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von Leissprecher
Hallo
Krankenhausbericht Tumor-Op
11.05.2026 10.00 Uhr Aufnahme im Diakonissen-Krankenhaus Kassel, viele Untersuchungen (CT, Blutabnahme usw), Op-Vorbereitungsgespräch (was wird gemacht und wie wird es gemacht und wer macht es)
12.05.2026 Frühstück, NIX, Mittag, Mittagsschlaf, NIX Abendbrot, NIX vollkommene Ruhe vor dem Sturm, von dem ich noch überhaupt gar nichts ahnte
13.05.2026 Op-Tag, keine LMAA-Spritze und auch keine LMAA-Tablette, ca. 10.30 Uhr setzen des Schmerzkatheders im Rückenmark, seeeeeeehr dünne Nadel verbunden durch einen Schlauch mit Akku und Pumpe und einem Boosterknopf und einem Beutel Schmerzmittel, alles verpackt in einer blauen Umhängetasche, der Boosterknopf ermöglichte eine extra Portion Schmerzmittel, welchen ich ca. 15x in den sechs Tagen Nutzung drückte, nach der Nutzung des Knopfes war dieser für 30 Minuten gesperrt, um sich NICHT selber überzudosieren, ca. 4,5h Op, danach Aufwachraum, danach mein Zimmer, NICHTS mit Intensivstation
14.05.2026 NIX essen, wenig trinken, viel schlafen, viele und viele verschiedene Infusionen
15.05.2026 ab ca. 05.00 Uhr immer stärker werdende Schmerzen im Unterbauch trotz Nutzung des Boosterknopfes, im Laufe des Vormittags nochmals CT, Feststellung einer ca. 3cm im Durchmesser grossen Luftblase und diverser Flüssigkeiten im Unterbauch, Bauchinnenraum war bereits entzündet, ergo Not-Op, bei der ersten Op war die Naht zwischen Dick- und Dünndarm NICHT komplett verschlossen worden, jetzt wurden die Enden von Dick- und Dünndarm nach aussen verlegt, um eine erneute Undichtigkeit der Naht zu vermeiden, ausserdem wurde noch eine Wunddrainage mit drei Schläuchen unterhalb des Op-Schnittes erstellt, danach Aufwachraum, danach mein Zimmer, NICHTS mit Intensivstation
16.05.2026 Frühstück (Tee und in Wasser aufgelösstes Eiweisspulver, bäh), schlafen, Mittag (Tee und in Wasser aufgelösstes Spargelcremesuppenpulver, okay) schlafen, dann wieder stärker werdende Schmerzen trotz Boosterknopfnutzung), die Bauchdecke wurde immer fester und wölbte sich immer stärker nach aussen, Notknopf gedrückt und somit den Chefarzt (er hatte Dienst) alarmiert, er hilft mir sehr schnell, in dem er einen Kunststoffstab aus seinem Kittel holt, die Verpackung entfernt und mir selbigen Stab in den offenen Ausgang des Dickdarmes steckt und schon konnte die angestaute Luft langsam aber sicher entweichen (seeeeeeehr gut),danach schlafen
17.05.2026 ca. 03.00 Uhr drehte ich mich von halb links nach halb rechts und plötzlich kamen ca. 2,5L hellgrüne Flüssigkeit in mehreren Schüben aus meinem Mund, ich vermute mal, ich hatte die vielen Infusionen NICHT im Körper behalten wollen, es war einfach zu viel Wasser im Körper, nach ca. 1h war das Malheur durch die Schwestern beseitigt (mich waschen, Bettwäsche wechseln, Nachtschrank und Fussboden reinigen), danach schlafen, Frühstück (wie oben), schlafen, Mittag (Tee und in Wasser aufgelösstes Gemüsebrühenpulver, okay), schlafen, Besuch empfangen, schlafen, Abendbrot (wie Mittag), danach schlafen
18.05.2026 Frühstück (Tee, ungetoastetes Toastbrot und Kräuterquark, okay), Vormittagssport, aber nur ein paar Meter, dann machte der Kreislauf schlapp und ich wurde wieder auf mein Zimmer gebracht, Entfernung des Schmerzkatheders im Rückenmark, Mittag (Tee, Kartoffelpüree mit Sosse, saulecker), schlafen, Besuch empfangen, Abendbrot (wie Frühstück), danach schlafen
19.05.2026 Frühstück (Tee, zwei Brötchen und Wurst, Käse und Kräuterquark, saulecker), NICHTS mit Vormittagssport wegen Kreislauf und hohen Temperaturen), schlafen, Mittag (wie am
Vortag), schlafen, Besuch empfangen, Abendbrot (Tee, zwei Scheiben Graubrot, Wurst und Käse, saulecker)
20.05.2026 Frühstück (wie 19.05.), Vormittagssport, zwei Runden um die Station mit einem hohen Rollator, Kreislauf okay, Mittag (Tee, Reis mit Bratfisch und Kräutersosse, saulecker), schlafen, Besuch empfangen, zur Cafeteria (drei Etagen runter und auch wieder hoch) mit dem Rollator und dem Fahrstuhl, Kreislauf NICHT okay, schlafen, Abendbrot (wie 19.05.), schlafen
21.05.2026 Frühstück (wie oben), Vormittagssport incl. zwei Etagen zu Fuss hoch und runter, Kreislauf okay, trotz der Wärme, Mittag (Tee, Reis mit Hühnerfrikassee, saulecker), schlafen, Besuch empfangen, Cafeteria besuchen, Kreislauf okay, Abendbrot (wie oben), schlafen
ENDLICH MAL EIN TAG OHNE BESONDERE VORKOMMNISSE!
22.05.2026 Frühstück (wie oben), GROSSE Visite, acht Ärzte im Zimmer und zum ersten Mal fiel das Wort ---Entlassung---, freu freu freu, Vormittagssport mit fünf Runden um die Staion und hohem Rollator, Kreislauf und Muskeln okay, Mittag (Tee, Kartoffelpüree mit Sosse, saulecker), schlafen, Besuch empfangen, Abendbrot (wie oben),
WIEDER EIN TAG OHNE BESONDERE VORKOMMNISSE!
23.05.2026 Frühstück (wie oben), Vormittagssport alleine (es ist Samstag), Mittag (Tee, Kartoffel-püree mit buntem Gemüse und Gefügelfleisch, saulecker), schlafen, rechte Unterarmvene wird immer dicker und der Zugang für die Infusionen wölbt sich nach aussen, Aua, Entlassung???, jetzt heisst es erstmal kühlen, kühlen und nochmals kühlen, Abendbrot (wie oben)
24.05.2026 Frühstück (wie oben), kleine Visite mit Markierung der Ausdehnung des Aua`s um kontrollieren zu können, ob das Aua grösser oder kleiner wird, wieder kühlen, Mittag (Sportgetränk, Thüringer Klösse und Gänsebraten, sausausaulecker), schlafen, Besuch empfangen, Abendbrot (wie oben), schlafen
25.05.2026 Frühstück (wie oben), NICHTS, Mittag (wie oben), NICHTS, Besuch empfangen, NICHTS, Abendbrot (wie oben), schlafen
WIEDER EIN TAG OHNE BESONDERE VORKOMMNISSE!
26.05.2026 Frühstück (wie oben), GROSSE Visite, ich höre das Wort ---Entlassung--- sehr deutlich und sehr laut, freu freu freu, Aufgabe für die nächsten Tage kühlen, kühlen und nochmals kühlen des rechten Unterarmes, warten auf die Papiere und dann raus aus dem Haus und ab nach Hause
Ich habe während meines Krankenhausaufenthaltes ca. 40 Infusionen (verschiedene Sorten und unterschiedliche Mengen) über drei Zugangspunkte erhalten und dabei trotzdem über acht Kilogramm abgenommen.
Ich bin dem Tod zweimal von der Schippe “““gehüpft“““, zuerst wegen dem drohendem Dickdarmverschluss (Tumor) und 36h später wegen der drohenden Bauchinnenraumverätzung (undichte Naht zwischen Dick- und Dünndarm).
Meine Worte des Dankes können mengenmässig und auch grössenmässig NICHT hoch genug sein, um dem Team um Dr. Khalid (ich darf mit seiner Genehmigung seinen Namen erwähnen) und dem Pflegeteam der Station 3b des Diakonissenkrankenhauses Kassel Danke zu sagen.
DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE!!!!!!!