Wie kann jemand glauben, auf dem Niveau mit derartigem Betrug unentdeckt zu bleiben?
"Er lief sich aus der Armut an die Spitze der Schweizer Laufszene und träumte von Olympia. Nun steht der 39-Jährige im Zentrum eines Betrugsfalls. Marathon-Europameister Viktor Röthlin hält seine Zeiten für nicht erklärbar. Drei Jahre Sperre sind die Folge."
https://www.watson.ch/sport/leichtathle ... -abkuerzen
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
2Was mich fast ein bisschen mehr wundert bzw. etwas irritiert, dass es z.B. beim Berlin Halbmarathon nicht aufgefallen ist, dass er ab km 15 einen Schnitt von 2:44 gelaufen ist. Bis km15 hatte er noch 3:03 min/km. Das muss doch in der Ergebnisliste auffallen? Oder wird das überhaupt nicht geprüft. Immerhin steht er da seit 2022 immer noch in den Ergebnislisten.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
3Hier in der Region gab es vor etlichen Jahren auch einen Wunderläufer. Der hat nur in Berlin beim Marathon und in Paderborn beim Osterlauf über 10KM für seine Verhältnisse Fabelzeiten erzielt. Mir ist er aufgefallen, weil er in Paderborn die AK40 in einer um 4-5 Minuten schnelleren Zeit als sonst bei ihm üblich gewonnen hatte und die Leistung in der Spiridon veröffentlicht wurde.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
4Aber es muss doch auffallen, wenn jemand aus der Spitzengruppe plötzlich irgendwo abbiegt. Der läuft doch nicht völlig alleine? Bzw. wenn der wieder auf die Strecke kommt? "hey da schert grad einer links in unsere Gruppe ein, wo kommt der denn her?"
Bei großen Läufen im Gedränge bei den 4h Läufern mag das vielleicht noch funktionieren, aber doch nicht bei Top30 Läufern?
Da muss es doch irgendeinen Algorithmus geben, der solche Sachen aufdeckt?
Bei großen Läufen im Gedränge bei den 4h Läufern mag das vielleicht noch funktionieren, aber doch nicht bei Top30 Läufern?
Da muss es doch irgendeinen Algorithmus geben, der solche Sachen aufdeckt?
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
5Der "Trick" ist halt gerade nicht in einer Gruppe zu laufen und dann auch noch an unübersichtlichen Stellen (90°-Kurven o.ä.) ein- und auszuscheren.Bonfire307 hat geschrieben: 08.03.2026, 11:15 Aber es muss doch auffallen, wenn jemand aus der Spitzengruppe plötzlich irgendwo abbiegt. Der läuft doch nicht völlig alleine? Bzw. wenn der wieder auf die Strecke kommt? "hey da schert grad einer links in unsere Gruppe ein, wo kommt der denn her?"
Ich finde es aber überraschend, dass fehlende Zwischenzeiten in Kombination mit unplausibel schnellen Laufzeiten an abkürzungsträchtigen Punkten offensichtlich auch da vorne nicht wirklich interessieren.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
6Es ist leider so dass vielen Veranstaltern das Interesse daran fehlt, Betrüger rauszufiltern. Gerader erst letztes Jahr beim Wien-Marathon ist mir aufgefallen, dass es z.B. bei der Extraschleife beim Happelstadion (war irgendwann nach km30) keinerlei Kontrollmatte am 180°-Wendepunkt gab. Und das ist kein Einzelfall. Ein paar Wochen später war ich in Prag und auch dort gab es 2 180°-Wenden plus eine Stelle wo man ebenfalls ca. einen Kilometer abkürzen hätte können, nirgends eine Kontrollmatte. Natürlich kostet jede zusätzliche Matte Geld ...
Abgesehen davon wäre es ja ein Leichtes, zumindest mit den "normalen" 5km-Matten Betrüger rauszufiltern wenn man sich unrealistische Teilzeiten ansieht (kann man ja über einen Algorithmus maschinell erledigen lassen), aber nicht einmal das interessiert die Veranstalter.
Abgesehen davon wäre es ja ein Leichtes, zumindest mit den "normalen" 5km-Matten Betrüger rauszufiltern wenn man sich unrealistische Teilzeiten ansieht (kann man ja über einen Algorithmus maschinell erledigen lassen), aber nicht einmal das interessiert die Veranstalter.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
7Exakt. Und wenn man die Daten hat, nutzt man sie nicht. Es gab ja Zeiten, in denen man die kompletten Ergebnislisten mit allem Zwischenzeiten bequem als csv runterladen und in Excel analysieren konnte. Mit wenigen Klicks hatte ich da bei dem großen Marathons auf Anhieb dutzende Betrüger, die dann auch mal gerne ihre AK gewonnen hatten und ganz nebenbei zwischen KM 30 und 40 schneller als der 10k-Weltrekord waren, komischerweise wurden sie bei KM 35 aber nicht erfasst…
Ich kenne auch einen unfreiwilligen Abkürzer, der in einer Gesamtwertung weit vorne war und sofort zum Veranstalter ging und es nicht hinbekam, aus der Wertung genommen zu werden…
Ich kenne auch einen unfreiwilligen Abkürzer, der in einer Gesamtwertung weit vorne war und sofort zum Veranstalter ging und es nicht hinbekam, aus der Wertung genommen zu werden…
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
8Es ist ein Trauerspiel.GeorgSchoenegger hat geschrieben: 08.03.2026, 12:30 Es ist leider so dass vielen Veranstaltern das Interesse daran fehlt, Betrüger rauszufiltern. Gerader erst letztes Jahr beim Wien-Marathon ist mir aufgefallen, dass es z.B. bei der Extraschleife beim Happelstadion (war irgendwann nach km30) keinerlei Kontrollmatte am 180°-Wendepunkt gab. Und das ist kein Einzelfall. Ein paar Wochen später war ich in Prag und auch dort gab es 2 180°-Wenden plus eine Stelle wo man ebenfalls ca. einen Kilometer abkürzen hätte können, nirgends eine Kontrollmatte. Natürlich kostet jede zusätzliche Matte Geld ...
Abgesehen davon wäre es ja ein Leichtes, zumindest mit den "normalen" 5km-Matten Betrüger rauszufiltern wenn man sich unrealistische Teilzeiten ansieht (kann man ja über einen Algorithmus maschinell erledigen lassen), aber nicht einmal das interessiert die Veranstalter.
Ich habe das selbst mal live erlebt (Rostock-Marathon, alte Strecke), wie eine Teilnehmerin auf einer Wendestrecke elegant in den Gegenverkehr gewechselt ist. Man kennt bei den Kursen die kritischen Punkte, da ein paar zusätzliche Matten zu plazieren, kann ja nicht so teuer sein: der Frankfurt Marathon wirbt damit, dass er ab diesem Jahr Zwischenzeiten für jeden Kilometer für alle(!) Teilnehmer zur Verfügung stellt.
Wenn man auf der “marathoninvestigation”-Website mal nachschaut, ist es meist dasselbe Muster:
Sprünge in der Pace (Richtung Fabelzeiten), fehlende Zwischenzeiten in diesem Bereich und natürlich an den bekannten Abkürzungs-Stellen. Die GPS-Daten, der Sportuhr, die das aufklären könnten, liegen da dann nie vor :-)
Und meist gab es diese Abnormalien bei diesem Sportler in der Vergangenheit auch schon…
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
9Volle Zustimmung. Auch dazu, dass manche Teilnehmer, die irrtümlich zu gut bewertet wurden, wenig Interesse haben, das aufzuklären.GeorgSchoenegger hat geschrieben: 08.03.2026, 12:30 Es ist leider so dass vielen Veranstaltern das Interesse daran fehlt, Betrüger rauszufiltern.
Anders beim heutigen Bienwald-Marathon: Da stehen einige DSQs bei fehlenden Zwischenzeiten.
Mir fiel letztes Jahr ein AK70-Wunderläufer auf, der in der Marathon-Bestenliste https://www.marathon-ergebnis.de/Marath ... Suche.html mit einer 2:44 geführt wurde.
Netterweise gibt es ein Zielvideo, das zeigt, wie er ins Ziel trippelt und die echten M-Finisher an ihm vorbeizischen. Ganz eindeutig war er für den Marathon gemeldet, ist aber bereits nach einer HM-Runde ins Ziel abgebogen. Ich habe den Veranstalter angeschrieben, der ihn dann stattdessen in die HM-Wertung aufgenommen hat.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
10Interessante Seite. Kannte ich tatsächlich noch gar nicht.Fremder hat geschrieben: 08.03.2026, 14:53 Wenn man auf der “marathoninvestigation”-Website mal nachschaut,
Über mich
wo ich herkomme Am Anfang war da der Bauchspeck und wo ich zuletzt gelaufen bin Joels Daily Challenge - Streakrunning
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
11Es gab einen Selbstmord bei einem von dieser Seite enttarnten Läufer (bis dahin sehr "erfolgreich" in seiner Altersklasse), spätestens seitdem wird sie vielfach kritisch gesehen (Stichwort Stalking).
Sehe ich aber nicht so. Wer in öffentlichen Ergebnislisten mit betrügerisch errungenen Zeiten steht und dann häufig auch noch Jubel-Zielfotos von sich macht und auf Social Media prahlt, muss auch damit leben können, wenn er/sie genauso öffentlich entlarvt wird.
Sehe ich aber nicht so. Wer in öffentlichen Ergebnislisten mit betrügerisch errungenen Zeiten steht und dann häufig auch noch Jubel-Zielfotos von sich macht und auf Social Media prahlt, muss auch damit leben können, wenn er/sie genauso öffentlich entlarvt wird.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
12Es ist natürlich psychiolgisch ein Nackenschlag.ruca hat geschrieben: 10.03.2026, 10:48 Es gab einen Selbstmord bei einem von dieser Seite enttarnten Läufer (bis dahin sehr "erfolgreich" in seiner Altersklasse), spätestens seitdem wird sie vielfach kritisch gesehen (Stichwort Stalking).
Sehe ich aber nicht so. Wer in öffentlichen Ergebnislisten mit betrügerisch errungenen Zeiten steht und dann häufig auch noch Jubel-Zielfotos von sich macht und auf Social Media prahlt, muss auch damit leben können, wenn er/sie genauso öffentlich entlarvt wird.
Diese Menschen benötigen anscheinend eine LeistungsBestätigung, die sie real nicht erreichen können.
Bei Betrugsaufdeckung ist es dann ein Weltuntergang (Außer man ist momemtan Präsident der USA)
Trotzdem darf eine Ergebnisliste kein Fakeliste werden
12.05.2007 / 12.05.2012 / 09.04.2013 / 27.05.2017
...an Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
(Toten Hosen)
__________________________________________
BIG 25 Berlin 2015 HM 2:14:xx
...an Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
(Toten Hosen)
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BIG 25 Berlin 2015 HM 2:14:xx
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
13..... hat den Holzbock im Dachgebälk.ruca hat geschrieben: 10.03.2026, 10:48 Wer in öffentlichen Ergebnislisten mit betrügerisch errungenen Zeiten steht und dann häufig auch noch Jubel-Zielfotos von sich macht und auf Social Media prahlt,
Beizeiten behandelt, würde er vielleicht noch leben.
Knippi
Nach all der Scheiße - mein Bild 2025
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten ... t-100.html
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten ... t-100.html
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
14"Wie Läufer bei Laufwettbewerben betrügen und warum sie zum Betrüger werden"
https://www.sports-insider.de/marathon- ... den-45342/
https://www.sports-insider.de/marathon- ... den-45342/
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
15Die Informationen, die er bei seinen “Ermittlungen” heranzieht sind meines Wissens ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen.ruca hat geschrieben: 10.03.2026, 10:48 Es gab einen Selbstmord bei einem von dieser Seite enttarnten Läufer (bis dahin sehr "erfolgreich" in seiner Altersklasse), spätestens seitdem wird sie vielfach kritisch gesehen (Stichwort Stalking).
Sehe ich aber nicht so. Wer in öffentlichen Ergebnislisten mit betrügerisch errungenen Zeiten steht und dann häufig auch noch Jubel-Zielfotos von sich macht und auf Social Media prahlt, muss auch damit leben können, wenn er/sie genauso öffentlich entlarvt wird.
Wobei einige Aktionen natürlich grenzwertig sind. Erinnere mich an einen Fall, da hat er sich ein Foto in hochauflösender Qualität vom Läufer bestellt, um darin die Anzeige der Sportuhr abzulesen. Damit war der Delinquent dann überführt.
Das Bestellen von Fotos Dritter geht bei vielen mir bekannten Läufen heute ohne persönliche Daten nicht mehr. Aber früher hat ja mal die Kenntnis der Startnummer gereicht.
Re: "Der Fabelläufer, der abgekürzt hat"
16Grund dürfte auch der Germanwings-Absturz sein. Bild & Co hatten sich damals munter bei den Fotos der Laufveranstaltungen bedient, bei denen der namentlich bekannte Kopilot, der 149 Menschen mit den Tod riss, teilgenommen hatte.Fremder hat geschrieben: 10.03.2026, 20:19 Das Bestellen von Fotos Dritter geht bei vielen mir bekannten Läufen heute ohne persönliche Daten nicht mehr.
Sorgt aber auch dafür, dass es deutlich schwieriger wird, Betrüger zu finden.
Ohne persönliche Daten geht übrigens immer noch, Ersatz ist manchmal ein "Selfie". Warum ich das in Anführungszeichen gesetzt habe, dürfte klar sein.
