Dartan hat geschrieben: 18.05.2026, 11:51
Fjodoro hat geschrieben: 18.05.2026, 11:27Grundsätzlich sehe ich mich da auch im Freestyle-Lager an. Ich habe einfach zu viele private und berufliche Baustellen, als dass ich mich meist beim Sport nicht auch noch mit zu vielen Details stressen will.
Das halte ich für einen sehr wichtigen Punkt der weitestgehend auch auf mich zutrifft. Am Ende des Tages ist und bleibt Laufen für mich ein
Hobby. Und sobald ein Hobby anfängt nennenswerten zusätzlichen Stress zu erzeugen, läuft imho was falsch.
da hast du definitiv recht.
Ich möchte abschließend aktuell zur Thematik nur noch folgendes dazu einbringen auch im Hinblick auf Dinge wie 5 Rennen in 3 Tagen:
ich habe doch einige Jahre schon in der Szene verbracht u. kenne auch einige Leute durchaus auch im "sub Elite" Bereich als auch im Amateurbereich und habe auch schon für den ein- oder anderen Bekannten ne kleine Plan gemacht. Ich verfolge viel auch auf Strava und die Sache ist meistens die Gleiche die so anfängt:
- da ist ein Läufer(in) der meist schon die Schwelle zur "magischen" 35 min unterschritten hat. Eine Zeit die man mit Talent u. etwas richtigen Training und ggf. Sportlichem Hintergrund hinbekommt wenn man ein "junger!" Mann ist. Nichts astronomisches
- diese Mensch merkt dann, dass er nicht ganz untalentiert ist.
Aber die Schritte werden langsamer. Dann kommt er meist in den Bereich in dem viele dann hängen bleiben, der Bereich 32-33 min. Weil ab hier das Training genauer gesagt die richtige Steuerung, Intensität viel wichtiger ist als dass jmd. trainiert.
Es werden Dinge wichtiger die früher nicht so wichtig waren.
- nun merkt er es hakt (sein bisheriges "Standardtraining" reicht nicht mehr aus, Sa der LL, Mi klassisches Standard IV und Mo ein TDL oder so bringt ihn nicht mehr weiter)
- nun passieren i.d.R. 2 Dinge:
Variante 1:
Er denkt:
"Ich muss härter trainieren, mehr IV, schneller, LL intensiver, mehr Reize hintereinander, mehr Wetttkämpfe (3 in 5 Tage) um WK-Härte zu bekommen"
Das ist aber meistens gar nicht der Fall. Hart ja, teils teils, muss das auch sein. aber bei vielen Leute ist nicht die fehlende Intensität an sich das Problem, weil ich auf dem Niveau 32-33 min. hier nicht nur blind die Intensität erhöhen sollte u. Reize kumulieren sollte.
Problem ist dann sie müssten das Training mehr strukturieren, sortieren , periodisieren, intelligenter aufbauen. Sie müssten das trainieren was sie bisher noch nicht tun, das hinterfragen was sie tun. Das setzt aber eine theoretische Erfahrung raus die oft nicht da ist. Stattdessen geht er raus u. ballert einen LL, weil das keine Kenntnisse benötigt und er denkt: "viel hilft viel"
Oder
Variante 2:
er denkt:
ich brauche mehr Kilometer, mehr Umfang etc.
Da kommen dann so Sachen wie 25 km LL mit Tempoanteil nach 10 km Rennen. Oder 15 km "Auslaufen" nach 10 km Rennen um noch was zusammen zu bekommen. Das kommt dann auf die Tempoeinheiten noch on top.
Variante 1 wird ihn in aller Regel stagnieren lassen weil kaum Raum für Superkomensation noch wir der in der Lage sein, den Trainingsreiz mal signifikant zu erhöhen wenn es angebracht wäre (weil ständig dauermüde u. Intensität nicht zielgerecht ist sondern einfach angesammelt wird um der Sache wegen)
Variante 2 wird ihn ebenfalls stagnieren lassen, weil hier zu viele km zusammenkommen bzw. zu viel Zeit in Grey Zone verbracht wird was dann i. Verbindung mit den Tempoeinheiten zum selben Ergebnis führt wie Variante 1 aber aufgrund des Umfang und der kaum als Recovery zu bezeichnenden Recovery zudem noch das Verletzungsrisiko erhöht (z.B. 15 km "auslaufen" sind einfach sinnlos).
Leider sind solche Leute i.d.R untrainierbar.
Mir fallen 1 ,2 Strava Beispiele ein.
Einer zb, das war vor 2 Jahren rum. Ich hab ihn beobachte weil ich wissen wollte wann es ihn zerlegt.
Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine 31:40 als PB auf 10 km u. lief meine easy Läufe im Bereich 4:25 (interessanterweise immer noch mein Bereich mehr o. weniger auch wenn ich inzw. bei mittleren 30 bin). Jedenfalls lief der Junge ca, 140 - teils 150 km in der Woche, in einer "angeblichen EasyPace" von 4:15 rum. Der hatte zu dem Zeitpunkt eine mittlere 35 stehen. Der lief nicht nur seine normalen Läufer 15 km mit 5:15 der machte auch jede Woche LL 35-40 km,(öfter sogar 40 als 35, rein easy gelaufen auch völlig sinnlos das Ganze) natürlich in 4:15 (ohne Tempo i.d.R.)
Auch als er später 3(!) Tempoeinheiten die Woche hatte rückte er kein Meter ab von seinem Plan. Er schaffte zwar sein Training (war sehr robust), konnte aber im WK sich nie verbessern u. lief immer das gleiche. Sein Körper war dauermüde u. er konnte nicht mehr zulegen wenn es notwendig war. Zudem auch keine wirkliche langsameren very easy Läufe (mal 10 sek. langsamer), aber wieder lange um an km zu kommen, auch nach Wettkämpfen.
Ergebnis: Stagnation, monatelange Strava Abstinenz (veletzungsbedingt). Nun läuft er seit einiger Zeit wieder, aber das Spiel beginnt bereits von vorne, aufgrund der Auszeit nur mit langsameren Paces. Fazit. nichts gelernt
anderer Läufer ähnliche Sache, Zwar weniger km, aber wildes Training, wirklich Wild, völlige Ignoranz vom Trainingsprinzipien u. Erholung u. Superkomensation (gerne 2 Marathon innerhalb 4 Wochen), LL eine Woche später wieder 30 km usw.
Daher auch verletzt zwischendurch immer wieder mal. Nichts allzu dramatisches aber genug u. ein wirklich Intensives Training (wenn mal nötig) zu absolvierne.
Ergebnis: Stagnation auf recht hohem Niveau, seit 2 Jahren nichts mehr getan was z.B: 10/5 km Zeit o. auch HM betrifft.
Hier schließt sich der Kreis warum ich geschrieben hatte: "zum Dorflaufsieger reicht es noch also muss alles richtig sein".
Ja klar, wenn ich stagniere u. nicht zulegen kann (obwohl das Potenzial klar da ist), dann kann ich immer noch die Dorfläufe gewinnen weil auch ein hohes stagniertes Niveau eben ein hohes Niveau ist und dann kaschieren diese Siege auch ein mögliches "falsches" Training o. einen fragwürdigen Ansatz und dann wundert man sich warum man Monate später (oder 2 Jahre) monatelang verletzt ist oder eben seit 3 Jahren sich nicht wirklich verbessern/weiterentwickeln konnte.
Nicht zu vergessen. das sin alles Leute die keine Profis sind also noch arbeiten etc. Da ist es noch wichtige die Balance zu finden. Natürlich kann ein Profi mehr verkraften weil er es a) i.d.R. seit Kind gewohnt ist und b) eben sich ausruhen kann, Physio, Masseur hat, Ernährung usw. Der muss auf solche Alltagsdinge überhaupt kaum Rücksicht nehmen.