Meine – vermutlich kontroverse und ohne Anspruch auf wissenschaftliche Belegbarkeit

– Meinung zur Bedeutung von Herzfrequenz während Wettkämpfen:
Ich denke die Nützlichkeit der HF zur Steuerung von schnellen Läufen, insbesondere von Wettkämpfen, ist stark individuell und hängt davon ab, was der aktuell "begrenzende Faktor" des Läufers ist. Die kardiovaskuläre Ausdauer ist definitiv ein extrem wichtiger Faktor beim Laufsport, bei vielen vermutlich sogar tatsächlich der limitierende Faktor. Aber eben nicht der einzige Faktor. Und sobald andere Faktoren zum Limit werden, sinkt die Aussagekraft der HF massiv.
Ganz analog dazu (weil letztlich exakt das selbe) sehe ich das auch mit dem eff. VO2max und den daraus resultierenden Prognosen. Der Wert
kann ein guter Indikator für das Leistungsvermögen sein, ist es bei vielen tatsächlich auch, muss aber nicht passen.
In die eine Richtung dürfte das mit den Werten wohl tatsächlich ganz gut funktionieren. Wer z.B. auf den ersten Kilometern eines Marathons mit >90% HFmax unterwegs ist, wird das garantiert später bereuen. Und eine Zeit zu laufen signifikant schneller als das was sein aktueller VO2max her gibt, wird auch niemals funktionieren.
Aber in die andere Richtung funktioniert das imho nicht mehr. Wenn z.B. beim Marathon jemand nur mit 82% HFmax unterwegs ist, bedeutet das noch lange nicht dass er tatsächlich viel schneller laufen könnte. Und nur weil man einen ausreichenden VO2max für eine Zielzeit hat, bedeutetet das noch lange nicht dass man diese Zeit tatsächlich laufen kann.
P.S.
Und das alles setzt natürlich auch noch die Korrektheit der Eingangsdaten voraus, also sowohl der HF-Messung als auch die eingestellte maximale Herzfrequenz. Und das ist meiner Erfahrung nach in der Praxis bei der Mehrheit auch ein sehr, sehr großes Fragezeichen...
