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sunday
31.10.2015, 01:07
Orthopäden und Sporthopäden haben zum Thema Minimalschuh und Barfusslauf durchaus keine enheitliche Meinung, dafür tendieren ihre Meinungen zu klarer Kante pro oder contra, wobei die Kontras gerne mit der Wunderwirkung von Einlagen hausieren gehen :wink:

Pro:

Dr. Thorsten Dolla, Berlin, moderner Orthopäde und Sportarzt, Berlin: Dr. Dollas Diagnose (109) : Barfuß ist meist besser - Sport - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/sport/dr-dollas-diagnose-109-barfuss-ist-meist-besser/8169932.html)

Contra:

Dr. Reinhard Deinfelder, konservativer Orthopäde von der Einlagen-Front, Schwaben: Wie gesund sind Zehenschuhe? | Apotheken Umschau (http://www.apotheken-umschau.de/Fuesse/Wie-gesund-sind-Zehenschuhe-302391.html)

sunday
31.10.2015, 02:40
Pro:

Prof. Dr. Harald Effenberger, Orthopäde: Sporteln ohne Schuhe: Gesunder Barfuß-Trend (http://www.medizinpopulaer.at/archiv/bewegung-fitness/details/article/sporteln-ohne-schuhe-gesunder-barfuss-trend.html)

Kritisch:

Prof. Gert-Peter Brüggemann: Barfußschuhe: Vor- und Nachteile im Fokus | eVivam (http://www.evivam.de/life/fitness/tipps/barfussschuhe-101795.html)

sunday
31.10.2015, 03:19
Oops, Google hat mich verlassen: Keine Kontra-Experten mehr gefunden!

Umso schöner

Prof. Dr. med. Thomas Wessinghage, Orthopäde: Wie gesund ist Barfußlaufen? Prof. Dr. med. Wessinghage im Interview (http://www.bergzeit.de/magazin/dr-wessinghage-im-interview-wie-gesund-ist-barfusslaufen/)

Zugabe: Barfußlaufen im Sommer: Unten ohne durch Berlin | Gesundheit - Berliner Zeitung (http://www.berliner-zeitung.de/gesundheit/barfusslaufen-im-sommer-unten-ohne-durch-berlin,10839396,30995452.html)

dicke_Wade
01.11.2015, 16:33
Ich saß dieses Frühjahr Jahr beim Orth. Schumacher für neue Einlagen für meine Laufschuhe. Dabei hatte ich meine üblichen Tagesschuhe (Vivobarefoot Trail Freak Men (http://www.vivobarefoot.de/men/off-road/vivobarefoot-trail-freak-men-oxid-5.html)) an und der Techniker schaute diese sehr verächtlich an und riet mir dringend von ihnen ab. Dabei gehe ich äußerst gerne mit denen durch die Gegend und fühle mich sehr wohl in ihnen. Laufen (im Sinne von Rennen :D) könnte ich in denen allerdings nicht, dann macht sich sehr schnell mein Fersensporn bemerkbar. Will sagen, um zum Thema zu kommen, die Orthopäden und Techniker sind in ihrem Urteil wohl sehr einseitig und in ihrem Umfeld gefangen.

Gruss Tommi

Steif
01.11.2015, 17:43
Zwischen Verschwörungstheorie und Marketing, zwischen Mode und Altbewährtem, zwischen Fanatismus und Altbackenem und zwischen Pro und Contra passt imnmer ein

:popcorn::prost2:

soll heißen: nix Genaues weiß man nicht und die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Dennoch würde ich ne Wette drauf abschließen, wer hier früher oder später aufschlägt!

Gueng
02.11.2015, 12:22
Orthopäden und Sporthopäden haben zum Thema Minimalschuh und Barfusslauf durchaus keine enheitliche Meinung, dafür tendieren ihre Meinungen zu klarer Kante pro oder contra, wobei die Kontras gerne mit der Wunderwirkung von Einlagen hausieren gehen :wink:
Besonders ärgerlich ist es m.E., wenn die Contras solche Verletzungen, die beim Laufen mit Schuhen entstanden sind (Minimalismus hin oder her) fälschlicherweise dem Barfußlaufen anlasten.

Flow-Runner
02.11.2015, 13:36
Das schöne ist, dass man es relativ einfach ausprobieren kann. :-)

Mich hat die Argumentation pro Barfußlaufen seinerzeit überzeugt. Sie ist schlüssig und logisch. Also hab ichs probiert, und allein die Leichtigkeit der Füße im Vergleich zum herkömmlichen Schuh war beeindruckend.

Also hab ich es weiterverfolgt, meinen Laufstil über Jahre (!) umgestellt und es nie bereut. Ich laufe heute nicht barfuß sondern in Minimalschuhen, also wenig bis null Sprengung, niedriges Gewicht und maximalen Flex. Das ist mein Kompromiss zwischen praktisch und gesund.

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gerade schwer bin und sowieso einen neutralen Fussaufsatz hatte. Aber ich habe auch einen Knorpelschaden im Knie hinter der Patella, der mich früher regelmäßig ausgebremst hat. Das ist dank Umstellung des Laufstils Geschichte. Nicht der Schaden, aber die Schmerzen.

Und dass orthopädische Schuhmacher das eher kritisch sehen, ist mir klar. Die sehen in der Regel schon stark geschädigte Füße und haben ein Handwerk gelernt, dass nicht gerade vom Barfußlaufen lebt ;-)

Ich kann nur sagen "just do it" !

Beste Grüße vom FlowRunner

sunday
02.11.2015, 13:59
. Dennoch würde ich ne Wette drauf abschließen, wer hier früher oder später aufschlägt! Hättste prompt gewonnen :wink:


Dabei gehe ich äußerst gerne mit den Vivobarefoot durch die Gegend und fühle mich sehr wohl in ihnen. Laufen (im Sinne von Rennen :D) könnte ich in denen allerdings nicht, dann macht sich sehr schnell mein Fersensporn bemerkbar. Vorerst übe ich in meinen Minimalschuhen FF Classic und Hot Tuna auch nur den Ballengang im Alltag, aber auch nicht alle Tage. Schnelles Laufen damit statt wie gewohnt mit gedämpften Fersenlauf-Schuhwerk, mal sehen, allein das Gehen im Ballengang ist ja schon ein Gewinn an Fußgesundheit.


Besonders ärgerlich ist es m.E., wenn die Contras solche Verletzungen, die beim Laufen mit Schuhen entstanden sind (Minimalismus hin oder her) fälschlicherweise dem Barfußlaufen anlasten.

Selbst die meisten kritischen Berichte mit Fachexperten-Meinung mahnen im Fazit nur an, es nicht zu schnell angehen zu lassen mit barfuß oder in Minimalschuhen zu laufen! Und stimmen darin auch 100% mit befürwortenden Berichten überein!

Es ist ein langwieriger Gewöhnungsprozess, vor allem für Menschen, die sowohl Gehen als auch schnelles Laufen bisher ausschließlich als Fersenlaufen betreiben und auch kein Vorfußtraining durch Sporttanz (Tanzsport, Boxen) oder einfach durch besonders viel Treppensteigen haben. IMHO reicht es völlig, Gehen barfuß oder in Minimalschuhen zu praktizieren, um dem Fuß seine natürliche Beweglichkeit für mehr als nur eine der natürlichen Gangarten soweit wieder anzugewöhnen, soweit er, die angebundene Beinmuskulatur und am Gehen beteiligten Gelenke es mitmachen.

Gueng
02.11.2015, 15:05
Selbst die meisten kritischen Berichte mit Fachexperten-Meinung mahnen im Fazit nur an, es nicht zu schnell angehen zu lassen mit barfuß oder in Minimalschuhen zu laufen! Und stimmen darin auch 100% mit befürwortenden Berichten überein!
Aber wenn Brüggemann mit Schäden an Füßen und Sprunggelenken sowie Knochenödemen droht, dann leht er sich damit sehr weit aus dem Fenster. Er sollte mal die Karten auf den Tisch legen und klar sagen, aus welchen Studien oder Praxiserfahrungen mit wie vielen ernsthaften Barfußläufern er diese Schlüsse zieht.

dicke_Wade
02.11.2015, 15:45
Vorerst übe ich in meinen Minimalschuhen FF Classic und Hot Tuna auch nur den Ballengang im Alltag, aber auch nicht alle Tage. Schnelles Laufen damit statt wie gewohnt mit gedämpften Fersenlauf-Schuhwerk, mal sehen, allein das Gehen im Ballengang ist ja schon ein Gewinn an Fußgesundheit.
Ich bin jetzt paar mal in meiner Wohnung auf und ab gegangen. Barfuß. So zu gehen fühlt sich für mich, gelinde gesagt, bescheuert an. Und sieht wohl auch so aus. :D Ich hab ja auch überhaupt kein Problem, "normal" zu gehen wie Ottonormal-Latscher, also mit der Ferse zu erst. Selbst wenn ich mal barfuß renne, renne ich über die Ferse, weil sich alles andere für mich total unnatürlich anfühlt.

Gruss Tommi

sunday
02.11.2015, 18:07
Barfuß. So zu gehen fühlt sich für mich, gelinde gesagt, bescheuert an. Und sieht wohl auch so aus.

Das http://forum.runnersworld.de/forum/barfuss-laufen-minimalistisches-schuhwerk/104309-gehen.html mit Aufsetzen der Fußballen zum Abfedern des Aufsetzens der Ferse, der sogenannte Ballengang, ist gut eingeübt eine sehr elegante Gangart, ob barfuß oder mit flachen flexiblen Schuhen. Es ist allerdings eine Gangart ausschließlich fürs Gehen. Schnell Laufen auf diese Weise wär schon sehr speziell. Dafür ist Vorfußlaufen, d.h. nur noch die Ballen und Zehen aufsetzend oder irgendwie auch noch ein bißchen Mittelfuß, ja eine Art zu Rennen, nicht zu Gehen. Nur der Fersenlauf ist universell für langsam und schnell ausgelegt, für walking und running. Daher mit Sicherheit AUCH eine natürliche Art zu gehen. Doch die natürliche Art zu Gehen hängt in der Wildnis davon ab, welche Wildnis es ist und was für einen Boden sie hat. Ein tastendes Vorwärtsgehen mit dem Ballen zuerst aufsetzend ist also für vorwiegend barfuß laufende Menschen eine gute Gesundheitsvorsorge. Und: Die Natur hat den Menschen für beide Gangarten gut ausgestattet. Das schnelle Rennen im Ausdauermodus kann auch Fersenlauf vertragen, im Hochgeschwindigkeitsmodus ist allerdings der Vorfußlauf die erfolgreichere Variante.

bones
02.11.2015, 18:16
Mannomann.....ist das alles kompliziert mit diesem Gehen und Laufen. Erschreckenderweise bin ich immer einfach so losgelaufen und gegangen - ohne mir großartige Gedanken zu machen. Jetzt bin ich völlig verunsichert.

dicke_Wade
02.11.2015, 23:33
Das http://forum.runnersworld.de/forum/barfuss-laufen-minimalistisches-schuhwerk/104309-gehen.html mit Aufsetzen der Fußballen zum Abfedern des Aufsetzens der Ferse, der sogenannte Ballengang, ist gut eingeübt eine sehr elegante Gangart,
Wenn ich gehe, dann hat das, egal ob auf der Ferse oder dem Ballen nichts aber auch gar nichts mit Eleganz zu tun :hihi: Da muss ich mir keine Mühe geben :D

Und nichts für ungut, was interessiert es mich, wie man barfuß in der Wildniss latscht und welche Gangart in der Wildniss ungefährlicher ist? :gruebel: Ich latsche zu 99 % auf ebenen Bürgersteigen und egal in welchen Schuhen, ich muss IMMER schauen, wohin ich trete. Zuviele Hundehaufen oder Glassscherben säumen meinen Weg :wink:

Gruss Tommi

hardlooper
03.11.2015, 07:22
Mannomann.....ist das alles kompliziert mit diesem Gehen und Laufen. Erschreckenderweise bin ich immer einfach so losgelaufen und gegangen - ohne mir großartige Gedanken zu machen. Jetzt bin ich völlig verunsichert.

Bei Dir ist es eh wurscht, das wird nix mehr :baeh: .
Jüngere Leute sollten sich aber doch ein bissel anleiten lassen.
http://bc02.rp-online.de/polopoly_fs/fitnesstrainer-shad-forsythe-l-darcy-norman-1.2829247.1336829017!httpImage/3810857543.jpg_gen/derivatives/dx510/3810857543.jpg

Knippi

Schlaks
03.11.2015, 08:40
Das http://forum.runnersworld.de/forum/barfuss-laufen-minimalistisches-schuhwerk/104309-gehen.html mit Aufsetzen der Fußballen zum Abfedern des Aufsetzens der Ferse, der sogenannte Ballengang, ist gut eingeübt eine sehr elegante Gangart, ob barfuß oder mit flachen flexiblen Schuhen.

Das Projekt Ballengang ;-)

Ich wundere mich, warum einige Menschen immer alles übertreiben müssen. Was beim Laufen sinnvoll sein kann, muss gleich auf das Gehen übertragen werden. Wird zwar beides mit den Füßen gemacht, ist aber etwas gänzlich anderes.

Beim Gehen gibt es keine Flugphase, die auf den Bewegungsaparat einwirkenden Kräfte sind gering, es spricht also nichts dagegen, zugunsten eines längeren Schritts auch die Ferse in den Bewegungsablauf mit einzubeziehen. Man muss sie ja nicht in den Boden rammen, als wollte man sie im Beton versenken. Es ist durchaus möglich, auch mit "bösem" Fersenkontakt lautlos zu laufen.

Der Ballengang sieht meiner Meinung nach ziemlich behämmert aus. Je nach Ausführung hat man ein daherschreitendes Modell vor sich oder einen durch den Salat stelzenden Storch. Letzteres häufiger ;-)

Aber das ist nur meine Meinung. Geht und lauft doch, wie ihr wollt.

Viele Grüße,
Stephan

Gueng
03.11.2015, 09:22
Beim Gehen gibt es keine Flugphase, die auf den Bewegungsaparat einwirkenden Kräfte sind gering, es spricht also nichts dagegen, zugunsten eines längeren Schritts auch die Ferse in den Bewegungsablauf mit einzubeziehen.
Richtig, dafür ist das in elastische Kammern unterteilte Fettpolster unter der Ferse erfahrungsgemäß vollkommen ausreichend.

Steif
03.11.2015, 09:29
Der Ballengang sieht meiner Meinung nach ziemlich behämmert aus. Je nach Ausführung hat man ein daherschreitendes Modell vor sich oder einen durch den Salat stelzenden Storch. Letzteres häufiger ;-)
Mich wundert, dass in der Argumentation noch gar nicht angeführt wurde, dass Kinder auch meistens auf dem Vorfuss unterwegs sind - sowohl gehend, als auch laufend ... um noch mal etwas öl ins Feuer bzw. :popcorn: in die Runde zu werfen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich Straßenschuhe von Ecco mit nahezu 0 mm Sprengung nicht über mehrere Stunden tragen kann! Die Dämpfung an der Hacke hat m.M. schon einen Sinn.

Gueng
03.11.2015, 09:41
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich Straßenschuhe von Ecco mit nahezu 0 mm Sprengung nicht über mehrere Stunden tragen kann! Die Dämpfung an der Hacke hat m.M. schon einen Sinn.
Welche negativen Effekte würden eintreten, wenn Du es doch tätest?

Steif
03.11.2015, 10:04
Welche negativen Effekte würden eintreten, wenn Du es doch tätest?
Gerade auf längerer Wanderung in Schweden erlebt: schmerzende Hacken wie beim Fersensporn und warmes, leicht anschwellendes Sprunggelenk. Was uns über Jahrzehnte in der Jugend und frühem Erwachsenenalter von den Schuhherstellern abtrainiert wurde, kann man wohl nicht mal eben in ein paar wenigen Jahren wieder umkehren. Ich mische daher immer schön.

Gueng
03.11.2015, 11:05
Gerade auf längerer Wanderung in Schweden erlebt: schmerzende Hacken wie beim Fersensporn und warmes, leicht anschwellendes Sprunggelenk. Was uns über Jahrzehnte in der Jugend und frühem Erwachsenenalter von den Schuhherstellern abtrainiert wurde, kann man wohl nicht mal eben in ein paar wenigen Jahren wieder umkehren. Ich mische daher immer schön.
Aber ist das nicht eher eine Frage der Regelmäßigkeit der Belastung?
Wahrscheinlich unternimmst Du solche Wanderungen ja nicht alle paar Tage / Wochen. Der Körper benötigt den wohldosierten, regelmäßigen, über Monate langsam ansteigenden Reiz, um sich an neue Belastungen anzupassen. Dann, glaube ich, wird die Anpassung nicht mehrere Jahre dauern. Wenn ich eine Belastung nur alle paar Monate mal wirken lasse, dann fange ich natürlich jedes Mal wieder bei Null an, was Unbehagen oder Schmerzen verursacht. Das ist beim Laufen, egal mit welchen Schuhen, und eigentlich bei allen belastenden körperlichen Tätigkeiten auch der Fall.

gecko
03.11.2015, 11:40
Da muss ich jetzt mal eine Lanze brechen
Stenogram: Laufen seit 02.14; Umstellung auf Vorfußlauf ebenfalls seit 02.14; Nach und nach Umstieg auf flachere Schuhe ebenfalls seit 02.14...
Mittlerweile ist mein Laufstil kein richtiger Vorfußlauf mehr, sondern eher ein Mittelfußlauf mit "sensorischem" Aufsetzen der Zehen als Erstes. Zum "Gehstil" komme ich am Ende.

Ich habe während dieser Zeit immer wieder mal Phasen eingeschoben, in denen ich auch "in Zivil" nur mit Barfußschuhen (Oder Zu Hause auch Barfuß) rumgelaufen bin und kann Steifs Einlassung bestätigen. Sobald ich das über einen längeren Zeitraum gemacht habe, fingen die Sprunggelenke an etwas anzuschwellen. Nie wirklich schlimm, aber immer so, dass ich zwischendurch doch wieder auf normale Schuhe zurück gewechselt habe.

Weil das mit dem Laufen aber weitestgehend völlig problemlos funktionierte mit meinen 0mm Sprengung Laufschuhen, bis hin zu HM Distanzen und sogar zwei HM Wettkämpfen und weil ich von dem Prinzip, des natürlichen Laufens und Gehens nach wie vor überzeugt bin, bzw. von der Möglichkeit seinen über Jahrzehnte degenerierten Gehapparat wieder ein Stück weit zu gesunden, habe ich das in Maßen immer weiter ausgebaut.

Ich habe jetzt seit 5 Wochen keinen Schuh mehr mit normaler Sohle an den Füßen gehabt.
Laufen tue ich nach wie vor mit den Saucony Virrata 2, zu Hause nutze ich Sole-Runner "Pure" als Hausschuhe und die Vivo Barefoot "Tracker" nutze ich für Alles Andere, also als Freizeitschuhe und für die Arbeit. (Wobei ich da die Sole Runners gerne mitnehme und dann tagsüber im Büro trage)
Wie gesagt, ich habe solche Schuhe auch vorher immer schon viel getragen, aber noch nie zu 100% durchgehend.

Das funktioniert mit einem Mal ganz hervorragend und das obwohl ich immer noch stark über proniere und Senkfüße habe.
Der "Trick" ist tatsächlich dran zu bleiben und sich wirklich Zeit zu lassen.

Die absolute HÖLLE war für mich immer langsames Schlendern wie z.B. Schaufensterbummel im Einkaufszentrum, langsame "Standspaziergänge" mit den Kindern. Und als Steigerung davon Langes Stehen (Auf Messen o.ä.) Bei nichts Anderem habe ich zuverlässiger und schlimmer Rücken- und Hüftschmerzen bekommen.
Das ist definitiv viel besser geworden mittlerweile.

Man darf eines nicht vergessen: Man gewöhnt sich nur sehr langsam einen anderen Gehstil an, aber so nach und nach ist mein Fußaufsatz viel umsichtiger geworden, viel weniger aufdotzend. Ich komme mir schon vor wie ein Indianer...
Beim Gehen setze ich durchaus mit der Ferse auf aber eben mit einer Bedachtheit, die vorher nicht da war.
Den "Vorfußgang" oder auch "Ballengang" der auch von Einigen praktiziert wird, empfinde ich irgendwie als unnatürlich. Das ist für mich der Veganer unter den Gehstilen, einfach zu extrem für meinen Geschmack.

Ich bin nicht immer Guengs Meinung, oder anders ausgedrückt: Ich vertrete meine Meinung dazu nicht so vehement, aber gerne bestätige ich hier mal meine ganz persönliche Erfolgsgeschichte mit dem Thema.

Ich bin -ohne ärztliche Hilfe oder Hilfsmaßnahmen- innerhalb von knapp zwei Jahren von einem Rücken- und Knieschmerzen geplagtem, nichtlaufendem Mittvierziger, zu einem weitestgehend beschwerdefreien Läufer mit 40 WKM geworden.
Laufleistung 2014: 1400km
Lauleistung 2015 bisher: 1600km

sunday
03.11.2015, 12:04
Beim Gehen gibt es keine Flugphase, die auf den Bewegungsaparat einwirkenden Kräfte sind gering, es spricht also nichts dagegen, zugunsten eines längeren Schritts auch die Ferse in den Bewegungsablauf mit einzubeziehen.
Richtig, dafür ist das in elastische Kammern unterteilte Fettpolster unter der Ferse erfahrungsgemäß vollkommen ausreichend.

Die Kräfte des Gehens werden oft unterschätzt: Trampelpfade entstehen durch Gehen! Brücken stürzen ein durch im Gleichschritt drüber gehende Soldaten. Füße deformieren sich in Schuhen durch die Kräfte des Gehens. Füße verlangen nach Erholung, auch wenn man NUR viel gegangen ist und keinen einzigen Zentimeter gerannt!

Also Gueng, entscheide dich, willst Du hier nun das barfüßige Laufen nun propagieren oder nicht? Dann bitte konsequent, die natürliche Gangarten-Vielfalt jedem empfehlend, der genügend bewegliches Fußwerk dazu hat, denn es lohnt sich im Ergebnis: Trainingseffekt und Fußgesundheit.

Gueng
03.11.2015, 12:35
Also Gueng, entscheide dich, willst Du hier nun das barfüßige Laufen nun propagieren oder nicht? Dann bitte konsequent, die natürliche Gangarten-Vielfalt jedem empfehlend, der genügend bewegliches Fußwerk dazu hat, denn es lohnt sich im Ergebnis: Trainingseffekt und Fußgesundheit.
Wer beim Gehen den Ballen zuerst auf den Boden setzen möchte, soll das gerne tun. Ich glaube auch nicht, dass das ungesund ist und habe lediglich darauf hingewiesen, dass das natürliche Polster beim Gehen ausreicht, um den Fersengang zu ermöglichen.
Um das barfüßige Laufen zu propagieren, muss ich übrigens niemandem eine bestimmte Lauftechnik vorschreiben. Das Schöne am Barfußlaufen ist ja gerade, dass der Körper allein zum Schutz der Fußsohlen fast immer automatisch eine schonende Technik wählt.

hardlooper
03.11.2015, 12:48
Das Schöne am Barfußlaufen ist ja gerade, dass der Körper allein zum Schutz der Fußsohlen fast immer automatisch eine schonende Technik wählt.

Das weite Feld der spitzen Steine (norddeutsch ausgesprochen, am besten platt): je spitzer, desto kürzer die Verweildauer auf dem Untergrund :teufel:. Dort hingehen/-laufen wo es wehtut -tschacka- das übt (Du erinnerst Dich dunkel :wink: ?).

Knippi

Gueng
03.11.2015, 12:55
Das weite Feld der spitzen Steine (norddeutsch ausgesprochen, am besten platt): je spitzer, desto kürzer die Verweildauer auf dem Untergrund :teufel:. Dort hingehen/-laufen wo es wehtut -tschacka- das übt (Du erinnerst Dich dunkel :wink: ?).
Ganz genau, gestern Abend auf dem Trail im Wald bei 2°C (mit Flak-Scheinwerfer vor'm Bauch), da war meine Lauftechnik wahrscheinlich so sanft wie sonst nur selten :daumen:.

Catch-22
03.11.2015, 13:02
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich Straßenschuhe von Ecco mit nahezu 0 mm Sprengung nicht über mehrere Stunden tragen kann! Die Dämpfung an der Hacke hat m.M. schon einen Sinn.
Nach meiner Erfahrung liegt das weniger an der Sprengung und mehr an der Steifheit/Inflexibilität des Schuhs. Habe auch so ein paar Ecco Biom Schuhe, meine sind gerade im Mittelfuß sehr steif(tifft nicht auf alle Ecco Schuhe zu). Wenn ich in ihnen 2 Tage durch die Stadt wandere habe ich auch angeschwollene Knöchel. In anderen Schuhen mit 0-4mm Sprengung, die jedoch sehr flexibel sind, kann ich eine Woche lang durch eine Metropole Wandern ohne Schwellung.

Schlaks
03.11.2015, 13:13
Hallo sunday,

ich sage ja gar nicht, dass Ballengang Mist ist - ich halte es nur nicht für das Allheilmittel. Das Fettpolster unter der Ferse, das Gueng angesprochen hat, reicht m.E. nicht als "Dämpfung". Es ist schon eine Frage der Technik, wenn man ohne zusätzliche Polster unter der Ferse unterwegs sein möchte. Wer mit durchgedrücktem Knie die Ferse in den Boden haut, darf sich nicht wundern, wenn es ohne Polsterung schmerzt.

Wenn man die richtige Technik aber drauf hat, ist das Ergebnis meiner Meinung nach praxistauglicher als der Ballengang. Du darfst aber gerne weiter im Ballengang durch die Landschaft staksen :winken:.


Die Kräfte des Gehens werden oft unterschätzt: Trampelpfade entstehen durch Gehen! Brücken stürzen ein durch im Gleichschritt drüber gehende Soldaten.


Übrigens: Brücken stürzen nicht immer ein, wenn Soldaten drüber latschen, sondern nur wenn sie im Gleichschritt drüber marschieren und zufällig die Eigenfrequenz der Brücke treffen (Stichwort Resonanzkatastrophe). Deshalb ist für Verbände das Marschieren im Gleichschritt auf Brücken auch verboten (§ 27 Abs. 6 StVO). Trampelpfade entstehen (auch) durch Gehen, das ist richtig. Unglaubliche Kräfte braucht es dafür nicht, denn ein steter Tropfen höhlt auch den Stein - ein bisschen Verkehr reicht da schon. Nicht nur von den schweren, beschuhten Menschen, sondern auch von leichten, kuscheligen Rehen, die nie zivilisationsverseuchtes Schuhwerk hatten.

Viele Grüße,
Stephan

hardlooper
03.11.2015, 13:24
Hallo sunday,

ich sage ja gar nicht, dass Ballengang Mist ist - ich halte es nur nicht für das Allheilmittel. Das Fettpolster unter der Ferse, das Gueng angesprochen hat, reicht m.E. nicht als "Dämpfung". Es ist schon eine Frage der Technik, wenn man ohne zusätzliche Polster unter der Ferse unterwegs sein möchte. Wer mit durchgedrücktem Knie die Ferse in den Boden haut, darf sich nicht wundern, wenn es ohne Polsterung schmerzt.

Wenn man die richtige Technik aber drauf hat, ist das Ergebnis meiner Meinung nach praxistauglicher als der Ballengang. Du darfst aber gerne weiter im Ballengang durch die Landschaft staksen :winken:.

Übrigens: Brücken stürzen nicht immer ein, wenn Soldaten drüber latschen, sondern nur wenn sie im Gleichschritt drüber marschieren und zufällig die Eigenfrequenz der Brücke treffen (Stichwort Resonanzkatastrophe). Deshalb ist für Verbände das Marschieren im Gleichschritt auf Brücken auch verboten (§ 27 Abs. 6 StVO). Trampelpfade entstehen (auch) durch Gehen, das ist richtig. Unglaubliche Kräfte braucht es dafür nicht, denn ein steter Tropfen höhlt auch den Stein - ein bisschen Verkehr reicht da schon. Nicht nur von den schweren, beschuhten Menschen, sondern auch von leichten, kuscheligen Rehen, die nie zivilisationsverseuchtes Schuhwerk hatten.


Worum gehts denn hier? Ein neuer Hirsch ist in der Barfußschonung erschienen. Bald ereilt den Martin der Ruf:"Verpiss You!"



Grundsätzlich gilt die Regel „Alt fegt vor Jung“, was bedeutet, dass ältere Hirsche bereits im Juni/Juli des Jahres fegen, bei jüngeren kann sich der Beginn des Fegens bis in den September verschieben.
(Tante Wiki)


Knippi

sunday
03.11.2015, 14:05
Hier nochmal ein Pro-Orthopäde, auch Chiropraktiker - womöglich sieht er barfuß Laufen als Chiropraktische Ubung :wink:

Newsletter Mai 2012 (http://www.orthopaedie-prinzenpark.de/aktuelles/newsletter-mai-2012.html)

Es gibt auch regelrechte Wunderdoktoren wie einen gewissen Dr. med. Greb (kein Orthopäde). Der propagiert barfuß Laufen als Allheilmittel und treibt sich auf zweifelhaften Videokanälen herum. Die "Ganzheitler" die wiederum Dr. Grebs Lehren propagieren meinen, mit dem Ballengang DIE eine und einzige natürliche Gangart zu empfehlen.

Das ist ganz klipp und klar verkehrt. Die Evolution hat die 3. und 4. Primatenhände eindeutig zu Geh-Extremitäten umgeformt, aber beweglich genug für mehrere Gangarten und auch das Klettern noch unterstützend, wenn auch nicht so gut wie Primatenhände, sondern eher behelfsmäßig. Für handlose Menschen ist der Fuß aber auch für viele Verrichtungen eine behelfsmäßige Ersatzhand. So kommt es im Extremfalle nicht nur auf den Fuss als Ganzes an, sondern auf die Beweglichkeit der Zehen.


In anderen Schuhen mit 0-4mm Sprengung, die jedoch sehr flexibel sind, kann ich eine Woche lang durch eine Metropole Wandern ohne Schwellung.

Drum zurück zur Beweglichkeit des Fußes: Erst wenn mehrere Gangarten geübt werden, wird allein durch Laufen und Gehen womöglich mehr Beweglichkeit, auf jeden Fall mehr Durchtrainiertheit der Füße erreicht. Dabei ist es IMHO absolut empfehlenswert, als bisheriger reiner Fersenläufer zunächst Gehen als vorfüßig beginnenden Ballengang mit sanfterem Absetzen der Ferse einzuüben. Nicht um dauerhaft und immer und überall so zu laufen, sondern der Beweglichkeit der Füße aufzuhelfen durch gelegentliches So-Gehen. Damit sind wir außer Gefahr etwaigen Irrlehren eines Dr Greb zu folgen, und haben einen Gewinn vom Ballengang. Und von flexiblen Minimalschuhen, die uns schuhgeschütztes So-Gehen zur Abwechslung ganz wesentlich erleichtern.

Der reine Vorfußlauf ist dem schnellen Laufen vorbehalten, aber von lebenslang gewohntem Fersenlauf darauf zu wechseln, und das gleich minimal beschuht oder in frisch begonner Barfüßigkeit ist riskanter, und alle barfußkritischen und barfußbefürwortenden Experten einig, braucht eine lange schrittweise Umstellungszeit, um nicht die Risiken zu maximieren. Maximale Laufleistungen im Vorfußlauf zu erreichen ist auch wieder Extremsport und weniger den Extremitäten dienlich. Viele halbwegs vernünftig klingende Läufer beschränken minimal beschuhte oder barfüßige Vorfuß-Läufe auf einstellige Kilometer-Distanzen.

gecko
03.11.2015, 14:06
ich sage ja gar nicht, dass Ballengang Mist ist - ich halte es nur nicht für das Allheilmittel. Das Fettpolster unter der Ferse, das Gueng angesprochen hat, reicht m.E. nicht als "Dämpfung". Es ist schon eine Frage der Technik, wenn man ohne zusätzliche Polster unter der Ferse unterwegs sein möchte. Wer mit durchgedrücktem Knie die Ferse in den Boden haut, darf sich nicht wundern, wenn es ohne Polsterung schmerzt.

Wenn man die richtige Technik aber drauf hat, ist das Ergebnis meiner Meinung nach praxistauglicher als der Ballengang. Du darfst aber gerne weiter im Ballengang durch die Landschaft staksen .

Das trifft meiner Meinung nach ziemlich den Kern.
Mal im Ernst, im Vergleich zu anderen "Diskussionen" über dieses Thema ist das hier schon beinahe beängstigend friedfertig und konstruktiv :)

EDIT: PS: Sundays Beitrag hier über mir, gefällt mir auch gut. Der war eben- als ich das hier schrieb- noch nicht da

Schlaks
03.11.2015, 14:20
Dabei ist es IMHO absolut empfehlenswert, als bisheriger reiner Fersenläufer zunächst Gehen als vorfüßig beginnenden Ballengang mit sanfterem Absetzen der Ferse einzuüben. Nicht um dauerhaft und immer und überall so zu laufen, sondern der Beweglichkeit der Füße aufzuhelfen durch gelegentliches So-Gehen.

Na also... Dann sind wir uns ja doch mehr oder weniger einig: Dr Greb ist einer dieser Ballengangfanatiker, die nur eine Gangart propagieren. Ballengang laufen zu können ist ja was anderes als immer im Ballengang unterwegs zu sein. Je nach Untergrund ist der Ballengang auch eine feine Sache :-)

Wirklich beängstigend friedfertig hier.

Viele Grüße,

Stephan

Flow-Runner
03.11.2015, 16:08
Hi,

ich kenne das wie "undläuftundläuft" es beschreibt

Zum gehen ist die Ferse gut - zum Laufen eher nicht.

Barfuss testen, da macht man das meiner Ansicht nach automatisch. Beim Gehen tut der Fersenaufsatz nicht weh und der Fuß setzt bei normalen Gang vor der Körpermitte/-schwerpunkt auf (das geht eigentlich nur auf der Ferse!)

Beim Laufen hat man i.d.R. eine Körpervorneigung und nutzt damit die Schwerkraft (Laufen = kontrolliert fallen), so dass man mit dem Mittelfuss direkt in Falllinie des Körperschwerpunkts aufsetzen kann.

Wenn ich meinem 4-jährigen zuschaue, der macht das automatisch so.

Gruß FR

hardlooper
03.11.2015, 16:28
Beim Laufen hat man i.d.R. eine Körpervorneigung und nutzt damit die Schwerkraft (Laufen = kontrolliert fallen), so dass man mit dem Mittelfuss direkt in Falllinie des Körperschwerpunkts aufsetzen kann.


Der Franz-Josef ist immer so gelaufen, als hätte er einen preußischen Ladestock verschluckt - dabei stammt der aus dem westlichen Niedersachsen.
http://www.taunus-zeitung.de/storage/pic/importe/fnpartikel/rhein-main/hochtaunus/186754_1_fnp_import_tzh_Frkemper_olympia _020812.jpg?version=1366105136

Knippi

gecko
03.11.2015, 16:42
Wenn ich meinem 4-jährigen zuschaue, der macht das automatisch so.

Das ist jetzt ein spannendes Thema!
Meine Jungs sind 4 und 8 und ich bin jetzt dort angekommen, dass ich aus Überzeugung auf das Schuhwerk meiner Kinder achten werde, sprich ich werde -entschuldigt das vielfach ausgepresste Wort- "Natural Running" im Auge behalten, was das Schuhwerk anbelangt.
Das ist ein schmaler Grat, denn das Letzte was ich möchte, ist aus eigener Scheuklappensicht, eine Modeerscheinung auf meine Kinder zu projizieren.
Aber wir reden, schreiben und lesen ständig davon wie degeneriert unsere Füße durch jahrelanges falsches Schuhwerk im Erwachsenenalter sind und ob und wie man das korrigieren kann. Ist es da nicht eine gute Idee die Füße meiner Kinder sich im Rahmen der Möglichkeiten natürlich entwickeln zu lassen?
Wieviel "Natürlich" IST aber nun natürlich? Und wo fängt die Objektivität an zu leiden?

Zwei Sachen sind für mich bis hierhin recht interessante Indizien:

1) Seit ich vermehrt darauf achte und mich mit dem Thema beschäftige, bin ich erschüttert bei wie vielen Schuhen meiner Kinder schwere, komplett steife Sohlen verbastelt sind. Teilweise mit extremer Sprengung. Und wir haben viel teure Schuhe in der Preisklasse zwischen 59€ und 89€. Da sind viele Markennamen vertreten: Ricosta, Kappa, Superfit usw.

2) Ich habe meinem Großen zu seinem Lauftag in der Schule einfach mal Schuhe mit einer wirklich flexiblen, weichen und dünnen Sohle gekauft. Ohne übertriebenes Fußbett und verhältnismäßig leicht. Er hat das Maximalziel erreicht: Eine Stunde durchgehend laufen. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr.
Das ist immer ein jährlicher ein Sponsorenlauf, bei dem Freunde, Verwandte und Bekannte pro gelaufener Minute des gesponserten Kindes Geld spenden konnten zur Finanzierung eines geilen, aber teuren Schulprojektes. Im Letzten Jahr hat er nach 10 Minuten abgebrochen, weil ihm die Füße wehtaten (Er ist zwar schlank, fast schon dünn, aber nicht so die Sportskanone. Es fehlt noch etwas Körperspannung :) )

Wer hat hier noch Kinder und wie haltet ihr das? Ich will mich da auch nicht versteigen, ich bin ja nach wie vor nur interessierter Laie

Catch-22
03.11.2015, 16:47
Dabei ist es IMHO absolut empfehlenswert, als bisheriger reiner Fersenläufer zunächst Gehen als vorfüßig beginnenden Ballengang mit sanfterem Absetzen der Ferse einzuüben.

Sehe ich nicht so. Der Ballengang ist meiner Ansicht nach genauso verkehrt wie der steile Fersenaufsatz. Ich gehe und laufe auf dem Mittelfuß, mit hoher Sprengung, niedriger Sprengung, null Sprengung und Barfuß.
Wichtig erachte ich einen relativ flachen Fußaufsatz, je nach eigener Statik und Untergrund kann dieser auch leicht nach vorn als auch leicht nach hinten geneigt sein, das optimiert der Körper selber.

Halte mich daher auch gern aus Streitigkeiten zwischen Ballen- und Fersenläufern raus. Einen Link habe jedoch auch ich http://www.fuesse-schuhe.de/wp-content/uploads/2014/04/Optimierung_Gang.pdf

gecko
03.11.2015, 17:01
Sehr interesanter Artikel!

Diese Passage hier finde ich sehr bezeichnend:

Die Tendenz geht aber eindeutig in Richtung bequem und Komfort. Das bedeutet als
Errungenschaft der „Turnschuhgeneration“ weicher Absatz, gerundete Formen.
Diese Entwicklung fördert das Komfortempfinden und ermöglicht eine dynamischere und
sportlichere Gangausführung. Der Schuh erlaubt es uns problemlos anders zu gehen,
als es unsere Anatomie und Physiologie entspricht. (Wie wir es im Laufe der Evolution bis
heute adaptiert haben.)

Das entspricht der Meinung, die ich mir gebildet habe, dass heutige "Dämpfungsmonster" das Problem haben, dass sie einen schlechten Laufstil ermöglichen, der barfuß oder mit weniger gedämpften Schuhen gar nicht funktionieren würde.
Das heißt, wer eh' gut und gesund läuft, wird das auch mit solchen Schuhen tun, wer aber unsauber und ineffektiv läuft, wird sich über Kurz oder lang in Beschwerden reinlaufen und dann in eine Spirale geraten aus immer noch dicker gedämpften und gestützten Schuhen, um die zunehmenden Schmerzen kurzfristig zu lindern... nur um sie im Endeffekt immer schlimmer zu machen.
Daran sind unter Anderem auch die Ladenverkäufer Schuld, die nach einer "Laufbandanalyse" pauschal ins Standardregal greifen und eben Asics Kayano und Konsorten empfehlen....

Flow-Runner
03.11.2015, 17:21
@gecko:

Ich glaube mit flexiblen Schuhen und wenig Sprengung kann man bei Kindern absolut nichts falsch machen. Ich achte bei meinen absolut darauf, dass die Sohle flexibel ist. Auch von einem ausgeprägtem Fussbett halte ich nicht viel. Ist doch logisch, dass Unterstützung die Muskeln verkümmern lässt. Das ist keine Mode.

Hier gab es in den letzten Jahren einen echten Paradigmenwechsel. Auch unter Fachleuten wird hier meiner Auffassung nach allenfalls die globale Anwendung auf die bereits völlig anders konditionierte Allgemeinheit bestritten. Für nicht vorbelastete, also Kinder, gilt diese Einschränkung sicher nicht.

Dass es vermehrt Gegentrends (wie z.B. Hoka) gibt, liegt meiner Meinung nach daran, dass es für manche (bzw. viele) einfach zu spät kommt und der Aufwand einer Umstellung des Laufstils zu groß bzw. nicht mehr möglich ist.

Bewusst überspitzt: "Wenn ich mein Leiden mit einer Tabette lindern kann, dann ändere ich doch nicht meinen Lebenswandel" ;-)

Gruß FR

D-Bus
03.11.2015, 17:42
Das entspricht der Meinung, die ich mir gebildet habe, dass heutige "Dämpfungsmonster" das Problem haben, dass sie einen schlechten Laufstil ermöglichen, der barfuß oder mit weniger gedämpften Schuhen gar nicht funktionieren würde.
Das heißt, wer eh' gut und gesund läuft, wird das auch mit solchen Schuhen tun, wer aber unsauber und ineffektiv läuft, wird sich über Kurz oder lang in Beschwerden reinlaufen und dann in eine Spirale geraten aus immer noch dicker gedämpften und gestützten Schuhen, um die zunehmenden Schmerzen kurzfristig zu lindern... nur um sie im Endeffekt immer schlimmer zu machen.
Daran sind unter Anderem auch die Ladenverkäufer Schuld, die nach einer "Laufbandanalyse" pauschal ins Standardregal greifen und eben Asics Kayano und Konsorten empfehlen....

+1, insbesondere zu den Ladenverkäufern. Der Kayana war jahrelang ja der meistverkaufte Laufschuh. Ob das immer noch so ist, würde mich mal interessieren.

Zur Kindheit: wir haben damals viel barfuß gemacht, u.a. so Fußball gespielt, wenn wir mit normalen Schuhen in der Schule waren. Dann wurden die nämlich einfach ausgezogen...
Auch die Fußballschuhe, in denen dann z. T. auch recht viel gerannt wurde, hatten eher wenig Sprengung, wenn überhaupt, sowie natürlich keine Pronationsstütze und praktisch keine Dämpfung.

bones
03.11.2015, 18:09
er
Der Kayana war jahrelang ja der meistverkaufte Laufschuh. Ob das immer noch so ist, würde mich mal interessieren.


Nein, war er nie. Die GT 2000er Serie war das Erfogsmodell von Asics.

http://www.laufschuhkauf.de/news/Laufschuhtests/Aktiv_Laufen_Laufschuhtest_FS2012.pdf

dicke_Wade
04.11.2015, 04:16
Mich wundert, dass in der Argumentation noch gar nicht angeführt wurde, dass Kinder auch meistens auf dem Vorfuss unterwegs sind - sowohl gehend, als auch laufend
Ich vor allem gehend, wenn ich nachts an den Kühlschrank wollte :D

Gruss Tommi

barefooter
04.11.2015, 08:54
... Ist es da nicht eine gute Idee die Füße meiner Kinder sich im Rahmen der Möglichkeiten natürlich entwickeln zu lassen?

Das ist nur folgerichtig, selbstverständlich, aber trotzdem in höchstem Maße lobenswert.


...Ich habe meinem Großen zu seinem Lauftag in der Schule einfach mal Schuhe mit einer wirklich flexiblen, weichen und dünnen Sohle gekauft. Ohne übertriebenes Fußbett und verhältnismäßig leicht. Er hat das Maximalziel erreicht: Eine Stunde durchgehend laufen. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr....hat er nach 10 Minuten abgebrochen...

Das entspricht der andauernden Diskussion um die Bedeutung von Schuhen hier im Forum. Am einfachsten und bei einem Schulsportplatz durchaus im Rahmen der Möglichkeiten wäre ein gemeinschaftlicher Lauf ganz ohne Schuhe barfuß, es muss ja nicht gleich eine ganze Stunde sein - erzieherisch wertvoll, um dem allgemeinen Konsum- und Markenwahn insbesondere entgegenzuwirken.


...Das ist immer ein jährlicher ein Sponsorenlauf, bei dem Freunde, Verwandte und Bekannte pro gelaufener Minute des gesponserten Kindes Geld spenden konnten zur Finanzierung eines geilen, aber teuren Schulprojektes.

Das Projekt könnte noch so geil sein, ich wollte meine Kinder - heute die Enkel - nicht für Geld laufen lassen.

gecko
04.11.2015, 15:05
Das Projekt könnte noch so geil sein, ich wollte meine Kinder - heute die Enkel - nicht für Geld laufen lassen.

Kurz zur Erläuterung.
Es geht um das Projekt "Draußen Schule"
Draußenschule (http://www.draussenschule.de/)

Jede zweite Klasse der Schule wir ein ganzes Jahr lang einmal in der Woche draußen unterrichtet. Bei unserer Schule ist ein Schulwald zugehörig, dort werden die Kinder bei Wind und Wetter durchs Jahr geführt. Das ist ein privater Lehrer, der ihnen die Jahreszeiten anhand des Waldes erklärt. Da wird gespielt, gelernt, probiert, gestaunt, das ist wirklich fast einmalig in Deutschland und ein ganz großes Plus dieser Schule.
Die Stadt zahlt so etwas nicht und trotz der markigen Sprüche diverser Umweltminister(innen) wird auch von der Seite kaum Geld dafür locker gemacht. Die 12.000€ pro Jahr werden seit 2010 durch Sponsoren und Spenden zusammengebracht. Die Schule macht da wirklich viel, aber meist fehlt nach hinten raus noch eine Restsumme und dafür ist dieser Sponsorenlauf.

Du muss Dir das so vorstellen, dass die ganze Schule auf unserem örtlichen Sportplatz einen Lauftag veranstaltet und ALLE Kinder laufen.
Keiner MUSS so lange wie er kann und es geht weder um Zeiten, noch um gelaufene Runden. Das Tempo ist völlig egal. Den Kindern wird nur erklärt worum es geht und wer möchte darf bis zu einer Stunde laufen. Einige Lehrerinnen laufen mit und auch die Papas oder Mamas dürfen ihre Sprösslinge mal eine Runde begleiten, hab ich auch gemacht.
Die "Sponsoren" sind in diesem Falle also einfach nur die Eltern der jeweiligen Kinder und Oma und Opa und vielleicht noch ein paar andere nahe stehenden Personen. Die können dann sagen, ok, pro Minute zahle ich 20Cent, oder 50Cent oder was auch immer.

Schlussendlich hat es auch dieses Mal wieder gereicht, das Projekt fürs kommende Jahr zu finanzieren

und Karl war Stolz wie Bolle (Pschhhht, ich auch :) )
Der mit dem gelben Shirt...

39709

hugo790
10.11.2015, 13:36
Wer hat hier noch Kinder und wie haltet ihr das? Ich will mich da auch nicht versteigen, ich bin ja nach wie vor nur interessierter Laie
Mein Sohn ist 7. Wir lassen ihn möglichst viel barfuß laufen und kaufen Schuhe mit möglichst weichen Sohlen. Dazu eine kurze Geschichte:

Wir (mein Sohn, ein gleichaltriger Freund und ich) sind in die Stadt gefahren. Zu einem Park mit Spielplätzen und kleinem Restaurant auf der anderen Seite einer 6-spurigen Straße, direkt nach der Schule. Auf dem Weg dorthin hat mein Sohn schon die Schuhe ausgezogen. Der andere Junge machte gleich mit sagte aus Spaß, er läuft heute alles barfuß. Ich sagte nur "OK". Darüber war er erstmal erstaunt und meinte leider dürfen sie das ja nicht. Er konnte es gar nicht glauben, dass ich es erlaube.

Die einzige Regel war: Keiner jammert, wenn er in irgendwas reintritt, egal ob Glasscherbe oder Hundehaufen.

Das sauberste war übrigens die 6-spurige Straße. Die sah aus wie geleckt. Im Restaurant ist das ganze auch nicht aufgefallen. Am Rückweg hats sogar noch geregnet. Es gab nur noch ein Problem:
Der Junge kam barfuß nach Hause und hat erstmal einen kleinen Anschiss von seiner Mutter bekommen, weil er die 10m vom Auto nach Hause barfuß gelaufen ist. Er sagte dazu, dass er die ganze Zeit barfuß lief, was die Mutter natürlich nicht direkt geglaubt hat. Als sie das ganze "Ausmaß" verstanden hat, wusste sie nicht, was sie sagen soll. (Ich war quasi der unbezahlte Babysitter, weil sie keine Zeit hatte. Da kann sie ja schlecht schimpfen.) Ich hab ihr nur gesagt, mein Sohn darf das, deiner etwa nicht? Es kam nur ein grummeliges "doch" zurück.

Vorschriften bzgl. dem Laufstil mache ich meinem Sohn so gut wie keine. Nur manchmal sag ich ihm, er soll etwas leiser laufen, wenn er zu sehr auf der Ferse rumhackt. Mein Lauf-ABC hat er sich auch schon abgeschaut. Knie heben, anfersen, seitwärts, rückwärts laufen und Hopserlauf macht er beim Joggen zwischendrin ohne Aufforderung. Meistens wenn keiner hinschaut, als wäre es ihm peinlich.

gecko
10.11.2015, 17:58
Danke Hugo

Das Gute ist, dass ich mittlerweile auch meine Frau davon überzeugt habe, dass es wichtig ist, auf eine flexible Sohle zu achten.
Wenn ich mir da so manche Stiefel anschaue, die wir unseren Lütten in den letzten Jahren zugemutet haben...
Für unseren Großen haben wir jetzt ganz wunderbare Allwetterschuhe für die kommende Schlechtwettersaison gefunden, leichter als so mancher Sommerschuh wirklich angenehm zu tragen laut meinem Sohn.
Richtig Winterfest für Minusgrade sind sie wohl nicht, aber solches Wetter kannste hier in Hamburg auch an einer Hand abzählen und bis 0 Grad passt das schon.

Ballengang
09.02.2016, 21:23
Ich habe mich extra in diesem Forum registriert um auf das Thema einzugehen. Ich bin aber kein Läufer. Vor etwa etwa einem Jahr habe ich nach Jahrzehnten des Fersengangs meinen Gehstil vom Fersengang auf den Ballengang umgestellt. Man könnte auch behaupten ich gehe nun vorwärts wie andere Leute rückwärts. Und Rückwärtsgehen soll ja bekanntlich gesund sein. Im Intenet stehen viele positive Dinge zum Ballengang und ich kann sie alle ohne Einschränkungen bestätigen. Natürlich trage ich nur noch Barfußschuhe, da man in normalen Schuhen mit Absatz und fester Sohle nur auf der Stelle, seitwärts, rückwärts und auf Treppen im Ballengang gehen kann und geht.

Wichtiger ist mir aber, dass alle Kinder bis etwa 4 Jahren im Ballengang gehen. Der Wechsel zum Fersengang erfolgt aufgrund falschen Schuhwerks, zu großen Schritten vor den Körper und Nachahmung der Eltern. Wer nun glaubt seinen Kindern was Gutes zu tun mit vermeintlich gesunden Schuhen der irrt. In normalen Schuhläden gibt es keine gesunden sondern nur "gute" Schuhe zu kaufen. Kinder müssen schon in Stoppersocken, Surferschuhen oder Barfußschuhen z.B. von Vivobarefoot, SoleRunner oder Filii gehen, damit sie auch zukünftig überhaupt die Option haben im Ballengang gehen zu können. Die Schuhe müssen Nullabsatz haben, breite Zehenbox und teilweise aufrollbar in beide Richtungen sein. Sohle maximal 3 mm (nicht cm). Im übrigen ist es ein Irrglaube, dass die Dämpfung der Schuhe den Körper schützen. Es ist so, dass die Dämpfung das normale Dämpfungssystem des Körpes deaktiviert. Somit sind Schuhe vollkommen ohne Dämpfung weit gesünder als irgendwelche Schuhe mit Dämpfungssystem, Pronations- oder Supplinationsstützen usw.

Kleinkinder gehen auch etwas länger als 4 Jahre barfuß und in Socken im Ballengang. Mit der Umstellung zum Fersengang in Schuhen und dem Gebrauch der Schuhe über lange Zeiträume des Tages ändert sich irgendwann jedoch auch der Gehstil sowohl barfuß als auch in Socken.

Barfußgehen im Ballengang können schon wenige Erwachsene, in Socken ist das noch ungewohnter. Alles was mehr als Socken ist und dazu zähle ich auch Barfußschuhe macht es immer schwieriger. Weniger ist somit mehr. Schuhe wie Nike Free haben z.B. mit Barfußschuhen rein gar nichts mehr zu tun. Aber es ist umgekehrt auch richtig, dass Gehen im Fersengang sowohl barfuß, in Socken als auch in Barfußschuhen ein Risiko für den gesamten Körper ist. Dann soll man besser die normalen Schuhe anlassen.

Dass angenommen wird, dass vorsichtiges Fersengehen nicht ungesund ist und die Evolution es erklären kann, kann ich nicht nachvollziehen. Man braucht sich nur die Fellschuhe von Ötzi anschauen un sich überlegen ob er wohl im Fesengang über die Alpen gewandert ist und den Fuß orthopädisch abgerollt hat. Wohl eher nicht. Ok damals waren weniger Wege befestigt aber das lässt sich mit der Evolution auch nicht in Verbindung bringen. Auch ist ein Mittelfußgang weniger körperschohnend. Wer mag kann man auf der Stelle hochspringen und einmal auf der Ferse, einmal auf dem ganzen Fuß bzw. Mittelfuß falls das überhaupt geht und beim dritten Mal sehr entspannt auf dem Vorfuß landen. Das Längsgewölbe dient zur Dämpfung, die nur beim Ballengang Anwendung findet. Sehr interessant, dass das den Menschen beim Hochspringen aber nicht beim Gehen sofort einleuchtet. Weitere Details im Internet unter Ballengang und Barfußschuhe.

Ich möchte abschließend vor der Umstellung auf den Ballengang warnen. Beim Ballengang stellt sich der Körper über Monate um. Die Umstellung des Laufens auf dem Vorfuß als weitere Konsequenz kann sogar Jahre dauern. Also auch bitte darüber vorher im Internet genauer informieren.

crsieben
16.02.2016, 13:42
Wichtiger ist mir aber, dass alle Kinder bis etwa 4 Jahren im Ballengang gehen.


Ich hab dir die Frage schon an anderer Stelle gestellt, eine Antwort hast du mir nicht geben können oder wollen.

Kinder kacken auch bis zum Alter von manchmal 4 Jahren in Windeln, Erwachsene nicht. Mit deiner Argumentation könntest du ebensogut versuschen, Erwachsene zum Kacken in Windeln zu überreden.

Ich gehe barfuß, wann immer ich die Gelegenheit habe, und ich laufe barfuß, mindestens einmal in der Woche (wenn das Wetter und der Untergrund es erlauben, ich bin Läufer, kein Fakir). Trotzdem geh ich nie im "Ballengang" und laufe nur im Sprint auf dem Vorfuß.

Ich zweifle deine Plädoyer für den "Ballengang" von Grund auf an. Es gibt so viele Gangbilder, wie es Menschen gibt, und es gibt so viele Gründe für orthopädische Probleme, dass monokausal argumentierenden Heilsversprechen gar nicht genug Skepsis entgegengebracht werden kann.

Wenn ich übrigens "Ballengang" google, kommt zuallererst ein Text auf einem mehr als obskuren, der Esoterik und Grenz"wissenschaft" verschriebenen, einschlägig bekannten, dem Verkauf von allerlei Fragwürdigem dienenden Webseite (denen ich hier keinen Link bescheren werde). Willst du die bewerben? Oder bist du der mit auf den schmierigen Leim gegangen?

Nicht alles, was du schreibst, ist Blödsinn. Aber du fällst sehr schnell ins Extrem.

aghamemnun
16.02.2016, 14:34
Laberrhabarberpalaverkadaver
"Dieses Forum ist weder ein angemessener noch der richtige Ort für religiöse Themen. Diese sind daher absolut nicht erwünscht."
(Quelle: Forenregeln (http://forum.runnersworld.de/forum/faq.php?faq=miteinander))

d'Oma joggt
16.02.2016, 18:35
"Dieses Forum ist weder ein angemessener noch der richtige Ort für religiöse Themen. Diese sind daher absolut nicht erwünscht."
(Quelle: Forenregeln (http://forum.runnersworld.de/forum/faq.php?faq=miteinander))

Das ist mir neu!
Ich finde hier zu ca. 25% dogmatisch religiöse Posts

Ballengang
16.02.2016, 19:05
Auf Kleinkinder bin ich eingegangen, da davon auszugehen ist, dass sie zu Beginn ihres Lebens das richtige Gehen erlernen und betrachtet man Naturvölker so gehen diese auch als Erwachsene barfuß im Ballengang.
Wenn man bei der Suche nach "Ballengang" auf GODO stößt sollte man das besser nicht lesen. Dieser Ansatz geht mir auch viel zu weit.

Ich möchte jeden einladen das Video "Bedienungsanleitung Fuß" ( https://www.youtube.com/watch?v=zhTC8hPI5qQ ) mal anzuschauen. Die Bildqualität ist sehr schlecht und 1,5 Stunden sind eine lange Zeit. Aber ich finde schon, dass der Vortrag sehr objektiv ist. Die ersten 10 Minuten sind eher Einleitung. Also bei Bedarf auf Minute 10 vorspulen.

aghamemnun
16.02.2016, 19:27
Auf Kleinkinder bin ich eingegangen, da davon auszugehen ist, dass sie zu Beginn ihres Lebens das richtige Gehen erlernen
Sagt wer?

Ob man es glaubt oder nicht: Kinder im Lauflernalter sind völlig anders proportioniert als Erwachsene. Könnte also immerhin sein, daß ihr Geh- und Laufstil auch damit zu tun hat. Im übrigen würde ich gern mal wissen, ob und wie sich die Behauptung verifizieren läßt, Kleinkinder würden vorzugsweise auf den Fußballen laufen.

Außerdem laufen die kleinsten Kinder erstmal gar nicht, sondern werden im Kinderwagen oder Maxi-Cosi durch die Gegend gefahren. Würdest Du das für Dich auch so beibehalten wollen?

d'Oma joggt
16.02.2016, 19:33
ich schaue relativ oft Sky-Fernseh-Filme. Da gibt es so einen Hazel ? der in der Welt herumreist. Auch und vor allem zu Naturvölkern, um dort eine Weile deren Kultur/Lebensweise/Überlebensweise zu erleben und zu lernen.
Die meisten dieser Volksgruppen geht/läuft barfüßig und keine gingen bisher im Ballengang.
War alles nur gestellt? Die Füße sahen bisher immer aus wie ich mir halt Barfußfüße vorstelle

crsieben
16.02.2016, 19:45
Barfußfüße

Schon jetzt mein Kandidat für das Wort des Jahres :D

In der Sache hast du zu 100% Recht. Kein "Naturvolk" läuft auf den Ballen.

Gueng
16.02.2016, 19:48
Die Füße sahen bisher immer aus wie ich mir halt Barfußfüße vorstelle
Wie stellst Du Dir "Barfußfüße" vor?

d'Oma joggt
16.02.2016, 20:23
mit Selbstsohle, also ohne Maniküre - ob mit Pflegemittel oder Asphaltlauf, aber auch ohne Hornhautschrunden

barefooter
16.02.2016, 22:12
Auf Kleinkinder bin ich eingegangen, da davon auszugehen ist, dass sie zu Beginn ihres Lebens das richtige Gehen erlernen ...

In diesem Forum tust du dich leichter, wenn du von eigenen Erfahrungen sprichst/schreibst, zum Beispiel, was du bei deinen Kindern beobachtet hast, wie sie sich bei ihren ersten Laufversuchen bewegen. Bei Verallgemeinerungen bekommst hier sonst sehr schnell Gegenwind.


...und betrachtet man Naturvölker so gehen diese auch als Erwachsene barfuß im Ballengang.

Wie viele hast du denn schon gesehen? Die wenigen noch existierenden indigenen Gruppen sollte man in Ruhe lassen und nicht unnütz in ihren Lebensraum eindringen, um im Namen der Wissenschaft die banalsten Dinge zu erforschen.


Wenn man bei der Suche nach "Ballengang" auf GODO stößt sollte man das besser nicht lesen. Dieser Ansatz geht mir auch viel zu weit.

Dann wäre ich an deiner Stelle hier nicht mit dem Begriff 'Ballengang' vorstellig geworden.


Ich möchte jeden einladen das Video "Bedienungsanleitung Fuß" mal anzuschauen. ich finde schon, dass der Vortrag sehr objektiv ist.

Habe Auszüge daraus gesehen, cooler Typ, gefällt mir.

Ballengang
17.02.2016, 17:01
Ok dann empfehle ich das Video "Die Geheimnisse des perfekten Läufers" ( https://www.youtube.com/watch?v=mc8ds6NYxvE ) . Ist von arte und nur 49 Minuten lang. Könnte ja interessant sein.

Abschließend würde ich jedoch gerne von euch wissen wenn der Ballengang nicht natürlich ist warum der Fuß ein Längsgewölbe hat. Doch wahrscheinlich als Dämpfungselement, oder? Aber was soll beim Fersengang gedämpft werden? Vielleicht mag mir das jemand mal erklären.

d'Oma joggt
17.02.2016, 17:09
Ich habe heute fast 45 min. lang den Ballengang gemacht :hihi:, beim Aquajogging :hihi:

bones
17.02.2016, 17:25
Wahrscheinlich ist der Ballen nur eine Laune der Natur und der Mensch braucht ihn gar nicht.

aghamemnun
17.02.2016, 17:30
Ich habe heute fast 45 min. lang den Ballengang gemacht :hihi:, beim Aquajogging :hihi:
Schön, dann weißt Du ja jetzt, daß Ballengang eine echte Strafe ist. :teufel:

barefooter
17.02.2016, 19:48
Ok dann empfehle ich das Video "Die Geheimnisse des perfekten Läufers". ...

Du bist hier in einem Forum bestens informierter Läufer und kannst davon ausgehen, dass dieser TV-Beitrag aus dem Jahre 2012 mehrheitlich bekannt ist.Trotzdem mag der ein oder andere deinen Hinweis dankbar aufgreifen.


...wenn der Ballengang nicht natürlich ist warum der Fuß ein Längsgewölbe hat. Doch wahrscheinlich als Dämpfungselement, oder? Aber was soll beim Fersengang gedämpft werden? ...

Der Ballengang ist natürlich natürlich - schön, wenn du ihn auf deine Weise für dich entdeckt hast. Ich stoße mich am Begriff und dessen einseitiger aufs Gehen bezogene Auslegung, wo wir hier doch in einem Forum für Läufer sind. Um die zu überzeugen, ihre Füße natürlicher, kraftvoller als in Schuhe eingezwängt einzusetzen, bedarf es Ausdauer. Wenn du die hast, bleib dran, zeige und berichte mehr von deinem neuen Leben als Ballengänger.

Schlaks
18.02.2016, 09:03
Ok dann empfehle ich das Video "Die Geheimnisse des perfekten Läufers"
Abschließend würde ich jedoch gerne von euch wissen wenn der Ballengang nicht natürlich ist warum der Fuß ein Längsgewölbe hat. Doch wahrscheinlich als Dämpfungselement, oder? Aber was soll beim Fersengang gedämpft werden? Vielleicht mag mir das jemand mal erklären.

Guck den Film nochmal. Achte auch die Stellen, an denen Prof. Liebermann erklärt, was den Läufer vom Geher unterscheidet, so Sachen wie Nackenband und Achillessehne und so. Nicht umsonst läuft der Mensch, der in diesen Szenen gezeigt wird, er geht nicht.

Gehen ist nicht laufen. Das ist eine ganz andere Bewegung. Rückschlüsse vom Laufen auf das Gehen zu ziehen ist nicht sinnvoll. In Süddeutschland wird laufen und gehen gern synonym verwendet, aber das ist eine andere Geschichte.

Ballengang kann man machen, muss man aber nicht. Die Mehrheit der Menschen benutzt ihn nicht und das liegt nicht alleine an den bösen Schuhen, sondern einfach daran, dass es ein unökonomischer Gang ist. Auf groben Untergründen, auf denen das Mehr an Dämpfung benötigt wird, dreht sich das natürlich um, aber auf "einfachen" Böden ist es schlicht Unsinn. Und mit einfachen Böden meine ich nicht nur Asphalt!

Viele Grüße,
Stephan

sunday
25.02.2016, 21:36
Wichtiger ist mir aber, dass alle Kinder bis etwa 4 Jahren im Ballengang gehen. Der Wechsel zum Fersengang erfolgt aufgrund falschen Schuhwerks, zu großen Schritten vor den Körper und Nachahmung der Eltern. .... Kinder müssen schon in Stoppersocken, Surferschuhen oder Barfußschuhen z.B. von Vivobarefoot, SoleRunner oder Filii gehen, damit sie auch zukünftig überhaupt die Option haben im Ballengang gehen zu können. falsch, damit sie BESCHUHT im Ballengang gehen können. Es gibt noch mehr Optionen: Hüttenschuhe, Huaraches, Leguanos (müssten billiger werden), etc. pp.


Kleinkinder gehen auch etwas länger als 4 Jahre barfuß und in Socken im Ballengang. Mit der Umstellung zum Fersengang in Schuhen und dem Gebrauch der Schuhe über lange Zeiträume des Tages ändert sich irgendwann jedoch auch der Gehstil sowohl barfuß als auch in Socken.

Barfußgehen im Ballengang können schon wenige Erwachsene, in Socken ist das noch ungewohnter. Alles was mehr als Socken ist und dazu zähle ich auch Barfußschuhe macht es immer schwieriger. Weniger ist somit mehr. Schuhe wie Nike Free haben z.B. mit Barfußschuhen rein gar nichts mehr zu tun. Diese sollen laut Nike-Info-Film auch nur das Laufen in Schuhen dem Barfußlaufen auf Grasplätzen annähern. Also selbst beim Minimalschuh denken die Nike-Entwickler immer noch an Dämpfung, die nicht dem Fuß innewohnt, sondern an äußere Hilfsdämpfung, und sei es nur weicher Rasen.
Aber es ist umgekehrt auch richtig, dass Gehen im Fersengang sowohl barfuß, in Socken als auch in Barfußschuhen ein Risiko für den gesamten Körper ist. Dann soll man besser die normalen Schuhe anlassen.

Dass angenommen wird, dass vorsichtiges Fersengehen nicht ungesund ist und die Evolution es erklären kann, kann ich nicht nachvollziehen.
Nun, da ist die größte Schwäche deiner Auffassung: Behutsames Gehen bringt laut dem Redner des von dir hier gefeatureten Videos max. 1.5faches Körpergewicht auf die Ferse im Fersengang. Sicher kann man das im Ballengang noch weiter runterdrehen, aber deshalb Fersengang für generell ungesund zu erklären ist schlicht Unfug. Denn das Kochengerüst braucht auch ein zwar nicht gerütteltes, aber doch nennenswertes Maß an Belastung, um dem Körper das Signal zu geben, dass er sein Knochengerüst noch braucht. Erhält der Körper diese Signale nicht, macht schleichend die Osteoporose jeglicher Belastbarkeit der Knochen ein jähes Ende und damit jeglicher physischen Belastbarkeit. Bei manchen Krankheiten mit Osteoporosis-Symptomen wird jedenfalls bisweilen auch von Ärzten der Besuch von Fitnessstudios empfohlen, um den Knochenschwund zu stoppen.



Ich möchte abschließend vor der Umstellung auf den Ballengang warnen. Beim Ballengang stellt sich der Körper über Monate um. Die Umstellung des Laufens auf dem Vorfuß als weitere Konsequenz kann sogar Jahre dauern. Also auch bitte darüber vorher im Internet genauer informieren.

Ich warne davor überhaupt nicht. Es macht Spaß und ist auf jeden Fall eine gesunde Fußgymnastik, die dank Minimalschuhen im Alltag statt einsam im zum Gymnastikraum aufgeräumten Wohnzimmer geübt werden kann! Wirklich brauchen tun diese Gymnastik nur diejenigen, die auch schnelles Laufen nicht im Vorfußgang üben, die im Beruf nicht viel rückwärts oder seitwärts gehen, die nicht oft Gesellschaftstanz üben, die im Alltag nicht viel Treppen steigen. Dann ist diese Art des Vorwärtsgehens eine naturerprobte mitten im Alltag übbare Gymnastik, die ein paar kleine OHNE Ballengang unterentwickelte Fuß- und evtl. Waden-Müskelchen in Schuss bringt, und um diese Gangart zu erlernen braucht man nur soviel Zeit, bis man begriffen hat, wie und worum es geht, und das kann sehr sehr viel kürzer dauern als die von dir seltsamerweise zur Abschreckung genannte Ewigkeit.

Pee
23.04.2016, 17:38
Boah, ist das krass.




Nun, da ist die größte Schwäche deiner Auffassung: Behutsames Gehen bringt laut dem Redner des von dir hier gefeatureten Videos max. 1.5faches Körpergewicht auf die Ferse im Fersengang. Sicher kann man das im Ballengang noch weiter runterdrehen, aber deshalb Fersengang für generell ungesund zu erklären ist schlicht Unfug. Denn das Kochengerüst braucht auch ein zwar nicht gerütteltes, aber doch nennenswertes Maß an Belastung, um dem Körper das Signal zu geben, dass er sein Knochengerüst noch braucht. Erhält der Körper diese Signale nicht, macht schleichend die Osteoporose jeglicher Belastbarkeit der Knochen ein jähes Ende und damit jeglicher physischen Belastbarkeit. Bei manchen Krankheiten mit Osteoporosis-Symptomen wird jedenfalls bisweilen auch von Ärzten der Besuch von Fitnessstudios empfohlen, um den Knochenschwund zu stoppen.



Also jetzt nur mal der Vollständigkeit halber:

1,5faches Körpergewicht lassen wir mal für den Fersenaufprall stehen, wenn es auch genauere Daten gibt. Der Faktor beim Ballenaufsatz beträgt ca. 0,3. Wir haben also im Fersenlauf die 5-fache Energie, die da in den Körper gerammt wird.
Das jetzt einfach als unbedeutsam, sprich "Unfug" abzutun ist schon nee coole Nummer.

Hieraus dann gewissermaßen eine Notwendigkeit abzuleiten um einer Osteoporose vorzubeugen...also der ist wirklich gut. Ich hab mich fast in die Ecke geschmissen. Da muß man sich ja fast wundern, das einem vor lauter Knochenschwund nicht die Arme abfallen. Aber dem könnte man ja mit ein paar kräftigen Handstandübungen begegnen...

Tschuldigung, aber das mußte ich mal jetzt los werden.

Wenn irgendwo weiter oben in den Beiträgen beim Fersenlauf (wie auch beim gehen!) von Knochenkette die Rede ist, ist das mit vehemenz ein Punkt, der einen unbedingt nachdenklich stimmen sollte. Und zwar mit Blick auf die damit verbundene Belastung der Gelenke. Denn irgendwo muss die erhöhte Aufprallenergie beim Fersenlauf ja hin. Und da wir bei der Knochenkette sind bleiben fast nur die Gelenknorpel und Bandscheiben, die jetzt als Dämpfer mißbraucht werden.

Scannt euern Körper doch mal gedanklich durch: Fuß - Knie - Becken - Wirbelsäule - Schultern - Nacken
Schon mal irgendwo probleme gehabt? Könnte ein Zusammenhang bestehen?

Vielleicht wäre es ganz gut hier mal etwas tiefer einzutauschen. Es könnt sich doch lohnen.

sunday
25.04.2016, 07:29
1,5faches Körpergewicht lassen wir mal für den Fersenaufprall stehen, wenn es auch genauere Daten gibt. Der Faktor beim Ballenaufsatz beträgt ca. 0,3. Wir haben also im Fersenlauf die 5-fache Energie, die da in den Körper gerammt wird.
Das jetzt einfach als unbedeutsam, sprich "Unfug" abzutun ist schon nee coole Nummer.

Hieraus dann gewissermaßen eine Notwendigkeit abzuleiten um einer Osteoporose vorzubeugen...also der ist wirklich gut. Ich hab mich fast in die Ecke geschmissen. Da muß man sich ja fast wundern, das einem vor lauter Knochenschwund nicht die Arme abfallen. Aber dem könnte man ja mit ein paar kräftigen Handstandübungen begegnen...

Tschuldigung, aber ...

.. was ist an den Aussagen zu beanstanden? Belastung der Knochen durch körperliche Aktivität aktiviert auch die knochenbildenden Zellen. Wenn du dich in die Ecke schmeißt und ich dann den Knochenstaub wegfegen muss, sehen wir ja wie osteoporose-präventiv trainiert du bist. Einen höheren Anteil an der Osteoporose-Vorbeugung hat gute und ausreichende Ernährung, z.B. mit Kalzium, sowie die Versorgung mit Vitamin D, welches auch bei der Umsetzung des Kalzium für die Knochenregeneration eine Rolle spielt. D.h. kalziumhaltige Milchprodukte und Gemüse nicht zu verschmähen und v.a. vom 21. 3. bis zum 21.9., d.h. den ganzen Frühling und Sommer, den hohen Sonnenstand so oft wie möglich nutzen, d.h. die eigene Haut, natürlich nicht zu stark, besonnen lassen, weil die hochstehende Sonne genügend UV-Strahlen zur Bildung des besten, des körpereigenen Vitamin D liefert, in den Jahreszeiten mit niedrigerem Sonnenstand behilft man sich mit den wenigen warmen Tagen mit Mittagssonne, im Krankheitsfalle (z.B. Depression, Osteoporose evtl. mit Lichttherapie oder notfalls Vitamin-D-Präparaten).

Der Mensch ist per Evolution mit dem Fersengang ausgestattet worden. Das Knochengerüst ist in Sachen Gehen also bestens für diese Belastung optimiert! Den Ballengang beherrscht auch jeder, der nicht steife Füße hat und zudem rückwärts gehen oder Treppen hinabsteigen kann. Aber wer dies wenig tut, fordert ein paar besonders daran beteiligte Muskeln zu wenig, wenn er weder Tanzsport betreibt, vorfüßig läuft oder, deutlich weniger belastend, einfach nur gelegentlich im Ballengang vorwärts geht.

Beim Gehen können wir einigermaßen sicher sein, mit dem Fersengang nix falsch zu machen. Beim Laufen ist das anders, weil die Belastung dann nochmal deutlich steigt, eine gelenk-entlastende Laufweise also etwas für die Gesundheit bringt, was für das alltägliche Gehen mit nur 4-5 km/h nicht zutrifft. Und 50% mindestens der hier diskutierenden Läufer haben längst vorfüßiges Laufen für sich entdeckt und vielfach damit ihre persönlichen Probleme mit dem Fersenlauf behoben, weil laut mehreren Studien all die speziellen Dämpfungs- und Stützfunktionen sogenannter Jogging- oder Lauf-Schuhe nur ein höchst unperfekter Kompromiss sind, also für die Wenigsten ganz die von der Werbung die versprochene Entlastung beim Fersenlaufen bringen. Sei's drum, Für viele ist solch ein Material ein brauchbarer Kompromiss und sie laufen weiterhin Fersenstil, auch ich tue das. Vorfüßiges Laufen entdeckte ich als Ergänzung des Lauf-Übungs-Portfolios und stelle fest, dass ich einer der glücklichen bin, der beide Laufstile, Fersenlaufen und vorfüßigem Laufen zu einem abwechslungsreicheren Lauferlebnis kombinieren kann, indem ich streckenabschnittsweise den einen oder den anderen Laufstil nutze.

Dazu haben mich auch viele Beiträge hier im Runner's World Forum ermutigt - Danke den Beitragserstellern mit ihrern meist sehr persönlichen Erfahrungsberichten! Seht her, sie nutzen dem Leser was!

Die Umstellung dauerte einige Monate. Begonnen habe ich tatsächlich mit Ballengang-Übung in Minimalschuhen, einige Zeit später erst wagte ich auch vorfüßiges Laufen, wobei der Einstieg eher zufällig und nur mit dem sprengungsärmsten und flexibelsten Paar Schuhe gelang, mittlerweile streckenabschnittsweise auch mit hinreichend flexiblen gewöhnlichen Laufschuhen gelingt. Der vorfüßige Lauf bei mir ist abschnittsweise richtiger Vorfußlauf, abschnittsweise in etwa wie der Ballengang aufs Laufen übertragen.

Pee
25.04.2016, 23:44
Belastung der Knochen durch körperliche Aktivität aktiviert auch die knochenbildenden Zellen.
So allgemein ausgedrückt stimme ich Dir zu. Aber es ging ja in deiner vorangegangen Aussage um die, bedingt durch den Fersengang höhere und eher schlaghafte Belastung der Knochen. Und dies leider eben nicht nur beim Laufen sondern auch beim Gehen.
(Nicht nur) Im Bezug Prävention und Osteoporose würden mir als Stichwörter Bewegung und Muskelkontraktion bedeutend sinnvoller erscheinen. Anstatt mich mit meinen Knochen durch die Gegend zu bewegen als wollte ich etwas einmeißeln.
Übrigens ein interessante Studie bei Tennisspielern hat gezeigt, dass deren Armknochen auf der Schlaghandseite (also meistens rechts) eine höhere Dichte und Stärke aufweisen als etwa die linke Seite. Was will uns das sagen?


Wenn du dich in die Ecke schmeißt und ich dann den Knochenstaub wegfegen muss, sehen wir ja wie osteoporose-präventiv trainiert du bist.
Keine Sorge, ich bin gut im Futter und ansonsten Nordic Walking / Nordic Jogging.


Einen höheren Anteil an der Osteoporose-Vorbeugung hat gute und ausreichende Ernährung…
Das eine gute und ausgewogene Ernährung wichtig ist…keine Frage. Aber warum jetzt einen Gegensatz konstruieren. Ernährung und Bewegung gehören für mich irgendwie zusammen. Das eine jetzt wichtiger als das andere zu machen …mh.


Der Mensch ist per Evolution mit dem Fersengang ausgestattet worden. Das Knochengerüst ist in Sachen Gehen also bestens für diese Belastung optimiert!
Ist das so? Warum haben Schuhe dann eine Sprengung bzw. Absatz? Was soll die Dämpfung?
Die Fragen sind bestimmt nichts neues - und die Antworten:
Weil die grüne Wiese fehlt und heute überall fiese Steine rumliegen. Auch weil es so schön bequem ist und warm…
Naja, die auch nicht. Nur, ist es damit getan?

Ok, „ist per Evolution mit dem Fersengang ausgestattet“ aber „bestens für diese Belastung optimiert“? Letzteres wage ich in Frage zu stellen und ersteres ist wohl eher für die Ausnahme gedacht. Doch das lässt sich nicht losgelöst von einer Betrachtung der übrigen Körperstruktur verstehen. Das heißt Knochenkette vs. Muskel / Faszienkette. Stichworte wären: Verspannung und Überbeanspruchung.
Wohlgemerkt es geht um die Sprengung, den Absatz und die Dämpfung, nicht um eine Fußbekleidung per se.



Beim Gehen können wir einigermaßen sicher sein, mit dem Fersengang nix falsch zu machen.
Eben noch bestens ausgestattet…jetzt einigermaßen…? Köstlich.


Beim Laufen ist das anders, weil die Belastung dann nochmal deutlich steigt, eine gelenk-entlastende Laufweise also etwas für die Gesundheit bringt, was für das alltägliche Gehen mit nur 4-5 km/h nicht zutrifft.
„…was für das alltägliche Gehen mit nur 4-5 km/h nicht zutrifft.“ Was sind Deine Argumente für diese Behauptung?


…. weil laut mehreren Studien all die speziellen Dämpfungs- und Stützfunktionen sogenannter Jogging- oder Lauf-Schuhe nur ein höchst unperfekter Kompromiss sind, also für die Wenigsten ganz die von der Werbung die versprochene Entlastung beim Fersenlaufen bringen.
Und warum hat diese Erkenntnis jetzt beim Gehen keine Relevanz? Weil die Belastung nicht so stark ist?
Wobei ich eigentlich sagen möchte:
Nicht die Belastung als solche ist das Problem. Sondern die Fehlbelastung. Nicht zuletzt durch eine fehlerhafte Körperhaltung hervorgerufen, welche uns ja grade durch u.a. die Sprengung bzw. Absatz im Schuh förmlich aufgezwungen wird und den Fersengang überhaupt erst erträglich macht. Wenn man sich nicht gerade am Sandstrand tummeln kann.


Sei's drum, Für viele ist solch ein Material ein brauchbarer Kompromiss und sie laufen weiterhin Fersenstil, auch ich tue das.
Klar muss letztlich jeder selbst wissen was er nun daraus macht. Selbstbestimmtes Leben und so.
Aber hier geht es ja um den Sachverhalt. Einfach mal zu gucken was denn nun eigentlich das Richtige oder Falsche sein könnte. Oder besser vielleicht, was man für sich selbst als sinnvoll oder machbar erachtet.



Die Umstellung dauerte einige Monate. Begonnen habe ich tatsächlich mit Ballengang-Übung in Minimalschuhen, einige Zeit später erst wagte ich auch vorfüßiges Laufen, wobei der Einstieg eher zufällig und nur mit dem sprengungsärmsten und flexibelsten Paar Schuhe gelang, mittlerweile streckenabschnittsweise auch mit hinreichend flexiblen gewöhnlichen Laufschuhen gelingt. Der vorfüßige Lauf bei mir ist abschnittsweise richtiger Vorfußlauf, abschnittsweise in etwa wie der Ballengang aufs Laufen übertragen.
Was soll ich sagen, geht mir ähnlich, allerdings vorzugsweise beim Nordic Walking. Wobei, grundsätzlich halte ich den Ballengang ja für die richtige Art sich Fortzubewegen. Das Problem ist die Umstellung. Das auf Fersengang konditioniert sein und damit einhergehend die entsprechende Vorgeschichte, die man so hat. Etwa eine verkürzte Wadenmuskulatur so wie überhaupt der gesamte Bewegungsapparat neu justiert werden muss. Das ist nicht mal eben.
Gruß
Pee