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Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

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Spiridon08 hat geschrieben: 27.10.2026, 13:52 @Dartan Ich meine mich zu erinnern, dass ich dir das hier exakt so beschrieben hatte. Ich war 2018 vor Ort: Niagarafälle an sich ganz beeindruckend, aber das drumherum sieht derart künstlich aus, dass das Auge gar nicht mehr glauben mag, dass die Fälle mal natürlich entstanden sind und verlieren daher den Reiz. Auf US-Seite direkt gegenüber soll es aber noch schlimmer sein.
Ja, ich war vorgewarnt. :zwinker2: Bereue ich aber trotzdem nicht, die Fälle selbst fand ich echt beeindruckend :wow:, ich hatte auch mit dem Wetter super Glück :nick:, und das Außenrum zumindest auch eine Art „Erlebnis“ und kann man ja zum Glück weitergehend ignorieren. :hihi:

P.S.
Warum ist es eigentlich wirklich immer so, dass wenn man am Flughafen tatsächlich mal wie angemahnt 3h vorher ankommt, alles super schnell und problemlos geht und man dann ewig Zeit totschlagen muss? :motz: Ausstieg Zug bis zum Terminal hat wohl keine halbe Stunde gedauert (inklusive US Immigration!) und jetzt darf ich hier noch gut 2h doof rumsitzen…

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

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Race day 25.10.2026: Mainova Frankfurt Marathon

Was für ein geiler Ritt beim M in Frankfurt am Main: 2:52:36 | PB und Glücksgefühle satt beim Zieleinlauf hinein in die erleuchtete Festhalle unter dem Getöse der Zuschauer & den strahlenden Tänzerinnen & cheerleaderinnen entlang des roten für die Läufer ausgerollten Teppichs - Danke Mädels! 🎊🎉👯💥.

Vorgeplänkel: Ich wollte den Messeturm in der Sonne glitzern sehen und bekam stattdessen Friedrich Ebert mit Regenschirm gleich noch gratis mit dazu:

9:50 Uhr: Ich stehe in Reihe 1, Böen, Regenschauer, 10 Grad vll und einen alten Pulli an um nicht auszukühlen (kurz vorm Start über die Bande eliminiert). WU war gut möglich entlang der Seitenstraßen an der Festhalle, dynamische Dehnroutine, 3 km progressive, paar strides. Zur Partnerin, letzte Motivation 💋 geholt und 10 min vorm Startschuss eingereiht.

6 Gels einstecken, 2 Maurten 100er, 4 NRGY 45, eines davon mit Koffein (65 mg), eingeworfen bei 29,5 km. 15 min vor dem Start ein Maurten 100er mit Koffein. Insgesamt mit 80g KH / h gefueled.

KM 1 - 10:
Häuser- und Wolkenkratzerschluchten, Regenschlachten, Opernhäuser und die wilde Kaiserstraße bringen mich in Tritt. Sauhund eben.

10:00 Uhr: Startschuss, es dauert 20 bis 30 sec bis ich die Startlinie überquere, Gedränge, eine einzige Menschenschlange die sich durch die Häuserschluchten schiebt.

Schnell geht hier die ersten 2 km goar nix, Wasserpfützen, nasse Socken, ungemütlich, Neue Mainzer Landstrasse, Zick-Zack...doch ich bin fokussiert, Beine fühlen sich locker an, meine showtime Fast R-3 haben Grip und selbst wenn ich mitunter 'nen kleinen Weitsprung über eine Pfütze mache, so what.
Bild
In meinem Innern ist Sonnenschein 🌞 und als original hessischer Bub, bin ich heiß wie Frittenfett auf diesen Lauf in der Partycity meiner Teenagerjahre und zwar hier, jetzt und heute bei allen erdenklichen Laufbedingungen. #neverstop at it's best.

4:10 der erste, 4:15 der zweite KM, schneller kann nur Rambo bei diesen Bedingungen durch die Menge pacen. Ich würd's mal als Vorhersehung hinnehmen dann eben doch progressiver als gedacht anzulaufen.

Bei KM 6 der Opernplatz, ich krieg' was mit von der herrlichen Architektur & ziehe den KM in 4:01 durch, ein erstes Gel, Kaiserstraße, legendär sowohl als auch 😊, 4:09, 4:04, 4:05. Sachsenhausen, no Ebblwoi (nicht noi!), Flussüberquerung, KM 10 die Bremer Straße, 4:12 und den 10er in 41:21 durchquert, läuft rund & leichtfüßig.

Ich orientiere mich an der eingezeichneten idealen blauen Linie. Oft ist diese frei zu laufen und ich vermute, dass so einige Läufer nicht von deren Bedeutung wissen. Bei Gegenwind bin ich meist in einer Gruppe oder habe einen Läufer vor mir und laufe geduckt mit eng anliegenden Armen im Windschatten. Macht der Hintermann ja auch so. 😉

KM 10 bis HM:
Auf Kurti's Spuren Ecke Niederrad vom Kennedy zum Goldstein den Rhythmus finden. 🙏


KM 10 bis 13 zu einem der Gründerväter der BRD, bei KM 12 ein Gel und auf zum Kurt Schumacher mit Rückenwind in 4:01. Das Wetter klart auf. An der Strasse ein phantastisches Publikum, es feuert uns Läufer an, ein Moderator brüllt auf Hessisch ins Mikro: Ihr seid super, schon 12 km geschafft und nur noch 30 km vor euch, höhö. 🥺 Die Menge findet's witzig, ich denke erst Du Ar*** (aka: Haldemo dei Sabbel!) dann, oh schreck, er hat Recht. 😱

Et läuft trotzdem, der Regen hört auf, ich atme ruhig und komme in meinen gewünschten Laufrhythmus 4:04, 4:05, Kennedyallee, Goldsteinstrasse alter Hofgut, zur Frankenfurt, meist in der Gruppe. Fueling bei 19.5 km. Schwanheim, Halbmarathon in 1:26:28.

Prequel:

Hartes 🌪️-Training und mir haben die teils harten Einheiten echt was gegeben, WKM in vorher nie gelaufenen Umfängen & Intensitäten. Ich war mir vorab nicht sicher, ob ich den Tornado Plan von Davis angreifen solle oder ob er mich überfordert.

In der Nachschau war's die richtige Entscheidung und kein Ritt auf der Rasierklinge, weil ich durch viele easy und very easy Läufe gut auf die Q vorbereitet war. An manchen Tagen saß ich zwar staunend und respektvoll vor der Einheit am Planer und war mir nicht sicher ob ich das schaffe. Hab's aber immer gepackt und war im Anschluss immer happy. 🍀😀

Fueling in mehreren Varianten geübt, immer vertragen, ich habe einen Saumagen, aber echt.

Vor allem spürte ich, dass ich das kann und meine Leistungsfähigkeit steigt und als großer Motivator und Standortbestimmung der Ulm HM, keine einfache Strecke, gut gemeistert.

HM bis KM 30:
Mainufer - Run, stabil & mit Freude unterwegs - i like it!

Schwanheimer Brücke, wieder den Main überquert, Frankfurt Nied im Schnitt so 4:04, immer am Überholen, kurz in einer Gruppe laufen, schauen, neue Läufer/ Gruppe finden. Keine HKS oder orthopädischen Probleme. Fueling bei 24.5 km und 29.5 mit Koffein, ich ziehe die einfach weg, beim Wasserboxenstop nie Probleme, im Run 2 Schlücke, Aus die Maus - Fertig die Laube. 🍀

KM 30 bis 35:
Mainzer Landstraße im ersten Sonnenschein, das Leben kann so schön sein und Rückenwind gibt's gratis dazu.


Dribber brettern, 4:02, 4:03 ... und so wie das Läuferleben spielt: Just in dem Moment ein Ziehen Richtung Gluteus, an der Stelle hatte ich zuvor nie Probleme, Erinnerungen an die Münchner Hamstring Leiden wurden reaktiviert und Unsicherheit kam auf. Innerlich habe ich gebetet, dass das jetzt hält. KM 33 bis 35 zur Europallee haben weh getan. Ein letztes Gel darf sein.

Rangesaugt an einen Bären von Läufer mit einem doppelt so breiten Kreuz wie meiner einer und visualisiert, wie geil der Einlauf in der Festhalle sein könnte und auf dem roten Teppich ein Ziel-Finish hinzukriegen. Ich habe kurz ein wohliges Schaudern erfahren und dann wusste ich, dass ich die letzten 7.195 KM bis zur Festhalle wegknalle. 💥 Siehe da, Sonnenschein zum Ende hin, Ente gut alles gut, oder so. 🤤

KM 35 - Zieleinlauf Festhalle:
Mir nimmt keiner mehr die Butter vom 🍞! Höhenflug ohne Ikarus. 😊

So war's dann auch, frenetisch anfeuernde Zuschauer, Junghofstraße, Roßmarkt, Fressgass (fast wie in Monnem, Langer) und über die Mainzer Landstraße zum Präsi der Weimarer Republik, Fast R-3, der Schuh ist im Programm, die Linkskurve sauber genommen und in die Festhalle reingebrettert auf den Roten Teppich... Gänsehaut pur ❤️. 3:56 im Zielsprint einen Läufer eingesammelt & die Arme nach oben gereckt durch den Zielbogen.
Bild
Ein wunderschöner Moment, jeder der Marathon läuft kennt ihn, wir können ihn nicht festhalten, aber in diesem Moment, nur ein Wimpernschlag meines Lebens, am 25. Oktober 2026 gegen 12:52, konnte ich ihn genießen und war von Freude und Lebendigkeit trotz der Anstrengung vollkommen erfüllt. 🥰 Als i-Tüpfelchen dazu ein negativer Split.

Data:

Garmin: 42.52 km @4:04 (88%) in 2:52:36. Zieleinlauf bei 94%, ab KM 35 bei 90%.
Nachtrag: AK50 - 18/816 (von den D-Läufern 4. od. 5.), 2 Kenianer vorne, der 1. mit WR M50 - 2:15:24 🫪.

Nachspann:

Ein großes Danke schön an das Forum, Inspiration, Motivation, Neugierde und viele genauso laufbekloppte Menschen wie mich sind hier zu finden. Das mag ich sehr. Danke insbesondere an @Xyris für seine unermüdlichen Ideen & Anregungen (inkl. Kritikpunkte) & @KG-17 für unseren Austausch. Das ist alles nicht selbstverständlich. Und irgendwie ein großes Danke schön alle die Frankfurt ermöglicht haben.

Die Schuhe, die Schuhe, die Schuhe, das war die richtige Entscheidung, showtime 🩷 mit 10/10 für die Fast R-3.

Das sehr ambitionierte A-Ziel mit 2:49:59 nicht erreicht, das war nicht drin. Wetter war für mich okay (also doch keine Gans aufgetischt, ich benötige ihn halt noch), outdoor Sport Anfang Herbst, passt. Dafür das B-Ziel erreicht und ich bin super zufrieden damit.

---
Ich habe seit letzter Woche einen DLV Startpass und bin für die DM Mainova HM in Frankfurt im März gemeldet. Einen Frühjahrsmarathon wird's nicht geben, dafür hoffentlich Berlin den ich mit der Qualizeit in 2027 gerne laufen möchte.

Für 2026, in 3W einen vermessenen 10k full-out, nen Parkrun und easy Silvesterlauf.

Mal sehen wie das so weitergeht, Körper erholt sich momentan. Gummibärchen (Vamps) und andere Leckereien bereits ausgiebig getestet.

Schönen Dienstag allen gewünscht & sportliche Grüße, RunODW
// M50 | 10k und M bestenlistenfähig | DLV-vermessen
5k = 18:33 (Parkrun, März 2026)
10k = 37:27 (Wolfratshausen, Juli 2026)
HM = 1:22:04 (Ulm, September 2026)
M = 2:52:36 (Frankfurt, Oktober 2026)

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85053
@RunODW wieder mal toller Bericht von dir!

Klar die 2:49 waren nicht völlig abwegig aber da hätten die Bedingungen deutlich besser sein müssen und alles passen müssen.
Aber nächstes Jahr absolut in Reichweite, zusammen mit den Sub 1:20/37/5/18mim
Musst weiter konstant trainieren, Clever agieren und Steuern, und auch die WK aber im Blick behalten (!) 👀😜
5 km: 14:47 min (Calw) | 10 km: 30:21 min (Herxheim) | HM: 1:07:11 (Dresden) | M: 2:24:08 h (Frankfurt) [alle bestenlistenfähig]

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85054
Mächtige Bilder @RunODW und eine sehr spezielle mentale Leistung an diesem Tag.

Dass niedrige 2:5x drin ist, war mit der Vorbereitung klar. Aber als ich den Startbereich mit den Pfützen + Regen gesehen habe, gab es schon etwas Ehrfurcht oder Respekt, ob du das jetzt wirklich durchzuziehen kannst. Auf der anderen Seite habe ich auch nichts anderes erwartet. :wink:

Die ersten 2 km nur im Stau gewesen? War wirklich überzeugt, dass das defensive Strategie war. :hihi:

Freut mich sehr für dich das ganze gelungene Erlebnis. Zudem: langfristig harten Reiz gesetzt. #NeverStop

Hier 9,61 km @5:36 im Skechers Rasierer, beide Gluteus jetzt von verhärtet zu einer Art Wackelpudding. Aber wird besser. Bin nur noch verblüfft, dass das so verzögert kam.

Wünsche einen schönen Abend.
5 km: 18:50 (Apr 2026)
10 km: 39:38 (Mar 2026)
HM: 1:35:36 (Okt 2026)
M: 3:13:34 (Okt 2026)

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85055
Dartan hat geschrieben: 27.10.2026, 02:08 Und ihr so?
Bei mir gab's heute unspektakuläre 11 km @5:52 inklusive 3 Steigerungen.

Danach Dienstagsroutine mit Kraft Stabi Dehnen und Sauna.

@RunODW
Dankeschön für den tollen Bericht! Schön, dass du dein starkes Ergebnis auch so genießen kannst. Dafür sind solche Momente da...
5 km - 21:41 (18.10.2025 - SportScheck Run)
10 km - 44:40 (16.10.2022 - The Great 10K)
HM - 1:38:42 (24.08.2025 - die Generalprobe)
25 km - 02:02:00 (15.05.2022 - S 25)
M - 03:38:13 (25.09.2022 - BM)
50 km - 04:32:07 (17.03.2024 - Werderseelauf)

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85059
Heute so wie gestern 11 km, diesmal @5:59 , aber andere Gegend und am Ende 4 statt 3 Steigerungen und die auch "bergauf"... Also zumindest etwas Abwechslung. :nick:
5 km - 21:41 (18.10.2025 - SportScheck Run)
10 km - 44:40 (16.10.2022 - The Great 10K)
HM - 1:38:42 (24.08.2025 - die Generalprobe)
25 km - 02:02:00 (15.05.2022 - S 25)
M - 03:38:13 (25.09.2022 - BM)
50 km - 04:32:07 (17.03.2024 - Werderseelauf)

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85060
@RunODW : Danke für den super Bericht,- sehr mitreissend und auch inspirierend!
Ich beneide dich z.b. auch um deine Fähigkeit, das Fueling so konsequent und diszipliniert umzusetzen,- daran hapert es ja bei mir leider immer noch und es könnte wohl sein, dass mich das in Münster in der Endphase Zeit und Energie gekostet hatte (?). Wobei ich da eher das Gefühl hatte, dass es einfach nur muskulär bedingt war.
Dazu dein geradezu vorbildliches Pacing unter diesen Bedingungen,- saustark!
Zu deinen Rennschuhen: Könnte sein, dass ich mir den Fast-R 3 bald auch anschaffen werde, mit dem hatte ich schon länger geliebäugelt.
Den Davis-Plan muss ich mir auch mal näher angucken, evtl. ist der ja auch was für mich. Und man soll ja auch mal von alten Gewohnheiten abkommen!
Bei mir ist jetzt Herbst-Regeneration angesagt. Möchte die in den nächsten 3 Wochen auch wirklich konsequent durchziehen,- d.h. nur 3 - 4 mal die Woche sehr lockere und kurze Läufe ohne Uhr,- kein Tempo, höchstens am Ende mit einigen Strides.
Die Form soll ruhig ordentlich zurückgehen und nur allgemeine Fitness bleiben.
Nächster WK dann erst Silvesterlauf oder evtl. Mitte Dezember Adventslauf (10 km) ohne Ambitionen.
Frühjahr 27 dann mal wieder Hannover-Marathon und Ende April natürlich Hermannslauf.
Ob ich danach beim Rennsteig starte, weiß ich noch nicht genau, aber reizen würde mich der schon sehr.
Vom Timing her würde es passen, weil er erst am 22. Mai ist, d.h. 4 Wochen nach dem Hermann.

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85061
Noch 3 kleine Bilder von Dresden
Diese Woche recovery, dann 2 Wochen Transistion dann geht's wieder Los.

Diesmal null Problem, auch keine muskulären Geschichten die Natürlich mal Kommen können.
Erhöhung mileage war sinnvoll und auch Zumindest rudimentär kettle Bellas macht sich bemerkbar v.a. Aber mehr Mobillity.
Zusätzlich Deutet das darauf hin dass der nächste Step im Leistungsniveau gemacht ist...
5 km: 14:47 min (Calw) | 10 km: 30:21 min (Herxheim) | HM: 1:07:11 (Dresden) | M: 2:24:08 h (Frankfurt) [alle bestenlistenfähig]

Re: Sub 3:20h mit 3-4 mal Training die Woche machbar?

85062
Dem Bericht von @RunODW kann ich, wie auch beim Laufen selber, keinen Konkurrenz machen, aber ein paar Zeilen möchte ich euch dann doch auch hinterlassen. Mich hat die Erkältung nach dem Marathon voll erwischt. Lag erst mal zwei Tage völlig flach, heute geht es wieder besser. Entschuldigt daher bitte, dass ich mich die letzten Tage sehr rar gemacht habe und auch nicht entsprechend auf die Läufe der anderen eingehen konnte.
Die Erkältung ist aber vermutlich auch der richtige Einstieg in meine Zusammenfassung des Rennens. Ich meinte schon am Freitag ein minimales Kratzen im Hals auszumachen, schob es jedoch auf Tapermadness. Es war also nicht so heftig wie bei einer sich anbahnenden Erkältung, aber nichts gespürt kann ich eben auch nicht behaupten. Die Nacht von Freitag auf Samstag war mäßig, daher verwunderte der etwas erhöhte Ruhepuls mich auch nicht. Ich habe mir bei all dem also gar nichts gedacht.
Samstag war eine einzige Katastrophe. Ich wollte die Zugtickets so buchen, dass wir am späten Nachmittag in Frankfurt sind, einchecken im Hotel, Messe, Abendessen, Bettchen, also relativ wenig Zeit vorort um möglichst wenig auf den Beinen zu sein. Fand mein Mann nicht so toll und setzte schon zu Mittag in Frankfurt sein durch, da er unbedingt dort auch Mittagessen wollte. 9:30 sind wir dann von Zuhause los und es wurde deutlich nach 21 Uhr bis wir abends zur Ruhe kamen 😐 Mein Mann war schon die ganzen Tage wegen dem Wetter schlecht gelaunt und hatte innerlich den Lauf schon abgehakt. Am HBF in Köln angekommen, hieß es dass unser ICE ca. 15 Minuten Verspätung hat. Warten am Gleis wollte er nicht und meinte sich in ein Café setzen zu müssen. Ich meinte noch, dass das keine verbindliche Angabe ist, war ihm egal. 5 vor prognostizierter Ankunft sind wir dann erst hoch ans Gleis, da war der Zug schon weg 🙄 Also haben wir den nächsten genommen, der kam rappel voll an (der geplante wäre schön leer gewesen, da Köln Startbahnhof), die Leute standen schon in den Gängen und Türbereichen. Wir stellten uns ins Fahrradabteil. Also gut 50 Minuten stehen bis zum FFM Flughafen. Ich setze mich zwar auf meinen Koffer, aber bequem Reisen ist anders! Kurz nach zwei kamen wir in Frankfurt an, da wollte mein Mann erst mal gemütlich einchecken und danach Mittagessen. Ich hätte erst lieber wo was gegessen und dann zum Hotel um die Wege möglichst kurz zu halten. So wurde es halt, Hotel -> Mittagessen -> Hotel -> Messe -> Supermarkt-> Messe-> Hotel -> Abendessen -> Hotel. Zwischenzeitlich habe ich meinem Unmut zwar Luft gemacht, kam aber beim gegenüber nicht wirklich an, da seiner Ansicht nach, das Rennen bei dem Wetter eh für die Tonne ist.
Die Nacht im Hotelbett war auch nicht wirklich toll, ist es vor dem Rennen zwar nie, jedoch hatte ich die falsche Kissenwahl getroffen, den eh schon schlechte Schlaf wurde mitten in der Nacht unsanft von einem steifen Nacken gestört, ich wechselte das Kissen und versuchte es nochmal mit Schlaf. Beim Aufstehen war der Nacken deutlich zu spüren, wenn auch nicht so schlimm wie befürchtet. Vorbereitung am Morgen und Frühstück waren immerhin ohne weitere Vorkommnisse. Nach dem Frühstück lief mein Mann sich noch etwas warm, mehr um sich ein Bild vom Wetter zu machen, entschied sich dann für lange Hose, das lange Oberteil ließ er sich noch Ausreden. Ich hatte bewusst nichts langes eingepackt, da ich mich zu nichts überreden lassen wollte. Ich hatte 3 150ml Fläschchen von meinem Gel eingepackt. Hab ihn mal gefragt, was sein Plan bei der Verpflegung ist, da er nichts mitgenommen hatte und habe ihm ein Fläschchen von meinem Gel überlassen (hatte ich zwar auch für ihn eingepackt, aber pssst). Auf dem Weg vom Hotel zum Start war er wie schon die ganzen letzten Tage die miese Laune in Persona und zog auch schon andere Läufer runter. Ich keifte ihn dann doch sehr harsch an, ich hatte echt die Schnauze voll!
Die Zeit an der Messe war wieder mal knapp bemessen, wir hatten ein paar Sachen in seinen Startbeutel getan. Er stellte sich in den Block und ich gab den Beutel ab. Ich wollte noch eine Damentoilette aufsuchen, jedoch war vor allen eine riesen Schlange. Meine Startwelle war zwar 10 Minuten später, aber so viel Zeit war es auch nicht mehr. Da ich nicht dringend musste sonder nur sicherheitshalber, habe ich es dann sein lassen und bin in den Block. War auch gut so, da bis ich den Eingang zum Block gefunden hatte, war es auch nicht mehr lang bis wir nach vorn geführt wurden. Der Moderator quatschte noch, da kam es aus Eimern runter. Das war so das setzte dem ganzen noch das Krönchen auf. Ich musst lauthals Lachen und mit mir lachte auf einem der ganze Block. Nun gut, immerhin war ich wohl guter Laune 😄
Bis es endlich losging war ich schon quasi durchnässt, um mich herum sehr viele in Plastik Ponchos und Tüten. Mein Gedanke: lieber nass als darin laufen. Und schon waren wir auch gestartet. Ich kam ziemlich gut ins Rennen. Pace fühlte sich gut an, Uhr zeigte um die 5:30/km, dafür fühlte es sich zu easy an. KM Matte kam auch ein ganzes Stück später. Ich fand die Pace für das Wetter in Ordnung, dachte mir "erst mal die Innenstadt überstehen, ohne Panik druchkommen." Dann schauen, wie der Wind auf der anderen Seite ist, anziehen kann ich dort immer noch. Bei meinem Start 2019 war das Wetter ähnlich verregnet, jedoch hatte ich in der Innenstadt eine Panikattacke. Die erste Aufgabe war daher: die Innenstadt gut überstehen. Wir 3:50 bis sub4 Läufer hatten diesmal eine eigene Startwelle, keine Ahnung ob das 2019 auch schon so war. Wenn ich mich recht erinnere war 3:50 auch da eine eigenen Welle aber ob danach direkt noch eine Welle kam oder es eine große zusammenhängende war, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall war es deutlich entspannter, kein dicht an dicht, keine stehende Luft zwischen den Häuserschluchten, kein mit Schweiß gemischter Pferdesalbe Geruch. Soll aber nicht heißen, dass es leer war. Die Straßen waren sehr gefüllt. Dass die Läufer versuchten nicht in die großen Pfützen zu treten, macht es nicht leichter, denn ständig sprang wer einem in die Laufspur. Ich musste höllisch aufpassen in keinen rein zu rennen, gleichzeitig war ich jedoch nur ab überholen. Das überholen hielt sich auch bis kurz vor Schluss. An den wenigen Steigungen wurde ich zwar von vielen überholt, die ließ ich dann aber auch schnell wieder hinter mir, wenn es bergab ging. Ich lief halt wie gewohnt nach Gefühl und nicht nach Uhr, und somit an Steigungen langsamer als andere. KM Splits ließ ich mir wie gewohnt nicht anzeigen, fand es aber super, dass die Zeit alle KM gemessen wurde, dadurch lagen ständig die Matten und man konnte die vollen KM nicht übersehen. ich war also stets im Bilde, wie viele Meter meine Uhr zu viel anzeigt.
Es rollte sehr gut, schlechten Grip durch die Nässe spürte ich nur an manchen Stellen, bei ausgebesserten Asphalt (meine ich) und da wo Bäume standen. Die Pfützen waren zum Teil sehr übel, ich hatte jedoch eine gute Sockenwahl getroffen. Aus früheren Rennen wusste ich, je enger die Socke sitzt umso weniger spüre ich die Nässe. Das fiel mir noch beim Packen ein und ich nah die eingepackten Socken wieder raus und packte ein anderes Paar ein. Es hat also nicht lange gedauert bis ich mich genötigt fühlte die erste tiefe Pfütze mit zu nehmen und gleich bemerkt, deutlich weniger schlimm als befürchtet. Danach nicht mehr versucht jeder zwingend aus dem Weg zu gehen, war zwar trotzdem noch ein Slalomlauf aber wenigstens etwas entschärft.
Inzwischen war die Innenstadt überstanden. So wirklich Orientierung hatte ich auf der Strecke jedoch nicht, also keine festen Mitläufer. Die Läufer um mich herum wechselten ständig, etwas weiter vor mir, waren zwar paar Leute schon länger die gleichen wurden aber auch von KM zu KM weniger und gingen mir verloren. Sehr positiv fiel mir jedoch auf, dass deutlich mehr Zuschauer an der Strecke standen als 2019. Gerade die andere Seite hatte ich quasi leer in Erinnerung, das war diesmal ganz anders. Ebenfalls positiv fand ich, dass der Wind nicht so extrem war wie erwartet. Oder ist es die Schlechtwetterläuferin in mir, die zurück ist? Vom hier erwarteten Gegenwind habe ich quasi nichts wahrgenommen. Keine Panikattacke, kein Wind ich lief sehr befreit weiter und wurde etwas flotter.
Ich hielt Ausschau nach der HM Marke, die demnächst kommen sollte. So ca. Staustufe Griesheim, da stehe ich meist auch als Zuschauer, daher für den Kopf ein wichtiger Punkt es mal bewusst aus dieser Perspektive erleben (2019 hatte ich keinen Kopf dafür). Da war sie dann auch endlich. Ich blickte auf meine Uhr: unter 1:57. Das ist HM PB! 😅 Gut gelaunt lief ich weiter. Nächstes Ziel KM 27, bis dahin versuchen wie gehabt weiter, danach gegenhalten um nicht langsamer zu werden. Da es ab da wieder langsam zurück Richtung Innenstadt geht, sollte mir zu gute kommen und hoffentlich dann auch Schiebewind (obwohl ich den Gegenwind immer noch nicht gefunden hatte). Ich empfand das Feld um mich herum als sehr jung. "War das schon immer so oder hat sich Laufen in meiner lauflosen Zeit verjüngt?" schoss mir durch den Kopf. Aber auch "meine Fresse, sehen die alle Fit aus, bin ich hier richtig?". Apropos Kopf, warum überstrecke ich ständig den Nacken? 😬 Mist, da hatte ich nicht mehr dran gedacht, jetzt machte sich der schlechte Nacken von der Nacht schmerzhaft bemerkbar. Ich muss mich konzentrieren und drauf achten den Kopf ordentlich zu halten. Es ging auf die schnell Straße, Brücke und wieder zurück auf die andere Seite. 27 ist nicht mehr weit! Wieder viele Zuschauer, die auch noch interessiert waren, 2019 sahen die alle gelangweilt und genervt aus, Frankfurt Marathon kann auch richtig geil sein! 27 durch, so langsam spüre ich nicht nur den Nacken, sondern auch den restlichen Körper, aber jetzt Niemandsland. längster Langer Lauf waren 27 km, immerhin Tempo, obwohl max. nur 9km am Stück bisher gelaufen, passt noch 👍 Ab jetzt gegenhalten, schauen nicht langsamer zu werden bis zum alten Athleten Hotel muss das klappen, danach noch einmal durch die Innenstadt mit Stalltrieb.
Es wurde härter, so langsam wurde es auch rutschiger bei jedem Schritt musste ich drauf achten nicht auszurutschen, stabilisieren, abdrücken alles schwierig. Sind es die fehlenden Lauf Kilometer oder das quasi nicht existente Stabitraining bei dieser Vorbereitung? Oder doch nur die üblen Bedingungen? Egal, das Ding will nach Hause getragen werden. Ich schaute auf die Uhr, 32,7 km. 400-500m zeigte sie konstant zu viel an. Also noch gut 10km zu laufen und wir sind bei knapp über 3h. So lang ich also nicht langsamer als 6:00/km werde, sollte die sub4 save sein. Die 3:50 war schon ab dem ersten KM nicht drin. Ich muss also nicht kämpfen, kein Harakiri für die sub4 nötig. Einfach nur einen großen Einbruch vermeiden wird reichen. Ob ich mit der Erkenntnis nur kontrolliert rausgenommen habe oder es wirklich nicht mehr schnellere ging, kann ich im Nachhinein gar nicht sagen. Ab jetzt wurde ich aber auch gefühlt langsamer, was nicht nur an Steigungen u. Richtungswechsel lag. Bis zum ehemaligen Athletenhotel ließ ich es so laufen, musst dort jedoch mich zur Konzentration anhalten um nicht all zu sehr langsamer zu werden. Fokussieren, Nacken nicht überstrecken, auf den Abdruck achten, nicht über den Kleinzehballen sondern über den Großen! Matte für KM 37, nochmal Blick auf die Uhr noch über 33 Minuten für knapp über 5km. Sollte machbar sein! jetzt das härteste Stück, nochmal Gurken durch die Innenstadt, nochmal Kopfsteinpflaster. "Ja nicht stehen bleiben. Stoppst du, wird wieder anlaufen unmöglich sein, also egal was passiert: immer weiter laufen!" schoss mir durch den Kopf. Viel Zuschauer, verdammt sind das viele Zuschauer. Innenstadt war zwar auch 2019 gut gefüllt, aber so gut gelaunt waren die nicht. Ich habe mehrfach meinen Namen gehört und immer zurück gewunken. Kinderhände abgeklatscht (haben sie mich angesteckt oder ich sie?). Nur die blöden Power Up Plakate mochte ich nicht anfassen. Mich daran erinnern weiter zu versorgen musste ich auch. Gut ist dabei relativ, von den 2x150ml Gel Flaschen hatte ich noch nicht mal eine leer (wenn auch fast), das muss beim nächsten Marathon besser werden. Da kam dann auch schon der nächste VP bei irgendwo nach 38. F*ck! Der Läufer direkt vor mir stoppt abrupt ab. Ich muss daher auch stehen bleiben, aber wie war das gleich "ja nicht stehen bleiben" Ich bremse und schwenke gleichzeitig aus und schaffe es so zwischen ihm und dem Helfer durch zu laufen. Die haben mich sicher beide verflucht, aber egal. Ja nicht stehen bleiben hat prio! Gel hatte ich schon runter also schnell noch einen Becher gegriffen und paar Schluck nach gespült. Das hat Zeit gekostet, auch den Schreck verarbeiten. Als ich wieder etwas klarer war, fühlte sich das Tempo sehr langsam an. Aber immerhin irgendwas nach 40,5km. Also nur noch 2,5 km! Nur noch ein wenig die Zähne zusammenbeißen. Ich versuche nicht mehr so langsam zu laufen, Endspurt! sub4 ist sicher, einfach weiter laufen, die letzten Meter genießen, sich von den Zuschauermassen ins Zeil tragen lassen. Da bog es auch schon Richtung Messe ab. Ach ja, hab mich verrechnet waren nur noch 1,5k 🤣 Nur noch die gerade, dann Einlauf in die Halle genießen. Das war es dann auch schon, schön die Arme ausgebreitet beim Zieleinlauf... und direkt durch gelaufen... wo ist mein Mann? Läufer, die nach mir reinkamen, klatschten mich ab. Die hatten mich bestimmt den ganzen Lauf im Blick. Meine "Richtpersonen" sind alle flöten gegangen, den letzten habe ich bei ca. 32. beim pinkeln gesehen. Die Treppen wollte mir noch ein Helfer runter helfen, ging aber noch. Da unten saß dann auch schon mein Mann mit einem Poncho. Er war sichtlich überrascht mich jetzt schon im Ziel zu sehen. Sagte dann auch direkten "Du bist jetzt aber nicht sub4 gelaufen?!" Ich bejahte, er meinte, er hätte nicht dran geglaubt, dass es mit meiner schlechten Vorbereitung was werden könnte, wollte es nur nie sagen. Er sei gerade so sub3:15 gelaufen.
Später meinte er, dass es falsch war, dass Rennen schon die Tage vorher aufgegeben zu haben. Dass die Bedingungen unterwegs doch deutlich besser waren als erwartet, aber als er das merkte, war es schon zu spät. Und das ich mit dem Samstag recht hatte, er hätte beim Einlaufe schon gemerkt, dass die Beine sehr schwer waren, aber nichts gesagt hat, da er nicht wieder einen Rüffel von mir wollte. Was soll man dazu sagen? Fazit: das nächste Mal reisen wir später an!
Mit meinem Rennen bin ich sehr zufrieden. 3:56h geht voll in Ordnung, nehme ich gerne 😃 Jedoch stellt sich auch die Frage, ob ich da die Erkältung nicht schon in Körper hatte und sie mich etwas Zeit gekostet hat? ich gehe einfach von einem Ja aus und bilde mir damit ein, dass beim nächsten Marathon wieder eine gute PB drin sein kann 😉 Auch der Samstag war sehr suboptimal und hat sicher etwas gekostet. Es ist also noch Luft nach oben 👍 Mit mehr Lauf KM in den Beinen und wieder regelmäßigem Stabi Training sollte da noch ein wenig was drin sein. Fazit ist also sehr positiv, aber auch mit der Überzeugung: da geht noch was.

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