Es folgt der Rennbericht. Werden bestimmt mehrere Teile, aber ich bemühe mich um zeitnahe Fortsetzung.
Das Solo Point Five Format ist seit wenigen Jahren das offizielle Mitteldistanzformat der XTRI-Serie. Solo, weil man keinen Supportrunner braucht. Und meist einfacher einen Platz zu bekommen, weil keine Verlosung. Das sind aber meist eigene anspruchsvolle Strecken und eher 2/3-Volldistanzen. So ist es auch beim Celtman Solo Point Five.
Das Tapering brachte ja einen leichten Infekt, den ich aber abwehren konnte. Angekommen im schönen Torridon, in den nordwestlichen Highlands fiel der Stress dann ab und bei der Aktivierung auf dem Rad am Donnerstag hatte ich richtig gute Beine.
Am Freitag gabs ein kurzes Aktivierungsläufchen. Das Racebriefing versprach wechselhaftes Wetter am Racetag und man warnte uns mit gewohnten schottischen Humor, die Abfahrt sei, zumal bei den erwarteten Bedingungen, nicht die Strecke, um Tom Pidcock Konkurrenz zu machen. Weiterhin mahnte man uns, den Wettbewerb nicht zu unterschätzen. Es sei ein vollwertiger Extremtriathlon, keine halbe Sache.
Ich hatte das schon beim Studium der Vorjahresergebnisse verstanden und kalkulierte mit ca. 7,5 Stunden, was physiologisch deutlich näher an einer Langdistanz ist, als an einer schnellen Mitteldistanz. Also war klar, es würde vor allem um gutes Pacing und Ernährung gehen.
Der Tag startete früh um 1:30 Uhr, Frühstück wie üblich Tee und Toasts mit Honig und nuckeln an der Malto-Flasche. 2:30 Uhr verließen wir die Cottage, 3:00 Wechselzone einrichten. 3:45 Uhr den GPS-Tracker ( Für Tracking und Notfallortung) und Zeitmesschip ( für die Zeitmessung) abholen. Start war um 5:00 Uhr angesetzt, dazwischen noch warten und den Neo anziehen. Extremtriathleten müssen früh aufstehen.
Das Schwimmen findet in einem Atlantikfjord statt. Wassertemperatur waren 11 Grad. Das ist selbst mit Neopren richtig kalt. Macht mir aber mehr Spaß, als ein normaler See. Vor Sonnenaufgang war es noch ziemlich windig, was die Mücken angenehm vertrieb.
Bei mir wich die Aufregung dem Spaß, was immer ein gutes Zeichen ist. Ich verabschiedete mich von meiner Frau und stellte mit den anderen 130 Athletinnen am Pier des kleinen Fischerortes Shieldaig auf.
Dann gings ins Wasser und ich beeilte mich nicht, um nicht zu sehr auszukühlen. Bei so kaltem Schwimmen ist es super wichtig, einen guten Rhythmus zu finden. Zu leicht handelt man sich eine Panikattacke ein, wenn man losballert und der Körper noch mit dem Kälteschock kämpft.
Bei mir ging das sehr gut. Die Kälte biss mir zwar mit Nadelstichen heftig im Gesicht, aber das geht schnell vorbei und ich habs einfach Genossen. Diese Frische, elementare Natur. Meer, Salzwasser. Kampf mit den Elementen. So macht mir Schwimmen Spaß.
Die Lichtstimmung war zudem fantastisch.