Dartan hat geschrieben: 13.05.2026, 10:03
Sorry für die Unmengen doofen Fragen

, und für das OT, als jemand ohne wirklichen Kontakt zu dieser Welt stellen sich mir da nur einige (wirklich ernstgemeinte) Fragen:
Kein Problem, Jens hat ja schon einiges richtige dazu gesagt und das ist ja alles nicht geheim.
Unangekündigt vermutlich nur für die "normalen" Angestellten der Klinik, die Leitung ist da vermutlich schon vorgewarnt?
Nein, diesmal wusste bis hoch zur höchsten Klinikleitung niemand etwas im Vorfeld. Das findet alle paar Jahre statt und manchmal gibt es ein paar Tage vorher Gerüchte, aber diesmal war das komplett überraschend. Und das ist ja Sinn der Sache.
Bzw. wer ist überhaupt für eine solche Übung verantwortlich, die Klinik selbst oder die Stadt / irgendwelche Behörden?
Wie Jens schon schrieb, ist das eine staatliche übergeordnete Behörde, in der Regel diejenige die für den Katstrophenschutz zuständig
ist.
Und was genau wird bei einer solchen Übung überhaupt geprobt?
Es geht darum, Extremszenarien unter möglichst realistischen Bedingungen zu proben. Wir sind eine Klinik der Maximalversorgung, das ist die Höchste Stufe an Versorgungsniveau in Deutschland, das heisst Maximale Intensivstationstherapie, Neurochirurgie , große Traumatologie ect. Klassischer Belastungstest ist dann der „Massenanfall an Verletzten „ (MANV), d.h. eine sehr große Zahl an Verletzten und Schwerverletzten z.B Zugunglück, Terroranschlag ect.
Das ist natürlich etwas, was die üblichen Ressourcen und Strukturen vor Ort überfordert und um das trotzdem irgendwie händeln zu können, gibt es halt spezielle Katastrophenschutzpläne, deren Ablauf und Schwachstellen da dann getestet und aufgedeckt werden soll. Es geht da also nicht um sanktionieren, sondern um verbessern und optimieren. Das sind Szenarien, wo es selbst im bestmöglichen Fall immer Potential für Optimierung gibt.
Man wird ja doch recht schnell feststellen, dass die Verletzungen nicht echt sind, was einen großen Einfluss auf die Behandlungsdauer haben dürfte?
Die Übung an sich ist ab dem Moment, wo sie beginnt, klar als Übung markiert.
Also Übungspatienten und Übungsangehörige sowie offizielle Beobachter und „Störenfriede“ sind klar gekennzeichnet und sogar nummeriert. Es geht ja nur um den Überraschungseffekt das Ganze unangekündigt zu proben, weil sich ja sonst jeder vorbereiten würde und dass die Realität dann nicht wiederspiegeln würde.
Also so bezüglich "Rückstau" Richtung Patientenannahme etc.? Oder werden dann Ärtze, Räumlichkeiten etc. für eine realistische Behandlungsdauer lang geblockt? Und was passiert eigentlich wenn während dieses ganzen "Chaos" zwischendurch auch noch ein paar echte Patienten ankommen?

Die Feuerwehr ist dann natürlich informiert und würde ein richtiges Polytrauma dann in eine andere Klinik bringen bzw. im Extremfall müsste die Übung dann natürlich sogar abgebrochen werden, weil wenn z.B. dadurch Menschenleben real bedroht wären.
Zu einem Großteil geht es ja bei so einer Aktion darum, primär nicht-Medizinische Überforderungen zu simulieren, die aber erfahrungsgemäß real eine große Rolle spielen. Also beispielsweise vergleichsweise leichtverletzte Menschen, die hysterisch/panisch bevorzugte Behandlung fordern. Angehörige im Ausnahmezustand, die sich mit Vehemenz und Gewaltandrohung in die Prozesse einmischen, Presse die sich unerlaubt Zugang verschaffen möchte. Ich habe z.B. auch gemeldet, dass ich mit meinem Transponder nicht in einen wichtigen Bereich kam (weil ich da im normalen Alltag nicht mehr hin muss..)
Dann wird auch prinzipiell das Alarmsystem getestet. Also in so einem Fall werden Mitarbeiterinnen der Klinik per Automatischem Anruf in die Klinik beordert. Wie viele kommen, reicht das, funktioniert das technisch ? Kommen die in die abgeriegelte Klinik rein ( Mit speziellem Ausweis, Namensschild), ohne DienstSchlüssel weil gerade aus dem Restaurant ect. Wie werden Angehörige versorgt, die infos wollen ect.
In der Rettungsstelle : wie funktioniert die Triage, wird die Übersicht behalten, wie arbeiten die einzelnen Ebenen zusammen. Die eigentliche medizinische Versorgung des Patienten ist da weniger im Fokus, weil das passiert ja quasi jeden Abend und funzt deshalb in der Regel sehr gut.
Meist werden spezifische Stolpersteine eingebaut wie der“ Stille“ aber lebensbedrohlich verletzte Patient, der von zwei lautstarken leichtverletzten „Überspielt“ wird. Reale Gefahr, sowas zu übersehen.
Und wie gesagt, das ist schon sehr realistisch oft mit gelernten Schauspielern die realistisch schreien und heftig geschminkt sind.
Alles in allem eine gute Sache, aber natürlich manchmal etwas nervig, wenn es durch den geplanten Abend als Übung kreuzt.
PS: Heute nur 70minuten Krafttraining. Wollte heute eigentlich noch radeln, fühlte mich aber heute nicht so wirklich doll also lieber telaxed.