 4 Wochen wurde ich dann von einem Freund dazu animiert joggen zu gehen. Wider erwarten macht es mir Spaß :daumen: . Ich laufe regelmäßig, während er mehr auf der Couch rumlümmelt (sein Pech). Beim ersten Mal habe ich nach Luft gejapts wie ein Fisch auf dem trockenen, aber gestern bin ich 1h15 (7,3km) am Stück gelaufen ohne große Pause. Ich laufe mit Brustgurt und HF Messung, und habe jetzt ein Tempo gefunden bei dem ich in der Fettverbennungszone, Aerobe Zone laufe und manchmal sogar zu langsam. Abnehmen ist für mich sehr schwierig, aber in 4 Monaten habe ich jetzt 6 Kilo runter. Körperhaltung wird besser, aufrechter, fühlt sich gut an!

Nun zu meinen Fragen:
  1. Ich habe mir zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2015 einen Halbmarathon zu laufen (auf ankommen, nicht auf Zeit). Ist das realistisch?
  2. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 5,6km/h lausig. Ein schneller Spaziergänger kann da lässig mithalten. Wie kann ich die das Verbessern?
  3. Um ehrlich zu sein, ich laufe ungefähr so grazil und elegant wie ein Mammut. Wie kann ich meine Leichtfüßigkeit verbessern?
  4. Beim kleinsten Anstieg machen sofort meine Waden zu und ich fange an unkontrolliert zu atmen. An was liegt das, was kann ich dagegen tun?
  5. Ich muss zum laufen einen Trinkrucksack mitnehmen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit austrockne und keine Leistung erbringen kann. Wie macht ihr das?
  6. Ich habe für mich festgestellt, dass ich (im Moment) im 4 Tages Rythmus in der Lage bin gute Leistungen zu erbringen. Sprich ich kann mich verbessern. Was kann ich in den Tagen dazwischen tun um die Regeneration zu unterstützen und gleichzeitig trotzdem ein wenig sportlich aktiv zu sein?
Puh, das wars erstmal. Ich danke für Eure Mühe und konstruktiven Antworten.

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Hallo und :winken: .

zu 1.
Ja.

zu 2.
Dran bleiben.

zu 3.
Dran bleiben.

zu 4.
Du bist schlecht trainiert, siehe 2 und 3.

zu 5.
Ich nehme eine 0,5-l-Flasche mit (dieses Jahr 1 x), habe auch immer Geld dabei und lege meine Strecke bei Bedarf entsprechend fest.

zu 6.
Du sollst keine guten Leistungen bringen, sondern regelmäßig trainieren. Jetzt erst mal 3 x die Woche oder jeden zweiten Tag.

Knippi

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1. Ja, wenn der Veranstalter das auch mitmacht.
2. Pulsmesser weglassen, trainieren, schneller laufen.
3. Abnehmen, Lauf ABC
4. Abnehmen, trainieren.
5. Erstaunlich. Ich kenne viele Spaziergänger, die längere Zeit und Strecken ohne Trinkrucksack unterwegs sind.
6. Radfahren, schwimmen.

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DirectX hat geschrieben:Ich habe mir zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2015 einen Halbmarathon zu laufen (auf ankommen, nicht auf Zeit). Ist das realistisch?
Möglich, aber nicht sicher.
Besser in Stufen vorgehen.
[INDENT]Stufe 1: 5-KM-Jedermannslauf
Stufe 2: 10-KM-Volkslauf
Stufe 3: Halbmarathon[/INDENT]
DirectX hat geschrieben:Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 5,6km/h lausig. Ein schneller Spaziergänger kann da lässig mithalten. Wie kann ich die das Verbessern?
Ein altbekanntes Thema.
Lies dir mal das hier durch:
http://forum.runnersworld.de/forum/anfa ... ost1525911

DirectX hat geschrieben:Um ehrlich zu sein, ich laufe ungefähr so grazil und elegant wie ein Mammut. Wie kann ich meine Leichtfüßigkeit verbessern?
:noidea:
Laufstilexperten, bitte übernehmen. :D

DirectX hat geschrieben:Beim kleinsten Anstieg machen sofort meine Waden zu und ich fange an unkontrolliert zu atmen. An was liegt das, was kann ich dagegen tun?
Das liegt an deinem Trainingszustand und sollte mit der Zeit besser werden.
Tägliche Dehnübungen (und ggf. Massagen) sollten deiner Wade etwas helfen.
Das hilft aber nicht "von heute auf morgen", also Geduld haben.
DirectX hat geschrieben:Ich muss zum laufen einen Trinkrucksack mitnehmen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit austrockne und keine Leistung erbringen kann. Wie macht ihr das?
Du trocknest nicht innerhalb kürzester Zeit aus. Das ist nur Einbildung.
Versuche einfach mal ohne "Gepäck" auszukommen.

DirectX hat geschrieben:Ich habe für mich festgestellt, dass ich (im Moment) im 4 Tages Rythmus in der Lage bin gute Leistungen zu erbringen. Sprich ich kann mich verbessern. Was kann ich in den Tagen dazwischen tun um die Regeneration zu unterstützen und gleichzeitig trotzdem ein wenig sportlich aktiv zu sein?
Öfters laufen, wenn du nur alle vier Tage unterwegs bist, wirst du dich nur in minimalen Schritten verbessert.
Evtl. kannst du dich mit einem Trainingsplan anfreunden.
z.B. einen von hier:
Trainingsplan 5 km Laufen

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Erstmal herzlich willkommen hier! Bevor ich auf deine Fragen eingehe, wiederhole ich gerne: Es gibt keinen "Fettverbrennungspuls". Und nicht den geringsten Grund, als Anfänger und Gesundheitsläufer während des Laufens auf irgendetwas anderes zu hören als auf das eigene Körpergefühl. Eine normale Laufuhr (ohne Pulsmessung) kann dir aber helfen, Fortschritte zu erkennen und dich dementsprechend zu motivieren.

Zu 6.: Du solltest alle zwei Tage respektive dreimal in der Woche laufen. Unabhängig davon, ob da dann beim TRAINING "gute Leistungen" bringst.

Zu 5.: Ich trinke auch mehr als die meisten anderen, ab etwa 10 km nehm ich eine kleine Trinkflasche mit. Einen Trinkrucksack hab ich noch nie mitgenommen.

Zu 4.: Unbeirrt weitertrainieren. Das ist ein typisches Anfängerproblem.

Zu 3.: Such dir mal das "Lauf-ABC" raus: Das ist so oder so unverzichtbar.

Zu 2.: Unbeirrt weitertrainieren. Das ist ein typisches Anfängerproblem.

Zu 1.:

Hier beginne ich mich zu ärgern, deshalb hab ich die Beantwortung der Fragen auch umgedreht. Du läufst gerade erst los, mit - um ehrlich zu sein - absurd langsamer Geschwindigkeit, und das erste, was dir einfällt, ist ein Halbmarathon? Wenn ich deinen gestrigen Trainingslauf hochrechne, dann brauchst du 3:45 für den Halbmarathon - wenn du dein Tempo halten kannst. Das ist kein Spaß, für dich nicht, und für den armen Kerl, der den letzten Läufer auf dem Rad begleitet, auch nicht. Warum nicht eine Nummer kleiner? Lauf doch erstmal irgendwo einen 5er, und versuch den in einer anständigen Zeit zu laufen. An einen Halbmarathon kannst du danach immer noch denken.

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1. Zu ambitioniert. Konzentriere Dich erst einmal auf einen 10KM Volkslauf mit Zielzeit 60-70 Min. Danach kannst Du immer noch über einen HM nachdenken.

2. Einfach locker weiterlaufen und deine Umfänge moderat steigern. Ggf. noch das ein oder andere Kilo abnehmen, dann kommt der Rest (schneller Laufen) insbesondere bei Anfängern bis zu einem gewissen Maße von ganz alleine.

3. Siehe Antwort 2 gepaart mit Lauf ABC.

4. Fehlende Ausdauer u. Kraft. Lösung: siehe Antwort 2

5. Trinkrucksack brauchst Du definitiv nicht. Nach einer Stunde Laufen ist noch keiner verdurstet. Notfalls ein Bonbon lutschen um den Mund zu befeuchten (mir hilft dieses).

6. 1000 Möglichkeiten. Ich gehe ins Fitnessstudio (Krafttraining, Indoor-Cycling, Crosstrainer), aber auch Schwimmen, Radfahren, Wandern soll hilfreich sein. Der 4 Tages Rhythmus sollte ich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase recht kurzfristig auf 3 Tage reduzieren lassen.

Gruß JuniorBär

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Vielen Dank für die Antworten. Überrascht bin ich über die verschiedenen Einschätzungen zu (1). Da ich mir selbst nicht sicher war, habe ich diese Frage gestellt. Gerne nehme ich da M.E.Ds Rat an und mache das im Stufenplan. So, und jetzte lese ich mir das Lauf ABC durch. Vielen Dank nochmals für die Hilfe und die vielen Links.

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DirectX hat geschrieben:...Grund für meine sportliche Akivität ist Übergewicht :weinen: (93kg bei 177cm). Nun gut: ich habe begonnen mit Nordic Walking...
Wenn der Wunsch abzunehmen Grund für die Aufnahme eines Lauftrainings ist, würde ich beim sportlichen Wandern mit Stöcken bleiben (Nordic Walking).
...gestern bin ich 1h15 (7,3km) am Stück gelaufen ohne große Pause...
Das ist für dich mit den Voraussetzungen als laufender Anfänger zu heftig, für sportliches Gehen wäre es gerade richtig. Wie alt bist du denn und bist du ein Junge oder ein Mädchen?
...Ich habe mir zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2015 einen Halbmarathon zu laufen (auf ankommen, nicht auf Zeit). Ist das realistisch?
Nicht nur unrealistisch, sondern auch unsinnig. Ich würde das weder den Mitlaufenden, Zuschauern, noch dem veranstaltenden Verein zumuten.
Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 5,6km/h lausig. Ein schneller Spaziergänger kann da lässig mithalten. Wie kann ich die das Verbessern?
Schnelle Spaziergänger gibt es nicht, aber ein Wanderer könnte gut mithalten, auch mit Marschgepäck und mit 10 l Trinkrucksack. Lausig ist nur das, was du selbst als lausig empfindest. Ein Einstieg ins Laufen kann auch im Schneckentempo sinnvoll sein, aber nicht bei erheblichem Übergewicht und geringen sportlichen Voraussetzungen.
Um ehrlich zu sein, ich laufe ungefähr so grazil und elegant wie ein Mammut. Wie kann ich meine Leichtfüßigkeit verbessern?
Aufs Laufen zunächst ganz verzichten, bis sich das Gewicht auf ein erträgliches Maß verringert hat - um ehrlich zu sein...
Beim kleinsten Anstieg machen sofort meine Waden zu und ich fange an unkontrolliert zu atmen. An was liegt das, was kann ich dagegen tun?
Trainieren, aber richtig. Weitermachen mit Nordic Walking. Wie lange hattest du das denn bis zu deinem Einstieg ins Laufen gemacht? Im Unterschied zum Laufen bietet dir die gehende Variante die Möglichkeit der täglichen Bewegung.
Ich muss zum laufen einen Trinkrucksack mitnehmen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit austrockne und keine Leistung erbringen kann. Wie macht ihr das?
Niemand zwingt dich dazu, aber hindern kann dich auch keiner. Wenn du das Gefühl hast auszutrocknen, kann das ein Hinweis auf Überforderung sein.
Ich habe für mich festgestellt, dass ich (im Moment) im 4 Tages Rythmus in der Lage bin gute Leistungen zu erbringen. Sprich ich kann mich verbessern. Was kann ich in den Tagen dazwischen tun um die Regeneration zu unterstützen und gleichzeitig trotzdem ein wenig sportlich aktiv zu sein?
Ich halte dein Vorgehen bei deinen Voraussetzungen für unsinnig. Stelle deine Übungen von Laufen auf Gehen/Wandern um, dann brauchst du keine drei bis vier Tage zur Erholung, sondern kannst täglich was tun. Radfahren kann Spaß machen, ist aber gefährlich und bringt für dein vorrangiges Ziel der Gewichtsabnahme nichts.

So oder so, ich wünsche dir gute Fortschritte!
Grüße von der Baltischen See! Laufen/Wandern barfuß erleben - Zu Fuß - am besten barfuß - hält die Seele Schritt.
Je länger die Strecke, desto unbedeutender die Zeit, da allein die Streckenbewältigung zur eigenen Leistung wird.
:)
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Mahlzeit,

deine Fragen wurden ja schon grundlegend beantwortet.
Für nen HM noch dieses Jahr ist es wirklich zuspät, und sorry wenn ich das sage, gerade bei deiner beschriebenen Laufleistung.
Ich laufe seit Mai, angefangen mit jeden 2ten Tag 7,5km, dann schnell auf jeden 2ten Tag 10km gesteigert. Aktuell 3 mal die Woche etwas strukturierter. Habe also mit etwas besseren Bedingungen angefangen mich auf einen HM diesen Herbst vorzubereiten. 21,1km sind schon eine gute Distanz, und 2h und länger laufen ist schon eine Herausforderung für uns Anfänger.

Lauf erstmal noch einige Zeit regelmäßig, versuche die 10km in ~1h zu schaffen, dann kannste weiter über Wettkämpfe nachdenken.
Was das mit dem Puls und "Fettverbrennungsbereich" angeht.... bitte schnell vergessen! Sowas gibt es nicht!
Mach an den Zwischentagen etwas Kraftsport, gerade Bauch und Rücken, also Stabiübungen, die sind auch gut für den Laufstil.

Lies dich etwas durch das Forum, dann findest du massig hinweise, gerade für Anfänger.

Wichtig ist einfach erstmal über längere Zeit kontinuierlich zu trainieren. Die Gelenke und den Apparat an die Belastung gewöhnen. Und nach den ersten Rückschlägen immer noch Spaß an der Sache haben. Alles andere ergibt sich dann.

Gruß Mario
Bin wieder da und will auch bleiben.
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HM-10/14 - 2:10:08 | 10k-11/14 - 49:45 ...to be continue
GARMIN Connect <-> Lauftagebuch

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es ist schon vieles gesagt und du hast gute Links bekommen. Einen Tipp möchte ich dir auch noch geben. Lege dir eine Art Lauftagebuch an. Mich hat es am Anfang motiviert zum Weitermachen, wenn es mal nicht so prickelnd lief und es hat mir eine gewisse Regelmäßigkeit gegeben, da man dann doch spätestens nach 2-3 Tagen wieder etwas reinschreiben wollte. Am Anfang reicht etwas total banales wie Distanz, Zeit und Gefühl. Heute nach 5 Monaten ist es einfach schön auch mal rückblickend auf die Zeiten und Distanzen zu schauen. Die Entwicklung bekommt man ja manchmal gar nicht so mit von Woche zu Woche.
Liebe Grüße, die Jules :hallo:

Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitermachen! :nick:

schönste Sportmomente:
- Zugspitz Basetrail mit 25 km und 1600 HM hoch und auch wieder runter gelaufen
- Umstieg auf Triathlon und die erste Sprintdistanz erlebt


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Hi,
ich benutze Runtastic mit dem Handy und Bluetooth Brustgurt. Damit bin ich sehr zufrieden und habe auch meine Leistungen sauber protokolliert. Der Eine oder andere hat meinen Text nicht richtig gelesen. In Frage 1 stand Halbmarathon in 2015 nicht 2014. Das das 2014 bescheuert wäre, ist mir auch klar. ;) Trainingsbuch halte ich für sehr wichtig. Ich habe noch 15 Jahre alte Trainingspläne und -protokolle vom Bodybuilding Training.

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DirectX hat geschrieben:Hi,
Der Eine oder andere hat meinen Text nicht richtig gelesen. In Frage 1 stand Halbmarathon in 2015 nicht 2014.
Und wer hat das deiner Meinung nach nicht richtig gelesen?

Du hast vom "ersten Halbjahr 2015" geschrieben. Und genau das halte ich angesichts deines aktuellen Leistungsniveaus für viel zu früh. Mensch, du würdest, wenn du deine aktuelle Geschwindigkeit dreimal so lange durchhalten würdest (was nicht SO einfach ist...), fast vier Stunden brauchen. Selbst wenn du Fortschritte machst, große Fortschritte, dann würde ich mich so auf keinem Wettkampf blicken lassen.

Bei 5er um die Ecke, da treten viele an, die noch ganz am Anfang stehen, und da ist auch ein langsameres Tempo kein Problem, weil es sich nicht auf so viel Zeit aufaddiert. Beim Halbmarathon bist du mit deiner Pace von >10:00 (!!!) völlig fehl am Platze.

Straf mich Lügen, lauf im Juni 2015 einen Halbmarathon in (mit viel Wohlwollen akzeptablen) 2:30 und ich werde meine Einschätzung zurücknehmen.

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freilaufend hat geschrieben:Und wer hat das deiner Meinung nach nicht richtig gelesen?
Brrrr... ruhig Brauner....

Fangt doch nicht ständig Wortgefechte an (ist zur Zeit Vollmond?) . Er hatte etwas unrealistische Vorstellungen und wir haben ihn darauf aufmerksam gemacht.
Es ist doch schnurz wie/was/warum geschrieben oder gemeint oder gelesen wurde. :peace:

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freilaufend hat geschrieben: Straf mich Lügen, lauf im Juni 2015 einen Halbmarathon in (mit viel Wohlwollen akzeptablen) 2:30 und ich werde meine Einschätzung zurücknehmen.
Heuer sind es ja noch 4 Monate. Wie heißt es so schön? Da geht noch einiges - ausdauer- und gewichtsmäßig. Anfang Januar 2015 eine "gut beherrschbare :hallo: " Unterdistanz laufen und dann jeweils alle 6 Wochen (oder sind es 8?) um einen Punkt VDOT nach Daniels verbessern, gefolgt von einer einwöchigen Regeneration.

Wenn der Sportfreund dann Mitte des Jahres feststellen wird, dass das alles Kacke war oder der HM zu früh kommt, dann kann er ja das Projekt auf den Müll schmeißen / zeitlich verlängern.

Knippi

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DirectX hat geschrieben:Hallo,
bin neu hier und auch neu am laufen. Grund für meine sportliche Akivität ist Übergewicht :weinen: (93kg bei 177cm). Nun gut: ich habe begonnen mit Nordic Walking und vor 4 Wochen wurde ich dann von einem Freund dazu animiert joggen zu gehen. Wider erwarten macht es mir Spaß :daumen: . Ich laufe regelmäßig, während er mehr auf der Couch rumlümmelt (sein Pech). Beim ersten Mal habe ich nach Luft gejapts wie ein Fisch auf dem trockenen, aber gestern bin ich 1h15 (7,3km) am Stück gelaufen ohne große Pause. Ich laufe mit Brustgurt und HF Messung, und habe jetzt ein Tempo gefunden bei dem ich in der Fettverbennungszone, Aerobe Zone laufe und manchmal sogar zu langsam. Abnehmen ist für mich sehr schwierig, aber in 4 Monaten habe ich jetzt 6 Kilo runter. Körperhaltung wird besser, aufrechter, fühlt sich gut an!
Hast du eigentlich auch deine Ernährung umgestellt? Der Hauptyschlüssel zum Laufen wird für dich im Abbau deines Übergewichtes liegen. Wieso ist abnehmen für dich schwieriger als für andere? Falls medizinische Gründe vorliegen, solltest du deine Laufambitionen auch mit eine Arzt besprechen.

Nun zu meinen Fragen:
  1. Ich habe mir zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2015 einen Halbmarathon zu laufen (auf ankommen, nicht auf Zeit). Ist das realistisch?
  2. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 5,6km/h lausig. Ein schneller Spaziergänger kann da lässig mithalten. Wie kann ich die das Verbessern?
  3. Um ehrlich zu sein, ich laufe ungefähr so grazil und elegant wie ein Mammut. Wie kann ich meine Leichtfüßigkeit verbessern?
  4. Beim kleinsten Anstieg machen sofort meine Waden zu und ich fange an unkontrolliert zu atmen. An was liegt das, was kann ich dagegen tun?
  5. Ich muss zum laufen einen Trinkrucksack mitnehmen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit austrockne und keine Leistung erbringen kann. Wie macht ihr das?
  6. Ich habe für mich festgestellt, dass ich (im Moment) im 4 Tages Rythmus in der Lage bin gute Leistungen zu erbringen. Sprich ich kann mich verbessern. Was kann ich in den Tagen dazwischen tun um die Regeneration zu unterstützen und gleichzeitig trotzdem ein wenig sportlich aktiv zu sein?
Puh, das wars erstmal. Ich danke für Eure Mühe und konstruktiven Antworten.
zu1. Ich halte es für Juni 15 schon für möglich, allerdings würde ich solche Gedankenspiele mit deinen jetztigen Vorrausetzungen nicht anstellen.

zu2. Trainieren und Gewicht weiter reduzieren

zu3. siehe 2. und die empfohlenen Lauf-ABC-Übung, eventuell noch zusätzliches Stabitraining (Krafttraining)

zu4. Du bist untrainiert und hast nicht unerhebliches Übergewicht. Was erwartest du von deinem Körper?

zu5. Du trocknest sicher nicht aus. Bei so kurzen Belastungen ist eine Flüssigkeitsaufnahme während des Trainings nicht notwendig.

zu6. Alle 4 Tage ist zu wenig. Damit erzielst du keinen Trainingseffekt mehr. Im Training zählt Kontinuität, gute Leistungen bringt man im Wettkampf.

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DirectX hat geschrieben:Hallo,
bin neu hier und auch neu am laufen. Grund für meine sportliche Akivität ist Übergewicht :weinen: (93kg bei 177cm). Nun gut: ich habe begonnen mit Nordic Walking und vor 4 Wochen wurde ich dann von einem Freund dazu animiert joggen zu gehen. Wider erwarten macht es mir Spaß :daumen: . Ich laufe regelmäßig, während er mehr auf der Couch rumlümmelt (sein Pech). Beim ersten Mal habe ich nach Luft gejapts wie ein Fisch auf dem trockenen, aber gestern bin ich 1h15 (7,3km) am Stück gelaufen ohne große Pause. Ich laufe mit Brustgurt und HF Messung, und habe jetzt ein Tempo gefunden bei dem ich in der Fettverbennungszone, Aerobe Zone laufe und manchmal sogar zu langsam. Abnehmen ist für mich sehr schwierig, aber in 4 Monaten habe ich jetzt 6 Kilo runter. Körperhaltung wird besser, aufrechter, fühlt sich gut an!

Nun zu meinen Fragen:
  1. Ich habe mir zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2015 einen Halbmarathon zu laufen (auf ankommen, nicht auf Zeit). Ist das realistisch?
  2. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 5,6km/h lausig. Ein schneller Spaziergänger kann da lässig mithalten. Wie kann ich die das Verbessern?
  3. Um ehrlich zu sein, ich laufe ungefähr so grazil und elegant wie ein Mammut. Wie kann ich meine Leichtfüßigkeit verbessern?
  4. Beim kleinsten Anstieg machen sofort meine Waden zu und ich fange an unkontrolliert zu atmen. An was liegt das, was kann ich dagegen tun?
  5. Ich muss zum laufen einen Trinkrucksack mitnehmen, weil ich sonst innerhalb kurzer Zeit austrockne und keine Leistung erbringen kann. Wie macht ihr das?
  6. Ich habe für mich festgestellt, dass ich (im Moment) im 4 Tages Rythmus in der Lage bin gute Leistungen zu erbringen. Sprich ich kann mich verbessern. Was kann ich in den Tagen dazwischen tun um die Regeneration zu unterstützen und gleichzeitig trotzdem ein wenig sportlich aktiv zu sein?
Puh, das wars erstmal. Ich danke für Eure Mühe und konstruktiven Antworten.
Hallo DirectX,

du gehörst zu jenen Forumshilfesuchern, bei denen man gar nicht weiß, mit was man beginnen soll. Also stürze ich mich mal auf eins meiner Hassthemen: Abnehmen. Du hast zu viel Gewicht und das soll weg. Gute Sache. Wichtig ist dabei, dass du zunächst mal nicht erwartest von dem bisschen Laufen, das du praktizierst, Gewicht zu verlieren. Ich formuliere das bewusst so provozierend. Die paar zusätzlich verbrannten Kalorien holt sich dein Körper wieder beim Essen und Trinken zurück. Und falls du sie ihm nicht gibst, praktizierst du eine Hungerdiät. Die ist sinnlos und zudem beim Laufanfang kontraproduktiv, weil sie deine Ausdauerleistung schwächt.

Mir scheint auch der Hinweis angezeigt, dass viele der unter den Ziffern aufgeführten Fragen unmittelbar auf das zu hohe Gewicht zurückzuführen sind. Dein Übergewicht wirst du nur langfristig loswerden und auch nur, wenn du das in deinem Leben änderst, was dir dieses Übergewicht eingebrockt hat. Daran hat körperliche Inaktivität vielleicht einen Anteil, aber Schuld ist sie nicht.

Und dann, weil es mir ein Anliegen ist, für all jene Übergewichtigen, die deine Versuche mit Spannung verfolgen: Es ist grober Unfug, totaler Quatsch, Blödsinn oder ohne Emotion: Sachlich falsch, dass man im so genannten "Fettverbrennungspuls" laufen sollte, um möglichst viel abzunehmen. Fettverbrennungspuls ist ein läuferisches Unwort, das irgendwann einmal einer geprägt hat, der keine Ahnung hatte. Und dann hat sich diese unselige Vokabel wie ein Lauffeuer verbreitet. Wahrscheinlich, weil alle hofften damit das Ei des Kolumbus der Gewichtsreduktion gefunden zu haben ... Richtig ist: Wenn man langsam läuft, werden überwiegend Fettsäuren und weniger Kalorien aus den Kohlenhydratvorräten des Körpers verstoffwechselt. Dies ist aber nur relevant für Trainierende, die sich auf lange und längste Strecken vorbereiten, weil die diesen Bereich des Energiestoffwechsels besonders gut trainieren müssen. Richtig ist auch: Für jeden Läufer bildet dieser Bereich des Energiestoffwechsels eine Art Grundlage. Deshalb unternehmen praktisch alle Trainierenden, egal für welche Streckenlänge sie sich vorbereiten, pro Woche einen längern, langsamen Lauf.

Was das Abnehmen angeht ist allerdings etwas ganz anderes richtig: So schnell wie möglich laufen und das so lange wie möglich. Und genau hier liegt das Problem des Einsteigers: Das kann er nicht und soll er auch nicht, weil er sich damit orthopädisch überfordern würde. Deswegen gibt es findige Schreiberlinge, die sich Abnehmprogramme ausgedacht haben, die über zigfach wiederholte Sprints zum Ziel kommen wollen. Das mag vom Kalorienverbrauch her zielführend sein, scheint mir aber hinsichtlich der orthopädischen Verträglichkeit sehr gewagt. Ein Vorteil schneller Läufe ist noch der Nachbrenneffekt. Heißt: Schon längst nicht mehr laufen und immer noch verbrauchten die zuvor benutzten Muskeln zusätzlich Energie. Man sitzt also auf der Couch und der Nachbrenneffekt frisst weiterhin Kalorien.

So viel zum Thema Laufen und Abnehmen. Hier bist du komplett auf dem Holzweg.

Nun zu methodischen Defiziten deines Trainings. Ich habe mir mal deine Laufleistung von 1h15min auf 7,3 km in für mich verstädnliche Pace-Angabe umgerechnet. Ich bitte es nicht als Geringschätzung zu betrachten, wenn ich das so offen jetzt sage, sondern einfach als wichtigen Hinweis: Das ist kein Laufen! Das ist Schleichen, Schlurfen oder sonstwas. Sicher bin auch ich oder sind auch andere Läufer gelegentlich mit diesem Tempo unterwegs. Aber nur da, wo das Gelände einem nicht mehr Tempo gestattet, z.B. an steilen Bergen. In diesem Tempo kannst du keine Laufschritte ausführen, die dich letztlich weiter bringen. Damit wäre schon alles zu deinem Laufstil angemerkt. Der kann nicht anders aussehen bei so einem Tempo. Aber noch das: Vergiss deinen Laufstil, der ist in dieser Phase deiner Entwicklung völlig unwichtig. Der wird sich zum positiven entwickeln, wenn du Fortschritte beim Laufen machst. Und falls nicht: Ich bin selbst ein massiger Typ. Schwerer Knochenbau, alles andere als grazile Beine. Wenn ich mich bei Wettkämpfen in Videos laufen sehe, dann rümpfe ich jedes Mal die Nase. Aber ich laufe nun mal so, weil ich bin, wie ich bin. Mit diesem Sch...laufstil kann ich aber ganz schön weit und gelegentlich auch schnell laufen ... Also vergiss erst einmal, wie du beim Laufen aussiehst!

Methodisch solltest du zunächst folgendes ändern: Schneller laufen! Richtige Laufschritte vollführen! Es muss eine, wenn auch kurze Flugphase erkennbar sein. Lass dich von einem Läufer mal dabei beobachten und einschätzen. Damit du schneller laufen kannst, musst du kürzer laufen. Nach 4 Wochen schon über eine Stunde ist im übrigen auch für deinen Bewegungsapparat sehr riskant. Nicht zuletzt deines Körpergewichts wegen.

Laufe dreimal die Woche. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mindestens einen Ruhetag zwischen den Trainingstagen. Laufe langsam aber eben nicht soooooo langsam. Damit du etwas schneller laufen kannst und am übernächsten Tag wieder trainingsfähig bist, solltest du nicht über 3 x 30 min in der ersten Woche hinaus gehen. Und danach jede Woche einen der Läufe um 5 min verlängern. Etwa so:

Woche 1: 30, 30, 30
Woche 2: 30, 30, 35
Woche 3: 30, 35, 35
Woche 4: wie Woche 1
Woche 5: 30, 35, 40
usw.

Wenn du schneller als bisher laufend diese 30 min am Anfang nicht durchhältst, dann mache eben 3 x 20. Es bringt nichts zu langsam zu laufen. Parallel zu dieser methodischen Änderung solltest du weiter an deinem Gewicht arbeiten. Je leichter du bist, umso leichter wird dir auch das Training fallen. Aber: Auch mit Übergewicht geht einiges!

Die Sache mit dem Trinken ist eine subjektive Wahrnehmung. Manche haben eben das Gefühl auszutrocknen und meinen frühzeitig trinken zu müssen. Auch wenn das objektiv nicht erforderlich ist, bleibt das Gefühl und deswegen solltest du eben trinken. Wenn du dafür einen Trinkrucksack brauchst (was ist mit Trinkgürtel), dann nimm ihn eben mit. Aber wenn du kürzer läufst zu Beginn, so wie oben empfohlen, dann muss es doch möglich sein 30 min ohne Wasser auszukommen!?

Ich hoffe ich konnte dich ein wenig schubsen, rütteln und einige Perspektiven verändern. Ich wünsche dir Erfolg und vor allem auch Spaß am Laufen, denn ohne den geht es gar nicht.

Gruß Udo
"Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger. :hallo:
Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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Zu UDOs Ausführungen läßt sich kaum etwas hinzufügen, außer vielleicht der Erinnerung an die Worte barefooters:

Es kann auch Walken sein (mit oder ohne Stöcke, wobei das mit Stöcken - richtig ausgeführt - fürs Abnehmen effektiver ist).

Vorteile gegenüber Laufen: Es ist gelenkschonender, gerade bei Übergewicht. Man kann es gleich länger praktizieren und hat dadurch einen größeren Effekt (kleiner pro Zeiteinheit, aber in Summe doch größer). Steigerungen sind viel dosierter, also langsamer, vorsichtiger möglich als beim Laufen. Wenn Du zwei Jahre regelmäßig (3-5x/Woche) walkst und dazu auf Deine Ernährung achtest, wirst Du abnehmen, wirst Gefallen an Sport finden und dann möglicherweise auch mehr Spaß und Erfolg mit Laufen haben.
Gruß vom NordicNeuling
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