Mecklenburger Seenrunde 2026 - Bericht, Teil 2
Abschnitt 5: Röbel - Nossentiner Hütte, 150 - 197 km, Depotpause: 30:09
Nachdem wir vorher hauptsächlich Richtung Osten und leicht südlich gefahren sind, ging es jetzt Richtung Norden und der Wind nahm zu. Das störte meinen Bruder aber nicht und er gab trotz Seiten- und Gegenwind Gas. Wir konnten ihm zwar folgen, aber das hat neben den welligen Straßen meinen Oberschenkel gut zugesetzt, die härter wurden. Wir bremsten uns dann nach einiger Zeit ein, aber der Abschnitt hat mir doch ordentlich zugesetzt. Ich merkte die Oberschenkel, den Hintern auch wieder mehr und den Nacken, wobei Letzteres das geringste Problem war. Das war für uns alle der schwerste Abschnitt und die lange Distanz bis zum Depot half dabei auch nicht. Es kamen leichte Zweifel bei mir auf, ob es vielleicht doch nichts wird.
Beim Depot gab es bei mir wieder Schnittchen, heißen Tee und Wasser für die Isomische in der Flasche. Ich habe auch sicherheitshalber Magnesiumpulver zu mir genommen, um einen eventuellen Krampf zu verhindern.
Abschnitt 6: Nossentiner Hütte - Alt Schönau, 197 - 244 km, Depotpause: 42:02
Es ging zum Anfang weiter Richtung Norden, also weiter Zähne zusammenbeissen und versuchen die Oberschenkel nicht komplett zu erledigen. Dies klappte nur bedingt und sie waren noch härter als vorher. Ich hatte die Befürchtung, dass sie komplett zumachen und/oder es zu einem Krampf kommt. Zum Glück ging es dann Richtung Osten --> Rückenwind.
Dies steigerte ordentlich die Stimmung als auch das Tempo. Wir machten sogar einen kurzen Halt beim Schild "noch 100 km", um ein Foto zu knipsen. Ein weiterer Fahrer schloss sich derweil unserer Gruppe an, wobei ich nicht mit ihm gesprochen habe und auch nicht weiß, ob er überhaupt sich groß mit jemanden von uns unterhalten hat.
Es wurde trotz beckten Himmels gut warm und ich beschloss beim Depot die Jacke wieder auszuziehen und wie beim Start mit langem Hemd und kurzen Trikots zu fahren. In Alt Schönau gab es ordentlich Auswahl und neben Schnittchen habe ich auch ein paar Salzstangen und Tee zu mir genommen. Ferner nahm ich eine Schmerztabelle zu mir, um mich von den Schmerzen meines Hinterteils abzulenken.
Abschnitt 7: Alt Schönau - Groß Vielen, 244 - 280 km, Depotpause: 32:50
Die lange Depotpause hat meinen Oberschenkel gut getan und sie waren nicht mehr ganz so verhärtet. Meine Stimmung steigerte sich und ich war mir jetzt relativ sicher, dass ich die MSR schaffen würde. In diesem Abschnitt kamen einige Fahrer zu unserer Gruppe und wir waren teils mit 8-10 Leuten unterwegs. Den Abschnitt kannte ich gut, da wir Teile davon mehrmals im Training gefahren sind. Im Wesentlichen versuchte ich mich jetzt nur noch von den Schmerzen abzulenken und oft aus dem Sattel zu gehen. Ferner nahm ich noch einen Riegel während der Fahrt zu mir.
Beim letzten Depot gab es für mich wieder Schnittchen, Cola und Wasser für die Trinkflasche. Noch 26 km und wir haben es geschafft.
Abschnitt 8: Groß Vielen - Neubrandenburg, 280 - 306 km
Den letzten Abschnitt sind mein Vater und ich mehrmals im Training gefahren und ich wusste, dass zwischen Penzlin und Wulkenzin einige kurze, giftige Anstiege anstehen würden. Ich war mental darauf vorbereitet und hoffte nur, dass meine Oberschenkel mitmachen würden und das taten sie auch. Den letzten giftigen Anstieg 10 km vor dem Ziel konnte ich sogar mit einem Lächeln bewerkstelligen (vorne: ich, dahinter: mein Vater).
Danach ging es wieder in Neubrandenburg rein, inklusive einem Stop an einer roten Ampel. An der Ampel biegten wir rechts nach Broda ab und dorte sollte eigentlich schon die Zielmessung sein, bevor es in den Kulturpark ging. Dies sollte Sprints kurz vor dem Ziel verhindern. Wieso auch immer gab es aber keine vorzeitige Zielmessung.
Kurz vor dem Ziel im Kulturpark gab es noch eine kurze, aber steile Brücke, die ich hochfahren wollte. Ein Fahrradfahrer wollte das erst auch machen, entschied sich aber dann spontan um, und steigte kurz vor dem höchsten Punkt ab. Ich musste ausweichen und auch absteigen, da der Schwung weg war. Ich habe mich kurz darüber geärgert, aber danach auf meinen Vater gewartet. Wir fuhren dann (fast) zeitgleich ins Ziel und holten uns unsere wohlverdienten Medaillen ab. Dort wartete auch meine Mutter auf uns und ich traf sogar noch auf meinen ehemaligen Sportlehrer aus der Abizeit - Zufälle gibts.

Ich habe mich dann mit ihm unterhalten.
Zum Flex bin ich dann noch die restlichen 11 km nach Hause gefahren, während mein Vater und Bruder die klügere Variante mit dem Auto samt Fahrradanhänger gewählt haben.
Fazit folgt in Teil 3 ...