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Joels Daily Challenge - Streakrunning

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1701
Heute ist Aufbautag, also heute Abend. Natürlich ist Sturm angesagt, Hitze, Gewitter - was habe ich dem Wettergott nur getan?

Ich bin nervös, das muss ich zugeben. Ich habe keine Ahnung wie es laufen wird. Ich denke ich bin vorbereitet. Aber den lieben, langen Tag durch die Hitze zu laufen saugt einfach Energie. Ich hoffe sie wird am Ende nicht fehlen. Wir werden sehen, ich werde berichten.
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Über mich
wo ich herkomme Am Anfang war da der Bauchspeck und wo ich zuletzt gelaufen bin Joels Daily Challenge - Streakrunning

Aufgegeben.

1702
Körper siegt über Kopf.

Ich habe mein Ziel nicht erreicht. Die Hitze hat mich am Ende niedergestreckt. Der Kopf hat sich vehement dagegen gewehrt nochmal auf die Strecke zu gehen, obwohl der Körper gerade eine 49 Minuten Runde mit dem letzten Kilometer in einer 5:30er Pace absolvierte und damit ca. 176 km voll machte.

Mein Kopf wollte mir nicht mehr gestatten eine weiteren Yard in Angriff zu nehmen. Ich hatte genug. Ich wollte schon eine Runde vorher aufgeben, aber da hat mir meine Holde in den Hintern getreten und mich auf die Reise gezwungen. Aber nach 26 Yards war es gut.

Offiziell 174,34 km bin ich gelaufen. 25 zu wenig, aber ich bin trotzdem Stolz, das Wetter war unglaublich warm, selbst in der Nacht war es nicht wirklich kühl. Ich habe 12l Wasser und 2l Cola verbraucht. Dazu noch weiteres Wasser aus dem allgemeinen Spender. Das sagt vieles, denke ich.

Bin ich jetzt gescheitert? Ich denke nicht. Ich konnte mich schlicht nicht mehr überwinden, wieder in die Hitze hinaus, wieder 6,706 km überwinden versuchen. Wieder nicht wissen ob man noch laufen kann oder ob die Leere im Körper die Oberhand gewinnt und man zu spät ins Ziel kommt. Es war eine Art panische Verzweiflung die in meinem Kopf stattfand, wenn ich nur daran dachte weiterlaufen zu wollen. Und ich hatte keine mentale Kraft mehr diese zu parieren.

Das Gute, an mentalen Sachen kann man arbeiten. Ich werde die 200km nicht aus dem Auge verlieren, ich war so nah dran. Das wird schon klappen.

Aber zum Rennen selbst, es waren Temperaturen deutlich über 30°C und auf der Laufbahn, wo das Camp stand saugte der Tartanboden die Hitze nur so auf um sie kontinuierlich, auch in der Nacht, wieder loszuwerden. Es war ein Backofen. Die Strecke dagegen war viel Schatten, aber ein paar Passagen waren in der Sonne und das war nicht schön.


Die ersten 60 km bin ich ziemlich konsequent durchgelaufen. Danach ging es auf die Nachtstrecke und hier bot es sich einfach an die Strecke etwas zu dritteln. Also bin ich dazu übergegangen die ersten 3 Kilometer zu laufen, dann einen zu gehen und die restlichen 2,7 km wieder zu laufen. Das war sehr angenehm und das habe ich dann die Nach mehr oder weniger durchgezogen. Immer noch mit einem relativ konstant hohen Tempo, für einen Backyard. Aber ich mag die Pausenzeit, habe ich zu große Probleme wieder loszulaufen. Daran scheitern viele. Was nicht heißt, dass es mir nicht auch weh tut, irgendwann.

Unterwegs gab es natürlich sehr viel Zeit zum Quatschen und davon habe ich auch viel gebrauch gemacht. Aber ich habe auch gerne Runden alleine absolviert, einfach um den Kopf etwas frei zu bekommen.

Leider hatte ich wieder etwas Probleme mit dem Essen zu mir nehmen, nachdem Gels irgendwann ekelig wurden. Daran sollte ich auch arbeiten, aber wie übt man 10.000 Kcal zu sich zu nehmen, in 24 Stunden? Das ist gar nicht so einfach. Auf jeden Fall machte ich dann eine Nachtrunde, die um Kilometer 100 rum, mit etwas Speed. Pace der Runde 5:12 mit einem schnellsten Kilometer in 4:30. Ich sag ja, am Körper hat es nicht gelegen.
Dieser jugendliche Wahnsinnsleichtsinn rächte sich natürlich. Denn die Nudeln und die Cola danach kamen umgehend wieder zurück. Dafür konnte ich nun wieder Gels nutzen. :hihi:

Allerdings war es dann ein dauerhafter Ritt auf der Rasierklinge. Jede Runde spürte ich aufkommenden Hunger. Gel, Katjes und Cola waren die Antwort. Feste Nahrung ging leider nicht.


Die Taktik für die Tagrunde modifizierte ich dann etwas. Ich lief bis km 1,7, wanderte die sichtbare Steigung von 2hm (maximal) die 200m lang war, rannte bis km 2,2 um dann weitere 300m zu walken. Dann kam der schöne Part der Runde, mit einem Gefälle und einer Rückenwindpassage. Diese wollte ich nicht mit gehen verbringen, deshalb die Taktikumstellung. Lief wieder bis km 5, wanderte 500 Meter übers sonnige Hitzefeld und dann den letzten Kilometer wieder zu laufen.

Und so erreichten wir die 24 Stunden Marke.
Es war wieder Mittag es war wieder die Sonne da und ich war fertig, fast. Immerhin gingen ja noch zwei Runden. Also insgesamt 26. Von den angepeilten 30. Aber die schaffe ich auch noch. Das blöde ist halt, dass man immer so einen langen Anlauf nehmen muss.

Emotional gebeutelt, mit feuchten Augen läutete ich die Glocke zur Aufgabe. Und ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich nur davon schreibe. Es war bitter, aber in diesem Moment war es richtig, sagt mein Kopf. Ich hatte in diesem Moment den mentalen Battle gegen mich selbst verloren.

Aber ich habe die Top-10 erreicht, bei 72 Startern die alle richtig was drauf hatten. Das ist schon richtig gut. Der Sieg ging bei 45 Yards weg. Es hat wieder unfassbar viel Spaß gemacht und ich habe wieder kann tolle nette Leute getroffen. Alle im Camp haben sich gegenseitig unterstützt, es ist dort immer wieder eine ganz tolle Atmosphäre. Eine Zeltstadt für zwei Tage, wo sich Gleichgesinnte treffen um eine ganz eigene Art von Party zu feiern. Und jeder kann mitmachen.
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Nebengeschichte

1703
Noch eine kleine Anekdote, die mir gerade eingefallen ist.

Unterwegs kamen wir zum Thema Puls :hihi: und haben uns über die Zone-2-Influencer etc. amüsiert.

Wie man auf obigem Bild sehen kann, meine durchschnittliche Wettkampf-HF lag bei 100. Wenn ich die Sprintrunde nicht gelaufen wäre, dann wäre sie sogar zweistellig.

Früher bin ich sub2 HMs mit 100er HF gelaufen. Heute sinds vielleicht 102-105, je nach Wetter.

Dazu habe ich bei einigen Teilen aus Spass Nasenatmung betrieben. Dabei kam mir meist @bones in den Sinn :hallo: Ich gestehe ich schaffte keine Runde komplett in Nasenatmung, aber weite Teile durchaus, meist hab ich es einfach vergessen und dann spontan durch den Mund geatmet :rolleyes:

Und so haben wir unterwegs etwas rumgesponnen wieviel Hate man sich in der Insta-Läufer-Bubble wohl zuziehen kann, wenn man sub100 Puls für einen sub2 HM generieren kann und dabei noch Nasenatmung ins Spiel bringt? :rock2: :donotfeedthetrolls: :party:

Und dies als normal verkauft. :prost3: :teufel:
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Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1704
Hallo Jonas,

hat dir Michael nicht eindringlich genug gesagt: https://www.youtube.com/watch?v=_93BpC0vEwk Gestorben wird auf der Strecke :prof: :wink: Ich finde mit deiner Leistung kannst du sehr zufrieden sein, ein Backyard endet immer mit einem Fragezeichen bei der Frage, ob man seinem Körper wirklich alle abverlangt hat, wozu er imstande ist - oder nur das wozu er bereit ist. Ich bin in Kandel mehrmals gestartet, im Maximum habe ich 27 Loops geschafft. Nur 1-mal habe ich kurz nach dem Start in eine neue Runde, auf der Strecke abgebrochen. Auch da habe ich mich hinterher gefragt, hättest du nicht weiterlaufen sollen, und die Uhr entscheiden lassen - und nicht deinen Kopf. Also, soweit hatte ich meinen Schweinehund, respektive Teufelchen im Ohr, leider nicht im Griff. Ich habe ja die Anfangsjahre der Backyard-Euphorie mitgemacht (bei Michas 1. BBU dabei, der m. W, der erste offizielle in Deutschland war), es hat mir viel Spaß gemacht die Entwicklung zu immer neuen Höchstleistungen mitzuverfolgen. Zwischenzeitlich sehe ich für mich das Vergnügen eher woanders, da geht es mir wie Danny Hernes. Sein Insta Post hat ja auch einige getriggert aus der Backyard Szene. Erhol dich gut, vielleicht sehen wir uns mal an einer Startlinie, damals in Berlin beim Mauerweg hab ich es versäumt dich kennenzulernen.
17.05. Halbtraum 57k1700h
23.05. Naswut 60 k 08:40
13.06. Rutesheim 04:53:33
19.06. Sommernachtstraum 83k2800h 18:51:00
18.07. 24 h Dettenhausen 100,8 km in 15h
26.07. RH1000 45k 06:10:17
15.08. 100 Meilen Berlin

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1705
schauläufer hat geschrieben: 04.08.2026, 13:21 Zwischenzeitlich sehe ich für mich das Vergnügen eher woanders, da geht es mir wie Danny Hernes. Sein Insta Post hat ja auch einige getriggert aus der Backyard Szene.
Ich verstehe Daniel total, das Anlaufen ist mit jeder Stunde eine härtere Qual. Die Zwangspause ist auch nicht jedem sein Ding, gerade wenn es läuft, will man nicht anhalten und wenn es nicht läuft, dann will man nicht loslaufen müssen. Aber das sind eben die besonderen Regeln, die den Backyard ausmachen. Was ich nicht verstehe war das Ding mit dem Asphalt, in der Tat ist die Nachrunde asphaltiert. Aber das ist ja nur die "halbe" Wahrheit, die andere Halbe ist Wald. Da zu sagen man habe sich das anders vorgestellt. Naja, hätte man wissen können ein Blick in Google-Maps hätte genügt.

Was ich schade fand, war, dass er die ganze Zeit mit Knöpfen im Ohr rumgelaufen ist. Klar, kann jeder machen wie er will, aber umgänglich ist anders. Aber er war eh meist viel langsamer als ich, deshalb habe ich das gar nicht so mitbekommen. Auch sein TikTok-Video kenne ich nicht, darüber wurde schon unterwegs, kurz nach seinem Ausscheiden gesprochen. Hab nur das auf Insta gesehen, vermute aber, es ist dasselbe.

Man kann halt nicht alles mögen und Potenzial alleine genügt beim Backyard nicht. Und ja ich kenne Michaels Meinung zum Renntod, Offensichtlich bin ich dafür noch nicht hart genug. Dafür ging mir diesmal, zum ersten Mal überhaupt, die Pfeife nicht auf den Sack. In keiner Runde hatte ich Druck. Oder war davon genervt. Auch eine neue Erfahrung.
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