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vom Ultra zurück auf die Kürzeren Diatanzen

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Andy4u_83 hat geschrieben:Viele sagen ja vom Ultra Training wird man Langsamer.
Die sagen da was Falsches. Ja man wird langsamer, wenn man Aufgrund der längeren Einheiten und der erhöhten Wochenumfänge das Tempotraining vernachlässigt. Das muss man aber nicht.

Gruss Tommi
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Mein Tagebuch: forum/threads/96079-Die-dicken-Waden-der-dicken-Wade

"Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

Thorsten Havener

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NEIN!! Das ist eine vollkommen irreversible Spirale des Todes.
Wer einmal einen Ulra lief, kann NIE WIEDER mit Aussicht auf Erfolg an einem 10 oder gar 5 km Lauf teilnehmen.

Merk´ste selbst, wa` ?
:zwinker5:

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Andy4u_83 hat geschrieben:Hallo
Mal angenommen man hat bei vielen HM gute Zeiten hingelegt und will einfach mal einen Ultra- Marathon mit machen und natürlich dafür trainieren.

Kann man nach dem Ultra Training wieder zurück auf HM und 10km Distanzen gehen und dennoch seine Alte Pace erreichen?

Viele sagen ja vom Ultra Training wird man Langsamer.
Hallo Andy,

deine Anfrage ist schon einige Zeit her, ich antworte dir trotzdem mal.
Ich gehe bei meiner Antwort von einem Läufer aus, der - im Rahmen seiner Möglichkeiten/Bedingungen - jeweils so trainiert, dass er seine Leistung voll ausschöpft. Das bedeutet für ultralange Strecken, dass ich der Trainingsschwerpunkt mehr in Richtung Umfang verlagert. Die Tempoläufe werden weniger, auch mit weniger Tempo ausgeführt, weil alles andere nicht wirklich zielführend wäre. Es gibt da natürlich individuelle Unterschiede, doch tendenziell ist es so.

Bei mir ergab sich das Ausweichen auf die Ultrastrecken, weil ich meinen Ehrgeiz auf der Marathonstrecke ausgereizt hatte. Mit meinen Rahmenbedingungen war keine Steigerung mehr möglich. Also suchte ich mir ein neues Ziel. Über 6h-Lauf und 100 km kam ich binnen zwei Jahren zum 24h-Lauf (und damit über 200 km). Durch das Ultratraining wurde ich erheblich langsamer auf der Marathonstrecke. Um wieder zur ursprünglichen Marathonform zurückzukehren, hätte ich mein Training umstellen müssen, wozu ich allerdings keine Lust hatte, weil mich Ultra weit mehr reizte.

Die "Umstellung" ist nicht so einfach, wie sich das vielleicht anhört. Weder physisch noch mental. Zumindest wäre sie das für mich nicht gewesen. Physisch steckt dahinter ja die Absicht den Energiestoffwechsel und Muskulatur durch tempoorientiertere Trainingsreize wieder "umzubauen", damit wieder schnelles Marathon-/Halbmarathon/10km-Laufen möglich ist. Nach einer Ultrasaison ist der Körper allerdings erschöpft. Mitunter hat sich das eine oder andere Zipperlein eingestellt, das man erst auskurieren muss, bevor man den Bewegungsapparat wieder mit Tempo knechtet. Und vor allem muss man es WOLLEN. Für mich war es eine Einbahnstraße. Zurück zum (im Rahmen meiner Möglichkeiten) sehr schnellen Marathon hätte bedeutet wieder nur maximal zwei im Frühjahr (Abstand ca. 3- 4 Wochen) und zwei im Herbst laufen zu können. Und das konnte ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen. Nachdem ich "Ultrablut geleckt" hatte und damit nebenher auch noch meine Marathon und weiter-Sammelwut entfachte, hätte ich mich dazu nicht mehr motivieren können.

Stattdessen schob ich meine Ultradistanz-Grenzen immer weiter hinaus bis fast 36 Stunden Laufzeit. Und ich wurde definitiv langsamer, seit Spartathlon und zuletzt Olympian Race sogar gewaltig. So langsam, dass ich nun ab September erst einmal sämtliche Ultra- und Marathon-Aktivitäten für den Rest des Jahres einstelle und einen "Neuaufbau" starte. Damit verfolge ich einerseits die Absicht die inzwischen aufgetretenen, hartnäckigen Zipperlein auszukurieren und mir zudem wieder eine größere Tempobandbreite zu erarbeiten.

Fazit: Ultra macht einen langsamer. Doch keine durch Training hervorgerufene Ausdauer-/Muskulaturveränderung ist irreversibel. Wenn der Wille (und damit die Kraft dazu) da ist, lässt sich durch Training für kürzere Distanzen auch wieder dort die vormalige Schnelligkeit erreichen.

Alles Gute :daumen:

Gruß Udo
"Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger. :hallo:
Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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Hi U_D_O

Vielen Dank für deine Antwort

Ic h hatte einst in Würzburg von einem Läufer gehört er sei viel zu früh auf die Ultra Distanz gegangen. Er lief gute Halbmarathon Zeiten aber im Verhältnis zu seinem Wochenumfänge waren sie dann doch nur nett..

Ich denk ich werde mir mit meinen Ultra Erfahrungen noch etwas Zeit nehmen
Obwohl mich der Taubertal 54 schon reizt...

Der 71km lange weg ist mir eigentlich schon wieder zu lang. Andrerseits wenn es so läuft wie gerade meine 17km am Abend dann könnte ich mir das schon vorstellen

Doch obwohl 17km und 71km aus den selben Ziffern bestehen liegt der Unterschied im Detail

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Hey Andy
mal einen 54 oder 74 KM Lauf zu machen ist überhaupt kein Problem, du führst für solche Distanzen ja quasi ein Marathontraining mit längeren LaLas durch und dazu gehören ja auch Tempoläufe.
Ich bin vor 1,5 Jahren auf Ultra umgestiegen und die Vorbereitungen für den Mauerweglauf, meinem ersten 100 Meiler machten mich definitiv etwas langsamer, aber 54 oder 74 mal zu machen ist überhaupt kein Problem.
Ich bereue es übrigens nicht auf Ultra umgestiegen zu sein....
Alles Gute dir
Grüße
Cornelius
Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
Laufberichte: www.corneliusrennt.de

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Grundsätzlich ist es natürlich möglich, auch nach Ultras wieder kurze Distanzen wieder schnell zu laufen. Aber eben nicht ad hoc.

Ich würde mich als "echten" Ultra-Läufer bezeichnen. Meine Leidenschaft und auch Stärke sind die langen Strecken. Letztes Jahr bin ich bin Berlin bei den 100 Meilen mit unter 17:30 Stunden Gesamt-13. geworden.

Du kennst meinen Faden zum München-Marathon. Ich bin zuversichtlich, sub 3 laufen zu können, aber das musste ich mir hart erarbeiten. Ich habe mir eine ganze Saison Ultra-Pause genommen, um (wieder) Speed aufzubauen. Geht. Kostet halt Zeit und Konzertation.

Und natürlich erhoffe ich mir von dieser Saison jetzt, mit neuen Bestzeiten auf allen Kurzstrecken, auch einen Boost für das nächste Ultra-Jahr...

Also: erwarte nicht, dass du nach einem Jahr, in dem du dich ganz auf lange Strecken konzentriert hast, dass du "einfach so" wieder schnell laufen kannst.
Wenn du nur mal mit einem "kurz-Ultra" in diese Welt reinschnuppern willst, wirst deinen Speed, sofern vorhanden, schnell wieder haben!

Gruß
nachtzeche
"Die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden!" (Die Bibel, Jesaja 40,31)

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Andy4u_83 hat geschrieben:@Nachtzeche

Sofern du denn Marathon unverhofft in 2h50 schaffen würdest,
Würdest du in deiner Euphorie dennoch wieder zu den Ultras wechseln?
Davon abgesehen, dass ich das für ausgeschlossen halte, lautet die Antwort: JA!

Marathon ist gut, Tempo macht sogar Spaß - aber ich liebe Ultras. ich liebe es, stundenlang unterwegs zu sein. Ich liebe es, Grenzen zu verschieben, zu merken, wie viel mehr mein Körper kann. Ich liebe Sonnenaufgänge und -untergänge in einem Lauf zu erleben. Ich ertappe mich dabei, dass ich schon jetzt, beim Marathontraining, wo ich wirklich voll fokussiert auf mein derzeitiges Ziel bin, beginne von meinen nächsten Ultras zu träumen. Ich freue mich darauf, endlich, endlich wieder weitere Strecken zu laufen, und dass die Pace keine Rolle mehr spielt.

Ja, ich werde wieder zu den Ultras wechseln. Definitiv! :D
"Die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden!" (Die Bibel, Jesaja 40,31)

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nachtzeche hat geschrieben:Davon abgesehen, dass ich das für ausgeschlossen halte, lautet die Antwort: JA!

Marathon ist gut, Tempo macht sogar Spaß - aber ich liebe Ultras. ich liebe es, stundenlang unterwegs zu sein. Ich liebe es, Grenzen zu verschieben, zu merken, wie viel mehr mein Körper kann. Ich liebe Sonnenaufgänge und -untergänge in einem Lauf zu erleben. Ich ertappe mich dabei, dass ich schon jetzt, beim Marathontraining, wo ich wirklich voll fokussiert auf mein derzeitiges Ziel bin, beginne von meinen nächsten Ultras zu träumen. Ich freue mich darauf, endlich, endlich wieder weitere Strecken zu laufen, und dass die Pace keine Rolle mehr spielt.

Ja, ich werde wieder zu den Ultras wechseln. Definitiv! :D
sehe ich ganz genau so wie der Herr Nachtzeche. Im Gegensatz zu ihm trainiere ich den Winter über Tempo (quasi Marathontraining), dass dann allmählich in Ultratraining übergeht. Aber schon jetzt freue ich mich auf die gaaaaaanz langen Trainingsläufe.....würde ich für keine Marathonbestzeit der Welt drauf verzichten...
Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
Laufberichte: www.corneliusrennt.de

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Ebens, einmal Ultra - immer Ultra. Wer Freude an den langen Kanten hat, wird sie immer wieder laufen wollen, egal wie oft zwischendurch auch was Kürzeres gelaufen wird.

Gruss Tommi

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nachtzeche hat geschrieben:Ich ertappe mich dabei, dass ich schon jetzt, beim Marathontraining, wo ich wirklich voll fokussiert auf mein derzeitiges Ziel bin, beginne von meinen nächsten Ultras zu träumen. Ich freue mich darauf, endlich, endlich wieder weitere Strecken zu laufen, und dass die Pace keine Rolle mehr spielt.
Ich träume auch! Mir geht es genau so. Allerdings träume ich von 200-800m Intervall-Einheiten auf der Bahn. Ganz ohne Bremszwang, einfach nur brettern was drin ist. :nick: :nick:
:tuschel: :tuschel:
Auf der anderen Seite habe ich gerade ernsthaft die Hamburg-Marathon-2020-Seite aufgerufen um zu schauen ob es noch Plätze gibt :confused: :tocktock: :verdacht:
:hallo:
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:hallo:
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Über mich
wo ich herkomme Am Anfang war da der Bauchspeck und wo ich zuletzt gelaufen bin Joels Daily Challenge - Streakrunning

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JoelH hat geschrieben:Ich träume auch! Mir geht es genau so. Allerdings träume ich von 200-800m Intervall-Einheiten auf der Bahn. Ganz ohne Bremszwang, einfach nur brettern was drin ist. :nick: :nick:
Von sowas träume ich auch gelegentlich. Wache dann schweißnass auf und bin froh, dass es nur ein Alptraum war :nick:
"Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger. :hallo:
Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h
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