Race day - 10k WK am 05.07.2026 in Wolfratshausen an der Loisach (4 x 2.5 km rounds)
Gute Form, richtig Bock auf das Laufen und ein wenig Enttäuschung im Vorfeld, da der Sport Scheck Run in München nicht amtlich vermessen ist und somit auch nicht bestenlistenfähig. Zum Glück habe ich nach einem Gespräch mit einem sympathischen Menschen mich für den Citylauf in Wolfratshausen entschieden. Ich habe gute Erinnerung an die Stadt im bayerischen Oberland, meine alte Kanu - Route bis an den Gasteig beginnt dort, Flößer, wilde Natur an der Isar oder Loisach entlang.
10 Wochen 10k Vorbereitung nach Davis und ich fühle mich läuferisch besser denn je.
Davis 10k-Planer in a nuteshell: Ein sehr variables Training, Kombieinheiten, Tempomodulation, breit gefächert und gut periodisiert und jede Qualitätseinheit ein Unikat und neuer Reiz. Der Umfang war hoch (meist um die 100 WKM), nicht extrem, HRV bestens und vor allem die Balance aus Be- und Entlastung war zielführend. Easy und very easy Läufe haben mir sehr gut getan, kein Überpacen, früher dachte ich in der Tat das mich Run's um die 5:20 regenerieren, jetzt laufe ich nach Belastungen free und easy, da kann auch mal ne 6:00 etc. rauskommen. Na und.
Zum Lauf: Der Stammgast Gustav Gans hat wieder einmal mit Petrus in meinem läuferischen Sinne erfolgreich verhandelt und so konnte der Lauf um 9:00 Uhr bei angenehmen 18 Grad und Bewölkung an der Loisach starten. Schön positioniert: Erste Reihe ganz vorne, Hintergrund: nachdem ich in der Winterlaufserie von einer reizenden Dame vor mir als "Supertrottel" bezeichnet wurde, nachdem ich ihr aus Versehen von hinten auf die Haxen getreten bin, gehe ich keine Kompromisse mehr ein.
Freundin & Freunde von mir gut postiert am Start!
Countdown 10-9-8-... Peng!
Ich ziehe voll durch und bin in der führenden Gruppe, die Strecke ist superflach, größtenteils asphaltiert und ich fühle mich stark. Der erste Kilometer geht in 3:33 min durch und trotdem klafft nun eine 50m - Lücke zwischen mir und dem führenden Feld. Ich weiß jedoch nicht ob das größtenteils die gleichzeitig gestarteten 5k - Läufer sind.
Ich versuche dranzubleiben, bringe speed auf die Strasse, KM 2 in 3:36 wech und ein Blick auf die Uhr macht mir Sorge, dass ich zu schnell unterwegs bin. Bei KM 2.2 bis 2.5 geht's jeweils durch die Innenstadt und ich höre die Anfeuerungsrufe von meinen Freunden und meiner Freundin. Ziemlich motivierend. Rein vom Streckenverlauf können die Zuschauer einfach switchen zwischen Start/Ziel und 50 m runter Richtung Loisach mich nochmals anfeuern. Quasi 2 x Anfeuer Motivation pro 2.5 km Rounde. Na gerne doch:
KM 3 geht in 3:44 raus, leider laufe ich nun alleine, vor mir und hinter mir eine Lücke, das hatte ich mir anders gewünscht. Und ich werde unsicher weil das Tempo viel höher ist als meine Planwerte, diese waren wie folgt:
a. Das fast perfekte Rennen = 37:30 min
b. Das gute Rennen mit realistischer Zielzeit bei normalen Wetter = 37:30 - 38:00
c. PB schlagen < 38:08
d. Sub-40
Ich weiß, dass ich auf a. minus 40-50 sec Level laufe und ich bezweifel, dass ich das durchziehen kann und fahre nach KM 3 in 3:44 etwas runter. Die Beine sind schon schwer und da sind so 1-2 Minuten in mir in welcher der innere Monk mir schwer zu schaffen macht. Unschön und doch laufe ich wie an der Schnur gezogen, sauber, nur etwas langsamer. 3:46, 3:50, 3:53, 3:51, 3:53, 3:50, immer alleine, Innenstadt, Motivation pur, durchziehen und ich spare mir alle Körner für den letzten Kilometer:

Akkumuliert nochmal einen letzten Laufschub fett rauspfeifen und ich habe mir die ganze Zeit visualisiert wo ich den Endspurt beginne. Mein altes Qualgesicht rausholen und go-go-go, Flussluft atmen, Zuschauer aus der Ferne hören und mit meinem bekannten quallvollen Gesichtsausdruck mit Karacho in die city und eine letzte 50 m Gerade durch den Zielbogen. 37:27 min, PB, der letzte Kilometer in 3:30 (94 %) und ich bin einfach nur happy. AK 2 (M50), Treppchenplatz in der gut gefüllten Turnhalle und ein kleines Emblem bekommen. Nice.
Viel hat gepasst an diesem Tag, die Strecke war gut zu laufen, das Wetter für Anfang Juli absolut okay mit 18 - 19 Grad und Bewölkung, ein tolles, kleines Publikum + Freunde u. Freundin in der Innenstadt anfeuernd. Jetzt, so im Nachhinein betrachtet, die ersten 3 KM hätte ich langsamer angehen können, im Prinzip hatte ich 4 sehr schnelle KM (1-3 + KM 10) und 4-9 etwas über den gewünschten Schnitt. Puls war im ~ 91 % und am Ende bei 94 %. Kotzgrenze nicht ganz erreicht, aber nahe dran auf dem letzten Kilometer. Die Puma Fast R-3, geile Katapult - Teile, ich habe mich sehr wohl gefühlt in diesen Schuhen und hatte keinerlei Probleme und ich war schnell in den Teilen, hätte ich die Wahl auf 10 zwischen Vaporfly 4 und Fast-R3, würde ich die Fast-R3 präferieren. Ich werde in der M-Vorbereitung einen progressiven LR in den Schuhen laufen, ggfs. doch eine Wahl für den M.
Learnings für die Zukunft, das Adrenalin am Anfang verführt zu megaspeed und die Wahrnehmung wird doch deutlich eingetrübt. Ingesamt bin ich sehr zufrieden und die Zeit entspricht mE ziemlich gut meinem aktuellen Laufvermögen.
Zwar würde ich jetzt gerne Parkrun's mitnehmen (5k) und auf Sub-18 anlaufen, aber ich habe ein paar Tage frei und bin in Frankreich und Spanien und Hitzewandertraining machen.
Ich werde Ende des Monats wieder einen 10k WK (vermessen) laufen und danach einen 5k-Parkrun.
Während ich wandern bin, werde ich hier nicht schreiben, sodern mitlesend den Faden verfolgen.
So long ----> #neverstop, RunODW
