Da haben wir aber noch viel Arbeit vor uns

Typische Versagensangst. Ehe ich versage, versuche ich es gar nicht erst. Und da sach ich dir, das ist auch mir nichts unbekanntes. Und dafür musste dich auch nicht schämen.
Auf der einen Seite sind es ja die Depressionen, die deine Gedanken bis zu einem gewissen Grad bestimmen. der Grad ist bei jedem anders und auch wohl ein Maß der Schwere der Krankheit. Aber ich lese immer wieder bei dir heraus, dass du durchaus auch "eigene Gedanken" hast. Lasse nicht zu, dass diese auch übernommen werden. Das soll jetzt nicht heißen ala "Du musst gegen die Depression" kämpfen. Nein nein, das wäre Quatsch. Aber du hast Momente, in denen du nicht mies gestimmt bist, das lese ich hier immer wieder raus. Las dir das nicht weg nehmen!
Zu deinen 20 km. Sicher werden die eventuell ab 15 km schwer. Dann plane die Runde so, dass du die 20 km nicht voll machen musst. Läufste eventuell nur 17 oder 18. Und NEIN das wäre dann kein Versagen, das wäre ein vernünftiges Anpassen an deine Möglichkeiten. Analog einem Läufer, der bespielsweise eine Achillessehnenreizung hat, die aber drezeit am Heilen ist. Er läuft so lange, bis ein Anflug von Schmerz kommt und bricht dann ab. Dann wäre er auch kein Weichei. Und wenn du eben so weit läufst, wie du dich dabei wohl fühlst und dann aufhörst oder den Rest gehst, dann ist das nicht das geringste Versagen sondern ein vernünftiges Läufchen, angepasst an deine derzeitigen Möglichkeiten
Noch eine kleine andere Bemerkung. ich war letztes Wochehende bei unserer Jahresabschlussßarty meines Vereins. Dort war ein Läufer bei, von dem ich schon eine Weile weiß, dass er schwere Depressionen mit Hang zum Suizid (seine Worte) hat. Er nimmt sich aus der Lauferei die schönen Momente (er ist auch ganz gut erfolgreich) um auch damit seine Krankheit zu bekämpfen. Und auch er ist damit nicht immer erfolgreich und hat teilweise heftige Rückfälle. Ich will dir damit sagen, dass du auch unter Läufern nicht allein bist und es absolut kein Makel ist. Und was das Laufen betrifft, nimm das Schöne davon mit und setz dich nicht unter Druck
Gruss Tommi
Mein Tagebuch:
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"Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."
Thorsten Havener