Uwe2468 hat geschrieben: 15.08.2026, 07:51
Vielen Dank für die Infos.
Wenn du magst kannst du ja posten wie die Geschichte weiter geht. Mich würde es Interessieren, man wird ja nicht jünger.
Hallo Uwe und ihr anderen, die es möglicherweise interessiert,
eine weitere Etappe auf der Suche nach dem Mysteriösen ist nun über die Bühne gegangen. Auf Anraten meines ohnehin schon kardio-versierten Arztes habe ich von einem Kardiologen mein Herz noch eingehender untersuchen lassen. Letztlich fokussierten sich alle (einschließlich mir selbst) auf den Pumpmuskel als wahrscheinlichsten Verursacher. Wobei die Ärzte Infarkt-beeinflusst (leichter Infarkt ungeklärter Ursache 2021) wohl nicht anders können und ich selbst mir nicht vorstellen kann, welches andere Organ oder welcher Prozess einen Organismus blitzschnell und nur für die Dauer von ein paar Herzschlägen mit Schwäche überziehen könnte. Nun also zum Kardiologen ...
Zunächst ein eingehendes Gespräch auf Basis eines "normalen", natürlich unauffälligen EKGs. Erstaunlich ist für mich ja auch - falls das Herz den bösen Player abgeben sollte -, dass nicht mal der Blutpumpenfachmann je von einer derartigen Erscheinung hörte. Nach langen Erörterungen/Spekulationen schlug er einen Herz-Stresstest vor, der gestern stattfand. Dazu schnallt man den zu Folternden auf einem Ergometer fest, verdrahtet ihn EKG-mäßig, legt eine Blutdruckmanschette an (automatische Blutdruckmessung in Intervallen) und lässt ihn, beginnend bei 50 Watt, mit 60 Umdrehungen pro Minute treten. Sodann wird die Intensität in 25 Watt-Stufen jeweils nach ca. 1 oder 2 Minuten (weiß nicht genau, kam mir ewig vor) erhöht. Das Besondere dabei: Der Folterstuhl samt Opfer wird um etwa 30° zum Arzt hin gekippt - man tritt also in Schräglage sitzend/hängend in die Pedale -, der während der menschenrechtswidrigen Prozedur immer wieder das Herz über Ultraschall in Augenschein nimmt, dabei alle möglichen Parameter aufzeichnen lässt. Die gekippte Lage bewirkt, dass das Herz eine Lage im Brustkorb einnimmt, die eine bessere Darstellung am Monitor zur Folge hat.
Normalerweise läuft es so, dass die Tortur fortgesetzt wird, bis dem Opfer irgendwann die Oberschenkel platzen. Bei mir lief es auch so, aber der Folterknecht mit Doktortitel würzte das Ganze mit Extras.
1) Üblicherweise wird die Untersuchung an Patienten vorgenommen, die am Tag der Messung/Aufzeichnung ausgeruht in die Praxis kommen sollen. Bei mir fand es am späteren Nachmittag statt, damit ich vorher eine Laufeinheit absolvieren kann, um "ermüdet" untersucht zu werden. Ziel: Das Phänomen, das gerne nach einer Vorermüdung auftritt, zu stimulieren. Denn jeder "Techniker" weiß, dass eine Fehlersuche am "Gerät" eigentlich voraussetzt, dass der Fehler sich gerade bemerkbar macht.
2) Geplant war und wurde auch gnadenlos so durchgezogen, dass eine erste Belastungsserie stattfindet, bis meine Beine und ich aufgeben. Danach kurz Pause, Treten im Leerlauf, dann eine zweite Belastungsphase bis zum energetischen Exitus. Hintergrund dazu war meine Beobachtung, dass Lastwechsel, eben auch das Wiederanlaufen nach kurzer Pause, den Dämon in der Brust wecken.
Verlauf und Ergebnis:
Schon während der Laufeinheit (ca. 60 min "nur" mittlere Belastung, damit ich es noch in die Praxis am Nachmittag schaffe), die, wie alle seit dem letzten Marathon in Augsburg (am Bericht arbeite ich), ohne "Störung" zu Ende ging, hatte ich das Gefühl, dass der Herzstresstest ebenso ergebnislos bleiben wird, wie alle Untersuchungen vorher.
Auf dem Folterstuhl erwies sich diese "Befürchtung" als stichhaltig. Nichts! Niente! Nada! Rien! Nothing happend! - Auch der Kardiologe bescheinigte meinem Herzen gute, für einen 72jährigen super Leistungswerte und einen sehr guten "Zustand" der Herzarterien, der es höchst unwahrscheinlich macht, dass die Pumpe aussetzen könnte.
Toll! ein Herz zu besitzen, mit dem man trotz Infarkts vor 5 Jahren ca. 1.000 Jahre alt werden könnte. Un-toll, dass ich noch immer nicht weiß, was mit mir los ist, wenn's mich packt.
Die nächste Stufe der Diagnose-Eskalation scheue ich. Es würde bedeuten dem Herzen mit Herzkatheter auf den Zahn zu fühlen, dabei mit Substanzen bewusst - mit meinen Worten: - Krämpfe auszulösen. Nö, da hab ich keinen Bock zu. Ich war zweimal im Katheter und weiß, was das für eine hässliche Sache werden kann - auch wenn's nicht wirklich wehtut.
Daher habe ich mit Doc Folterknecht eine andere Vorgehensweise besprochen, eine Art Schuss ins Blaue. Dazu möchte ich mich einstweilen nicht näher einlassen. Man wird sehen, ob's was bringt. Sobald Ergebnisse vorliegen, sag ich's.
Gruß Udo