Hallo liebe Laufgemeinschaft,
sehr sehr lange habe ich nun hier schon nicht mehr geschrieben und möchte gerne mal wieder alles auf den aktuellen Stand bringen. Kurz gesagt: es ist viel los gewesen und jetzt kommt wieder Alltag.
Nach meinem DNF in Fieberbrunn habe ich noch einen sehr schönen Urlaub in den Dolomiten gemacht und bin dort auch wunderschöne Strecken gelaufen, habe aber auch einfach mal die Seele baumeln lassen.
beruflich gab es wegen einer Systemumstellung doch noch zu kurzzeitigem extremen Stress, dann stand ein Umzug an. Allerdings musste die Wohnung, in die ich ziehen wollte noch komplett renoviert und sowohl Bad als auch Küche kernsaniert und neu gemacht werden. Das habe ich zum größten Teil alleine gemacht (Beim Bad hatte ich vom befreundeten Fachmann Hilfe) und dafür sind 3 Monate ins Land gegangen, in denen das Laufen deutlich nachrangiger war. In der Zeit wollte ich eigtl noch den Marathon in Frankfurt laufen und war auch dafür angemeldet, aber eine Erkältung hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Die 3 Monate (Mitte September bis Mitte Dezember) der Renovierung/Sanierung waren sehr anstrengend. Ich arbeite ja selbstständig und da das Geld für die Arbeiten ja irgendwo herkommen muss, habe ich in der Zeit mehr gearbeitet und an den WE dann alles für den Umzug gemacht - also praktisch keine Zeit mehr um viel zu laufen. Die Prioritäten waren dort klar. Ende Dezember bin ich dann umgezogen und fühle mich pudelwohl in meiner neuen Wohnung mit mehr Freiraum.
Als dann so gut wie alles fertig war, ist 2 Wochen vor dem Umzug bei mir ein Muttermal entfernt worden, bei dem sich herausgestellt hat, dass es ein Melanom war und es musste noch ein 2. Mal mit größerem Sicherheitsabstand operiert werden. Nach jeder OP dann 2 Wochen kein Sport wegen der Wundheilung.
30.12. war die 2. OP und somit bin ich Anfang Januar erst wieder ins Lauftraining eingestiegen.
Der Einstieg war hart, gefühlt ging gar nichts mehr, ich war total schlapp und musste mir eingestehen, dass die Krebsdiagnose schon etwas mehr unterbewusst mit mir gemacht hat, als ich es wahrhaben wollte.
Zudem habe ich dann mal meine Blutwerte untersuchen lassen und meine Eisen-Werte mitsamt Ferritin waren im Keller, aber nicht unter 10 der Ferritin, sodass ich hier keinen Arzt in der Gegend finden konnte, der bereit war mir eine Infusion zu geben (Eisen nehme ich schon seit 2 Jahren regelmäßig und habe immer bei einem Ferritin von 30 rumgedümpelt)
Daher habe ich Kontakt zu einem Sportmediziner aufgenommen, der Eisen-Infusionen auch macht. Ihm meine Geschichte erzählt und er sagte klar, dass bei Frauen, die auch noch regelmäßig in größeren Umfängen laufen, ein Ferritin von mindestens 100 - eher sogar 150 bis 200 Ziel sein sollte.
Ich habe dann 3 hochdosierte Eiseninfusionen bekommen im Februar/März und bis der Körper das alles so umgesetzt hat wird es April/Mai sein, dann sollte ein neues Blutbild erfolgen.
Also erstmal viele Themen, die nicht direkt etwas mit Laufen zu tun haben.
Nun zu meiner Laufentwicklung:
Ich habe Anfang November einen Startplatz beim Großglockner GGUT 110km ergattert. Kaum hatte ich den Startplatz, ist mir aus Angst vor meinem eigenen Mut auch schon das Herz in die Hose gerutscht.
Eigentlich wollte ich im Winter wieder Tempotraining machen, also so, dass wieder meine Grundschnelligkeit besser wird. Dies ist fast komplett ins Wasser gefallen.
Jetzt hatte ich letztes WE wieder Schweriner Seentrail mit 61km und das war mein erster Lauf-Status. Ich habe mich wirklich gut gefühlt, habe auch lange Läufe machen können schon.
Leider ist es aber nicht gut gelaufen - aber nur durch meine eigene Dummheit: Ich hatte nicht mehr im Kopf, wie wichtig für mich Salztabletten sind...die Erfahrung musste ich ja schon letztes Jahr in Innsbruck machen und konnte daraus dann für den ZUT lernen, bei dem es gut lief.
Jetzt kamen am km 27 die gleichen Symptome wieder wie in Innsbruck - Magen unwohl, Bauchkrämpfe, total schlapp, etwas Kreislauf und ab km 32 dann schließlich wieder Durchfall. Ab da hatte ich schon nach Zugverbindungen von Bad Kleinen nach Schwerin geschaut und an DNF immer wieder gedacht. Ich habe zur Not ja immer Immodium lingual dabei, das hilft sofort. Ab km 30 bin ich dann ohne was essen zu können gelaufen, nur ganz kleine Schlucke KH Getränk und 2 Gewürzgurken gingen rein.
Wie ich es dann ins Ziel geschafft habe, ist mir heute noch nicht ganz klar, aber ich bin innerhalb des Zeitlimits dann noch im Ziel angekommen. Das ist für mich dann doch ein Erfolg.
Im nachhinein ist mir im Gespräch mit dem Trainer klar geworden, dass es alles Symptome bei mir von Elektrolyt-Verschiebungen sind, auf die ich sehr sensibel reagiere. Ich hatte in der ersten Stunde noch 2 Salztabletten genommen - aber dann gedacht es geht auch so.
Naja, dafür macht man ja solche Probe-WK!
in 2 Wochen steht ein 24h Lauf an, das wird dann mein Terrain für Fueling-Training sein.
Ansonsten steht ausser dem GGUT kein größeres Event mehr an, mein Trainingsplan dafür beginnt Ende April. Ich habe zwar immer noch sehr großen Respekt vor dem GGUT, aber ich halte es für machbar. Ich habe aber auch die Option der Umbuchung auf eine andere Strecke mitgebucht - sodass ich auch zur Not eine kürzere Strecke laufen kann, falls ich nicht fit genug sein sollt.
Jetzt am Donnerstag steht der nächste Hautscreening-Termin an (ist jetzt alle 3 Monate) und natürlich hoffe ich, dass alles ok ist und dass er auch nicht irgendwas sicherheitshalber auf Verdacht wegschneiden muss, denn das würde wieder 2 Wochen Sportpause bedeuten.
So sahen also die vergangenen Monate aus und ich denke, so langsam kehrt wieder der ganz normale Alltag ein.