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chronische, therapieresistente Plantarfasziitis

chronische, therapieresistente Plantarfasziitis

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Sehr geehrte Community,

ich laufe seit vielen Jahren und konnte mir ein Leben ohne Laufen gar nicht mehr vorstellen; dann passierte es...die berühmt, berüchtigte Plantarfasziitis, die schon viele vermutlich als Läufer(innen) irgendwann einmal erfahren haben. Mir ist bewusst, dass nun viele sagen werden...gäähn, schon tausendmal diskutiert worden, aber ich bin selbst Orthopäde/Unfallchirurg, u.a. mit Subspezialisierung auf Fuss- und Sprunggelenkschirurgie und habe bereits viele Patienten erfolgreich mit dieser Reizung behandelt....nur bei mir selber ohne Erfolg ! Ich habe bereits alles versucht und schon viele Kollegen befragt, ebenfalls ohne Erfolg. Meine Therapieversuche bis dato: Dehnungsbehandlung der Faszie/Wadenmuskulatur/Achillessehne, Fasziendehnung mit Blackroll, spezielle, hochgedämpfte Einlagen, hochgedämpfte Schuhe, Stosswellentherapie, lokale Infiltrationen mit Lokalanästhetikum und sogar Cortison, Elektrotherapie, Laufpause seit einem Jahr...

Der betroffene Fuss hat eine moderate Senk- und Spreizfussdeformität.

Wer, in diesem Forum, hat eine ähnliche Erfahrung mit einer so hartnäckigen Plantarfasziitis ?

Ist die Umstellung auf den Vorfuss- oder Mittelfusslaufstil ggf. sinnvoll ?

Für hilfreiche Tipps bin ich sehr dankbar.

Christoph

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Zunächst mal: Was meinst Du mit "chronisch"? Ein halbes Jahr? Zwei Jahre? Fünf? Und wie war der Verlauf? Beschwerden konstant? Eher ein Auf und Ab? ...?
Дуа кинум йах иди, ту пуц ца бофт тар ту-хез йатов̌!

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ein Freund von mir experimentiert gerade mit Strahlentherapie...scheint bis auf die Erstverschlimmerung zu wirken. War aber auch nach über einem Jahr der Therapie-Odyssee der letzte Rettungsanker....

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Ich hätte folgende Fragen:

1. Was meinst du, war der Auslöser? Umfänge, Intensität verändert? Schuhe?

2. Laufpause seit einem Jahr? Und ständig Schmerzen? Oder nur beim Laufen?

3. Wie stark sind denn die Schmerzen?
Ich hatte das auch mal, war aber auszuhalten, bin trotzdem immer gelaufen.
Nach ca. 3 Monaten ist es von selbst weggegangen.
Den ersten Monat habe ich viel über den Besenstiel und die Eisflasche gerollt.
Besenstiel mache ich heute auch noch oft, einfach, weil es gut tut.
Dunkel, nass, windig, kalt. - "Yeah, let's go!!!"
Never stop.
No.Status.Quo.

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Chrisberndt hat geschrieben:
Ist die Umstellung auf den Vorfuss- oder Mittelfusslaufstil ggf. sinnvoll ?
Ich würde die Frage bejahen. Darum auch keine Läufe bergauf, keine schnellen Läufe - eben keinen "Zug" auf die Sehne bringen. Und eher weiche Schuhe verwenden.
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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Hallo Christoph
Wenn die oben gestellten Fragen abgearbeitet sind, hier sofort die nächsten:

Treten die Schmerzen besonders morgens nach dem Aufsthehen bei den ersten Schritten auf?
-> da gibt es eine recht ungewöhnliche Bandage, die den Fuß in der Nacht in Dorsalflexion hält

Wurde die Wade mal intensiv von Hand ( nicht mit der Farbrolle) gelöst?
-Es gibt da mehrere Triggerpunkte die PF Beschwerden auslösen

Regelmässige(!) gefühlvolle(!)Treppenübung nach Knobloch gemacht ?

Eigene Erfahrung: Die Dämpfungsmonster der Laufschuhe haben die PF eher verschlechtert, muss man aber testen

Gute Besserung

Ulli
5K 24:53 / 10K 52:31 / 15K 1:22:11/ HM 1:57:27/ M 4:10:33 / 50K walk 8:26:20

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Chrisberndt hat geschrieben:... Plantarfasziitis, die schon viele vermutlich als Läufer(innen) irgendwann einmal erfahren haben...
Frage an den den Fachmann: Sind nur Läufer betroffen oder kann es jeden treffen?
...und habe bereits viele Patienten erfolgreich mit dieser Reizung behandelt...
...überwiegend Langstreckenläufer oder auch Nichtsportler?
... Laufpause seit einem Jahr...
Laufpause oder Sportpause? Wie verhält sich die Entzündung bei alternativen Sportarten und ähnlichen Bewegungen, wie zum Beispiel Nordic Walking?
...Der betroffene Fuss hat eine moderate Senk- und Spreizfussdeformität.
Demnach ist offenbar nur ein Fuß betroffen.
Ist die Umstellung auf den Vorfuss- oder Mittelfusslaufstil ggf. sinnvoll ?
Bei der barfüßig - und damit natürlichen - Laufbewegung ist das der übliche Fußaufsatz. Ob dieser vor einer Plantarfasziitis schützt oder diese sogar rückgängig machen kann, weiß ich nicht. Eher werden sich in einer Übergangsphase andere Beschwerden wie zum Beispiel an Achillessehne und Waden einstellen.
Grüße von der Baltischen See! Laufen/Wandern barfuß erleben - Zu Fuß - am besten barfuß - hält die Seele Schritt.
Je länger die Strecke, desto unbedeutender die Zeit, da allein die Streckenbewältigung zur eigenen Leistung wird.
:)
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.. schade daß @Hennes nicht mehr hier ist und berichten kann, der hat doch auch alle Register gegen diese Seuche gezogen als er hier noch aktiv war..

Mit dem siebten Lebensjahrzehnt wird es schwer, sich noch zu steigern, außer man hat erst im sechsten Jahrzehnt begonnen Sport zu treiben

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binoho hat geschrieben:.. schade daß @Hennes nicht mehr hier ist und berichten kann, der hat doch auch alle Register gegen diese Seuche gezogen als er hier noch aktiv war..
Ja, leider ohne Erfolg.

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Hallo Chrisberndt,

Du hast lt. eigener Darstellung ja bereits einiges versucht, aber es gibt da in Ergänzung zur von Ulli empfohlenen manuellen Therapie noch weitere Möglichkeiten, die mir mit ähnlich langwierigen Problemen rechts und links geholfen haben, so dass ich seit knapp 2,5 Jahren wieder ohne Probleme laufen kann:

- Röntgenreizbestrahlung jeweils 2 Durchgänge rechts und auch links

- Umstellung des Laufstils von Fersen- auf Vorfußlauf; gleichzeitiger Wechsel von den stark gedämpften Schuhen (z.B. ASICS Gel Kayano) zu leichteren, direkten Laufschuhen (z.B. SAUCONY Fastwich, MIZUNO Hitogami)

- langsamer Wiedereinstieg mit Beibehaltung eines Gymnastikprogramms zur regelmäßigen Dehnung und Kräftigung der Fuß- und Wadenmuskulatur

Also, probier die Röntgenreizbestrahlung ruhig mal aus, sie war bei mir der maßgebliche Schritt zur Problemlösung.
Tschüss, sportliche Grüße aus dem Bergischen Land

Eckhard :winken:

"Radsport ist Mannschaftssport, 60 km/h und 30 cm Abstand zum Vordermann" (Robert Bartko)

Auch 2014 und danach wird weitergelaufen! :zwinker2:

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Hallo Aghamemnun,
Beschwerden seit ca. 5-7 Jahren intermittierend; nach einem intensiveren Training für einen Lauf vor einem Jahr deutliche Beschwerdezunahme, seitdem Laufpause. Am Schlimmsten sind die Beschwerden nach Belastung und der anschliessenden Ruhephase. Die Beschwerden sind relativ konstant.

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Hallo blende8,
Beschwerden habe ich seit vielen Jahren, aber nur nach dem Lauftraining; diese verschwanden jedoch innerhalb von 1-2 Tagen. Der Auslöser für die seit einem Jahr deutlich schlimmeren Schmerzen war eine Trainingsvorbereitung für einen City Lauf. Mitten im Training starker Stich in der Ferse und Unvermögen weiterzulaufen.

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Hallo Ulli,
ja, klassischerweise starker "Morgenschmerz" aufgrund der nächtlichen Plantarflexion. Der Schmerz verschwindet zügig nach den ersten paar Minuten. Die Bandage wurde mir bereits empfohlen, ich habe sie aber noch nicht ausprobiert. Treppenübung nach Knobloch habe ich regelmässig durchgeführt. Eine fachgerechte manuelle Faszienlösung habe ich noch nicht machen lassen. Ich bin auch der Meinung, dass Fersendämpfung / Gelkissen und hoch gedämpfte Laufschuhe nichts gebracht haben.

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Hallo Barefooter,
es trifft auch Nicht-Sportler, z.B. Menschen mit starkem Übergewicht...die grösste Gruppe stellt allerdings die der Läufer / Sprungsportler (auch Basketball). Schwimmer und Radfahrer sind fast nie betroffen. Die Laufdistanz scheint nicht zwingend mit der Häufigkeit des Auftretens zusammenzuhängen, eher die Häufigkeit der Trainingseinheiten.
Betroffen ist nur mein "Problemfuss" mit der Knick-Senk-Spreizfussdeformität; hieraus resultiert eine höhere Zugbelastung am Ansatz der Plantarfaszie an der Ferse. Ich habe zur Zeit eine Pause für Lauf- und Sprungsport (Basketball), gehe aber Schwimmen und fahre Rad sowie Fitness Studio. Nach ausgedehnten Wanderungen ebenfalls Beschwerden.

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Chrisberndt hat geschrieben: - Die Bandage wurde mir bereits empfohlen, ich habe sie aber noch nicht ausprobiert.
- Eine fachgerechte manuelle Faszienlösung habe ich noch nicht machen lassen.
Bitte teste das, am besten in Kombination ! Das sind wirklich zwei erfolgversprechende Ansätze.
Du empfindest ja selbst auch die nächtliche Plantarflexion als schmerzauslösend.

Hast du so einen alten Masseur, wie ich es einer bin, zur Verfügung?
Wir arbeiten meist doch etwas anders als moderne Physios - die ihre Stärken natürlich
in anderen Bereichen haben.

Hier mal ein Auszug aus einem alten Bericht vom oben erwähnten ollen Hennes:
http://forum.runnersworld.de/forum/gesu ... ost1506476

Ich versuche dir mal eine Skizze einzuscannen und per PN zu senden, aus der ersichtlich ist, wo in der
Wade nach einem Triggerpunkt gesucht werden könnte, aber ggf kennst du dich da auch selbst aus.

Bleib tapfer, das ist hinzubekommen !

Viele Grüße

Ulli
5K 24:53 / 10K 52:31 / 15K 1:22:11/ HM 1:57:27/ M 4:10:33 / 50K walk 8:26:20

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Hallo Rumläufer,
in der Tat habe ich die Röntgen-Reizbestrahlung noch nicht ausprobiert, da die Wirksamkeit nach aktueller Lehr-Meinung eher unzufriedenstellend ist. Da du offensichtlich davon gut profitiert hast, werde ich es auch einmal ausprobieren. Mit alternativen Laufschuhen kenne ich mich nicht aus, da müsste ich einen Fachmann zu Rate ziehen.

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Hallo Chrisberndt,
du bist ja selbst ja vom Fach, man kann dir wahrscheinlich nur praktische Tips geben.Ich habe es bisher geschafft, die aufkommende Entzündung der Plantarsehne nicht richtig ausbrechen zu lassen. Ich habe die gleiche Behandlung gemacht, wie ich für andere Sehnenentzündungen mache. Triggerpunkttherapie, Dehnungen nur sehr vorsichtig, weil man durch diese die Triggerpunkte noch weiter aktivieren kann. Ich massiere mit den Finger und suche mir die Punkte, die ich dann bearbeite, außerdem arbeite ich mit harten Bällen, Flummies in verschiedener Größe, die ich unter dem Fuß rolle, im Verlauf der Sehne, und rolle damit über die Triggerpunkte, länger und immer wieder. Natürlich werden die Wade und die Achillessehne ebenfalls behandelt, Triggerpunktmassage manuell und mit der Rolle, und verschiedene Dehnungsübungen, die du sicher schon gemacht hast. Zusätzlich mache ich im akuten Zustand, bzw. sobald ich merke, dass was im Anmarsch ist, Kältetherapie mit Gelkissen aus der Tiefkühltruhe, und zwar konsequent, ich habe mehrere Exemplare, so dass ich die Kältebehandlung länger am Stück durchführen kann und das bringt es, auch wenn es eine ziemlich unangenehme Behandlung ist. In anderen Bereichen ist die Kälthetherapie nicht so unangenehm. Zu guter letzt tape ich die Plantarsehne bei jedem Lauf. Folgendes Buch kann ich dir sehr empfehlen: http://www.amazon.de/Arbeitsbuch-Trigge ... kttherapie
PS. Die Treppenübung oder ähnliche Kraft- und Stabibungen würde ich erst dann machen, wenn alles ruhig ist, sonst können diese kontraproduktiv sein, weil sie auch eine Belastung darstellen.
Gute Besserung
Farhad

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Hallo Chrisberndt,

Du siehst es ja: Je weniger die Medizin ein Problem im Griff hat, desto mehr gängige Therapieansätze gibt es. Einen Königsweg wirst Du also auch hier nicht finden. Behandlungsformen gelten meist nur individuell als erfolgreich, was i.d.R. daran liegen dürfte, daß dieser Erfolg einfach zeitlich mit dem spontanen Verschwinden der Beschwerden koinzidiert.

Also insgesamt ein schwer beherrschbares Krankheitsbild. Das klingt vielleicht entmutigend, aber in den allermeisten Fällen verschwinden die Beschwerden ja auch irgendwann wieder. Wenn Du von alldem, was Dir vorgeschlagen wurde, etwas ausprobieren willst, dann mach vor allem das, was Dir Aufbruchstimmung vermittelt. Am wichtigsten ist ja, daß Du Dich nicht unterkriegen läßt.
Chrisberndt hat geschrieben:Beschwerden seit ca. 5-7 Jahren intermittierend
Das ist allerdings unspezifisch und könnte darauf hindeuten, daß Du zu den 20% gehörst, die längerfristig daran herumzulaborieren haben. Aber:
Am Schlimmsten sind die Beschwerden nach Belastung und der anschliessenden Ruhephase.
Chrisberndt hat geschrieben:Beschwerden habe ich seit vielen Jahren, aber nur nach dem Lauftraining
Das kenne ich so eigentlich nicht. Normalerweise wird davon berichtet, daß die Beschwerden zu Beginn einer Trainingseinheit auftreten und dann im Verlauf nachlassen. Hast Du mal in Erwägung gezogen, daß die Ursache der Probleme auch woanders liegen könnte?
Chrisberndt hat geschrieben:ja, klassischerweise starker "Morgenschmerz" aufgrund der nächtlichen Plantarflexion. Der Schmerz verschwindet zügig nach den ersten paar Minuten.
Wogegen das hier ja typisch ist.

Plantarfasziitis gehört, wie alles, was sich um die Ferse herum abspielt, zu den Verletzungen, die weniger mit dem Umfang als mit der Intensität (und da weniger mit der Häufigkeit als mit dem Tempo) zu tun haben. Klappt es momentan mit dem Laufen überhaupt nicht, oder sind langsame Läufe möglich, und die Beschwerden verstärken sich, wenn Du das Tempo erhöhst?
Ich bin auch der Meinung, dass Fersendämpfung / Gelkissen und hoch gedämpfte Laufschuhe nichts gebracht haben.
Das könnte ich so bestätigen. Mir ist recht schnell klargeworden, daß ärztliche Hilfe von sehr begrenztem Nutzen sein würde. Also habe ich mal selbst herumprobiert und angefangen, Hausschuhe komplett wegzulassen und behutsam auf im Durchschnitt weniger gedämpfte Laufschuhe umzusteigen ("behutsam" bedeutete bei mir einen Übergang von ca. zwei Jahren). Stark gedämpfte Schuhe habe ich als sehr unangenehm empfunden.

Außerdem habe ich diverse Fußübungen eingeschoben: Gehen auf den Außenkanten, auf den Innenkanten, auf den Ballen und auf den Fersen (an letzteres mußte ich mich natürlich seeehr behutsam heranarbeiten). Nach einem Jahr (während dessen ich meine drei besten Marathons gelaufen bin) war ich beschwerdefrei - bis ich mit extrem leichten Trailschuhen in schwierigem Gelände zweimal kurz hintereinander mit der linken Ferse auf spitze Steine getreten bin. Danach hatte ich dann wieder für zwei Monate Ärger.

Wie von Farhad empfohlen, würde ich es auch mal mit Gel-Kühlkissen versuchen. Ich fand das auch sehr angenehm. Weniger um die Beschwerden loszuwerden als um sie unter Kontrolle zu halten. Es muß auch gar nicht weh tun. Du kannst ja zwischen Kühlkissen und Fuß so viele Lagen Stoff bringen, daß es zwar sehr kalt ist, aber nicht weh tut. Und das Ganze besser 10x3 Minuten am Tag als 3x10 Minuten. Auch die Sache mit den Triggerpunkten würde ich mal weiterverfolgen. Der Ansatz ist insgesamt noch ziemlich neu, da die Medizin das Fasziengewebe (zu dem die Plantarfaszie als Sehnenplatte zwar nicht gehört, durch das sie aber beeinträchtigt werden kann) gerade erst im großen Stil entdeckt. Kann gut sein, daß das nicht die soundsovielte Sau ist, die durchs Dorf getrieben wird.

Ob Laufpausen helfen, kann ich nicht entscheiden, bin aber nicht davon überzeugt, daß es hilft. Wenn Beschwerden konstant bleiben und sich während des Trainings nicht verstärken, würde ich ggf. erst einmal weiterlaufen und die Sache beobachten. Wenn es schlimmer wird und man den Eindruck hat, man würde über Scherben laufen, sollte man abbrechen, ganz klar. Aber ein moderates Mißempfinden für experimentelle Zwecke wäre schon noch vertretbar.

Treppenübung ist sowieso immer ganz gut. Dazu aber noch eine Bemerkung, die ich zwar hier schon oft gebracht habe, die ich aber gern nochmals wiederhole, auch wenn ich längst überzeugt bin, daß niemand es hören will:

Karsten Knobloch hat mit der Treppenübung ungefähr so viel zu tun wie Theodor zu Guttenberg mit einer erfolgreichen Promotion. Näheres in diesem Artikel, der erschien, als Knobloch noch zur Schule ging.

Jedenfalls wünsche ich Dir alles Gute und daß Du das Problem bald in den Griff bekommst.
Дуа кинум йах иди, ту пуц ца бофт тар ту-хез йатов̌!

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aghamemnun hat geschrieben:Das kenne ich so eigentlich nicht. Normalerweise wird davon berichtet, daß die Beschwerden zu Beginn einer Trainingseinheit auftreten und dann im Verlauf nachlassen. Hast Du mal in Erwägung gezogen, daß die Ursache der Probleme auch woanders liegen könnte?
Unterschreib.

Hier ist noch ein guter Artikel:
The Real Cause of Plantar Fasciitis - Somastruct
Dunkel, nass, windig, kalt. - "Yeah, let's go!!!"
Never stop.
No.Status.Quo.

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In der Spiridon standen auch schon hilfreiche Artikel zu dem Problem. Der "Spiridon Doktor" bietet sie als kostenlosen download an.


http://www.derlaufdoktor.de
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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Hallo,

fein, mein Lieblingsthema! :D

Vor 7 Jahren das erste mal starke Beschwerden, dann Ruhe und nun seit 4 Jahren nach einem Marathontraining mehr oder weniger stark anhaltend.
Fast alles probiert, Laufpause, Physiotherapie (bestimmt 4-5 verschiedene Therapeuten), Ultraschall, Stoßwellen, Osteopathie, Eisflasche, dehnen, Treppenübung, Schuhwechsel, Röntgenreizbestrahlung, diverse Einlagen usw.
Schmerzen sind in Ruhe vorhanden und gehen beim Laufen stark zurück. Nach dem Laufen bleiben sie für 2-3 Tage fast vollständig weg.
Letztes Jahr das erste MRT mit dem Ergebnis, dass sich die diagnostizierte Plantarfasziitis nicht bestätigt! Auch kein Fersensporn. Jetzt beim Chirurgen, neues MRT und Nervenleitmessung da Verdacht auf Tarsaltunnelsyndrom. Hörte sich gut an, da die bei Dr. Google stehenden möglichen Symptome passen würden. Leider bestätigte sich das ganze vorerst nicht.
Laufpause macht es schlimmer. Pausiere aktuell seit 8 Wochen und die Schmerzen werden in Ruhe langsam stärker.

Höre mich sicher wie unser alter Hennes an;-))

Bin kurz vor dem Aufgeben.

Gruß
Chr.

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Ich hol den Thread mal wieder aus der Versenkung.


Habe nämlich seit ziemlich genau einem Jahr ebenfalls damit zu kämpfen. Ich habe mir wohl die Plantarfasziitis durch eine schlichte Überlastung zugezogen (als Laufanfänger viel zu schnell die Umfänge gesteigert, von 0 auf 40 WKM in zwei Monaten).


Aufgetreten ist der Schmerz sehr plötzlich (Oktober 2018), wie ein Messerstich in die Sehne. Nach Hause joggen war nicht möglich, ich musste humpelnd spazieren. Die Schmerzen an der Sehne direkt sind weitestgehend verschwunden (klangen nach 3-4 Monaten ab), aber der Schmerz am Ansatz der Sehne bleibt nach wie vor seit einem Jahr sobald ich etwas Intensität oder Umfang ins Training bringe. Es ist einfach nur frustrierend. Ich kann die Schmerzen dort auch wenn ich mehrere Tage nicht laufe forcieren, indem ich einen Druckpunkt unter dem Fuß an der Ferse bearbeitete. Geht also nie wirklich vollständig weg, auch nicht bei 2-monatiger Laufpause.

Bisher getestet:
- Sehr weich gebettete Schuhe (vom Orthopäde empfohlene Modelle)
- Ebenfalls weich gebettete Laufschuhe dazu
- Fersenkeile um die Ferse noch weicher zu "betten"
- täglich Dehnungsübungen für Achillesferse und Wadenmuskulatur, da verkürzte Wadenmuskulatur oft mitschuld sein kann (u. a. die Treppenübung)
- Abrollen der Sehne mit tiefgekühlter Konserve
- Abrollen der Sehne mit einem Igelball
- In ein paar Wochen bekomme ich eine Stoßwellentherapie

Die Sehne an sich ist soweit okay, aber der Sehnenansatz macht mir immer noch zu schaffen. Sobald ich lange Läufe mache oder etwas Intensität (IV oder TDL) ins Training bringe, verschlimmert es sich. Und dann spüre ich auch (vor allem wenn ich Intensität ins Training bringe, dann eine lange Ruhephase habe, z. B. Schlaf) wieder die Sehne an sich für 2-3 Tage. Das klingt dann wieder ab, aber der Sehnenansatz tut immer weh wenn man die entsprechende Stelle unterm Fuß drückt.

Typischerweise ist es morgens nach langer Ruhe am schlimmsten, nach dem morgendlichen Dehnübungen geht es wieder für den Tag.

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Klingt nach Fersensporn, in welcher Ausprägung auch immer. Mir haben damals Einlagen mit weich gepolsteter Stelle unter dem Sporn geholfen. Auch in den Alltagsschuhen! Denn die vielen Schritte, die wir täglich gehen, belasten den Fuß natürlich auch. Da ist es logisch, dass eine Laufpause nicht viel bringt.

Gruss Tommi
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Mein Tagebuch: forum/threads/96079-Die-dicken-Waden-der-dicken-Wade

"Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

Thorsten Havener

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Habe mir jetzt Laufschuhe besorgt wo bequem meine Einlagen+Gelkissen für die Ferse reinpassen. Mal schauen ob das was bringt, mehr Dämpfung ist dann kaum möglich

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Habe mir jetzt Laufschuhe besorgt wo bequem meine Einlagen+Gelkissen für die Ferse reinpassen. Mal schauen ob das was bringt, mehr Dämpfung ist dann kaum möglich
Meine Einlagen wurden speziell für die Laufschuhe angefertigt. Nach wenigen Versuchen habe ich sie entsorgt. Profitiert haben nur ein Arzt - der diese Bezeichnung nicht verdient - und der Laden...
...habe bereits viele Patienten erfolgreich mit dieser Reizung behandelt...
Dies solltest Du mal etwas kritisch hinterfragen. Die Selbstheilungsquote liegt bei 80%. Da es ca. 6 - 18 Monate dauert, ist sicher vor allem Geduld und Willensstärke notwendig, nicht zu früh wieder ins Training einzusteigen. Man kann es ja auch so interpretieren, dass 20% durch Unvernunft die Heilung verhindern...
Keep smiling, be optimistic, do something good...

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Ich muss da widersprechen.

Seit ich die Einlagen + Gelkissen in den neuen Schuhen beim Laufen trage, ist es wesentlich besser. Spüre die Sehne nicht, die Ferse auch nicht (nur bei Druck auf die Stelle, aber nicht beim Laufen an sich. Der Druckschmerz war aber auch nach zwei monatiger Laufpause da.

Bis 13km easy, 6km TDL und 4x1000 IV habe ich bisher getestet und noch keine Probleme aufgetreten.

Hoffe ja das die stoßwellentherapie den Druckschmerz noch beseitigen kann, dann bin ich happy.

Zumindest kann ich erstmal wieder schmerzfrei laufen mit halbwegs solider Intensität und etwas Umfang (Umfang scheint noch eher das Problem als Intensität)

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Als ihr nach der Laufpause wieder angefangen habt, habt ihr da auf extra weichen Untergrund geachtet?
Meistens laufe ich morgens vor der Arbeit direkt ab Haustür im Dorf oder auf geteerten Feldwegen, das reicht mir nicht, extra irgendwo hin zu gehen und dann auf einer Rindenschrotbahn ein paar Kilometerchen laufen.
Gruß RS

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Rennschnecke 156 hat geschrieben:Als ihr nach der Laufpause wieder angefangen habt, habt ihr da auf extra weichen Untergrund geachtet?
Nein.

Der Untergrund ist, m. E., nach Abklingen der Beschwerden nicht entscheidend. Eher ist es eine behutsame Steigerung der Wochen-Km und -Zeit, der Intensität, also Sprints, etc. und der anfängliche Verzicht auf Lauf-ABC.

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Rennschnecke 156 hat geschrieben:Als ihr nach der Laufpause wieder angefangen habt, habt ihr da auf extra weichen Untergrund geachtet?
Ja. Ich habe längere Abschnitte auf Strasse oder Fußweg gemieden. Und auch Steigungen.
"Ich habe es immer geliebt, zu laufen. Es war etwas was man einfach so machen konnte. Du konntest in jede Richtung laufen, schnell oder langsam, gegen den Wind ankämpfen wenn du wolltest, neue Umgebungen kennenlernen mit der Kraft deiner Füße und dem Mut deiner Lungen." (Jesse Owens)

Wichtiger Hinweis: https://joachim-zelter.de/wp-content/up ... /PDF.9.pdf

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Als ihr nach der Laufpause wieder angefangen habt, habt ihr da auf extra weichen Untergrund geachtet?
Eine Pause war nicht notwendig, Reduktion auf 1/3 bei moderatem Tempo und Crosstraining ist mir besser bekommen als Nichtstun. Einzig auffällig war vorab ein recht einseitiges Training. Zwar reduzierter Umfang aber immer wieder die 10 km als TDL und häufige Versuche einer neuen PB... Asphalt habe ich dann konsequent gemieden und bin öfters auf sandigen Motocross Strecken gelaufen. Anschließend waren es Trails und Berge. Dabei ist es geblieben. Die Probleme bin ich dauerhaft los geworden. Durch Profil und Untergrund gibt es keine eintönigen Bewegungsabläufe, was ich diesbezüglich als Vorteil empfinde.
Keep smiling, be optimistic, do something good...

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Danke für die Rückmeldungen.
Inzwischen bin ich wieder bei ca. 6/7 km, aufgebaut sehr langsam mit minimalen Steigerungen über 1,5/2/4 km...usw........
Ich habe 2 Wochen komplette Laufpause gehabt, allerdings bedingt durch einen sehr schmerzhaften Zeh am anderen Fuß, da bin ich nachts in einem dunklen Hotelzimmer an einem Stuhlbein hängengeblieben. Gebrochen war er nicht, aber sehr dick angeschwollen, der ganze Vorderfuß war beeinträchtigt, ich konnte über 1 Woche nicht richtig abrollen und spüre den Zeh heute noch manchmal.
Diese paar Kilometerchen morgens bin ich auf Asphalt in meinem Wohngebiet ums Haus gelaufen, da sind keine Steigungen und ich hätte gleich aufhören können, wenn ich Schmerzen bekomme. Allerdings spüre ich beim Laufen fast nichts, kommt dann eher im Laufe des Tages während der Arbeit. Zuhause habe Schuhe, die die Ferse entlasten, da bin ich ohne Schmerzgefühl unterwegs, während der Arbeit kann ich diese aber nicht anziehen. Da experimentiere ich mit verschiedenen Sohlen, z.B. Gelsohlen oder ganz dünnen Polstern - beim Lidl gabs mal eine Socke mit eingearbeitetem Fersenpolster, aber das Ding bleibt nicht an der Stelle, wo es sitzen soll, an meinem Fuß dreht sich das und das Polster sitzt nachher oben am Spann - , aber bis ich heimkomme, spüre ich die rechte Ferse wieder.
Zuhause geht dann wieder.
Die 10 km in Lübeck schaffe ich auch nach der Laufpause, ich war ja im Marathontraining Anfang September schon bei 27 km. Ich werde einfach mit den anderen mittraben, egal wie langsam es dann wird, möchte nicht nur als Zuschauer 1000 km durch Deutschland fahren.
Übungen und Gymnastik mache ich natürlich weiterhin, massiere meinen Fuß, lege abends den Fuß hoch und mache Umschläge ....usw.
Im November/Dezember laufe ich arbeitsbedingt sowieso weniger, wenn ich dann am Wochenende Zeit habe, gehe ich auf die Rindenschrotbahn oder in den Wald.
So, wie es jetzt aussieht, komme ich mit einem blauen Auge davon und hoffe, daß ich mir Ende Dezember wieder Gedanken machen kann, wie ich mein nächstes Laufjahr plane.
Aus privaten Gründen werde ich 2020 wahrscheinlich keinen Marathon ins Auge fassen. Ich werde trainieren wie ich es einrichten kann und wenn es dann gut läuft, mache ich spontan irgendwo hier in der Nähe mit, wenns nicht klappt, dann halt nicht. Einen Halbmarathon schaffe ich mit meinem üblichen Laufpensum immer, da brauche ich nicht extra drauf trainieren, wenn die Zeit dann schlechter wird, ist mir das egal.

Gruß RS

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M.Skywalker hat geschrieben:Durch Profil und Untergrund gibt es keine eintönigen Bewegungsabläufe, was ich diesbezüglich als Vorteil empfinde.
Gibt kaum was, was Überlastungsverletzungen durch Eintönigkeit besser vorbeugt :daumen:

Gruss Tommi

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Ich grabe das Thema auch mal hervor, ist zum Glück nicht sooo alt. ;)

Da mein zuletzt behandelnder Doc nicht erreichbar ist und nicht antwortet, vielleicht habt Ihr Leidensgenossen eine Antwort darauf:

Ich habe bereits mehrfach gehört, dass man mit dem Laufbeginn warten soll, bis der Fuß schmerzfrei ist und dann noch 2 (4) Wochen dran hängen, ggf. in der Lage sein soll, 10 km Spazieren gehen zu können ohne Nachwirkungen.
Ich stoße mich an dem Begriff schmerzfrei. Ist damit auch der Anlaufschmerz gemeint? Wenn ja, werde ich wohl noch sehr geduldig sein müssen.
Aktuell ist es sehr indifferenziert bei mir. Vor 3 Wochen bin ich ganztägig noch auf einer Veranstaltung herum gelaufen (ca. 12 Stunden, 11000 Schritte, 10 km) ohne Nachwirkungen, letzte Woche zwackte es jedoch nach 2,5 km Waldspaziergang schon.
Vorgestern war ich nach einer Stunde Kurs im Fitnessstudio zum Antesten für 5 min auf dem Laufband bei langsamem Tempo, was die Ferse relativ zeitnah missbilligte. Ein Coldpack beseitigte die Beschwerden zügig und am nächsten Morgen war von einem Anlaufschmerz so gut wie nichts zu spüren. Ich bin hochgradig verwirrt und verunsichert.

Am besten bekommt mir Schwimmen, Radfahren geht auch, aber ich bilde mir nach Fahrten über 20 km manchmal einen Hauch einer Andeutung ein.

Also, wie ist Euere Einschätzung?

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Hi,

ich kann Dir aus eigener leidvoller Erfahrung nur raten so lange zu warten, bis du schmerzfrei bist. Ich habe bei leichtem Schmerz immer wieder angefangen zu laufen - auch dann wieder längere Strecken. Meine Unvernunft hat mir am Ende leider mein über alles geliebtes Hobby gekostet. Ich habe seitdem permanent einen leichten Schmerz im rechten Fuß. Ab 10 km Wandern wird der Schmerz wieder stärker. Zum Glück ist das aber noch halbwegs möglich. Schmerzen bei längeren Radtouren kenne ich auch.

Alles Gute!

37
Also sollte kein Anlaufschmerz mehr spürbar sein, auch abends sollte die Ferse still sein? Puh... Aber der Mist begleitet mich auch "erst" ein 3/4 Jahr. :frown:
Welch Glück, dass das Wetter gerade gut ist und das Radfahren so langsam Spaß macht.

38
badera hat geschrieben:Also sollte kein Anlaufschmerz mehr spürbar sein, auch abends sollte die Ferse still sein? Puh... Aber der Mist begleitet mich auch "erst" ein 3/4 Jahr. :frown:
Welch Glück, dass das Wetter gerade gut ist und das Radfahren so langsam Spaß macht.
Ja, besser ist das. Die Alternative wäre, die Schmerzen werden schlimmer und chronisch wie bei mir. Ich ärgere mich heute, dass ich nicht auf manche hier im Forum gehört habe und immer weiter gelaufen bin.

39
badera hat geschrieben:Ich habe bereits mehrfach gehört, dass man mit dem Laufbeginn warten soll, bis der Fuß schmerzfrei ist und dann noch 2 (4) Wochen dran hängen, ggf. in der Lage sein soll, 10 km Spazieren gehen zu können ohne Nachwirkungen.
Ich habe komplett andere Erfahrungen gemacht und einiges dazu geschrieben.

https://forum.runnersworld.de/forum/thr ... fen/page36

8 Wochen habe ich mit Lauftraining pausiert, nach 6 Wochen mit Aquatraining angefangen. Als die Schmerzen erträglich wurden, bin ich auf Anraten meines Hausarztes (ein Triathlet) wieder ins Lauftraining eingestiegen.

Jetzt, über 4 Monate nach Ausbruch der Verletzung, trainiere ich wieder voll und habe keine Beschwerden mehr.

Mein Rezept: Dehnen, dehnen, dehnen! Deine Plantarsehne gibt Dir Rückeldung, wie viel und wie intensiv Du trainieren kannst.

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Brian hat geschrieben:Ich habe komplett andere Erfahrungen gemacht
Nachtrag: Seit über 10 Jahren trainiere ich leistungsorientiert und habe das Thema Athletik- und Krafttraining nie vernachlässigt. Meine Beine, auch die Waden, sind gut trainiert. Das dürfte ein Grund gewesen sein, warum meine Plantarsehnenentzündung innerhalb von nur 4 Monaten komplett abgeklungen ist.

Mir ist bekannt, dass eine Plantarfasziitis sehr langwierig sein und auch chronisch werden kann.

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Brian hat geschrieben:Ich habe komplett andere Erfahrungen gemacht und einiges dazu geschrieben.

https://forum.runnersworld.de/forum/thr ... fen/page36

8 Wochen habe ich mit Lauftraining pausiert, nach 6 Wochen mit Aquatraining angefangen. Als die Schmerzen erträglich wurden, bin ich auf Anraten meines Hausarztes (ein Triathlet) wieder ins Lauftraining eingestiegen.

Jetzt, über 4 Monate nach Ausbruch der Verletzung, trainiere ich wieder voll und habe keine Beschwerden mehr.

Mein Rezept: Dehnen, dehnen, dehnen! Deine Plantarsehne gibt Dir Rückeldung, wie viel und wie intensiv Du trainieren kannst.
Ja, die Vorgehensweise, die Dein Hausarzt empfohlen hat, ist eben diejenige, von der ich auch immer wieder höre. Weil nach kompletter Pause das Risiko einer Verletzung steigen und man nicht so viel Form verlieren soll. Ob durch die Durchblutungsförderung die Heiliung gefördert wird, weiß ich nicht.

Die Frage ist und bleibt natürlich:
Ignoriere ich die Beschwerden und starte mit moderatem Lauftraining 2-3x pro Woche z.B. mit einer 6er Pace und nur diskreten 2 km und nehme in Kauf, dass sich nach dem Lauf leichte Beschwerden einstellen, die am nächsten Morgen wieder weg sind, oder warte ich noch ab, wie lange und worauf warten?

Aktueller Zustand ist, dass der Fersensporn durch Stoßwellentherapie weg sein soll und ich sowohl morgens und abends sehr leichte Anlaufbeschwerden habe als auch nach dem Lauf ebenfalls mehr oder weniger, aber nie mehr als 2-3/10. Während des Laufens merke ich absolut nichts.
Deshalb auch interessant, Du schreibst oben "als die Schmerzen erträglich wurden" - das sind sie bei mir längst.
Und ich sollte dringend einen Igelball auftreiben. Tut es eigentlich auch eine Faszienkugel?

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Mir hat es mal jemand folgendermaßen erklärt: Durch eine Laufpause baue sich die Fußmuskulatur ab, das schaffe nach einer längeren Pause etwas Linderung, die Ursache, muskuläre Dysbalancen und Muskelverkürzungen im Fuß würden nicht beseitigt. Dehnen hülfe. So ähnlich drückt sich auch Dr. Matthias Marquardt aus. Ich habe jetzt keine Lust, die Quelle rauszusuchen, Du findest sie in meinem Faden.

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Ja, in der Richtung meinte ich das auch.
Würdest Du an meiner Stelle vorsichtig starten oder nicht, ggf. abwarten, bis auch der Anlaufschmerz weg ist?
Ich vermute, Du würdest starten und nur dann ab- oder unterbrechen, wenn sich eine Verschlimmerung zeigen sollte, richtig?

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Das ist klar.
Mein Doc meinte, dass binnen 24-48 Stunden die Beschwerden nicht größer sein sollten als ohne Belastung. Das ist jedoch definitiv der Fall. Allerdings nicht unbedingt stärker als die Anlaufbeschwerden. Meine letzten Laufversuche habe ich abgebrochen, als es leicht an der Ferse zwackte - wohl wissend, dass das Zwacken verschwinden würde, wenn ich weiter liefe.

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badera hat geschrieben:Meine letzten Laufversuche habe ich abgebrochen, als es leicht an der Ferse zwackte - wohl wissend, dass das Zwacken verschwinden würde, wenn ich weiter liefe.
Dann würde ich weiterlaufen, aber: 3×täglich Dehnen von Plantarsehne, Achillessehne und Waden. Wie das geht, steht in meinem Faden.

Nun weiß ich nicht, ob es einen Unterschied macht, ob man austrainierter Sportler oder der typische Gelegenheitsjogger ist. Eine trainierte Wadenmuskulatur ist bestimmt von Vorteil! 😉

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Die Empfehlung, bei einer Plantarfasziitis bis zur völligen Schmerzfreiheit zu pausieren, sowie noch 4 Wochen Pause zu addieren, ist offensichtlich Unsinn.
"Ist das quälende Stechen erst einmal da, ist keine absolute Sportkarenz notwendig. Schneider rät zur Reduktion und kritischen Selbstbeobachtung: „Testen Sie, was geht. Schwimmen funktioniert fast immer, auch Radfahren kann funktionieren, muss aber nicht. Eine klare Regel: Was am nächsten Morgen zu einer Verschlechterung geführt hat, scheidet in dieser Dosierung aus.“ Ist Sport grundsätzlich wieder möglich, sollte das Pensum sorgsam und geduldig gesteigert werden."
https://www.zeitschrift-sportmedizin.de ... t%20werden.

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Ich habe die Fersenseuche seit Januar 2022. Gestern bin ich das erste Mal wieder leicht gejoggt . 3 km. Immerhin etwas. Die Schmerzen am Ende und heute Morgen waren definitiv da und auch etwas stärker sind aber 1 Stunde nach Aufstehen verschwunden. In den letzten 6 Monaten hab ich soviel Dinge probiert, eigentlich alles, was das Internet hergibt. Was mir geholfen hat ist der typische Achilles Sehnen Stretch, aber diesen 2(Zwei!) Minuten halten. Also um vieles Länger als normalerweise durchgeführt. Vielleicht gehts mir deshalb besser, vielleicht braucht es auch einfach seine 6-12 Montate. Wer weiss das schon.
Viel Glück Allen!

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petracalifornia hat geschrieben:Was mir geholfen hat ist der typische Achilles Sehnen Stretch, aber diesen 2(Zwei!) Minuten halten. Also um vieles Länger als normalerweise durchgeführt.
Ist auch meine Erfahrung, wenn es allgemein ums Dehnen geht. Ich halte mindestens 30 Sekunden, manchmal auch mehr.

Gruss Tommi
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Mein Tagebuch: forum/threads/96079-Die-dicken-Waden-der-dicken-Wade

"Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

Thorsten Havener

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petracalifornia hat geschrieben:Ich habe die Fersenseuche seit Januar 2022. Gestern bin ich das erste Mal wieder leicht gejoggt . 3 km. Immerhin etwas. Die Schmerzen am Ende und heute Morgen waren definitiv da und auch etwas stärker sind aber 1 Stunde nach Aufstehen verschwunden. In den letzten 6 Monaten hab ich soviel Dinge probiert
Das könnte Dir Linderung verschaffen, führe die Übung 3×täglich aus, nach spätestens 4 Monaten könnte die Plantarsehnenentzündung komplett Ruhe geben, so war es jedenfalls bei mir. Ich konnte jedenfalls knapp 8 Wochen nach Beginn der Plantarfasziitis wieder allmählich ins Lauftraining einsteigen.
Dehnung (der beteiligten Strukturen) heißt das Zauberwort! Also Wade, Achillessehne, Plantarsehne.

Auf die Treppenübung, die in diesem Zusammenhang genannt werden sollte, möchte ich nicht näher eingehen. Sie dürfte allgemein bekannt sein.

Zur Dehnung der Plantarsehne:
Igelwalze und Holzkugel (Golfball ginge auch) legt man auf einen ebenen Untergrund in der Anordnung wie auf dem Photo. Nun stellt man den Fuß drauf in der Art, dass die Ferse und die einwärts gekrümmten Zehen den Boden berühren, die Knie müssen komplett durchgestreckt sein. Der letzte Punkt ist wichtig, sonst wird die Sehne nicht optimal gedehnt. Man bleibt 20 bis 30sek stehen und rollt beide Gegenstände ein Stück weiter und bearbeitet den nächsten Abschnitt der Fußsohle/Plantarsehne. Es reicht aus, wenn Walze und Holzkugel an 3 Punkten der Fußsohle angesetzt werden. Dabei müssen, wie ich schon schrieb, Ferse und Zehenspitzen den Boden berühren, das Ganze dreimal täglich. Man sollte beide Füße bearbeiten, denn beim Dehnen handelt es sich auch um eine Pflegemaßnahme der Fußsohlen.
https://www.doktor-marquardt.de/plantarfaszie/
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